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2025 Woche 13

30. März 2025

Thunderbird steht nicht mehr nur für einen E-Mail-Client. Mit Thunderbird Appointment zur Termin-Koordination und Thunderbird Send zum Versenden von Dateien sind bereits zukünftige Dienste bekannt. Nun wurden auch noch Thunderbird Assist als KI-Assistent sowie Thundermail als eigener E-Mail-Dienst angekündigt.

Thunderbird ist vor allem für seinen kostenlosen E-Mail-Client für Windows, macOS und Linux bekannt. Seit November 2024 gibt es Thunderbird auch für Android, Ende dieses Jahres soll eine erste Vorabversion von Thunderbird für iOS erscheinen. Doch dabei soll es nicht bleiben: Die MZLA Technologies Corporation möchte ein ganzes Ökosystem aus Clients und Diensten als Alternative zu denen der Tech-Giganten wie Google Mail und Microsoft Office 365 etablieren, welches zu 100 Prozent Open Source ist.

Thunderbird Appointment: Termine finden leicht gemacht

Thunderbird Appointment wurde im August 2024 offiziell angekündigt, bereits im Mai 2024 hatte ich die Pläne enthüllt. Es handelt sich dabei um einen Dienst zur gemeinsamen Terminfindung. Die Entwicklung macht große Fortschritte und interessierte Nutzer können sich auf eine Warteliste für den Beta-Test setzen lassen.

Thunderbird Send: Große Dateien versenden und teilen

Sogar schon im September 2023 hatte ich darüber berichtet, dass Mozillas ehemaliger Filesharing-Dienst Firefox Send als Teil der Thunderbird-Produktfamilie zurückkehren wird. Auch hier befindet sich die Entwicklung in vollem Gang, ein großer Teil des Projekts wurde neu implementiert. Das entsprechende Github-Repository wurde in dieser Woche öffentlich gemacht.

Thunderbird Assist: KI-Features in Thunderbird

Mit Thunderbird Assist erhalten optionale KI-Features Einzug in Thunderbird. Hierfür arbeitet MZLA mit dem Hamburger Startup Flower Labs zusammen, in welches Mozilla im vergangenen Jahr investiert hat. Details über konkrete Features sind noch nicht bekannt. Das GitHub-Repository soll bald öffentlich gemacht werden.

Thundermail: Ein eigener E-Mail-Dienst von Thunderbird

Thundermail wird ein eigener E-Mail-Dienst von Thunderbird. Bei MZLA ist man der Überzeugung, einen besseren Service als andere bieten zu können, welcher den Werten von Mozilla entspricht. Als Software-Stack setzt MZLA dabei auf Stalwart, arbeitet dabei aber auch mit dem Anbieter zusammen, um Funktionen zu verbessern. So habe man sich sehr dafür eingesetzt, dass Kalender und Kontakte ein Kernstück der Software werden.

Wird es sich hierbei um kostenpflichtige Dienste handeln?

Wie man sich vorstellen kann, ist die Entwicklung und auch der Betrieb solcher Dienste mit Kosten verbunden. Der Plan sieht vor, die Dienste beständigen Mitwirkenden der Community kostenlos anzubieten. Alle anderen werden dafür bezahlen müssen. MZLA spricht in diesem Zusammenhang auch von Thunderbird Pro. Wie hoch die Kosten sein werden, wurde noch nicht kommuniziert. Sobald die Nutzerbasis von Thunderbird Pro groß genug für einen nachhaltigen Betrieb ist, soll es auch kostenlose Optionen mit reduziertem Leistungsumfang geben.

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29. März 2025

Während wir im Server- und PC-Bereich mit Linux eine quelloffene Alternative zu proprietären Betriebssystemen haben, müssen wir uns bei mobilen Endgeräten mit Android als notwendigem Übel begnügen. Google versteckt die Entwicklung jetzt noch ein wenig mehr. Open Source ist nur noch Fassade.

Android hatte sich immer offen gegeben. Der Quellcode war über das Android Open Source Projekt verfügbar und anders als die proprietäre Konkurrenz bei Apple einsehbar und anpassbar. Um Android scharrte sich deshalb früh eine Community aus Entwicklern und Moddern.

Offenheit war jedoch immer mehr Ideal als Realität. Schon früh begann Google damit, zentrale Anwendungen und Dienste in proprietäre Komponenten auszulagern, die nicht Teil des AOSP waren. Meist als Play Services und Google Apps bezeichnet. AOSP wurde so immer mehr zu einem lauffähigen Rumpfsystem, das von der Community mit Alternativen angereichert werden musste. Trotzdem gelang es alternative Systeme wie LineageOS oder GrapheneOS zu erstellen.

