Hier eine Auflistung einiger Tutorials mit denen man einen guten Überblick bekommt, wie man unter Linux mit Hilfe des Jack Audio Servers und dem Carla plugin host Windows VST32 and VST64 Plugins unter Linux betreiben kann. Die Tutorials sind auf Englisch.
Wie einige von euch wissen, bin ich ein großer Fan von Terminal Anwendungen.
Ich brauche eigentlich nich ein GUI und ich liebe simple und leichte Anwendungen.
Jetzt habe ich einen Time Tracker gesucht.
Ich brauchte was, um die Zeit zu erfassen für Projekte.
Dazu wollte ich keine Webanwendung nutzen oder mein Handy, sondern richtig das Terminl.
Erst hatte ich kurz überlegt selbst eine Anwendung zu schreiben, habe dann aber das perfekte Tool für mich gefunden.
ti - A silly simple time tracker
ti ist eine kleine Anwendung die in Python geschrieben wurde.
Ursprünglich, hat der Entwickler dieses als Bash Programm entwickelt, es dann in Python komplett neu geschrieben.
Installation
ti kann direkt mit pip3 installiert werden:
pip3 install ti
Benutzung
Die Benutzung von ti ist ziemlich einfach:
Ein
ti on my-project
startet den Tracker für das Projekt my-project.
Und ein
ti fin
bendet den Tracker.
Mit dem Befehl
ti status
kann man sich Informationen für den aktuell laufenden Tracker anzeigen lassen.
Zusätzlich dazu kann man mit dem Befehl
ti l
Sich alle beendeten Tracker anzeigen lassen.
Diese werden in eine JSON Datei ~/.ti-sheet gespeichert.
Besondere Befehle
ti hat ein paar wunderbare Funktionen.
Unter anderem ist es euch sicherlich auch schon mal passiert, dass ihr mit der Arbeit an einem Projekt begonnen habt, aber vergessen habt den Tracker zu starten. Kein Problem mit ti einfach den Tracker nachträglich starten mit dem eigentlichen Startzeitpunkt:
ti on my-project 30mins ago
Natürlich geht es auch beim Beenden des Trackers:
ti fin 30 minutes ago
Weitere Informationen könnt ihr auf der Projektseite finden:
Wer mit der Synchronisation von Lesezeichen in Firefox nicht zufrieden ist, darf sich auf eine verbesserte Lesezeichen-Synchronisation in Firefox 70 freuen.
Mozilla arbeitet nun schon seit längerer Zeit an einer verbesserten Lesezeichen-Synchronisation. Bereits seit Firefox 61 kann eine frühe Implementierung getestet werden, seit Firefox 68 ist diese in Firefox Beta standardmäßig aktiviert und mit Firefox 70 soll die neue Lesezeichen-Synchronisation in der finalen Version von Mozillas Browser standardmäßig aktiviert werden.
Firefox 70 erscheint nach aktueller Planung am 22. Oktober. Wer sich über verloren gegangene Lesezeichen, eine ungewollte Duplizierung von Lesezeichen oder Änderung der Reihenfolge ärgert, darf sich diesen Tag also Rot im Kalender anstreichen, wobei die neue Lesezeichen-Synchronisation am Release-Tag noch nicht für alle Nutzer aktiviert werden wird, sondern schrittweise im Verlauf der weiteren Wochen ausgerollt werden soll.
Nachdem Mozilla die Synchronisation zunächst für die iOS-Version von Firefox komplett neu entwickelt hatte, erhält das dort bewährte Konzept zur Synchronisation damit auch in abgewandelter Form Einzug im Desktop-Firefox. Wer sich für die technischen Details interessiert, findet auf dem Mozilla-Blog eine ausführliche Beschreibung zur Funktionsweise.
Diese Woche bekam ich eine Antwort auf eine Email-Anfrage mit folgendem Hinweis im footer:
Diese E-Mail wurde von einem LiMux-Arbeitsplatz verschickt.
Es ist schön zu sehen, dass die Stadt München1 (noch) nicht alle Pinguine getötet hat.
Schade, dass Christian Udes Erbe bereits in der ersten Amtszeit nach ihm so mit Füßen getreten wird.
Bevor Verwirrung entsteht: Die Pinguine in Hellabrunn sind meines Wissens nach sicher vor der Stadt.
Bizarrerweise wurde die Pinguintötung nicht unter der Herrschaft der Konzernfreunde CSU, sondern unter der SPD-Regierung beschlossen. Ich werte das nicht, es soll jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.
[return]
Update 20.10.2019: Nun ist der LInuxDay AT schon wieder vorbei und ich bin wohlbehalten in der Heimat angekommen. Vielen Dank an das Orga-Team für die tolle Organisation und den schönen Tag. Ebenfalls vielen Dank an die Hörer meines Vortrags, welche mir im Anschluss zahlreiche Rückmeldungen gaben. Bis nächstes Jahr.
Diesen Monat ist es wieder soweit. Die LUG Vorarlberg lädt zum LinuxDay AT in die HTL Dornbirn ein. Mit bis zu 500 Besuchern ist dies die größte Veranstaltung zu Linux und Freier Software in der Bodenseeregion.
Dieser richtet sich vor allem an Anwender, die bisher nicht oder nur wenig mit Virtualisierung in Berührung gekommen sind und erfahren möchten, wie man mit dieser Technologie neue Betriebssysteme erkunden kann.
Natürlich freue ich mich auch darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue kennenzulernen. Also kommt vorbei. Wir sehen uns in Dornbirn.
Update 20.10.2019: Nun ist der LInuxDay AT schon wieder vorbei und ich bin wohlbehalten in der Heimat angekommen. Vielen Dank an das Orga-Team für die tolle Organisation und den schönen Tag. Ebenfalls vielen Dank an die Hörer meines Vortrags, welche mir im Anschluss zahlreiche Rückmeldungen gaben. Bis nächstes Jahr.
Diesen Monat ist es wieder soweit. Die LUG Vorarlberg lädt zum LinuxDay AT in die HTL Dornbirn ein. Mit bis zu 500 Besuchern ist dies die größte Veranstaltung zu Linux und Freier Software in der Bodenseeregion.
Dieser richtet sich vor allem an Anwender, die bisher nicht oder nur wenig mit Virtualisierung in Berührung gekommen sind und erfahren möchten, wie man mit dieser Technologie neue Betriebssysteme erkunden kann.
Natürlich freue ich mich auch darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue kennenzulernen. Also kommt vorbei. Wir sehen uns in Dornbirn.
Beim durchschauen meiner Feeds (natürlich stilecht mit freier Software im Terminal mit
Newsboat via Tiny Tiny RSS) fiel mir auf, dass der BR wohl Humor hat:
In privaten Fenstern merkt sich Firefox keine Surf-Spuren wie Chronik oder Cookies. In Zukunft kann der Nutzer in diesem Modus auch eine abweichende Standard-Suchmaschine verwenden.
Private Fenster in Firefox schützen die Privatsphäre der Nutzer, da Firefox in diesem Modus keine Chronik, Suchanfragen, Cookies sowie temporäre Dateien speichert. Außerdem ist in diesem Modus der Tracking-Schutz standardmäßig aktiviert und der Referrer wird standardmäßig gekürzt.
Mit Firefox 71 spendiert Mozilla seinem Browser eine weitere Verbesserung des privaten Modus. Dann nämlich kann für private Fenster eine separate Standard-Suchmaschine eingestellt werden. So könnte der Nutzer beispielsweise in regulären Fenstern weiterhin die exzellente Google-Suche als Standard verwenden und in privaten Fenstern eine Suchmaschine wie DuckDuckGo, welche einen besonderen Fokus auf die Privatsphäre legt.
Natürlich kann der Nutzer auch weiterhin unabhängig von der eingestellten Standard-Suchmaschine jederzeit eine andere Suchmaschine via Auswahl in der Adress- oder Suchleiste verwenden, oder via Schlüsselewort, welches in den Firefox-Einstellungen für jede Suchmaschine konfiguriert werden kann.
Die neue Einstellung ist bereits in der Nightly-Version von Firefox 71 implementiert, dort aber noch nicht standardmäßig sichtbar. Dafür muss über about:config noch der Schalter browser.search.separatePrivateDefault.ui.enabled auf true gesetzt werden.
Firefox 71 erscheint nach aktueller Planung am 3. Dezember 2019.
Ich hatte mich ja in meinem ersten Artikel über den neuen Laptop über die fehlenden Einstellungen für die Akku Ladestrategie mukiert. Jetzt (Aprif 2016) habe ich einen FAQ Eintrag gefunden, der genau dieses Problem angeht.
