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2023 Woche 04

29. Januar 2023

WordPress verfügt über ein Pseudo-Cronjob-System, über welches regelmäßige Aufgaben seitens WordPress ausgeführt werden. Hintergrund ist, dass die meisten Webhosting-Pakete über keine echte Cronjob-Funktionalität verfügen. Ausgelöst wird das Pseudo-Cronjob-System durch Besuche der Webseite.

Allerdings führt dies auch zu Problemen; da es so vorkommen kann, das bestimmte Dinge, wie die Veröffentlichung geplanter Artikel, sich verzögern können. Wird WordPress auf einem dedizierten Server ausgeführt, kann hier auf einen echten Cronjob gewechselt werden. Dazu müssen zur Konfigurationsdatei wp-config.php folgende Zeilen hinzugefügt werden:

/* Deaktiviere WordPress Pseudo-Cronjob-System */
define('DISABLE_WP_CRON', true);

Damit die Cronjob-Funktionalität weiterhin funktioniert, muss der Cronjob entsprechend eingetragen werden. Dazu wird die Crontab-Datei im Kontext des Nutzers www-data geöffnet:

sudo -u www-data crontab -e

Dort sollte dann die entsprechende Zeile hinzugefügt werden:

*/1  *    * * *   php /var/www/wordpress/wp-cron.php

Damit werden die Aufgaben, welche WordPress im Rahmen seines Pseudo-Cronjob-System durchführt, nun durch einen echten Cronjob durchgeführt. Damit ist die Zuverlässigkeit des Systems erhöht und geplante Aufgaben, werden immer zeitnah erledigt.

27. Januar 2023

Für Backups nutze ich gerne Restic. Restic bietet neben dem Backup selbstverständlich auch eine Funktionalität zum Wiederherstellen eines Backups an. Allerdings gibt es mit dem Restic Browser ein grafisches Werkzeug zum Anschauen der durch Restic erstellten Repositorys.

Die Restic-Installation wurde nicht gefunden

Beim Start des Restic Browser kann es vorkommen, das dieser die Restic-Installation nicht findet. Dort muss dann der Pfad manuell definiert werden. Wurde Restic unter macOS, mittels Homebrew installiert, so lautet der Pfad:

/opt/homebrew/bin/restic

Der entsprechende Pfad wird sich leider nicht gemerkt, sodass er beim nächsten Mal wieder eingegeben werden muss. Nachdem die Installation definiert wurde, kann mit der Applikation ein Restic-Repository geöffnet und durchsucht werden.

Die Applikation in Aktion

Ordner als auch Dateien können anschließend über die Oberfläche wieder hergestellt werden. Während dies für lokale Repositorys gut funktioniert, sieht es bei Repositorys welche per SFTP eingebunden werden anders aus. Hier nimmt der Ladevorgang, zur Anzeige der Dateien in einem Snapshot, sehr viel Zeit in Anspruch.

Zu finden ist der Restic Browser auf GitHub. Lizenziert ist er unter der MIT-Lizenz und damit freie Software. Die Releases sind für Linux, macOS und Windows verfügbar.

25. Januar 2023

Mi, 25. Januar 2023, Lioh

Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Lange Zeit kam ich ohne sie aus: die Google Play-Dienste. Als stolze Besitzerin eines der ersten offiziellen Ubuntu Phones (Bq Aquaris E4.5) habe ich eigentlich nichts vermisst. GPS und Karten gab es nicht. Das Bahnticket war analog und zur Nutzung des Online-Bankings kam ein externes Gerät zum Einsatz.

Doch als eine zeitgemässe Nutzung des Ubuntu Telefons auch aufgrund der verbauten Hardware nicht mehr möglich war, habe ich mich erstmals für ein Android Handy der Marke Oppo entschieden. Zuvor hatte ich ausschliesslich Linux basierte Telefone im Einsatz, wie beispielsweise das Jolla Phone, im Einsatz.

Beim Kauf des Oppo Gerätes habe ich lediglich auf die Specs und den Preis geachtet und mir kaum Gedanken über die Verfügbarkeit Freier ROMs gemacht. Leider hat sich herausgestellt, dass sich nicht einmal der Bootloader des Gerätes entsperren lässt, und somit eine Nutzung eines alternativen ROMs quasi verunmöglicht wurde.

Während der Nutzung des Android Telefons haben sich in meinen Workflow einige Komfortfunktionen eingeschlichen. Die Bahnkarte ist in der App verfügbar. Zahlungen tätige ich unter anderem mit der App Twint, ich nutze Google Maps zur Navigation, da diese sehr adäquat ist und auch Fahrpläne anzeigt. In der Schweiz erfolgt Banking mittlerweile fast ausschliesslich über die Handy-App und via QR-Rechnungen, welche sich direkt mit dem Gerät einscannen lassen.

