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2022 Woche 46

20. November 2022

Biometrische Entschlüsselung ist ein Thema für sich. Selbst wenn man dem nicht gänzlich ablehnend gegenüber steht, sollte man nicht leichtfertig jede Lösung nutzen. Gesichtserkennung bzw. Face unlock bei einem Google Pixel 7 gehört dazu.

Ein Punkt im GrapheneOS Changelog hat mich darauf aufmerksam gemacht:

Pixel 7, Pixel 7 Pro (adevtool): drop unused face unlock components since we have no plans to enable support for an insecure face unlock implementation incapable providing reasonable security due to lack of dedicated face unlock hardware (Pixel 4 and Pixel 4 XL had dual infrared cameras, IR dot projector and IR flood illuminator providing a more secure biometric unlock system than fingerprint unlock as opposed to simply using the front camera in a way that could be done on any device)

GrapheneOS Changelog 2022111800

Dazu muss man wissen, dass die Gesichtsentsperrung beim Pixel 7 kein schmutziger Hack der Community ist, sondern offiziell von Google unterstützt wird.

Im Gegensatz zum Pixel 4 oder beispielsweise Apple-Geräten wollte man bei Google aber nicht die notwendigen Hardwareinvestitionen tätigen. Dem Pixel 7 fehlen schlicht die notwendigen Infrarot-Kameras für ein echtes 3D-Modell. Es handelt sich deshalb letztlich nur um eine per KI aufgehübschte 2D-Lösung mit mäßiger Sicherheit. Das ist auch Google klar, weshalb sie die Entsperrung per Gesichtserkennung nur für weniger sensible Bereiche wie die Entsperrung des Geräts und nicht beispielsweise für Zahlvorgänge freigibt.

Wenn schon biometrische Verfahren zur Authentifizierung, dann doch bitte mit hohen Sicherheitsstandards. Linux hat schon vorgemacht, wie man es auf keinen Fall tun sollte, nun folgt Google auf diesem Weg. Zwar nicht, indem man die biometrischen Daten leichtfertig teilt, aber indem man vorgibt biometrische Verfahren wären unter allen Umständen geeignete Authentifizierungsmethoden. Was kommt als Nächstes? Fingerabdrucksensoren mit einer 50/50 Genauigkeit, die im Zweifelsfall entsperren, um keinen Ärger bei den Anwendern auszulösen? Dann können wir gleich zum 4-stelligen PIN mit seiner Pseudosicherheit zurückkehren.

Die wenigsten Nutzer werden sich mit Gefahren und Problemen beschäftigen und es einfach nutzen. Die Hersteller werden damit ihrer Verantwortung beim Einsatz sensibler biometrischer Verfahren nicht gerecht.

Zum Glück gibt es noch Projekte und Entwickler, die das nicht so sehen und die Anwender vor den schlimmsten Ausrutschern bei Google bewahren. Leider sind das dann genau jene Anwender, die im Zweifelsfall sogar komplett auf biometrische Verfahren verzichten, weil sie ein hohes Problembewusstsein haben.

19. November 2022

VPN ist für Anonymität einfach keine gute Idee. Wer dafür noch weitere Gründe braucht, muss sich nur die aktuellen Berichte über das iPhone-Betriebssystem iOS und Googles Android ansehen.

VPN ist im Kern eine ziemlich alte Idee und konzeptionell ein Produkt der 1990er-Jahre und war in den 2000er-Jahren vor allem als Unternehmenslösung bekannt. Vor ein paar Jahren haben dann einige Anbieter angefangen damit – aus meiner Sicht unlautere – Geschäftsideen umzusetzen: Anonymität und Sicherheit.

VPN hat dabei mindestens drei Schwachstellen. Erstens wurde es nicht für Anonymität entwickelt, sondern die von den Anonymisierungsdienstleistern beworbene Möglichkeit darüber seine IP und Herkunft zu verschleiern ist quasi ein Abfallprodukt der Funktion. Zweitens muss man dem VPN-Betreiber vertrauen, dass er wirklich keine Daten sammelt und drittens die Abhängigkeit von der jeweiligen Implementierung das Betriebssystems.

Letzteres ist nicht unproblematisch, wie die Berichte zu iOS und Android zeigen. Eigentlich sollte ein System bei aktiviertem VPN alle Daten durch den Tunnel senden. Das ist aber gar nicht so trivial umzusetzen.

