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2024 Woche 35

1. September 2024

Die Entwickler der Kartenanwendung Organic Maps haben streiten sich derzeit mit F-Droid um sogenannte Anti-Features. F-Droid zensiert dabei Open-Source-Apps nach eigenwilligen Kriterien in seiner offiziellen App. Sogenannte Anti-Features bzw. auf Deutsch unerwünschte Merkmale. Anwender sollten daher auf alternative Clients wie Droid-ify, Neo Store oder Obtainium ausweichen.

Die aktuelle Auseinandersetzung (Diskussion auf Mastodon) entstand um eine Neufassung der unerwünschten Merkmale. Dazu muss man wissen, dass die F-Droid-Entwickler nicht nur ausschließlich Open-Source-Apps ausliefern, sondern den Entwicklern auch vorschreiben, wie diese ausgestaltet sein müssen. Einige Anti-Features sind klar, andere sind reine Willkür. Dazu gehört die Verwendung von nicht quelloffenen Netzwerkdiensten oder die Abhängigkeit von bestimmten Netzwerkdiensten. Letztes Anti-Feature wurde kürzlich neu hinzugefügt.

Passt eine Anwendung nicht, dann werden im einfachsten Fall die unerwünschten Merkmale gelistet. Fennec – die F-Droid-Variante von Firefox – zeigt z.B. folgende Warnung:

Andere Apps werden gar nicht erst zugelassen und müssen ihre eigenen Paketquellen pflegen. Aus diesem Grund sind viele Open-Source-Apps in F-Droid nicht vorhanden, nur in veralteten Versionen oder in modifizierten Varianten.

In der offiziellen F-Droid-App werden Apps bei der Einführung neuer Anti-Features gewissermaßen willkürlich zensiert. Wer im F-Droid-Client nach Organic Maps suchte, wurde zeitweise nicht fündig. Denn die neu eingeführten Anti-Features bzw. die davon betroffenen Apps wurden nämlich automatisch ausgeblendet und mussten vom Nutzer erst aktiv eingeblendet werden.

Anwender sollten daher den offiziellen Client meiden und auf alternative Clients wie Droid-ify oder Neo Store ausweichen. Deren Entwickler setzen die Zensurmaßnahmen von F-Droid nicht um und ignorieren die Anti-Features. Dadurch bieten sie die Vorteile des zentralen Open-Source-Stores, aber vermeiden manche der Nachteile. Wie lange es diese Clients daher noch geben wird, ist nicht abzusehen. Den Entwicklern wurden schon DDOS-Attacken vorgeworfen, weil sie die F-Droid-Mirrors nicht unterstützen.

Wer sich für Alternativen zu F-Droid interessiert, sollte einen Blick auf Obtainium werfen. Das ist eine App, mit der man direkt aus Quellen wie GitHub (und auch F-Droid) installieren kann. Dabei muss der Nutzer natürlich selbst genau prüfen, was er installiert, da kein „Store“ zwischen dem Anwender und dem Entwickler steht. Obtainium installiert zudem direkt die publizierten Tarballs und baut nicht selbst den Code, wie das F-Droid tut. Auch hier wieder eine Vertrauensfrage gegenüber den Entwicklern.

F-Droid ist jedenfalls kein Netzwerk, dessen Ausrichtung und Entwicklung man uneingeschränkt vertrauen kann. Alternativen in den Blick zu nehmen schadet nicht.

31. August 2024

Interessanter Gegentrend: Während ich vor ziemlich genau einem Jahr über das zu der Zeit aktuellste Beispiel HashiCorp schrieb, wo eine Umstellung auf BSL-artige Lizenzen erfolgte, scheint es wohl auch einige Kandidaten zu geben, die wieder auf OSI-genehmigte Lizenzen umstellen. So verkündete Elastic am vergangenen Donnerstag, das sie wieder mit ihrer Suchmaschinensoftware Elasticsearch "Open Source" werden möchten, indem sie die AGPL als Lizenzoption aufnehmen.

