staging.inyokaproject.org

12. Juli 2022

Di, 12. Juli 2022, Lioh Möller

Die Cinnamon Desktopumgebung erfreut sich insbesondere bei Einsteigern grosser Beliebtheit. Begonnen hat deren Entwicklung im LinuxMint Projekt und sie kommt dort als Standard-Desktop zum Einsatz.

Im Laufe der Zeit haben die meisten Distributionen ebenfalls entsprechende Pakete im Angebot, oder bieten Varianten mit Cinnamon an. Seit einiger Zeit hat auch die Ubuntu Familie diesbezüglich Zuwachs erhalten, in Form einer Ubuntu Cinnamon Remix Edition.

Die aktuelle stabile Version basiert dabei auf der Ubuntu LTS 22.04 Variante. Die Entwickler haben sich viel Mühe bei der Gestaltung der Oberfläche gegeben, wobei die Farbwahl stark durch den Namen inspiriert wurde. Ein erklärtes Ziel der Entwickler ist dabei, ein möglichst einfaches Linux-Desktop-System bereitzustellen und dennoch eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten zu bieten.

Über sogenannte Spices lässt sich der Desktop mittels Desklets, Extensions oder Themes erweitern.

Damit stellt die Distribution eine Möglichkeit für Interessierte dar, ein klassisches Ubuntu System mit der beliebten Desktopoberfläche zu nutzen.

Quelle: https://ubuntucinnamon.org/

Di, 12. Juli 2022, Lioh Möller

Die Entwicklung der noch relativ jungen Distribution Cutefish OS scheint ein jähes Ende gefunden zu haben. Bereits seit Februar dieses Jahres wurden keine nennenswerten Änderungen mehr im Git des Projektes eingepflegt und auch die Webseite cutefishos.com ist nicht mehr erreichbar.

Eine Besonderheit der Distribution ist der Einsatz einer eigens dafür entwickelten Desktopumgebung namens Cutefish DE, welche sich vom Aufbau an den User-Interfaces von iOS und macOS orientiert.

Auf reddit wurden bereits Diskussionen zu einem möglichen Fork des Projektes geführt. Auch OpenMandriva arbeitet bereits an einer Fortführung des Projektes. Pakete für Arch Linux stehen ebenfalls zur Verfügung.

Quelle: https://www.debugpoint.com/cutefish-os-development-halts/

11. Juli 2022

Mo, 11. Juli 2022, Lioh Möller

Nutzer der Xfce Desktopumgebung kennen und schätzen das Whisker Menu. Dabei handelt es sich um eine moderne Panel-Erweiterung, welche das klassische Startmenü ersetzen kann.

Mit folgender Anleitung lässt sich das Menü so einstellen, dass es mithilfe der Super-Taste geöffnet oder geschlossen werden kann.

Zunächst startet man dazu den Xfce-Einstellungsmanager und wählt den Bereich Tastatur. Unter dem Reiter Tastenkürzel für Anwendungen lassen sich neue Tastenkombinationen hinzufügen oder vorhandene ändern.

Zum Aufruf des Whisker Menus wird ein neuer Eintrag mit folgender Anwendung erstellt: xfce4-popup-whiskermenu

Als Tastenkürzel wird die Super-Taste (oder eine beliebige nicht belegte andere Taste der Wahl) ausgewählt.

Nach dem Abspeichern, sollte der Eintrag wie folgt aussehen:

So lässt sich das Menü mit einfachen Mitteln starten und der persönliche Arbeitsablauf kann optimiert werden.

10. Juli 2022

Betriebssysteme erfordern Wartung. Manche mehr, manche weniger. Wenn man es als Hobby empfindet, stört es einen vielleicht weniger, als es Leute nervt, die nur wollen, dass ihre Geräte funktionieren. Nur ehrlich sollte man sein.

Am Donnerstag wurde auf GnuLinux.ch auf Entscheidungsbäume für die Wahl einer Linux-Distribution verwiesen. Darunter der Baum von CodeDoesMeme mit der provozierenden Frage „Do you have a life?„, was dann so etwas wie Arch oder Linux from Scratch ausschloss. Dagegen gab es Beschwerden bei den RR-Fans, was man beispielsweise hier nachlesen kann.

Spielen wir das ganze Thema doch mal durch. Das kann man relativ simpel berechnen. Als ich im April die neue Kubuntu LTS einrichtete, brauchte ich dafür circa 4 Stunden, um exakt das System zu haben, das ich mir wünsche. Ein Mensch mit weniger Linux-Affinität benötigt dafür vielleicht doppelt so lange, möglicherweise auch 3x so lange. Das ist aber eigentlich unerheblich.

Danach ist das System im Wartungsmodus, Updates kommen rein und ich mache damit nichts. Viele nervöse Frickler bei Linux können sich das nicht vorstellen, aber das ist die Realität der meisten Anwender jedweder Betriebssysteme da draußen. Workflows sind ziemlich statisch, meist kommt nicht mal ein neues Programm im Jahr dazu. Der Desktop ist schließlich weitestgehend ausentwickelt.

Das System hat eine dreijährige Laufzeit (die Haupt-LTS noch länger, aber die nutze ich nicht). Das Jahr hat bekanntermaßen 365 Tage. Lege ich also die Einrichtungszeit auf die Jahre um, komme ich im mittleren Szenario von 8 Stunden Einrichtungszeit auf weniger als eine halbe Minute pro Tag. Wenn man jetzt LTS-Systeme mit 5 oder 10-Jähriger Laufzeit nimmt, wird es natürlich noch deutlicher, aber die sind bei Privatanwendern eher selten. Selbst wenn man vom pessimistischen Fall ausgeht, dass Ubuntu im Schnitt alle 6 Monate ein Problem verursacht, das gelöst werden muss (was ich basierend auf meiner Erfahrung wirklich unwahrscheinlich finde) und dafür 2 Stunden ansetzt, ändert das nur wenig an der Gesamtkalkulation.

Ich weiß, dass Rolling Release auch über viele Jahre erfolgreich funktionieren kann, aber diesen durchschnittlichen Zeitaufwand erreicht man damit einfach nicht. Schon alleine, weil jeden Tag Updates kommen können, weil man eben doch die Distributions-Ankündigungen anschauen muss (kostet einfach ein paar Minuten Lesezeit), weil man alle paar Monate oder Jahre mal ein größeres Update hat, das einfach 1-2 kleine Probleme auslöst, weil neue Hauptversionen irgendeiner Software eine Nachkonfiguration erfordern etc. pp. Das ist nicht dramatisch und stellt einen mittelmäßig versierten Anwender vor keine Probleme, aber kostet einfach hier und da mal ein bisschen Zeit.

Do you have a life?“ mag überzeichnet sein, aber wer überhaupt keinen Spaß an solchen Themen hat und wer von seinem Betriebssystem einfach nur in Ruhe gelassen werden möchte, wer jede Meldung für Updates und jedes kleine Problem für eine kolossale Verschwendung von Lebenszeit hält, für den sind RR-Systeme einfach nichts, denn sie brauchen schlicht mehr Zeit im Arbeitsalltag. Diese Menschen spielen im Kopf vieler Linux-Fans keine Rolle, aber sie existieren und sind vermutlich die Mehrzahl der Anwender. In sofern hat die Frage im Entscheidungsbaum absolut ihre Berechtigung.

7. Juli 2022

Um eine Tastatur und Maus für zwei Computer zu verwenden habe ich früher Synergy verwendet. Dann wurde das kommerzialisiert und ich habe mir Synergy gekauft, weil ich damals eine Brücke zwischen Windows und Linux brauchte.
 
Jetzt brauche ich gerade wieder so eine Verbindung. Allerdings zwischen zwei Linux Rechnern – genauer gesagt zwischen zwei Kubuntu Rechnern. Bei der Recherche bin ich dann auf Barrier gestoßen, das ein Fork des früheren Synergys ist.Barrier teilt Maus, Tastatur und die Zwischenablage.
 
Barrier ist in sehr vielen Linux Distributionen vorhanden und falls nicht, gibt es das noch als Flatpack. Daher geht die Installation auf beiden Rechnern schnell von der Hand mit einem
sudo apt install barrier
oder entsprechend mit der Flatpack Variante über Discover (Ubuntu).
 
Beim Start auf dem Rechner mit der Maus und der Tastatur (Server) öffnet sich das Barrier Konfigurationsfenster mit der Aufforderung eine Sprache auszuwählen. Danach kommt man in die eigentliche Konfiguration.

Server – im oberen (Serverbereich) „interaktiv konfigurieren“ anklicken
Server – „Server konfigurieren“ klicken
Server – Von der rechten oberen Seite das Monitor Symbol in das Feld auf die Seite ziehen, wo Maus und Tastatur auf den anderen Rechner wechseln sollen
Server – Doppelklick auf den neuen „Monitor“ und einen Anzeigenamen vergeben

Wechsel zum „Client“

Client – Barrier starten
Client – Auswahl „Client (Maus und Tastatur eines anderen Rechner benutzen)“ auswählen
Client – IP Adresse des Server eintragen (diese wird im Barrier Fenster des Servers angezeigt)
Client – Barrier starten (oder neu laden, falls schon gestartet)
Client – Es kommt eine Schüsselgenerierungsanzeige. Diese bestätigen

Barrier sollte jetzt mit der Maus und Tastatur funktionieren.
 
Nachtrag 20.08.2022
Will man eben schnell mal zwischen zwei Bildschirmen wechseln – bei mir war die Anforderung da, weil ich OBS Studio mit einem HDMI Grabber (MiraBox)auf einem anderen Rechner benutze – so kann man beim Server auf „Configure Server“ -> Hotkeys gehen und dort (habe ich) 2 neue „Hotkeys“ anlegen. z.B.

Shift + BildHoch = Action switchToComputer1
Shift + BildRunter = Action switchToComputer2

Die Maus landet dann immer dort, wo sie den jeweiligen Bildschirm verlassen hat. In meinem Fall sehr praktisch.
 
Barrier läuft unter Linux, FreeBSD, OpenBSD, Windows und macOS (hier bitte die Entwicklerseite wegen bekannten Problemen lesen!!)
 
Die Entwickler Webseite https://github.com/debauchee/barrier
 
 

The post Barrier statt Synergy – Maus & Tastatur zwischen zwei Computern teilen first appeared on Dem hoergen Blog.

6. Juli 2022

Mozilla hat mit Firefox 102.0.1 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht.