Zuerst stand iOS in der Kritik. Im August gab es Berichte über Verbindungen außerhalb des Tunnels beispielsweise zu Apple Push-Servern oder zu GMail. Das erinnerte an ältere Beschwerden von ProtonVPN, das Probleme hatte, bestehende Verbindungen bei der Aktivierung von VPN zu schließen und neu aufzubauen, weshalb diese weiterhin außerhalb des VPNs liefen. Das Problem besteht nach wie vor und wohl auch im sogenannten „Lockdown“-Modus von iOS, der besondere Sicherheit gewährleisten sollte. Mich würde es nicht weiter verwundern, wenn ähnliche Probleme auch bei den Desktopbetriebssystemen bestehen würden.

Wer jetzt glaubt, mit Android auf der sicheren Seite zu sein, täuscht sich leider. Wie der bekannte VPN-Betreiber Mullvad berichtete, kann bei Android trotz der Funktion „Durchgehend aktives VPN“ Datenverkehr neben dem VPN beobachtet werden.

Man könnte jetzt Apple oder Google kritisieren oder auch einfach akzeptieren, dass VPN eine Technologie ist, die nicht für die Sicherheitsanforderungen der Gegenwart konzipiert wurde und schon gar nicht, um Anonymität im Internet zu gewährleistet. VPN hat sicherlich weiter seine Berechtigung, beispielsweise für nicht sensible Tätigkeiten im Homeoffice oder um Ländersperren zu umgehen. Mehr sollte man davon aber nicht erwarten.

Im Frühjahr, als die Kaufabsichten von Elon Musk publik wurden, schrieb ich einen skeptischen Kommentar, was den prognostizierten massenhaften Wechsel zu Mastodon betrifft. Meine Prognose hatte ungefähr 6 Monate bestand.

Das Problem bei allen sozialen Netzwerken ist, dass es nicht um Funktionalität, sondern um Menschen geht. Wenn die relevante Gruppe sich auf einen Dienst geeinigt hat, erzeugt das eine Sogwirkung und der Einzelne kann nicht einfach wechseln, weil ein soziales Netzwerk alleine eben keinen Sinn ergibt.

Als ich im Frühjahr mir Mastodon anschaute, war ich Teil einer kleinen Twitter-Vorhut, die sich dort mal umschaute. Wenigstens die Instanzsuche blieb mir erspart, da die Staatsbibliothek zu Berlin schon seit Langem eine eigene Instanz betreibt. Für Bibliotheksmenschen gibt es dadurch eine natürliche und professionell betriebene Anlaufstelle. Nur war dort einfach im Frühjahr noch nicht viel los. Dadurch fehlte das Netzwerk und letztlich doppelten sich die Netzwerke. So wie viele andere in meiner Blase dümpelte mein Mastodon-Account über den Sommer vor sich hin.

Als Musk nun tatsächlich Twitter kaufte und die allseits diskutierten Entscheidungen traf, fragte ich mich noch skeptisch, ob der Kipppunkt erreicht werden würde, der bei Signal vs. WhatsApp im ersten Halbjahr 2022 erreicht wurde. Die Trägheit der Masse ist ja oft groß, aber manchmal setzen sich auch die Gruppen plötzlich und unaufhaltsam in Bewegung. Denn erst leckte meine Blase, dann entstand ein kleiner Bach, der schnell zu einem reißenden Strom anschwoll. Erst die Aficinados offener Infrastrukturen, dann folgten wichtige Ankerpersonen des Bibliothekswesens, gleichzeitig kamen parallel namhafte Wissenschaftler hinterher und dann jene, die merkten, dass es bei ihnen auf Twitter immer ruhiger wurde. In den vergangenen Tagen kamen dann zahlreiche institutionelle Accounts, die augenscheinlich erst einmal intern abstimmen mussten, ob sie zu Mastodon wechseln. Als ich mich gestern auf Twitter umsah, war es sehr ruhig. Nur noch Werbung, vorgeschlagene Trends, denen ich nicht folgte und ein paar einzelne Accounts, die sich öffentlich fragten, wann der letzte das Licht ausmacht.

Für die eingefleischten Mastodon-Nutzer ist das eine Herausforderung. In eine kleine gemütliche Wohnung mit wenigen ausgewählten und tendenziell ähnlich gestrickten Gästen platzte eine ganze Festivalhorde, schlug im übertragenen Sinne ihre Zelte im Wohnzimmer auf, fragt sich, wo die Getränke herkommen und warum die Musik so komisch ist. Damit ist eingetreten, wofür viele Mastodon-Nutzer immer geworben hat. Es ist trotzdem für beide Seiten eine Herausforderung.

