In dem Fall muss ich etwas (sehr weit) ausholen. Als mein Vater vor einigen Jahren in Rente gegangen ist, habe ich ihm ein gebrauchtes Thinkcentre mit Windows 10 von Lenovo gekauft. Sofern ich keinen Mist gebaut habe, war es zu dem Zeitpunkt kompatibel mit Windows 11. Was aktuell nicht mehr der Fall ist. Was also machen?
Die erste Möglichkeit wäre neue Hardware zu kaufen. Was nicht infrage kommt. Von der Leistung her würde die vorhandene CPU für Windows 11 reichen. Und mein Vater nutzt den Rechner nur, um im Internet zu surfen und E-Mails abzurufen.
Die zweite Möglichkeit wäre, Windows 11 mit Tools wie Rufus oder Flyby11 zu installieren, die die von Microsoft bestimmten Voraussetzungen aushebeln. Das funktioniert aktuell. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Microsoft das irgendwann mit einem Update unterbinden wird. Vermutlich auch bei bereits bestehenden Installationen.
Da die Anforderungen sehr überschaubar sind, habe ich mich für Lösung Nummer 3 entschieden. Ich installiere spätestens im September eine Linux-Distribution. Vermutlich openSUSE Tumbleweed. Zum einen, weil Tumbleweed rollt und ich somit im besten Fall von Upgrades alle paar Monate / Jahre verschont bleibe. Und zum anderen, weil Tumbleweed aktuell die wohl am besten getestete rollende Distribution sein dürfte.
Wie bringe ich meinen Vater bei, der schon Probleme hat E-Mail-Anhänge auszudrucken hat, Updates zu installieren? Ganz einfach, gar nicht.
Also werde ich es mit automatischen Updates versuchen. Ja, das kann schiefgehen. Muss es aber nicht. Mit Windows 10 hat es die letzten Jahre ja auch geklappt.
Mein erster Versuch habe ich mit yast2-online-update-configuration unternommen. Und ich bin gescheitert. Vermutlich ist das Tool nicht mit Tumbleweed kompatibel.
Den zweiten Versuch habe ich mit transactional-update durchgeführt. Was zwar technisch gesehen funktioniert hat, aber offiziell ebenfalls nicht mit Tumbleweed kompatibel ist.
Alle guten Dinge sind 3. Den nächsten Versuch habe ich mit os-update unternommen.
Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Timer von systemd der regelmäßig, je nach verwendeter Version von openSUSE den richtigen Befehl für die Updates ausführt. Im Falle von Tumbleweed also zypper dup. Diese Lösung nutze ich nun seit einigen Wochen in einer virtuellen Umgebung und bisher funktioniert alles wie es soll. Der werde ich wohl diese Lösung bevorzugen.
Und ja, mir ist das Risiko automatischer Updates bewusst. Die Alternative wäre allerdings Updates manuell zu installieren, was in dem Fall zu Diskussionen führen würde, die ich nicht führen möchte.