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2022 Woche 44

5. November 2022

In RStudio kann man sich “Snippets” - so eine Art “Shortcuts” hinterlegen. Dabei definiert man ein Signalwort und einen Aktionstext. Wenn das Signalwort im Quartodokument ausgeschrieben ist, drückt man SHIFT + TAB, und das Signalwort wird durch den Aktionstext ersetzt. Das ist wirklich hilfreich.

Im folgenden Beispiel wird das Signalwort column durch Drücken von SHIFT + TAB in eine vollständige Column-Umgebung umgewandelt:

Um solche Snippets einzurichten klickt ihr im RStudio Menü auf “Tools” - “Edit Code Snippets” und wählt dort den Reiter “Markdown” aus.

Unter https://git.zilium.de/-/snippets/7 könnt ihr meine Snippets einsehen.

TranslateLocally steht als Erweiterung für Firefox sowie als native Desktop-Anwendung für Windows, macOS und Linux zur Verfügung und ist wie Firefox Translations aus dem Bergamot-Projekt der Europäischen Union hervorgegangen. Mit Firefox Translations gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, welche in diesem Artikel beleuchtet werden. Außerdem gehe ich auch auf die Zukunft von Firefox Translations ein.

Bergamot, Firefox Translations, TranslateLocally?

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Bergamot-Projekts hatte Mozilla gemeinsam mit der University of Edinburgh (Schottland), der University of Tartu (Estland), der University of Sheffield (England) sowie der Charles University (Tschechien) zusammengearbeitet, um eine vollständig clientseitige Funktion zur maschinellen Übersetzung von Websites für den Browser zu entwickeln. Das bedeutet, dass die Übersetzung vollständig im Browser geschieht und keine zu übersetzenden Inhalte an einen Datenriesen wie Google oder Microsoft übermittelt werden müssen.

Aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist Firefox Translations. Die Firefox-Erweiterung von Mozilla erlaubt die Übersetzung vollständiger Websites direkt im Browser.

Download Firefox Translations

Das Bergamot-Projekt wurde mit drei Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Im Juni 2022 ist das Bergamot-Projekt nach 3 1/2 Jahren offiziell ausgelaufen.

TranslateLocally entstand ursprünglich zunächst als Bergamot Translations aus Firefox Translations und wurde genutzt, um Änderungen zu testen, bevor diese schließlich in Firefox Translations implementiert worden sind. Jetzt ist TranslateLocally eine unabhängige Weiterentwicklung von Mitgliedern der University of Edinburgh, während Mozilla die alleinige Verantwortung von Firefox Translations übernommen hat.

Download TranslateLocally für Firefox

TranslateLocally im Unterschied zu Firefox Translations

TranslateLocally bietet im Wesentlichen die gleiche Funktionalität wie Firefox Translations: Die Übersetzung vollständiger Websites. Es gibt aber auch einige Unterschiede.

Der auffälligste Unterschied ist der, dass TranslateLocally keine Übersetzungsleiste nutzt, wie sie nur von Firefox unterstützt wird, sondern als Toolbar-Button mit Panel umgesetzt ist, womit die Erweiterung technisch auch für andere Browser nutzbar wird. Es gibt auch schon eine experimentelle Unterstützung von Google Chrome. Hierfür gibt es allerdings noch keine fertige Version, die der Nutzer einfach per Klick installieren kann.

TranslateLocally

TranslateLocally erlaubt nicht nur die Übersetzung vollständiger Websites. Über einen Kontextmenü-Eintrag ist es auch möglich, einzelne Sätze übersetzen zu lassen.

TranslateLocally

Dafür fehlen im Gegensatz zu Firefox Translations die Formular-Übersetzung sowie die optionale Anzeige eines Indikators für die Qualität der Übersetzung. Auch steht die Oberfläche von TranslateLocally derzeit ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung.