Download Mozilla Firefox 102.0.1

Mit dem Update auf Firefox 102.0.1 behebt Mozilla das Problem, dass Firefox unter Windows keine Desktop-Verknüpfungen mehr anlegen konnte, wenn der Titel der jeweiligen Website ein für Dateinamen nicht zulässiges Zeichen wie einen Doppelpunkt beinhaltete.

Bei Verwendung eines dunklen Themes gibt es nicht länger ein weißes Flackern beim Öffnen der Lesezeichen-Sidebar.

Wird die Rechtschreibung für mehrere Sprachen geprüft und es gibt Inhalte sowohl mit Zeichen des lateinischen als auch des nicht lateinischen Alphabets, funktioniert diese jetzt für alle Sprache korrekt.

Behoben wurde auch der Fehler, dass sich die Option „Cookies und Website-Daten beim Beenden von Firefox löschen“ bei jedem Firefox-Start zurückgesetzt hat, was nur ein Anzeigefehler, aber für die Nutzer der Option natürlich verwirrend war.

Unter Windows wurde die Tooltip-Farbe verbessert und die Flatpak-Version für Linux zeigt im Dock nach dem Start von Firefox nicht länger ein zweites Firefox-Symbol an.

Außerdem wurden ein Problem mit unerwünschtem Scrollen in der Webkonsole behoben, ebenso wie zwei mögliche Absturzursachen sowie ein Problem in Zusammenhang mit dem Marionette-Tool zum automatisierten Testen.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 102.0.1 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

5. Juli 2022

Di, 5. Juli 2022, Lioh Möller

Wer KDE Plasma im Wayland Modus nutzt und beispielsweise durch das Setzen der Umgebungsvariable MOZ_ENABLE_WAYLAND=1 Mozilla Applikationen ebenfalls nativ unter Wayland betreibt, wird feststellen, dass teilweise die Applikationssymbole in der Taskleiste oder im Alt+Tab-Switcher nicht korrekt angezeigt werden. Stattdessen kann es dazu kommen, dass lediglich das allgemeine Symbol einer Wayland Applikation dargestellt wird.



Lösen lässt sich dies durch die Erstellung einer KWin-Regel.

Dazu klickt man im betreffenden Programm auf das Symbol links in der Titelleiste (Alt+F3) und wählt Weitere Aktionen / Spezielle Einstellungen für dieses Programm einrichten. Dort fügt man eine neue Eigenschaft des Typs 'Arbeitsflächen-Dateiname' hinzu. Als Wert der Variable gibt man den Namen des .desktop Files unter /usr/share/applications/ oder ~/.local/share/applications/ an (beispielsweise mozilla-thunderbird statt thunderbird).

Nach einem Neustart wird das Applikationssymbol korrekt angezeigt.

4. Juli 2022

Mo, 4. Juli 2022, Ralf Hersel

Clément Lefèbvres Linux Mint gehört nach wie vor zu den beliebtesten GNU/Linux-Distributionen. Seit Jahren wird Mint in den Top-10 bei Distrowatch gelistet (aktuell auf Platz 3). Wie ihr alle wisst, sollte man Distrowatch nicht so ernst nehmen, weil es eine selbsterfüllende Prophezeiung ist. Trotzdem ist gerade für Einsteiger:innen die Ubuntu-basierte Distribution die erste Wahl.

In den monatlichen Updates vom Juni gab das Team bekannt, dass der problematische "systemd-oom" nicht mehr als Dienst zur Verfügung steht. Der systemd-oomd-Dienst überwacht das System und beendet Prozesse, wenn das System in Situationen gerät, in denen der Arbeitsspeicher erschöpft ist. Darüber hinaus kann der Dienst auch alle laufenden Prozesse (z. B. Firefox) beenden, wenn man gerade an einer wichtigen Aufgabe arbeitet.


Seit der Veröffentlichung von Ubuntu 22.04 "Jammy Jellyfish" haben viele Benutzer das Problem in den AskUbuntu-Foren gemeldet. Darüber hinaus äusserten viele Benutzer Bedenken, dass dieser kritische Dienst aktiviert wird, ohne dass eine angemessene Warnung oder ein Bewusstsein für die Benutzer in Form von Blogbeiträgen oder Dokumentationen vorhanden ist. Daher hat das Mint-Team beschlossen, diesen Dienst im kommenden Linux Mint 21 "Vanessa" nicht zu integrieren.

Dies ein wichtiger Schritt, wenn man bedenkt, welche negativen Auswirkungen dieses Systemverhalten haben kann.

Zusätzlich zu dieser Änderungen ist für die kommende Version auch die Einführung des neuen mintupgrade-Tools für grössere Versions-Upgrades geplant. Das Mint-Upgrade-Tool ist ein Lebensretter für all diejenigen, die auf der Suche nach einem benutzerfreundlichen GUI-basierten Upgrade-Tool sind.

Abgesehen davon gibt es einige zentrale Änderungen: Linux Mint 21 "Vanessa" wird auf Ubuntu 22.04 LTS basieren und enthält den Mainline-LTS-Kernel 5.15. Zweitens wird der kürzlich veröffentlichte Cinnamon-Desktop 5.4 die Flaggschiff-Variante zieren. Cinnamon 5.4 enthält mehrere Fehlerkorrekturen und Leistungsverbesserungen und wird mit dieser Version erstmals verfügbar sein.

Hier ist die Zusammenfassung der Änderungen:

  • Basiert auf Ubuntu 22.04 LTS "Jammy Jellyfish" und Linux Kernel 5.15
  • Cinnamon-Desktop 5.4
  • Xfce-Desktop 4.16
  • MATE-Desktop 1.24
  • Neues Dienstprogramm mintupgrade
  • Der Os-Prober wird für die korrekte Erkennung von Betriebssystemen während des Grub-Updates verfügbar sein
  • Blueman ist jetzt der Bluetooth-Manager, der Blueberry ablöst
  • WebP-Unterstützung für das Bildformat der nächsten Generation in xviewer

Die Beta-Version von Linux Mint 21 wird ab dem 15. Juli 2022 zum Testen verfügbar sein. Die endgültige Veröffentlichung wird von den Testergebnissen und dem Feedback abhängen.

Quelle: https://blog.linuxmint.com/?p=4336

1. Juli 2022

Fr, 1. Juli 2022, Lioh Möller

Der Entwickler Rudra Saraswat hat die Veröffentlichung einer neuen Version der Unity-Desktopumgebung bekannt gegeben. Nach über 6 Jahren nach dem Release der Vorgängerversion, bringt die nun vorliegende Version 7.6 eine Vielzahl an Neuerungen mit sich.

Unity wurde in der Vergangenheit massgeblich durch Canonical, der Firma hinter Ubuntu Linux, entwickelt. Die hauseigene Desktopumgebung war von 2010 bis 2017 der Standard in der offiziellen Ubuntu Variante, bis sich das Projekt entschloss, zurück auf GNOME zu wechseln. Dennoch erfreut sich auch Unity weiterhin bei einigen Anwendern grosser Beliebtheit und seit einiger Zeit steht wieder eine Ubuntu Variante mit dem Unity Desktop zur Verfügung. Nutzer dieser Remix Version, können ihr System mit folgenden Befehlen auf Unity 7.6 aktualisieren:

sudo apt update && sudo apt upgrade

Alternativ lässt sich das Repository wie folgt hinzufügen und eine Installation der Desktopumgebung durchgeführt werden:

wget https://repo.unityx.org/unityx.key
sudo apt-key add unityx.key
echo 'deb https://repo.unityx.org/main testing main' | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/unity-x.list
sudo apt-get update && sudo apt-get install -y unity

Es folgt eine Übersicht der Änderungen im Vergleich zur Vorgängerversion:

  • Die Dash (App-Launcher) und das HUD wurden neu gestaltet und wirken zeitgemässer.
  • Im unity-control-center lassen sich ähnlich wie bei aktuellen GNOME-Versionen Akzentfarben definieren. Ausserdem wurden weitere Themes hinzugefügt.
  • Die Schaltfläche 'Papierkorb leeren' im Dock wurde korrigiert und verwendet jetzt Nemo anstatt Nautilus.
  • Der Unity7-Shell-Quellcode wurde nach GitLab migriert und lässt sich vollständig auf Ubuntu 22.04 compilieren.
  • Die Menüs und Tooltips des Docks haben ein moderneres Aussehen erhalten.
  • Die Speicher-Nutzung konnte unter Ubuntu Unity 22.04 deutlich auf etwa 700-800 MB reduziert werden.

Quelle: https://unity.ubuntuunity.org/blog/unity-7.6/

Nach LiMux war die Open Source-Strategie von Schleswig-Holstein der nächste große Hoffnungsträger für die FOSS-Community. Nicht zuletzt, weil der bisher zuständige Minister Jan Philipp Albrecht in der Netzgemeinde seit seiner Zeit im Europaparlament wohlgelitten ist. Die Zukunft ist nach Wahl und neuer Koalition aber mal wieder offen.

Ich hatte zu diesem und anderen vergleichbaren Projekten in der Vergangenheit ja sehr kritisch geäußert und bin dafür ziemlich hart angegangen worden. Der Einsatz von Open Source beim Staat ist bei vielen in der FOSS-Community ein unglaublich aufgeladenes und mit irrationalen Hoffnungen verbundenes Thema. Reale Probleme und Herausforderungen spielen da oft weniger eine Rolle als die abstrakte Hoffnung, dass durch den Einstieg des Staates der Gordische Knoten für Linux oder LibeOffice durchschlagen wird.

Wie Heise kürzlich berichtete, ist der neue Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen deutlich unverbindlicher und die Zuständigkeit wandert vom grünen Umweltministerium in die CDU-Staatskanzlei. Im besten Fall bedeutet das weniger Ankündigungsminister und mehr praktische Arbeit. Im schlimmsten Fall verheddert sich das Projekt im Verwaltungsdickicht. Interessierte können sich die entsprechenden Passagen mal durchlesen. Vor allem im Abschnitt zu „digitaler Souveränität“ sind relevante Aussagen gebündelt. Der Vertrag beinhaltet zwar ein grundsätzliches Bekenntnis zu Open Source und Grundsätzen wie Public Money, Public Code aber lässt mit „Gleichwertigkeit“ von „gewohnter Funktionalität“ einige Hintertüren offen.

Niemand vermutet aktuell einen 180°-Schwenk im Stil von München, aber die Vorhaben und Zeitpläne waren bisher ziemlich ambitioniert. Wer nicht gerade mit eng sitzenden ideologischen Scheuklappen darauf schaute, fragte sich schon länger, wie diese Ziele so schnell erreicht werden sollten. Hier dürfte nun vermutlich etwas mehr Realismus einkehren.

