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2021 Woche 44

6. November 2021

Ich habe Bilder von meiner Speicherkarte auf das Notebook kopiert als ich an den Speicherkarten-Adapter gekommen bin und wohl durch einen Wackelkontakt die Karte direkt verschwunden war. Da das Dateisystem nicht sauber ausgehängt wurde habe ich mich entschlossen die Speicherkarte auf Fehler im Dateisystem zu prüfen.

Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste führt über die grafische Oberfläche und ist die komfortable Variante. Allerdings habe ich schon gesehen das es auch hier zu kryptischen Fehlermeldungen kommen kann. Daher bevorzuge ich die klassische Variante über die Shell.

Die grafische Möglichkeit läuft über die Funktion “Laufwerke”, hier wählt man auf der linken Seite erstmal den USB-Stick oder die SD-Karte aus und dann nachdem man auf die betreffende Partition geklickt hat nutzt man die zwei Zahnräder. Hier kann man die Grösse ändern, die Partition prüfen und reparieren.

Die Zweite (und von mir bevorzuge) Variate führt über die Shell. Hier kann ich den USB-Stick oder Speicherkarte mittels fsck.fat prüfen und reparieren. Zunächst einmal muss man herausfinden wie die genaue Adresse lautet. Hier gebe ich mit einem root Account einfach den “mount” Befehl ein. Ein nachträglich angeschlossener USB-Stick wird dann im Verzeichnis /media/Username/ eingebunden. Bei mir lautet die Ausgabe so:
/dev/sda1 on /media/andre/F009-64A5
Hier sehe ich auch das die Hardware-Adresse /dev/sda1 ist.
Die Überprüfung starte ich dann mit folgenden Befehl:
fsck.fat /dev/sda1
Wenn Unstimmigkeiten gefunden werden fragt das Programm vor jeden Reparaturschritte nach.

Welche Variante man bevorzugt ist erstmal eine Geschmackssache. Die grafische Methode ist sehr gut in Ubuntu integriert und ermöglicht einen eine Speicherkarte zu prüfen ohne die grafische Oberfläche zu verlassen. Der Weg über die Shell steht dagegen immer zur Verfügung, und auch wenn sie unkomfortabler erscheint. Selbst ohne grafische Oberfläche, auf einem Rettungssystem oder vollkommen anderen Linux System kommt man damit zum Erfolg.

Diese Woche haben Bund und Länder mal wieder den Lieblingsfetisch der Open Source Community bedient. Open Source im Staatseinsatz – von vielen gleich auf „Linux löst Windows ab“ und den Vergleich mit LiMux heruntergebrochen. Werfen wir doch mal einen Blick auf die Fakten anstelle immer die gleichen Phrasen zu bedienen.

Das Thema schwappte einer Welle gleich durch die nennenswerten IT-Medien. Golem und Heise waren ebenso dabei wie die reichweitenstarke Community-Plattformen linuxnews und GNULinux.ch. Dazu kommen noch ein paar Blogposts, bei denen ich vor allem den Beitrag auf kaffeeringe hervorheben möchte, weil er eine etwas andere inhaltliche Stoßrichtung hat.

Die Fokussierung der Open Source Community auf den Staatseinsatz von Open Source ist wirklich putzig. Man befasst sich doch auch nicht mit den Softwarelösungen von Volkswagen, der Lufthansa oder ThyssenKrupp. Glaubt man hier mehr mitreden zu dürfen, weil es letztlich Steuergeld ist? Wie dem auch sei, werfen wir zur Abwechslung doch mal einen Blick auf die Fakten.

Einordnung

Erst mal kann man getrost annehmen, dass kaum jemand das Papier wirklich gelesen hat. Ansonsten wäre ihnen der Titel „Gemeinsame Absichtserklärung“ aufgefallen. Das ist in etwa so verbindlich, wie das 1,5 Grad-Ziel der letzten Bundesregierung für die Klimapolitik verbindlich war. Absichten kann man viele haben. Zudem ist das Papier gespickt mit Buzzwords, enthält erstaunlich wenig Fakten und noch weniger Festlegungen. Nach der Lektüre bin ich mir nicht mal sicher, ob dieser souveräne Arbeitsplatz wirklich ausschließlich Open Source sein soll.

