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2021 Woche 51

23. Dezember 2021

Do, 23. Dezember 2021, Niklas

Ähnlich wie das bereits vorgestellte Artix Linux basiert auch Parabola GNU/Linux-libre auf Arch Linux. Das Projekt ist allerdings wesentlich älter, es startete bereits im Jahr 2009. Während Artix nur auf systemd verzichtet, liegt der Fokus von Parabola auf dem Verzicht unfreier Software. Hier wird Linux-libre als Kernel eingesetzt, ein Fork des Linux Kernels, aus dem alle proprietären Treiberblobs entfernt wurden.

Als Init System kann wahlweise OpenRC oder systemd genutzt werden, meinen Test habe ich natürlich mit der OpenRC Variante durchgeführt. Parabola ist übrigens auch für 32Bit x86 und ARMv7hf Systeme verfügbar, wobei es den Grossteil der Pakete von Arch Linux 32 und Arch Linux ARM bezieht und jeweils mit seinen freien Versionen bestimmter Pakete ergänzt.

Parabola GNU/Linux-libre bietet wahlweise ein CLI ISO für die traditionelle Installation über das Terminal oder ein ISO mit vorinstalliertem LXDE Desktop an. Ich installierte Arch normalerweise gerne über das Terminal, um genau zu wissen, was auf meinem System vorgeht. Angesichts der Tatsache, dass ich nur einen kurzen Test durchführen will, entscheide ich mich heute für die einfachere Variante mit LXDE. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellen wird.

Das System startet ohne Probleme, alle Treiber bis auf WLAN sind vorhanden - das war auch nicht anders zu erwarten, ich nutze stattdessen USB Tethering, denn eine Internetverbindung ist zur Installation von Parabola zwingend erforderlich. Es holt alle Pakete bei der Systeminstallation direkt aus dem Repository.

Ich starte nun das Installationsprogramm. Ich erhoffe mir eigentlich ein ausgereiftes grafisches Programm, das mich durch ein paar wenige Konfigurationsschritte führt und mir dann ein funktionierendes System gibt. Leider ist das Installationsprogramm das genaue Gegenteil, eine Vollkatastrophe. Es zeigt ein User Interface im Terminal an, das sehr kompliziert gestaltet ist, keine klare Benutzerführung bietet und, selbst wenn man es geschafft hat, alles korrekt einzurichten, kein funktionierendes System hinterlässt.

Schon die Auswahl der Festplatte finde ich verwirrend. Es reicht nicht, einen Eintrag in der Liste auszuwählen und mit Enter zu bestätigen. Stattdessen muss vorher ein X mit der Leertaste gesetzt werden, sonst wird immer /dev/sda gewählt. Wenn ich hier nicht genau aufgepasst hätte, hätte ich mir meine NomadBSD Installation überschrieben, anstatt des USB-Sticks, den ich zum Testen verwenden möchte. Das Installationsprogramm wirft mir im weiteren Prozess sehr viele Fehlermeldungen entgegen, die ich allerdings nicht lesen kann, weil sie zu schnell wieder vom Menü verdeckt werden. Am Ende gehe ich mit arch-chroot in das neue System, um einige Fehler zu beheben und stelle fest, dass nicht mal pacman korrekt installiert wurde.

Ich breche an der Stelle ab, lösche alles und starte über die manuelle Installation mittels Terminal nochmal komplett von vorne. Die Anleitung von Parabola GNU/Linux-libre ist etwas umfangreicher, als die des normalen Arch Linux, da für OpenRC ein paar zusätzliche Schritte berücksichtigt werden müssen. Der Grossteil ist jedoch identisch, also führe ich einfach einmal die Routine aus, die ich inzwischen fast im Schlaf beherrsche.

Ich installiere zunächst die Basispakete plus Syslinux als Bootloader, dazu openrc-desktop, was bei Parabola für grafische Desktops gebraucht wird und als Desktopumgebung installiere ich das leichtgewichtige LXDE. Alles funktioniert einwandfrei. Ich sehe keine Fehlermeldungen mehr und das neu installierte System startet auf den ersten Versuch erfolgreich in die grafische Oberfläche mit minimalistischer Ausstattung an Programmen.

Parabola GNU/Linux-libre bietet eine riesige Auswahl an Programmen an, die meisten davon werden direkt von Arch Linux kopiert. Nur unfreie Software wird entfernt und oft durch freie Software mit dem gleichen Zweck ersetzt. So finde ich beispielsweise auch hier keinen original Firefox, stattdessen habe ich die Wahl zwischen GNU IceCat, der auf der LTS Version von Firefox basiert und IceWeasel, der vom Parabola Projekt selbst gepflegt wird und auf der normalen Firefox Version basiert.

Viele Open-Source-Programme passt Parabola selbst an, um sie noch freier zu machen. Bei meinem bevorzugten Textverarbeitungsprogramm AbiWord wird beispielsweise der Link zu Google unter Tools sowie die Unterstützung für unfreie Schriftarten entfernt. Beim GNOME Web Browser wird Google durch die abgespeckte DuckDuckGo Version DuckDuckGo HTML ersetzt.

