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2023 Woche 28

16. Juli 2023

Mit Common Voice stellt Mozilla den weltweit größten öffentlichen Datensatz menschlicher Stimmen bereit – kostenlos und für jeden nutzbar. Mozilla hat Version 14.0 seines Datensatzes veröffentlicht.

Der Markt für Spracherkennung wird von den ganz großen Namen kommerzieller Anbieter dominiert: Amazon, Apple, Google, Microsoft. Darum hat Mozilla im Jahr 2017 das Projekt Common Voice gestartet. Mit Common Voice bietet Mozilla eine kostenlose Alternative an, zu der jeder beitragen kann und die jedem zur Verfügung steht. Damit möchte Mozilla Innovation und Wettbewerb in der Sprachtechnologie auf Basis von Maschinenlernen fördern.

Mit dem vor kurzem veröffentlichten Common Voice Corpus 14.0 wächst der deutschsprachige Datensatz von 1.340 auf 1.376 Stunden an. Insgesamt deckt Mozilla Common Voice mit der neuen Version jetzt 112 Sprachen mit insgesamt 28.118 aufgenommenen Stunden ab, was Mozilla Common Voice zum vielfältigsten mehrsprachigen Sprachkorpus der Welt macht.

Zum Download der Mozilla Common Voice Datensätze

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15. Juli 2023

Innerhalb von Fedora wird derzeit die Implementierung einer Telemetriedatenerfassung auf Basis der EndlessOS-Technik diskutiert. Fedora würde hier einen Weg beschreiten, den Ubuntu schon länger geht. Bei Telemetrie ist der Aufschrei oft groß, aber es ist durchaus sinnvoll und nachvollziehbar, dass Projekte wissen wollen, wie ihre Software genutzt wird. Vorausgesetzt, es wird richtig gemacht.

Die Initiative geht vom Red Hat Display Systems Team aus. Das Team ist einer breiteren Öffentlichkeit seit der Ankündigung der Einstellung der Unterstützung von LibreOffice bekannt.

Basis soll das System EndlessOS-Metrics sein. Vieles ist noch unklar und hängt auch von der konkreten Ausgestaltung durch die Fedora-Community ab. Denn Red Hat hat zwar großen Einfluss auf Fedora, kann aber nicht einfach mit seinen Wünschen durchregieren. Neben der Hauptdiskussion wurden verschiedene „Breakout Topics“ identifiziert, um die Diskussion besser zu kanalisieren. Zum Beispiel zu Opt-in/Opt-out oder welche Daten genau gesammelt werden sollen.

Denn was genau gemessen werden soll, ist noch nicht klar. Einige Ideen wurden jedoch bereits formuliert. Das Team möchte wissen, ob Fedora so positioniert ist, wie Red Hat es möchte. Also ob es Entwickler anspricht und welche IDEs sie benutzen. Darüber hinaus möchte man aber auch die Desktopnutzung und Hardwaredaten evaluieren. Das hat durchaus Auswirkungen auf die Entwicklung, wie ein Beispiel verdeutlichen soll. Wenn kaum noch ein Benutzer eine klassische Festplatte verwendet, muss die Bootzeit auf Festplatten nicht mehr berücksichtigt werden.

Seitens des Red Hat Display Systems Teams gibt es eine Präferenz für eine Opt-Out Methode, aber beim initialen Setup sollte es die Möglichkeit geben, die Telemetrie abzuschalten, bevor Daten übertragen werden. Etwas anderes dürfte auch die DSGVO in Europa nicht zulassen. Das System soll komplett Open Source sein und somit auch die Möglichkeit bieten, einen eigenen Server einzubinden.

Fedora will damit einen Schritt gehen, den die beiden großen Desktop-Umgebungen und andere Linux-Distributionen bereits getan haben. Meiner Meinung nach ist das weder illegitim noch unsinnig. Ohne Datenerhebung entwickeln sich Projekte ins Blaue hinein und lautstarke Minderheiten können mit ihren Forderungen allzu oft die Richtung von Projekten bestimmen. Selbst die Präferenz für Opt-out ist nachvollziehbar, da Debian mit PopCon zeigt, dass Opt-in nur zu geringer Nutzung führt und im schlimmsten Fall die Daten verfälscht, weil nur Power-User zustimmen.

Ein Blick in das Linux-Umfeld zeigt, warum die Datenerhebung interessant und wichtig sein kann. Die Informationen aus der Ubuntu-Umfrage lieferten z.B. interessante Erkenntnisse über die Hardware. Die meisten Nutzer nutzten weder High-End- noch Low-End-Hardware, sondern bewegten sich im Mittelfeld. Ausufernde HiDPI-Diskussionen waren daher ebenso ein Minderheitenproblem wie irgendwelche RAM-Diskussionen unterhalb von 1GB. Die openSUSE-Metriken wiederum zeigen deutlich, dass openSUSE Tumbleweed zwar bei den Entwicklern und in den Kommentarspalten vorne liegt, die Mehrheit aber immer noch Leap nutzt.

Für eine abschließende Beurteilung bleibt natürlich abzuwarten, wie genau die Fedora-Telemetrie umgesetzt wird.

14. Juli 2023

Die Entscheidung von Red Hat führt bei den direkten Konkurrenten und Klonen zu Neustrukturierungen. Bisher scheint der Plan von Red Hat aufzugehen.

Direkt von Red Hat abhängig sind bisher Oracle, AlmaLinux und Rocky. Indirekt betroffen ist SUSE als einziger anderer großer Enterprise-Distributor. Von allen liegen inzwischen Stellungnahmen vor.

Maßlos war mal wieder die Äußerung von Oracle. Die Tatsache, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Auslöser für das Manöver von Red Hat sind, war anscheinend kein Anlass für Demut. Oracle gibt sich als Unterstützer der Linux-Entwicklung und behauptet, mehr Offenheit bieten zu wollen als Red Hat/IBM. Wie sie die Binärkompatibilität aufrechterhalten wollen, ohne direkt auf RHEL-Quellen zurückzugreifen, schreiben sie nicht – das bleibt abzuwarten. Ich prognostiziere: Da wird nicht viel kommen. Wenn sie wirklich diesen Entwicklungsaufwand reinstecken würden, wäre Oracle Linux nicht mehr lukrativ und Oracle macht nichts, was sich nicht rechnet.

Rocky glaubt ein Schlupfloch gefunden zu haben. Sie möchten die von Red Hat angebotenen UBI Container Images verwenden. Alternativ erwägen sie, kommerzielle Cloud-Instanzen von Red Hat zu verwenden. Ich prognostiziere: Das wird nicht lange halten, Red Hat wird diese Schlupflöcher schließen. Allein schon deshalb, weil Oracle sicher genau beobachten wird, was die anderen Clones so treiben.