Stand jetzt bleibt es dabei, dass nur Schleswig-Holstein eine wirkliche Open Source-Strategie verfolgt und hier auch klare Meilensteine gesetzt hat. Nehmen wir also der Einfachheit mal an, dass diese Strategie indirekt das Vorbild ist und die Absichtserklärung in eine ähnliche Richtung deutet (Anmerkung: Muss man aber nicht so lesen! Werden andere nicht so lesen! Kann eine andere Regierung anders lesen!)

Schauen wir uns mal ein paar Fakten zu den Vorhaben an.

Digitale Souveränität – Nationalismus des 21. Jahrhunderts

Digitale Souveränität ist eines dieser schrecklichen Buzzwords. Es hört sich modern an, ist aber nichts anderes als dumpfer Nationalismus. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätte man wohl äquivalent von Autarkie bei der Rohstoff- und Lebensmittelversorgung gesprochen. Gemeint es ist das Gleiche: Unabhängigkeit von ausländischen Mächten. Anmerkung vorweg: Hat früher nicht geklappt, wird heute nicht klappen.

Dahinter stecken letztlich eine gehörige Portion dumpfe Verschwörungserzählung. In einem Großkonflikt mit den USA, klemmt Microsoft unser Windows ab, Google und Amazon drehen die Cloud zu und Deutschland wird in die Steinzeit zurück katapultiert. Das glaubt kein Politiker oder leitender Ministerialbeamter wirklich, aber irgendwie hat es die Open Source Community geschafft, mit Lobbyismus die Idee salonfähig zu machen und Politiker sagen und schreiben halt, was auf Zustimmung stößt. Microsoft wählt schließlich in Deutschland nicht und außerhalb von München profitiert auch kaum jemand von dem Konzern.

Dabei verkennt das Vorhaben komplett die Realität und wie Sanktionen der USA funktionieren. Es gibt keine geheime Backdoor mit der man Windows lahmlegt. Stattdessen verbieten die USA den Export und Geschäft mit Staaten und Firmen. Das konnte man gut am Beispiel Iran, China/Huawei oder auch Nord Stream 2 in den letzten Jahren beobachten. Weil die Sanktionen oft schwammig formuliert sind und viele Firmen Angst vor einer Strafe haben, kooperieren sie im vorauseilenden Gehorsam nicht mehr mit den sanktionierten Staaten oder Firmen.

Die Open Source Community glaubt ja gerne, ihre Software wäre irgendwie gut, international und unabhängig, aber das ist Quark. Alle Entwickler sitzen in irgendwelchen Staaten, alle Firmen haben ihren Firmensitz in irgendwelchen Staaten und alle Marken sind irgendwo gemeldet. Ich hatte das im Kontext von Fedora schon mal thematisiert. Bei einem Großkonflikt schützt einen auch der Gebrauch von Linux nicht. Und da haben wir noch gar nicht über die proprietären Treiber bzw. Firmware-Blobs gesprochen, die man faktisch für viele Funktionen benötigt. Der deutsche souveräne Linux-Desktop wäre ebenso funktionsunfähig bzw. von der Weiterentwicklung abgehängt wie jedes proprietäre Äquivalent.

Digitale Souveränität ist eine Fata Morgana und wenn man sie als das bezeichnen würde, was sie wirklich ist – nämlich purer Nationalismus – wäre sie auch deutlich weniger populär.

Fortschritt in der Digitalisierung

Deutschland hat ein Problem mit der Digitalisierung seiner Strukturen. Das wissen wir nun spätestens seit der Pandemie. Kann eine Open Source-Strategie hier helfen? Nein!