Als langjähriger Arch Linux Nutzer finde ich mich bei Parabola schnell zurecht. Es orientiert sich auch 12 Jahre später noch stark am Original, bietet aber den grossen Vorteil, zu 100 % auf freie Software zu setzen. Die einzige Einschränkung ist, dass die Treiberverfügbarkeit bei Linux-libre schlechter ist, als beim normalen Kernel, da unfreie Treiber eben entfernt werden. Auf vielen Desktop Computern und auf Servern sollte einem Wechsel zu Parabola wenig im Weg stehen, auf Laptops besteht das Risiko, dass unter anderem WLAN, Touchpad und Touchscreen häufig nicht mehr funktionieren. Hier kann ein Test mit dem LXDE Live ISO vor der Installation sinnvoll sein.

Parabola GNU/Linux-libre herunterladen

Fazit: Wenn die Hardware passt, sehe ich keinen Grund, noch beim normalen Arch zu bleiben. Der Ausflug zu Parabola GNU/Linux-libre wirkt befreiend. Es ist ein Linux, wie es im Sinne der GNU Richtlinien für freie Systemdistributionen vorgesehen ist und fühlt sich einfach richtig an. Ausprobieren lohnt sich. Und wenn die Hardware doch nicht so gut mit Linux-libre harmonisiert, bietet Artix Linux einen guten Kompromiss, um zumindest systemd loszuwerden.

Tipp: Wer Arch Linux bereits installiert hat, muss Parabola GNU/Linux-libre nicht komplett neu installieren. Genau wie Artix bietet auch Parabola eine Anleitung zur Migration im laufenden System an. Der Wechsel der Distribution ist nicht viel mehr, als eine Änderung der Repository-Adressen. Nur die Umstellung von systemd zu OpenRC ist mit etwas mehr Aufwand verbunden.

Quellen:

In meinem Artikel zu /e/OS wurde ich auf iodéOS aufmerksam gemacht. Dabei handelt es sich um ein Android AftermarketOS mit dem Anspruch, ein besonders gut zu benutzendes Standardsetup auszuliefern.

Was ist iodéOS

iodéOS ist ein Aftermarket-System auf AOSP bzw. LineageOS-Basis. Es ist also ein Android mit Open Source-Software und ohne direkte Anbindung an Google oder proprietäre Google-Apps.

Ähnlich wie bei /e/ positioniert die professionell aufgemachte Webseite iodéOS als Betriebssystem mit Fokus auf Privatsphäre und Ökologie. Letzteres vermutlich wegen der längeren Verwendungsmöglichkeit der Smartphone-Hardware.

iodéOS kann man vorinstalliert mit einem Smartphone erwerben. Neue Smartphones wären das Teracube 2E und das Fairphone 3+. Daneben gibt es sogenannte „refurbished“ Smartphones von Samsung und Sony. Im Gegensatz zu /e/ fokussiert man sich hier auf einige wenige Modelle. Besitzt man bereits eines der unterstützten Modelle, kann man iodéOS auch manuell installieren.

System und Ersteinrichtung

Nach dem ersten Start begrüßt den Anwender eine leicht abgewandelte Einrichtungsroutine. Gut gefällt mir hier der direkte Hinweis, dass man auf der Arbeit von LineageOS aufbaut. Solche Credits gehören für mich einfach zum guten Ton und das ist bei /e/ ein großes Manko. Anschließend kann man auswählen, welche der vorausgewählten Apps man installiert haben möchte. Das ist ein schöner Kompromiss aus einem runden Gesamtpaket und der Möglichkeit, das System auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Die App-Auswahl hebt sich deutlich von dem ab, was man z. B. bei LineageOS von Haus aus bekommt. Als Stores stehen F-Droid und Aurora (Play Store Frontend) bereit. F-Droid ist mit der Rechteerweiterung vorinstalliert und kann deshalb automatisch im Hintergrund Aktualisierungen einspielen. Ebenfalls komplett integriert ist microG. Für ein System, das ein möglichst rundes Gesamterlebnis bieten möchte, ist das nachvollziehbar, aber wer es nicht braucht, sollte es bei der Einrichtung deinstallieren, weil man damit letztlich eben doch Google ins System holt.

Optisch bietet das System ein normales AOSP-Erscheinungsbild, wie es bei LineageOS und Android 11 üblich ist.

Es bleibt halt das Problem der Aktualität:

Apps & Dienste

Neben den üblichen AOSP-Apps wie z. B. Dateien, Rechner, Telefon oder Rekorder stehen mit dem iodé Browser (ein Firefox-Fork) auch eigene Anwendungen bereit. Dazu gibt es in F-Droid eine eigene Paketquelle. Hinzu kommen noch Open Source-Apps, die normalerweise nicht Bestandteil von AOSP sind. So liefert man als Tastatur z. B. OpenBoard anstelle des OAPS-Keyboard, QKSMS+ als Nachrichten-App, Carnet als Notizen-App und den PDF Viewer Plus. Der einzige Wermutstropfen: Ähnlich wie bei /e/ greift man auch auf Magic Earth zurück. Eine Entscheidung, die ich nicht ganz verstehe.

Insgesamt ist die App-Auswahl aber gelungen und mir gefällt gut, dass man transparent macht, auf welche Vorarbeiten man aufsetzt und nicht den Eindruck erwecken möchte, dass alles der eigenen Arbeitsleistung entspringt.

