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2022 Woche 39

2. Oktober 2022

Dieser Artikel fasst alle Termine für Firefox und Firefox ESR im Jahr 2023 übersichtlich zusammen.

Neue Major-Releases von Firefox erscheinen in der Regel alle vier Wochen. Auf diese Weise erreichen Neuerungen schneller den Endnutzer, der nicht viele Monate auf bereits implementierte Funktionen warten muss.

Mittlerweile hat Mozilla die Veröffentlichungstermine von Firefox für das Jahr 2023 offiziell bestätigt.

Das sind die Firefox Release-Termine 2023

Firefox 109, Firefox ESR 102.7
17. Januar 2023 (5 Wochen nach Firefox 108)

Firefox 110, Firefox ESR 102.8
14. Februar 2023 (4 Wochen nach Firefox 109)

Firefox 111, Firefox ESR 102.9
14. März 2023 (4 Wochen nach Firefox 110)

Firefox 112, Firefox ESR 102.10
11. April 2023 (4 Wochen nach Firefox 111)

Firefox 113, Firefox ESR 102.11
09. Mai 2023 (4 Wochen nach Firefox 112)

Firefox 114, Firefox ESR 102.12
06. Juni 2023 (4 Wochen nach Firefox 113)

Firefox 115, Firefox ESR 115.0, Firefox ESR 102.13
04. Juli 2023 (4 Wochen nach Firefox 114)

Firefox 116, Firefox ESR 115.1, Firefox ESR 102.14
01. August 2023 (4 Wochen nach Firefox 115)

Firefox 117, Firefox ESR 115.2, Firefox ESR 102.15
29. August 2023 (4 Wochen nach Firefox 116)

Firefox 118, Firefox ESR 115.3
26. September 2023 (4 Wochen nach Firefox 117)

Firefox 119, Firefox ESR 115.4
24. Oktober 2023 (4 Wochen nach Firefox 118)

Firefox 120, Firefox ESR 115.5
21. November 2023 (4 Wochen nach Firefox 119)

Firefox 121, Firefox ESR 115.6
19. Dezember 2023 (4 Wochen nach Firefox 120)

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Wenn das hier einfach nicht klappen will:

ssh -X user@ipadresse rxvt
urxvt: can't open display :0, aborting

Dann muss das nicht an Wayland liegen, sondern daran, dass auf beiden Seiten xauth installiert sein muß!

 

Puh!

1. Oktober 2022

Der aus Deutschland stammende Passwort-Manager heylogin will sich von anderen Produkten dieser Art dadurch unterscheiden, dass kein Master-Passwort eingetippt werden muss. Mozilla hat in heylogin investiert.

Passwort-Manager ohne Master-Passwort – so beschreibt sich heylogin selbst. Während andere Anwendungen dieser Art auf ein sogenanntes Master-Passwort setzen, um den Zugriff auf die gespeicherten Zugangsdaten zu schützen, sollen sich Nutzer von heylogin via Swipe-Geste auf ihrem Smartphone oder Tablet auf Websites anmelden.

In einer sogenannten Pre-Seed-Runde hat das noch junge Startup aus Deutschland insgesamt 900.000 Euro eingesammelt. Zu den Investoren gehört auch Mozilla.

heylogin

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30. September 2022

Was sich als Projekt vor zwei Jahren langsam abzeichnete, geht nun in die finale Umsetzung: der Linux-Kernel soll zukünftig nicht nur in der Programmiersprache C, sondern auch in Rust geschrieben sein. Während die Rust-Unterstützung noch die Aufnahme in Linux 6.0 knapp verpasst hat, soll es mit Linux 6.1 nun so weit sein. ZDNET berichtet von einer geplanten Aufnahme in die kommende Linux-Version:

The implementation has begun. In an email conversation, Linux's creator Linus Torvalds, told me, "Unless something odd happens, it [Rust] will make it into 6.1." (Steven Vaughan-Nichols, ZDNET.com, 19. September 2022)

Für die Implementierung ist das Projekt "Rust for Linux" zuständig (siehe Git-Repo auf GitHub). Federführend bei der Implementierung ist Miguel Ojeda, die Entwicklung wird von Unternehmen wie Google unterstützt und gesponsert.