AlmaLinux hat sich einige Tage lange sortiert, aber vermutlich gestern das seriöseste Ergebnis präsentiert. Die Binärkompatibilität kann gegen den Widerstand von Red Hat nicht aufrechterhalten werden. Stattdessen wird ABI-Kompatibilität angestrebt, was letztlich nichts anderes bedeutet, als sich in die Riege der anderen Distributionen einzureihen. Unternehmen können sich nun nicht mehr 100%ig darauf verlassen, dass zertifizierte Programme auch unter AlmaLinux laufen und müssen wie bei jeder anderen Distribution Testaufwand betreiben – oder gleich einen Supportvertrag mit Red Hat abschließen. Also genau das, was Red Hat anstrebt.

Etwas unklar ist die Fork-Ankündigung von SUSE. Das Projekt soll SLE nicht ablösen. Es bleibt unklar, was die mittelfristige Alternative sein soll oder ob SUSE hier nur einen sanften Übergang zu SLE ermöglichen will.

Insgesamt herrscht große Ratlosigkeit. Gegen den Willen von Red Hat kann die Binärkompatibilität nicht aufrechterhalten werden. Die meisten Experten sind sich auch einig, dass sich Red Hat im legalen Bereich bewegt. Eine Rückkehr zum Status quo ante wird es nicht geben. Red Hat hat sich in der Vergangenheit nicht nur massiv Upstream in die Entwicklung eingebracht, sondern sein Produkt auch auf dem Silbertablett zur Nachnutzung präsentiert. Das verlangt keine Lizenz und ist nun vorbei.

Also Gestern ist Zockertown 18 Jahre und 6 Monate alt geworden.

Oder 222 Monate.

Das hat was, finde ich.

1424-Zockertown-ist-im-Vorschulalter.html

Das Dumme ist nur, das Blog und ich sind gemeinsam alt geworden, aber irgendwas ist ja immer.cheeky

Ab sofort gibt es auf soeren-hentzschel.at die weltweit einzige kostenlos zugängliche Datenbank dieses Umfangs mit Informationen über Investitionen und Übernahmen anderer Unternehmen durch Mozilla.

Mozillas Investitionen nehmen zu

Mozilla hat in den letzten Jahren immer wieder mal in andere Unternehmen investiert. Mit Ende des vergangenen Jahres hat Mozilla seine Investitionen deutlich verstärkt und seit dem auch mehrere Unternehmen vollständig übernommen. Weitere Investitionen in der Zukunft sind zu erwarten, nicht zuletzt durch Mozilla Ventures, einem neu gegründeten und zunächst mit 35 Millionen USD ausgestatteten Risikokapitalfonds für Startups, sowie dem ebenfalls neu gegründeten und zunächst mit 30 Millionen USD ausgestatteten Mozilla.ai.

Wo findet man bisher Informationen?

Es ist schwierig, den Überblick darüber zu behalten, in welche Unternehmen Mozilla nun schon investiert hat oder welche Unternehmen übernommen worden sind. Zwar hat Mozilla Ventures seit kurzem eine neue Website samt Portfolio. Allerdings beinhaltet dieses tatsächlich nur die Investitionen von Mozilla Ventures, nicht die Investitionen und Übernahmen anderer Teile der Organisation, wie der Mozilla Corporation.

Für Unternehmens-Informationen wie Investments gibt es spezialisierte Websites wie beispielsweise Crunchbase, welche aber ebenfalls alle nicht vollständig und vor allem kostenpflichtig sind.

Investitions-Datenbank auf soeren-hentzschel.at

Aus diesem Grund habe ich eine Datenbank entwickelt und nach intensiver Recherche befüllt, welche Informationen über Mozillas Investitionen und Akquisitionen beinhaltet. Diese ist so vollständig wie keine andere Datenbank weltweit und kostenlos für jeden zugänglich. Sobald Mozilla eine weitere Investition tätigt oder ein Unternehmen übernimmt, wird dieses zeitnah in die Datenbank übernommen.

Übersicht über Investitionen und Akquisitionen von Mozilla

Die Datenbank steht sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache zur Verfügung. Neben dem Zeitpunkt, dem mit der Website verlinkten Namen des Unternehmens sowie der Unterscheidung zwischen Investition und Akquisition listet die Datenbank immer auch die Branche oder das Produkt auf, sowie weitere Details, falls bekannt. Dies kann beispielsweise die Investitionssumme meinen, die Finanzierungsrunde, in deren Rahmen Mozilla die Investition getätigt hat (Pre-Seed, Seed, Series A, Series B, Series C) oder ob Mozilla der Hauptinvestor der jeweiligen Finanzierungsrunde war. Außerdem gibt es immer auch einen Link auf den Blog, in welchem mehr über das jeweilige Unternehmen zu lesen ist, sofern ich darüber berichtet habe – was auf sämtliche Investitionen und Übernahmen in den Jahren 2022 und 2023 sowie ausgewählte ältere zutrifft.

Mozilla: Investitionen und Akquisitionen

Wichtig: Sogenannte Grant-Investitionen, also Investitionen, für welche Mozilla keine Anteile erhalten hat, werden in dieser Datenbank bewusst nicht aufgeführt. Beispielsweise hatte Mozilla in der Vergangenheit über Initiativen wie MOSS („Mozilla Open Source Support“) zahlreiche Open Source-Projekte finanziell unterstützt.

Die Arbeit an der kostenlosen Datenbank unterstützen

Auf der Website befindet sich ein Link, über welchen es möglich ist, mich auf Fehler aufmerksam zu machen oder mir Informationen mitzuteilen. Außerdem gibt es dort Links, um die Seite via E-Mail, Twitter, Facebook oder WhatsApp mit anderen zu teilen. Und natürlich würde ich mich auch über eine kleine Spende freuen, welche es mir erlaubt, Specials wie eben diese Investment-Datenbank oder auch die einzigartige Übersicht über Mozillas Einnahmen, Ausgaben und Vermögen seit 2005 bis in die Gegenwart kostenlos bereitzustellen.

Jetzt spenden und die ehrenamtliche Arbeit unterstützen

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13. Juli 2023

Mit Blue Fever, einer App und Community für mentale Gesundheit, hat Mozilla Ventures sein Investment-Portfolio weiter ausgebaut.

Das ist Mozilla Ventures

Mozilla Ventures ist ein anfänglich mit 35 Millionen USD ausgestatteter Risikokapitalfonds, über welchen Mozilla in Startups investiert, welche das Internet und die Tech-Industrie in eine bessere Richtung bringen. Das bisherige Portfolio umfasst Block Party, heylogin, Array Insights, Webacy, Lelapa AI, Themis AI, Lockr, Rodeo sowie Fiddler.

Mozilla Ventures investiert in Blue Fever

Das zehnte Unternehmen, in welches Mozilla Ventures investiert hat, ist Blue Fever. Dabei handelt es sich um eine (englischsprachige) App und Community für mentale Gesundheit, welche primär junge Menschen anspricht.

