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2023 Woche 01

6. Januar 2023

Mit Thunderbird 115 wird die MZLA Technologies Corporation seinem kostenfreien E-Mail-Client einen frischen Anstrich in Form des sogenannten Supernova-Designs verpassen. Wer sich für die Fortschritte interessiert, kann diese in speziellen Entwickler-Builds beobachten.

Bereits im November habe ich über das geplante Supernova-Design von Thunderbird 115 berichtet. Zur Erinnerung: Aussehen soll Thunderbird dann in etwa, wie das folgende Mockup zeigt.

Supernova-Design Thunderbird

Genau wie von Firefox gibt es auch von Thunderbird sowohl Beta- als auch täglich erscheinende Alpha-Versionen, dort im Gegensatz zu Firefox nicht Nightly, sondern Daily genannt.

Wer nun aber in den sogenannten Daily Builds Fortschritte bei der Implementierung des neuen Designs sucht, wird keine finden, obwohl völlig zu recht zu erwarten wäre, dass die Arbeiten daran längst begonnen haben, wenn Thunderbird schon in wenigen Monaten so anders aussehen soll.

Der Grund dafür ist einfach: Die Entwicklung findet in einem separaten Entwicklungszweig statt. Um die Fortschritte sehen zu können, muss man sich dementsprechend spezielle Builds aus eben diesem Entwicklungszweig herunterladen.

  • Auf treeherder.mozilla.org/jobs?repo=ash lassen sich die immer neuesten Builds finden.
  • Hier muss die zum verwendeten Betriebssystem passende Plattform gesucht werden, das sind „Windows 2012 x64 opt“ für Windows, „OS X Cross Compiled opt“ für macOS oder „Linux x64 opt“ für Linux.
  • Bei der passenden Plattform ist der Buchstabe „B“ auszuwählen.
  • Dann gibt es unten einen Reiter „Artifacts and Debugging Tools“.
  • Hier findet sich der entsprechende Build dann unter dem Namen „target.installer.exe“ für Windows, „target.dmg“ für macOS oder „target.tar.bz2“ für Linux.
  • Dieser Thunderbird-Build kann dann ganz normal installiert werden und beinhaltet die Änderungen dieses speziellen Entwicklerzweigs.

Achtung: Es versteht sich von selbst, dass diese Builds nicht produktiv eingesetzt werden sollten. Es gibt auch keine Update-Funktion. Neuere Builds müssen also immer händisch über die alte installiert werden.

So sieht beispielsweise ein Build vom 3. Januar 2023 auf macOS mit aktiviertem Drei-Spalten-Layout aus:

Thunderbird Supernova Entwickler-Build 3. Januar 2023

Wie man sieht, sind hier schon erste Ansätze auf dem Weg zum neuen Design zu erkennen, gleichzeitig aber auch, dass noch einiges an Arbeit bevorsteht. Was der Screenshot nicht zeigt: Auch unter der Haube gibt es hier schon ein paar signifikante Änderungen, welche in Thunderbird Daily noch nicht aktiviert sind. Da es sich um ein großes Projekt zu einem frühen Zeitpunkt handelt und sich alles noch in sehr aktiver Entwicklung befindet, funktioniert in diesen Builds auch noch nicht alles, was in den regulären Builds funktioniert. Diese Builds sollten von Nicht-Entwicklern also wirklich als das betrachtet werden, was sie sind: Eine Möglichkeit, die Fortschritte zu verfolgen. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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Social Event Freitag 10. März 2023 Turm-Brauhaus in Chemnitz
Wer am Freitag vor den Chemnitzer Linux-Tagen 2023 am Social Event im
Turm-Brauhaus teilnehmen möchte, trägt sich bitte in die Umfrage ein, damit wir abschätzen können wie viel Leute kommen.

Die Umfrage ist beendet.

5. Januar 2023

Mozilla hat mit Firefox 108.0.2 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 108.0.2

Mit dem Update auf Firefox 108.0.2 behebt Mozilla eine mögliche Absturzursache, welche während der Wiedergabe von H.264-Videos für Nutzer der veralteten Betriebssysteme macOS 10.12 bis 10.14 auftreten konnte.

Behoben wurde außerdem eine mögliche Absturzursache beim Auswählen von Einträgen in der Bibliothek sowie eine weitere mögliche Absturzursache.

Unter macOS befindet sich der Menüpunkt „Tabs mit Zugriff auf Gerät“ beim Teilen des Bildschirminhalts via WebRTC jetzt im Extras- statt im Fenster-Menü, um Probleme mit dem Fenster-Menü wie das Fehlen der Liste offener Fenster bei Benutzung dieser Funktion zu vermeiden.

Außerdem wurde ein mögliches Performance-Problem behoben.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 108.0.2 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

2. Januar 2023

In diesem Artikel führe ich auf, was ich 2022 für bzw. mit FLOSS getan habe. FLOSS steht dabei für Free/Libre Open Source Software. Es geht dabei nicht um weltbewegende Projekte oder große Beiträge. Es ist mehr eine Sammlung von Kleinigkeiten. Dennoch möchte ich diese öffentlich machen, um zu zeigen, was man mit FLOSS tun und wie man sich beteiligen kann.