Eine Besonderheit ist die App iodé. Diese ist vorinstalliert und kann auf Grund privilegierter Rechte den Netzwerkverkehr zeigen und filtern. Das Ergebnis ist ähnlich wie z. B. bei Blokada, aber ohne die Notwendigkeit, dies über ein simuliertes VPN zu erreichen. Die App macht einen extrem guten Eindruck, hat viele Funktionen und ist übersichtlich. Sie ist vermutlich das größte Alleinstellungsmerkmal von iodéOS.

iodéOS ist hier auf dem Stand 1. Oktober bzw. 5. November. Das ist nicht so katastrophal wie bei /e/OS aber auch nicht perfekt. Der Kernel ist ebenfalls nicht ganz aktuell, denn Samsung liefert dort momentan 4.14.256 für das Galaxy S10 aus.

Was iodéOS gänzlich fehlt ist der Versuch das Google-Ökosystem zu ersetzen, wie /e/ dies mit der eCloud unternimmt.

Zusammengefasst

Insgesamt ist iodéOS aber ein interessantes Projekt. Die vorausgewählten Apps heben sich wohltuend vom AOSP-Einheitsbrei ab und sind gut aufeinander abgestimmt. Der konsequente Rückgriff auf Open Source-Apps und die transparente Darstellung, auf wessen Vorarbeit das Projekt basiert, heben iodéOS von Projekten wie z. B. /e/ ab. Die vorinstallierte App zum Filtern des Netzwerkverkehrs ist sehr sinnvoll und verschafft iodéOS die notwendige Einzigartigkeit im AOSP-Einheitsbrei.

Wer gerne ein bisschen ausprobiert und ein passendes Gerät hat, sollte sich das System mal ansehen. In jedem Fall lohnt es sich iodéOS im Blick zu behalten.

Der Artikel iodéOS – Das bessere /e/OS? erschien zuerst auf [Mer]Curius

Keep or Delete Bookmarks ist eine in ihrer Art einzigartige Browser-Erweiterung, um Ordnung in die eigenen Lesezeichen zu bekommen. Mit Keep or Delete Bookmarks 2.0 habe ich ein Update mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht, welche sich die Nutzer der Erweiterung gewünscht haben.

Was ist Keep or Delete Bookmarks?

Erweiterungen für Firefox oder andere Browser, um Ordnung in seine Lesezeichen-Sammlung zu bekommen, gibt es einige. Was diese alle gemeinsam haben: Sie funktionieren recht konventionell, Innovation sucht man zumeist vergeblich. Man hat eine Liste von Lesezeichen (oder nicht einmal das) und bekommt im besten Fall die Möglichkeit, automatisiert nach Duplikaten zu suchen oder zu prüfen, ob die Lesezeichen überhaupt noch funktionieren. In diese Kategorie fällt auch meine eigene Lesezeichen-Erweiterung Bookmarks Organizer.

Einen anderen, dynamischeren Ansatz bietet meine exklusiv für Firefox verfügbare Erweiterung Keep or Delete Bookmarks. Keep or Delete Bookmarks funktionert anders als die anderen Lesezeichen-Erweiterungen und versucht in dem Bewusstsein, das Aufräumen normalerweise keinen Spaß macht, den Anwender durch seinen spielerischen Ansatz dazu zu motivieren, regelmäßig und vor allem gerne zu kontrollieren, welche Lesezeichen überhaupt noch benötigt werden.

Eine ausführliche Vorstellung des einzigartigen Konzeptes zur Lesezeichen-Organisation gibt es im Vorstellungs-Artikel von Keep or Delete Bookmarks auf diesem Blog.

Keep or Delete Bookmarks 2.0

Es gibt vieles, was eine Lesezeichen-Erweiterung alles leisten könnte, um so ein wirklich komplettes Paket zur Organisation von Lesezeichen zu schüren. Eine eierlegende Wollmilchsau ist hier allerdings ein explizites Nicht-Ziel. Stattdessen ist mir in Keep or Delete Bookmarks wichtig, den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren: Die Erweiterung funktioniert nicht dadurch, alles zu können, was eine Lesezeichen-Erweiterung theoretisch leisten könnte. Die Erweiterung funktioniert durch ihre Einfachheit in der Handhabung und Präsentation. In diesem Sinne lag der Fokus bei der Entwicklung von Keep or Delete Bookmarks 2.0 auf Features, welche dem Nutzer sowohl bei der Entscheidungsfindung helfen als auch den Prozess weiter beschleunigen, ohne dabei die Oberfläche unnötig zu überladen.

Überprüfung auf fehlerhafte Lesezeichen

Die größte Neuerung im Bereich der Entscheidungsfindung ist zweifelsohne die Überprüfung auf fehlerhafte Lesezeichen. In der Vergangenheit habe ich bezüglich meiner Erweiterung Bookmarks Organizer immer wieder gehört, dass diese Erweiterung vielleicht im Gesamtpaket nicht die vollständigste Erweiterung zur Organisation von Lesezeichen ist, aber die Überprüfung auf fehlerhafte Lesezeichen zuverlässiger als bei anderen Erweiterungen für Firefox und Chrome funktioniert.

