Die Installation von GrapheneOS ist auf einem Pixel-Gerät ohne Hacks und komische Handgriffe möglich. Von der komplizierten Anleitung sollte man sich nicht abschrecken lassen. Geht man sie Schritt für Schritt durch, kann man eigentlich keine Fehler machen. Eine Rückkehr zum Ursprungszustand ist immer möglich.
Es gibt einen Webinstaller und die Installation ist hervorragend bei GrapheneOS dokumentiert. Weil auf meinem Desktop kein Chromium bzw. ein Chromium-Fork installiert ist und Firefox nicht offiziell supportet wird, habe ich mich für die Installation auf der Kommandozeile entschieden. Für die Vollständigkeit der Serie möchte ich das hier kurz darstellen, empfehle aber bei entsprechenden Englischkenntnissen die GrapheneOS-Dokumentation.
Installation von GrapheneOS auf dem Pixel 6
OEM aktivieren
Zuerst muss man im Google Stock ROM die OEM Option aktivieren. Das war tatsächlich das erste und einzige Mal, das ich das originale Google-Betriebssystem des Pixel 6 starten musste – vom ersten Funktionstest direkt nach dem Kauf einmal abgesehen.
Das erfolgt in zwei Schritten:
- Einstellungen –> Über das Telefon –> Mehrfach die BuildNummer tippen bis die Entwickleroptionen freigeschaltet werden.
- Einstellungen –> System –> Entwickleroptionen –> Schalter bei OEM-Entsperrung umlegen
Danach kann man das Gerät erst mal wieder abschalten.
Image herunterladen und prüfen
Nun bezieht man die notwendigen Images von GrapheneOS und prüft diese mit signify. Das haben alle Distributionen in den Paketquellen. Bei Debian und allen Derivaten aufpassen, dass man das richtige Paket signify-openbsd nimmt und nicht das nutzlose und nicht gewartete signify.
Zuerst lädt man den öffentlichen Schlüssel von GrapheneOS herunter. Das kann man z. B. mit curl erledigen.
$ curl -O https://releases.grapheneos.org/factory.pub
Anschließend folgen das sogenannte Factory Image und die entsprechende Sig-Datei. Die URL ist das experimentelle Release vom 11.12.2021 und folglich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen:
$ curl -O https://releases.grapheneos.org/oriole-factory-2021121117.zip
$ curl -O https://releases.grapheneos.org/oriole-factory-2021121117.zip.sig
Nun erfolgt die Prüfung, ob die Downloads korrekt sind. Auch hier sind die Dateinamen zukünftig anzupassen.
$ signify -Cqp factory.pub -x oriole-factory-2021121117.zip.sig && echo verified
verified
Das heruntergeladene Image kann man mit z. B. bsdtar entpacken.
$ bsdtar xvf oriole-factory-2021121117.zip
Fastboot installieren
Für die folgenden Schritte benötigt man fastboot und die android-udev Regeln. Viele Distributionen haben die Android-Tools in den Paketquellen. Nicht bei allen sind sie in den entsprechend aktuellen Versionen vorhanden. Die entsprechenden Warnhinweise bei GrapheneOS sollte man ernst nehmen und deshalb vorab prüfen, welche Version man installiert hat.
$ fastboot --version
fastboot version 31.0.3-android-tools
Installed as /usr/bin/fastboot
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags 31.0.3 zulässig. Die in openSUSE Tumbleweed enthaltene Version reichte also aus. Ansonsten sind bei GrapheneOS Hinweise zu finden, wie man die offiziellen Android-Tools beziehen kann.
Bootloader öffnen und GrapheneOS installieren
Nun startet man das Smartphone mit gedrückter Lautstärke-runter Taste. Das Smartphone startet dadurch in die Bootloader-Oberfläche.
Nun verbindet man das Smartphone mittels Kabel mit dem PC und entsperrt den Bootloader mit folgendem Befehl:
$ fastboot flashing unlock
Nun wechselt man in das Verzeichnis mit dem Image:
$ cd oriole-factory-2021121117
Danach kann man die Installation beginnen
$ ./flash-all.sh
Die Installation läuft nun durch. Das Smartphone startet derweil mehrfach neu und wechselt unter anderem ins Bootloader Interface und Recovery-System. Hier sieht es teilweise so aus, als ob man als Anwender etwas machen könnte oder sollte. Einfach nichts tun und warten! Irgendwann endet der Prozess im Bootloader-Interface.
Hier nun den Bootloader wieder sperren, um den verifizierten Start wieder herzustellen und weitere Manipulationen am Gerät zu unterbinden.
$ fastboot flashing lock
Einrichtung nach der Installation
Nun kann man das Smartphone initial starten. Beim Start kommt ein Hinweis auf das alternative Betriebssystem. Hiervon nicht irritieren lassen, das ist normal und erscheint nur beim Stock Android von Google nicht. Anschließend wird man vom GrapheneOS Startscreen begrüßt. Nach dem ersten Start kommt die obligatorische Einrichtungsroutine von Android. Auf diese wird hier nicht näher eingegangen.
Zuerst sollte man die Erlaubnis zur OEM-Entsperrung in den Entwickleroptionen widerrufen. Dazu einfach wie oben die entsprechenden Einstellungen aufrufen und dort die Option deaktivieren.
Wie bereits in einem anderen Teil der Serie thematisiert, ist GrapheneOS sehr reduziert im Umfang. Wer hier mehr Komfort haben möchte, kann ggf. einen Blick auf CalxyOS werfen.
Standardmäßig sieht ein GrapheneOS-System so aus:

Startscreen 
Launcher
Selbst absolut puristische Anwender werden nicht umhin kommen einige Apps aus F-Droid zu beziehen.
Dazu in Einstellungen –> Apps –> Spezieller Zugriff –> Installieren unbekannter Apps für Vanadium erlauben. Dann mittels eben jenes Vanadium die Webseite von F-Droid aufrufen und den Store herunterladen und installieren.
Danach in jedem Fall die Berechtigung für Vanadium rückgängig machen und entsprechend für F-Droid erteilen.
Updates kommen nun für die nächsten Jahre einfach Over-The-Air (OTA).
Der Artikel GrapheneOS – Installation und Einrichtung erschien zuerst auf [Mer]Curius








Auswahl der Desktop-Umgebungen während der Installation