Update 04.10.2019: Mein Laptop ist ca. 3,75 Jahre alt. Der Akku hat noch 94% seiner Design Kapazität. Ich habe die Schwellen auf 70% und 90% eingestellt. Der Laptop ist zu 95% am Netz.
Aus gegenbenen Anlass: Heute, den 13.9.2020 sind es noch 93% der Design Kapazität
Um auf Firefox Addons zu verzichten, die man ja sowieso nur alle paar Jahre braucht, oft resourcenintensiv und ebenso oft recht langsam sind benutze ich lieber das Kommandozeilen Programm wget, oder wget2 um Dateien wie Sounds oder Bilder auf einer Seite in einem Rutsch runter zu laden. Wenn du Linux benutzt, dann ist wget oft schon vorinstalliert. wget2 muss meist extra installiert werden. Die anderen, die immer noch Windows oder Mac benutzen finden ohne große Probleme eine portierte Version für ihren Computer.
Um jetzt eine große Liste von Sounds (z.B AIF) von einer Webseite runter zu laden, die dort einzeln verlinkt sind gibt man z.B. Folgendes ein:
wget2 -P "/home/Benutzer/Download/"-nd -r -l 2 -H -A aif https://bsp.de/blah.html
Die Schalter bedeuteten
-P (path) gibt den Pfad zu deinem Zielverzeichnis an, in dem die Dateien auf deiner Festplatte gespeichert werden sollen.
-nd (no directories) erstelle keine Verzeichnisse/Unterverzeichnisse, sondern speichere alles in das aktuelle Verzeichnis
-r (recursive) sucht auch in Unterverzeichnissen nach den angegebenen Dateien
-l 2 (recursive level 2) zum “r” Schalter gibt man IMMER den “l” Schalter mit (in diesem Beispiel 2), da dieser definiert, wie tief wget in die Unterverzeichnisse hinabsteigen soll, um zu vermeiden, dass du dir aus Versehen das gesamte Internet auf die Festplatte lädst.
-A (accepted extensions), hinter diesem Schalter gibst du die Datei-Endungen wie AIF, WAV, JPG, PNG oder eben die Dateien, die du runterladen willst an.
-H(span hosts) Wenn sich die Dateien nicht auf dem selben Server befinden, musst du den Schalter “H” noch mit angeben, weil wget standardmäßig nur Dateien von dem Server runterlädt, wohin auch die angegebene Adresse zeigt. Gehe VORSICHTIG damit um!
Adresse ,ganz zum Schluss gibst du dann noch die Adresse ein, wo die Dateien verlinkt sind z.B. sowas https://bsp.de/blah.html
Es gibt dann noch den Schalter -e robots=off der besagt, dass WGET sich nicht als “robot ” zu erkennen geben soll. Viele Webseiten nutzen die robot Datei, um Suchmaschinen oder anderen Webcrawlern zu sagen: Bleibt hier fern und verursacht keine unnötig hohe Bandbreitenauslastung, denn wir wollen nicht in eurer Suchmaschine auftauchen.
Bitte gehe respektvoll mit dem robots Schalter um und überlege dir vorher, ob du wirklich das gesamte Internet runerladen willst, oder ob du nicht wirklich nur einen Teil davon brauchst.
Mit dem Update auf Firefox 69.0.2 behebt Mozilla eine mögliche Absturzursache beim Bearbeiten von Dateien in Office 365.
Eine andere mögliche Absturzursache betrifft ausschließlich Nutzer von Linux. Dort konnte ein Verändern der Abspielgeschwindigkeit auf YouTube zu einem Absturz von Firefox führen.
Schließlich wurde noch ein Problem mit der Erkennung von Kindersicherungs-Software auf Windows 10 behoben, was Voraussetzung für die Ausrollung von DNS over HTTPS (DoH) in den USA ist.
Mozilla und Google haben angekündigt, DoH in ihren Webbrowsern Firefox bzw. Chrome zu aktivieren. In diesem Artikel möchte ich allgemeinverständlich erklären, was sich dadurch für Nutzer dieser Programme ändern kann bzw. wird.
Dazu beschreibe ich zuerst in vereinfachender Weise, wie das heutige DNS-System funktioniert und was an diesem System kritisiert wird. Darauf folgt eine Beschreibung von DoH und der Kritik an diesem Protokoll. Der Artikel soll dem Leser helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Dieser Artikel richtet sich in erster Linie an (Privat-)Anwender und Nutzer der genannten Programme. Er soll ein grundlegendes Verständnis auch ohne vollständige Kenntnis der Fachterminologie ermöglichen. Den versierten Leser bitte ich daher zu entschuldigen, sollten einige Ausführungen fachlich nicht ganz exakt sein.
Das Domain Name System (DNS)
Das DNS ist einer der wichtigsten Dienste in vielen Netzwerken und quasi das Rückgrat des Internets. Denn es sorgt dafür, dass zu einer Eingabe im Webbrowser wie z.B. https://www.my-it-brain.de oder www.ubuntuusers.de der Server gefunden wird, welcher die entsprechende Seite ausliefern kann. Das DNS funktioniert dabei so ähnlich wie ein Telefonbuch bzw. eine Telefonauskunft.
Wie wird das DNS von (Privat-)Anwendern genutzt?
Um zu veranschaulichen, wie das DNS in den meisten Fällen genutzt wird, stelle man sich folgendes Heimnetzwerk vor, wie es vermutlich in vielen Haushalten existiert.
Darstellung eines typischen Heimnetzwerks mit Anbindung an das Internet über einen Internet Service Provider
Endgeräte wie Laptop, Smartphone, Tablet, PC, etc. sind via LAN oder WLAN an den heimischen (W)LAN-Router angebunden. Letzterer erhält vom Internet Service Provider (ISP) eine oder mehrere IP-Adressen mitgeteilt, über welche der Router — vom Internet aus gesehen — erreichbar ist. Darüber hinaus teilt der ISP noch die IP-Adressen seiner DNS-Server mit, welche ebenfalls im (W)LAN-Router gespeichert werden.
Der (W)LAN-Router wiederum weist jedem Endgerät eine IP-Adresse zu, unter welcher dieses Gerät im Heimnetzwerk erreicht werden kann. Darüber hinaus teilt er den Endgeräten eine sogenannte Gateway-Adresse mit. Diese Adresse stellt für die verbundenen Endgeräte quasi das Tor ins Internet dar. Gleichzeitig wird diese IP-Adresse meist auch als DNS-Serveradresse auf den Endgeräten konfiguriert. Erledigt wird dies alles in der Regel über das DHCP-Protokoll, um dem Nutzer die manuelle Konfiguration der beteiligten Komponenten zu ersparen.
Damit sind dann eigentlich auch schon alle Voraussetzungen geschaffen, um mit den Endgeräten im Internet surfen zu können.
Tippt nun ein Nutzer im Webbrowser seines PCs die Adresse https://www.my-it-brain.de ein, wird auf folgendem Weg die IP-Adresse des Servers ermittelt, welcher diesen Blog ausliefert. Das folgende Bild dient der Veranschaulichung der Schritte 1-5.
Darstellung der zur Namensauflösung durchlaufenden Schritte
PC fragt den (W)LAN-Router nach der gesuchten IP-Adresse
(W)LAN-Router fragt den bzw. die DNS-Server des ISP
Der DNS-Server des ISP fragt ggf. weitere DNS-Server im Internet
DNS-Server des ISP kennt die gesuchte IP-Adresse und teilt sie dem (W)LAN-Router mit
Der (W)LAN-Router teilt die IP-Adresse dem PC mit
Der PC ist mit Kenntnis der IP-Adresse nun in der Lage, die gewünschte Seite beim Server anzufragen und im Webbrowser darzustellen.
Oftmals verfügen die in vorstehender Abbildung dargestellten Geräte über einen Zwischenspeicher für erfolgreich ausgeführte DNS-Abfragen, den sogenannten Cache. So muss bei einer wiederholten Anfrage einer bereits erfolgreich aufgelösten IP-Adresse nicht erneut die komplette Kette durchlaufen werden. Die Anfrage kann stattdessen aus dem Cache beantwortet und somit Zeit eingespart werden. Das folgende Code-Beispiel soll dies verdeutlichen. Dabei ist es nicht wichtig, jede einzelne Zeile interpretieren zu können. Der Befehl dig my-it-brain.de versucht den Namen ‚my-it-brain.de‘ in eine IP-Adresse aufzulösen. Die mit ‚Query time‘ beginnende Zeile gibt die Verarbeitungsdauer der Anfrage an.