Zuerst muss man hier natürlich differenzieren. Bei neu ausgeschriebenen Projekten oder neuen Software-Lösungen kann man eine Open Source-Strategie fahren. Wie das gut klappen kann, sieht man bei der Corona Warn App und wie es scheitert bei Luca. Das gilt auch für neue Sachen wie die Bundescloud. Es spricht nichts dagegen neue Lösungen gleich als Open Source umzusetzen und wird ja auch bereits vielfach praktiziert.

Anders sieht das bei der Umstellung von Bestandslösungen aus. Hier ist man beim Lieblingsfetisch der Open Source Community: Linux für die Verwaltung. Hier gibt es bestehende Lösungen, die migriert werden sollen. Denn angeblich ist der Linux-Desktop ja besser als ein Microsoft-Arbeitsplatz, bietet gleichwertige Funktionen und alle sollen von den Segnungen freier Software profitieren.

Der Vorteil für die Digitalisierung des Staates, also letztlich den Bürger, ist nicht vorhanden. Es gibt keine Verbesserung, sondern bestenfalls merkt er nichts von der Migration. Faktisch wird es vermutlich sogar Probleme geben, weil Linux, LibreOffice & Co eben nicht überall einfach Funktionsparität bieten. Migrationen ohne Probleme existieren nur in der Fantasie ahnungsloser Amateure.

Die Projektgruppen, IT-Mitarbeiter und Verwaltungsmitarbeiter, die mit dem Vorhaben beschäftigt sind, benötigen aber Arbeitszeit. Denn eine Migration passiert nicht so eben nebenbei. Diese Arbeitszeit können sie nicht in andere Vorhaben stecken, z. B. in das wirkliche Voranbringen der Digitalisierung.

Eine Umstellung auf Open Source ist also nicht geeignet, um die Digitalisierung voranzubringen. Kurz- bis mittelfristig ist sie vermutlich sogar kontraproduktiv.

Kosten – Ein Dauerbrenner

Irgendjemand kommt bei dem Thema immer mit den Kosten. Schließlich geht es um Steuergeld. Microsoft und Anbieter proprietärer Softwarelösungen allgemein sind hier im Nachteil, weil Lizenzen einen klar bezifferbaren Betrag kosten und diese Summen meistens in irgendwelchen Aufstellungen auftauchen.

Open Source ist aber nicht umsonst. Zu dem Thema hatte ich mich hier bereits geäußert. Entweder baut die öffentliche Hand massiv ihre IT-Abteilungen aus, was Geld kostet, oder beauftragt sehr viele Dienstleister, was ebenfalls Geld kostet.

Aber mit Open Source fließt das Ergebnis wenigstens an die Gemeinschaft zurück, so oder so ähnlich klingt es bei Kampagnen wie Public Money Public Code. Dahinter steht diese irrsinnige Geringschätzung gegenüber der öffentlichen Verwaltung, die in Deutschland und vielen anderen Ländern so verbreitet ist. Frei nach dem Motto: Was verwenden die schon – ein bisschen Desktop, ein bisschen Office – die Verbesserungen können doch alle brauchen. Die meisten Anwendungen sind aber Fachanwendungen, die der großen Mehrheit gar nichts bringen und vermutlich noch nicht mal anderen Verwaltungen. Der Mehrwert wäre also überschaubar.

Kurzum: Mir ist keine seriöse Studie bekannt, die belegt, dass ein Umstieg auf Open Source effektiv Geld spart. Bestenfalls ist man kostenneutral unterwegs, schlimmstenfalls muss man sogar mehr Mittel investieren.

Datenschutz

Microsoft bzw. Windows haben in den letzten Jahren nicht gerade einen Preis für Datenschutzes verdient – das ist unbestritten. Ob man Windows überhaupt Datenschutz-konform einsetzen kann, ist ist nicht so ganz klar und hängt massiv von der Konfiguration und verwendeten Version ab.

Unstrittig dürfte sein, dass ein „souveräner Arbeitsplatz“, also ein Linux-System mit viel freier Software, hier besser aufgestellt sein dürfte.