Während C oft als "portable Assemblersprache" wahrgenommen wird, die viel Eigenverantwortung voraussetzt, abstrahiert Rust insbesondere das Speichermanagement zu gewissen Teilen über die Ownership-, Reference- und Borrowing-Konzepte weg. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Linux-Kernels soll erhöht werden, indem bestimmte Programmierfehler konzeptionell verhindert werden.

Rust soll dabei den Kernel nur ergänzen und mittelfristig nicht ersetzen. Die Anstregungen, die das Rust-for-Linux-Projekt auf sich genommen hat, umfassen eine Infrastruktur und Umgebung, um Treiber in Rust für den Kernel entwickeln zu können.

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.3.1 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.3.1

Mit dem Update auf Thunderbird 102.3.1 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Mit dem Update werden vier Sicherheitslücken im verwendeten SDK für das Chat-Protokoll Matrix behoben. Dazu kommen weitere Fehlerbehebungen und Verbesserungen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

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Fr, 30. September 2022, Samuel Rüegger


Über Ubuntu – und mein Verhältnis zur Distribution

Ubuntu ist wohl die bekannteste und umstrittenste Linux-Distribution auf dem Linux-Markt. Ich finde, Ubuntu zeigt wunderbar auf, wie eben oft die kommerziellen Interessen einer Firma hinter einer Distribution nicht zwingend den Interessen Linux-Community dienen und umgekehrt.
Das erste Mal mit Ubuntu in Berührung kam ich im Jahr 2005, ich probierte Ubuntu 5.04 (oder 5.10 – bin nicht mehr sicher) aus, und wechselte in diesem Jahr von SuSE Linux OSS (heute openSuSE) nach Ubuntu.

Ubuntu hat zum damaligen Zeitpunkt sehr vieles richtig gemacht. Einfacher Installer (Geburt der Live-Umgebungen), keine komplizierten Installationen von Extra-Repositorys, um eine mp3 oder eine mkv-Datei (die natürlich immer aus super seriösen Quellen stammten) abzuspielen und – in meinem Fall – keine ewiges herum fummeln an der xorg.conf, damit mein Display in der richtigen Bildschirmauflösung funktionierte.
Ubuntu war für mich die erste «Plug & Play» Distribution: Installieren und es funktionierte direkt alles, ohne dass ich etwas anpassen oder rumfummeln musste – ziemlich cool.

Ich bin dann Ubuntu viele Jahre treu geblieben, bis im Jahr 2011 der GNOME Desktop durch den Unity Desktop ersetzt wurde. Unity war damals kein schlechter Desktop, aber ich bin ein "GNOME-Kind" und das war ich auch damals schon.

Ich ging zu der Zeit zu Fedora, dann zu pop_OS! Und später (als pop_OS! angekündigt hatte, GNOME durch ihr eigenes Ding zu ersetzen) wieder zu Fedora.
Zu Fedora habe ich eine gewisse Hassliebe. Ich liebe die GNOME-Integration, da diese wirklich gut ist. Was ich nicht so mag, ist, dass man für Multimedia-Codecs wieder Extra-Repositories braucht und dass allgemein relativ wenig Pakete in den Standard Repositorys sind.

Das ist der Grund, warum ich mir immer wieder die aktuellen Ubuntu Releases anschaue. Mit den letzten paar Releases – auch mit Ubuntu 22.04 LTS – war ich nicht ganz glücklich. GNOME war immer ein Misch-Masch aus gefühlt 3-4 verschiedenen Releases und wurde nicht wirklich gut gepflegt.