Die Beantwortung der ersten DNS-Abfrage dauerte noch 68 ms. Die zweite Anfrage konnte direkt aus dem Cache meines Laptops in 0 ms beantwortet werden. Dabei ist anzumerken, dass alle Anwendungen von diesem Cache profitieren können, sofern sie alle den Cache des Betriebssystems oder ggf. auch den des nachgelagerten (W)LAN-Routers nutzen können.
Kritik
Die Kommunikation über das DNS-Protokoll ist nicht verschlüsselt. Jeder Teilnehmer in einem Netzwerk, der eine DNS-Abfrage zu sehen bekommt, kann deren vollständigen Inhalt lesen. So kann z.B. der ISP sehen, welche Seiten wie oft von seinen Kunden aufgerufen werden. Wobei über die Häufigkeit wiederholter Seitenaufrufe keine genaue Aussage getroffen werden kann, wenn im Heimnetzwerk des Nutzers DNS-Caches verwendet werden.
Der DNS-Client, welcher einen Namen in eine IP-Adresse auflösen möchte, hat keinerlei Möglichkeit zu prüfen, ob die zurückgelieferte IP-Adresse wirklich dem Inhaber der gewünschten Seite gehört. Im Prinzip kann jeder, der eine DNS-Anfrage sieht, eine Antwort senden. Das Endgerät akzeptiert in der Regel die Antwort, die es als erstes erreicht als gültig.
Dadurch bestehen vielfältige Angriffsformen, welche meist das Ziel verfolgen, DNS-Teilnehmer durch Manipulation auf falsche Webseiten zu lenken, um anschließend Passwörter, PINs, Kreditkartennummern usw. zu ergaunern. Darüber hinaus können Manipulationen auch für Zwecke der Zensur verwendet werden.
Die erwähnten Gefahren für Angriffe bzw. Zensur möchte ich mit zwei kurzen Beispielen verdeutlichen.
Beispiel 1: Phishing mit Hilfe von Cache Poisoning
Skizzierte Darstellung eines Angriffs mittels Cache Poisoning
Beim Cache Poisoning wird der DNS-Cache des (W)LAN-Routers manipuliert. In der Folge werden Aufrufe von z.B. Gmail, Amazon, eBay oder Online-Banking-Webseiten auf sogenannte Phishing-Webseiten umgeleitet. Diese sehen den echten Seiten meist zum Verwechseln ähnlich und sollen den Nutzer dazu verleiten, seine Zugangsdaten zu diesen Diensten preiszugeben.
Als Anwender gibt es nicht viel, was man tun kann, um sich vor diesen Angriffen zu schützen. Es bleibt lediglich:
Verfügbare Sicherheitsupdates für alle vorhandenen Geräte zeitnah zu installieren
Beim Besuch von Webseiten skeptisch zu prüfen, ob es Anomalien gibt, die auf Phishing-Versuche hindeuten können
Beispiel 2: Zensur durch den ISP
Eure DNS-Anfragen müssen in jedem Fall bei eurem ISP vorbei. Entweder, weil ihr die DNS-Server eures ISP verwendet, oder weil sie dessen Netz auf dem Weg zu eurem DNS-Provider passieren. In jedem Fall kann euer ISP die Pakete identifizieren und ihren Inhalt lesen. Damit ist euer ISP auch in der Lage, die Anfrage bzw. Antwort zum Zwecke der Zensur zu manipulieren.
Das Risiko der Zensur ist je nach Land und verwendetem ISP bzw. DNS-Provider unterschiedlich zu bewerten. Als Nutzer könnt ihr der Zensur evtl. entgehen, indem man VPN-Tunnel nutzt, um mit vertrauenswürdigen DNS-Providern zu kommunizieren. Dies funktioniert jedoch nur, sofern die VPN-Protokolle vom ISP nicht identifiziert und ebenfalls blockiert werden können.
DNS over HTTPS (DoH)
DNS over HTTPS (DoH) ist ein Protokoll zur Durchführung einer DNS-Auflösung über das HTTPS-Protokoll. Das Ziel ist es, die Privatsphäre und Sicherheit der Benutzer zu erhöhen, indem das Abhören und Manipulieren von DNS-Daten durch Man-in-the-Middle-Angriffe verhindert wird.[1] Neben der Verbesserung der Sicherheit sind weitere Ziele von DNS über HTTPS, die Leistung zu verbessern und DNS-basierte Zensurmaßnahmen zu verhindern. DNS over HTTPS wurde am 19. Oktober 2018 als RFC 8484 standardisiert.[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/DNS_over_HTTPS
Was ändert sich für (Privat-)Anwender?
Bei Verwendung dieses Protokolls wird zur Auflösung von Namen in IP-Adressen nicht mehr die Infrastruktur eures Heimnetzwerks oder die eures ISP genutzt. Anwendungen wie z.B. Mozilla Firefox oder Google Chrome implementieren vorkonfigurierte DNS-Server-Adressen, welche zukünftig die Namensauflösung übernehmen. Wie dies aussehen kann, wird in folgender Skizze dargestellt.
Darstellung zweier DNS-over-HTTPS-Verbindungen
Die Skizze zeigt Verbindungen zwischen verschiedenen Anwendungen und verschiedenen DNS-Diensten im Internet. Die Kommunikation erfolgt über das HTTPS-Protokoll und ist damit verschlüsselt. Die Verschlüsselung der DNS-Kommunikation soll vor Manipulation schützen. Ganz nach dem Motto: „Was man nicht sieht, kann man nicht manipulieren bzw. blockieren.“
Der Anwender selbst hat nichts weiter zu tun. Sein Internet funktioniert weiterhin, ohne etwas ändern zu müssen. Die in den obigen Beispielen beschriebenen Probleme scheinen gelöst, oder? Ja, aber …
Kritik an DoH
DoH verhindert effektiv Zensur durch den ISP. Dieser kann die in HTTPS versteckten DNS-Anfragen nicht von anderem HTTPS-Datenverkehr unterscheiden. Einzig vorstellbare Gegenmaßnahme ist die Blockade sämtlichen HTTPS-Datenverkehrs.
Cache Poisoning sollte keinen Einfluss mehr auf die Anwendungen haben, da diese die vorhandene Infrastruktur nicht mehr nutzen und die Anwendungen (hoffentlich) nur Antworten von den konfigurierten DNS-Services akzeptieren.
Tatsächlich fallen mir noch einige weitere Angriffsvektoren wie z.B. DNS-/IP-Spoofing und Man-in-the-Middle-Angriffe auf HTTPS ein, doch mögen diese durch Maßnahmen auf Anwendungsseite mitigiert worden sein. Daher gehe ich hier nicht weiter darauf ein. Sollte ich neue Erkenntnisse hierzu gewinnen, werde ich diese in einem folgenden Artikel thematisieren.
Statt dem eigenen ISP bzw. dem selbst gewählten DNS-Server zu vertrauen, liegt das Vertrauen nun bei den in den Anwendungen konfigurierten DNS-Providern. Warum ich diesen mehr Vertrauen sollte als meinem ISP, erschließt sich mir persönlich nicht.
In einer Welt, in der Google als Datenkrake verschrien ist, gebe ich diesem Unternehmen nur ungern auch noch meine DNS-Anfragen und würde diese lieber bei meinem ISP belassen. Nun lebe ich in einem Land, wo die ISPs noch nicht negativ durch Zensur aufgefallen sind. Wer hier das kleinere Übel darstellt, muss jeder für sich selbst beurteilen.
Stand heute ist mir nicht bekannt, ob die zu verwendenden DNS-Server in den Anwendungen (wie z.B. Firefox und Chrome) konfiguriert werden können oder man mit den Voreinstellungen leben muss. Möchte man die Vorgabe ändern, hat man nun definitiv mehr Arbeit als früher. Beim klassischen DNS lässt man einfach neue DNS-Server-Adressen über DHCP an seine Endgeräte verteilen und ist fertig. Bei DoH ist diese Konfiguration pro Anwendung und pro Endgerät durchzuführen. Ich fände es schon ärgerlich, wenn zukünftig jede Anwendung mit ihrem eigenen DNS-Resolver daherkommt und einzeln angepasst werden muss.
DoH geht an den im Heimnetzwerk existierenden Caches vorbei. Dies bedeutet entweder langsamere DNS-Abfragen oder erhöhten Bedarf an Arbeitsspeicher auf den Endgeräten, wenn alle Anwendungen nun ihren eigenen Cache implementieren.
Und wenn nun ein oder zwei dieser großen Dienste, auf die alle DNS-Anfragen konzentriert werden, ausfällt? Dann müssen unter Umständen eine Vielzahl von Anwendungen einzeln umkonfiguriert werden, um einen anderen DNS-Provider zu nutzen. Und das auf jedem Endgerät!