All diese Abläufe setzen Google Play Services voraus. Mein schlechtes Gewissen hat mich vor Weihnachten dennoch gepackt und ich habe mich entschieden, mir ein Google Pixel Gerät anzuschaffen, da diese Handys interessanterweise von Freien ROMs am besten unterstützt werden. Zunächst habe ich es mit Ubuntu Touch probiert, da mir die Bedienoberfläche immer gut gefallen hat. GPS funktioniert dort nahezu gar nicht und somit ist eine Nutzung der Karten Apps (Pure Maps oder uNav) de facto unmöglich. Die Banking-Software funktioniert trotz guter Android Unterstützung mittels Waydroid nicht und somit ist auch kein Bezahlen via Twint möglich. Das Bahnticket würde zur Not noch in Form einer Plastikkarte nutzbar sein, bedingt aber diese immer bei sich zu führen.

Alternativen zur Nutzung der Online-Banking Funktion meiner Bank gibt es nicht, insbesondere seit der Einführung von QR-Rechnungen.

Bei meinen nächsten Feldversuchen habe ich das Freie ROM CalyxOS installiert. Grundsätzlich wirkt es sehr aufgeräumt und kommt mit guten Standardapplikationen daher. Die Banking-Software lässt sich dank migroG nutzen, nachdem ich sie über den Aurora-Store installiert habe. Leider sind damit jedoch keine Zahlungen möglich. Beim Scannen von QR-Codes öffnet sich zwar die Kamera, der Code wird allerdings nicht erkannt. Auch ein manueller Import und händisch eingestellte Zahlungsaufträge sind nicht möglich.

Als Karten App wird Organic Maps vorgeschlagen, welches von den Grundfunktionen das wichtigste bietet. Bedauerlicherweise gehört eine Fahrplan-Integration zumindest in der Schweiz bisher nicht dazu. Dazu kommt, dass der GPS Sensor mit dem Freien ROM nicht ausreichend gut und zeitnah die Position erkennt. So kommt es immer wieder zu Verzögerungen und die Applikation lässt sich nicht sinnvoll nutzen. Auch eine Aktivierung der Mozilla Location Services brachte keine Verbesserungen. Dabei werden umliegende WLAN und Bluetooth Signale zur Verbesserung der Positionsgenauigkeit abgefragt.

Die App Twint lässt sich zwar installieren, aber auch nach Rückfrage beim Support nicht aktivieren.

In meinen persönlichen Workflow haben sich somit unbemerkt die Google Play Dienste eingeschlichen. Ein öffentliches Bewusstsein dafür besteht kaum und manchen Menschen gelingt es ihren Arbeitsablauf an die Einschränkungen anzupassen. Für mich persönlich müsste ich zu viele Kompromisse eingehen und einige Dinge wären gar nicht mehr möglich.

Welche Lösungsansätze gäbe es für diese Situation? Zum einen sollte man auch Menschen, die sich nicht mit IT-Themen beschäftigen, darüber aufklären. Das betrifft letztendlich auch die Politik, welche durch Gesetzgebungen entsprechenden Druck aufbauen kann. Letztendlich müssen die Softwareanbieter (Banken, Zahlungsdienstleister, Bahnen, Zeitschriften, Karten uvm.) nachziehen und ihre Software so gestalten, dass diese auch ohne Play Services funktionsfähig ist.

Das schlecht bis gar nicht funktionierende GPS mit Freien ROMs mag gerätespezifisch sein, möglicherweise sind nicht alle Treiber-Komponenten voll integriert. Oder aber Google hat mit dem Abfahren von Strecken mit Google Maps Autos und dem Ermitteln von WLAN Netzwerken (was letztendlich ohne Einwilligung rechtlich auch fragwürdig ist), eine Vorarbeit geleistet, die kaum von einer Community erbracht werden kann. Falls diese Daten bisher nicht öffentlich verfügbar sind, sollte Google dazu angehalten werden, öffentliche Daten wie diese teilen zu müssen.

Die Mozilla Location Services erbringen zumindest zum bisherigen Stand nicht eine annähernd gute Qualität.

Was bedeutet dies nun? Kapitulation? Nein, Awareness schaffen und politischen Druck aufbauen. Weiterhin, wenn immer möglich, auf Freie Alternativen setzen. Falls es ohne Komfortverlust durchführbar ist, kann auch der eigene Workflow angepasst werden. Dies hängt immer von den verwendeten Applikationen und deren Nutzung im Alltag ab.

Unser Ziel sollte es sein, die erschlichene Abhängigkeit möglichst bald zu beenden und Freie Alternativen zu etablieren.


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24. Januar 2023

Mit Common Voice stellt Mozilla den weltweit größten öffentlichen Datensatz menschlicher Stimmen bereit – kostenlos und für jeden nutzbar. Mozilla hat Version 12.0 seines Datensatzes veröffentlicht.