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Chris Titus Tech bewertet in diesem Tier List Video GNU/Linux-Distributionen ganz speziell. Es gibt sogar den Devil-Tier.

Manche kratzen sich verlegen am Kopf, weil sie nicht wissen, was Tier Listen sind. Nun, wenn ihr in den Zoo geht, schreibt ihr euch vorher eine Liste der Tiere auf, die ihr sehen möchtet; oder etwa nicht? Bullshit, eine 'tier list' ist eine Kategorisierung von Elementen nach dem Geschmack einer bestimmten Person. In der FLOSS-Blase sind das oft GNU/Linux-Distributionen, wobei die Tiers (also die Schichten, oder Einordnungsstufen) ganz im Ermessen der Erstellerin der Liste stehen.

Im Titelbild seht ihr eine Tier-List von Chris Titus Tech, in der 40 GNU/Linux-Distribution in sieben Kategorien eingeordnet werden. Tier-Listen werden in der Regel in Videos vorgestellt, damit der Autor die Gründe nennen kann, warum eine bestimmte Distro in einer der Kategorien landet. Dabei wird ein Spannungsbogen gespannt, weil sich die endgültige Tier-Liste im Laufe des Videos entwickelt. Typisch ist auch, dass Symbole für die Einordnung verwendet werden

Manche von euch haben schon viele dieser Tier-List-Videos gesehen. Das Besondere an diesem Video ist die Menge der Distributionen und die Auswahl der Kategorien (Tiers). Hervorzuheben sind die Kategorie 'Devil', mit der Chris auf das aktuelle Geschehen rund um die Red Hat Affäre eingeht und Canonical wegen Snaps only abstraft. Zudem wirft er sehr viele Distros in die Kategorie 'Pointless' (nutzlos), was vielen Anwender:innen sauer aufstossen wird.

Die Kategorie 'Devil' kann man als temporären Spass im Sommerloch deuten. Hintergründiger ist jedoch die Kategorie 'Pointless', weil damit die Grundsatzfrage nach der Distributionsvielfalt angesprochen wird. Chris argumentiert so (paraphrasiert):

Forks, Kopien und Distros, die nur eine eigene Auswahl an Anwendungen hinzufügen, welche man selbst in Debian oder Arch hinzufügen kann. Talentierte Entwickler sollten die Upstream-Distros unterstützten, statt ihre Kraft in ein Derivat mit minimalen Unterschieden zu stecken.

Dieser Ansicht möchte ich energisch widersprechen. Vielleicht gibt es einige wenige Distributionen, die keinen Mehrwert zum Distro-Universum hinzufügen, doch die meisten, die Chris in den 'Pointless' Tier gezogen hat, bieten eben doch Alleinstellungsmerkmale, die von manchen Anwender:innen geschätzt werden. Seien es auch nur kleinere Anpassungen, die den grossen Unterschied machen. Als Beispiel möchte ich Manjaro nennen (ja, auch weil ich selbst Manjaro-User bin). Seine Argumente, warum Manjaro 'pointless' ist, sind:

  • Anfänger installieren AUR-Pakete und zerstören damit ihre Installation. Mein Gegenargument: AUR ist im Paketmanager von Manjaro nicht aktiviert. Wer AUR einschaltet, sollte wissen, welche Konsequenzen das hat. Ich verwende AUR-Pakete sporadisch, und habe mir damit in den letzten Jahren noch nie das System zerschossen.
  • Pacman -Syu hat bei Chris 2019 das System lahmgelegt. Mein Gegenargument: wo steht geschrieben, dass man Manjaro mit 'pacman -Syu' updaten soll? Ausserdem gibt er selbst zu, dass er die Release Notes nicht gelesen hat.
  • Dann sagt er, wenn man eine solche Expertise benötigt, um ein Update einer Distribution machen zu können, sollte man doch besser das Original Arch Linux verwenden. Mein Gegenargument: Arch und Manjaro sind völlig unterschiedliche Distributionen. Das fängt schon beim Release-Modell und den Repositories an. Manjaro ist nicht 'rolling', sondern 'curated rolling'. Manjaro verwendet eigene Repositories, die zwar auf den Arch-Repos aufbauen, Änderungen aber eine Weile zum Testen zurückhalten. Ausserdem ist Manjaro in Bezug auf die Benutzungsfreundlichkeit in vielen Teilen auf Anwender:innen mit einer durchschnittlichen Erfahrung ausgelegt, während sich Arch Linux immer noch an Profis richtet.

Bei den weiteren Distributionen, die Chris als 'nutzlos' bewertet, könnte ich genauso viele Gegenargumente anbringen, die die Existenz dieser Distros rechtfertigen.

Fazit

Die Welt der GNU/Linux-Distributionen lebt von ihrer Vielfalt und grenzt sich damit von monolithischen Betriebssystemen wie MS Windows und Apples macOS ab. Das ist einerseits ein Alleinstellungsmerkmal und eine Stärke, andererseits erschwert es den Einstieg für Umsteiger und Anfängerinnen. Es gehört zum Reiz von GNU/Linux-Distributionen, sich in den unendlichen Weiten seinen Lieblingsplaneten auszusuchen, wobei einem die Community hilfreich zur Seite steht.

Daher ordne ich das Tier-List-Video von Chris Titus Tech in die Kategorie 'pointless' ein.

Hinweis: Eigentlich wollte ich in diesem Artikel auch noch über das "Making of Tier Lists" schreiben. Das kommt dann in einem eigenen Beitrag.

Quelle: https://invidious.tiekoetter.com/watch?v=KyADkmRVe0U


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12. Juli 2023

Linux Hintergrundbilder gesucht

Für die SpaceFun Community Variante namens TuxWiz, bei der ebenfalls IceWM als Windowmanager zum Einsatz kommt, war ich auf der Suche nach schönen klassischen Linux Hintergrundbildern.

Früher haben wir diese gesammelt und waren froh um jeden neuen Fund, den wir natürlich gerne mit Freunden geteilt haben. Leider sind viele der Wallpaper mittlerweile aus dem Internet verschwunden und ich musste tief graben, bis ich die schönsten Perlen wieder erwischt habe. Das Ergebnis teile ich natürlich gerne.

Dennoch fehlen natürlich noch viele Kunstwerke und daher mein Aufruf an euch: falls ihr fleissig gewesen seid und über die Zeit Linux Wallpaper gesammelt habt, teilt diese bitte. Meine alte Sammlung ist wohl einer Datenmigration zum Opfer gefallen. Ihr könnt mir die Bilder gerne auf Mastodon oder natürlich per Mail schicken. Mir geht es dabei wirklich um die Klassiker. Die Wallpaper sollten sich auf Linux oder den Tux oder das GNU beziehen und nicht spezifisch für eine Distro sein. Wenn mehrere Distros auf dem Bild zu sehen sind, ist das natürlich etwas anderes.

Ich bin gespannt auf eure Schätze.