Der Arbeitsplatz alleine ist es nur eben nicht. Ein souveräner Arbeitsplatz bei der deutschen Polizei, die dann Daten in die Amazon-Cloud speichert, bringt für den Datenschutz gar nichts.

Datenschutz ist also eine ganzheitliche Angelegenheit und hängt mitnichten nur vom Desktop-Betriebssystem ab, wie manche gerne glauben machen wollen. Das Desktop-Betriebssystem ist hier nur ein Baustein und vermutlich nicht mal der wichtigste.

Zusammengefasst

Der Staat wechselt auf Open Source? Kann er gerne tun. Ich bin gar nicht dagegen, denn es gibt sinnlosere Projekte. Aber wird dadurch irgendetwas besser oder irgendwelche Probleme beseitigt. Macht Deutschland dann einen Quantensprung in der Digitalisierung, halbiert seine Kosten und der Staat funktioniert endlich perfekt? Nein, eigentlich nicht. Und hier sollte man keine falschen Erwartungen wider besseren Wissens wecken.

Im Grunde genommen wird damit nur eine Forderung der verschränkten Open Source und Datenschutz-Community bedient, die nachhaltig dafür wirbt. Ihre Ziele sind bei Licht betrachtet vielleicht gar nicht so schön wie die modernen Buzzwords suggeriern und viele Ziel lassen sich mit der Migration auch gar nicht erreichen.

Letztlich ist das ganze Thema deshalb so ein Fetisch der FOSS-Community, weil sie hofft, damit mittelfristig ihr Freibier-Problem lösen zu können. Freie Software ist eben für die meisten Anwender doch nur so frei wie Freibier. Alles was nicht Relevant für die Wirtschaft ist – und das ist alles außer der Server-Part – siecht deshalb unterfinanziert vor sich hin. Hier hofft man nun mittelbar auf die helfende Hand des Staates, indem er groß in die Entwicklung einsteigt oder diese über Dienstleister voranbringt.

Nur ist dieser dafür nicht da.

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4. November 2021

Die MZLA Technologies Corporation verteilt mittlerweile das automatische Update von Thunderbird 78 auf Thunderbird 91.

Vor etwas mehr als zwei Monaten ist Thunderbird 91 erschienen. Thunderbird 91 bringt gegenüber Thunderbird 78 zahlreiche Neuerungen.

Wie immer wurden automatische Updates vom vorherigen Major-Update, in diesem Fall also Thunderbird 78, noch nicht umgehend verteilt. In der Zwischenzeit wurden mehrere Updates für Thunderbird 91 veröffentlicht. Nachdem die automatischen Updates von Thunderbird 78 auf Thunderbird 91 bereits seit kurzem für einen Teil der Nutzer aktiviert sind, findet mittlerweile die Ausrollung für alle Nutzer statt. Bestehende Nutzer sollten also, falls noch nicht geschehen, spätestens innerhalb der nächsten Tage das Update erhalten.

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Mozilla hat mit Firefox 94.0.1 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht. Dieses behebt ein Problem für Nutzer von Apple macOS 10.12.

Download Mozilla Firefox 94.0.1

Mit dem Update auf Firefox 94.0.1 behebt Mozilla ein Problem, welches ausschließlich Nutzer von Apple macOS Sierra (10.12) betrifft. Auf diesem Betriebssystem konnte es zu einem Einfrieren des Systems kommen, wenn ein Video im Vollbild betrachtet worden ist. Neuere Versionen von macOS oder andere Betriebssysteme waren von diesem Problem nicht betroffen.

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3. November 2021

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 91.3 ein planmäßige Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 91.3

Mit dem Update auf Thunderbird 91.3 hat die MZLA Technologies Corporation ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit aktuelle Sicherheitslücken. Darüber hinaus bringt das Update diverse Fehlerbehebungen der Versionsreihe 91, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

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Mi, 3. November 2021, Denys Konovalov

Gestern, am 2. November 2021, ist mit einwöchiger Verspätung Fedora Linux 35 erschienen. Es heißt übrigens mit Absicht jetzt Fedora Linux und nicht mehr einfach nur Fedora. Aber die anderen Änderungen, die das neue Release mitbringt, sind deutlich interessanter, was wir in diesem Artikel zeigen.