Das Testsystem

Was macht Ubuntu 22.10 anders als die vorherigen Releases?


Das Wichtigste: GNOME ist kein Mischwarenkonzern mehr. Während man bei Ubuntu 22.04 noch versuchte, möglichst keine libadwaita Apps in den Paketquellen zu haben, ist bei Ubuntu 22.10 nun alles auf Version 43 und alles auf libadwaita. Sogar gedit wurde durch den neuen GNOME Text Editor ersetzt.

Ubuntu geht hier aber noch einen Schritt weiter: Das Design Team von Ubuntu zeigt nun allen libadwaita-Kritikern wie Distributionen trotz libadwaita noch eigene Akzente setzen können. Ubuntu hat bereits im 22.04-Release die Akzentfarben eingeführt – Ziel der GNOME Entwickler wäre es gewesen, Akzentfarben auch in GNOME 43 einzuführen – leider wurde das auf GNOME 44 verschoben.

Das hat die Ubuntu Entwickler aber nicht davon abgehalten, die Akzentfarben in ihr libadwaita-yaru-theme einfliessen zu lassen.
Bei der Wahl einer Akzentfarbe ändert sich das entsprechende libadwaita Theme. Ganz cool ist hier die komplette Konsistenz vom Design Team. Das Yaru Theme besteht aus diversen Themes, die für einen einheitlichen und konsistenten Desktop-Look sorgen.

Neben dem libadwaita/yaru Theme gibt es auch ein normales GTK4 Theme, ein GTK3 Theme und ein GTK2 Theme. Alles jeweils in hell und dunkel und mit Unterstützung für Akzentfarben. Das dürfte in der GNOME-Desktop Welt ziemlich einmalig sein und ist wirklich sehr angenehm.

Ich bevorzuge übrigens die dunkle Yaru Variante mit einer violetten Akzentfarbe ;)

Bei diesem Ubuntu-Release habe ich das erste Mal seit langer Zeit das Gefühl, dass die Ubuntu Entwickler wirklich wieder Liebe in die Desktop Version investiert haben.

Das GNOME Einstellungsmenü hat nun eine eigene «Ubuntu Desktop» Sektion, in der man Einstellungen zu Desktop Icons und zum Ubuntu eigenen Dock vornehmen kann. Alles sehr übersichtlich und nett gemacht.


Auch Snap hat Liebe bekommen…

Wenn wir über Ubuntu sprechen, müssen wir auch über Snap sprechen. Ich mache hier keine Pro- und Kontra Diskussion auf, Snap ist ein Teil von Ubuntu und wird es auch in absehbarer Zukunft bleiben.

Soweit ich es sehen kann, bleiben zurzeit Firefox und der App-Store die einzigen Apps, die standardmässig per Snap installiert sind.
Beim Ubuntu 22.04 Release gab es viele kritische Berichte zu Snap einerseits wegen der langsameren Startgeschwindigkeit (beim ersten Start), die fehlende Desktop-Integration (Passwortmanager und GNOME Extensions) und die VAAPI Unterstützung.

In den letzten paar Versionen von Snap und von Firefox haben Mozilla und Canonical zusammengearbeitet und es gab es einige Anpassungen und Bugfixes, um die Probleme der Startgeschwindigkeit anzugehen.

Die Änderungen sind extrem vielseitig aber ich versuche die wichtigsten aufzulisten:

  • Firefox lädt beim Start nicht mehr alle Sprachpakete, sondern nur noch das Sprachpaket, das mit der Systemsprache übereinstimmt. (Von dieser Änderung profitieren auch alle Firefox-User, die Firefox nicht als Snap installiert haben).
  • Die Snap-Abhängigkeiten für Firefox (gnome-3.38-x, gtk-common-themes) werden nun mit dem LZO Algorythmus komprimiert. LZO kann wesentlich schneller entpackt werden. (Von der Änderungen profitieren alle Snap-Apps, die diese Abhängigkeiten nutzen – unter anderem auch Chromium).
  • Snap basiert auf Squashfs. Squashfs wurde optimiert, so dass es nun mehrere Prozessoren statt nur einen nutzen kann, was ebenfalls einen massiven Geschwindigkeits-Boost bringt.