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Die MZLA Technologies Corporation hat Thunderbird 115 „Supernova“ veröffentlicht. Die neue Version des Open Source E-Mail-Clients bringt wieder viele Neuerungen, inklusive neuem Logo und Design.

Neue Version zum Download verfügbar, Update später

Thunderbird 115 steht ab sofort zum Download bereit. Automatische Updates von Thunderbird 102 sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv. Bestehende Nutzer werden mit einem der kommenden Updates die neue Version erhalten.

Während das Thunderbird-Logo schon ein paar Modernisierungen erfahren hatte, waren die Schritte doch immer vergleichsweise gering. Auch wenn man sich die Logo-Entwicklung von Firefox über die Jahre ansieht, war dies immer mehr eine Evolution anstelle einer Revolution. Mit dem neuen Thunderbird-Logo, für welches sich erneut Jon Hicks, der Designer des originalen Thunderbird-Logos, verantwortlich zeigte, geht das Projekt einen mutigen Schritt, denn der Unterschied zum aktuellen Logo ist doch sehr groß. Andererseits passt das neue Thunderbird-Logo optisch besser zum aktuellen Firefox-Logo.

Modernere Optik für Thunderbird

Was direkt nach dem neuen Logo natürlich als erstes auffällt, ist das überarbeitete Design von Thunderbird selbst. Hier heißt es tatsächlich mehr Evolution als Revolution – und das ist auch gut so. Bestehende Nutzer werden sich sofort zurecht finden, weil das meiste noch da ist, wo es vorher auch war. Gleichzeitig wirkt Thunderbird moderner und vor allem aufgeräumter.

Den größten visuellen Unterschied stellt die neue Symbolleiste dar, welche sich jetzt ganz oben befindet und neben dem globalen Suchfeld Fläche für die optionalen Schaltflächen bietet. Die Schaltflächen zum Empfangen sowie Schreiben neuer Nachrichten befinden sich standardmäßig jetzt in der Seitenleiste links, können an der Stelle aber auch entfernt und wieder durch Schaltflächen in der Symbolleiste ersetzt werden.

Thunderbird 115 „Supernova“

Auch das Design des Kalenders wurde aufgefrischt und erscheint moderner.

Thunderbird 115 „Supernova“

Neues Hauptmenü

Das Hauptmenü wurde neu organisiert und optisch aufgefrischt. Während dieses jetzt grundsätzlich schlanker aussieht, wurden die Optionen zur Anpassung der Dichte sowie der Schriftgröße auf die erste Ebene geholt, womit diese grundlegenden optischen Anpassungen einfacher zugänglich sind als vorher.

Thunderbird 115 „Supernova“

Neuer Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche

Auch der Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche wurde erneuert, wo nun alle Bereiche (E-Mail, Adressbuch, Kalender, Aufgaben, Chat, Einstellungen) gemeinsam angepasst werden können. Dabei gibt es einmal die Kategorie Schaltflächen, die spezifisch für einen Bereich sind, sowie die Kategorie Schaltflächen, welche überall zur Verfügung stehen.

Thunderbird 115 „Supernova“

Neue Optionen zur Anpassung

Die Ordneransicht hat neue Optionen zur Anpassung erhalten. So lassen sich nun auch die Anzahl der Nachrichten in den Ordnern sowie die Ordnergröße anzeigen.

Für die Auflistung der Nachrichten gibt es neben der bisherigen Tabellenansicht, welche jede E-Mail in einer einzigen Zeile darstellt, jetzt auch eine Kartenansicht.

Thunderbird 115 „Supernova“

Sortierbare Ordnermodi und Schlagwörter in Seitenleiste

Die verschiedenen Ordnermodi in der Seitenleiste können jetzt beliebig in der Reihenfolge angepasst werden. Außerdem ist eine Anzeige aller Schlagwörter in der Seitenleiste möglich.

Große Teile unter der Haube neu entwickelt

Fast noch größer als diese sichtbaren Änderungen sind die Änderungen, welche unter der Haube erfolgten: Bei der Symbolleiste, der Ordneransicht sowie der Nachrichtenliste handelt es sich um komplette Neuentwicklungen nach modernen Webstandards. Dies wird vor allem auch der zukünftigen Weiterentwicklung von Thunderbird zu Gute kommen.

Letzte Version für Windows 7/8, macOS 10.12/10.13/10.14

Bereits am 14. Januar 2020 hatte Microsoft die Unterstützung seines Betriebssystems Windows 7 offiziell eingestellt, die Einstellung der Unterstützung von Windows 8.1 folgte am 10. Januar 2023. Seitens Apple gibt es keine offiziellen Daten für Support-Enden, das letzte Update für macOS 10.14 erschien allerdings im Juli 2021. Dies ist für Nutzer insofern relevant, als dass es für diese Betriebssysteme keine Sicherheits-Updates mehr gibt. Nutzer sollten daher unbedingt auf ein aktuelles Betriebssystem umsteigen, falls noch nicht geschehen.

Thunderbird 115 ist das letzte große Update für diese veralteten Betriebssyssteme. Entsprechende Nutzer werden zwar genauso wie alle anderen noch Bugfix- und Sicherheits-Updates bis Herbst 2024 erhalten, danach ist aber Schluss. Bereits Thunderbird Beta 116 startet auf entsprechenden Systemen nicht mehr.

Sonstige Neuerungen von Thunderbird 115

Neue Ordner werden jetzt automatisch zu virtuellen übergeordneten Ordnern und gespeicherten Suchen hinzugefügt.

Das Kontextmenü von Ordnern besitzt nun Optionen zum Kopieren und Verschieben.

Die Authentifizierung über OAuth2 wird jetzt für Fastmail unterstützt.

Thunderbird 115 bringt noch sehr viel mehr Neuerungen, Verbesserungen der Barrierefreiheit und Fehlerkorrekturen, die hier alle zu nennen den Rahmen des Artikels sprengen würden. Die Release Notes (engl.) bieten einen umfassenden Überblick über die zahlreichen kleinen Neuerungen.

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Nach zwei Jahren erscheint die eigenständige Distribution mit einer neuen Version. Wer ein schnelles und schlankes System sucht, kann damit glücklich werden.

Mit grosser Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass Joshua Strobl und sein Team nach langer Zeit ein Update der Solus Distribution zustande gebracht hat. Im Februar hatten wir die Distro bereits abgeschrieben, zumal Distrowatch Solus im April auf inaktiv gesetzt hatte. Umso mehr freut es uns, dass am Samstag die Version 4.4 von Solus für die Desktop-Umgebungen Budgie, KDE Plasma, MATE und GNOME erschienen ist.

In einem Kurztest werfe ich einen Blick auf Solus mit ihrem Flagship-Desktop Budgie. Nach dem Download der ISO-Datei starte ich die neue Version in GNOME-Boxes. Ich weise darauf hin, dass Solus eine eigenständige Distribution ist, die weder auf Debian, Arch, Fedora, OpenSUSE oder sonst einer Basis-Distro aufbaut.