Neues Fedora Linux, neues GNOME: Diesmal dürfen sich Fedora-Nutzer*innen über GNOME 41 freuen. Über die Neuerungen in GNOME 41 haben wir bereits ausführlich berichtet.

Die in GNOME 40 eingeführten und mit GNOME 41 aufpolierten Energie-Modi können nun auch in Fedora genutzt werden, dank der Integration des nötigen Dienstes ins System. Als Beta-Nutzer seit einem Monat erlaube ich mir bereits den Hinweis, dass diese Funktion es in der Realität tatsächlich erlaubt, den Energieverbrauch des Gerätes einfach zu steuern und die Akkulaufzeit sehr zu verbessern.

Als weitere bestehende GNOME-Funktion wird nun auch die GNOME-Kindersicherung in Fedora integriert. Diese erlaubt es, Benutzerkonten mit eingeschränktem Zugang auf Anwendungen zu erstellen, was besonders in Familien mit gemeinschaftlich von Kindern und Erwachsenen genutzten Computern nützlich sein könnte.

Besitzer*innen von Nvidia-Grafikkarten können sich langsam freuen: durch die enge Zusammenarbeit zwischen Fedora- und Nvidia-Entwicklern konnte erreicht werden, dass mit dem neuen Nvidia-Treiber eine weit verbesserte Unterstützung von Wayland mitgeliefert wird.

Die Zusammenarbeit mit Flathub resultierte in einer von Fedora kurierten Liste von Flathub-Anwendungen, die beim Aktivieren externer Quellen in Fedora verfügbar sind. So werden derzeit die Flatpak-Apps für Bitwarden, Discord, Postman, Microsoft Teams, Minecraft, Skype, und Zoom bereitgestellt, ohne zusätzlich Flathub aktivieren zu müssen.

Und zuletzt eine lang ersehnte Neuerung für Fans von KDE und OStree-Systemen: mit Fedora Kinoite erscheint eine Abzweigung von Fedora Silverblue, in der standardmäßig der KDE-Desktop angeboten wird.

Weitere interessante Änderungen sind unter anderem die Einführung von WirePlumber, einem neuen PipeWire-Sitzungsmanager, und die automatische Nutzung von DNS-over-TLS bei Verfügbarkeit.

 Auch wenn Fedora Linux 35 keine weltbewegenden Änderungen bringt, bleibt es eine Distribution, die stets mit interessanten und modernen Ansätzen erfreut. Dem ist auch das neue Release keine Ausnahme.

Wer sich die vollständigen Release Notes von Fedora Linux 35 anschauen will, kann dies unter https://docs.fedoraproject.org/en-US/fedora/f35/release-notes/ tun.

Was ist eure Meinung dazu?

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  1. Experiment: elementary OS 6 mit Flatpaks
  2. Experiment: Licht und Schatten bei elementary OS

Einen guten Monat läuft das Experiment elementary OS 6 weitestgehend mit Flatpaks zu nutzen nun schon. Vieles ist gelungen, manche Probleme bleiben. Vor allem die fehlende Professionalität bei elementary OS.

Das Konzept Flatpak kommt beim normalen Anwender sehr gut an. Es erinnert an ähnliche Konzepte bei Android und iOS und wirkt damit vertraut. Der App Store im Dock zeigt notwendige Updates, also reinschauen und die Apps aktualisieren. Ebenso einfach lässt sich neue Software installieren, weil die Bestände bei Flathub wirklich enorm sind. App-Updates sind zudem von der Basis entkoppelt, was für die meisten Anwender logisch ist.