30. Juni 2022

Kurz notiert: Vim hat diese Woche die Veröffentlichung eines neuen Major-Releases angekündigt. Die größte Änderung ist die Einführung von Vim 9 Script.

Bei Vim 9 Script handelt es sich um eine neue Skriptsprache für den bekannten textbaiserten Editor. Als Motivation geben die Entwickler zwei große Ziele an:

  • Performance: Die Sprache wird kompiliert in Befehle, die effizient ausgeführt werden können und eine 10- bis 100-fach verkürzte Ausführungszeit ermöglichen.
  • Syntax: Vim 9 Script orientiert sich syntaktisch an aktuellen, weit verbreiteten Programmiersprachen wie JavaScript, TypeScript und Java.

Insbesondere die Performanceziele haben den Weg für die Abwärtskompatibilität versperrt. Dabei wurde der Kompromiss gefunden, einerseits Vim 9 Script und andererseits „Legacy-Script“ (sprich: <= Vim 8) parallel zu unterstützen.

Weitere Hinweise zu Vim 9 Script sind unter :help vim9 verfügbar. Darüber hinaus wurden zahlreiche Bugs und Sicherheitslücken gefixt sowie die interne Testabdeckung erhöht. Letzteres soll zur Qualitätssicherung beitragen und die Robustheit erhöhen. Weitere Hinweise zu Neuerungen sind unter :help new-9 zu finden.

Do, 30. Juni 2022, Lioh Möller

Bei Replicant handelt es sich um eine vollständig Freie Android-Implementierung. Dies bedeutet, dass keinerlei Binary Blobs, also Treiber-Bestandteile, welche nur im Binärcode vorliegen, enthalten sind. Damit einher geht, dass Treiber für Hardware-Komponenten, welche Binary Blobs benötigen, vom Projekt neu implementiert werden müssen. Dieser Vorgang ist aufwändig und zeitintensiv, zahlt sich letztendlich allerdings aus. Neu entwickelte Freie Treiber, sollten dabei möglichst in den Mainline-Kernel aufgenommen werden, um so allen Interessierten zu Gute zu kommen.

Als Referenzplattform hat sich das Replicant Projekt aktuell für das Samsung Galaxy S III (i9300) entschieden. Allerdings wird auch an einer Unterstützung der 4G-Variante mit der Modellnummer i9305 gearbeitet.

Da dem kleinen Entwicklerteam nur bedingt Ressourcen zur Verfügung stehen, werden nur Teile der Hardware unterstützt, wobei das Galaxy S III zu den am weitesten fortgeschrittenen Modellen zählt. Das integrierte 3G-Modem funktioniert beispielsweise, WLAN allerdings nur mit einem externen Adapter. GPS wird aktuell ebenfalls nicht unterstützt.

Sofern man beispielsweise auf einer Online Handelsplattform für Gebrauchtgeräte ein Gerät ergattern konnte, ist die eigentliche Installation in wenigen Schritten auch für motivierte Anfänger durchaus durchführbar.

Voraussetzung sind die Kommandozeilenanwendungen adb und heimdall, welche sich auf einem Debian GNU/Linux System wie folgt installieren lassen:

sudo apt install adb heimdall-flash

Daraufhin können die benötigten Images heruntergeladen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sowohl das Recovery Image als auch das Zip-Systemarchiv zu dem jeweiligen Modell passen. Sicherheitshalber kann die Prüfsumme mit den angebotenen Prüfsummen-Dateien verglichen werden.

Im ersten Schritt wird das Recovery Image mittels Heimdall übertragen. Dazu wird zunächst das Telefon ausgeschaltet und von einer möglichen USB-Verbindung getrennt. Daraufhin startet man das Gerät mit gleichzeitigem Drücken der Leiser- + Einschalt- + Auswahltaste (mittlere Hardwaretaste unter dem Display). Es sollte der Heimdall Download Modus aktiviert werden, welcher eine Bestätigung erfordert.

Erst sobald diese erfolgt ist, kann das Gerät mit dem Computer, auf den zuvor die Images heruntergeladen wurden, verbunden werden.

Nach dem Wechsel in das Verzeichnis, welches das Recovery Image enthält, wird der Flash-Vorgang wie folgt gestartet:

heimdall flash --BOOT recovery-i9300.img --RECOVERY recovery-i9300.img

Sobald dieser erfolgreich war, sollte das Telefon automatisch in den Recovery Modus starten, aus dem die Systeminstallation durchgeführt werden kann.

Die Navigation im Recovery-Modus erfolgt wahlweise über den Touchscreen oder mit den Lauter- / Leiser-Tasten sowie der Power-Taste zur Auswahl.

Zur Vorbereitung der Systeminstallation wählt man Advanced / Wipe system partition. Über den Zurück-Softbutton rechts unter dem Display gelangt man wieder ins Hauptmenü und wählt dort Factory resetWipe data.

Das Systemarchiv kann nun mittels adb sideload vom Computer übertragen werden. Dazu wählt man im Recovery Hauptmenü Apply update / Apply from ADB.

Auf dem Computer kann man sich mittels adb devices anzeigen lassen, ob das Gerät erkannt wurde und ob es sich im Sideloading-Modus befinden. Sollte dies der Fall sein, erfolgt die Übertragung des Zip-Archives wie folgt:

adb sideload replicant-6.0-0004-i9300.zip 

Nachdem diese erfolgreich abgeschlossen wurde, kann das System neu gestartet werden und es begrüsst den freudigen Benutzer eines vollständig befreiten Android-Telefons mit einem roten Roboter. Der erste Systemstart kann dabei etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Da WLAN ohne externen Adapter auf dem Gerät aufgrund fehlender Treiber nicht funktionsfähig ist, sollte man eine funktionierende SIM-Karte mit Datenvolumen einlegen, oder die benötigten Anwendungen ebenfalls mittels adb installieren.

Weitere Informationen und Supportkanäle findet man auf der Homepage des Projektes.

29. Juni 2022

Mi, 29. Juni 2022, Lioh Möller

Wem die Installation und Konfiguration von Gentoo zu aufwändig oder zu kompliziert ist, der kann einen Blick auf Orchid Linux werfen. Das aus Frankreich stammende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Gentoo für eine grössere Nutzergruppe zur Verfügung zu stellen. Dennoch richtet sich auch diese Distribution nicht an Einsteiger.

Dabei wird versucht, dem Geiste Gentoos treu zu bleiben und möglichst wenige Modifikationen durchzuführen. Lediglich die Installation wird durch vorcompilierte Paketgruppen beschleunigt, welche beispielsweise als KDE Plasma, Xfce, GNOME oder eine Variante mit dwm angeboten werden.

Darüber hinaus werden Tools bereitgestellt, welche die Arbeit mit dem System vereinfachen sollen und zum Beispiel Systemaktualisierungen ermöglichen.

Die Installation selbst ähnelt hingegen aktuell eher einem klassischen Gentoo Installationsvorgang. Es wird weder ein grafisches noch ein textbasiertes Installationsprogramm angeboten und die erforderlichen Schritte müssen manuell durchgeführt werden. Englischkenntnisse werden dazu zwingend vorausgesetzt. Sofern das System einmal auf die Festplatte gebannt wurde, kann es auf Wunsch mit dem sogenannten Tkg-Kernel ausgestattet werden, der Optimierungen insbesondere für das Gaming- und die Desktop-Nutzung enthält. Mithilfe des Kommandos orchid-nvidia lässt sich bei Bedarf auf einfache Weise NVIDIA Treiber installieren.

Viele der enthaltenen Tools sind lediglich Wrapper in Gentoo enthaltene Standardwerzeuge wie emerge oder eix-sync. Ob es sinnvoller wäre, sich direkt mit der Mutterdistribution auseinanderzusetzen und deren Befehle zu erlernen, oder ob man von den Vereinfachungen des Orchid Linux Projektes profitieren möchte, bleibt letztendlich die Entscheidung des interessierten Anwenders. Mittels orchid-transform lässt sich alternativ auch ein bereits installiertes Gentoo in ein Orchid Linux verwandeln.

Quelle: https://orchid-linux.org/en/index.html

28. Juni 2022

Mozilla hat Firefox 102 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Weitere Download-Verbesserungen

Mit Firefox 98 hatte Mozilla grundlegende Veränderungen am Download-Verhalten durchgeführt. Basierend auf dem Feedback der Nutzer kam in Firefox 101 eine einfache Möglichkeit via Option zurück, vor jedem Download gefragt zu werden. Mit Firefox 102 folgt die Umsetzung von weiterem Feedback.

So kann über about:config der neue Schalter browser.download.start_downloads_in_tmp_dir per Doppelklick auf true geschaltet werden, damit Firefox wieder das temporäre Download-Verzeichnis nutzt, in welchem diese (auf Nicht-macOS-Plattformen) automatisch gelöscht werden.

Das automatische Öffnen des Download-Panels, immer wenn ein neuer Download startet, kann über eine Rechtsklick-Option auf einen Download-Eintrag in eben jenem Panel abgeschaltet werden. Dies war bereits abschaltbar, bislang jedoch ausschließlich via about:config und nicht über eine sichtbare Option.

Untertitel für Bild-im-Bild-Videos auf weiteren Streaming-Plattformen

Auf Websites, welche den WebVTT-Standard unterstützen, sowie auf den populären Video- und Streaming-Plattformen YouTube, Amazon Prime Video und Netflix, welche stattdessen eine eigene Lösung verwenden, kann Firefox seit Version 100 die Untertitel von Videos auch im Bild-im-Bild-Modus anzeigen.

Firefox 102 bringt eine zusätzliche Untertitel-Unterstützung für HBO Max, Funimation, Dailymotion, Tubi, Disney+ Hotstar sowie SonyLIV.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 102 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 102 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Das Audio-Dekoding findet nun in einem separaten Prozess mit strengeren Sandboxing-Regeln statt.

Außerdem werden SHA1-Signaturen in Zertifikaten standardmäßig nicht länger unterstützt.

Sonstige Neuerungen von Firefox 102

Firefox 102 entfernt beim Navigieren auf Websites automatisch bestimmte Tracking-Parameter bei Verwendung der strengen Einstellung für den Schutz vor Aktivitätenverfolgung.

Das Panel zum Speichern von Seiten im Mozilla-Dienst Pocket wurde neu gestaltet.

Pocket Firefox 102

In der Drucken-Vorschau gibt es jetzt auch bei PDF-Dateien die Option, die Kopf- und Fußzeilen nicht zu drucken.

Die Leseansicht unterstützt nun auch Markdown-Dateien auf GitHub.

Das Logo der Suchmaschine Ecosia wurde an das neue Design angepasst.

