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2025 Woche 22

31. Mai 2025

Zum Ende des Monats wollte ich euch noch im Blog von der aktuellen Risikozone-Episode 74 „SIP Happens: No Contact, No Service“ berichten, in der wir uns endlich mal dem Session Initiation Protocol (SIP) widmen konnten. Unsere Gäste von sipgate arbeiten im Infrastrukturteam und sind damit die richtigen Ansprechpartner.

SIP war insbesondere in den 2000ern ein Ding, als VoIP aufkam und ist dann in meinen Augen immer mehr in den Hintergrund verschwunden. Unter der Haube wird die Rolle von SIP in den nächsten Jahren jedoch immer wichtiger, da SIP die technische Grundlage für Anrufe im Mobilfunk darstellt. Anrufe werden spätestens ab der in 2028 beginnenden GSM-Abschaltung in Deutschland entweder per Mobilfunk über VoLTE oder per WLAN über VoWiFi abgewickelt. Intern kommen dabei immer IPsec und SIP zum Einsatz.

Festnetztelefonie ist seit der All-IP-Umstellung um 2018 herum auch weitestgehend SIP-only. Nur stellt sich hier die Frage, wie lange uns klassische Telefone erhalten bleiben, bis alles in Teams & Co. migriert wird. SIP ist somit so ein wenig die Schnittstelle zwischen der Internetwelt mit der Best-Effort-Mentailität und der klassischen Nachrichtentechnik, wo es auf Qualität der Kanäle ankommt.

Als Bonus berichten wir über eine Lücke in der Firmware einiger Smartphones, die auf MediaTek-Prozessoren setzen. Dabei erklären wir, wie die Lücke gefunden wurde, wie sie wirkte und wie der Responsible-Disclosure-Prozess ablief.

30. Mai 2025

Mozilla hat Firefox 139.0.1 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 139.0.1

Mit Firefox 139.0.1 behebt Mozilla mögliche Grafikfehler bei Verwendung bestimmter Grafikchips von NVIDIA und mehreren Bildschirmen, die mit jeweils unterschiedlichen Bildwiederholraten laufen.

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28. Mai 2025

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 139 eine neue Version seines Open Source E-Mail-Clients für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 139

Mit Thunderbird 139 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Die Benachrichtigungen für neue E-Mails haben eine Schaltfläche, um weitere Aktionen auszuführen. Darüber ist es seit Thunderbird 138 auch möglich, E-Mails direkt als gelesen zu markieren. Thunderbird 139 ergänzt die Option zum Löschen der jeweiligen E-Mail in der Benachrichtigung.

Bei Verwendung der Kartenansicht für E-Mails lässt sich unter Einstellungen → Erscheinungsbild nun zwischen einer zweizeiligen und dreizeligen Ansicht umstellen.

Die Sortierung der Ordner für E-Mail-Konten kann auf Wunsch jetzt auch in einer benutzerdefinierten Reihenfolge geschehen.

Darüber hinaus gab es wie immer diverse Fehlerkorrekturen und Verbesserungen unter der Haube, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Auch Sicherheitslücken wurden behoben.

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27. Mai 2025

Mozilla hat Firefox 139 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Benutzerdefiniertes Hintergrundbild oder -farbe für Startseite

Der Nutzer kann für die Standard-Startseite von Firefox auf Wunsch aus verschiedene Hintergrundbildern oder Hintergrundfarben wählen, die Firefox zur Auswahl stellt. Ab sofort kann der Nutzer stattdessen auch ein eigenes Bild hinterlegen oder eine beliebige Farbe auswählen.

Diese Neuerung wird schrittweise im Laufe der kommenden Wochen für alle Nutzer ausgerollt werden.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 139 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 139 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen in Firefox 139

Die Übersetzungsfunktion von Firefox kann nicht länger nur für Websites genutzt werden, sondern auch für Seiten, die durch Add-ons bereitgestellt werden. Außerdem werden jetzt auch bestimmte aria-*-Attribute für Barrierefreiheits-Werkzeuge übersetzt.