Das Ziel für dieses Update war es, diese gut funktionierende Komponente zu nehmen und für Keep or Delete Bookmarks in einer vereinfachten Variante zu portieren. Dabei wird jedes Lesezeichen in Echtzeit überprüft, ob dieses denn noch funktioniert oder wahrscheinlich defekt ist. Dabei kennt Keep or Delete Bookmarks nur drei Zustände: Das Lesezeichen scheint in Ordnung zu sein, Das Lesezeichen ist möglicherweise fehlerhaft, Keine Überprüfung möglich. Im Gegensatz zum Bookmarks Organizer unterscheidet Keeps or Delete Bookmarks also nicht zwischen Lesezeichen, deren URL unverändert funktioniert, und Lesezeichen, die auf eine andere URL weiterleiten. Die Formulierungen sind bewusst defensiv gehalten, um den Anwender nicht zu irritieren: Bevor Lesezeichen gelöscht werden, sollten diese immer noch einmal von Hand überprüft werden.

Gemeinsam mit dem Bookmarks Organizer ist eine interne Liste, um jene Lesezeichen nicht zu überprüfen, von denen bekannt ist, dass deren URLs aus technischen Gründen nicht auf Funktionalität überprüft werden können.

Keep or Delete Bookmarks 2.0
Keep or Delete Bookmarks 2.0
Keep or Delete Bookmarks 2.0

Wann wurde das Lesezeichen zu Firefox hinzugefügt?

Beim Thema Entscheidungsfindung hilft auch eine weitere Neuerung, die in den vorherigen Screenshots zu sehen ist: Keep or Delete Bookmarks zeigt jetzt das Datum an, wann das jeweilige Lesezeichen zu Firefox hinzugefügt worden ist. Bei der Formatierung des Datums hält sich die Erweiterung an den System-Standard: In einem deutschen Firefox ist das Datum im Format 23.12.2021, in einem US-Firefox im Format 12/23/2021.

Vorherige Lesezeichen anzeigen

Ein weiteres Feedback, welches ich von Nutzern erhalten hatte, war die Tatsache, dass man doch manchmal zu schnell klickt und es wünschenswert wäre, wenn man wieder zurück zum vorherigen Lesezeichen springen könnte. Auch dies ist in Keep or Delete Bookmarks 2.0 möglich. Eine neue „zurück“-Schaltfläche erlaubt es, so viele Schritte zurück zu navigieren, wie Lesezeichen bereits angezeigt worden sind. Ein Klick auf „weiter“ zeigt dann wie gehabt ein neues zufälliges Lesezeichen an.

Bedienung per Tastatur

Ebenfalls von Nutzern gewüscht und jetzt umgesetzt ist die Möglichkeit, die Bedienung durch die Unterstützung einer Tastatur-Nutzung zu beschleunigen. Dabei wurden folgende Tastatur-Befehle implementiert:

  • Pfeil links: vorheriges Lesezeichen anzeigen
  • Pfeil rechts: nächstes (zufälliges) Lesezeichen anzeigen
  • Eingabe: Lesezeichen öffnen
  • Leertaste: Lesezeichen zu Whitelist hinzufügen
  • Backspace: Lesezeichen löschen (oder Bestätigungsdialog öffnen, wenn aktiviert)
  • im Bestätigungsdialog zum Löschen eines Lesezeichens:
    • ESC: Dialog schließen
    • Eingabe: Lesezeichen löschen

Sonstige Neuerungen

In der Whiteliste für Lesezeichen, die nicht erneut angezeigt werden sollen, wurde ein fehlerhafter Tooltip für die Schaltfläche zum Entfernen von der Whitelist korrigiert. Dieser sagte irrtümlich aus, dass das Lesezeichen gelöscht würde.

Nach Deutsch, Englisch, Niederländisch, Obersorbisch sowie Niedersorbisch steht die Erweiterung mit Japanisch nun in einer sechsten Sprache zur Verfügung.

Außerdem gab es kleinere Korrekturen und Verbesserungen unter der Haube. So wurde unter anderem ein veralteter Funktionsaufruf ersetzt und die Erweiterung mit Mozillas web-ext-Tool in Version 6.6.0 kompiliert (vorher: 3.1.0). Der Footer der Erweiterung zeigt nicht länger die Jahreszahl 2019, sondern stattdessen 2022 an.

Die neue Mindestanforderung der Erweiterung ist Firefox 91 oder höher, Firefox 68 bis Firefox 90 werden nicht länger unterstützt.

Zusätzliche Berechtigung benötigt

Keep or Delete Bookmarks 2.0 benötigt im Gegensatz zur Version 1.0 die zusätzliche Berechtigung, auf die Daten für alle Websites zugreifen zu können. Dahinter steckt, dass die Erweiterung seit dieser Version die Lesezeichen prüft, indem sie Anfragen an die entsprechenden URLs sendet. Dies kann nicht ohne die genannte Berechtigung funktionieren.