TranslateLocally als native Desktop-Anwendung

Für die Nutzung ohne Browser gibt es TranslateLocally als Desktop-Anwendung für Windows, macOS und Linux. Hier zeigen die Download-Links der Website momentan allerdings nicht auf die aktuellen Versionen, welche für die Anbindung an die Firefox-Erweiterung (siehe unten) notwendig sind, weswegen ich auf die Downloads bei GitHub verweise.

Download TranslateLocally für Windows, macOS und Linux

TranslateLocally

Ein Vorteil der Desktop-Anwendung gegenüber der Implementierung als Browser-Erweiterung ist eine noch bessere Übersetzungs-Geschwindigkeit. Außerdem können über die Desktop-Anwendung auch andere Sprachmodelle importiert werden. TranslateLocally unterstützt jedes Sprachmodell, welches von Marian unterstützt wird.

Über Desktop-Anwendung schnellere Übersetzungen in Firefox

Wer die Desktop-Anwendung installiert hat, kann sich dessen Vorteile auch in Firefox zu Nutze machen. Sobald die Desktop-Anwendung mindestens einmal gestartet worden ist, wird diese für das sogenannte Native Messaging mit der Firefox-Erweiterung registriert. Anschließend kann in den Einstellungen der Firefox-Erweiterung TranslateLocally anstelle der eingebetteten WASM-Implementierung ausgewählt werden. Nun nutzt die Firefox-Erweiterung im Hintergrund die Desktop-Anwendung zur Übersetzung, womit deren Übersetzungs-Geschwindigkeit und ggfs. importierte Sprachmodelle auch für Firefox zur Verfügung stehen.

Doch was bedeutet das alles für Firefox Translations?

Natürlich stellt sich zwangsläufig die Frage, was das alles für Firefox Translations bedeutet. Mit dem Auslaufen des Bergamot-Projekts wurde es um Firefox Translations zuletzt ziemlich ruhig. Ein Grund zur Sorge besteht aber keiner. Die Entwicklung von Firefox Translations wurde in den letzten Tagen wieder fortgesetzt und tatsächlich steht die Veröffentlichung eines Updates von Firefox Translations kurz bevor. Neben anderen Änderungen wird es dann auch in Firefox Translations möglich sein, nicht mehr nur vollständige Websites zu übersetzen. Alle Neuerungen des kommenden Updates werden in einem gesonderten Artikel besprochen, sobald die neue Version verfügbar ist.

Wie sieht es mit der Unterstützung weiterer Sprachen aus?

Eine wesentliche Frage für eine Übersetzungs-Erweiterung ist natürlich auch die Unterstützung weiterer Sprachen. Auch hier gibt es gute Nachrichten. Am 1. September ist die Förderung eines neuen Projektes der Europäischen Union in Höhe von knapp vier Millionen Euro angelaufen, in dessen Rahmen bis Ende August 2025 Sprachmodelle für 50 hochqualitative Sprachpaare entstehen werden. Davon werden sowohl Firefox Translations als auch TranslateLocally profitieren.

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4. November 2022

Mozilla hat mit Firefox 106.0.5 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht und reagiert damit auf einen Hardware-Fehler in einem Intel-Prozessor.

Download Mozilla Firefox 106.0.5

Erneut reagiert Mozilla mit einem Firefox-Update auf einen Hardware-Fehler in einem Prozessor. Anders als bei Firefox 106.0.1, wo ein AMD-Prozessor betroffen war, umgeht Firefox 106.0.5 einen Bug in einer Intel Gemini Lake CPU, der in Abstürzen für betroffene Nutzer resultierte.

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Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.4.2 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.4.2

Mit dem Update auf Thunderbird 102.4.2 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit eine Reihe von Problemen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

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Fr, 4. November 2022, Ralf Hersel

KaOS ist eine Desktop-Linux-Distribution, die die neueste Version der KDE-Desktop-Umgebung, die LibreOffice-Suite und andere beliebte Software-Anwendungen enthält, die das Qt-Toolkit verwenden. Es wurde von Arch Linux inspiriert, aber die Entwickler erstellen ihre eigenen Pakete, die in internen Repositories verfügbar sind. KaOS arbeitet mit einem Rolling-Release-Entwicklungsmodell und ist ausschliesslich für 64-Bit-Computersysteme konzipiert.

