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2025 Woche 33

15. August 2025

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel veröffentlicht in dem beschrieben wird, wie man Pi-hole und Unbound durch Technitium ersetzt. In diesem Artikel geht es darum, wie man ein Backup von Technitium ohne die GUI erstellen kann.

Die grafische Oberfläche bietet zwar die Möglichkeit die Konfiguration manuell in Form einer Zip-Datei zu sichern, aber für Scripte ist das nicht unbedingt nützlich. Glücklicherweise kann man das Backup auch über eine API erstellen.

Als Erstes ruft man über die grafische Oberfläche von Technitium den Reiter “Administration” auf und klickt dann auf “Greate Token”. Dann wählt man das Benutzerkonto aus, für das für den Token erzeugt werden soll und gibt einen frei definierbaren Namen für den Token ein. Das Benutzerkonto muss die entsprechenden Rechte haben, um ein Backup zu erzeugen. Abschließend klickt am auf “Create”.

Den nun angezeigte Token muss man sich unbedingt notieren, da er kein zweites Mal angezeigt wird.

Nun kann man in eine Script beispielsweise folgenden Befehl ausführen.

wget 'http://192.168.1.2:5380/api/settings/backup?token=XXX&blockLists=true&logs=true&scopes=true&stats=true&zones=true&allowedZones=true&blockedZones=true&dnsSettings=true&logSettings=true&authConfig=true&apps=true' -O technitium-`date +"%Y-%m-%d_%H:%M"`.zip

Anstelle von http://192.168.1.2:5380 muss man die Adresse eingeben über die Technitium erreichbar ist. Und die XXX muss man durch den erzeugten Token ersetzen.

Führt man jetzt diesen Befehl in einem Script aus, wird eine Zip-Datei mit allen Konfigurationen inkl. eventuell installierter Erweiterungen heruntergeladen. Die Datei hat in diesem Beispiel den Dateinamen technitium-2025-08-15_17:08.zip. Also Name, Datum, Uhrzeit.

Wer bestimmte Einstellungen nicht sichern will (wie beispielsweise die Erweiterungen) ersetzt das jeweilige =true mit =false.

13. August 2025

Kürzlich fiel mir auf, dass Medal of Honor: Allied Assault (MoHAA) vom Projekt OpenMoHAA als OpenSource Software (GPL-2.0) nachgebaut wurde. Mit dem kürzlich erschienenen Debian Trixie ist jetzt OpenMoHAA als Debianpaket verfügbar. Da ich MoHAA als Jugendlicher sehr gerne gespielt habe, möchte ich mir natürlich nicht die Gelegenheit entgehen lassen es unter Debian zu spielen.

Spieldaten

Der Nachbau von MoHAA ist zwar frei, die Grafiken und Sounds sind es aber nicht. Um OpenMoHAA spielen zu können, benötigt man also die Daten des Originalspiels. Da ich die Spiel-CD von früher nicht mehr zur Hand habe, habe ich mir MoHAA bei GOG gekauft.

Debianquellen bearbeiten

Da man die unfreien Spieldaten benötigt kann OpenMoHAA nicht über Debian main bereitgestellt werden, sondern befindet sich in contrib. Darum muss man sicher stellen, dass die contrib-Quellen eingebunden sind.

Wenn man das bisherige Format mit /etc/apt/sources.list nutzt, muss man sicherstellen, dass contrib enthalten ist. Die entsprechende Zeile sieht dann z.B. so aus:

deb https://deb.debian.org/debian trixie main contrib non-free-firmware

Nutzt man schon das neue deb822-Format kann man in die entsprechende Datei, z.B. /etc/apt/sources.list.d/debian.sources, bei Components: contrib hinzufügen. Das sieht dann z.B. so aus:

# Modernized from /etc/apt/sources.list
Types: deb
URIs: https://deb.debian.org/debian/
Suites: trixie
Components: main contrib non-free-firmware non-free
Signed-By: /usr/share/keyrings/debian-archive-keyring.gpg

Benötigte Pakete installieren

Nachdem man die Debianquellen bearbeitet hat, aktualisiert man die Quellen:

# apt update

Anschließend kann man die benötigten Pakete installieren:

# apt install game-data-packager openmohaa lgogdownloader

Spieldaten paketieren

Die im vorigen Schritt installierten Pakete game-data-packager und lgogdownloader werden nun genutzt um die Spieldaten herunterzuladen.