Hintergrund

Hier einmal der Hintergrund bis jetzt, so wie es auf mich als externen Beobachter wirkte: Open Source hat es im Zeitalter der Cloud recht schwer, wenn man damit Geld verdienen möchte (um z. B. die Entwicklung zu finanzieren!). Das verbreitete Standardmodell zur Monetarisierung war bisher, eine Software Open Source anzubieten und den Support oder das Hosting kostenpflichtig anzubieten. Aus Kundensicht bestellt man dann direkt bei dem Hersteller, der seine Software auch am besten verstehen sollte.

Cloud Provider haben dem Modell das Wasser abgegraben, da sie einfach die Open Source Software nehmen und auf ihrer Plattform deployen konnten – ohne einen Cent dem Projekt zahlen zu müssen. Teilweise wurde die Software erweitert, ohne, die Änderungen wieder veröffentlichen zu müssen (deswegen sind auch die MIT- und BSD-Lizenzen so beliebt). Aus Kundensicht kauft man zwar nicht mehr bei dem Hersteller ein, hat aber

  • einerseits alles zentralisiert auf einer Cloudplattform und
  • andererseits gar keinen Bedarf für Herstellersupport, weil die Software sowieso über das SaaS-Modell supported wird und nicht mehr on-premise läuft.

Die Antwort vieler Projekte war es nun, die Lizenz so zu ändern, dass dieses Verhalten nicht mehr möglich ist, z. B. durch die Beschränkung von Konkurrenz-Hostingprodukten. Das verstößt allerdings gegen das Diskriminierungsverbot der OSI, nach dem die Verwendung von Produkten nicht durch die Lizenz beschränkt werden sollte (siehe auch das Good-Evil-Thema bei der JSON-Lizenz).

In der Konsequenz spalteten sich wie mit Open Search Elasticsearch-Forks ab, die weiterhin die offenen Lizenzen nutzen und durch Cloud Provider wie AWS direkt gepflegt wurden und werden. Wie Elasticsearch betont, sollen diese Projekte aber gleichzeitig auch einen eigenen Weg mit eigener Spezialisierung entwickelt haben. Die Community war natürlich aber auch verärgert, da die Software Elasticsearch nun nicht mehr als Free Open Source Software (FOSS) galt.

Wieder Open Source

Elasticsearch plant nun die Wogen zu glätten, indem die AGPL als weitere Lizenz zur ELv2 und SSPL zusätzlich aufgenommen wird. Die Nutzer können also frei entscheiden, welche Lizenz sie nutzen wollen, da insbesondere im Geschäftskontext die AGPL juristisch gesehen als heikel eingeschätzt wird, wenn man das Produkt aus verschiedenen Komponenten zusammengebaut und nicht den gesamten Quelltext veröffentlichen möchte. FOSS-Nutzer und Distributionen haben allerdings wieder die Möglichkeit, die Software wiederaufzunehmen. So entspricht z. B. die AGPL den Debian Free Software Guidelines.

Ende gut, alles gut? Wenn es nach der Ankündigung von Elastic geht, ist das Team zufrieden mit der Entscheidung, wieder Open Source zu sein. Ob der Fork OpenSearch aufrecht erhalten wird oder schlussendlich in das Urprodukt einfließt, ist allerdings noch nicht gewiss und muss sich in der Zukunft zeigen. Vielleicht sind die Communities auch schon zu sehr divergiert, sodass es nun unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Anwendungsfälle gibt.

29. August 2024

Mit Thunderbird Appointment hat die MZLA Technologies Corporation die Betaphase einen neuen Online-Dienstes gestartet, welcher die Terminplanung vereinfachen soll. Nun wurde der neue Dienst erstmals offiziell angekündigt.

Bereits im Mai hatte ich die Pläne der MZLA Technologies Corporation enthüllt, mit Thunderbird Appointment einen neuen Dienst zur Terminplanung online zu bringen. Vor wenigen Tagen berichtete ich über den Start der Warteliste für die Betaphase. Nun hat MZLA Thunderbird Appointment auch offiziell angekündigt.