Snap bekam einige Improvements, so dass Firefox nun nativ mit Wayland läuft und GPU Beschleunigung (VAAPI) unterstützt → vorerst noch in der Beta.

Ich persönliche merke auf einer SSD keinen Unterschied mehr, ob ich Firefox als Snap oder als APT Paket starte. Ich habe in gewissen Kommentarspalten gelesen, dass man die langsamere Startzeit bei klassischen Festplatten noch spüren kann.

Unter dem kryptischen Namen "XDG WebExtension Portal" gibt es ein neues Portal (Flatpak nutzt dies auch), mit dem es möglich ist, dass Erweiterungen von Firefox mit Host-System kommunizieren können.

In der aktuellen Snap-Firefox Beta Version funktioniert das Installieren von GNOME Erweiterungen bereits problemlos. Das Portal kann in Zukunft auch für Erweiterungen wie Passwortmanagern genutzt werden.

Dieses Portal wird zurzeit in Snap ausführlich getestet. Sobald es final freigegeben wird, wird es Mozilla innerhalb von Flatpak testen. Das Portal wurde absichtlich Flatpak kompatibel entwickelt, auch hier profitieren wieder viele weitere Linux-Distributionen von Entwicklungen innerhalb von Snap.


Sonstiges und mein Fazit

Wie immer mit einer neuen Ubuntu Version werden auch alle Paketversionen in Ubuntu Universe aktualisiert.
Das schöne an Ubuntu ist, dass ich so ziemlich alles installieren kann, ohne dass ich zusätzliche Repositories brauche. Docker ist da (fehlt z.B. bei Fedora), Multimedia Codecs sind da, und wenn doch was fehlt, gibt es noch die Snaps.

Auch Flatpak ist im Repo vorhanden und kann einfach installiert werden. Das Ubuntu Design Team liefert ihre GTK Layouts auch bei Flathub aus, so dass es auch bei Flatpak Apps zu keinen Inkonsistenzen kommt.

Gerade weil man in Ubuntu gefühlt jede Software installieren kann, war Ubuntu schon immer eine gute Distribution. Dank einem einheitlichen Desktop und einheitlichen Layouts von GTK2 bis libadwaita und einem einheitlichen GNOME dürfte Ubuntu aus meiner Sicht die wohl beste GNOME 43 Distribution werden. Und – aus meiner Sicht – kann Ubuntu ab Version 22.10 auch wieder bedenkenlos weiterempfohlen werden.

Achtung: Ich habe hier mit einer in Entwicklung befindlichen Linux-Distribution herum gespielt. Wenn Du ein Linux-Beginner bist, solltest du das nicht (!) tun. Ubuntu 22.10 bekommt zurzeit täglich grosse Aktualisierungen, bei denen oft viele Dinge schief gehen können – so startete bei mir z.B. zwei Mal nach einem Update die grafische Oberfläche nicht mehr.
Wenn du dich für Ubuntu 22.10 interessierst, dann warte bis zum finalen Release, das gegen Ende Oktober erscheinen wird.

28. September 2022

In letzter Zeit gibt es mehr Berichte über Probleme mit zurückgehaltenen Paketen bei Ubuntu. Dahinter stecken aber meist gar keine zu lösenden Probleme, sondern die Ursache liegt im Phased Updates Mechanismus.