Ein Problem bleibt nur die fehlende Qualitätssicherung bei elementary OS und die geringe Rücksichtnahme auf die tatsächlich existierenden Anwender. Kein Anwender, der wirklich mit elementary OS 6 arbeitet, nutzt ausschließlich die Flatpak-Quelle von elementary – schlicht weil sie viel zu beschränkt ist. Entweder bedient man sich über die Kommandozeile eben doch in den Ubuntu-Paketquellen oder man hat eben Flathub eingebunden. Das wird ja inzwischen zumindest auch dezent im App Store beworben.

Bei Veröffentlichung von elementary OS 6 war die Distribution nur alles andere als fertig. Die Konsequenz ist, dass nahezu jeden Monat noch klassische DEB-Programme auf Flatpak-Apps umgestellt werden. Den Mechanismus habe ich noch nicht ganz genau überprüft, aber vermutlich geschieht das wie z. B. beim Chromium-Snap über ein Transition-Paket. Hier scheint die Umstellungsroutine nicht zu funktionieren, wenn die Flatpak-Applikation sowohl über die Quelle von elementary als auch über Flathub verfügbar ist. Jüngstes Beispiel File-Roller.

Der App Store hängt sich auf und die Paketverwaltung bleibt in einem unbenutzbaren Zustand. Natürlich kann man das mit 2-3 Befehlen alles auf der Konsole beheben. Das war aber nichts für den Anwender des Systems, sondern musste per Fernwartung erledigt werden.

Solche Sachen müssen einfach vorher in einem Test auffallen. Das Szenario ist nicht so abwegig. Das Problem ist aber weniger Flatpak als die fehlende Professionalität der elementary-Entwickler.

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2. November 2021

Mozilla hat Firefox 94 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Erneut handelt es sich um ein großes Update mit vielen Neuerungen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Firefox bekommt Farbe – 18 neue Themes

Bereits jetzt nutzen mehr Nutzer ein farbiges Theme als das mit Firefox standardmäßig ausgelieferte dunkle Theme oder auch Alpenglow, das optionale Design, welches seit Firefox 81 zusätzlich ausgeliefert wird. Dafür bietet Mozilla auf seiner Erweiterungs-Plattform addons.mozilla.org eine Auswahl von zig tausenden Themes an.

Um noch mehr Nutzer auf diese Möglichkeit der Anpassung aufmerksam zu machen, kommt Firefox nun mit neuen Themes, je drei Varianten aus sechs Kategorien, also insgesamt 18 neuen Themes. Auf diese macht Firefox nach dem Update aufmerksam, aber auch nachträglich über die Add-ons-Verwaltung können die Themes installiert werden. Dort haben die sogenannten Farbgebungen einen eigenen temporären Abschnitt erhalten, der mit Firefox 96 wieder entfernt werden wird. Das ausgewählte Theme bleibt natürlich auch darüber hinaus erhalten.

Firefox 94
Firefox 94

Seiten-Isolation „Fission“ bringt mehr Sicherheit

Firefox läuft nun schon seit mehreren Jahren mit einer sogenannten Multiprozess-Architektur. Diese unter dem internen Projektnamen Electrolysis, oder auch kurz: e10s, entwickelte Architektur trennt den Browser- von seinen Content-Prozessen, was eine verbesserte Sicherheit durch Sandboxing, Performance sowie Stabilität bringt, da seit dem ein Website-Absturz nicht mehr den kompletten Browser mit abstürzen lässt. Zu den standardmäßig maximal acht Content-Prozessen kommen noch ein paar spezialierte Prozesse wie einer für Firefox-Erweiterungen sowie ein weiterer für den Aufruf lokaler Dateien.

Seit mittlerweile mehr als drei Jahren arbeitet Mozilla unter dem internen Projektnamen Fission an der logischen Weiterentwicklung dieses Konzeptes, einer Seiten-Isolation. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass damit jeder Tab in einem eigenen Prozess läuft. Genauer wäre zu sagen, dass es einen Prozess pro Ursprung gibt, sprich zwei Tabs von der selben Domain können sich einen Prozess teilen. Auf der anderen Seite kann ein einzelner Tab auch mehrere Prozesse beanspruchen, nämlich dann, wenn auf der Seite Frames von anderen Domains eingebettet sind.