Partizipativ war die Entwicklung auch nie. Hinter hochtrabenden Begriffen wie Open Handset Alliance stand immer vor allem eine Firma: Google. Googles Entwickler kontrollierten die Entwicklung und die Community konnte bestenfalls Fehler melden. In dieser Hinsicht unterschied sich Android nie von einem proprietären System.

Nun geht Google noch einen Schritt weiter und wird künftig Android hinter verschlossenen Türen entwickeln. Angeblich weil der Prozess dann effizienter ist und andere vorgeschobene Gründe. Letztlich wird der Community dann nur noch das fertige Produkt vor die Füße geschmissen.

Der nächste Schritt wird sein, dass dieser Code nicht mehr ohne proprietäre Google-Komponenten lauffähig ist. Viele wissen es nicht, aber der Kern von Apples macOS ist auch Open Source. Darwin ist nur kein lauffähiges Betriebssystem. Ich denke, dass Google diesen Weg mittelfristig auch bei Android gehen wird.

Eine Alternative haben wir leider nicht. Linux als wirklich quelloffenes System (nicht nur der Kernel wie bei Android) mit transparenter Entwicklung hat nie den Sprung auf andere Geräte als Server und PCs/Notebooks geschafft. Denn das ständige Forken und Parallelentwickeln bindet viele der ohnehin knappen Ressourcen und der mobile Bereich ist zu schnelllebig für diese ineffizienten Ansätze.

So bleibt nur zu hoffen, dass Projekte wie GrapheneOS weiterhin ein lauffähiges AOSP hinbekommen und trotz der intransparenten Entwicklung einen Überblick darüber behalten, was bei Google hinter verschlossenen Türen passiert. Vorerst bleibt alles einsehbar.

28. März 2025

Firefox bietet eine Integration gleich mehrerer KI-Chatbots. Der Microsoft Copilot ist nicht dabei – zumindest nicht offiziell. Über eine versteckte Option lässt sich auch dieser in Firefox aktivieren, ebenso wie eine lokale KI.

Seit Firefox 135 integriert Mozillas Browser mehrere KI-Chatbots. Dabei stehen Google Gemini, ChatGPT, HuggingChat, Anthropic Claude sowie Le Chat Mistral zur Verfügung. Die Chatbots können direkt über die Sidebar genutzt werden.

Welche Chatbots der Nutzer sieht, wird dabei über eine versteckte Option gesteuert, welche auf die Bezeichnung browser.ml.chat.providers hört. Gibt man dies in das Filterfeld von about:config ein, findet man die Option allerdings nicht. Dennoch ist die Option vorhanden und besitzt den Standardwert claude,chatgpt,gemini,huggingchat,lechat.

Wer die genannte Option in about:config mit dem Typ „String“ anlegt, kann durch Weglassen eines Anbieters die Auswahl der zur Verfügung stehenden Chatbots reduzieren. Wird die Liste hingegen durch copilot erweitert, steht nach einem Neuladen der Sidebar auch Microsoft Copilot zur Verfügung.

Microsoft Copilot als Chatbot in Firefox

Microsoft Copilot als Chatbot in Firefox

Auch localhost ist ein gültiger „Anbieter“. Darüber kann dann eine lokale KI eingebunden werden, zum Beispiel über llamafile von Mozilla.

Lokale KI als Chatbot in Firefox

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27. März 2025

Mozilla hat Firefox 136.0.4 veröffentlicht und behebt damit eine als kritisch eingestufte Sicherheitslücke, deren Entsprechung in Google Chrome bereits aktiv ausgenutzt wurde.

Download Mozilla Firefox 136.0.4

Nach dem Schließen einer Sicherheitslücke von Google Chrome, welche bereits aktiv ausgenutzt worden ist, hat Mozilla ein ähnliches Muster im Firefox-Code erkannt und das Problem in Form von Firefox 136.0.4, Firefox ESR 128.8.1 sowie Firefox ESR 115.21.1 behoben. Die Sicherheitslücke wird als kritisch eingestuft, ein Update ist daher für alle Nutzer von Firefox auf Windows dringend empfohlen. Nutzer anderer Betriebssysteme sind von der Sicherheitslücke nicht betroffen, auch wenn Firefox 136.0.4 für alle Desktop-Plattformen verteilt wird.

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Oft muss man in einer Datei eine Zeichenfolge durch eine andere ersetzen. Man sucht also beispielsweise nach Wolf und ersetzt dieses Wort durch Lamm. Mit dem Editor Helix gibt es mindestens zwei Möglichkeiten. Entweder mit %sWolf<enter>cLamm<esc>, oder mit /Wolf<enter>cLamm<esc>. Alles klar? Nein? Dann hier noch die Erklärung der Befehle.