Im Stileditor der Entwicklerwerkzeuge lassen sich sich die geladenen Stylesheets jetzt filtern.

Auch für Entwickler von Websites und Firefox-Erweiterungen gab es wieder Neuerungen, welche in den MDN Web Docs dokumentiert sind.

Neue Basis für Firefox ESR

Firefox 102 löst Firefox 91 als Basis für Firefox ESR, die Unternehmensversion von Firefox mit Langzeitunterstützung, ab. Die Unterschiede zwischen Firefox 102 und Firefox ESR 102 sowie Wissenswertes für System-Administratoren werden in einem gesonderten Artikel behandelt.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 102 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mozilla hat Firefox 102 veröffentlicht. Firefox 102 ist gleichzeitig die neue Basis für Firefox ESR, die Firefox-Version mit Langzeitunterstützung. Während Firefox 102 und Firefox ESR 102 grundsätzlich identisch sind, gibt es doch ein paar Unterschiede zwischen beiden Versionen. Auch sonst gibt es einiges Wissenswertes für System-Administratoren.

Mozilla hat Firefox 102 und Firefox ESR 102 veröffentlicht. Nutzer von Firefox ESR 91 haben noch zwölf Wochen Zeit, ehe sie mit Erscheinen von Firefox 105 und Firefox ESR 102.3 am 20. September 2022 automatisch auf Firefox ESR 102 migriert werden. Wie schon Firefox ESR 91 unterscheidet sich auch Firefox ESR 102 in ein paar wenigen Details von seinem Mainstream-Pendant.

Download Mozilla Firefox ESR 102

Nur in Firefox ESR 102: Deaktivierbare Signaturpflicht für Add-ons

Zum Schutz seiner Nutzer hat Mozilla eine Signaturpflicht für Add-ons in Firefox eingeführt, welche seit Firefox 43 standardmäßig aktiviert ist. Diese kann nur in Nightly-Builds sowie in der Developer Edition von Firefox deaktiviert werden, nicht in Beta- oder finalen Versionen. Die ESR-Version von Firefox 102 erlaubt auch in der finalen Ausführung die Deaktivierung der Signaturpflicht.

Zur Deaktivierung muss der folgende Schalter über about:config auf false geschaltet werden:

xpinstall.signatures.required

Achtung: Es ist aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen, die Signaturpflicht für Erweiterungen zu deaktivieren. Wer seine Erweiterungen ausschließlich über addons.mozilla.org bezieht, findet außerdem in der Regel sowieso ausschließlich signierte Erweiterungen vor.

Nur in Firefox ESR 102: Zusätzliche Unternehmensrichtlinie

Seit Firefox 60 liefert Mozilla die Unterstütztung von Unternehmensrichtlinien aus. Damit ist es für Systemadministratoren möglich, Firefox für die Verteilung im Unternehmen vorzukonfigurieren, wofür bis einschließlich Firefox ESR 52 gerne der sogenannte CCK2 Wizard benutzt worden ist, der allerdings mit Firefox 57 und höher nicht kompatibel ist.

Die SearchEngines-Richtlinie zum Konfigurieren der Suchmaschinen funktioniert ausschließlich in Firefox ESR.

Alle Neuerungen zwischen Firefox ESR 91 und Firefox ESR 102

Natürlich gab es zwischen Firefox ESR 91 und Firefox ESR 102 auch wieder zahlreiche Neuerungen, darunter auch Neuerungen, welche für Unternehmen relevant sein könnten, wie beispielsweise neue Sicherheits- und Datenschutz-Verbesserungen. Für einen Überblick über alle wichtigen Neuerungen zwischen Firefox ESR 91 und Firefox ESR 102 empfiehlt sich die Lektüre der Artikel über die Neuerungen der entsprechenden Major-Releases:

Sonstiges Wissenswertes für Unternehmens-Administratoren

Unternehmensrichtlinien

Firefox lässt sich mittels zahlreicher Unternehmensrichtlinien konfigurieren. Dabei gibt es verschiedene Wege: Plattformübergreifend auf Windows, Apple macOS sowie Linux über eine Datei policies.json, via GPO oder Intune auf Windows oder via .plist-Datei auf Apple macOS.

MSI-Installer für Windows

Um System-Administratoren im Unternehmen das Anpassen und Verteilen von Firefox einfacher zu machen, bietet Mozilla anpassbare MSI-Installer für Firefox ESR auf Windows 7 und höher an.

MSI-Installer erlauben die Anpassung über eine MST-Datei und können über die auf Windows üblichen Deployment-Tools wie Active Directory oder Microsoft System Center Configuration Manager verteilt werden. Mozilla hat eine Dokumentation zu den MSI-Installern veröffentlicht.

Download MSI-Installer von Firefox ESR 102

pkg-Installer für Apple macOS

Ähnlich zu den MSI-Installern für Windows gibt es pkg-Installer für Apple macOS.

Download pkg-Installer von Firefox ESR 102

Dedizierte Profile pro Installation abschalten

Lesezeichen, Chronik, Erweiterungen, Passwörter, Einstellungen – diese und noch weitere Dinge werden in einem sogenannten Profil gespeichert. Verschiedene Firefox-Installationen nutzen bisher standardmäßig immer das gleiche Profil.

Seit Firefox 67 nutzt der Mozilla-Browser dedizierte Profile pro Installation. Das heißt, dass wenn ein Nutzer mehrere Firefox-Installation hat, jede dieser Installationen ein eigenes Profil verwendet und damit standardmäßig nicht länger in allen Installationen automatisch die gleichen Lesezeichen, die gleiche Chronik etc. zur Verfügung stehen.

Gerade im Unternehmensumfeld kann dies unerwartet sein. Über eine Umgebungsvariable mit beliebigem Wert kann dieses Feature abgeschaltet werden:

MOZ_LEGACY_PROFILES

Wie Umgebungsvariablen angelegt werden, ist der Dokumentation des jeweiligen Betriebssystems zu entnehmen.

Downgrade-Schutz abschalten

Ein anderes Feature seit Firefox 67 ist ein Downgrade-Schutz. Firefox verhindert, dass der Browser mit einem Profil gestartet wird, welches bereits mit einer neueren Firefox-Version genutzt worden ist. Auch dieses Feature kann über eine Umgebungsvariable mit beliebigem Wert abgeschaltet werden:

MOZ_ALLOW_DOWNGRADE

Alternativ dazu kann Firefox mit dem folgenden Kommandozeilen-Argument gestartet werden:

--allow-downgrade

Dokumentation für System-Administratoren

Hier gibt es spezielle Hilfe-Seiten für die Administration von Firefox im Unternehmen.

Der Beitrag Alles Wissenswerte zu Firefox ESR 102 inklusive Unterschiede zu Firefox 102 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

27. Juni 2022

Der folgende Text dient mir als Dokumentation. Ich halte darin fest, wie ich LVs von einer VG in eine andere VG verschiebe und die Partitionstabelle der Festplatte mit der Quell-VG bearbeite. Der Verschiebe-Vorgang setzt sich dabei aus den zwei Vorgängen Kopieren und Löschen zusammen.

Der Text mag euch unterhalten und ggf. könnt ihr darauf zurückgreifen, wenn ihr ähnliche Arbeiten an euren Linux-Dateisystemen plant. Euch erwartet jedoch kein Tutorial, das in einzelne Themen oder Programme einführt. Falls ihr von hieran weiterlest, wünsche ich euch viel Spaß mit dem Text.

Ausgangslage

Es geht um meinen Desktop-PC. Dieser besitzt neben einer Geschichte auch einige Altlasten. Nun ist mir meine /boot-Partition zu klein. Da der Platz hinter der Partition jedoch von einer LUKS-verschlüsselten Partition mit LVM belegt ist, muss ich hier erst Platz schaffen, um die /boot-Partition vergrößern zu können.

Folgender Code-Block gibt einen Überblick über die Block-Geräte meines PCs, die darauf befindlichen Partitionen sowie deren Einhängepunkte in /etc/fstab und /etc/crypttab. Identifizierende Merkmale wie UUIDs wurden gekürzt, verändert oder Platzhalter an ihrer Stelle verwendet.

$ lsblk
NAME                          MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE  MOUNTPOINT
sda                             8:0    0 931,5G  0 disk  
└─sdb_crypt                   253:4    0 931,5G  0 crypt 
  └─tower--pc--vg2-lv--images 253:5    0   360G  0 lvm   /var/lib/libvirt/images
sdb                             8:16   0 238,5G  0 disk  
├─sdb1                          8:17   0   243M  0 part  /boot
├─sdb2                          8:18   0     1K  0 part  
└─sdb5                          8:21   0 238,2G  0 part  
  └─sda5_crypt                253:0    0 238,2G  0 crypt 
    ├─tower--pc--vg-root      253:1    0  27,9G  0 lvm   /
    ├─tower--pc--vg-swap_1    253:2    0     4G  0 lvm   [SWAP]
    └─tower--pc--vg-home      253:3    0 204,3G  0 lvm   /home
sr0

$ cat /etc/fstab
# /etc/fstab: static file system information.
#
# Use 'blkid' to print the universally unique identifier for a
# device; this may be used with UUID= as a more robust way to name devices
# that works even if disks are added and removed. See fstab(5).
#
# <file system> <mount point>   <type>  <options>       <dump>  <pass>
/dev/mapper/tower--pc--vg-root /               ext4    errors=remount-ro 0       1
# /boot was on /dev/sda1 during installation
UUID=a3809eb1-fc3d191e2ae9 /boot           ext2    defaults        0       2
/dev/mapper/tower--pc--vg-home /home           ext4    defaults        0       2
/dev/mapper/tower--pc--vg-swap_1 none            swap    sw              0       0
/dev/sr0        /media/cdrom0   udf,iso9660 user,noauto     0       0

# 1 TB SSD SANDisk
/dev/mapper/tower--pc--vg2-lv--images	/var/lib/libvirt/images	ext4	defaults	0	0

$ cat /etc/crypttab 
sda5_crypt UUID=07f0d6c5-257591190166 none luks,discard
sdb_crypt UUID="e605980c-307daf28b717" none luks,discard

$ sudo blkid
/dev/sdb1: UUID="a3809eb1-fc3d191e2ae9" BLOCK_SIZE="1024" TYPE="ext2" PARTUUID="6ee39e6a-01"
/dev/sdb5: UUID="07f0d6c5-257591190166" TYPE="crypto_LUKS" PARTUUID="6ee39e6a-05"
/dev/sda: UUID="e605980c-307daf28b717" TYPE="crypto_LUKS"
/dev/mapper/sda5_crypt: UUID="AZKTuQ-rVeB5S" TYPE="LVM2_member"
/dev/mapper/tower--pc--vg-root: UUID="be0ff8fd-7aee7ce75f3b" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4"
/dev/mapper/tower--pc--vg-swap_1: UUID="90823267-b6828aeca9b9" TYPE="swap"
/dev/mapper/tower--pc--vg-home: UUID="d410241d-04214b690522" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4"
/dev/mapper/sdb_crypt: UUID="Ff4Lt0-RKJrGd" TYPE="LVM2_member"
/dev/mapper/tower--pc--vg2-lv--images: UUID="3af3b461-cdd7b2bc9710" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4"

Ziel

Mein Ziel ist, die /boot-Partition auf 2 GB zu vergrößern, ohne das System neuinstallieren zu müssen oder die Daten in den vorhandenen Partitionen zu verlieren.