Der Kipppunkt wurde nun schneller erreicht als gedacht. In meinem diesjährigen Jahresrückblick werde ich eine weitere „Sünde“ streichen können. Mein Twitter-Account überlebt diesen Monat nicht.

18. November 2022

Fr, 18. November 2022, Lioh Möller

In den letzten Jahren ist es still geworden um wattOS, einer spezialisierten Distribution, welche grossen Wert auf geringen Energieverbrauch und Leichtgewichtigkeit legt. Doch nun hat der Entwickler Ron Ropp die Verfügbarkeit einer neuen Version angekündigt.

wattOS R12 basiert auf Debian 11 Bullseye und als Desktopumgebung kommt LXDE zum Einsatz. Wie es bereits bei der Mutterdistribution der Fall ist, wird der Kernel in Version 5.10 ausgeliefert. Eine Flatpak Unterstützung sowie das Backports Repository sind standardmässig aktiviert.

Als Installationsprogramm kommt Calamares zum Einsatz und dank gdebi ist es möglich auf einfache Weise heruntergeladene deb Pakete zu installieren.

Auch die vorliegende Version ist explizit für den Einsatz auf älteren Computern mit x86_64 CPU geeignet.

Quelle: https://www.planetwatt.com/R12-details/
Download: https://cpufu.com/iso/wattOS-R12.iso

17. November 2022

Mozilla hat seinen Finanzbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht. Gegenüber dem Vorjahr hat Mozilla seinen Umsatz um über 100 Millionen Dollar gesteigert. Gleichzeitig waren die Ausgaben so niedrig wie zuletzt sechs Jahre zuvor.

Wie jedes Jahr am Jahresende hat Mozilla auch in diesem Jahr seinen Finanzbericht für das Vorjahr veröffentlicht, welcher offenlegt, in welcher Höhe Mozilla Einnahmen und Ausgaben hatte.

Mozilla steigert Umsatz um über 100 Millionen Dollar

Konnte Mozilla im Jahr 2020 noch einen Umsatz in Höhe von knapp 497 Millionen Dollar erzielen, lag der Umsatz im Jahr 2021 bei über 600 Millionen Dollar. Nur einmal hatte Mozilla einen höheren Jahresumsatz, nämlich im Jahr 2019. Darin war allerdings eine Vergleichszahlung aus einem Rechtsstreit mit Yahoo inbegriffen, deren Höhe schätzungsweise im Bereich von 338 Millionen Dollar lag. Damit hat Mozilla im Jahr 2021 den höchsten regulären Jahresumsatz seit Firmengründung erzielt.

Mehr Geld und trotzdem weniger Abhängigkeit von Google

Einen wesentlichen Anteil daran trägt der neue Suchmaschinen-Vertrag mit Google, den Mozilla Ende 2020 verlängert hatte. Insgesamt hatte Mozilla im Vorjahr 441 Millionen Dollar durch Suchmaschinen-Verträge umgesetzt. Diesen Posten konnte Mozilla im Jahr 2021 auf knapp 528 Millionen Dollar steigern.

Die finanzielle Abhängigkeit von Google hat Mozilla dennoch weiter reduzieren können. Bestand 2017 noch eine 93 prozentige Abhängigkeit von der primären Standard-Suchmaschine, waren es 2018 noch 91 Prozent, 2019 noch 88 Prozent, 2020 noch 86 Prozent und im Jahr 2021 schließlich nur noch 83 Prozent.

Mehr Einnahmen durch Abo-Dienste und Werbung

Aber auch Mozillas Abo-Dienste wie das Mozilla VPN oder das Premium-Angebot von Mozillas Read it Later-Dienst Pocket entwickeln sich gut. Die Einnahmen aus den Abonnement-Diensten sowie durch bezahlte Platzierungen auf der Standard-Startseite von Firefox konnten von knapp 25 Millionen Dollar im Vorjahr auf fast 57 Millionen Dollar mehr als verdoppelt werden.

Deutliche Reduzierung der Ausgaben

Nicht nur der Umsatz konnte um über 100 Millionen Dollar gesteigert werden, auch die Ausgaben konnten um fast 100 Millionen Dollar gegenüber 2020 gesenkt werden. Dabei wurden erneut insbesondere die Ausgaben für Software-Entwicklung gesenkt, nämlich von 243 Millionen auf 199 Millionen Dollar. Aber auch die Marketing-Kosten wurden um sieben Millionen auf 30 Millionen Dollar reduziert.