Download der Erweiterung

Wie alle meine Erweiterungen ist auch Keep or Delete Bookmarks über addons.mozilla.org zu beziehen:

Download Keep or Delete Bookmarks für Firefox

Quellcode, Fehler melden, Vorschläge

Keep or Delete Bookmark ist Open Source (MPL 2.0) und der Quellcode auf GitHub zu finden. Dies ist auch der Ort, an welchem Fehler gemeldet und Vorschläge gemacht werden können.

Entwicklung unterstützen

Wer die Entwicklung des Add-ons unterstützen möchte, kann dies tun, indem er der Welt vom Keep or Delete Bookmarks erzählt und die Erweiterung auf addons.mozilla.org bewertet. Auch würde ich mich sehr über eine kleine Spende freuen, welche es mir ermöglicht, weitere Zeit in die Entwicklung des Add-on zu investieren, um zusätzliche Features zu implementieren.

Der Beitrag Keep or Delete Bookmarks 2.0: Großes Update für Firefox Lesezeichen-Erweiterung erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

22. Dezember 2021

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 91.4.1 ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Dieses behebt auch zwei Sicherheitslücken.

Neuerungen von Thunderbird 91.4.1

Mit dem Update auf Thunderbird 91.4.1 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit mehrere Fehler der Vorgängerversion. Diese lassen sich in den Release Notes (engl.) nachlesen. Unter den Korrekturen befinden sich auch zwei als moderat eingestufte Sicherheitslücken, die mit dem Update behoben worden sind.

Der Beitrag Sicherheits-Update Thunderbird 91.4.1 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mi, 22. Dezember 2021, Niklas

GNU Guix ist eine GNU/Linux Distribution, die vom GNU Projekt selbst entwickelt wird und ein ganz unkonventionelles Konzept der Paketverwaltung mitbringt. Die Distribution nutzt den Linux-libre Kernel und das GNU Shepherd Init System. Die Treiberverfügbarkeit ist aufgrund des Linux-libre Kernels eingeschränkter als bei anderen Distributionen, dafür wird aber nur 100 % freier Code verwendet.
Achtung NixOS Fans: GNU Guix hat sich stark von NixOS inspirieren lassen, wer also von NixOS begeistert ist, sollte hier unbedingt weiterlesen.

GNU Guix lässt sich wahlweise manuell über das Terminal oder über ein Installationsprogramm installieren. Da ich die Distribution nur für einen kurzen Test benötige, habe ich mich für die unkomplizierte Variante über das Installationsprogramm entschieden. Dieses kommt ohne X Server aus, sondern stellt ein User Interface direkt im Terminal dar und wird mit der Tastatur bedient. Trotzdem ist es übersichtlich und meiner Einschätzung nach einfach zu bedienen.

Die Installation ist wahlweise mit oder ohne Internetzugang möglich, mit Internetzugang habe ich die Möglichkeit, zusätzliche Pakete direkt bei der Systeminstallation mitzuinstallieren. Hierzu zählt auch die Auswahl des Desktops. Die meisten bekannten Desktopumgebungen werden angeboten, ich entscheide mich hier für Enlightenment.

Nach der Installation starte ich den Computer neu und sehe... nur einen schwarzen Bildschirm. Mit Strg+Alt+F2 wechsle ich ins Vollbildterminal und schaue mir das Xorg Log an. Scheinbar sind Xorg und der AMD Grafiktreiber in verschiedenen, inkompatiblen Versionen installiert. Merkwürdig. Ich fahre GNU Guix wieder herunter und probiere den fertig installierten USB-Stick nochmal mit einem Computer mit Nvidia Grafikkarte.

GNU Guix bootet weiterhin innerhalb weniger Sekunden, obwohl dieser Computer nur USB 2.0 Anschlüsse hat. Von der Performance bin ich beeindruckt. Hier startet nun auch Xorg und das grafische Anmeldeprogramm, GDM. Ich logge mich ein, alles funktioniert wie erwartet, bis auf die Tatsache, dass kaum Programme vorinstalliert sind, nicht mal ein grafischer Terminalemulator.

Mit guix install terminology im Vollbildterminal (Strg+Alt+F2) installiere ich mir das zum Enlightenment Desktop passende Terminal Programm. Das geht hier sogar ganz ohne sudo: Bei Guix kann jeder Benutzer eigene Pakete installieren, ohne dafür Root Rechte zu brauchen. Diese werden dann in einem Unterordner des Home Verzeichnisses verlinkt. Gespeichert wird alles an einem Platz - Wenn 20 Benutzer das gleiche Programm installieren, wird der Speicherplatz für dieses also nicht 20 Mal verbraucht, sondern trotzdem nur einmal. Verschiedene Nutzer können das gleiche Programm auch in verschiedenen Versionen installieren. Dann wird es in verschiedenen Ordnern gespeichert. Die verschiedenen Versionen behindern sich nicht gegenseitig.

Das Angebot im Repository von Guix ist riesig, laut Webseite sind aktuell 19542 Pakete gelistet. Damit übertrifft es sogar Arch Linux mit 12343 Paketen, das den Ruf hat, fast jedes Programm direkt im offiziellen Repository anzubieten. Die Pakete werden auf der Webseite alphabetisch aufgelistet oder können im Terminal mit guix search [suchbegriff] gesucht werden. Bei Guix sind jedoch ausschliesslich freie Programme zu finden. Statt Firefox wird beispielsweise GNUs eigener Fork IceCat angeboten, statt Chrome gibt es Ungoogled Chromium.