Wer lediglich grafische Frontends nutzt – was sicherlich auf die meisten Anwender von Ubuntu zutrifft und der Zielgruppe entspricht – hat das noch gar nicht bemerkt, weil die Updates dort überhaupt nicht aufgelistet werden. Wer jedoch die Konsole benutzt, sieht seit einiger Zeit häufiger mal folgende Meldung.

sudo apt full-upgrade
Paketlisten werden gelesen… Fertig
Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut… Fertig
Statusinformationen werden eingelesen… Fertig
Paketaktualisierung (Upgrade) wird berechnet… Fertig
Die folgenden Pakete sind zurückgehalten worden:
  libnss-systemd libpam-systemd libspeechd2 libsystemd0 libudev1 systemd systemd-sysv systemd-timesyncd udev
Die folgenden Pakete werden aktualisiert (Upgrade):
  ghostscript ghostscript-x libgs9 libgs9-common
4 aktualisiert, 0 neu installiert, 0 zu entfernen und 9 nicht aktualisiert.
4 standard security updates

Dahinter verbirgt sich folgende Änderung in Ubuntu 22.04, die den Release Notes entnommen werden kann:

Since 21.04 APT respects phased updates, see the Phased updates in APT 21.04 93 thread for more details.

Jammy Jellyfish Release Notes

Die zurückgehaltenen systemd-Pakete im obigen Beispiel sind also kein Fehler, sondern Absicht. Es handelt sich dabei um nicht-sicherheitskritische Aktualisierungen, die dem Phased-Updates – also übersetzt in etwa schrittweise Aktualisierung – Mechanismus unterliegen. Die Updates werden also irgendwann in den kommenden Tagen verteilt und dann einfach bei „Die folgenden Pakete werden aktualisiert“ gelistet. Ein Update kann natürlich manuell angestoßen werden, aber das ist unnötig.

Dieser Mechanismus betrifft nur den SRU-Bereich. (Stable Release Updates). Also jene Updates, die keine sicherheitsrelevanten Probleme betreffen. Security-Fixes werden weiterhin sofort an alle Anwender verteilt.

Die Idee ist, dass nicht kritische Updates (SRU) die Anwender in verschiedenen Wellen erreichen. Sollten trotz Tests und Prüfungen Fehler in den Updates enthalten sein, dann schlagen die nicht bei allen Anwendern gleichzeitig auf und ein Update kann ggf. nach einem begrenzten Schaden zurückgezogen werden. Microsoft und Apple verfahren schon sehr lange nach diesem Mechanismus.

Wer sich daran stört, kann das Verhalten steuern. Dazu muss man einfach die folgende Konfiguration in APT vornehmen:

$ sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/99-Phased-Updates

Dort dann folgende Zeile eintragen:

APT::Get::Always-Include-Phased-Updates True;

Das wirkt sich dann aber nur auf APT auf der Kommandozeile aus. Die grafischen Frontends behandeln Phased Updates wie zuvor und werden diese erst anzeigen, wenn sie an der Reihe sind.

Wie so oft gibt es mal wieder Vorbehalte bei irgendwelchen Unix-Veteranen. Diese Kritik ist wie so oft quasi ein umgekehrter Kompass und nur ein Zeichen dafür, dass die Idee gut ist und sich Linux in die richtige Richtung entwickelt.

Mi, 28. September 2022, Lioh Möller

Mit einem kürzlich applizierten Patch, deaktiviert das Fedora Projekt in den Mesa-Paketen die Unterstützung für Hardware-Video-Decoding in der GPU.

In den Commit-Notes wird angegeben, dass rechtliche Bedenken der Auslöser seien und dass zuvor die Hardwarebeschleunigung lediglich aktiv gewesen sei, da dies übersehen wurde.

Drop codecs.

We don't have legal approval for this. Previously it was accidentally
shipped.

Diese Änderung wird unmittelbare Auswirkungen auf die Nutzer der Distribution haben, da zur Darstellung von Multimediainhalten, welche die Codecs h264dec, h264enc, h265dec, h265enc oder vc1dec nutzen, von nun an ausschliesslich die CPU zum Einsatz kommt.