Mozillas Vermögen wächst auf über eine Milliarde Dollar

Als Ergebnis aus gesteigertem Umsatz und verringerten Ausgaben folgt auch eine Steigerung von Mozillas Netto-Vermögens von 843 Millionen auf 1,05 Milliarden Dollar.

Entwicklung von 2005 bis heute

Wie gehabt gibt es auf soeren-hentzschel.at eine Sonder-Seite, welche die Einnahmen, die Ausgaben sowie das Vermögen von Mozilla seit dem Jahr 2005 bis heute visualisiert und die Entwicklung anschaulich gestaltet. Die Seite steht auch in englischer Sprache zur Verfügung.

Mozilla Finanzen 2021
Bildquelle: soeren-hentzschel.at/mozilla-umsatz

Ausblick auf die Zukunft

Der Finanzbericht für das Jahr 2022 wird voraussichtlich Mitte November bis Mitte Dezember 2023 veröffentlicht werden.

Nach zwischenzeitlich herausfordernden Zeiten, die zur Kündigung von über 300 Mitarbeitern im Jahr 2020 führten, entwickelt sich Mozilla nach in diesem Zusammenhang durchgeführten internen Umstrukturierungen wieder besser, nicht nur finanziell. Die Mitarbeiterzahl ist in den letzten zwei Jahren wieder um fast 200 Personen gestiegen.

Für das kommende Jahr ist mit einer weiteren Steigerung der Einnahmen durch Mozillas kostenpflichtige Dienstleistungen zu rechnen. Das Mozilla VPN hat in diesem Jahr weitere spannende Neuerungen erhalten und ist in weiteren Ländern gestartet, mit Firefox Relay Premium und dem MDN Plus sind ganz neue kostenpflichtige Angebote gestartet. Auch das Firefox Private Network ist in den USA weiterhin am Start, ebenso die Mozilla Hubs Cloud. Außerdem wurde in 2022 der Grundstein für weitere Investitionen ab 2023 gelegt, von denen Mozilla durch Gewinnbeteiligungen profitieren kann. Auch das Produkt-Angebot im Bereich Sicherheit und Datenschutz soll 2023 weiter ausgebaut werden.

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16. November 2022

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.5 ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.5

Mit dem Update auf Thunderbird 102.5 hat die MZLA Technologies Corporation ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit aktuelle Sicherheitslücken. Darüber hinaus bringt das Update diverse Fehlerbehebungen und Verbesserungen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

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15. November 2022

Di, 15. November 2022, Lioh Möller

Aufgrund patentrechtlicher Bedenken wurde unter Fedora 37 das Hardware-Video-Decoding via GPU in Mesa deaktiviert (wir berichteten).

Die Unterstützung lässt sich dank des RPM Fusion Projektes allerdings mit wenigen Schritten nachrüsten.

Dafür muss zunächst, falls noch nicht vorhanden, das Repository aktiviert werden:

sudo dnf install https://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm

Um zu ermitteln, welche Mesa Freeworld Pakete auf dem System benötigt werden, kann zunächst mit folgendem Befehl geprüft werden, welche RPMs ohne Codecs bisher installiert sind:

rpm -qa |grep -e mesa-va-drivers -e mesa-vdpau-drivers

Nun können die entsprechenden Freeworld Treiberpakete installiert werden, wobei die ursprünglichen Pakete bei diesem Vorgang ausgetauscht werden. Es sollten nur Installationen für die zuvor ermittelten Pakete durchgeführt werden.

mesa-va-drivers-freeworld (VA-API):

sudo dnf swap mesa-va-drivers mesa-va-drivers-freeworld

mesa-vdpau-drivers-freeworld (VDPAU / Nvidia):

sudo dnf swap mesa-vdpau-drivers mesa-vdpau-drivers-freeworld

Silverblue

Unter Fedora Silverblue erfolgt die Installation wie folgt:

mesa-va-drivers-freeworld (VA-API):

rpm-ostree override remove mesa-va-drivers --install mesa-va-drivers-freeworld

mesa-vdpau-drivers-freeworld (VDPAU / Nvidia):

rpm-ostree override remove mesa-vdpau-drivers --install mesa-vdpau-drivers-freeworld

Codecs

Bei Bedarf können weitere nicht Hardware-abhängige Codecs wie folgt installiert werden. Dieser Schritt ist optional.

sudo dnf groupupdate multimedia --setop="install_weak_deps=False" --exclude=PackageKit-gstreamer-plugin
sudo dnf groupupdate sound-and-video
sudo dnf install @multimedia @sound-and-video ffmpeg-libs gstreamer1-plugins-{bad-\*,good-\*,base} gstreamer1-plugin-openh264 gstreamer1-libav lame\*

Die Codec Installation unter Silverblue wird hier beschrieben.