Untertitel für die Bild-im-Bild-Funktion für Videos werden ab sofort auch auf der im deutschsprachigen Raum sehr populären Streaming-Plattform Joyn unterstützt. Außerdem werden Untertitel auf Disney+ wieder unterstützt, nachdem es Änderungen seitens Disney gab.

Im strengen Schutz vor Aktivitätenverfolgung werden nicht länger Consent Management Plattformen, sogenannte „Cookie-Dialoge“, blockiert, was für einen sehr großen Teil aller Webkompatibilitätsprobleme dieser Schutzstufe verantwortlich war.

Die vor wenigen Versionen neu umgesetzte Chronik-Sidebar hat die Optionen der alten Sidebar zurückerhalten, nicht nur nach Datum oder Website, sondern auch nach Datum und Website sowie dem Zeitpunkt des letzten Besuches sortieren zu können. Auch das Kontextmenü der einzelnen Einträge beinhaltet jetzt wieder alle Optionen der alten Sidebar. Außerdem wurde das Problem behoben, dass für manche Nutzer der Browser nicht mehr mit geöffneter Sidebar gestartet wurde, wenn diese beim Beenden von Firefox geöffnet war.

Das Design der Verknüpfungen auf der Standard-Startseite von Firefox wurde überarbeitet.

Die aktuelle Seite kann jetzt auch per Schnellaktions-Schaltfläche als PDF-Datei gespeichert werden, wenn „Seite speichern“ in die Adressleiste eingegeben wird.

Beim automatischen Ausfüllen gespeicherter Adressen berücksichtigt Firefox jetzt auch dynamisch veränderte Auswahlfelder.

Die Upload-Performance von HTTP/3 wurde erheblich verbessert, insbesondere bei wiederaufgenommenen Verbindungen sowie bei Verbindungen mit hoher Bandbreite und hoher Verzögerung.

Das Filter-Feld im Netzwerkanalyse-Entwicklerwerkzeug merkt sich die Eingabe nun über Sitzungen hinweg.

Aufgrund aktueller Änderungen, wie Chrome Benutzerdaten unter Windows verschlüsselt, kann Firefox Passwörter und Zahlungsmethoden nicht länger direkt aus Chrome importieren. Deswegen steht diese Option nicht länger zur Verfügung. Passwörter können jedoch weiterhin aus Chrome in eine CSV-Datei exportiert und diese anschließend in Firefox importiert werden.

In Folge der bevorstehenden Abschaltung von Fakespot steht der sogenannte „Review Checker“ ab dem 10. Juni nicht länger zur Verfügung. Da es sich hierbei um ein bislang nicht flächendeckend ausgerolltes Feature handelt, welches außerdem für die deutschsprachige Amazon-Website standardmäßig deaktiviert war (und keine anderen deutschsprachigen Shops unterstützt werden), dürften hiervon nur wenige Leser dieses Blogs betroffen sein.

Die SearchEngines-Unternehmensrichtlinie zur Verwaltung der standardmäßig verfügbaren Suchmaschinen funktioniert nun in allen Firefox-Versionen und nicht länger nur in Firefox ESR.

Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungs-Entwickler

Als erster Browserhersteller aktiviert Mozilla die Unterstützung für die Temporal API zum besseren Umgang mit Datums- und Zeitangaben.

Firefox unterstützt jetzt das hidden=until-found-Attribut, um Inhalte über die Browsersuche finden zu können, die standardmäßig ausgeblendet sind. Genauso lassen sich jetzt auch geschlossene <details>-Elemente durchsuchen und bei einem Treffer über die Browsersuche automatisch ausklappen.

Verbesserungen gab es auch unter der Haube, welche die Webkompatibilität mit anderen Browsern verbessern.

Firefox 139 unterstützt die WebExtension-Methode chrome.management.setEnabled, um andere Erweiterungen zu aktivieren respektive zu deaktivieren. Allerdings ist diese Unterstützung exklusiv für Erweiterungen, welche über eine Unternehmensrichtlinie installiert worden sind.

Außerdem neu ist die Unterstützung einer neuen WebExtension-API, um mit den Tab-Gruppen von Firefox zu interagieren.