Ansible-Rolle zum Deployment von Nextcloud und MariaDB in einem Podman Pod

Dieses kleine Projekt ist etwas verrückt und für den Einsatz in Produktion vermutlich nicht geeignet. Doch konnte ich mich gleich mit zwei Themen intensiv beschäftigen, die mich interessieren, Ansible und Podman. Mein Ziel war es, die Anwendungen Nextcloud und MariaDB zur Bereitstellung einer privaten Cloud in einem rootless Podman Pod zu provisionieren. Die ganze Geschichte kann in der kleinen Serie Nextcloud im Container nachgelesen werden.

Die Quellen der Ansible-Rolle gibt es auf:

RHEL-Patchmanagement

Seit 2016 entwickle und pflege ich ein Patch-Management für Red Hat Enterprise Linux Systeme. Dieses Jahr habe ich Release 3.3.0 und 3.3.1 veröffentlicht.

Mit diesem Projekt habe ich ein Patch-Management gebaut, welches sehr gut die Anforderungen meines Arbeitgebers abdeckt und sich ohne Zusatz-Subskriptionen wie das Smart-Management-Addon für RHEL-Subskriptionen realisieren lässt. Seit 2018 läuft es vollautomatisch und stellt sicher, dass verfügbare Sicherheits-Updates mindestens einmal pro Monat installiert werden.

Es erfreut sich auch außerhalb unserer Organisation einiger Beliebtheit:

Drei Ansible-Rollen dank Open Source

Häufig haben Unternehmen/Organisationen sehr individuelle Anforderungen, für die keine fertigen Lösungen von der Stange existieren. Open Source schafft die Möglichkeit, sich selbst helfen zu können. So habe ich ohne großen Aufwand Ansible-Rollen geschrieben, um Proxy-Einstellungen für den subscription-manager und YUM bzw. DNF zu konfigurieren sowie um Red Hat Enterprise Linux registrieren und den System Purpose konfigurieren zu können.

Quellen:

Meine erste Linux System Role

Die Linux System Roles sind eine Sammlung von Ansible-Rollen zur Konfiguration diverser Betriebssystem-Komponenten von Linux. Ziel der Sammlung ist es, Ansible-Rollen zur einfachen Nutzung durch Systemadministratoren bereitzustellen.

Ich habe viel über den Entwicklungsprozess von Ansible-Rollen gelernt, bis meine erste Rolle pam_pwd aufgenommen wurde. Mit dieser Rolle kann PAM konfiguriert werden, um eine Passwort-Richtlinie zu etablieren.

Sie befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Nutzt sie auf eigene Gefahr. Der Lerneffekt für mich war jedoch sehr groß, so dass sich die Arbeit in meinen Augen gelohnt hat.

Quelle:

Mit Ansible Labor-Umgebungen in KVM und vSphere provisionieren

Ich benötige immer mal wieder Labor-Umgebungen mit frischen Betriebssystem-Installationen für verschiedene Versuche und Tests. Um die Provisionierung dieser Laborumgebung zu vereinfachen und zu beschleunigen, habe ich zwei Ansible-Rollen erstellt, mit denen sich diese Labor-Umgebungen auf KVM- und vSphere-Hypervisoren provisionieren lassen:

Blogs, Issue-Reports Pull-Requests

Man kann FLOSS auch dadurch unterstützen, indem man darüber spricht bzw. schreibt. Letzteres tue ich in diesem Blog. Der My-IT-Brain Jahresrückblick 2022 gibt einen Überblick darüber.

Hinzu kommen kleine Beiträge in Form von Issue-Reports und Pull-Requests. Details kann man meiner Contribution Activity auf Github entnehmen.

Spenden

Viele FLOSS-Projekte werden ohne funktionierendes Geschäftsmodell von Menschen in deren Freizeit entwickelt und gewartet. Diese Projekte sind auf Spenden angewiesen.

Ich setze mir jedes Jahr ein persönliches Budget, aus dem ich an die Projekte spende, deren Anwendungen ich häufig benutze oder die mir besonders sympathisch sind. Das ist nicht immer ganz einfach. Ich persönlich bevorzuge eine Banküberweisung oder eine Einmalzahlung per Kreditkarte. Mich erst bei einem Zahlungsdienstleister anzumelden stellt für mich meist eine zu hohe Hürde dar.

Fazit

Es muss nicht das eine große Projekt sein. Auch mit der Summe kleiner Teile kann man eine Menge erreichen.

FLOSS hat mir geholfen, viele meiner Anforderungen zu erfüllen. Für mich ist es selbstverständlich, die Ergebnisse dieser Arbeit ebenfalls wieder unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen, um auf diesem Weg etwas an die FLOSS-Gemeinschaft zurückzugeben. Doch denkt immer daran: „Nutzung auf eigene Gefahr.“