Mit Firefox 94 rollt Mozilla Fission schrittweise für die ersten Nutzer aus. Laut Plan soll die Ausrollung für alle Nutzer bis Firefox 96 abgeschlossen sein.

Manuelles Entladen von Tabs für mehr Stabilität

Firefox auf Windows kann seit Version 93 in Situationen, in denen der zur Verfügung stehende Arbeitsspeicher knapp wird, automatisch Tabs entladen und auf diese Weise RAM freigeben. Dabei berücksichtigt Firefox verschiedene Faktoren wie den Zeitpunkt der letzten Nutzung, den RAM-Verbrauch des jeweiligen Tabs oder eine aktive Medienwiedergabe, so dass nach Möglichkeit keine Tabs entladen werden, welche vom Nutzer gerade verwendet werden.

Durch das Entladen inaktiver Tabs kann die Wahrscheinlichkeit für sogeannte Out-of-Memory-Abstürze reduziert werden. Bei dieser Art von Absturz handelt es sich um eine der häufigsten Arten von Firefox-Abstürzen.

Mit Firefox 94 hat Mozilla die Seite about:unloads ergänzt, über welche der Nutzer die Priorisierung der Tabs nachvollziehen und auf Wunsch auch die Entladung der Tabs manuell anstoßen kann.

Firefox 94

Zahlreiche Performance- und Energieverbrauch-Verbesserungen

Auf macOS nutzt Firefox jetzt Apples Energiesparmodus für Vollbild-Videos, beispielsweise auf Video-Plattformen wie YouTube und Twitch, was die Akku-Laufzeit erheblich verbessert.

Ebenfalls Nutzer von macOS betrifft ein massiver Speicher-Leak im neuen macOS Monterey, dessen Auswirkungen Mozilla in Firefox 94 erheblich reduziert hat. Für eine vollständige Behebung ist ein Update durch Apple notwendig.

Ein großer Teil der Linux-Nutzer darf sich dank einer Umstellung des Linux-Grafik-Stacks von GLX auf EGL über eine verbesserte WebGL-Performance und einen reduzierten Energie-Verbrauch freuen. Auch sind durch diese Umstellung weniger Bugs zu erwarten und einem standardmäßig hardwarebeschleunigten Video-Decoding ist man hiermit auch einen Schritt näher gekommen.

Bereits in Firefox 93 wurde der RAM-Verbrauch der Entwicklerwerkzeuge signifikant verbessert – insbesonders lange Debugging-Sessions können seit dem fast 50 Prozent weniger Speicherleaks aufweisen. Und genau hier hat Mozilla weitergemacht: Im gemessenen Szenario sind die Speicher-Leaks der Entwicklerwerkzeuge von Firefox 94 im Vergleich zu Firefox 92 ganze 85 Prozent weniger.

Firefox 93: Entwickler-Werkzeuge RAM-Verbrauch

Aber auch in anderen Bereichen wurde in Firefox 94 an der Performance-Schraube gedreht. Dies betrifft die Ladezeit von Websites, die JavaScript-Engine, HTTPS-Verbindungen, die Startzeit des Browsers und noch mehr.

Unterstützung für mehrseitige Login-Formulare

Traditionell bestehen Login-Masken auf Websites aus Feldern für einen Benutzernamen respektive einer E-Mail-Adresse und einem Passwort, beides auf der gleiche Seite. Immer häufiger sieht man aber auch, dass beide Informationen auf unterschiedlichen Seiten eines Formulars abgefragt werden. Firefox 94 unterstützt diese Art von Login-Formular jetzt auch und kann auf diesen Websites nun Zugangsdaten speichern und ausfüllen.

Windows: Hintergrund-Updates für weniger Unterbrechungen

Bislang musste Firefox für die Aktualisierung auf eine neue Version stets geöffnet sein. Auf Windows kann sich Firefox jetzt auch im Hintergrund aktualisieren, wenn Firefox geschlossen ist. Diese Verbesserung ist optional und kann in den Update-Einstellungen abgeschaltet werden.

