Bei KDE wurde kürzlich eine Sicherheitslücke bekannt, die wohl erstmal offen bleiben wird. Komponenten aus dem KDE-Store, der sich an verschiedenen Stellen hinter der Schaltfläche „Neue holen…“ in verschiedenen KDE-Komponenten verbirgt, können Schadcode enthalten und in den Benutzerdaten wüten.
Im konkreten Fall handelte es sich nicht um einen absichtlichen Angriff. Es handelte sich lediglich um einen Fehler. Die Ursache liegt in einer KDE-Funktionalität. Benutzer von Plasma können über den KDE-Store Themes, Widgets und Miniprogramme beziehen. Diese werden zwar nur mit Benutzerrechten installiert, können aber funktionsbedingt ziemlich uneingeschränkt Skripte etc. im jeweiligen Home-Verzeichnis ausführen. KDE benötigt dies, da nicht alle Themes und Miniprogramme über die Distributionen paketiert werden können.
Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass Linux auf dem Desktop ein ziemlicher Ponyhof ist. Wenn man es schonungslos auf den Punkt bringt, sieht es so aus: Die KDE-Entwickler bauen eine Sideload-Option für bösartigen Code ein, es fällt jahrelang niemandem auf und nachdem es dann doch auffällt, ist die erste Reaktion im Tenor: „Da kann man nichts machen, ohne die Funktionalität einzuschränken“. Die Nutzer müssen einfach aufpassen und vielleicht kann es eine Warnung geben. Eine Kuratierung wäre wünschenswert, ist aber nicht so schnell umsetzbar und bindet Ressourcen.
Die Nachlässigkeit bei KDE ist die eine Seite der Medaille. Sie ist vermutlich auch deshalb nicht so schlimm, weil diese KDE-Funktion nie besonders exzessiv genutzt wurde und die meisten Anwender mit dem arbeiten, was standardmäßig mitgeleifert wird, weil das bei KDE schon sehr viel ist. Kombiniert wird diese Nachlässigkeit bei KDE mit der immer noch völlig unterschätzten Gefahr fehlender Rechtebeschränkungen innerhalb des Benutzerverzeichnisses. Immer noch geben sich zu viele Linux-Anwender der Illusion hin, dass Schadcode nur dann gefährlich ist, wenn er mit Administratorrechten ausgeführt wird. Ein massiver Datenverlust im Home-Verzeichnis reicht bei nachlässigen Backups aus (und die meisten Anwender sind nachlässig bei Backups). Programme werden unter Linux traditionell kaum eingehegt, sondern können im Home-Verzeichnis nach Belieben schalten und walten.
Machen wir uns nichts vor. Im Falle eines größeren Malware-Drucks wären solche Funktionen fatal und würden massiv ausgenutzt.