Mögliche Vorgehensweisen

Bei meiner Internet-Recherche bin ich auf folgende Lösungsmöglichkeiten gestoßen:

Wenn man diese Diskussionen und den Wiki-Artikel liest, erkennt man, dass es mehrere Wege zum Ziel gibt. Ich habe mich für folgendes Vorgehen entschieden, da es auf mich den Eindruck macht, unkompliziert zu sein und nur ein geringes Risiko für Datenverlust birgt:

  1. Datensicherung
  2. LUKS-Devices umbenennen
  3. LV und Dateisystem der /home-Partition verkleinern
  4. Neue LVs in zweiter VG erstellen
  5. Partitionen mit partclone kopieren
  6. Grub Neukonfigurieren (2x)

Schritt 1: Datensicherung durchführen

Bevor ich irgendwelche Änderungen an der Partitionstabelle von /dev/sdb durchführe, erstelle ich eine Datensicherung. Dazu verwende ich die freie Software Clonezilla, um die Partitionen von /dev/sdb in eine Image-Datei auf einer externen Festplatte zu sichern.

Das Programm ist einfach in der Bedienung und ermöglicht mir im Fehlerfall, die Partitionen der zu bearbeitenden Festplatte wiederherzustellen.

Schritt 2: LUKS-Devices umbenennen

Im IST-Zustand befindet sich das LUKS-Device sdb_crypt auf dem Gerät /dev/sda, während sich sda5_crypt auf dev/sdb5 befindet. Dies ist unschön und lässt sich wie folgt ändern:

root:~# dmsetup rename sda5_crypt sd_temp
root:~# dmsetup rename sdb_crypt sda5_crypt
root:~# dmsetup rename sd_temp sdb_crypt

Nun wird die Datei /etc/crypttab entsprechend angepasst (vgl. mit IST-Zustand):

root:~# cat /etc/crypttab 
sdb_crypt UUID=07f0d6c5-257591190166 none luks,discard
sda5_crypt UUID="e605980c-307daf28b717" none luks,discard

Damit die Partitionen beim Start des Rechners korrekt entschlüsselt und eingebunden werden, wird abschließend initramfs aktualisiert:

root:~# update-initramfs -u -k all
update-initramfs: Generating /boot/initrd.img-5.10.0-15-amd64
update-initramfs: Generating /boot/initrd.img-5.10.0-13-amd64

Nach einem Neustart ergibt sich das gewünschte Bild:

$ lsblk
NAME                          MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE  MOUNTPOINT
sda                             8:0    0 931,5G  0 disk  
└─sda5_crypt                  253:4    0 931,5G  0 crypt 
  └─tower--pc--vg2-lv--images 253:5    0   360G  0 lvm   /var/lib/libvirt/images
sdb                             8:16   0 238,5G  0 disk  
├─sdb1                          8:17   0   243M  0 part  /boot
├─sdb2                          8:18   0     1K  0 part  
└─sdb5                          8:21   0 238,2G  0 part  
  └─sdb_crypt                 253:0    0 238,2G  0 crypt 
    ├─tower--pc--vg-root      253:1    0  27,9G  0 lvm   /
    ├─tower--pc--vg-swap_1    253:2    0     4G  0 lvm   [SWAP]
    └─tower--pc--vg-home      253:3    0 204,3G  0 lvm   /home

Schritt 3: LV und Dateisystem der /home-Partition verkleinern

Meine /home-Partition ist mir mit 204 GB etwas groß geraten. Daher möchte ich sie um 100 GB verkleinern. Um das Dateisystem verkleinern zu können, darf die Partition nicht eingehängt sein. Um die folgenden Schritte durchzuführen, nutze ich diesmal das Linux-System System Rescue. Dabei handelt es sich um ein Live-System, mit jeder Menge Werkzeugen, um einen (beschädigten) Rechner zu bearbeiten.

Der folgende Code-Block zeigt, wie zuerst das verschlüsselte LUKS-Device geöffnet und anschließend das LV der /home-Partition verkleinert wird. Der dabei verwendete Befehl führt die Verkleinerung des Dateisystems und des LV in einem Schritt aus:

# LUKS-Device öffnen
# cryptsetup open <device> <name> --type <device_type> see cryptsetup(8)

root@sysrescue ~]# cryptsetup open /dev/sda5 crypt_disk --type luks2
Enter passphrase for /dev/sda5: 
[root@sysrescue ~]# lsblk
NAME                       MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE  MOUNTPOINTS
loop0                        7:0    0 647.7M  1 loop  /run/archiso/sfs/airootfs
sda                          8:0    0 238.5G  0 disk  
├─sda1                       8:1    0   243M  0 part  
├─sda2                       8:2    0     1K  0 part  
└─sda5                       8:5    0 238.2G  0 part  
  └─crypt_disk             254:0    0 238.2G  0 crypt 
    ├─tower--pc--vg-root   254:1    0  27.9G  0 lvm   
    ├─tower--pc--vg-swap_1 254:2    0     4G  0 lvm   
    └─tower--pc--vg-home   254:3    0 204.3G  0 lvm   
sdb                          8:16   0 931.5G  0 disk

# Dateisystem und LV in einem Schritt verkleinern
# Aufgrund der gewählten Größe dauert dieser Vorgang einige Minuten
# lvresize --size [+|-]Size[m|UNIT] --resizefs <lv name> see lvresize(8)

[root@sysrescue ~]# lvresize --size -100G --resizefs /dev/tower-pc-vg/home 
fsck from util-linux 2.38
/dev/mapper/tower--pc--vg-home: Inode 393223 extent tree (at level 1) could be narrower.  IGNORED.
/dev/mapper/tower--pc--vg-home: Inode 12847282 extent tree (at level 1) could be narrower.  IGNORED.
/dev/mapper/tower--pc--vg-home: 20959/13393920 files (1.2% non-contiguous), 14367863/53551104 blocks
resize2fs 1.46.5 (30-Dec-2021)
Resizing the filesystem on /dev/mapper/tower--pc--vg-home to 27336704 (4k) blocks.
The filesystem on /dev/mapper/tower--pc--vg-home is now 27336704 (4k) blocks long.

  Size of logical volume tower-pc-vg/home changed from 204.28 GiB (52296 extents) to 104.28 GiB (26696 extents).
  Logical volume tower-pc-vg/home successfully resized.

[root@sysrescue ~]# lsblk
NAME                       MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE  MOUNTPOINTS
loop0                        7:0    0 647.7M  1 loop  /run/archiso/sfs/airootfs
sda                          8:0    0 238.5G  0 disk  
├─sda1                       8:1    0   243M  0 part  
├─sda2                       8:2    0     1K  0 part  
└─sda5                       8:5    0 238.2G  0 part  
  └─crypt_disk             254:0    0 238.2G  0 crypt 
    ├─tower--pc--vg-root   254:1    0  27.9G  0 lvm   
    ├─tower--pc--vg-swap_1 254:2    0     4G  0 lvm   
    └─tower--pc--vg-home   254:3    0 104.3G  0 lvm   
sdb                          8:16   0 931.5G  0 disk

Zur Sicherheit führe ich noch eine Dateisystemüberprüfung aus:

[root@sysrescue ~]# fsck -t ext4 /dev/mapper/tower--pc--vg-home
fsck from util-linux 2.38
e2fsck 1.46.5 (30-Dec-2021)
/dev/mapper/tower--pc--vg-home: clean, 20959/6840320 files, 13956503/27336704 blocks

Da alles in Ordnung ist, fahre ich mit dem nächsten Schritt fort. Dazu nutze ich weiterhin die System Rescue Umgebung.

Schritt 4: LVs in zweiter VG erstellen

Da ich für die folgenden Vorgänge Zugriff auf die zweite VG benötige, öffne ich zuerst das LUKS-Device, in dem sich diese befindet:

[root@sysrescue ~]# cryptsetup open /dev/sdb crypt_disk2 --type luks2

Nun erstelle ich drei neue LVs, welche den Inhalt der existierenden LVs root, swap_1 und home aufnehmen sollen. Die Ziel-LVs müssen dazu mindestens gleich groß oder größer als die Quell-LVs sein. Um die erforderliche Größe zu ermitteln, lasse ich mir die Größe der Quell-LVs in Byte anzeigen. Ich wähle bewusst die Einheit Byte, da die Ausgabe bei größeren Einheiten auf zwei Nachkommastellen gerundet wird und ich mir keine Probleme durch die Rundung einhandeln möchte.

# Es werden nur die relevanten Informationen wiedergegeben
root:~# lvdisplay --unit b
LV Path                /dev/tower-pc-vg/root
LV Name                root
VG Name                tower-pc-vg
...
LV Size                29997662208 B
-----
LV Path                /dev/tower-pc-vg/swap_1
LV Name                swap_1
VG Name                tower-pc-vg
...
LV Size                4290772992 B
-----
LV Path                /dev/tower-pc-vg/home
LV Name                home
VG Name                tower-pc-vg
...
LV Size                111971139584 B

Mit diesen Informationen erstelle ich die neuen LVs in der zweiten VG:

:~# lvcreate --size 29997662208B /dev/tower-pc-vg2 --name root
  Logical volume "root" created.
:~# lvcreate --size 4290772992B /dev/tower-pc-vg2 --name swap_1
  Logical volume "swap_1" created.
:~# lvcreate --size 111971139584B /dev/tower-pc-vg2 --name home
  Logical volume "home" created.