Hat man lgogdownloader bisher noch nicht genutzt, muss man sich erst anmelden:

$ lgogdownloader --login

Danach werden Benutzername und Passwort abgefragt und man wird eingeloggt. Danach kann mit dem game-data-packager fortgefahren werden:

$ mkdir -p ~/Games/mohaa
$ cd ~/Games/mohaa
$ game-data-packager mohaa

Spieldaten installieren

Nachdem nun die Spieldaten paketiert sind, können diese installiert werden:

# apt install /home//Games/mohaa/mohaa*.deb

Der Platzhalter ist natürlich durch den entsprechenden Benutzer zu ersetzen.

Spielen

Nun kann man Medal of Honor: Allied Assault, sowie die Erweiterungen Spearhead und Breakthrough spielen und in Erinnerungen schwelgen, oder diese Spiele auch zum ersten Mal genießen. :)

Troubleshooting

Auflösung

Geht es um die Bildschirmauflösung, so merkt man dem Spiel das Alter an. 4:3 hat heute eigentlich kein Monitor mehr. Leider sind die Auswahlmöglichkeiten in den Spieloptionen fest einprogrammiert, deshalb muss man selbst in der Konfigurationsdatei ~/.openmohaa/main/configs/omconfig.cfg anpassen.

Entweder kann man den Parameter r_mode auf -2 setzen und die Zeilen r_customwidth und r_customheight entfernen. Dann sollte das Spiel mit der nativen Auflösung im Vollbild laufen.

Sollte das nicht wie gewünscht funktionieren, so muss man die Auflösung manuell angeben. Dazu muss man den Parameter r_mode auf -1 setzen und mit r_customwidth und r_customheight die gewünschte Auflösung eintragen, z.B.:

seta r_mode "-1"
seta r_customwidth "1920"
seta r_customheight "1080"

BTW

…es gibt auch Pakete namens rtcw und dhewm3 in Debian. Bei ersterem geht es um die Rückkehr zu einer Burg namens Wolfenstein (Return to Castle Wolfenstein) und bei zweitem um die dritte Version des Verhängnis. Diese Spiele lassen sich auch analog zu dem für OpenMoHAA beschriebenen Verfahren installieren. ;)

Update 2026-04-03

Ich habe zusätzlich zur Umschreibung des Namen von RtCW den vollen Namen angegeben, da Return to Castle Wolfenstein vom Index genommen (pdf) wurde.

Seit Jahren habe ich Pi-hole zusammen mit Unbound genutzt. Pi-hole um ungewünschte Werbung, Tracker usw. zu blockieren. Und Unbound als DNS Resolver der bei Pi-hole eingetragen ist. Beide Programme habe ich nun durch Technitium ersetzt.

Bei Technitium handelt es sich um einen richtigen DNS-Server der auch das Blocken von Werbung und anderen Mist unterstützt. Da Technitium darüber hinaus deutlich mehr Funktionen bietet, war ich etwas skeptisch, ob die Konfiguration klappt. Wenn man nur den Funktionsumfang von Pi-hole und Unbound ersetzen will, ist die Installation erstaunlich einfach.

Ich gehe bei der folgenden Anleitung davon aus, dass weder Pi-Hole noch Unbound oder vergleichbare Alternativen aktiv sind und die Internetverbindung funktioniert und Technitium auf einem extra Rechner im LAN installiert wird.

Nachdem man Technitium installiert hat, ruft man die Konfigurationsoberfläche im Browser beispielsweise mit 192.168.1.2:5380 auf. Anstelle von 192.168.1.2 trägt man die IP-Adresse des Rechners ein, auf dem der DNS-Server installiert wurde. Beim ersten Aufruf der Oberfläche muss man ein Passwort für das Administrator-Konto setzen.

Danach öffnet man den Reiter “Zones” und klickt dort auf “Add Zone”. Dann wählt man “Secondary ROOT Zone (RFC 8806)” aus und klickt anschließend auf “Add”. Dies sorgt dafür, dass eine Liste der Root-Nameserver erstellt wird, die für die DNS-Anfragen genutzt werden.

Ist dies erledigt, wählt unter dem Reiter “Settings” den Reiter “Blocking” aus. Im Bereich “Allow / Block List URLs” trägt man eine oder mehrere Listen ein anhand derer die Blockierungen durchgeführt werden und speichert die Änderungen. Unterstützt werden Listen die das Format von Adblock Plus verwenden. Alternativ kann man unterhalb dieses Eingabefelds auch vordefinierte Listen auswählen.

Mehr muss man im Grunde nicht machen. Ich habe aber zusätzlich unter Settings -> Recursion noch “Randomize Name” aktiviert. Vor Randomize Name wird zwar gewarnt, aber auch mit Unbound hatte ich damit noch keine Probleme. Weiterhin habe ich den Eintrag im Reiter “DHCP” gelöscht und somit den Server deaktiviert, da diesen Job aktuell mein Router erledigt.