Der erste Eindruck von Solus (mit dem Budgie-Desktop) ist ausgezeichnet. Der Live-Boot startet zügig. Auch der Installationsprozess ist unauffällig und problemlos.

Solus 4.4 ist die Nachfolgeversion von 4.3, die vor zwei Jahren erschienen ist. Die neue Version verbessert die Kernanwendungen und das Angebot an Desktop-Umgebungen erheblich. Unabhängig davon, ob man sich für Budgie, GNOME, MATE oder KDE Plasma entscheidet, wird jede Edition mit Standardanwendungen wie Firefox 114.0.1, LibreOffice 7.5.3.2 und Thunderbird 102.12.0 ausgeliefert.

Die Budgie-Edition (10.7.2) von Solus 4.4 macht den Nemo-Dateimanager nun zur Standardwahl anstelle von Nautilus. Diese Änderung wurde durch Änderungen in Nautilus veranlasst, die von dem beabsichtigten Look and Feel der Desktop-Umgebung abwichen. Zusätzlich führt die Budgie-Edition Fehlerkorrekturen, Leistungsverbesserungen und eine verbesserte Benutzererfahrung durch einen neuen Energiedialog für die Sitzungsverwaltung, Dual-GPU-Unterstützung im Budgie-Menü und eine verbesserte Budgie-Screenshot-Anwendung ein.

In der GNOME-Version kommt der 43.5er Desktop zum Einsatz. Der dunkle Modus ist nun die Standardeinstellung, und es wurden Änderungen am Shell-Thema vorgenommen. Zu den bemerkenswerten Verbesserungen gehören ein aktualisiertes Design der Systemoberfläche, ein neu gestaltetes Systemstatusmenü und eine verbesserte Anwendung für Bildschirmfotos. Tracker, zuständig für die Datei-Indizierung, wurde ebenfalls verbessert, um die Startzeiten zu verkürzen und den Speicherverbrauch zu reduzieren.

Für die Plasma-Variante wird Solus 4.4 mit Plasma Desktop 5.27.5, KDE Frameworks 5.106.0 und KDE Gear 23.04.2 ausgeliefert. Diese Version führt neue Anpassungsoptionen, Gestenunterstützung für Touchpads und Touchscreens, Unterstützung für schwebende Panels und verbesserte Fensterkachelfunktionen ein. Die Systemwidgets wurden verbessert, und die Wayland-Sitzung ist jetzt sofort verfügbar.

Die MATE-Edition wird mit der neuesten Version der MATE 1.27-Serie ausgeliefert; das Solus-Team hat jedoch angekündigt, die MATE-Edition einzustellen. Da die Wayland-Strategie des Projekts und der allgemeine Entwicklungsfortschritt hinter den Anforderungen der modernen Desktop-Landschaft zurückbleiben, wird Solus 4.4 die letzte Version sein, die eine MATE-Edition-ISO enthält. Gleichwohl versichert Solus, dass bestehende MATE-Installationen weiterhin unterstützt werden, und plant aktiv einen nahtlosen Upgrade-Pfad zu Xfce.

In einem Blogeintrag verrät das Solus-Team auch etwas über die nächste Version Solus 5. Darin sind grössere Änderungen zu erwarten, da Solus dann auf Serpent OS basieren soll, hinter dem der ehemalige Gründer des Solus-Projekts, Ikey Doherty steckt.

Bei meinem Kurztest sind mir folgende Sachen aufgefallen:

  • Solus startet mit dem Budgie-Desktop zügig und verhält sich sehr responsiv.
  • Obwohl als Standard ein dunkles Thema eingestellt ist, gilt dies nur für manche Anwendungen. Die meisten verwenden ein helles Thema.
  • Das Icon-Set für LibreOffice ist kaum erkennbar:

  • Die Speicherauslastung direkt nach dem Start ist mit 554 MiB niedrig:

  • Auch die Anzahl von 727 installierten Paketen deutet auf ein schlankes System hin. Dieser Eindruck bestätigt sich auch nach einem Blick in das Anwendungsmenü. Dort finden sich die nötigsten Anwendungen und kaum Ballast.
  • Das Software-Center ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Dort findet man neben den Paketen aus dem Solus-Repository auch eine Auswahl an Drittanbieter-Paketen, wie z. B. Spotify, Teamviewer, Google Chrome, PyCharme, Skype und Slack.

Fazit

Es ist zu begrüssen, dass das Solus-Team nach zwei Jahren wieder eine neue Version ihrer eigenständigen Distribution anbietet. Solus 4.4 "Harmony" mit dem Budgie-Desktop eignet sich für Anwender:innen, die ein schnelles, schlankes und eigenständiges System suchen. Spannend wird es bei der nächsten Version, die auf eine ganz neue Basis aufgesetzt wird.

Quelle: https://getsol.us/2023/07/08/solus-4-4-released/


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11. Juli 2023

Ich weiß ziemlich genau, wann ich Shaarli entdeckt habe. Es wurde etwas stiefmütterlich behandelt, aber ich habe es immer mal wieder benutzt, um zufällige Funde zu speichern.

Links: Shaarli                     Rechts: Heimdall

Aber was ist Shaarli überhaupt? Das habe ich in meinem privaten Wiki erklärt und einen Vergleich zu Heimdall gezogen.

Die Suche in Shaarli ist schon sehr komfortabel. Auf dem Screenshot könnt ihr sehen, was die Suche nach "Tomaten" findet. Die rote Ecke links bedeutet, dass der Link privat ist, da ich als Admin angemeldet war, ist der mit aufgeführt.

Das Taggen habe ich allerdings sehr selten gemacht. Das habe ich nun für die vorhandenen Links nachgeholt.

Jetzt habe ich mein Shaarli für alle verfügbar gemacht.

Ps: Ein für mich ganz wichtiges Feature ist nur als Plugin verfügbar und kann via https://github.com/trailjeep/shaarli-urlextern nachinstalliert werden. Das öffnen der Links in einem neuen Tab! Seit 13.07.2023 im Shaarli enabled.

Mozilla hat Firefox 115.0.2 veröffentlicht. Neben anderen Korrekturen behebt Firefox 115.0.2 unter anderem eine Sicherheitslücke, einen durch Malware ausgelösten sowie einen durch Sicherheits-Software ausgelösten Programmabsturz.

Download Mozilla Firefox 115.0.2

Mit dem Update auf Firefox 115.0.2 behebt Mozilla eine Sicherheitslücke. Außerdem wurde ein möglicher Absturz direkt bei Programmstart behoben, welcher durch Malware ausgelöst worden ist. Ein weiterer Absturz wurde behoben, welcher durch die Sicherheits-Software Samsung Document Security Solution (NASCA) ausgelöst wurde.