Der Markt für Spracherkennung wird von den ganz großen Namen kommerzieller Anbieter dominiert: Amazon, Apple, Google, Microsoft. Darum hat Mozilla im Jahr 2017 das Projekt Common Voice gestartet. Mit Common Voice bietet Mozilla eine kostenlose Alternative an, zu der jeder beitragen kann und die jedem zur Verfügung steht. Damit möchte Mozilla Innovation und Wettbewerb in der Sprachtechnologie auf Basis von Maschinenlernen fördern.

Mit dem vor kurzem veröffentlichten Common Voice Corpus 12.0 wächst der deutschsprachige Datensatz von 1.234 auf 1.283 Stunden an. Insgesamt deckt Mozilla Common Voice mit der neuen Version jetzt 104 Sprachen mit insgesamt 26.119 aufgenommenen Stunden ab, was Mozilla Common Voice zum vielfältigsten mehrsprachigen Sprachkorpus der Welt macht.

Zum Download der Mozilla Common Voice Datensätze

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Common Voice Corpus 12.0 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Di, 24. Januar 2023, Lioh Möller

Nutzern der KDE Plasma Desktopumgebung dürfte die Anwendung KDE Connect ein Begriff sein. Sie dient der Synchronisation mit Mobiltelefonen und besteht aus einer Desktopapplikation sowie einer App für Mobiltelefone. Aktuell werden dabei Android und SailfishOS unterstützt.

Mit GSConnect steht auch Anwendern der GNOME Shell eine entsprechende Implementierung zur Verfügung. Die Desktopkomponente wurde dabei in Form einer GNOME Erweiterung in Kombination mit D-Bus realisiert. Auf Clientseite können die bestehenden KDE Connect Apps genutzt werden.

Nach der Installation, welche beispielsweise über den Erweiterungsmanager erfolgen kann, muss zunächst das Mobiltelefon verbunden werden. Voraussetzung dazu ist, dass beide Geräte im gleichen Netzwerk angemeldet sind.

Ist dies erfolgt und die App auf dem Mobiltelefon aktiv, können die Geräte miteinander verbunden werden. Dabei wird eine Verbindungsanfrage an das Handy gesendet, welches über die Benachrichtigungsanzeige aktiviert werden kann.

War diese erfolgreich, können bereits die meisten Funktionen von GSConnect genutzt werden. In aktuellen GNOME Versionen integriert sich die Anwendung dabei in das Benutzermenü. Alternativ kann innerhalb der Einstellungen (Hamburger-Menü) auf Leistensymbole umgestellt werden. Dabei wird für jedes verknüpfte Gerät ein entsprechendes Icon angezeigt.

Zum Funktionsumfang gehört beispielsweise das Senden und Empfangen von Nachrichten, das Auffinden des Gerätes durch das Auslösen eines Klingeltons, die Bedienung der Kamera, Gerätefernsteuerung (beidseitig) und der Dateiaustausch. Auch eine geteilte Zwischenablage, die Mediensteuerung sowie die Möglichkeiten zur Nutzung als Fernbedienung während einer Präsentation werden geboten.

Sollten Fragen während der Einrichtung oder der Nutzung auftreten, kann die ausführliche Hilfe zurate gezogen werden.

Nutzt du bereits GSConnect oder KDE Connect? Was ist deine Lieblingsfunktion und welche Funktionalität fehlt dir vielleicht? Teile es uns in den Kommentaren mit.

Quelle: https://github.com/GSConnect/gnome-shell-extension-gsconnect


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23. Januar 2023

Mo, 23. Januar 2023, Ralf Hersel

Habt ihr noch eine PineTime in der Schublade herumliegen oder plant, eine sehr preiswerte Smartwatch anzuschaffen, die vielleicht funktioniert? Und falls ihr vorhabt, am 4./5. Februar zur FOSDEM zu reisen, dann habe ich etwas für euch.

InfiniTime ist eine FOSS-Firmware für die PineTime, die Open-Source-Smartwatch von Pine64. Nach 2 virtuellen Ausgaben wird die FOSDEM 2023 an der ULB in Brüssel vor Ort stattfinden. Der Entwickler JF möchte dies mit der Veröffentlichung einer Sonderausgabe von InfiniTime feiern: der InfiniTime FOSDEM 2023 Edition! Sie basiert auf InfiniTime 1.11.0 und zeigt stolz das FOSDEM-Logo auf der analogen und digitalen Oberfläche.

Wenn ihr vorhabt, dieses Jahr an der FOSDEM teilzunehmen, könnt ihr eure PineTime mit dieser Sonderausgabe ausstatten. Und wer weiss, vielleicht trefft ihr andere glückliche PineTime-Benutzer.

Informationen zur Installation findet ihr auf der Projektseite:

Quelle: https://github.com/InfiniTimeOrg/InfiniTime/releases/tag/1.11.0-fosdem-edition


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