Abschließend muss man noch bei Clients als DNS-Server die IP-Adresse des Rechners eintragen auf dem Technitium installiert ist. Wer DHCP verwendet, kann auch die Konfiguration (beispielsweise im Router) anpassen.

Was ist nun der Vorteil von Technitium gegenüber Pi-Hole und Unbound? Man muss nur noch einen Dienst betreuen. Zudem bietet Technitium mehr Funktionen. Und ich finde die Oberfläche angenehmer als die von Pi-hole, was aber subjektiv ist. Zudem übersteht der Cache einen Neustart des Servers.

Technitium hat aber auch Nachteile. Es bietet mehr Funktionen, sodass man mehr falsch machen kann, wenn man die Konfiguration weiter anpasst. Zudem ist es ziemlich umständlich eine Domain freizuschalten, die durch eine der verwendeten Listen geblockt wurde. Denn man muss diese manuell im Reiter “Allowed” eintragen. Da es oft nicht leicht ersichtlich ist, welche Domain man freischalten muss, würde ich empfehlen über den Reiter “Apps” die Erweiterung “Query Logs” zu installieren. Hiermit kann man die Log-Dateien filtern und sich beispielsweise nur die geblockten Domains anzeigen lassen. Hier merkt man, dass Technitium und Pi-hole nicht unbedingt die gleiche Zielgruppe haben.

Vermutlich wird sich jetzt der eine oder andere Leser fragen, warum ich beispielsweise nicht DoH verwende, da hiermit die DNS-Anfrage verschlüsselt stattfindet. Zum einen findet eben nur die Anfrage verschlüsselt statt. Der Aufruf der jeweiligen Internetseite hingegen meist nicht (https://huitema.wordpress.com/2021/10/25/to-doh-or-not-to-doh-or-to-encrypt-the-sni/). Zudem muss man dem Anbieter des verwendeten DNS-Servers vertrauen. Für meinen Anwendungsfall halte ich daher einen eigenen DNS-Server bzw. Resolver der die Root-Nameserver direkt abfragt für sinnvoller.

In den letzten Tagen haben einige Medien über eine angeblich hohe CPU-Auslastung auf Grund von KI-Funktionen für die Tab-Gruppen in Firefox berichtet. Das Ganze basierte auf den falschen Behauptungen, die im Rahmen eines Clickbait-Artikels aus dem englischsprachigen Raum verbreitet worden sind. Obwohl mittlerweile bekannt ist, dass die Aussagen nicht stimmen, sucht man Richtigstellungen häufig vergeblich. Dieser Artikel klärt über die fehlerhafte Berichterstattung anderer Medien auf und berichtet, was tatsächlich stimmt.

Die Quelle der falschen Behauptungen

Am 9. August hat das im englischsprachigen Raum populäre IT-Portal Neowin einen Artikel veröffentlicht, in welchem es hieß, dass KI-Funktionen für die Tab-Gruppen angeblich eine hohe CPU-Auslastung verursachten. Mehr noch: Der Artikel nutzte die Überschrift direkt für populistische Aussagen wie angeblichen „KI Bloat“ in Firefox und dass Mozilla „unter Beschuss“ seiner Nutzer stünde. Dies ist bereits die erste sogenannte „Red Flag“, die anderen Medien zwingend hätte auffallen müssen. Ein seriöses Medium würde bei den Fakten bleiben. Bei einer Seite, die ohne Werbeblocker mehr Werbung als redaktionellen Inhalt anzeigt, liegt die Vermutung nahe, worauf Neowin primär abzielt: Es geht um sogenannten Clickbait, sprich die Nutzer durch reißerische Überschriften auf die Website zu locken, um damit die Werbeeinnahmen zu maximieren, nicht um eine neutrale Berichterstattung im besten Sinne der Leser. Anders ist eine solche Herangehensweise nicht zu erklären.

Über angeblichen „Bloat“ und „Beschuss“ der Nutzer

Fakt ist: Der gesamte Artikel beruhte auf Mutmaßungen weniger Nutzer und die einzige Quelle dafür war die Plattform Reddit, die – freundlich formuliert – nicht gerade für Zurückhaltung seiner Nutzer bekannt ist und auf der jeder alles behaupten kann. Wobei man fairerweise sagen muss, dass es gerade für Reddit sogar nur wenige bestätigende Kommentare gab. Das kennt man von anderen Themen auch ganz anders. Von „unter Beschuss“ konnte also beim besten Willen nicht die Rede sein.