Die Distribution verfolgt klare Prinzipien. So wird ausschliesslich KDE Plasma als Desktop-Umgebung angeboten, es gibt nur Qt-basierte Anwendung und die Paketauswahl ist auf wenige, aber handverlesene Anwendungen beschränkt. Das Entwicklungsteam steckt seine Arbeit in die Erstellung der Pakete, anstatt in die Entwicklung neuer Werkzeuge und Anwendungen. So viel Software wie möglich verfügbar zu machen zählt ebenso nicht zu den Zielen von KaOS, die Softwarequellen werden immer klein bleiben und statt an der Quantität wird an der Qualität gearbeitet, schreibt das Team.

Eigentlich möchte KaOS gar keine GNU/Linux-Distribution sein, da man den Illumos-Kernel als Ersatz für den Linux-Kernel anstrebt. Bis es so weit ist, kommt jedoch noch der jeweils aktuelle Linux-Kernel zum Einsatz.

Die Installation geht unspektakulär über die Bühne. Auffällig ist lediglich der übersichtlich gestaltete Installer, der auf dem Calamares-Framework aufsetzt. Auch mit der Übersetzung ist man nicht ganz fertig geworden.

Während der Installation wird eine Paketauswahl angeboten, bei der man zwischen den Optionen mit LibreOffice, ohne LibreOffice und einer generellen Minimalinstallation wählen kann. Ausserdem kann man sich für PipeWire oder PulseAudio entscheiden und sich für oder gegen einen Bootloader entscheiden.

Nach der Installation präsentiert sich der Plasma-Desktop mit einem rechts angeordneten Panel und einer Informations-Anwendung namens Croeso, die sehr unterschiedliche Funktionen bietet (siehe Titelbild). Im Reiter Anpassen können Einstellungen zu Steuerelementen, Plasma-Thema, Fensterdekoration, usw. gemacht werden. Der Reiter Pakete enthält eine gruppierte Auswahl von 24 installierbaren Anwendungen aus den Bereichen Webbrowser, Office, Musik, Bildbearbeitung, E-Mail und Video. Ebenso beschränkt ist die Auswahl an Hintergrundbildern, die alle vom Portal Unsplash geladen werden. Im Reiter Dokumente finden sich Links zur KaOS-Homepage zu relevanten Dokumentationen, wie z. B. Kernel wechseln, Pacman, Forum oder Nvidia wechseln. Der Reiter Erweitert enthält Möglichkeiten zur Systemeinstellung: Firewall, Energie-Einstellungen, SystemD, Benutzer- und Netzwerkverwaltung und weitere.

KaOS veröffentlicht einmal pro Jahr ein frisches ISO-Abbild, damit der Paketmanager Oktopi nicht schlimmstenfalls die Aktualisierungen eines ganzen Jahres nachinstallieren muss. Die Minimal-Installation in meinem Test genehmigt sich 990 MB RAM nach dem Start, verwendet den Linux-Kernel 5.19.13-1 und setzt auf XFS beim Dateisystem. Als Shell kommt die Bash zum Einsatz.

Ein Blick in die KaOS-Community-Packages

Wem die vorinstallierten Anwendungen nicht ausreichen, kann mit dem Paketmanager Oktopi Software aus dem KaOS-Repository installieren. Zusätzlich gibt es ein AUR-ähnliches Repo namens KCP (KaOS-Community-Packages). Für diejenigen, die Pakete über das Terminal bewirtschaften wollen, steht Pacman zur Verfügung. Das KaOS-Team beschreibt es so:

KaOS bietet eine limitierte Anzahl von Paketen an, die Auswahl ist dabei für die meisten Anwender ausreichend. Falls dies einmal doch nicht der Fall sein sollte, ist dies einer der Gründe, wieso Pacman als Paketmanager ausgewählt wurde. Denn dieser bietet eine der einfachsten Lösungen, eigene Pakete zu erstellen. Die KaOS Community Packages (KCP) wurden gegründet, damit alle ihre PKGBUILDs teilen können, welche sie an KaOS angepasst bzw dafür geschrieben haben.