Für Erweiterungs-Entwickler gibt es mit extensions.webextensions.prefer-update-over-install-for-existing-addon eine neue versteckte Option, um den Update-Ablauf anstelle des Ablaufes für eine Neuinstallation auszuführen, wenn eine lokale Erweiterung über about:addons installiert wird.

Weitere Verbesserungen der Webplattform und für Erweiterungsentwickler lassen sich wie immer in den MDN Web Docs nachlesen.

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26. Mai 2025

Wir schreiben das Jahr 2025. Die Frage, ob man Linux-Server mit oder ohne Swap-Partition betreiben sollte, spaltet die Linux-Gemeinschaft in einer Weise, wie wir es seit dem Editor War nicht mehr gesehen haben…

So könnte ein spannender Film für Sysadmins anfangen, oder? Ich möchte aber keinen Streit vom Zaun brechen, sondern bin an euren Erfahrungen und Gedanken interessiert. Daher freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, folgende Fragen in den Kommentaren zu diesem Beitrag oder in einem eigenen Blogpost zu beantworten.

  • Stellt ihr Linux-Server mit Swap-Partition bereit und wie begründet ihr eure Entscheidung?
  • Hat euch die Swap-Partition bei sehr hoher Speicherlast schon mal die Haut bzw. Daten gerettet?
  • War der Server während des Swapping noch administrierbar? Falls ja, welche Hardware wurde für die Swap-Partition genutzt?

Eine kleine Mastodon-Umfrage lieferte bisher folgendes Bild:

Quelle: https://social.anoxinon.de/@Tronde/114485601894007649

Schaue ich mir meine eigenen Server an, so ergibt sich ein gemischtes Bild:

  • Debian mit LAMP-Stack und Containern: 16 GB RAM & kein Swap
  • RHEL-KVM-Hypervisor 1: 32 GB RAM & 4 GB Swap
  • RHEL-KVM-Hypervisor 2: 128 GB RAM & kein Swap
  • RHEL-Container-Host (VM): 4 GB RAM & 4 GB Swap

Bis auf den Container-Host handelt es sich um Bare-Metal-Server.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals einem dieser Systeme der Hauptspeicher ausgegangen ist oder der Swapspeicher genutzt worden wäre. Ich erinnere mich, zweimal Swapping auf Kunden-Servern beobachtet zu haben. Die Auswirkungen waren wie folgt.

Im ersten Fall kamen noch SCSI-Festplatten im RAID zum Einsatz. Die Leistung des Gesamtsystems verschlechterte sich durch das Swapping so stark, dass bereitgestellten Dienste praktisch nicht mehr verfügbar waren. Nutzer erhielten Zeitüberschreitungen ihrer Anfragen, Sitzungen brachen ab und das System war nicht mehr administrierbar. Am Ende wurde der Reset-Schalter gedrückt. Das Problem wurde schlussendlich durch eine Vergrößerung des Hauptspeichers gelöst.

Im zweiten Fall, an den ich mich erinnere, führte ein für die Nacht geplanter Task zu einem erhöhten Speicherverbrauch. Hier hat Swapping zunächst geholfen. Tasks liefen zwar länger, wurden aber erfolgreich beendet und verwendeter Hauptspeicher wurde anschließend wieder freigegeben. Hier entstand erst ein Problem, als der Speicherbedarf größer wurde und die Swap-Partition zu klein war. So kam es zum Auftritt des Out-of-Memory-Killer, der mit einer faszinierenden Genauigkeit immer genau den Prozess abgeräumt hat, den man als Sysadmin gern behalten hätte. Auch hier wurde das Problem letztendlich durch eine Erweiterung des Hauptspeichers gelöst.

Ich erinnere mich auch noch an die ein oder andere Anwendung mit einem Speicherleck. Hier hat vorhandener Swap-Speicher das Leid jedoch lediglich kurz verzögert. Das Problem wurde entweder durch einen Bugfix oder den Wechsel der Anwendung behoben.

Nun bin ich auf eure Antworten und Erfahrungsberichte gespannt.