Was den vermeintlichen „Bloat“ betrifft: KI-Funktionen sind ein kontroverses Thema. Einige Nutzer reagieren reflexartig und bekommen bereits vom Lesen des Begriffes einen sprichwörtlichen Ausschlag. Andere Nutzer wollen möglichst viele „smarte“ Funktionen in ihrem Browser haben. Und zwischen diesem Schwarz und Weiß gibt es jede erdenkliche Art von Grauton. Mozilla entwickelt mit Firefox ein Produkt für die Massen und muss möglichst viele unterschiedliche Bedürfnisse abdecken, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Aber für ausnahmslos alle KI-Features in Firefox gilt: Sie sind optional. Keinem Firefox-Nutzer wurden jemals KI-Funktionen aufgezwungen. Und für alle, die das wollen, ist es schön, wenn es entsprechende Möglichkeiten gibt. Unabhängig davon, wie man selbst zu bestimmten Funktionen steht (und das gilt ausdrücklich nicht nur für KI-Funktionen, sondern für ausnahmslos alle Funktionen!), sollte man es seinen Mitmenschen gönnen, wenn sie gewünschte Funktionen nutzen können, auch wenn man selbst keinen Bedarf hat.

Um welche Funktion ging es angeblich und wen hätte es überhaupt betroffen? (Spoiler: Keine deutschsprachigen Nutzer)

Tab-Gruppen sind ein relativ neues Feature seit Firefox 137 und waren bis dahin eines der meistgewünschten Funktionen der Firefox-Nutzer, basierend auf Mozillas Community-Plattform Mozilla Connect. Mit Firefox 141 hat Mozilla die Ausrollung von optionalen KI-Funktionen für Tab-Gruppen in Firefox begonnen. Konkret geht es dabei um das Vorschlagen von Namen für Tab-Gruppen sowie anderer geöffneter Tabs für bestehende Tab-Gruppen.

Irritierend an der Berichterstattung im deutschsprachigen Raum ist vor allem auch die Tatsache, dass diese KI-Funktionen für Nutzer mit einem nicht englischsprachigen Firefox standardmäßig überhaupt nicht verfügbar sind und der Umstand, dass das damit den Großteil der Leser überhaupt nicht betrifft, nicht einmal erwähnt worden ist; Anders als auf diesem Blog, wo man darüber bei der Vorstellung der Neuerungen von Firefox 141 informiert worden war.

Aber was ist denn nun die Wahrheit?

Tatsächlich gab es ein Problem mit einer erhöhten CPU-Auslastung und Mozilla hat dieses Problem auch schon untersucht und gelöst. Tab-Gruppen respektive KI-Funktionen für diese hatten damit aber überhaupt nichts zu tun.

Ursache war ein anderes neues Feature, welches die Suche bereits besuchter Websites in der Adressleiste verbessern soll. Ein Nutzer, der beispielsweise die Website nba.com besucht hat, würde diese bisher nicht wiederfinden, wenn er sich nur an den Begriff „Basketball“ erinnert, da dieser Begriff weder in der URL noch im Seitentitel vorkommt. Mit der neuen vektorbasierten Suche würde die Seite trotzdem gefunden werden.

Und wen betrifft das? (Spoiler: Nur wenige Nutzer und mittlerweile niemanden mehr)

Diese Neuerung wurde ebenfalls schrittweise ausgerollt, aber erst für einen ganz kleinen Teil der Nutzer. Voraussetzung hierfür war Firefox 141.0.2 oder höher, Firefox in englischer Sprache, Großbritannien oder Kanada als Region des Anwenders, ein System mit 64-Bit-CPU sowie mindestens 8 GB RAM. Niemand sonst hatte dieses Feature standardmäßig aktiviert.

Die Performance-Probleme waren in den bisherigen Tests, zu denen Mozilla seine Community bereits am 1. Juli eingeladen hatte, nicht gemeldet worden. Nach dem jüngsten Feedback hat sich Mozilla die Probleme angesehen, die Ausrollung umgehend gestoppt und die CPU-Auslastung durch mehrere Maßnahmen drastisch reduzieren können. Ein entsprechender Patch ist auch schon für Firefox 143 gelandet.

Richtigstellungen?

Neowin hat zumindest seinen Artikel um ein Update ergänzt. Dies ist besser als nichts, wenn auch die Veröffentlichung einer ordentlichen Richtigstellung samt Entschuldigung für die Verbreitung von Fehlinformationen angebracht wäre. Auf vielen Seiten, die sich auf den Neowin-Artikel beziehen, findet man nicht einmal das und es werden weiterhin falsche Dinge behauptet. Wer einen solchen Artikel findet, kann nun zumindest auf diesen Artikel verweisen.

Der Beitrag Richtigstellung zur Berichterstattung über angeblich hohe CPU-Auslastung durch KI-Funktionen für Tab-Gruppen in Firefox erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.