KaOS richtet sich an Anwender:innen, die ein rollendes Release-Modell bevorzugen, sich bereits auf KDE-Plasma als Desktop-Umgebung eingeschworen haben und mit einer eingeschränkten, aber guten Auswahl an Software-Paketen leben können. Durch die Fokussierung können sich die KaOS-Entwickler auf nur einen Desktop und auf ausgewählte Qt-Anwendungen konzentrieren, was nicht der Quantität, aber hoffentlich der Qualität dieser Distribution zugutekommt.

Quelle: https://kaosx.us/

3. November 2022

Do, 3. November 2022, Lioh Möller

Die insbesondere unter Einsteigern beliebte Distribution ZorinOS wurde in Version 16.2 veröffentlicht. Als Basis dient weiterhin Ubuntu 20.04, allerdings wurde auf die Kernelversion aus Ubuntu 22.04 aktualisiert, was zu einer verbesserten Hardware-Unterstützung beiträgt.

Dazu zählt:

  • NVIDIA-Grafikkarten, einschliesslich GeForce RTX 4090
  • aktuelle AMD Radeon und Intel-Grafikkarten
  • Intel Prozessoren der 12. Generation
  • Xbox One Controller
  • Apple Magic Mouse
  • USB4
  • Weitere Wi-Fi-, Bluetooth- und Audiogeräte

In der aktuell vorliegenden ZorinOS Version wurde die Integration von Windows Applikationen weiter verbessert. Das enthaltene Hilfsprogramm bietet, falls vorhanden, Freie Software Alternativen zu bekannten proprietären Applikationen an. Ein prominentes Beispiel wäre der Heroic Games Launcher, anstatt des Epic Games Store oder GOG Galaxy.

Diese Entwicklung ist begrüssenswert, da auf diese Weise interessierte Anwender direkt mit Freien Alternativen in Kontakt kommen.

Die Darstellung von Schriften in LibreOffice wurde durch die Integration weiterer Schriftarten verbessert und erlaubt einen vereinfachten Umgang mit Dokumentenformaten wie DOCX. Folgende Schriftarten stehen in der aktuellen Version zur Verfügung:

  • Carlito: Alternative zu Calibri (die Standardschriftart in Microsoft Office/365)
  • Caladea: Alternative zu Cambria
  • Gelasio: Alternative zu Georgia
  • Selawik: Alternative zu Segoe UI
  • Comic Relief: Alternative zu Comic Sans
  • Arimo: Alternative zu Arial
  • Tinos: Alternative zu Times New Roman
  • Cousine: Alternative zu Courier New

Eine Ersetzung der Schriften erfolgt automatisch. Die aktualisierte LibreOffice Version 7.4 verbessert darüber hinaus Kompatibilität mit Microsoft Office/365-Dokumenten und unterstützt Bilder in den Formaten WebP und EMD/WMZ.

Die auf KDE Connect basierende Applikation namens Zorin Connect, ermöglicht in der aktuellen Version die Darstellung von Akku-Ladestatusinformationen eines verbundenen Laptops auf einem Android-Gerät. Diese Funktion muss allerdings explizit in den Einstellungen der Zorin Connect App auf dem Computer aktiviert werden, und setzt eine aktuelle Version der Android App voraus.

Die Zorin OS 16.2 Education Variante wurde um GDevelop erweitert, mit dessen Hilfe sich interaktiv Spiele entwickeln lassen.