Bereits vor rund 6 Monaten hat das Mesa Upstream-Projekt in Menson die Möglichkeit zum Deaktivieren der Codecs integriert. Auch hier wurden lizenzrechtliche Gründe angegeben, insbesondere mit dem Verweis auf MPEG-LA.

Zur Erklärung wurde dabei ein Blog-Post von Jina Jiayang Liu genannt.

Inwieweit andere Distributionen dieser Entwicklung folgen werden, ist bisher unklar. Nutzern von Fedora 37 bleibt aktuell nur die Erstellung eines angepassten Mesa RPM-Paketes übrig. Möglicherweise wird in Zukunft ein Drittanbieter-Projekt diese Aufgabe übernehmen.

Quelle: https://debugpointnews.com/fedora-37-mesa/

27. September 2022

Ich freue mich wie ein kleines Kind!

Wenn es soweit ist, muß ich unbedingt mal wieder eine Lan Party machen.

Zum Appetit holen, ein Blick auf die neuen Spiel Typen: new-game-types-for-world-of-padman/

worldofpadman.net/news/world-of-padman-1-7-in-development/

26. September 2022

Unter Umständen kann es vorkommen, das bei einer Paketaktualisierung mittels apt folgende Meldung erscheint: Grund für diese Meldung kann unter anderem sein, das in der Abhängigkeitskette für eines der Pakete ein neues Paket dazugekommen ist. Daneben werden Pakete in der gleichen Version im Normalfall nicht noch einmal aktualisiert. Soll ein solches zurückgehaltenes Paket trotzdem installiert…

Quelle

In diesem Artikel möchte ich euch das Förderprogramm Media Tech Lab des Media Lab Bayern vorstellen.

Wie dem Titel bereits zu entnehmen ist, werden Open Source Projekte mit bis zu 50.000 EUR pro Projekt gefördert. Das Geld dafür kommt aus der Bayerischen Staatskanzlei. Doch der Reihe nach.

Vor einiger Zeit schrieb mich Jessica vom Media Lab Bayern an, um mich auf das Programm aufmerksam zu machen. Sie fragte, ob ich nicht Interesse habe, mich mit ihr und Erkan Kasap (CTO) über das Programm zu unterhalten, um ggf. darüber zu berichten und so dessen Bekanntheitsgrad zu steigern. Der Zufall sorgte dafür, dass Erkan und ich uns auf der FrOSCon 2022 an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin begegnet sind, wo wir uns gemeinsam mit Dirk über das Programm ausgetauscht haben. Erkan strahlte dabei eine Leidenschaft und ein Commitment aus, welche mir den Eindruck vermittelten, dass er für dieses Projekt brennt.

Um was für Projekte geht es?

Das Programm sucht innovative Projektideen zu Themen aus den Bereichen:

  • Infrastruktur & Web-Technologie
  • UX-Design & User Experience
  • Machine Learning & Natural Language Processing
  • Web3 & Blockchain
  • Augumented & Mixed Reality

Ihr arbeitet bereits an entsprechenden Projekten oder strebt dies an? Ihr seid dabei auf eine Anschubfinanzierung angewiesen oder braucht Unterstützung bei der Projektplanung? Dann könnt ihr euch mit eurer Idee hier bewerben.

Ihr habt noch keine konkrete Idee, würdet aber gern mal an einem Open Source Proejekt arbeiten, welches das Potenzial hat, die Medienbranche zu verändern? Dann schaut in die Projektideen und lasst euch inspirieren.

Wen sucht Erkan?

Erkan ist auf der Suche nach:

  • Open Source-Entwickler:innen und
  • Software-Freelancer:innen

die Lust auf ein cooles Forschungs- und Entwicklungsprojekt in und für die Medienbranche haben. Wichtig dabei ist, dass nur Einzelpersonen oder Teams aus Einzelpersonen gefördert werden können, jedoch keine Unternehmen.