Fazit
Das bisherige DNS ist nicht perfekt. Es hat Stärken und Schwächen. Die Schwächen wurden oben bereits benannt. Zu einer der Stärken zählt, dass das DNS hierarchisch aufgebaut ist und dezentral betrieben wird. So ist es recht unwahrscheinlich, dass das DNS als Ganzes ausfallen bzw. kontrolliert werden kann. Fällt das DNS des ISP oder des gewählten DNS-Providers aus, kann man mit verhältnismäßig geringem Aufwand einen anderen DNS-Server verwenden und den Dienst weiterhin nutzen.
Mir persönlich gefällt das Konzept von DoH aus den oben genannten Gründen nicht. Ich hoffe und wünsche mir, dass sich auch in zukünftigen Versionen der verschiedenen Anwendungen DoH deaktivieren und die vorhandenen DNS-Resolver des Betriebssystems bzw. des Heimnetzwerks nutzen lassen.
Auch wenn ich selbst von DoH nicht überzeugt, geschweige denn begeistert bin, wird die Marktmacht von Mozilla und Google sicher ausreichen, um das Protokoll dauerhaft zu etablieren. Hoffentlich lassen die Anwendungshersteller uns Anwendern die Freiheit, die Anwendung nach unseren Wünschen zu konfigurieren.
Doch nun genug der Schmähkritik. Ich möchte hier nicht mit einem negativen Ausblick schließen, bietet DoH doch auch Chancen. Steigt mit der Zeit die Anzahl der verfügbaren DoH-Endpunkte, hat der Anwender in Zukunft evtl. eine ebenso große Auswahl wie heute bei den DNS-Servern. Und vielleicht unterstützen zukünftig auch die Resolver des Betriebssystems und der heimischen (W)LAN-Router DoH und können wie heute von den jeweiligen Anwendungen genutzt werden. All dies bleibt abzuwarten. Bis dahin wird das Internet für den normalen Anwender wohl auch weiter funktionieren, nachdem Firefox und Chrome DoH aktiviert haben.
Ich hoffe, ich konnte euch das DNS und DoH etwas näherbringen. So dass ihr die Eingangsfrage für euch selbst beantworten könnt. Solltet ihr Fragen haben oder über die beiden hier besprochenen Protokolle diskutieren wollen, nutzt gern die Kommentarfunktion dazu.
Mozilla und Google haben angekündigt, DoH in ihren Webbrowsern Firefox bzw. Chrome zu aktivieren. In diesem Artikel möchte ich allgemeinverständlich erklären, was sich dadurch für Nutzer dieser Programme ändern kann bzw. wird.
Dazu beschreibe ich zuerst in vereinfachender Weise, wie das heutige DNS-System funktioniert und was an diesem System kritisiert wird. Darauf folgt eine Beschreibung von DoH und der Kritik an diesem Protokoll. Der Artikel soll dem Leser helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Dieser Artikel richtet sich in erster Linie an (Privat-)Anwender und Nutzer der genannten Programme. Er soll ein grundlegendes Verständnis auch ohne vollständige Kenntnis der Fachterminologie ermöglichen. Den versierten Leser bitte ich daher zu entschuldigen, sollten einige Ausführungen fachlich nicht ganz exakt sein.
Das Domain Name System (DNS)
Das DNS ist einer der wichtigsten Dienste in vielen Netzwerken und quasi das Rückgrat des Internets. Denn es sorgt dafür, dass zu einer Eingabe im Webbrowser wie z.B. https://www.my-it-brain.de oder www.ubuntuusers.de der Server gefunden wird, welcher die entsprechende Seite ausliefern kann. Das DNS funktioniert dabei so ähnlich wie ein Telefonbuch bzw. eine Telefonauskunft.
Wie wird das DNS von (Privat-)Anwendern genutzt?
Um zu veranschaulichen, wie das DNS in den meisten Fällen genutzt wird, stelle man sich folgendes Heimnetzwerk vor, wie es vermutlich in vielen Haushalten existiert.
Darstellung eines typischen Heimnetzwerks mit Anbindung an das Internet über einen Internet Service Provider
Endgeräte wie Laptop, Smartphone, Tablet, PC, etc. sind via LAN oder WLAN an den heimischen (W)LAN-Router angebunden. Letzterer erhält vom Internet Service Provider (ISP) eine oder mehrere IP-Adressen mitgeteilt, über welche der Router — vom Internet aus gesehen — erreichbar ist. Darüber hinaus teilt der ISP noch die IP-Adressen seiner DNS-Server mit, welche ebenfalls im (W)LAN-Router gespeichert werden.
Der (W)LAN-Router wiederum weist jedem Endgerät eine IP-Adresse zu, unter welcher dieses Gerät im Heimnetzwerk erreicht werden kann. Darüber hinaus teilt er den Endgeräten eine sogenannte Gateway-Adresse mit. Diese Adresse stellt für die verbundenen Endgeräte quasi das Tor ins Internet dar. Gleichzeitig wird diese IP-Adresse meist auch als DNS-Serveradresse auf den Endgeräten konfiguriert. Erledigt wird dies alles in der Regel über das DHCP-Protokoll, um dem Nutzer die manuelle Konfiguration der beteiligten Komponenten zu ersparen.
Damit sind dann eigentlich auch schon alle Voraussetzungen geschaffen, um mit den Endgeräten im Internet surfen zu können.
Tippt nun ein Nutzer im Webbrowser seines PCs die Adresse https://www.my-it-brain.de ein, wird auf folgendem Weg die IP-Adresse des Servers ermittelt, welcher diesen Blog ausliefert. Das folgende Bild dient der Veranschaulichung der Schritte 1-5.
Darstellung der zur Namensauflösung durchlaufenden Schritte
PC fragt den (W)LAN-Router nach der gesuchten IP-Adresse
(W)LAN-Router fragt den bzw. die DNS-Server des ISP
Der DNS-Server des ISP fragt ggf. weitere DNS-Server im Internet
DNS-Server des ISP kennt die gesuchte IP-Adresse und teilt sie dem (W)LAN-Router mit
Der (W)LAN-Router teilt die IP-Adresse dem PC mit
Der PC ist mit Kenntnis der IP-Adresse nun in der Lage, die gewünschte Seite beim Server anzufragen und im Webbrowser darzustellen.
Oftmals verfügen die in vorstehender Abbildung dargestellten Geräte über einen Zwischenspeicher für erfolgreich ausgeführte DNS-Abfragen, den sogenannten Cache. So muss bei einer wiederholten Anfrage einer bereits erfolgreich aufgelösten IP-Adresse nicht erneut die komplette Kette durchlaufen werden. Die Anfrage kann stattdessen aus dem Cache beantwortet und somit Zeit eingespart werden. Das folgende Code-Beispiel soll dies verdeutlichen. Dabei ist es nicht wichtig, jede einzelne Zeile interpretieren zu können. Der Befehl dig my-it-brain.de versucht den Namen ‚my-it-brain.de‘ in eine IP-Adresse aufzulösen. Die mit ‚Query time‘ beginnende Zeile gibt die Verarbeitungsdauer der Anfrage an.
Die Beantwortung der ersten DNS-Abfrage dauerte noch 68 ms. Die zweite Anfrage konnte direkt aus dem Cache meines Laptops in 0 ms beantwortet werden. Dabei ist anzumerken, dass alle Anwendungen von diesem Cache profitieren können, sofern sie alle den Cache des Betriebssystems oder ggf. auch den des nachgelagerten (W)LAN-Routers nutzen können.
Kritik
Die Kommunikation über das DNS-Protokoll ist nicht verschlüsselt. Jeder Teilnehmer in einem Netzwerk, der eine DNS-Abfrage zu sehen bekommt, kann deren vollständigen Inhalt lesen. So kann z.B. der ISP sehen, welche Seiten wie oft von seinen Kunden aufgerufen werden. Wobei über die Häufigkeit wiederholter Seitenaufrufe keine genaue Aussage getroffen werden kann, wenn im Heimnetzwerk des Nutzers DNS-Caches verwendet werden.
Der DNS-Client, welcher einen Namen in eine IP-Adresse auflösen möchte, hat keinerlei Möglichkeit zu prüfen, ob die zurückgelieferte IP-Adresse wirklich dem Inhaber der gewünschten Seite gehört. Im Prinzip kann jeder, der eine DNS-Anfrage sieht, eine Antwort senden. Das Endgerät akzeptiert in der Regel die Antwort, die es als erstes erreicht als gültig.
