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2022 Woche 19

14. Mai 2022

Eigentlich hätte die RC schon draußen sein sollen – ist sie aber nicht. Bei weiteren Verzögerungen gerät das Releasedatum für openSUSE Leap 15.4 in Gefahr. Auch nach einem Jahr scheint „Closing the gap“ und die direkte Zusammenarbeit mit SUSE nicht ganz harmonisch zu laufen.

Lubos Kocman äußerte sich gestern auf der Mailingliste zu den aktuellen Problemen. Die Entwicklung von Leap 15.4 hängt direkt an der Entwicklung des Service Pack 4 für SUSE Linux Enterprise 15. Hier gab es unerwartet heftige Entwicklungstätigkeiten inklusive eines umfassenden Rebuilds aller Pakete. Letzteres ist bei SUSE und openSUSE nicht so selten ist, weil man im Gegensatz zu Amateur-Distributionen mit OBS eine umfassende Build-Infrastruktur hat. Ungewöhnlich ist aber der Zeitpunkt.

Die kommende Version openSUSE Leap 15.4 erreicht mit einiger Verzögerung nun kommende Woche voraussichtlich den RC-Status. Darauf folgt in guter alter SUSE-Tradition noch die Gold Master (GM). Die openSUSE-Entwickler müssen nun darauf warten, dass SLE SP4 den Gold Master-Status erreicht, damit sie ihrerseits den Gold Master-Status für openSUSE erklären können. Sollte sich dies noch weiter verzögern, gerät die komplette openSUSE-Roadmap für 15.4 in Verzug.

Richtig gefunden scheinen sich SUSE und openSUSE noch nicht. „Closing the gap“ ist ein weiterer Weg als gedacht.

13. Mai 2022

Fr, 13. Mai 2022, Lioh Möller

Aktuell findet im openSUSE Tumbleweed Projekt ein grösserer Wechsel auf die aktuelle GCC 12 Version statt. Dazu wurde ein vollständiger rebuild des Snapshots 20220510 erstellt.

Eine Aktualisierung findet, sobald dieser auf den Spiegelservern verfügbar ist, wie üblich mithilfe von zypper dup statt.

Quelle: https://news.opensuse.org/2022/05/13/gcc-12-is-coming/

12. Mai 2022

Die MZLA Technologies Corporation hat ihren Finanzbericht für Thunderbird für das Jahr 2021 veröffentlicht. Dieser gibt Einblick in die Entwicklung des Umsatzes sowie das Vermögen des Projektes.

Wie bereits in den vorherigen Jahren hat MZLA auch im Jahr 2021 die Einnahmen durch Spenden steigern können – von 2,3 Millionen USD im vorherigen Jahr auf nun knapp 2,8 Millionen USD. Dies ist dem Finanzbericht des Jahres 2021 zu entnehmen.

Die Spenden-Einnahmen entsprechen praktisch auch dem Gesamt-Umsatz der MZLA Technologies Corporation, einer 100-prozentigen Tochter der Mozilla Foundation. Denn Gewinne aus kommerziellen Partnerschaften machen nur den Bruchteil eines Prozentes aus. Bei den E-Mail-Anbietern Gandi sowie Mailfence handelt es sich derzeit um die einzigen kommerziellen Partner der MZLA Technologies Corporation. Weitere Einnahmequellen sollen in der Zukunft aber erschlossen werden.

Personalkosten bleiben der mit Abstand teuerste Posten und machen über 78 Prozent der Ausgaben aus. Insgesamt hatte MZLA Ausgaben in Höhe von fast zwei Millionen USD, verglichen mit etwas über 1,5 Millionen USD im Jahr 2020.

Das Gesamt-Vermögen der MZLA Technologies Corporation konnte von ca. 3 Millionen USD im Vorjahr auf über 3,6 Millionen USD gesteigert werden.

Derzeit beschäftigt die MZLA Technologies Corporation 18 Angestellte. Im Jahr 2020 waren es noch 15 Mitarbeiter. Mehrere zusätzliche Stellen sind derzeit ausgeschrieben.

Für die Zukunft hat MZLA große Pläne mit Thunderbird. Nach dem bevorstehenden Update im Sommer dieses Jahres, welches unter anderem ein neues Adressbuch bringen wird, soll Thunderbird im kommenden Jahr ein neues Design erhalten. Auch wird es Thunderbird erstmals für Android-Smartphones geben.

Der Beitrag MZLA veröffentlicht Finanzbericht 2021 für Thunderbird erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

10. Mai 2022

Di, 10. Mai 2022, Lioh Möller

Nachdem die Veröffentlichung von Fedora 36 aufgrund noch vorhandener Fehler (Blocker Bugs) mehrfach verschoben wurde, konnte nun die neue Version vorgestellt werden.

Die Workstation Variante, welche sich insbesondere an Nutzer wendet, die sich einen stabilen out-of-the-box Desktop wünschen, enthält GNOME in Version 42. Damit einher geht die Portierung vieler Applikationen auf GTK4. Bei einer Nutzung von NVIDIA-Grafikkarten kommt standardmässig Wayland zum Einsatz.

Die als Spins bezeichneten Varianten mit alternativen Desktopumgebungen wurden ebenfalls aktualisiert. Unter dem Namen Fedora Labs werden darüber hinaus Zusammenstellungen zu bestimmten Themengebieten, wie beispielsweise der Astronomie oder den Neurowissenschaften angeboten.