Kleinere Detailverbesserungen fanden beispielsweise bei der beliebten Jelly Fensteranimation (Wobbling Windows) statt, die nun noch lebendiger wirkt.

Nutzer, welche bereits eine Vorgängerversion von ZorinOS 16 im Einsatz haben, können diese über die Systemaktualisierung auf den neuesten Stand bringen. Alternativ steht die Core-Variante zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Reguläre Updates und Sicherheitsaktualisierungen werden bis zum April 2025 bereitgestellt.

Quelle: https://blog.zorin.com/2022/10/27/zorin-os-16.2-has-landed/

Download: https://zorin.com/os/download/

Mozilla hat mit Firefox 106.0.4 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 106.0.4

Mit dem Update auf Firefox 106.0.4 behebt Mozilla ein mögliches Einfrieren des Browsers in Folge eines Problems mit dem GPU-Prozess, häufig ausgelöst durch die Wiedergabe von Videos. Ebenfalls behoben wurde eine unter speziellen Umständen auftretende Absturzursache bei der Wiedergabe von DRM-geschützten Videos, welche beispielsweise in Situationen entsteht, in denen nur wenig RAM zur Verfügung steht. Außerdem wurde ein Webkompatibilitätsproblem in Zusammenhang mit input-Feldern des Typs datetime-local behoben.

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In meiner Karriere arbeitete ich in verschiedenen Aufgabengebieten in verschiedenen Firmen, teils intern, teils extern, teils in kleinen, teils in größeren Firmen. Von Anfang an waren mir dabei zwei Dinge wichtig: Ich wollte zum einen möglichst zügig meine Aufgaben erledigen, aber ich wollte zum anderen auch, dass die Qualität stimmt. Letztendlich geht beides Hand in Hand: Wenn die Qualität stimmt und alles ordentlich implementiert wurde, dann sind die Aufgaben auch zügig erledigt. Wenn nicht, dann holten einem die fehlerhaften Implementierungen schneller ein, als einem lieb war.

Die Realität sah allerdings häufig so aus: Die verschiedenen Kollegen in den verschiedenen Firmen haben sich häufig nur auf den ersten Punkt: Hauptsache die Arbeit ist schnell erledigt. Das hieß konkret, dass jeder für sich die Änderungen implementiert und direkt in das Repository gepusht hat, ohne dass ein Code-Review stattgefunden hat. Auf den ersten Blick funktioniert es ja, also ist alles kein Problem, schließlich wurde so ja schon seit 20 Jahren gearbeitet.

Die Probleme türmten sich häufig allerdings nachgelagert auf. Zu häufig wurde Code mit geringer Qualität implementiert. Zu häufig führten die Änderungen zu Problemen nach dem Ausrollen, weil viele Tests, wenn überhaupt, nur halbherzig umgesetzt wurden. Für mich und die anderen Kollegen, denen gute Qualität auch wichtig war, führte das dazu, dass man erst angefangen hat, die eigentlichen Probleme zu umschiffen, bevor man dann versucht hat das Team und die Teamleitung zu überzeugen, lieber einen Schritt langsamer zu machen, damit man hinterher weniger Probleme hat. Der ersten und einfachsten Schritte, die wir jeweils vorgeschlagen haben, waren die Einführung von Code-Review, sowie durchgängiges automatisiertes Testen aller Änderungen, bevor diese die den Hauptentwicklungsbranch gemergt werden. Erst im zweiten Schritt ging es dann an das kontinuierliche Ausrollen der Software.