Dadurch bestehen vielfältige Angriffsformen, welche meist das Ziel verfolgen, DNS-Teilnehmer durch Manipulation auf falsche Webseiten zu lenken, um anschließend Passwörter, PINs, Kreditkartennummern usw. zu ergaunern. Darüber hinaus können Manipulationen auch für Zwecke der Zensur verwendet werden.
Die erwähnten Gefahren für Angriffe bzw. Zensur möchte ich mit zwei kurzen Beispielen verdeutlichen.
Beispiel 1: Phishing mit Hilfe von Cache Poisoning
Skizzierte Darstellung eines Angriffs mittels Cache Poisoning
Beim Cache Poisoning wird der DNS-Cache des (W)LAN-Routers manipuliert. In der Folge werden Aufrufe von z.B. Gmail, Amazon, eBay oder Online-Banking-Webseiten auf sogenannte Phishing-Webseiten umgeleitet. Diese sehen den echten Seiten meist zum Verwechseln ähnlich und sollen den Nutzer dazu verleiten, seine Zugangsdaten zu diesen Diensten preiszugeben.
Als Anwender gibt es nicht viel, was man tun kann, um sich vor diesen Angriffen zu schützen. Es bleibt lediglich:
Verfügbare Sicherheitsupdates für alle vorhandenen Geräte zeitnah zu installieren
Beim Besuch von Webseiten skeptisch zu prüfen, ob es Anomalien gibt, die auf Phishing-Versuche hindeuten können
Beispiel 2: Zensur durch den ISP
Eure DNS-Anfragen müssen in jedem Fall bei eurem ISP vorbei. Entweder, weil ihr die DNS-Server eures ISP verwendet, oder weil sie dessen Netz auf dem Weg zu eurem DNS-Provider passieren. In jedem Fall kann euer ISP die Pakete identifizieren und ihren Inhalt lesen. Damit ist euer ISP auch in der Lage, die Anfrage bzw. Antwort zum Zwecke der Zensur zu manipulieren.
Das Risiko der Zensur ist je nach Land und verwendetem ISP bzw. DNS-Provider unterschiedlich zu bewerten. Als Nutzer könnt ihr der Zensur evtl. entgehen, indem man VPN-Tunnel nutzt, um mit vertrauenswürdigen DNS-Providern zu kommunizieren. Dies funktioniert jedoch nur, sofern die VPN-Protokolle vom ISP nicht identifiziert und ebenfalls blockiert werden können.
DNS over HTTPS (DoH)
DNS over HTTPS (DoH) ist ein Protokoll zur Durchführung einer DNS-Auflösung über das HTTPS-Protokoll. Das Ziel ist es, die Privatsphäre und Sicherheit der Benutzer zu erhöhen, indem das Abhören und Manipulieren von DNS-Daten durch Man-in-the-Middle-Angriffe verhindert wird.[1] Neben der Verbesserung der Sicherheit sind weitere Ziele von DNS über HTTPS, die Leistung zu verbessern und DNS-basierte Zensurmaßnahmen zu verhindern. DNS over HTTPS wurde am 19. Oktober 2018 als RFC 8484 standardisiert.[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/DNS_over_HTTPS
Was ändert sich für (Privat-)Anwender?
Bei Verwendung dieses Protokolls wird zur Auflösung von Namen in IP-Adressen nicht mehr die Infrastruktur eures Heimnetzwerks oder die eures ISP genutzt. Anwendungen wie z.B. Mozilla Firefox oder Google Chrome implementieren vorkonfigurierte DNS-Server-Adressen, welche zukünftig die Namensauflösung übernehmen. Wie dies aussehen kann, wird in folgender Skizze dargestellt.
Darstellung zweier DNS-over-HTTPS-Verbindungen
Die Skizze zeigt Verbindungen zwischen verschiedenen Anwendungen und verschiedenen DNS-Diensten im Internet. Die Kommunikation erfolgt über das HTTPS-Protokoll und ist damit verschlüsselt. Die Verschlüsselung der DNS-Kommunikation soll vor Manipulation schützen. Ganz nach dem Motto: „Was man nicht sieht, kann man nicht manipulieren bzw. blockieren.“
Der Anwender selbst hat nichts weiter zu tun. Sein Internet funktioniert weiterhin, ohne etwas ändern zu müssen. Die in den obigen Beispielen beschriebenen Probleme scheinen gelöst, oder? Ja, aber …
Kritik an DoH
DoH verhindert effektiv Zensur durch den ISP. Dieser kann die in HTTPS versteckten DNS-Anfragen nicht von anderem HTTPS-Datenverkehr unterscheiden. Einzig vorstellbare Gegenmaßnahme ist die Blockade sämtlichen HTTPS-Datenverkehrs.
Cache Poisoning sollte keinen Einfluss mehr auf die Anwendungen haben, da diese die vorhandene Infrastruktur nicht mehr nutzen und die Anwendungen (hoffentlich) nur Antworten von den konfigurierten DNS-Services akzeptieren.
Tatsächlich fallen mir noch einige weitere Angriffsvektoren wie z.B. DNS-/IP-Spoofing und Man-in-the-Middle-Angriffe auf HTTPS ein, doch mögen diese durch Maßnahmen auf Anwendungsseite mitigiert worden sein. Daher gehe ich hier nicht weiter darauf ein. Sollte ich neue Erkenntnisse hierzu gewinnen, werde ich diese in einem folgenden Artikel thematisieren.
Statt dem eigenen ISP bzw. dem selbst gewählten DNS-Server zu vertrauen, liegt das Vertrauen nun bei den in den Anwendungen konfigurierten DNS-Providern. Warum ich diesen mehr Vertrauen sollte als meinem ISP, erschließt sich mir persönlich nicht.
In einer Welt, in der Google als Datenkrake verschrien ist, gebe ich diesem Unternehmen nur ungern auch noch meine DNS-Anfragen und würde diese lieber bei meinem ISP belassen. Nun lebe ich in einem Land, wo die ISPs noch nicht negativ durch Zensur aufgefallen sind. Wer hier das kleinere Übel darstellt, muss jeder für sich selbst beurteilen.
Stand heute ist mir nicht bekannt, ob die zu verwendenden DNS-Server in den Anwendungen (wie z.B. Firefox und Chrome) konfiguriert werden können oder man mit den Voreinstellungen leben muss. Möchte man die Vorgabe ändern, hat man nun definitiv mehr Arbeit als früher. Beim klassischen DNS lässt man einfach neue DNS-Server-Adressen über DHCP an seine Endgeräte verteilen und ist fertig. Bei DoH ist diese Konfiguration pro Anwendung und pro Endgerät durchzuführen. Ich fände es schon ärgerlich, wenn zukünftig jede Anwendung mit ihrem eigenen DNS-Resolver daherkommt und einzeln angepasst werden muss.
DoH geht an den im Heimnetzwerk existierenden Caches vorbei. Dies bedeutet entweder langsamere DNS-Abfragen oder erhöhten Bedarf an Arbeitsspeicher auf den Endgeräten, wenn alle Anwendungen nun ihren eigenen Cache implementieren.
Und wenn nun ein oder zwei dieser großen Dienste, auf die alle DNS-Anfragen konzentriert werden, ausfällt? Dann müssen unter Umständen eine Vielzahl von Anwendungen einzeln umkonfiguriert werden, um einen anderen DNS-Provider zu nutzen. Und das auf jedem Endgerät!
Fazit
Das bisherige DNS ist nicht perfekt. Es hat Stärken und Schwächen. Die Schwächen wurden oben bereits benannt. Zu einer der Stärken zählt, dass das DNS hierarchisch aufgebaut ist und dezentral betrieben wird. So ist es recht unwahrscheinlich, dass das DNS als Ganzes ausfallen bzw. kontrolliert werden kann. Fällt das DNS des ISP oder des gewählten DNS-Providers aus, kann man mit verhältnismäßig geringem Aufwand einen anderen DNS-Server verwenden und den Dienst weiterhin nutzen.
Mir persönlich gefällt das Konzept von DoH aus den oben genannten Gründen nicht. Ich hoffe und wünsche mir, dass sich auch in zukünftigen Versionen der verschiedenen Anwendungen DoH deaktivieren und die vorhandenen DNS-Resolver des Betriebssystems bzw. des Heimnetzwerks nutzen lassen.
Auch wenn ich selbst von DoH nicht überzeugt, geschweige denn begeistert bin, wird die Marktmacht von Mozilla und Google sicher ausreichen, um das Protokoll dauerhaft zu etablieren. Hoffentlich lassen die Anwendungshersteller uns Anwendern die Freiheit, die Anwendung nach unseren Wünschen zu konfigurieren.