Fedora Server bietet in der grafischen Verwaltungskonsole die Möglichkeit der Einrichtung und Verwaltung von NFS und SMB Freigaben. Podman ist in Version 4.0 enthalten und nutzt einen überarbeiteten Netzwerk-Stack. Ruby 3.1, Golang 1.18 sowie PHP 8.1 sind Bestandteil der Distribution.

Vor einer Aktualisierung von einer Vorgängerversion sollte diese zunächst auf den letzten Update-Stand gebracht werden, da einige Fehler, welche in Zusammenhang mit einem Upgrade auftreten können, korrigiert wurden.

Download: https://getfedora.org/
Quelle: https://fedoramagazine.org/announcing-fedora-36/

Di, 10. Mai 2022, Ralf Hersel

Vorbei sind die Zeiten, als man nach einem Bauchklatscher vom 5-Meter-Brett im Freibad seine Ehre mit einem coolen "by the way, I use Arch" retten konnte.

Arch Linux ist als Betriebssystem für Profis bekannt, für diejenigen, die sich wirklich gut mit Linux auskennen. Wer weniger Kenntnisse hat, kann sich bei Manjaro bedienen. Möchte man jedoch ein echtes Arch Linux haben, sollte man sich der Herausforderung bewusst sein. Die Entwickler von Arch Linux haben nun ein Tool hinzugefügt, das den Installationsprozess etwas einfacher macht. Nein, es handelt sich nicht um eine schöne grafische Benutzeroberfläche, sondern um ein textbasiertes Installationsprogramm.

Ob der By-the-way-Spruch wirklich nicht mehr angebracht ist, teste ich in einer virtuellen Maschine. Zum Einsatz kommt die aktuelle ISO von Arch Linux.

Nach dem Booten in der virtuellen Maschine meldet sich Arch Linux so:

Ich wähle die erste Option und lande in einem Root-Terminal. Dort starte ich den neuen Installer mit dem Befehl archinstall. Nun kann man einige Einstellungen vornehmen:

Es empfiehlt sich, hier jeden Punkt mit den Pfeiltasten anzuwählen und mit der Enter-Taste zu öffnen. Dann werden entsprechende Optionen zu Auswahl gestellt. Manchmal muss man kurz überlegen, aber es sollte für jeden, der schon einmal eine Distribution installiert hat, machbar sein, die richtigen Optionen auszuwählen.

Dann wählt man den Menüpunkt Install aus und schon rattert der Installationsprozess durch das Terminal. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei und man hat ein fertig installiertes und lauffähiges Arch Linux. Nun startet man die virtuelle Maschine neu und landet im Anmeldedialog der gewählten Desktopumgebung.

So einfach hatte ich mir die Installation mit dem neuen Installationswerkzeug nicht vorgestellt. Jetzt dürft ihr euch für das Freibad einen neuen Spruch ausdenken; wie wäre es mit "by the way, I use Slackware".

9. Mai 2022

Mo, 9. Mai 2022, Ralf Hersel

In den vergangenen Wochen wurde bei Fedora die Abschaffung von Legacy-BIOS für Fedora 37 diskutiert. Im FESCo-Meeting am 3. Mai wurde dieser Vorschlag mit 8:0 Stimmen abgelehnt. Die Diskussion über diese Funktion zog eine ernsthafte Diskussion mit Gegenargumenten an, warum die Industrie noch nicht bereit ist, die Unterstützung für Legacy-BIOS aufzugeben.


Als innovative Distribution hat Fedora viele neue Technologien, wie z.B. Pipewire und Wayland, eingeführt. Daher war der Vorschlag, ab Version 37 nur noch UEFI zu unterstützen, durchaus nachvollziehbar. Schaut man sich jedoch den heutigen Stand der Industrie an, benötigen Millionen von Geräten, einschliesslich Laptops, PCs und Server, immer noch Legacy-BIOS-Unterstützung, um weiter zu funktionieren. Auch anderen Mainstream-Distributionen, wie Ubuntu, unterstützen es weiterhin.


Legacy-BIOS wird für virtuelle Maschinen immer noch dringend benötigt. Alle wichtigen Emulatoren für virtuelle Maschinen, wie Virtual Box und virt-manager, sind noch immer auf die Legacy-BIOS-basierte Firmware angewiesen, um das physische System zu emulieren. Obwohl UEFI-Unterstützung vorhanden ist, stossen sie manchmal auf Probleme, wenn sie in diesen virtuellen Maschinen eingesetzt werden. Die meisten Open-Source-Manager für virtuelle Maschinen verwenden zum Beispiel immer noch SeaBIOS, die Open-Source-Implementierung der x86-BIOS-Architektur.

Ausserdem braucht eine moderne Linux-Distribution, egal wie viele technische Verbesserungen wir sehen, immer noch Abwärtskompatibilität mit bestimmten Funktionen. So hat der Linux-Mainline-Kernel vor kurzem die Unterstützung für IDE-Treiber und Raw Floppy Disk entfernt. Diese Entscheidungen sind akzeptabel, weil die Industrie schon lange von diesen Methoden abgerückt ist.

Aber nicht für Legacy BIOS. Aufgrund dieser Tatsache hat das Team schliesslich den Vorschlag für die Funktion in Fedora 37 einstimmig abgelehnt. Die Legacy-BIOS-Unterstützung bleibt für Fedora Linux vorerst erhalten.

Quelle: https://lists.fedoraproject.org/archives/list/devel@lists.fedoraproject.org/thread/KCJCEQMHITAQUW4SMWU3AXIPZ65GSDSU/