Darüber hinaus wurden noch zwei weitere potentielle Absturzursachen behoben, darunter ein Absturz, welcher ausschließlich Nutzer des veralteten Betriebssystems Windows 7 betroffen hat.

Behoben wurde auch ein schon länger existierendes Problem mit der Anzeige des Cursors in Textfeldern auf manchen Websites, ein mögliches Problem mit der Wiedergabe von MP3-Audio sowie ein Darstellungsfehler bei Verwendung des patternTransform-Attributs in SVG-Grafiken. Außerdem wurde die nicht zentrierte Darstellung der Zoom-Stufe behoben, wenn die Zoom-Buttons in der Tableiste angezeigt worden sind.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 115.0.2 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Nach dem RHEL-Source-Code-Desaster legt Fedora nach und Oracle möchte IBM Kunden abwerben.

Es sieht so aus, als hätte Red Hat/IBM zurzeit keinen guten Lauf. Zuerst das Desaster mit den RHEL-Quellen, und jetzt wird für Fedora 40 Opt-out Telemetrie geplant. Wer seinen Ruf in der Community nachhaltig schädigen möchte, der lässt einem Desaster das nächste folgen. Das ist der Moment, in dem sich Larry Ellison die Hände reibt, wenn er Aufwind sieht.

Über die Geschichte mit den Red Hat-Quellen habe ich bereits vor einer Woche geschrieben. Während Canonical und SUSE noch an den Sektkorken drehen, präsentiert IBM den nächsten Downer und Oracle stellt den Kaviar kalt. Alma-Linux hält immer noch die Füsse still; wohingegen Rocky schon längst in den Boxring gestiegen ist und nach alternativen Quellen sucht.

Doch kümmern wir uns um den 'double down' von IBM:

In einem überraschenden Vorschlag, der viele Diskussionen ausgelöst hat, hat das Fedora-Projekt seine Absicht bekannt gegeben, ein Telemetrie-Tool in die kommende Fedora 40 Workstation-Edition aufzunehmen, die Ende April nächsten Jahres erscheinen soll. Das Red Hat Display Systems Team (das den Desktop entwickelt) schlägt vor, eine begrenzte Datenerfassung von anonymen Nutzungsmetriken der Fedora Workstation zu ermöglichen.

Die Initianten des Vorschlags sind der Meinung, dass es wichtig ist, dass die Fedora-Gemeinschaft die letzte Kontrolle über die Sammlung von Metriken hat. Die Kontrolle der Gemeinschaft ist notwendig, um das Vertrauen der Benutzer zu erhalten. Wenn dieser Änderungsvorschlag angenommen wird, dann brauchen wir neue Richtlinien und Verfahren, um die Kontrolle der Gemeinschaft über die Metriksammlung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Fedora-Benutzer darauf vertrauen können, dass unsere Metriksammlung ihre Privatsphäre nicht verletzt.

Telemetrie, eine Technologie, die üblicherweise mit Datenerfassung und Nutzungsanalyse in Verbindung gebracht wird, ist seit langem ein Streitpunkt in der Tech-Welt aufgrund von Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Zustimmung der Benutzer. Ihr erinnert euch bestimmt daran, als Canonical die Telemetrie bei Ubuntu eingeführt hat, was zu einem grossen Aufschrei in der Community führte. Das Problem ist, dass "Telemetrie" und "Open Source" nicht im selben Satz vorkommen können. Aber das gilt nicht für Red Hat.

Fedora will bei der Datenerfassung auf Azafea, das Endless OS Metrics System, setzen. Natürlich wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keine persönlichen Daten gesammelt werden, sondern nur Informationen darüber, wie das Betriebssystem genutzt wird. Eine andere Frage ist, ob sich eine Linux-Benutzer:in dadurch wohler fühlen wird.

Doch Red Hat argumentiert weiter:

Eines der Hauptziele der Metriksammlung ist es, zu analysieren, ob Red Hat sein Ziel erreicht, Fedora Workstation zur führenden Entwicklerplattform für die Entwicklung von Cloud-Software zu machen. Dementsprechend wollen wir z.B. wissen, welche IDEs bei unseren Benutzern am beliebtesten sind und welche Laufzeiten zur Erstellung von Containern mit Toolbx verwendet werden.

Metriken können auch dazu verwendet werden, Entscheidungen über die Gestaltung der Benutzeroberfläche zu treffen. Zum Beispiel wollen wir die Klickrate der empfohlenen Software-Banner in GNOME Software erfassen, um zu beurteilen, welche Banner für die Benutzer tatsächlich nützlich sind. Wir wollen auch wissen, wie häufig die Panels in gnome-control-center besucht werden, um festzustellen, welche Panels konsolidiert oder entfernt werden könnten.

Fedora plant, eine neue Einstellung zum Sammeln von Metriken auf der Datenschutzseite der Ersteinrichtung und im GNOME-Kontrollzentrum hinzuzufügen. Es wird versprochen, dass keine Daten ohne das Wissen und die Zustimmung des Benutzers automatisch an Fedora gesendet werden. Ob das als Opt-out oder Opt-in implementiert werden wird, erschliesst sich mir noch nicht. Da Fedora sich also auf eine datengesteuerte Zukunft ausrichtet, stellt sich die Frage, ob dieser Schritt die Benutzererfahrung verbessern oder die langjährigen Prinzipien der Offenheit und Benutzerkontrolle, für die das Fedora-Projekt bekannt ist, aushöhlen wird. Es ist noch nicht klar, ob der Vorschlag des Fedora Engineering Steering Committees tatsächlich so umgesetzt wird.

Doch wartet, es kommt noch besser, sobald Oracle in den Ring steigt. In einer Pressemitteilung äusserten sich Edward Screven (Chief Corporate Architect) und Wim Coekaerts (Leiter der Oracle Linux-Entwicklung) gestern unter dem Titel:

Linux offen und frei halten - wir können es uns nicht leisten, es nicht zu tun.

Ich habe mir überlegt, die Pressemitteilung zusammenzufassen, damit ihr nicht so viel lesen müsst. Schlussendlich habe ich mich dafür entschieden, den Text als Übersetzung hier im Wortlaut wiederzugeben, damit ihr euch nicht durch das Englische quälen müsst. Damit habe ich zwar keine journalistische Schöpfungshöhe bewiesen, sondern lasse dem Original den Vorrang vor meiner Interpretation. Hier ist der vollständige Text der Oracle-Pressemitteilung:

"Oracle ist seit 25 Jahren Teil der Linux-Gemeinschaft. Unser Ziel ist in all diesen Jahren dasselbe geblieben: Wir wollen Linux zum besten Server-Betriebssystem für alle machen, das für alle frei verfügbar ist und denjenigen, die es brauchen, hochwertigen und kostengünstigen Support bietet.