GNU Guix eignet sich sowohl für normale Computer, als auch für Server. Beliebte Webserver wie lighttpd und nginx sind vorhanden, ebenso gängige Programmiersprachen-Interpreter wie PHP, Python oder Ruby und sogar Synapse (Matrix Server) oder Prosody (Jabber/XMPP Server) lassen sich ganz einfach installieren.

Es handelt sich hierbei um eine Rolling Release Distribution. Durch ihren besonderen Paketmanager ist sie trotzdem stabil genug für einen Server: Wenn etwas schiefgeht, lassen sich Updates einfach rückgängig machen und ältere Zustände wiederherstellen. Wenn der Updateprozess unterbrochen wird, beispielsweise durch einen Absturz, kann nichts kaputtgehen: Nur erfolgreich beendete Transaktionen werden angewendet.

Wie oben bereits angedeutet, ist GNU Guix und insbesondere der Paketmanager, der übrigens auch auf anderen Distributionen installiert werden kann, stark von NixOS inspiriert. Der Paketmanager nutzt sogar Teile des Nix Codes, die Konfiguration und die Paketrezepte sind bei Guix allerdings in der Sprache GNU Guile Scheme geschrieben. Auch GNU Guix nutzt ein funktionales Modell und speichert seine Pakete in einer ähnlichen Verzeichnisstruktur, /gnu/store statt /nix/store. Wer bereits mit NixOS gearbeitet hat, wird also sicherlich viel Freude mit GNU Guix haben.

GNU Guix herunterladen

Fazit: GNU Guix hat meine Erwartungen erfüllt. Es ist ein sehr spannendes Projekt, für das man sich aber auch mehr Zeit nehmen müsste, um es wirklich richtig zu verstehen. Wenn man das Glück hat, ein Gerät zu haben, bei dem der Linux-libre Kernel alle Treiber unterstützt, lohnt sich das Ausprobieren auf jeden Fall. Insbesondere NixOS Fans werden hier begeistert sein.

Quellen:

  1. GrapheneOS – Warum kein anderes System?
  2. GrapheneOS – Viele Maßnahmen für die Sicherheit
  3. GrapheneOS – Installation und Einrichtung
  4. GrapheneOS – Eine Sammlung von F-Droid Apps
  5. GrapheneOS – Updates ohne Risiko

Updates sind bei vielen Systemen nicht ohne Risiko. Weggebrochene Verbindungen, leerer Akku, der falsche Handgriff, eine Inkompatibilität und zurück bleibt ein unbenutzbares Gerät. Viele meiden deshalb fatalerweise Updates. GrapheneOS vermeidet solche Fehler durch die Verwendung aktueller Methoden.

Updateprozesse sind bei den meisten Systemen nicht so resistent gegen Fehler, wie man das gerne hätte. Vermutlich ist schon jeder Mal bei Windows in einer Endlosschleife stecken geblieben oder hat bei Linux seine Paketverwaltung in einem blockierten Zustand vorgefunden. Besonders heikel ist bei allen Systemen der Schritt nach dem Download. Ist die Software fehlerhaft, gibt es ein Kernelproblem, ist der Akku leer oder tritt irgendein anderes unvorhergesehenes Ereignis ein, könnte im schlimmsten Fall das komplette System fehlerhaft sein. Michael Stapelberg hat für klassische Linux-Paketmanager da vor knapp 2 Jahren einen spannenden Blogartikel geschrieben.

Unter Android ist das bei den meisten Aftermarket-Varianten wie z. B. LineageOS noch viel schlimmer. Was oft unter dem Label Over-the-Air (OTA) verkauft wird, bedeutet meist technisch einen Wechsel in das Recovery-System, wo dann das OTA-Paket über die bestehende Version „rüber gebügelt“ wird. Dabei kann naturgemäß natürlich einiges schief gehen – schlimmstenfalls hat man ein unbenutzbares Gerät.

Um dieses Problem anzupacken, haben viele Hersteller unabhängig voneinander ein neues Verfahren entwickelt. Dieses funktioniert trotz technischer Unterschiede im Detail nach denselben Prinzipien. Dabei wird während des Upgrades eine zweite Version des Betriebssystems neben der laufenden Version installiert. Das macht Apple seit einiger Zeit mit macOS so, Fedora hat dieses Verfahren für Silverblue umgesetzt und Googles Stock Android verfährt ebenso. Durch einen Neustart bootet man dann in dieses „neue System“. Gibt es Probleme oder Fehler, kann das System immer noch automatisch in den alten Zustand zurückwechseln und das Update erneut initialisieren.

Genau auf dieses Verfahren setzt auch GrapheneOS. Updates bedeuten deshalb wirklich nur einen Neustart und sind risikofrei. Ein nicht unwichtiger Aspekt, denn die falsche verstandene Mär von „Never change a running system“ und verbreitete Vermeidung von Updates sind das größte Sicherheitsrisiko überhaupt.

Der Artikel GrapheneOS – Updates ohne Risiko erschien zuerst auf [Mer]Curius

Mi, 22. Dezember 2021, Norbert Rüthers

Viele von euch haben schon von Lineageos gehört oder haben es sogar auf dem Smartphone installiert.