Jetzt auf Warteliste für Thunderbird Appointment Beta eintragen

Viele neue Informationen gibt es nicht, dafür aber zwei neue Screenshots. Außerdem beschreibt MZLA seinen neuen Dienst als Teil eines größeren Vorhabens, in Zukunft nicht nur einen E-Mail-Client, sondern eine ganze Reihe an Produktivitätswerkzeugen bereitzustellen, welche den Alltag effizienter und stressfreier machen sollen.

Thunderbird Appointment Thunderbird Appointment

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28. August 2024

Firefox 131 unterstützt sogenannte „URL Fragment Text Directives“. Damit ist es möglich, auf Text-Ausschnitte einer Website zu verlinken. Bei Aufruf der entsprechenden URL scrollt der Browser automatisch zu dieser Stelle und hebt den ausgewählten Text optisch hervor.

Auf einen bestimmten Abschnitt einer Website zu verlinken, ist über einen sogenannten Ankerlink (example.com#anker) kein Problem. Voraussetzung dafür ist, dass das zu verlinkende Element eine ID im Code hat, welche als Ankername verwendet werden kann. Was auf den etwas sperrigen Namen „URL Fragment Text Directives“ hört, bietet weitaus mehr Flexibilität. Nicht nur, dass man damit auch ohne ID im Code, sondern rein über den Inhalt der Website auf eine beliebige Stelle verlinken kann; Der Browser hebt die verlinkte Stelle auch noch optisch hervor.

Text-Fragmente in Firefox 131

Es ist sogar möglich, mehrere Textstellen hervorzuheben. Die Syntax ist im Vergleich zu Ankerlinks erwartungsgemäß etwas komplexer. Die MDN Web Docs bieten eine ausführliche Dokumentation inklusive Beispielen.

Mit Firefox 131 wird diese neue Art von URLs, die auch schon in Chromium-basierten Browsern sowie in Safari funktioniert, auch von Mozillas Browser unterstützt. Firefox 131 wird am 1. Oktober 2024 erscheinen.

Während Firefox (noch) keine Möglichkeit anbietet, auf einfache Weise einen solchen Link durch Markieren einer Textstelle zu erstellen, kann diese Funktion bereits jetzt durch ein Add-on wie zum Beispiel Link zu Textfragment nachgerüstet werden.

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Es gibt dieses nervige Google Popup mit der Loginaufforderung, das gefühlt auf jeder etwas größeren Plattform aufpoppt und massiv stört. Ungefähr so, als würde ein Rassist mit massiv mangelnder Körperhygiene und extremem Mundgeruch hinter dir stehen und andauernd mit schriller Stimme sagen „Log dich ein .. log dich doch ein und sei auch ein reiner gläserner Übermensch“.

Zum Glück gibt es Firefox und andere Browser das Addon uBlock Origin Dort lässt sich in den Einstellungen (Dashboard) unter „Meine Filter“ folgende Zeile einfügen

||accounts.google.com/gsi/*$xhr,script,3p

Und in Zukunft wird nie wieder einer dieser widerlichen Aufforderungen erscheinen.

Vollidioten „Vorschlag“

Es gibt Vorschläge im Netz, wie dieses Google Nerv Pop-up auch beseitigt werden kann, indem man sich bei Google einloggt, in den Einstellungen von Google das Pop-up ausstellt und sich dann nie wieder aus Google ausloggt und damit immer unter der Überwachung von Google durchs Internet surft.

Analogie

Das ist so, als würde man einen Holz Häcksler ausstellen wollen, damit man sich nicht das Bein amputiert. Dafür muss man aber erst mit dem Bein IN den Häcksler steigen, der das Bein dann natürlich sofort zerschreddert und dann erst kann man den Knopf drücken, dass der Häcksler ausgestellt wird. Dafür wird man dann aber nie wieder das bereits verlorene Bein verlieren. Wer den Denkfehler findet, darf ihn behalten.

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Firefox

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27. August 2024

Mozilla arbeitet an einer Neugestaltung der Firefox-Einstellungen. Dieser Artikel gibt eine erste Vorschau darauf.