Unser Linux-Entwicklungsteam leistet wichtige Beiträge zum Kernel, den Dateisystemen und den Tools. Wir geben diese Arbeit an die Mainline weiter, sodass jede Linux-Distribution sie enthalten kann. Wir sind stolz darauf, dass diese Beiträge mit ein Grund dafür sind, dass Linux heute so leistungsfähig ist und nicht nur Oracle-Kunden, sondern allen Benutzern zugutekommt.

Im Jahr 2006 brachten wir das heutige Oracle Linux auf den Markt, eine RHEL-kompatible Distribution und ein Support-Angebot, das weit verbreitet ist und die technischen Systeme von Oracle sowie unsere Cloud-Infrastruktur unterstützt. Wir haben uns für die RHEL-Kompatibilität entschieden, weil wir die Linux-Community nicht fragmentieren wollten. Unser Bestreben, kompatibel zu bleiben, war enorm erfolgreich. In all den Jahren seit der Markteinführung wurden fast keine Kompatibilitätsfehler gemeldet. Kunden und ISVs können von RHEL zu Oracle Linux wechseln, ohne ihre Anwendungen ändern zu müssen, und wir zertifizieren Oracle-Softwareprodukte für RHEL, obwohl sie nur für Oracle Linux entwickelt und getestet wurden und niemals für RHEL.

Obwohl Oracle und IBM kompatible Linux-Distributionen anbieten, haben wir sehr unterschiedliche Vorstellungen von unserer Verantwortung als Open-Source-Verantwortliche und vom Betrieb unter der GPLv2. Oracle hat die Binärdateien und den Quellcode von Oracle Linux immer für alle frei zugänglich gemacht. Wir haben keine Subskriptionsvereinbarungen, die in die Rechte eines Abonnenten zur Weitergabe von Oracle Linux eingreifen. Andererseits ist in den IBM-Abonnementverträgen festgelegt, dass Sie gegen die GPLv2 verstossen, wenn Sie diese Abonnementdienste nutzen, um Ihre GPLv2-Rechte auszuüben. Und seit dem 21. Juni veröffentlicht IBM den Quellcode von RHEL nicht mehr.

Warum hat IBM diese Änderung vorgenommen? Nun, wenn Sie den IBM-Blog lesen, in dem IBM versucht, seine Beweggründe zu erklären, läuft es auf Folgendes hinaus:

"Bei Red Hat verbringen Tausende von Menschen ihre Zeit damit, Code zu schreiben, um neue Funktionen zu ermöglichen, Fehler zu beheben, verschiedene Pakete zu integrieren und diese Arbeit dann für eine lange Zeit zu unterstützen ... Wir müssen die Leute dafür bezahlen, diese Arbeit zu machen."

Interessant. IBM will den Quellcode von RHEL nicht weiter veröffentlichen, weil es seine Ingenieure bezahlen muss? Das erscheint seltsam, wenn man bedenkt, dass Red Hat als erfolgreiches, unabhängiges Open-Source-Unternehmen den RHEL-Quellcode öffentlich zugänglich gemacht und seine Ingenieure viele Jahre lang bezahlt hat, bevor IBM Red Hat 2019 für 34 Milliarden Dollar übernommen hat.

In dem Blog wird auch CentOS erwähnt. Es ist keine Überraschung, dass CentOS für den Autor bei dem Versuch, die Zurückhaltung des RHEL-Quellcodes zu rechtfertigen, an erster Stelle stand. CentOS war eine sehr beliebte, freie, mit RHEL kompatible Distribution. Im Dezember 2020 wurde es von IBM als freie Alternative zu RHEL praktisch abgeschafft. Zwei neue Alternativen zu RHEL sind anstelle von CentOS entstanden: AlmaLinux und Rocky Linux. Durch die Zurückhaltung des RHEL-Quellcodes hat IBM sie nun direkt angegriffen.

Und vielleicht ist das die eigentliche Antwort auf die Frage nach dem Warum: Konkurrenten ausschalten. Weniger Konkurrenten bedeuten mehr Umsatzmöglichkeiten für IBM.

Was Oracle betrifft, so werden wir unser Ziel für Linux weiterhin so transparent und offen verfolgen, wie wir es immer getan haben, und dabei die Fragmentierung minimieren. Wir werden unsere Softwareprodukte weiterhin auf Oracle Linux entwickeln und testen. Oracle Linux wird weiterhin RHEL-kompatibel sein, soweit wir es möglich machen können. In der Vergangenheit war der Zugang von Oracle zu den veröffentlichten RHEL-Quellen wichtig für die Aufrechterhaltung dieser Kompatibilität. Aus praktischer Sicht gehen wir davon aus, dass Oracle Linux bis zur Version 9.2 so kompatibel bleiben wird wie bisher, aber danach kann die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kompatibilitätsproblem auftritt, grösser sein. Sollte ein Kunde oder ISV von einer Inkompatibilität betroffen sein, wird Oracle daran arbeiten, das Problem zu beheben.

Wir möchten Linux-Entwicklern, Linux-Kunden und Linux-Distributoren gegenüber betonen, dass Oracle sich für die Freiheit von Linux einsetzt. Oracle gibt folgendes Versprechen: Solange Oracle Linux vertreibt, wird Oracle die Binärdateien und den Quellcode für diese Distribution öffentlich und frei verfügbar machen. Darüber hinaus begrüsst Oracle Downstream-Distributionen jeder Art, ob Community oder kommerziell. Wir freuen uns, mit Distributoren zusammenzuarbeiten, um diesen Prozess zu vereinfachen, gemeinsam an den Inhalten von Oracle Linux zu arbeiten und sicherzustellen, dass Oracle-Softwareprodukte für Ihre Distribution zertifiziert sind.

Übrigens, wenn Sie ein Linux-Entwickler sind, der mit dem Vorgehen von IBM nicht einverstanden ist, und Sie genauso wie wir an die Freiheit von Linux glauben, stellen wir Sie gerne ein.

Eine Anmerkung für ISVs: Das Vorgehen von IBM ist nicht in Ihrem Interesse. Indem sie CentOS als RHEL-Alternative abschafft und AlmaLinux und Rocky Linux angreift, eliminiert IBM eine Möglichkeit für Ihre Kunden, Geld zu sparen und Ihnen einen grösseren Teil ihres Geldbeutels zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie Ihr Produkt noch nicht auf Oracle Linux unterstützen, zeigen wir Ihnen gerne, wie einfach das ist. Geben Sie Ihren Kunden mehr Auswahl.

Abschliessend möchte ich IBM noch einen Vorschlag machen. Sie sagen, dass Sie nicht all diese RHEL-Entwickler bezahlen wollen? Hier ist eine Möglichkeit, wie Sie Geld sparen können: Ziehen Sie einfach von uns ab. Werden Sie ein nachgelagerter Distributor von Oracle Linux. Wir nehmen Ihnen die Last gerne ab."