Die erste Herausforderung war es also, sowohl das Team, als auch die Teamleitung und ggf. auch weitere Führungskräfte zu überzeugen, hier einen Schritt langsamer zu gehen, um dafür mittel- und langfristig weniger Probleme zu haben, um somit produktiver zu sein. Die angeführten Ideen führten bloß selten auf Anhieb auf Begeisterung. Gängige Argumente waren dann eher dieser Natur:

  • „Das haben wir doch schon immer so gemacht.“
  • „Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit für Code-Review.“
  • „Dieser Mehraufwand kommt doch gar nicht beim Kunden an.“

Teilweise konnte man die Bedenken ja auch gut nachvollziehen, schließlich lief das Business ja schon ein bis zwei Jahrzehnte. Stellenweise konnten die Bedenken zumindest für das einzelne Team ausgeräumt werden. Mal halfen einfache Argumente, mal wurde eine Testphase gestartet. Zu Problemen kam es dann bei diesen Testphasen allerdings auch, denn nicht selten blieben Reviews liegen oder wurden einfach blind durchgewunken, sodass sich scheinbar nur Nachteile gebildet haben.

Gerade diese Woche hatte ich eine Diskussion mit einem Software-Engineer eines Kunden, der ebenfalls der Meinung war, dass Code-Reviews nicht gebraucht wird, schließlich arbeiten sie ja schon immer so und es ist “gut”. Auf die Frage, was denn “gut” heißt, hieß es nur: “Wir releasen alle zwei Wochen!”. Eine nachvollziehbare Metrik ist das hingegen nicht, schließlich kann alle zwei Wochen Code mit schlechter Qualität ausgeliefert werden, der zudem sehr ineffizient entwickelt wurde.

Was also in der Praxis gefehlt hat, sind Fakten. So stellte man sich häufig die Fragen: Hat es sich verbessert oder verschlechtert? Wie sehr hat es sich verbessert oder verschlechtert? Was genau ist denn nun besser oder eben schlechter?

Die Bewertung erfolgte letztendlich häufig aus einem Bauchgefühl heraus und weniger nach klaren Fakten. Und genau hier haben damals, wie teilweise auch heute, Tatsachen gefehlt. Für diese Fakten gibt es einige Metriken, wodurch man als Team besser entscheiden kann, wo es etwas zu verbessern gibt und wo vielleicht einige Experimente nicht von Erfolg gekrönt waren.

Die DORA-Metriken

Damals, als ich vor den zuvor erläuterten argumentativen Problemen stand, war DevOps als Kultur noch kein bekanntes Thema. Viele kulturelle Aspekte von DevOps waren allerdings schon vor der Entstehung des Begriffs schon relevant. Was allerdings aus dem DevOps-Movement entstanden ist und mir damals für die Argumentation geholfen hätte, sind die DORA-Metriken.

Die DORA-Metriken sind vier Metriken, womit sich der Erfolg von DevOps messen lassen. Entwickelt und benannt sind sie von der “DevOps Research and Assessment”. Folgende vier Metriken gibt es:

  1. Deployment Frequency
  2. Lead Time
  3. Change Failure Rate
  4. Time to Restore Service

Diese Metriken werden vor allem vom Management herangezogen, um zu schauen, wie gut die DevOps-Prozesse denn in dem Unternehmen funktionieren. Es lohnt sich allerdings, diese Metriken auch mal aus einem anderen Blickwinkel anzuschauen, der häufig vergessen wird, nämlich der Entwicklerproduktivität.

Deployment Frequency: Diese Metrik gibt an, wie oft ein Deployment stattfindet. Hier gilt grundsätzlich: Je häufiger, desto besser, denn so landen die Änderungen, die implementiert wurden, schnell bei den Endbenutzern. Für die Entwickler heißt es letztendlich, dass diese langsam daran hingeführt werden müssen, damit sie das Vertrauen in das eigene Projekt aufbauen können, um häufig deployen zu können. Und um das umzusetzen, müssen weitere Methoden und Prozesse eingeführt werden, um das Vertrauen eben zu stärken. Genau hier spielen Punkte wie Code-Review hinein. Diese Metrik komplett alleine sagt allerdings noch nicht viel aus.