Nun hat das Team von Konstakang.com eine Implementation von Lineageos 19.0 herausgebracht, die auf Android 12 basiert und auf den Raspberry Pi 4 portiert wurde.

Empfohlen wird ein Raspberry Pi 4 Model B mit 2 oder 4 GB RAM, ein Raspberry Pi 400 oder das Compute module 4.

Das Image wird nicht offiziell vom Lineageos team supportet. Trotzdem läuft es sehr gut und flüssig auf meinem Testsystem.

Herunterladen könnt ihr das Image hier.

Die Liste der funktionierenden Features von der Entwicklerseite

  • Audio (HDMI, 3.5mm jack, USB microphones, bluetooth speakers/headphones, etc)
  • Audio DAC (using GPIO DACs e.g. Hifiberry DAC+)
  • Bluetooth (and bluetooth tethering)
  • Camera (using official Pi camera modules & UVC USB webcams)
  • GPIO
  • GPS (using external USB modules e.g. U-Blox 7)
  • Ethernet
  • Hardware accelerated graphics (V3D, OpenGL & Vulkan)
  • HDMI display (and HDMI-CEC)
  • I2C
  • IR remotes (using external GPIO IR modules e.g. TSOP4838)
  • RTC (using external GPIO I2C modules e.g. DS3231)
  • Sensors (using external GPIO I2C modules e.g. MPU6050, LSM6DS3, LSM303DLHC & BME280/BMP280 accelerometer/gyroscope/magnetometer/temperature/pressure/humidity)
  • Serial console (using external GPIO serial console adapters e.g. PL2303)
  • SPI
  • Touchscreen/multi-touch (official 7” touchscreen, USB touchscreens, Waveshare SPI touchscreens)
  • USB (mouse, keyboard, storage, etc)
  • USB-C (ADB, MTP, PTP, USB tethering)
  • Wifi (and wifi tethering)

Die Liste ist schon sehr beeindruckend wenn man bedenkt, dass Android normalerweise auf SBCs nur sehr rudimentär funktioniert. Diese halbherzigen Versuche haben deshalb bei mir auch nicht lange Bestand gehabt. Das könnte sich jetzt ändern.

Quellen:

https://konstakang.com/devices/rpi4/LineageOS19/

https://lineageos.org/

21. Dezember 2021

Di, 21. Dezember 2021, Niklas

Bei Artix Linux fühle ich mich als langjähriger Arch Nutzer schnell heimisch. Die Installationsanleitung für die traditionelle Terminal-Installation ist nahezu identisch zu der von Arch Linux. Da ich Artix Linux aber nur für mein Review brauche, mache ich es mir einfach und greife auf eine Variante mit vorinstalliertem grafischem Desktop zurück.

Artix Linux bietet ISOs mit Cinnamon, LXDE, LXQt, Mate, KDE Plasma und Xfce. Alle Varianten werden wahlweise mit OpenRC, runit, s6 oder suite66 als Init System angeboten. Bei den automatisch erstellen Weekly ISOs ist zusätzlich auch Dinit vorhanden. In der experimentellen Phase werden auch GNOME und i3 angeboten. Ich entscheide mich für Cinnamon und OpenRC.

Das Artix Linux Projekt entstand aus einem Zusammenschluss von Arch-OpenRC und Manjaro-OpenRC. Diese beiden waren keine eigenständigen Distributionen, sondern haben das normale Arch Linux und Manjaro so umgebaut, dass es OpenRC statt systemd nutzte, während man Pakete trotzdem noch aus den offiziellen Arch und Manjaro Repositorys bezogen hat.

Auch aus diesem Grund unterstützt Artix Linux beide Vorgehensweisen - die komplizierte Installation im Terminal und fertige live Systeme mit vorinstalliertem Desktop. Artix Linux ist heute ein ganz eigenständiges Projekt mit eigener Infrastruktur und eigener Community. Es hat ganz eigene Repositorys, in denen sich die Softwareauswahl deutlich von der bei Arch und Manjaro unterscheidet.

Nun starte ich also mein Artix Linux mit OpenRC und Cinnamon vom Live-USB-Stick. Alle Treiber werden perfekt unterstützt, schliesslich wird auch hier der ganz normale Linux Kernel eingesetzt (LTS optional verfügbar). Das System startet deutlich schneller als mit systemd, sonst spüre ich keinen grossen Unterschied. Noch deutlicher wird es beim Herunterfahren, wo OpenRC nur wenige Sekunden braucht, während sich systemd gerne mal über eine Minute an einzelnen Prozessen aufhängt.

Aus Gewohnheit starte ich als Erstes ein vollständiges Systemupdate mittels pacman -Syu im Terminal. Das war keine gute Idee: Die Live ISOs nutzen ein OverlayFS, sie sind schreibgeschützt und speichern Änderungen nur im RAM. Mit dem Update fülle ich also meinen RAM und beim nächsten Neustart ist alles wieder weg. Ich merke es schnell und entscheide mich zur Installation auf einen weiteren USB-Stick, damit es beschreibbar ist.