Seid ihr z.B. Entwickler, die über ein Sabbatical nachdenken, um mal an einem richtig coolen Projekt zu arbeiten, aber in dieser Zeit auch Einkommen erzielen müssen, dann ist dieses Programm für euch.

Ihr seid jung, sprudelt vor innovativen Ideen, die ihr unbedingt umsetzen wollt? Doch es fehlt das Geld und ein wenig Unterstützung darin, wie man ein Projekt erfolgreich durchführt? Dann nehmt Kontakt zu Erkan auf. Vielleicht ist euer Projekt dann schon bald dabei und wird Realität.

Welche Projekte haben keine Chance?

Euer Projekt muss innovativ sein. Nicht innovativ sind z.B.:

  • Noch eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für Office-Programme
  • Peer-Review-Portale
  • Sync&Share-Lösungen

Halt alles was es prinzipiell schon gibt. Damit sind jedoch nicht bereits existierende Projekte gemeint, denen es vielleicht noch an Funktionalität fehlt, um produktiv eingesetzt zu werden.

TL;DR: Wenn ihr alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollt, seid ihr bei Erkan an der falschen Adresse.

Die harten Fakten

Wenn dein/euer Projekt angenommen wird, arbeitet ihr bis zu sechs Monate an eurem Projekt. Dies geht remote oder beim Media Lab im Open Space in München. Der Arbeit am Projekt wird dabei die größte Zeit des Tages eingeräumt. Der Verwaltungs-Overhead wird auf ein Minimum reduziert. Die Messung und Kontrolle des Fortschritts gehört jedoch zu jedem ordentlichen Projekt dazu. So gibt es selbstverständlich auch hier Check-ins mit dem Media Lab Team, Tech-Experten auf CTO/Senior Level und Produkt Experten (Medienexperten). Mit diesen könnt ihr Fragen zum Tech-Setup diskutieren, die Nutzerperspektive kennenlernen und erhaltet Feedback zu eurem Projekt.

Ihr erhaltet alle zwei Monate ab Beginn des Projekts eine Auszahlung. An das Projektteam (nicht jedes Projektmitglied) werden so max. 45.000 EUR ausbezahlt, die ihr frei einsetzen könnt. Weitere 5.000 EUR sind zweckgebunden und können für Coaching und Mentoring eingesetzt werden. So könnt ihr euch bspw. Experten-Rat zu Themen wie Community-Management oder wie verwalte ich Contributer für mein Projekt einkaufen.

Was gibt es noch nicht?

Auf der FrOSCon kam unser Gespräch darauf, was mit den Projekten passiert, wenn sie fertig und abgenommen sind. Stichwort: Maintenance.

Dieser Punkt ist noch nicht abschließend geklärt. Erkan äußerte die Idee, dass Medienhäuser, die ein Open Source Projekt einsetzen und zu einem Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse machen, als Paten auftreten können, um die Pflege und Wartung des Codes zu finanzieren. Dem Gemeinschaftsgedanken folgend, können sich mehrere Unternehmen auf diesem Weg die Kosten für die Software-Pflege teilen.

Eine interessante Idee, bei der allerdings noch offen ist, ob und in welchem Umfang sich Medienhäuser darauf einlassen.

Mein Eindruck

Ich persönlich finde es schon bemerkenswert, dass in Deutschland ein Förderprogramm aufgelegt wird, welches die Entwicklung von Open Source Projekten in diesem Umfang fördert. Etwas Vergleichbares war mir bis dato nicht bekannt.

Erkan hat auf mich den Eindruck hinterlassen, mit viel Herzblut und bis in die Bartspitzen motiviert hinter diesen Programm zu stehen.

In meinen Augen bietet das Programm eine gute Chance, um Open Source Projekten zu einem erfolgreichen Verlauf zu verhelfen. Auch wenn die Finanzierung der Maintenance-Phase nach Projektende noch nicht geklärt ist.