Schritt 5: Partitionen mit partclone kopieren

Für diesen Schritt nutze ich die freie Anwendung Partclone. Da meine LVs weiterhin ausgehängt sind, muss ich mir um Schreib-Zugriffe anderer Prozesse während des Kopiervorgangs keine Sorgen machen:

# Manpage partclone(8)
# partclone.<fs_type> --dev-to-dev --source <Quelle> --output <Ziel>

[root@sysrescue ~]# partclone.ext4 --dev-to-dev --source /dev/tower-pc-vg/root --output /dev/tower-pc-vg2/root 
Partclone v0.3.20 http://partclone.org
Starting to back up device(/dev/tower-pc-vg/root) to device(/dev/tower-pc-vg2/root)
Elapsed: 00:00:01, Remaining: 00:00:00, Completed: 100.00%                      
Total Time: 00:00:01, 100.00% completed!
done!
File system:  EXTFS
Device size:   30.0 GB = 7323648 Blocks
Space in use:  20.8 GB = 5078551 Blocks
Free Space:     9.2 GB = 2245097 Blocks
Block size:   4096 Byte
Elapsed: 00:03:16, Remaining: 00:00:00, Completed: 100.00%, Rate:   6.37GB/min, 
current block:    7323648, total block:    7323648, Complete: 100.00%           
Total Time: 00:03:16, Ave. Rate:    6.4GB/min, 100.00% completed!
Syncing... OK!
Partclone successfully cloned the device (/dev/tower-pc-vg/root) to the device (/dev/tower-pc-vg2/root)
Cloned successfully.

[root@sysrescue ~]# partclone.ext4 --dev-to-dev --source /dev/tower-pc-vg/home --output /dev/tower-pc-vg2/home 
Partclone v0.3.20 http://partclone.org
Starting to back up device(/dev/tower-pc-vg/home) to device(/dev/tower-pc-vg2/home)
Elapsed: 00:00:01, Remaining: 00:00:00, Completed: 100.00%                      
Total Time: 00:00:01, 100.00% completed!
done!
File system:  EXTFS
Device size:  112.0 GB = 27336704 Blocks
Space in use:  57.2 GB = 13956503 Blocks
Free Space:    54.8 GB = 13380201 Blocks
Block size:   4096 Byte
Elapsed: 00:12:22, Remaining: 00:00:00, Completed: 100.00%, Rate:   4.62GB/min, 
current block:   27336704, total block:   27336704, Complete: 100.00%           
Total Time: 00:12:22, Ave. Rate:    4.6GB/min, 100.00% completed!
Syncing... OK!
Partclone successfully cloned the device (/dev/tower-pc-vg/home) to the device (/dev/tower-pc-vg2/home)
Cloned successfully.

Die SWAP-Partition enthält keine Daten, die kopiert werden müssen. Hier formatiere ich das neue LV einfach als SWAP-Partition:

[root@sysrescue ~]# mkswap /dev/tower-pc-vg2/swap_1
Setting up swapspace version 1, size = 4 GiB (4290768896 bytes)
no label, UUID=f9181521-a06da5b8ade5

Schritt 6: Grub neukonfigurieren (2x)

An diesem Punkt habe ich meinen Rechner normal gestartet, um zu überprüfen, dass er wie gewohnt hochfährt. Die gute Nachricht lautet: „Er ist wie gewohnt gestartet.“

Nun verfüge ich über ein Clonezilla-Image der ersten Festplatte, dessen Wiederherstellbarkeit ich noch nicht durch Restore validiert habe und über die Kopien meiner Partitionen in der zweiten VG. Starten tut mein Rechner jedoch immer noch von den altbekannten Partitionen, da ich der Grub-Konfiguration noch nicht mitgeteilt habe, dass ein Wurzeldateisystem aus einer anderen Partition zu verwenden ist.

Leider habe ich es versäumt, mir während der Nutzung der System-Rescue-Umgebung Notizen zu machen. Daher kann ich die verwendeten Befehle an dieser Stelle nur unvollständig wiedergeben. Es ist mir jedoch gelungen, vom Wurzeldateisystem in /dev/tower-pc-vg2/root zu starten. Dies sieht man z.B. in der Ausgabe von lsblk:

:~$ lsblk
NAME                          MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE  MOUNTPOINT
sda                             8:0    0 931,5G  0 disk  
└─sda5_crypt                  253:0    0 931,5G  0 crypt 
  ├─tower--pc--vg2-lv--images 253:1    0   360G  0 lvm   /var/lib/libvirt/images
  ├─tower--pc--vg2-root       253:2    0  27,9G  0 lvm   /
  ├─tower--pc--vg2-swap_1     253:3    0     4G  0 lvm   [SWAP]
  └─tower--pc--vg2-home       253:4    0 104,3G  0 lvm   /home
sdb                             8:16   0 238,5G  0 disk  
├─sdb1                          8:17   0     2G  0 part  /boot
├─sdb2                          8:18   0     1K  0 part  
└─sdb5                          8:21   0 234,2G  0 part  
  └─sdb_crypt                 253:5    0 234,2G  0 crypt 
    ├─tower--pc--vg-root      253:6    0  27,9G  0 lvm   
    ├─tower--pc--vg-swap_1    253:7    0     4G  0 lvm   
    └─tower--pc--vg-home      253:8    0 104,3G  0 lvm   
sr0

Wer den Code-Block genau studiert hat, wird festgestellt haben, dass meine /boot-Partition gegenüber dem Eingangs erwähnten IST-Zustand auf 2 GB angewachsen ist. Ich habe die Partitionstabelle zwischenzeitlich mit GParted bearbeitet, welches in der System-Rescue-Umgebung enthalten ist.

Damit habe ich mein Ziel erreicht. Der Artikel könnte an dieser Stelle enden. Ich möchte jedoch zukünftig wieder die Partitionen von /dev/sdb verwenden. Dazu muss ich nochmals Grub neukonfigurieren, welches ich diesmal in folgendem Code-Block zeige:

root@tower-pc:~# mount /dev/tower-pc-vg/root /mnt

# Die separate /boot-Partition muss ebenfalls mit eingehängt werden
root@tower-pc:~# mount /dev/sdb1 /mnt/boot

root@tower-pc:~# for DEVICE in /dev /dev/pts /proc /sys; do mount --bind $DEVICE /mnt$DEVICE; done
root@tower-pc:~# mount /dev/tower-pc-vg2/lv-images /mnt/var/lib/libvirt/images

# ID der Partition mit dem Wurzeldateisystem ermitteln
root@tower-pc:~# ls -l /dev/tower-pc-vg/root 
lrwxrwxrwx 1 root root 7 18. Jun 20:13 /dev/tower-pc-vg/root -> ../dm-6
root@tower-pc:~# ls -l /dev/disk/by-id/ | grep dm-6
lrwxrwxrwx 1 root root 10 18. Jun 20:13 dm-name-tower--pc--vg-root -> ../../dm-6

# In eine chroot-Umgebung wechseln
root@tower-pc:~# chroot /mnt
root@tower-pc:/# pwd
/

In der chroot-Umgebung wird die Datei /etc/default/grub mit einem Editor geöffnet und die Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT= bearbeitet. Dort trage ich die ID der Partition meines Wurzeldateisystems ein. Die Zeile sieht anschließend wie folgt aus:

GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="root=/dev/disk/by-id/dm-name-tower--pc--vg-root iommu='soft' quiet"

Der folgende Code-Block stellt die Befehle dar, mit denen Grub neukonfiguriert und installiert sowie initramfs aktualisiert wird.

root@tower-pc:/# grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg 
Generating grub configuration file ...
Found background image: /usr/share/images/desktop-base/desktop-grub.png
Found linux image: /boot/vmlinuz-5.10.0-15-amd64
Found initrd image: /boot/initrd.img-5.10.0-15-amd64
Found linux image: /boot/vmlinuz-5.10.0-13-amd64
Found initrd image: /boot/initrd.img-5.10.0-13-amd64
Found Debian GNU/Linux 11 (bullseye) on /dev/mapper/tower--pc--vg2-root
done

root@tower-pc:/# update-initramfs -u -k all
update-initramfs: Generating /boot/initrd.img-5.10.0-15-amd64
update-initramfs: Generating /boot/initrd.img-5.10.0-13-amd64
root@tower-pc:/# exit
exit
root@tower-pc:~# reboot NOW

Nach dem Neustart habe ich noch überprüft, dass der Rechner wirklich die ursprünglichen Partitionen eingehängt hat:

$ lsblk
NAME MAJ:MIN RM SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda 8:0 0 931,5G 0 disk
└─sda5_crypt 253:4 0 931,5G 0 crypt
├─tower--pc--vg2-lv--images 253:5 0 360G 0 lvm /var/lib/libvirt/images
├─tower--pc--vg2-root 253:6 0 27,9G 0 lvm
├─tower--pc--vg2-swap_1 253:7 0 4G 0 lvm
└─tower--pc--vg2-home 253:8 0 104,3G 0 lvm
sdb 8:16 0 238,5G 0 disk
├─sdb1 8:17 0 2G 0 part /boot
├─sdb2 8:18 0 1K 0 part
└─sdb5 8:21 0 234,2G 0 part
└─sdb_crypt 253:0 0 234,2G 0 crypt
├─tower--pc--vg-root 253:1 0 27,9G 0 lvm /
├─tower--pc--vg-swap_1 253:2 0 4G 0 lvm [SWAP]
└─tower--pc--vg-home 253:3 0 104,3G 0 lvm /home
sr0 11:0 1 1024M 0 rom

Ende gut alles gut

Operation gelungen. Patient rechnet noch.

Mein Ziel habe ich erreicht und als Bonus Grub so konfiguriert, dass wieder meine ursprünglichen Partitionen verwendet werden. Die LVs in VG2 behalte ich vorerst. Sie stören nicht und ich kann die dortige Installation ebenfalls booten. Diese kann ich evtl. noch für zukünftige Experimente hernehmen.

Mir gefällt, dass ich frei verfügbare Informationen und Werkzeuge benutzen konnte, um alle notwendigen Aufgaben zu erledigen. So habe ich wieder einiges dazugelernt. Dies ist einer der Gründe, weshalb mir Freie Software und Open Source so gut gefallen.

Nun werde ich diesen Text noch verschlagworten, damit ich ihn in einer fernen Zukunft auch wiederfinde.

24. Juni 2022

Fr, 24. Juni 2022, Lioh Möller

In Fedora Silverblue ist die Aktualisierung mittels rpm-ostree bereits in GNOME Software integriert. Das KDE Projekt arbeitet ebenfalls seit einer Zeit an einer Integration in Discover, welche allerdings noch nicht abgeschlossen wurde.

Nutzer von Alternativen wie Vauxite bleibt bisher nur ein Griff zur Kommandozeile. Abhilfe schafft das in Python geschriebene Programm RPM OSTree GUI.