% -> Markiert den gesamten Inhalt der Datei.
s -> Startet die Suche innerhalb der Markierung.
Wolf -> Der Begriff, nachdem gesucht werden soll.
<enter> -> Ausführen der Suche.
c -> Ändern der Suchergebnisse.
Lamm -> In was die Suchergebnisse geändert werden sollen.
<esc> -> Verlassen des Einfügemodus.
, -> Markierung aufheben, so dass nur noch der Cursor vorhanden ist.

/ -> Suche starten.
Wolf -> Der Begriff, nachdem gesucht werden soll.
<enter> -> Ausführen der Suche.
c -> Änderung des Suchergebnisses.
Lamm -> In was das Suchergebnis geändert werden soll.
<esc> -> Verlassen des Einfügemodus.

Was ist nun der Unterschied? Beim ersten Beispiel wird in der gesamten Datei das Wort Wolf mit dem Wort Lamm in einem Rutsch ausgetauscht. Beim zweiten Beispiel wird immer nur das erste Suchergebnis ab der aktuellen Cursorposition ausgetauscht. Das hat den Vorteil, dass man eine bessere Kontrolle hat, was genau ausgetauscht wird. Der Nachteil daran ist allerdings, dass wenn in der Datei fünfmal das Wort Wolf vorkommt und man es mit dem Wort Lamm austauschen will man den Befehl entsprechend oft ausführen müsste.

Beim zweiten Beispiel kann man es sich aber auch etwas leichter machen. Ab dem zweiten Suchen / Ersetzen könnte man beispielsweise /<tab><enter>.<esc> verwenden und sich so zumindest ein paar Zeichen sparen. Da sich Helix den letzten Suchbegriff merkt, kann man in mit der Tabulator-Taste schnell auswählen. Der Punkt bewirkt, dass das letzte Einfügen wiederholt wird. Also in diesem Fall “Lamm”, sofern man zwischenzeitlich nichts anderes gemacht hat.

Sind das nun alle Möglichkeiten wie man unter Helix suchen und ersetzen kann? Keine Ahnung. Ich vermute nein. Modale Editoren haben ja die Angewohnheit, dass man eine Aufgabe auf unterschiedlichste Art und Weise erledigen kann. Aber mir persönlich reichen die beiden Lösungen erst mal.

25. März 2025

Mozilla hat Firefox 136.0.3 veröffentlicht und verbessert damit die Performance vor allem für TikTok-Nutzer signifikant.

Download Mozilla Firefox 136.0.3

Mozilla hat Firefox 136.0.3 veröffentlicht und damit die Performance von Datumsformatierungen beschleunigt. Was auf den ersten Blick unspektakulär klingt, bringt vor allem für Nutzer der Video-Plattform TikTok erhebliche Geschwindigkeitsvorteile, wo Firefox bisher für einige Nutzer Schwächen zeigte.

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24. März 2025

Mit Common Voice stellt Mozilla den weltweit größten öffentlichen Datensatz menschlicher Stimmen bereit – kostenlos und für jeden nutzbar. Mozilla hat Version 21.0 seines Datensatzes veröffentlicht.

Der Markt für Spracherkennung wird von den ganz großen Namen kommerzieller Anbieter dominiert: Amazon, Apple, Google, Microsoft. Darum hat Mozilla im Jahr 2017 das Projekt Common Voice gestartet. Mit Common Voice bietet Mozilla eine kostenlose Alternative an, zu der jeder beitragen kann und die jedem zur Verfügung steht. Damit möchte Mozilla Innovation und Wettbewerb in der Sprachtechnologie auf Basis von Maschinenlernen fördern.

Mit dem nun veröffentlichten Common Voice Corpus 21.0 wächst der deutschsprachige Datensatz von 1.443 auf 1.452 Stunden an. Wer bereits den Common Voice Corpus 20.0 besitzt, kann wie immer auch nur ein sogenanntes Delta Segment mit den Unterschieden zur Vorversion herunterladen. Für Deutsch würde das den Download von 33,93 GB auf 139,2 MB reduzieren.

Insgesamt deckt Mozilla Common Voice mit der neuen Version 134 Sprachen mit insgesamt 33.535 aufgenommenen Stunden ab, was Mozilla Common Voice zum vielfältigsten mehrsprachigen Sprachkorpus der Welt macht.

Zum Download der Mozilla Common Voice Datensätze

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