Als Mozilla im Mai seine Pläne vorgestellt hatte, woran sie in den folgenden Monaten arbeiten werden, war auch von einer Überarbeitung der Privatsphäre-Einstellungen die Rede, welche leichter zu verstehen sein sollen. Tatsächlich deutet sich eine Neugestaltung der kompletten Einstellungs-Oberfläche von Firefox an.

Firefox-Einstellungen

Ein UI-Prototyp für eine neue Oberfläche der Firefox-Einstellungen gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Zukunft. Auffällig ist, dass die zahlreichen Optionen im neuen Design über mehr Kategorien als bisher verteilt sind. Wo notwendig, erfolgt die Navigation jetzt über mehrere Ebenen, statt alles untereinander oder in Dialogen anzuzeigen. Insgesamt sind die Optionen einfacher gestaltet und erschlagen den Nutzer nicht mehr so wie im bisherigen Design der Einstellungen.

Prototyp der neuen Firefox-Einstellungen 2024 Prototyp der neuen Firefox-Einstellungen 2024

Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine frühe Prototyp-Umsetzung der Oberfläche handelt. Was Struktur und Design betrifft, können sich Dinge im finalen Produkt deutlich von dem unterscheiden, was hier zu sehen ist. In jedem Fall zeigt der Prototyp die Idee, wohin Mozilla mit den Firefox-Einstellungen möchte.

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Im Terminal Emulator nutze ich inzwischen fast nur noch den modalen Editor Helix. Um beispielsweise vom Einfügemodus in den normalen Modus zu wechseln, muss man in der Standardkonfiguration die Escape-Taste drücken. Was ich persönlich nicht wirklich ergonomisch finde.

Daher habe ich schon vor einiger Zeit den Shortcut kj angelegt mit dem ich wieder in den normalen Modus wechsle, sofern ich mich im Einfügemodus befinde.

1[keys.insert]
2k = { j = "normal_mode" }

Damals habe ich das für eine gute Idee gehalten, weil meine Finger auf der Tastatur sowieso auf k und j liegen. Und mir ist einfach kein Wort eingefallen bei dem auf ein k ein j folgt. Seit kurzer Zeit kenne ich zwei Wörter, bei denen dies zutrifft. Reykjavik und Hallgrimskirkja.

Da der Shortcut Vorrang hat, schaffe ich es also nicht diese Wörter manuell zu schreiben. Verdammte Isländer. ;-)

Nun gibt es auf fast jeder Tastatur eine Taste, die ich im Grunde nicht nutze. Die Feststelltaste. Warum also diese nicht nutzen, um den Modus zu wechseln?

Unter Helix geht das schon mal nicht, weil diese Taste nicht unterstützt wird (https://docs.helix-editor.com/remapping.html#special-keys-and-modifiers).

Wie sieht es mit einer Änderung abseits von Helix aus? Im Internet findet man hierzu diverse Lösungen mit beispielsweise Tools wie caps2esc. Unter KDE Plasma geht es aber auch einfach so.

Mit dem Befehl kcmshell6 kcm_keyboard ruft man als Erstes die Einstellungen für die Tastatur auf. Wer will, kann natürlich auch einfach die Systemeinstellungen im Startmenü aufrufen und dort dann die Einstellungen für die Tastatur auswählen.

Dort klickt man dann auf “Key Bindings” (irgendwie ist bei Plasma 6 noch so einiges nicht übersetzt worden). Dann setzt man als Nächstes den Haken bei “Configure keyboard options”. In der Liste darunter sucht man dann “Verhalten der Feststelltaste” und hakt dann die darunter befindliche Option “Feststelltaste als zusätzliche Esc-Taste” an. Abschließend klickt man noch auf “Anwenden” und das war es schon. Von nun an sollte die Feststelltaste wie die Escape-Taste funktionieren.

Ich gehe mal stark davon aus, dass diese Einstellung nur in KDE Plasma funktioniert. Wer diese Änderung tatsächlich überall, also zum Beispiel auch in einer TTY-Session haben will, muss wohl auf ein Tool wie caps2esc zurückgreifen.