Doch nun genug der Schmähkritik. Ich möchte hier nicht mit einem negativen Ausblick schließen, bietet DoH doch auch Chancen. Steigt mit der Zeit die Anzahl der verfügbaren DoH-Endpunkte, hat der Anwender in Zukunft evtl. eine ebenso große Auswahl wie heute bei den DNS-Servern. Und vielleicht unterstützen zukünftig auch die Resolver des Betriebssystems und der heimischen (W)LAN-Router DoH und können wie heute von den jeweiligen Anwendungen genutzt werden. All dies bleibt abzuwarten. Bis dahin wird das Internet für den normalen Anwender wohl auch weiter funktionieren, nachdem Firefox und Chrome DoH aktiviert haben.
Ich hoffe, ich konnte euch das DNS und DoH etwas näherbringen. So dass ihr die Eingangsfrage für euch selbst beantworten könnt. Solltet ihr Fragen haben oder über die beiden hier besprochenen Protokolle diskutieren wollen, nutzt gern die Kommentarfunktion dazu.
Nächstes Jahr erscheint wieder eine neue LTS von Ubuntu und den offiziellen Derivaten. Obwohl die Herbstversion 19.10 noch nicht veröffentlicht ist, zeichnen sich bereits Richtungsentscheidungen ab.
Die alle zwei Jahre erscheinenden Ubuntu LTS Versionen sind immer noch ein wichtiger Termin im Linux Kalender. Seitdem alle Derivate - bis auf die Hauptvariante Ubuntu - nur noch 3 Jahre Support bieten kann man keine Version mehr überspringen. Umso wichtiger ist eine hohe Qualität bei jeder Veröffentlichung. Ein Thema, das mich ganz persönlich interessiert, da neben ein paar Notebooks und einem Server auch ein ganzer Zoo an virtuellen Maschinen mit Ubuntu läuft.
An der Basis scheint Canonical einen Wechsel des Root-Dateisystems auf ZFS vorzubereiten. Ob das dann bei 20.04 bereits alltagstauglich sein wird oder lediglich eine experimentelle Vorschau bietet muss man abwarten. Es ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Unterfangen. Ext4 ist ein bewährtes Dateisystem aber kann funktional mit Dateisystemen wie Apples APFS oder Btrfs nicht mithalten. Unklar bleibt die Lizenzierung, da die "GPL-Kreuzfahrer" weiterhin versuchen das Projekt zu torpedieren.
Im Desktopbereich hat Kubuntu in Zusammenarbeit mit KDE erste positive Entscheidungen getroffen. KDE wird Plasma 5.18, das im Januar 2020 erscheint, mit einem LTS-Status versehen. Dadurch kann Kubuntu im Frühjahr auf LTS-Versionen von Plasma, Qt und KDE Frameworks zurückgreifen. Kubuntu 20.04 hat damit das Potenzial eine ausgereifte und stabile Version, qualitativ vergleichbar mit 14.04 zu werden. Plasma 5 ist auf dem Höhepunkt seines Entwicklungszyklus, bevor es mit dem Wechsel auf Qt 6 sicherlich wieder ein bisschen unruhiger wird. Lubuntu wird zudem erstmals mit LXQt erscheinen und LXDE aufs Altenteil schieben. Sogar Xfce hat mal wieder eine neue Version zu bieten, weshalb auch Xubuntu-Anwender ein paar Neuerungen bekommen.
Open Source wird in den letzten Jahren populärer – und das auf vielen Ebenen. So gewinnt nicht nur der Bereich der Open Source Software an Bedeutung – wie letzte Woche gerade erst wieder durch die Veröffentlichung von der MSVC-Implementierung (Nachricht) unter Beweis gestellt. Viel mehr lässt sich nun auch beobachten, dass das 2. Kerckhoffs’sche Prinzip wichtiger wie nie zuvor wird. Bitcoin ist ein Beispiel dafür, dass zentrale Akteure überflüssig werden können, wenn alle Teilnehmer das gleiche Verfahren anwenden und die Konsensfindung nicht über vorher vereinbarte und vertrauensabhängige Rollen, sondern Mathematik sichergestellt wird, um in diesem Fall den Distributed Ledger, das verteilte Kassenbuch, bereitzustellen.
Wie so oft fällt aber das Augenmerk der Masse auf das Nebenprodukt einer Innovation - in diesem Fall ist es die Blockchain. Auch wenn diese bereits Vorgänger wie das in den 1990ern bekannte Hashcash hatte, wurde diese Datenstruktur durch den Einsatz in Bitcoin besonders bekannt.
Das Gute: die „Technik“ dahinter ist in den Grundzügen einfach verständlich. Und weil man Dinge besonders gut verstehen kann, wenn man sie anwendet, erkläre ich in meinem neusten YouTube-Video (Alternativdownload, 157.5 MB) die Basics der Blockchain und werde eine kleine Implementierung auf Python-Basis zusammenbauen.
Das Video ist etwa eine halbe Stunde lang. Ich möchte mit einigen Mythen aufräumen und verdeutlichen, dass es auch nur eine ganz normale Technik ist und vor allem nicht krampfhaft über alles geträufelt werden sollte. Trotz alledem werden sich einige Anwendungsgebiete zeigen, wo diese Technik sinnvoll eingesetzt werden kann.
In dem Zusammenhang möchte ich gerne auf den Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies 2018 verweisen, in welchem Blockchain bereits das Tal der Desillusion durchschreitet und jetzt ein guter Zeitpunkt ist, objektiv einen Einblick in diese Welt zu erhalten. In diesem Sinne: viel Spaß mit dem Video!
Mozilla hat in der Nightly-Version von Firefox die Unterstützung für die veralteten Verschlüsselungs-Protokolle TLS 1.0 und TLS 1.1 abgeschaltet.
Alle großen Browserhersteller werden die Unterstützung für das Transport Layer Security-Protokoll (TLS), häufig umgangssprachlich auch wie das Vorgänger-Protokoll Secure Sockets Layer als SSL bezeichnet, in den Versionen 1.0 und 1.1 Anfang 2020 einstellen. Dies gaben Mozilla, Microsoft, Apple und Google bereits vor einem Jahr bekannt.
Bis dahin wird TLS 1.0 bereits über 21 Jahre alt sein. TLS 1.1 bot nur geringfügige Verbesserungen gegenüber TLS 1.0 und wird zeitgleich nicht mehr unterstützt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte das 2008 finalisierte TLS 1.2 oder das 2018 finalisierte TLS 1.3 genutzt werden.
In Vorbereitung auf die endgültige Abschaltung von TLS 1.0 und TLS 1.1 werden diese beiden veralteten Verschlüsselungs-Protokolle bereits ab jetzt in der Nightly-Version von Firefox nicht länger unterstützt.
Windows Benutzer bekommen drei weitere Geschenke aus der modernen Linux Welt, mit denen ihr Leben einfacher und auch etwas sicherer wird. Konkret sind es Geschenke aus der KDE Community , die drei ihrer Produkte Okular, KDEConnect , Kate auf Windows portiert (verfügbar und installierbar) haben.
Eine kleine Erklärung noch, was KDE eigentlich ist. KDE ist eine Ansammlung von sehr vielen nützlichen Programmen, die zusammengestellt, einen unter Linux sehr bekannten Desktop (Oberfläche) ergeben. Meist wird die Oberfläche an sich KDE Plasma genannt. Diese Desktopoberfläche wird durch sehr viele Programme und Helfer, wie Editoren (wie Kate), Dokumentenbetrachter (wie Okular), verbindende Programme (wie KDE Connect) und viele weitere wie z.B. Dateimanager, Videoschnitt-, Mal- , Lernprogramme und Spiele komplettiert. Natürlich laufen auch alle anderen Linuxprogramme, wie LibreOffice (eine vollständige Bürosuite mit Schreib-, Tabellen, Präsentationsprogramm und einigem mehr) auf diesem Desktop. Einen kurzen Einblick seht ihr in diesem Video: KDE Plasma 5.16.
Okular ist nicht nur eine PDF Viewer/Betrachter, sondern kann auch noch wesentlich mehr Formate lesen und anzeigen, wie PDF, PS, Tiff, CHM, DjVu, Images, DVI, XPS,ODT ,Fiction Book, Comic Book ,Plucker, EPub, Fax, Mobipocket. Wie vollständig die jeweiligen Formate unterstützt werden, könnt ihr auf dieser Übersicht nachschauen. Okular ist mittlerweile im Microsoft Store verfügbar und ihr könnt ihn ganz bequem von dort installieren.