Lead Time: Zu Beginn dieses Artikels ging es ja um das zügige Abschließen der zugewiesenen Arbeit. Das ist auch ein Teil, der für die Lead Time relevant ist. Diese gibt an, wie lange es dauert, bis ein Commit, der erstellt wurde, auf die Produktivumgebung ausgerollt wurde. Dies geht also auch Hand in Hand mit der Deployment Frequency daher.

Change Failure Rate: Bisher unbeachtet waren bei den ersten beiden Metriken war, was passiert, wenn Fehler auftreten. Eine hohe Deployment Frequency und eine schnelle Lead Time ist schön und gut, allerdings bringt das alles nicht so viel, wenn viele Fehler auftreten. Genau dafür steht die dritte Metrik da, die Change Failure Rate, bei der gemessen wird, wie hoch die Fehlerhäufigkeit nach Deployments ist.

Time to Restore Service: Falls nun Fehler auftreten, sollte diese möglichst zügig korrigiert werden. Mit der Time to Restore Service Metrik wird daher angegeben, wie lange es dauert, bis der Dienst bei einem Fehler wieder zur Verfügung steht.

Fazit

Für die einen oder anderen dürften die DORA-Metriken nichts Neues sein. Allerdings wird es meiner Einschätzung nach häufig eben nur mit dem Blick des Managements für die Endnutzer draufgeschaut und weniger aus dem Blick des Teams und deren Produktivität. Dabei lassen sich gerade diese Metriken auch dafür wunderbar nutzen, etwa um Entscheidungen im Entwicklungsprozess zu begutachten, ob es nun etwas besser oder schlechter gemacht hat. Dabei ist wichtig, dass man nicht nur diese Metriken kennt, sondern diese auch Tool-unterstützt einfach herauslesen kann. Anschließend kann es nicht nur für die DevOps-Produktivität verwendet werden, sondern auch als Vehikel für Entwicklungsprozesse verwendet werden.

Mein Appell lautet daher: Einfach mal überlegen und schauen, wie der Entwicklungsprozess verschlankt und effizienter gemacht werden kann, damit nicht nur die Effizienz der Personen gesteigert wird, sondern auch deren Zufriedenheit. Denn das Wichtigste ist am Ende ja, dass die Software-Entwicklungsteams genau das tun, wofür sie angestellt wurden: Software entwickeln, ohne zu viele Steine in den Weg gelegt zu bekommen.

2. November 2022

Mozilla hat die Gründung von Mozilla Ventures bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um einen Risikokapitalfonds für Startups – zunächst ausgestattet mit mindestens 35 Millionen Dollar.

Wie Mozilla heute angekündigt hat, wird Anfang des kommenden Jahres Mozilla Ventures offiziell starten. Darüber möchte Mozilla in die frühe Phase von Startups investieren, welche das Internet und die Tech-Industrie in eine bessere Richtung bringen. Wichtig ist dabei, dass die Unternehmen und deren Gründer Mozillas Werte teilen: Datenschutz, Inklusion, Transparenz, Zugänglichkeit, Menschenwürde.

Bereits früher hatte Mozilla im Rahmen anderer Programme diverse Investitionen getätigt und Mentoring für Unternehmen geboten. Mozilla sah aber die Notwendigkeit, mehr und dies systematisch über einen längeren Zeitraum zu machen. Diesen Bedarf soll Mozilla Ventures decken. Der Fonds soll mit einem Risikokapital in Höhe von mindestens 35 Millionen Dollar ausgestattet sein.

Während sich Mozilla noch in Gesprächen mit potentiellen Co-Investoren befindet, finden schon die ersten Investitionen statt. Neben heylogin, einem Passwort-Manager aus Deutschland, über deren Investment durch Mozilla ich letzten Monat berichtet hatte, nennt Mozilla bereits zwei weitere Investitionen. Secure AI Labs entwickelt Sicherheits- und KI-Technologie zum Schutz von Patientendaten. Block Party entwickelt eine App, welche es Menschen ermöglicht, die regelmäßig belästigt werden, sich sicher an öffentlichen Konversationen in sozialen Medien zu beteiligen.