Quelle: https://github.com/rpmfusion-infra/fedy/issues/110

Mozilla hat Firefox 107 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen.

Nach dem sehr großen Update auf Firefox 106 vor vier Wochen hat Mozilla heute erwartungsgemäß ein deutlich kleineres Update veröffentlicht.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Die Neuerungen von Firefox 107

Zahlreiche Icons im PDF-Betrachter wurden erneuert und passen nun besser zum restlichen Icon-Stil von Firefox.

Firefox 107

Der Performance-Profiler kann seit Firefox 104 auch den Stromverbrauch einer Website analysieren. Voraussetzung hierfür war bisher ein Mac-Computer mit Apple Silicon-Prozessor oder ein Computer mit Windows 11 als Betriebssystem. Ab sofort werden auch Mac- sowie Linux-Systeme mit Intel-Prozessor unterstützt.

Verbesserungen gab es auch beim Scrolling auf Touch-Geräten. Außerdem wurde die Performance beim Zugriff auf die Dokument-URL für Nutzer von Windows 11 22H2 verbessert, wenn ein Barrierefreiheits-Tool und Microsofts IME für die japanische Sprache genutzt wird.

Auf Webstandard-Seite erwähnenswert ist die Unterstützung der CSS-Eigenschaft contain-intrinsic-size.

Natürlich wurden in Firefox 107 auch wieder mehrere Sichereitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 107 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

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Di, 15. November 2022, Lioh Möller

Immutable Linux-Distributionen wie Fedora Silverblue oder die Variante Kinoite mit dem KDE Plasma Desktop zeichnen sich durch eine besonders einfache Aktualisierung auf einen neuen Release aus.

Dabei wird lediglich ein sogenannter Rebase ausgeführt und ein Wechsel zurück auf die Vorgängerversion ist ebenfalls möglich.

Unter Silberblue wird eine neue Hauptversion wie ein reguläres Update in GNOME Software dargestellt und lässt sich darüber installieren.

Kinoite hingegen verwendet als grafischen Paketmanager die Anwendung Plasma Discover, welche diese Funktionalität aktuell noch nicht bietet.

Eine Aktualisierung kann dennoch in wenigen Schritten über die Kommandozeile erfolgen. Diese Variante bietet darüber hinaus eine erweiterte Kontrolle über den gesamten Vorgang.

Zunächst lassen sich mit folgendem Befehl alle verfügbaren Versionsstände anzeigen:

ostree remote refs fedora

Für Fedora 37 auf der x86_64 Architektur wären dies:

Silverblue: fedora:fedora/37/x86_64/silverblue
Kinoite: fedora:fedora/37/x86_64/kinoite

Bei einer Systemaktualisierung wird standardmässig die aktuell installierte Version beibehalten, auf welche bei Bedarf mithilfe des rpm-ostree rollback Kommandos oder durch die Auswahl des entsprechenden Eintrages im Bootmenü zurückgegriffen werden kann.

Bei einer nachfolgenden Aktualisierung, bei der es sich auch um ein reguläres Update handeln kann, wird diese überschrieben. Um die Vorgängerversion länger beibehalten zu können, kann diese gepinned werden. Dieser Schritt ist optional und muss im Gegensatz zu regulären rpm-ostree oder ostree Befehlen, welche dem Standardbenutzer ohne zusätzliche Authentifizierung via PolicyKit ermöglicht werden, mit Root-Rechten ausgeführt werden:

sudo ostree admin pin 0

Die eigentliche Aktualisierung kann daraufhin mittels rebase durchgeführt werden:

Silverblue: rpm-ostree rebase fedora:fedora/37/x86_64/silverblue
Kinoite: rpm-ostree rebase fedora:fedora/37/x86_64/kinoite

Sofern man RPM Fusion auf seinem System aktiviert hat, lässt sich die Aktualisierung mit folgendem Befehl durchführen:

rpm-ostree rebase fedora:fedora/37/x86_64/silverblue \
--uninstall rpmfusion-free-release-36-1.noarch \
--install https://mirrors.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-branched.noarch.rpm \
--uninstall rpmfusion-nonfree-release-36-1.noarch \
--install https://mirrors.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-branched.noarch.rpm