Firefox warnt nicht länger standardmäßig beim Schließen von Firefox

Im Sinne von weniger Unterbrechungen ist auch eine weitere Änderung: Das Schließen von Firefox führt standardmäßig nicht länger zu einem Bestätigungsdialog, sondern geschieht jetzt sofort. Die vorherige Sitzung kann nach dem Start von Firefox wie gehabt wiederhergestellt werden. Wer aber vor dem Schließen von Firefox weiterhin gewarnt werden möchte, kann die Bestätigungsdialoge, die in Firefox 94 außerdem überarbeitet worden sind, über die Firefox-Einstellungen jederzeit wieder aktivieren. Dort gibt es jetzt zwei separate Checkboxen für das Bestätigen vom Schließen mehrerer Tabs sowie für das Bestätigen vom Beenden per Tastatur-Kurzbefehl.

Firefox 94

Verbesserte Unterstützung von Windows 11

Firefox 94 unterstützt erstmals die sogenannten Snap-Layouts des neuen Windows 11.

Verbesserungen der Webplattform

Natürlich unterstützt Firefox auch mit diesem Update wieder weitere Webstandards. Eine Übersicht über alle Verbesserungen der Webplattform gibt es wie immer in den MDN web docs.

Sicherheit: Geschlossene Sicherheitslücken

Auch in Firefox 94 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 94 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Sonstige Neuerungen von Firefox 94

Firefox für Windows wird jetzt auch als MSIX-Paket bereitgestellt.

Natürlich kamen auch in Firefox 94 Fehlerbehebungen und sonstige Verbesserungen unter der Haube dazu.

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1. November 2021

Ausgerechnet das mobile Open Source Betriebssystem Android hat keine Implementierung der freien Standards für Kontakte-, Kalender- und Dateisynchronisation. Mutmaßlich, weil Google keine Konkurrenz für seine eigenen proprietären Dienste aufkommen lassen will. DAVx5 schließt hier nun eine Lücke.

Erst vor Kurzem widmete ich mich diesem Thema und nun ist der Informationsstand schon wieder überholt. In dem jüngsten Update von DAVx5 wurde nun die WebDAV-Implementierung nachgereicht. Weil DAVx5 bei den meisten Anwendern wegen der CardDAV und CalDAV Synchronisation sowieso installiert sein dürfte, ist DAVx5 natürlich das Mittel der Wahl.

Die Einrichtung ist dabei denkbar einfach. Man startet DAVx5 und wählt über das Menü WebDAV-Zugänge aus.

Anschließend muss man die Zugangsdaten hinterlegen. Unter WebDAV-Adresse muss man den komletten Pfad, inklusive Port angeben. Also z. B. so:

https://dynds.domain.xx:0000/pfad/zum/Ordner

URL, Portnummer und Pfad müssen natürlich angepasst werden.

Angelegte Zugänge werden anschließend als eingehängt unter den WebDAV-Zugängen gelistet.

Die Dateiverwaltung erfolgt über den integrierten Dateimanager. In meinem Fall also über die bei LineageOS mitgelieferte App. Dort werden die eingehängten Laufwerke aufgelistet und lassen sich aus allen Apps ansteuern.

Insgesamt ein sehr erfreuliches Update, da es die Handhabung von WebDAV unter Android massiv vereinfacht, größtenteils auf bereits implementierten Funktionen oder Apps beruht, die man eh benötigt und nur geringe Umstellungen im Workflow erforderlich macht.

Natürlich fehlen im Vergleich zu einem vollwertigen Cloudspeicher wie Synology Drive so manche Komfortfunktion, aber wer diese nicht benötigt oder sowieso viel mit WebDAV-Zugängen arbeitet, bekommt ein stabiles Programm mit einer vertrauenswürdigen Open Source App.

Der Artikel WebDAV unter Android mit DAVx5 erschien zuerst auf [Mer]Curius