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1. November 2022

Nginx wird Angie - Ein neuer Fork ist da

Spannende Entwicklung bei nginx. Der Browser der zuletzt unter dem Haus von F5 Networks entwickelt wurde bekommt einen Fork, der auf den Namen Angie hört. Einige der original Entwickler von nginx sollen ebenfalls an Board sein.

linuxiac.com schreibt dazu:

It is part of F5 Networks Inc., which bought it in March 2019 for $670 million to help them evolve from a hardware company to a more services-focused one.
In August this year, F5 Networks Inc., which owns the rights to NGINX and is responsible for its development, discontinued its operations in Russia, leaving the market entirely.
Almost all of the developers in the Russia office have accepted offers to relocate to San Jose, California. However, things seem to have changed.
Some of the NGINX lead engineers have returned, and as a result, a new company, Web Server LLC, has been established with its flagship product – Angie web server.

Persönlich ist es mir auch aufgefallen, dass die Entwicklung von nginx seit einiger Zeit eingeschlafen ist bzw. einen deutlich langsameren Einruck machte.

Einen ersten öffentlichen Release gibt es auch schon. Version 1.0 steht auf GitHub zum Download bereit.

Es gibt allerdings auch bereits eine englische - rudimentäre - Dokumentation. Dort wird beschrieben, wie man Angie über die Paketquellen installieren kann. Zum jetzigen Zeitpunkt werden Debian 10 und 11, sowie Ubuntu 20.04 und 22.04 unterstützt.

Die Installation kann als Drop-In erfolgen, da Angie 1.0 auf nginx 1.23.1 aufbaut. In meinem Test-Setup klappte das problemlos, jedoch muss man hier die neuen Pfade beachten. Sonstige Unterschiede konnte ich bisher nicht bemerken, meine Konfiguration lief mit wenigen Anpassungen ohne Probleme weiter.

31. Oktober 2022

Mozilla hat mit Firefox 106.0.3 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 106.0.3

Mit dem Update auf Firefox 106.0.3 behebt Mozilla ein Problem in Zusammenhang mit einem neuen Zwischenablage-Feature von Windows 11 22H2 („Empfohlene Aktionen“), welches in einem Einfrieren des Browsers beim Kopieren von Text auf einer Website resultieren konnte. Eigentlich sollte dieses Problem durch Microsoft behoben werden und war es in einer Vorabversion auch schon, aber offensichtlich hat Microsoft den Bugfix aus der finalen Windows-Version gestrichen, so dass Mozilla nun selbst Maßnahmen ergriffen hat, um dem Problem entgegen zu wirken.

Hinweis: Nach dieser Korrektur können aus Firefox kopierte Bilder eventuell nicht in Chromium-basierte Anwendungen eingefügt werden. Dabei handelt es sich um einen Fehler in der Chromium-Plattform von Google. Auch hierfür arbeitet Mozilla bereits an einer Umgehung des Problems für ein zukünftiges Update.

Darüber hinaus behebt Firefox 106.0.3 noch eine mögliche Absturzursache bei Programmstart.

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Mo, 31. Oktober 2022, Lioh Möller

Die zunächst für den 1. November anberaumte Veröffentlichung von Fedora 37 verzögert sich. Grund dafür ist das Abwarten eines kritischen Sicherheitspatches für OpenSSL, welcher ebenfalls am 1. November erscheinen soll.

In der Regel kündigen Projekte wie OpenSSL sicherheitskritische Veröffentlichung eine Woche vorab an, um den Distributoren die Möglichkeit zu bieten, Aktualisierungen zeitnah bereitzustellen.

Als neues Veröffentlichungsdatum für Fedora 37 wird der 15. November angegeben.

Die für den 4. und 5. November geplante online Release Party wird dennoch wie geplant stattfinden.

Quelle: https://fedoramagazine.org/fedora-linux-37-update/