KDE Connect verbindet euer Android Smartphone mit dem Windows Computer. So könnt ihr z.B. über euer WLAN Dateien hin und her schicken. Ihr werdet benachrichtigt, wenn eine SMS rein kommt und könnt diese sogar auf dem Computer beantworten. Den Mediaplayer könnt ihr damit steuern und ihr könnt KDE Connect sogar als Fernbedienung für Maus und Tastatur benutzen. Ganz praktisch für Präsentationen zum Weiterschalten der Folien. KDEConnect ist im Moment noch nicht im Microsoft Store verfügbar, aber ihr könnt es dennoch einfach unter Windows installieren. Hier erfahrt ihr, wie es geht: KDE Connect für Windows ist fertig
Kate ist ein sehr mächtiger aber auch ein sehr einfach zu bedienender Texteditor. Damit kannst du eben mal schnell eine kleine Textdatei erstellen und bearbeiten, oder du benutzt Kate als IDE für dein Softwareprojekt, an dem du arbeitest. Kate kannst du ganz einfach über den Microsoft Store installieren.
Alle Programme sind nicht nur OSS Open Source Software, sondern sie sind sogar FLOSS: Free Libre Open Source Software.
Der Unterschied?
OSS ist quelloffen. Das bedeutet, dass jeder sich den Quellcode anschauen und prüfen kann. Aber nicht unbedingt kostenlos benutzen darf.
FLOSS ist frei/libre. Das bedeutet, dass der Quellcode einseh- und prüfbar ist und dass die Software kostenlos nutzbar ist. Sprich, jeder kann sich den Quellcode runterladen und selber compilieren. ABER! Es gibt keinen Anspruch darauf, dass man alles kostenlos (außer dem Quellcode) bekommen muss. Wer eine Software nicht selber compilieren oder einrichten kann, der muss auf Services zurückgreifen, die das für einen erledigen. Das macht Arbeit und Arbeit sollte immer bezahlt werden! Also seit fair und überlegt euch, ob ihr nicht doch manchmal den Projekten die ihr tagein-tagaus benutzt mal eine Spende zukommen lasst.
Und wenn ihr nicht warten wollt, bis das eine oder andere Programm von Linux nach Windows kommt, dann überlegt doch mal, ob ihr nicht gleich in die Zukunft durchstarten wollt und den Sprung nach Linux wagt. Ich persönlich setze seit über 10 Jahren Kubuntu ein. Das ist die Linuxdistribution Ubuntu mit einem KDE/Plasma als Oberfläche und bin sehr zufrieden damit.
Eine wirklich sehr gute und empfehlenswerte deutschsprachige Community für Ubuntu/Kubuntu ist da übrigens die Ubuntuusers.de
Nachdem ich mich immer wieder mit Festplatten anderer Leute herumschlagen darf, die mal mehr und mal weniger gut funktionieren, und es auch einfach keinen Spaß macht, immer wieder meine Festplattengehäuse dafür zu missbrauchen, habe ich mich vor kurzem dazu entschlossen eine passende Dockingstation zu kaufen.
Achtung!
Das von mir gekaufte Modell enthält den Chip ASM1153, welcher von Linux vollständig unterstützt wird. Neuere Revisionen des FD2002C verwenden teilweise aber die Chips ASM1156 oder ASM1453, welche von Linux zum aktuellen Zeitpunkt (2020-03-07) nicht unterstützt werden. Was unterstützt wird und was nicht muss man im Zweifel aus dem Quellcode herauslesen. Siehe dazu die Datei uas-detect.h, bei Zeile 74.
Nach längerer Recherche (die Dinger selbst gibt es wie Sand am Meer, nur fehlt meist jegliche technische Spezifikation) habe ich mich dann für das Modell FD2002C von Inateck entschieden. Mit 45€ nicht die billigste Variante, dafür hat die Station aber auch zwei Slots, unterstützt das direkte Klonen von Festplatten (ohne angeschlossenen Rechner oder Laptop), und verwendet bereits einen USB-C Stecker.
Besagte Dockingstation, Modell FD2002C von Inateck
Außerdem unterstützt es das USB Attached SCSI Protocol, kurz UAS oder auch UASP. D.h. im Gegensatz zu den meisten SATA-USB-Adaptern/Konvertern kann man hiermit auch ATA-Befehle verwenden (was, gerade für SSDs, ganz praktisch ist).
Unter Linux-basierten Betriebssystemen lässt sich dann mittels lsusb auch herausfinden, ob das Gerät richtig erkannt wurde und ob das UAS Protokoll verwendet. Etwas irritierend ist, dass das nur dann geht, wenn auch eine Festplatte in der Dockingstation steckt. Befindet sich keine Festplatte darin, sieht die Ausgabe wie folgt aus:
$ lsusb
[…]
Bus 004 Device 005: ID 174c:55aa ASMedia Technology Inc. Name: ASM1051E SATA 6Gb/s bridge, ASM1053E SATA 6Gb/s bridge, ASM1153 SATA 3Gb/s bridge, ASM1153E SATA 6Gb/s bridge
[…]
$ lsusb -t
/: Bus 04.Port 1: Dev 1, Class=root_hub, Driver=xhci_hcd/2p, 5000M
|__ Port 1: Dev 2, If 0, Class=Hub, Driver=hub/4p, 5000M
|__ Port 1: Dev 5, If 0, Class=Mass Storage, Driver=usb-storage, 5000M
[…]
$
Wie man sehen kann wird hier der normale "usb-storage" Treiber verwendet. Das ändert sich tatsächlich erst, nachdem man eine Festplatte in einen der Slots steckt (dabei ist es egal ob Slot A oder B, und auch, ob man eine oder zwei Festplatten reinsteckt):
$ lsusb
[…]
Bus 004 Device 006: ID 174c:55aa ASMedia Technology Inc. Name: ASM1051E SATA 6Gb/s bridge, ASM1053E SATA 6Gb/s bridge, ASM1153 SATA 3Gb/s bridge, ASM1153E SATA 6Gb/s bridge
[…]
$ lsusb -t
/: Bus 04.Port 1: Dev 1, Class=root_hub, Driver=xhci_hcd/2p, 5000M
|__ Port 1: Dev 2, If 0, Class=Hub, Driver=hub/4p, 5000M
|__ Port 1: Dev 6, If 0, Class=Mass Storage, Driver=uas, 5000M
[…]
$
Die Festplatte wurde also erkannt, und der passende Treiber ("uas") geladen. ATA-Befehle wie TRIM oder Secure Erase funktionieren jetzt auch wie erwartet.
Eine Liste aller unterstützen Protokolle kann lsusb ebenfalls ausgeben, sofern man die entsprechende ID übergibt (welche man, ebenfalls, via lsusb bekommt):
$ lsusb
[…]
Bus 004 Device 006: ID 174c:55aa […]
[…]
$ lsusb -v -d 174c:55aa | grep -i interface
Couldn't open device, some information will be missing
bNumInterfaces 1
Interface Descriptor:
bInterfaceNumber 0
bInterfaceClass 8 Mass Storage
bInterfaceSubClass 6 SCSI
bInterfaceProtocol 80 Bulk-Only
iInterface 0
Interface Descriptor:
bInterfaceNumber 0
bInterfaceClass 8 Mass Storage
bInterfaceSubClass 6 SCSI
bInterfaceProtocol 98
iInterface 0
$
Hier sehen wir zum einen das "Bulk-Only" Protokoll, welches von den meisten Adapter verwendet wird, als auch Protokoll "98", welches die Verwendung von ATA-Befehlen erlaubt.
Ein Geschwindigkeitstest der Dockingstation zeigt, dass diese tatsächlich auch hält, was sie verspricht. Mit einer SSD werden gut ~450MB/s im Lesen und Schreiben erreicht, die HDD erreicht immerhin Werte von bis zu 200MB/s im Lesen. Das entspricht auch dem Maximum meines USB 3.0 Anschlusses, und selbst bei einem direkten Anschluss der Festplatten an ein SATA-3 Interface würde ich hier keine höheren Werte erzielen können. Passt also.
Das direkte Klonen einer Festplatte konnte ich mittlerweile auch testen, und läuft genau so ab, wie es in der Beschreibung steht: Einfach zwei Festplatten in die Slots stecken, "Klonen"-Taste circa drei Sekunden gedrückt halten bis die LEDs aufleuchten, und dann nochmals zur Bestätigung kurz antippen. Damit startet der Klonvorgang. Wichtig ist, dass die Dockingstation während des Klonvorgangs nicht mit einem Rechner verbunden ist.