Die Installation ist über das grafische Installationsprogramm schnell erledigt, der Vorgang ist eigentlich selbsterklärend. Das einzige, was man an Fachwissen mitbringen muss, ist die Tatsache, dass man die NTFS Partition des ganz neuen USB-Sticks löschen und durch eine auf / gemountete Ext4 Partition ersetzen muss.

Als Nächstes möchte ich Firefox installieren. Vorinstalliert ist GNOME Web. Der ist schön leichtgewichtig, aber reicht mir nicht. Hier treffe ich auf die erste grosse Überraschung: Firefox ist nicht in den normalen Artix Repositorys verfügbar. Es gibt bei Artix Linux noch zwei weitere Repositorys, die standardmässig nicht aktiviert sind: Universe und Omniverse.

Universe enthält hauptsächlich Programme aus dem AUR und ist unbedingt zu empfehlen. Von hier können unter anderem der datenschutzfreundliche Firefox-Fork LibreWolf, der datenschutzfreundliche Chromium-Fork Ungoogled Chromium und der Tor Browser unkompliziert installiert werden. Das Omniverse Repository enthält Programme aus dem Community Repository von Arch und ebenfalls aus dem AUR. Hier sind hauptsächlich Pakete mit unfreien Bestandteilen, also sollte man genau hinschauen, bevor man etwas installiert. Hier wäre auch der normale Firefox mit Telemetrie, DRM und so weiter zu finden. Ich lehne dankend ab und installiere den LibreWolf aus dem Universe Repository. Falls das alles nicht reicht, können auch Repositorys von Arch Linux mit eingebunden werden oder Pakete aus dem AUR installiert werden.

Eine weitere Besonderheit von Artix Linux ist die Verfügbarkeit der Desktopoberfläche Trinity. Sie befindet sich nicht in den voreingestellten Repositorys und es werden keine vorgefertigten Images damit angeboten, aber in einem speziellen Unterordner auf dem Omniverse Server werden die entsprechenden Pakete angeboten und können von erfahrenen Nutzern installiert werden. Das Repository wird von einem der Artix-Gründer gepflegt und sollte damit relativ stabil sein. Für die, die Trinity nicht kennen: Es ist ein Fork von KDE 3, der mit seinem Design stark an ältere Windows Versionen erinnert. Wir haben es mit der Distribution Q4XP bereits vorgestellt.

Artix Linux Herunterladen

Fazit: Artix Linux überzeugt in jeder Hinsicht voll und ganz. Man gewöhnt sich als Arch Nutzer schnell ein, es bietet eine riesige Auswahl an Paketen, wie man es von Arch gewohnt ist und packt sogar noch nette Extras wie datenschutzfreundliche Forks der grossen Browser und den genialen Trinity Desktop obendrauf. Ausprobieren lohnt sich hier wirklich, es bleiben keine Wünsche offen.

Tipp: Wer bereits Arch Linux installiert hat, muss Artix nicht ganz neu installieren, sondern kann im laufenden System von Arch zu Artix migrieren. Diesen Prozess werde ich im letzten Teil der Init Freedom Serie vorstellen.

Quellen:

20. Dezember 2021

Mo, 20. Dezember 2021, Marco

Am Wochenende wurde die Version 11.2 der Linux-Distribution Debian veröffentlicht. Der zweite Point-Release von Debian 11 – auch bekannt unter dem Namen Bullseye – behebt 64 Fehler und enthält 30 Sicherheitsupdates. Es empfiehlt sich, das System in möglichst naher Zukunft zu aktualisieren.

Unter den aktualisierten Paketen sind unterschiedliche Pakete. Dem neu ausgelieferten Paket für cmake wurde die Version 13 von PostgreSQL zu den bekannten Versionen hinzugefügt. Bei plocate – einer schnellen Alternative zu locate – wurde ein Fehler behoben, welcher Zeichen, die nicht aus dem ASCII-Zeichensatz kommen, falsch escaped hat. Bei 32-Bit-Systemen sollte es nun zu keinen Problemen mehr kommen, wenn mit wget eine Datei heruntergeladen wird, welche grösser als 2 GB ist. Der ausgelieferte Linuxkernel hat jetzt die Version 5.10.83-rt58. Weitere aktualisierte Pakete sind unter anderem chrony, containerd, curl, golang-1.15, kodi und python-virtualenv.

Im Rahmen der Sicherheitsaktualisierungen wurde beispielsweise das Paket apache-log4j2 aktualisiert. Log4j ist eine beliebte Logging-Bibliothek für Javaanwendungen, welche eine kritische Schwachstelle aufwies (wir berichteten). Ausserdem wurde unter anderem der Browser Firefox, die Officeanwendung Libreoffice, die Datenbank PostgreSQL und das Netzwerkanalysewerkzeug Wireshark mit Updates versorgt. Zu den Sicherheitslücken hat das Security-Team jeweils einzelne Handlungsrichtlinien veröffentlicht.

Die komplette Liste der Änderungen findet sich in der Quelle. Personen, welche Bullseye bereits installiert haben, können die Aktualisierungen über die Paketverwaltung installieren. Zusätzlich stehen auf der Webseite des Projektes aktuelle Images zur Verfügung.

Quelle: https://www.debian.org/News/2021/20211218