Um einen zuvor gesetztes Pinning zu entfernen, können zunächst alle verfügbaren Stände ausgegeben werden:

rpm-ostree status

Das Entfernen des Pinnings erfolgt mithilfe der Angabe des Indexes. Dabei wird der erste Eintrag mit 0 geführt und aller weiteren mit der entsprechenden Folgezahl.

sudo ostree admin pin --unpin 0

14. November 2022

Mit Thunderbird 115 wird die MZLA Technologies Corporation im kommenden Jahr seinem kostenfreien E-Mail-Client einen frischen Anstrich verpassen. Dieser Artikel gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das neue „Supernova“-Design.

Die folgenden Mockups geben einen Vorgeschmack auf die Planungen für das kommende „Supernova“-Design von Thundebird 115. Bis zur finalen Implementierung können sich natürlich noch Dinge ändern, doch geben die Mockups in jedem Fall die Richtung vor, in welche sich Thunderbird optisch entwickeln wird.

Supernova-Design Thunderbird

Supernova-Design Thunderbird

Supernova-Design Thunderbird

 

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Mo, 14. November 2022, Ralf Hersel

Ubuntu 23.04 wird voraussichtlich am 20. April 2023 erscheinen und trägt den Namen "Lunar Lobster". Diese 38. Version der Canonical-Distribution ist ein Zwischenrelease mit einer neunmonatigen Unterstützung für Software- und Sicherheitsupdates.

Titelbild: Stable Diffusion

Den genauen Zeitplan der Entwicklungsschritte könnt ihr dem Releaseplan entnehmen. Es ist noch zu früh, um inhaltliche Aussagen für die Frühlingsversion zu treffen. Wahrscheinlich bekommen wir es mit einem 6.2er-Kernel zu tun. Die Desktop-Umgebung wird vermutlich auf GNOME 44 aufbauen.

Bei den weiteren Systemkomponenten kann folgendes angenommen werden: GCC 13 als optionaler System-Compiler, LLVM 16, Python 3.11 als Standard, GNU Binutils 2.40, GNU C Library 2.37, OpenLDAP 2.6, Go 1.20 und PolicyKit 122. Es ist auch mit dem neuen, in Flutter geschriebenen, Installer zu rechnen.

Der neue Installer wurde bereits Anfang 2021 von Martin Winpress angekündigt. Um den Wechsel zu begründen schrieb er:

Das aktuelle Ubuntu Desktop-Installationsprogramm, Ubiquity, stammt aus dem Jahr 2006. Ubiquity ist zwar immer noch funktionsfähig, hat aber seit einigen Jahren keine nennenswerten Entwicklungen mehr erfahren und ist aufgrund seines Erbes immer mühsamer zu warten.

Wir haben mit dem Flutter-Team bei Google zusammengearbeitet, um Flutter für den Linux-Desktop zu aktivieren. Wir werden diese Arbeit nutzen, um das Desktop-Frontend des neuen Installers zu implementieren.

Wir haben mit der Arbeit an dem neuen Desktop-Installationsprogramm begonnen und planen, eine vorläufige Version zum Testen in der Version 21.10 bereitzustellen, die im Oktober 2021 erscheinen soll. Dies ebnet den Weg für den Übergang zum neuen Installer für das nächste LTS-Release, das 22.04 sein wird und im April 2022 erscheinen soll.

Der Ubiquity-Installer bleibt im Ubuntu-Archiv verfügbar, damit offizielle Varianten, Remixe oder Derivate ihn weiterhin in ihren Images verwenden können.

Kann man machen, muss man aber nicht. Mit Calamares steht ein sehr gutes Installer-Framework zur Verfügung, das aktuell weiterentwickelt wird und bei vielen GNU/Linux-Distributionen zum Einsatz kommt (Garuda, KaOS, Manjaro, KDE Neon, Lubuntu, NetRunner, Endeavour, Debian). Alternativ dazu gibt es noch Anaconda, welches auch bei vielen bekannten Distros verwendet wird (Red Hat, Fedora, Alma, CentOS), sowie Yast (OpenSuse). Aber Canonical wäre nicht Canonical, wenn man beim Installer keine Extrawurst braten würde.

Quelle: https://discourse.ubuntu.com/t/lunar-lobster-release-schedule/27284