Die Optik der Dockingstation ist sehr gut (unscheinbar und stört nicht), und auch wenn das Gehäuse aus Plastik ist, ist es doch top verarbeitet. Einziges Manko wäre höchstens das fehlende Gewicht: Die Station ist sehr leicht, und muss festgehalten werden, wenn man eine Festplatte herauszieht. Es spricht aber nichts dagegen das Dock einfach auf dem Schreibtisch zu befestigen, und sei es nur mit doppelseitigem Klebeband.
Fazit: Das Gerät macht einen guten Eindruck und hält was es verspricht. Ich bin zufrieden (und zugleich froh, dass gleich das erste Gerät, was ich gekauft habe, so gut funktioniert. Ich hatte mich gedanklich schon auf Kompatibilitätsprobleme und andere Dinge eingestellt).
Vor einigen Jahren hat Christiann MacAuley ein bekanntes Comic zur Reaktion verschiedener Nutzergruppen auf ein Update veröffentlicht. Sehr viele IT-Interessierte kennen das Bild. Damals dachte ich mir: So wahr! Heute gilt das nur noch für die Windows- und Apple-Anwender.
Windows-Anwender stöhnen noch heute bei jedem Update. Gefühlt seit Windows 10 noch mehr. Bei Apple-Kunden schlagen Updates zwar nicht mehr so in den Geldbeutel, da das Betriebssystem an das Gerät gebunden ist und Software inzwischen oft als Abo vertrieben wird. Die Kernaussage trifft aber dennoch zu.
Nur bei Linux stimmt die Aussage "Cool, more free stuff!" schon lange nicht mehr. Dazu muss man sich bei typischen Linux-Meldungen nur mal in den Kommentarspalten von Seiten wie Pro-Linux, Heise oder Golem umsehen. Wahlweise auch in einem der großen Foren.
Bei jedem Update kommen die Nörgler aus ihren Löchern gekrochen. Zuletzt konnte man das bei Pro-Linux in der PulseAudio Meldung verfolgen. Alle Änderungen und Umbaumaßnahmen an der Linux-Basis der letzten Jahre werden mit einer reaktionär-konservativen Grundeinstellung abgelehnt. Mythen und hassvoll gepflegte Gerüchte dominieren über viele Jahren die Meldungen zu allen möglichen Projekten. Gelobt werden oft nur noch reaktionäre Projekte wie Devuan oder konservative Softwarepflege wie sie bei Xfce und Konsorten erfolgt.
Der Optimismus und die Aufbruchsstimmung, die aus dem obigen Comic spricht, ist komplett verflogen. Der Glaube mit jedem Update würde Linux ein bisschen besser werden und ein bisschen konkurrenzfähiger ist kaum noch zu spüren. Stattdessen dominieren Anwender, die sich in einem bestimmten Nutzungsszenario eingeigelt haben und jede Änderung hasserfüllt bekämpfen.
Natürlich mag man argumentieren, dass dies nur auf den visuell sichtbaren Teil in den Medien zutrifft, aber dies ist halt der wahrnehmbare Teil. Als Entwickler oder potenzieller Umsteiger würde mich das abschrecken.
Die Linux Community ist online auf vielen Plattformen kein schöner Ort mehr.
Bilder: Einleitungsbild und Beitragsbild von von geralt via pixabay
Mozilla hat mit Firefox 69.0.1 das erste Update für Firefox 69 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion, einschließlich einer Sicherheitslücke.
Mit dem Update auf Firefox 69.0.1 behebt Mozilla eine Sicherheitslücke in Zusammenhang mit der Pointer Lock API.
Darüber hinaus hat Mozilla das Problem behoben, dass wenn ein Link geklickt wurde, um eine externe Anwendung wie das E-Mail-Programm zu starten, diese im Hintergrund geöffnet und nicht länger automatisch in den Vordergrund geholt worden ist.
In der Leseansicht kann die Schrift nun wieder so weit wie vor Firefox 69.0 vergrößert werden. Auf Netzwerk-Anmeldeseiten ging die Benachrichtigung nach dem Login nicht mehr automatisch weg.
Die Bedienung des neuen Add-on Managers wurde für Nutzer von Screenreadern verbessert. Außerdem wurde ein Problem mit dem Performance-Entwicklerwerkzeug behoben.
Mozilla wird in Zukunft neue Features und Webtechnologien noch schneller an die Nutzer ausliefern. Statt wie bisher sieben bis acht Wochen muss in Zukunft nur noch vier Wochen auf ein neues Major-Update gewartet werden.
Es ist mittlerweile mehr als acht Jahre her, dass Mozilla auf ein sogenanntes Rapid Release-Modell umgestiegen ist. Lag zuvor zwischen Major-Updates von Firefox ein Jahr oder gar mehr Zeit, waren es seit dem nur noch jeweils sechs Wochen. Mittlerweile erscheinen neue Firefox-Versionen in der Regel alle sieben bis acht Wochen. So kommen nicht nur neue Features, sondern vor allem auch Webtechnologien schneller an den Nutzer, wovon das Web als Ganzes profitiert – nicht nur auf Firefox-Nutzer bezogen.
Mozilla wird die Zeit zwischen Major-Releases ab 2020 reduzieren. In Zukunft sollen nur noch vier Wochen zwischen zwei Firefox-Versionen liegen.
Was Beta-Versionen betrifft, bedeutet die Änderung, dass diese dann ähnlich oft wie Nightly-Versionen statt wie bisher nur ein bis zwei Versionen pro Woche erscheinen werden.
Auf den ESR-Zweig für Unternehmen hat der neue Release-Zyklus keinen Einfluss. Hier plant Mozilla weiterhin mit einem Jahr Abstand zwischen zwei Major-Releases.
Das sind die Release-Termine bis Mitte 2020
Firefox 70, Firefox ESR 68.2 22. Oktober 2019 (7 Wochen nach Firefox 69)
Firefox 71, Firefox ESR 68.3 3. Dezember 2019 (6 Wochen nach Firefox 70)
Firefox 72, Firefox ESR 68.4 7. Januar 2020 (5 Wochen nach Firefox 71)
Firefox 73, Firefox ESR 68.5 11. Februar 2020 (5 Wochen nach Firefox 72)
Firefox 74, Firefox ESR 68.6 10. März 2020 (4 Wochen nach Firefox 73)
Firefox 75, Firefox ESR 68.7 7. April 2020 (4 Wochen nach Firefox 74)
Firefox 76, Firefox ESR 68.8 5. Mai 2020 (4 Wochen nach Firefox 75)
Firefox 77, Firefox ESR 68.9 2. Juni 2020 (4 Wochen nach Firefox 76)
Firefox 78, Firefox ESR 78.0, Firefox ESR 68.10 30. Juni 2020 (4 Wochen nach Firefox 77)
Firefox 79, Firefox ESR 78.1, Firefox ESR 68.11 28. Juli 2020 (4 Wochen nach Firefox 78)
Firefox 80, Firefox ESR 78.2, Firefox ESR 68.12 25. August 2020 (4 Wochen nach Firefox 79)
Firefox 81, Firefox ESR 78.3 22. September 2020 (4 Wochen nach Firefox 80)
Schon früh war ich von Imaging Software begeistert und habe die
ersten OS/2 Installationen (damals noch HPFS) damit gesichert. Später
habe ich damit auch NTFS und diverse Windows Versionen in Abbilder verwandelt.
Bei Linux war ich die ersten Jahre begeistert von Partimage, welches perfekt
ext3 aber auch ReiserFS oder jfs gesichert hat. Doch mit ext4 hörte die Unterstützung auf.
Als alternative habe ich partclone gefunden welches rein auf cli Basis das gleiche tut.
Der Unterschied ist nur das es auch mit ext4 zurecht kommt.
Sowohl Partimage wie auch partclone arbeitet auf Sektorbasis und erstellt so
ein 1:1 Kopie des Systems.
Bis zur Version 4.5.2 war partclone mit auf der RettungsCD und sicherte mir
alle Dateisysteme. Doch danach verschwand es. Erst als die RettungsCD nicht mehr
Gentoo sondern Arch als Basis nutze kam das Programm wieder dazu. Aktuell habe ich
immer die Version 6.0.3 auf nem Stick mit dabei.
Neben dem sehr nützlichen Programm partclone finden sich auch diverse Rettungsprogramme
darauf, z.b. um ein Windows Kennwort neu zu setzten, oder Daten von defekten Datenträgern
zu retten.
Seit meinem ersten Kontakt mit der CD kann ich mir ein Computer-Leben ohne das
Rettungssystem nicht mehr vorstellen. Selbstverständlich unterstützt die Version 6
auch Computer mit UEFI.