Die Installation kann mittels pip3 im Benutzerkontext erfolgen:

pip3 install rpm-ostree-gui

Daraufhin lässt sich die Anwendung über den entsprechenden Eintrag im Startmenü aufrufen.

Aktuell ist es mit dessen Hilfe möglich, zusätzliche Pakete zu installieren, sofern der Paketname bekannt ist. Eine Deinstallation kann ebenfalls ausgelöst werden, sowie eine Suche über die installierten Overlays.

Nützlich ist die integrierte Aktualisierungsfunktion sowie die Möglichkeit, die bisher experimentelle 'Apply live' Funktion aufzurufen, welche eine Aktivierung von neuen Overlays unter bestimmten Umständen ohne Neustart durchführen kann.

Quelle: https://github.com/epiccakeking/rpm-ostree-gui

21. Juni 2022

Vor etlichen Jahren hatte ich mit qrencode ein Werkzeug vorgestellt, um QR-Codes auf der Kommandozeile zu generieren. Neben normalen QR-Code können mit dem Werkzeug auch andere Codes wie EPC-QR-Codes erstellt werden. Dazu muss im ersten Schritt eine Textdatei erzeugt und entsprechend befüllt werden: Der Wert in der ersten Zeile ist der Service Tag, welcher immer BCD ist und in der nächsten…

Quelle

20. Juni 2022

Mo, 20. Juni 2022, Stefan

... Android riecht auch ohne Playstore sehr nach Google und iOS kommt sowieso nicht infrage? Glücklicherweise gibt es Menschen, die ähnlich denken und diesen Gedanken Taten folgen lassen. Daraus entstanden sind nicht nur (weitgehend) Google freie Android-Distributionen, sondern auch Systeme, welche unabhängig von den grossen Konzernen und deren veröffentlichten Quelltexten entwickelt werden.

Neben Entwicklungen wie UBports, welche versuchen ein eigenes Software-Ökosystem auf die Beine zu stellen, gibt es auch Projekte, welche darauf abzielen, bereits bestehende Systeme für Mobiltelefone nutzbar zu machen.

Letztere haben mit der Veröffentlichung des PinePhones gewaltige Fortschritte gemacht. Zum Teil ist dies wohl der Tatsache zu verdanken, dass der Hersteller die Hardware bewusst so gestaltet hat, dass es einfach ist, das Gerät neu aufzusetzen ist. Erreicht wurde dies, indem es standardmässig von der SD-Karte startet, sofern diese ein bootfähiges System enthält.

Zum Anderen verkaufte das Unternehmen über einen gewissen Zeitraum hinweg sogenannte 'Community Editions'. Diese Geräte waren mit dem Logo eines Softwareprojekts bedruckt und es ging ein Teil der Einnahmen an letzteres. So erhielten diese nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch einiges an Aufmerksamkeit. Zudem stellt der Hersteller kein eigenes System zur Verfügung, sondern unterstützt unabhängige Entwickler, so gut es ihm möglich ist.

Wie bei Linux am Desktop, ist es auch hier so, dass die Desktopumgebung sozusagen das Gewand darstellt und die Wahl der Distribution erst am zweiten Blick für Unterschiede sorgt. Weshalb wir einen Blick auf die Mobilen Desktopumgebungen werfen wollen, bevor wir die Distributionen betrachten.

Im Moment scheinen drei Windowmanager für Linux am Mobilgerät populär zu sein. sxmo ist ein auf Minimaleismus getrimmter Vertreter. Plasma Mobile ist als für Mobilgeräte optimierte Variante des KDE Plasma Desktops interessant und wird standardmässig mit dem PinePhone als Teil einer Manjaro ARM Installation ausgeliefert. Wer es etwas schlichter mag, aber dann doch nicht auf sxmo setzen will, für den könnte Phosh die richtige Wahl sein.

Phosh wurde von Purism, einem Hardwarehersteller aus den USA für deren Mobiltelefon dem Librem5 entwickelt. Ich verwende auf meinem Mobiltelefon Phosh als Teil einer Mobian Installation. Erwähnenswert ist auch, dass Phosh auf gtk basiert, und auf Komponenten der Gnome-Shell aufbaut. Seit einiger Zeit hat darüber hinaus das GNOME-Projekt selbst damit begonnen, die GNOME-Shell für Mobilgeräte nutzbar zu machen.

Doch zurück zu den Distributionen. Eine, welche bereits vor der Veröffentlichung des Pinphones beträchtliche Entwicklungsfortschritte aufweisen konnte, ist postmarketOS. Dabei handelt es sich um einen Ableger von Alpine Linux, mit einem Focus auf Mobilgeräte. Neben dem Beitriebsystem selbst, entwickelt das Team auch an Softwarelösungen, um dieses möglichst einfach auf Androidgeräten installieren zu können. Auch das Portieren auf noch nicht unterstützte Hardware, soll durch diese Tools vereinfacht werden.

Wie bereits erwähnt, basiert das Image, mit dem das PinePhone ausgeliefert wird, auf Manjaro Arm. Hier scheint es sich um ein Image zu handeln, bei dem die Paketquellen der Desktopversion zum Einsatz kommen und sich nur die Auswahl der vorinstallierten Pakete unterscheidet.

Einen ähnlichen Weg ist auch Mobian. Das System stellt weniger eine eigenständige Distribution dar, als ein Installationsimage für Debian, welches Repositories mit für Mobilgeräte optimierte Software wie der Phosh Desktopumgebung zur Verfügung stellt.

Auch von anderen Distributionen gibt es Bestrebungen, diese auf dem Mobilgerät sinnvoll einsetzbar zu machen. In dieser kurzen Übersicht fanden nur diejenigen Erwähnung, von denen ich bisher am meisten mitbekommen habe.

Ein Freund bat mich kürzlich um meine Meinung zum Thema Software-Verteilung und Dokumentation des Installations- bzw. Bereitstellungsprozesses. Die Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe, möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen. Dabei schreibe ich aus dem Blickwinkel eines Systemintegrators, der von Dritten erstellte Software integrieren und betreiben muss.

Den Anwendungsentwicklern, Software-Architekten und Produkt-Managern unter euch soll dieser Text als Information dienen, was ich und ggf. weitere Personen meiner Zunft von einer Dokumentation erwarten bzw. wie wir uns Software-Verteilungsprozesse vorstellen.

Als Leser seid ihr alle eingeladen, eure Gedanken ebenfalls zu teilen und eine Diskussion zu diesem Thema zu führen.

Das Szenario

Ich habe bei meinen Gedanken ein Szenario im Kopf, in dem ein Anwendungsentwickler eine Anwendung in einer Sprache seiner Wahl schreibt. Diese Anwendung soll später über ein Web-Frontend erreichbar und nutzbar sein. Die Anwendung benötigt eine Datenbank, um Informationen darin abzulegen. Binärdateien werden ggf. außerhalb der Datenbank in einem Dateisystem gespeichert.

Die Anwendungsentwickler freuen sich, wenn ihre Software einen hohen Verbreitungsgrad erreicht. Dazu muss die dazugehörige Dokumentation folgende Informationen bieten.

Werkzeuge zum Erstellen und Ausführen der Anwendung

  • Welcher Compiler ab welcher Version wird benötigt?
  • Welche Bibliotheken werden ab welcher Version benötigt?
  • Sind abweichende Versionen möglich oder funktioniert nur genau eine?
  • Welche Laufzeitumgebung wird benötigt?
  • Was ist in welcher Reihenfolge zu tun, um vom Quelltext zu einem ausführbaren Programm zu kommen?

Voraussetzungen zur Integration der Anwendung

  • Wird eine Datenbank benötigt?
  • Welche Datenbank-Management-Systeme werden unterstützt?
  • Ab welcher Version?
  • Über welche Rechte muss ein DB-User mindestens verfügen, damit der Anwendungs-Installer die notwendigen Tabellen, Views, etc. erstellen kann?
  • Welche Webserver werden unterstützt?
  • Welche Protokolle, Parameter bzw. Optionen sind für die Kommunikation mit der Anwendung notwendig?

Ich bin immer enttäuscht, wenn hier auf ein einziges System eingeschränkt wird. Dies limitiert unnötig den Nutzerkreis.

  • Wird ein Snakeoil-Zertifikat mitgeliefert oder hat der Systemintegrator dieses beizustellen? Eigene Zertifikate auf Wunsch verwenden zu können ist obligatorisch.

Die bis jetzt genannten Informationen müssen so umfassend sein, dass Paketbetreuer bzw. Software-Paketierer daraus Debian-, Flatpak-, RPM-, Snap-Pakete, Container-Images und Windows-Installer bauen können.

Nehmen die Anwendungsentwickler in Personalunion die Rolle von Software-Paketierern wahr, scheint es dennoch unrealistisch, dass sie allein alle Formate unterstützen können. Sie sollten sich für einige wenige Formate entscheiden, die auf möglichst vielen Plattformen lauffähig sind. In dem von mir gedachten Szenario sind dies OCI-kompatible Container-Images.

Bei einer GUI-Anwendung würde ich mich vermutlich für Flatpak entscheiden. Die Paketierung als DEB oder RPM würde ich auf jeden Fall den Paketbetreuern der jeweiligen Distributionen überlassen.

Systemintegration

Für den Systemintegrator, welcher den Webserver, die Anwendung und die Datenbank zusammenbringt (integriert), muss klar beschrieben werden:

  • Gibt es ein fertiges Container-Image? Wo bekommt man es her?
  • Optional: Wie erstellt man das Container-Image selbst?
  • Welche (Umgebungs-)Variablen gehören zum Image? Welche Werte können diese annehmen?
  • Ein Kommunikationsdiagramm, damit der Sysadmin weiß, was wann mit wem spricht und welche Firewall-Regeln evtl. benötigt werden.

Referenzimplementierungen sind ebenfalls schön. Diese sollten für Docker, Docker-Compose, Kube-YAML (K8s) und Podman bereitstehen. Die Doku zum Container-Image muss jedoch so ausgestaltet sein, dass auch ohne Referenzimplementierung die Instanziierung mit den verschiedenen Engines und Orchestrierern gelingen kann.

Was Sysadmins (wie ich) nicht mögen

Ich mag es nicht, wenn in den Abhängigkeiten ein Webserver (Apache, NGINX, lighttpd) oder ein Datenbank-Management-System unnötig hart verdrahtet ist. Gleiches gilt für die Festlegung der zu verwendenden Container-Registries. Ich will dem Installer sagen können, wo er die Images findet und nicht auf den Dockerhub festgelegt werden.

Und ja, mir ist bewusst, dass eine gute Dokumentation genauso viel Aufwand und Pflege bedeutet wie der Quelltext einer Anwendung selbst. Aber ist es eine Alternative, wenn Systemintegratoren die Anwendung nach dem ersten Installationsversuch hassen?