Ich hoffe, ihr konntet den Zynismus aus dieser Pressemitteilung herausdestillieren. Seien wir gespannt, wie sich der Wettstreit der Giganten weiter entwickelt.

Quellen:

https://lists.fedoraproject.org/archives/list/devel@lists.fedoraproject.org/thread/55H3DT5CCL73HLMQJ6DK63KCAHZWO7SX/

https://www.oracle.com/news/announcement/blog/keep-linux-open-and-free-2023-07-10/

Bildquelle: https://www.charterworld.com/news/wp-content/uploads/2012/04/Team-ORACLE-Racing.jpg


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Wer zur Verwendung von MS Windows im Büro gezwungen wird, kann sich mit einer GNU/Linux-Distribution in einer virtuellen Maschine eine professionelle Arbeitsumgebung schaffen.

Es gibt viele (sehr viele) Anwender:innen, die noch nie im Leben eine GNU/Linux-Distribution gesehen haben. Für solche Leute ist es wichtig zu sehen, wie einfach es ist, die freien Alternativen zu entdecken. Dafür fallen mir mehrere Möglichkeiten ein:

  1. Frage den Nerd in deinem Bekanntenkreis.
  2. Probiere eine GNU/Linux-Distribution im Webbrowser aus.
  3. Installiere eine virtuelle Maschine zum Testen einer Linux-Distro.
  4. Boote von einem USB-Stick.

Die vier Optionen habe ich nach Schwierigkeitsgrad sortiert. Eine Bekannte oder einen Verwandten fragen, ist bestimmt der einfachste Weg, um eine Alternative zum vorinstallierten Windows auf dem Medienmarkt-Notebook zu sehen. Der zweite Weg ist die beste Lösung, falls man kein Kellerkind im Bekanntschaftskreis findet. Die virtuelle Maschine als Testplatz, ist mein Vorschlag, den ich in diesem Artikel beschreiben möchte. Wie man eine ISO-Datei auf einen USB-Stick brennt und von diesem bootet, lasse ich ausser Acht.

Bevor ich zum Ausprobieren einer GNU/Linux-Distro in einer virtuellen Maschine unter Windows komme, möchte ich dennoch auf Linux im Browser zurückkommen. Im Mai habe ich in diesem Beitrag das Angebot von DistroSea beschrieben. Dort gibt es aktuell 39 unterschiedliche Distributionen zum Ausprobieren im Webbrowser. Als Beispiel zeige ich die letzte Distro in der Liste: ZorinOS.

Nachdem man Zorin OS ausgewählt hat, muss man sich für eine Variante der Distribution entscheiden. Ich habe Core64 gewählt. Nach dieser Wahl wird man in eine Warteschlange eingereiht. Nach kurzer Zeit kann man die Distro im Webbrowser starten. Im Installationsprogramm wählt man 'Deutsch' und 'Try Zorin OS' aus, worauf Zorin OS im Live-Modus losläuft:

Nun kann man sich einen ersten Eindruck dieser Distribution verschaffen. Das kann jedoch nicht mehr als ein erster Eindruck sein, weil eine temporär gestreamte Distro in einem Webbrowser meilenweit von der wahren Erfahrung entfernt ist. Trotzdem ist das Angebot von DistroSea eine tolle Sache für Interessierte.

Der Auslöser für diesen Artikel war eine Anfrage meiner Tochter:

Wie kann ich ChatGPT ohne Registrierung verwenden?

Sie verwendet privat Manjaro, ist aber im Büro durch MS Windows eingeschränkt. Es gibt diverse Seiten, die eine Anfrage an GPT 3.5 erlauben, z. B. diese https://chatgpt.ch/. Erwartungsgemäss tummeln sich viele Anfrager:innen auf solchen Seiten, weshalb man sich über die Ergebnisse nicht wundern sollte:

Hier geht es aber nicht um KI-Chatbots, sondern um den Einsatz einer GNU/Linux-Distribution im Alltag, als professionellen Wingman neben MS Windows. So schwer mir diese Empfehlung über die Lippen geht, desto weniger Alternativen gibt es, möchte man eine virtuelle Maschine unter MS Windows ausführen. Wenn ich eine Firma überhaupt nicht mag, dann ist es Oracle mit ihrem Chef Larry Ellison. Wie dem auch sei, es gibt die Oracle VM VirtualBox, welche sich die "weltweit beliebteste plattformübergreifenden Open Source-Virtualisierungs-Software" nennt. Windows-Anwender:innen können sich die Software unter dieser Adresse herunterladen. Oder doch nicht? Wenn ich mir die URL anschaue, verfalle ich schon in Schnappatmung, ob der Tracker, die dahinterstecken. Windows-Anwender:innen verwenden die erste Option, den 64 Bit Windows Installer.

Nachdem ihr das Ding in euer Windows habt eindringen lassen, könnt ihr es starten, was dann so aussieht:

Im Screenshot sind bereits zwei Distros installiert: Manjaro und EndeavourOS. Bei euch ist das linke Panel noch leer. Ihr klickt auf das blaue Neu-Icon. Dort erwartet euch dieser Dialog:

Vorher solltet ihr eine ISO-Datei einer GNU/Linux-Distribution herunterladen. Dabei spielt es keine Rolle, welche ISO-Datei ihr verwendet. Um meiner Tochter entgegenzukommen, nehme ich Manjaro als Beispiel. Die ISO-Datei findet ihr hier. Danach solltet ihr auf das Icon Ändern klicken, um einige Einstellungen anzupassen:

  • Hauptspeicher auf 4096 MB
  • Prozessoren auf 2
  • Virtuelle Festplatte auf 40 GB
  • Den Regler für den Grafikspeicher ganz nach rechts ziehen

Danach könnt ihr die virtuelle Maschine mit dem grünen Pfeil starten und die normale Boot-Prozedur durchlaufen. Normalerweise startet die Distribution jetzt im Live-Modus, weshalb eine richtige Installation nun vonnöten ist. Nachdem die Distro ordentlich installiert ist, habt ihr eine vollständige Distribution für den Parallelbetrieb zur Verfügung. Wann immer ihr ein professionelles Betriebssystem neben MS Windows starten möchtet, könnt ihr in der virtuellen Maschine die GNU/Linux-Distro eurer Wahl (auch mehrere) starten und die volle Freiheit geniessen.

Um auf die 'Piccata Milanese' zurückzukommen: Falls ihr Manjaro als Distro gewählt und im Paketmanager 'Pamac' AUR aktiviert habt, könnt ihr tgpt installieren und euch im Terminal das Rezept ausgeben lassen:

Guten Appetit!

Warnung: Generative Pretrained Transformer (z. B. ChatGPT) sind gefährliche Werkzeuge, die überzeugende Antworten auf Fragen liefern, aber keineswegs auf Fakten basieren oder der Realität entsprechen müssen. Wir raten ausdrücklich von deren Verwendung ab. Stattdessen empfehlen wir den Einsatz des eigenen Verstandes.


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