Eure Meinung ist willkommen

Wie steht ihr als Entwickler zum Thema Dokumentation? Was erwartet ihr als Sysadmin und User von ihr?

Stimmt ihr mit mir überein oder habt ihr ganz andere Ansichten dazu? Nutzt gern die Kommentarfunktion und lasst es mich wissen.

18. Juni 2022

Um eine Tastatur und Maus für zwei Computer zu verwenden habe ich früher Synergy verwendet. Dann wurde das kommerzialisiert und ich habe mir Synergy gekauft, weil ich damals eine Brücke zwischen Windows und Linux brauchte.

 

Jetzt brauche ich gerade wieder so eine Verbindung. Allerdings zwischen zwei Linux Rechnern - genauer gesagt zwischen zwei Kubuntu Rechnern. Bei der Recherche bin ich dann auf Barrier gestoßen, das ein Fork des früheren Synergys ist.
Barrier teilt Maus, Tastatur und die Zwischenablage.

 

Barrier ist in sehr vielen Linux Distributionen vorhanden und falls nicht, gibt es das noch als Flatpack. Daher geht die Installation auf beiden Rechnern schnell von der Hand mit einem

sudo apt install barrier

oder entsprechend mit der Flatpack Variante über Discover (Ubuntu).

 

Beim Start auf dem Rechner mit der Maus und der Tastatur (Server) öffnet sich das Barrier Konfigurationsfenster mit der Aufforderung eine Sprache auszuwählen.
Danach kommt man in die eigentliche Konfiguration.

  1. Server - im oberen (Serverbereich) “interaktiv konfigurieren” anklicken
  2. Server - “Server konfigurieren” klicken
  3. Server - Von der rechten oberen Seite das Monitor Symbol in das Feld auf die Seite ziehen, wo Maus und Tastatur auf den anderen Rechner wechseln sollen
  4. Server - Doppelklick auf den neuen “Monitor” und einen Anzeigenamen vergeben


Wechsel zum “Client”

  1. Client - Barrier starten
  2. Client - Auswahl “Client (Maus und Tastatur eines anderen Rechner benutzen)” auswählen
  3. Client - IP Adresse des Server eintragen (diese wird im Barrier Fenster des Servers angezeigt)
  4. Client - Barrier starten (oder neu laden, falls schon gestartet)
  5. Client - Es kommt eine Schüsselgenerierungsanzeige. Diese bestätigen

Barrier sollte jetzt mit der Maus und Tastatur funktionieren.

 

Nachtrag 20.08.2022

Will man eben schnell mal zwischen zwei Bildschirmen wechseln - bei mir war die Anforderung da, weil ich OBS Studio mit einem HDMI Grabber (MiraBox)auf einem anderen Rechner benutze - so kann man beim Server auf “Configure Server” -> Hotkeys gehen und dort (habe ich) 2 neue “Hotkeys” anlegen. z.B.

  1. Shift + BildHoch = Action switchToComputer1
  2. Shift + BildRunter = Action switchToComputer2

Die Maus landet dann immer dort, wo sie den jeweiligen Bildschirm verlassen hat. In meinem Fall sehr praktisch.

 

Barrier läuft unter Linux, FreeBSD, OpenBSD, Windows und macOS (hier bitte die Entwicklerseite wegen bekannten Problemen lesen!!)

 

Die Entwickler Webseite https://github.com/debauchee/barrier

 

 

17. Juni 2022

Fr, 17. Juni 2022, Lioh Möller

Der Softwareentwickler Jaap Joris Vens pflegt in einem Git-Repository seinen persönlichen Ansatz zur Verwaltung von Debian GNU/Linux Systemen mittels Ansible. Dabei werden unterschiedliche Rollen, beispielsweise zur Einrichtung einer Workstation, eines Laptops, eines Datenbank- oder Webservers angeboten.

In einer ausführlichen Anleitung beschreibt er, wie ein System vorbereitet werden muss, um daraufhin mit Ansible verwaltet werden zu können.

Nach der Einrichtung des SSH-Zugriffs und dem Hinzufügen des Hostnamens des Zielsystems in das inventory, kann das Playbook ausgeführt werden.

Standardmässig wird bei der Nutzung der workstation Rolle ein Desktopsystem mit dem xmonad Tiling-Windowmanager eingerichtet.

Die Lösung kann als Ansatz für interessierte Anwender dienen, welche ihre Systeme ebenfalls auf diese Weise verwalten möchten. Die mitgelieferten Rollendefinitionen sind einfach aufgebaut und können schnell an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Quelle: https://github.com/rtts/debian

16. Juni 2022

Do, 16. Juni 2022, Lioh Möller

Bei Ultramarine Linux handelt es sich um eine Fedora basierte Distribution, die sich als spiritueller Nachfolger von Korora sieht. Im Gegensatz zur Mutterdistribution, enthält Ultramarine einige Erweiterungen, welche insbesondere den Einsatz im Desktop-Umfeld vereinfachen sollen. Dazu gehört die standardmässige Integration des RPM Fusion Repositories, vorinstallierte Multimedia-Codecs, sowie die Verfügbarkeit zusätzlicher Desktopumgebungen.

So wird die als Flagship Edition bezeichnete Hauptvariante mit dem aus dem Solus-Projekt abstammenden Budgie Desktop ausgeliefert. Alternativ steht diese auch auf Basis von ostree (Fedora Silverblue) zur Verfügung.

Darüber hinaus werden Installationsmedien mit GNOME, Pantheon und dem Cutefish Desktop angeboten.

Eine Migration einer bereits bestehenden Fedora Installation ist ebenfalls möglich. Im Wiki des Projektes findet man weiterführende Informationen in englischer Sprache.

Damit eignet sich die Distribution für Einsteiger und erfahrene Anwender, welche sich ein vorkonfiguriertes Desktop-System wünschen, sich allerdings vor der Nutzung von Fedora scheuen.

Fedora hat in aktuellen Versionen allerdings ebenfalls die Integration von 3rd-Party-Repositories vereinfacht, wodurch sich der Mehrwert von Ultramarine Linux relativiert.

Quelle: https://ultramarine-linux.org/

14. Juni 2022

Mozilla aktiviert den sogenannten vollständigen Cookie-Schutz für alle Firefox-Nutzer und verbessert damit den Datenschutz seiner Nutzer.

Ende Mai hatte ich darüber berichtet, dass Mozilla den sogenannten vollständigen Cookie-Schutz für alle Firefox-Nutzer ausrollt, damals noch per Opt-In. Jetzt beginnt Mozilla damit, den vollständigen Cookie-Schutz standardmäßig für alle Nutzer auszurollen.

Vollständiger Cookie-Schutz – was ist das?

Im Februar 2021 hat Mozilla mit der Veröffentlichung von Firefox 86 den sogenannten „vollständigen Cookie-Schutz“ eingeführt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass die Cookies jeder Domain in einem separaten Cookie-Container gespeichert werden – seitenübergreifendes Tracking über Cookies soll damit erschwert werden.

Vollständiger Cookie-Schutz in Firefox 86

Mehr Datenschutz für alle Firefox-Nutzer

Aktiviert war diese Datenschutz-Verbesserung bisher nur für Nutzer, welche in den Datenschutz-Einstellungen von Firefox den strengen Schutz vor Aktivitätenverfolgung aktiviert haben, sowie in privaten Fenstern. In Zukunft wird der vollständige Cookie-Schutz also für alle Firefox-Nutzer standardmäßig aktiviert sein, unabhängig von der gewählten Datenschutz-Stufe.

Der Beitrag Firefox: Mozilla aktiviert vollständigen Cookie-Schutz für alle Nutzer erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Di, 14. Juni 2022, Lioh Möller

Die nun vorliegende Version 5.25 der KDE Plasma Desktopumgebung stellt einen Meilenstein in der Entwicklung dar. Das Augenmerk lag dabei vorwiegend auf der Verbesserung des Benutzererlebnisses.

So wurde beispielsweise die Übersichtsseite erneuert und neben den aktuell geöffneten Fenstern, werden nun auch virtuelle Arbeitsflächen angezeigt. Ein direktes Ablegen von Fenstern auf Arbeitsflächen ist ebenfalls möglich.

Durch die Integration von krunner können direkt aus der Übersicht weitere Applikationen gestartet werden. Wie bereits zuvor, lässt sich die Übersicht durch eine 4-Finger-Pinch Geste öffnen. Neu ist allerdings auch eine Gestensteuerung auf Touchscreens möglich. So lassen sich beispielsweise mittels 3-Finger-Swipe Geste auf dem Touchpad die virtuellen Arbeitsflächen umschalten.

Auf einem Touchscreen lassen sich die Gesten über eine Wischbewegung von den Bildschirmrändern initiieren. Damit eignet sich die Desktopumgebung ideal für eine Nutzung auf Geräten mit abnehmbaren Touchscreen oder Touchpads. Dabei wird der Moduswechsel automatisch erkannt und der Touchmodus lässt sich bei Bedarf aktivieren.

Die Akzentfarbe lässt sich ähnlich wie bei GNOME bereits seit längerem anpassen, doch KDE Plasma wäre nicht KDE Plasma, wenn es nicht noch weitere Einstellmöglichkeiten bieten würde. So kann die Akzentfarbe so gewählt werden, dass sie sich automatisch an das aktuelle Hintergrundbild anpasst.

Sogenannte Floating Panels ermöglichen ein schwebendes Panel-Layout, bei dem die Taskleiste automatisch am Bildschirmrand platziert wird, sobald ein Fenster maximiert dargestellt wird.

Darüber hinaus wurde die Darstellung der verfügbaren Anwendungen in Discover verbessert und der Anmeldemanager gibt visuelles Feedback, sofern ein Passwort falsch eingetippt wurde.

Die KWin Scripts Einstellungen wurden überarbeitet und erlauben eine einfachere Verwaltung von Windowmanager-Scripten.

Das KDE-Projekt hat sich nicht nur bei der Verbesserung der Software sehr viel Mühe gegeben, auch die Release-Ankündigung ist eindrücklich. Viele der neuen Funktionen werden in Videos gezeigt und in Hinweisboxen werden die Möglichkeiten zur Einstellung der jeweiligen Optionen genannt.

Release Notes: https://kde.org/announcements/plasma/5/5.25.0/

Changelog: https://kde.org/announcements/changelogs/plasma/5/5.24.5-5.25.0

Promo-Video: https://tube.kockatoo.org/w/e6sZrGQZPcmk2L1T3ZxDga