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2025 Woche 48

30. November 2025

Die Desktopumgebung KDE hat angekündigt, ab Plasma 6.8 vollständig auf Wayland zu setzen und die Unterstützung für X11 einzustellen. Mit dem Erscheinen dieser Version Anfang 2027 endet damit dort nach rund 30 Jahren die Ära des klassischen X-Fenstersystems.

KDE folgt damit anderen großen Projekten wie GNOME oder Distributionen wie Fedora, die X11 bereits zugunsten von Wayland aufgegeben haben. Erste technische Vorbereitungen erfolgten bereits mit Plasma 6.4, als die X11- und Wayland-Releases von KWin separiert wurden.

Ein kurzer Überblick

Wayland wird seit 2008 entwickelt und verfolgt das Ziel, den in die Jahre gekommenen X-Server abzulösen. Unter X11 versteht man sowohl das zugehörige Netzwerkprotokoll als auch dessen Referenzimplementierung. Als Fenstersystem implementiert X11 eine vollständige Client-Server-Architektur für die Verwaltung grafischer Objekte, die Synchronisation von Eingaben und die Aushandlung von Rendering-Pfaden, wobei es als Bindeglied zwischen Anwendungen, Grafiktreibern und der eigentlichen Display-Hardware fungiert. Das System blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück und entstand in einer Zeit, in der grafische Unix-Desktops noch kaum verbreitet waren.

Diese historische Last führte zu hoher Komplexität im Protokoll und einer sehr großzügigen Vertrauensarchitektur: Viele Komponenten dürfen ohne separate Berechtigungsprüfung auf Eingabe- und Ausgabedaten zugreifen. Genau dieses Modell ist heutzutage ein Sicherheitsrisiko, etwa weil Malware unter X11 vergleichsweise leicht Tastatureingaben auslesen kann.

Wayland setzt deshalb auf ein strengeres Sicherheitsmodell und eine klare Trennung der Zuständigkeiten. Funktionen wie Screencasts oder globale Hotkeys, die Zugriff auf Bildschirm- oder Tastaturdaten benötigen, müssen unter Wayland explizit und prüfbar autorisiert werden. Das macht die Plattform sicherer, aber bringt auch einen Migrationsaufwand für Anwendungen mit sich.

Programme können entweder nativ auf Wayland portiert werden oder die Kompatibilitätsschicht Xwayland nutzen, die X11-Anwendungen unter Wayland lauffähig macht. Beide Wege sind in der Praxis jedoch mit Einschränkungen verbunden, sodass bestimmte Funktionen noch nicht vollständig abgebildet werden. Diese technische Herausforderung erklärt, warum der Wechsel zu Wayland bereits seit über zehn Jahren andauert.

Praktische Auswirkungen

Bei mir ist es speziell die Anwendung OBS für Screencasts, weshalb ich die letzten Jahre bei X11 geblieben bin. Aber auch hier hat sich die Unterstützung für Wayland verbessert.

Die KDE-Entwickler möchten jetzt ihre Arbeit auf Wayland konzentrieren und die doppelte Codebasis der beiden aktuell unterstützten Fenstersysteme reduzieren. Das wird sicherlich gelingen, es wird aber auch eine Umstellung sein, die aufgrund der vielen Sonderfälle ähnlich tiefgreifend wie der Wechsel zu systemd werden kann. Bis dahin ist aber noch gut ein Jahr Zeit.

Am 29.11.2025 hat Solus mit Version 4.8 Opportunity eine neue Veröffentlichung geschafft.



Nach den Unsicherheiten Anfang 2023, als das Solus-Team nicht klar definiert war und der Zugang zur Infrastruktur verloren wurde, gibt es jetzt die dritte stabile Veröffentlichung. Der Name "Opportunity" - Möglichkeit, Chance, (günstige) Gelegenheit - wird seinem Anspruch gerecht. Schauen wir es uns an:

Neue Epoche

Erster Schritt dafür war im Oktober der Wechsel auf eine neue Epoche namens Polaris. So nennt Solus quasi seine "Versionen" an Paketquellen. Dabei wurden einige große Schritte getan, wie das komplette Entfernen von Python2 und damit das Ende des Solus Software Centers und eine neue Version von systemd. Mit dabei wurde der usr-Merge komplett vollzogen.

Aus eigener Erfahrung muss ich sagen: Ich habe davon nichts mitbekommen. Es gab ein Update zur Umstellung und alles lief wie bisher.

Auch wurde das Solus Software Center durch GNOME Software (in GNOME) und KDE Discover (bei allen anderen) ersetzt.

Versionsnummern

Die Neuerungen aus dem Epochen-Wechsel sind natürlich in den ISOs von 4.8 Opportunity bereits eingezogen. Weitere Updates im Überblick:

  • Linux Kernel 6.17.8 oder LTS 6.12.58
  • Mesa 25.2.6
  • Budgie 10.9.4
  • GNOME 49
  • KDE Plasma 6.5, Frameworks 6.19, Gear 25.8
  • Xfce 4.20 (keine Beta mehr)
  • Firefox 145
  • LibreOffice 25.2
  • Thunderbird 140
  • systemd 257.10

Mit dabei ist jetzt standardmäßig Plymouth, was den Ladebildschirm schöner aussehen lässt. Hier wurde festgestellt, dass die Performanz-Einbußen kaum merkbar sind, sodass einer Integration nichts mehr im Wege steht.

KDE Plasma (Blog-Eintrag) und GNOME (Blog-Eintrag) benutzen standardmäßig Wayland. In beiden Systemen sind die entsprechenden X11-Komponenten in extra Pakete ausgelagert. GNOME wird mit der nächsten Veröffentlichung X11 komplett ablegen und auch bei Budgie wird das mit Version 10.10 der Fall sein: Hier soll Labwc als Wayland-Compositor eingesetzt werden, bis der Budgie-eigene Compositor Magpie mit Version 11 einsatzbereit ist. Eine erste Vorschau-Version für Budgie 10.10 gibt es bereits.

In den Repositories gibt es übrigens auch Pakete für Hyprland, Niri und Quickshell, von denen es aber keine ISOs gibt.

Die Pakete libgirepository und libpeas wurden aktualisiert und auf deren ABI umgestellt - bis auf perl-glib-object -introspection, das scheinbar die alte Version noch braucht.

Neue Webseite

Kurz vor der Veröffentlichung hat auch die Webseite eine Verjüngungskur erhalten. Die alte Seite basierte auf einer selbstgebauten Software, die aber ihre Probleme hatte, und damit war nicht einfach zu arbeiten. Die neue Webseite mit Hextra ist einfacher, schneller und besser auch für kleine Bildschirme geeignet. Das gilt auch für die Blogposts, die jetzt ein Inhaltsverzeichnis erhalten haben.

Wer über die wöchentlichen Updates Informationen haben möchte, der kann den Mastodon Account von Solus abonnieren. Es wird hier transparent mit Gründen informiert, auch wenn mal keine Updates kommen.

Fazit

Solus (Plasma) erfreut mich täglich. Es ist eine Desktop-zentrierte Distribution, die mir gezeigt hat, dass Stabilität und Aktualität kein Widerspruch sein müssen. Solus läuft einfach. 🤷‍♂️

Quellen der Bilder: https://getsol.us/2025/11/29/solus-4-8-released/


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29. November 2025

Seit einiger Zeit verwende ich https://github.com/ai-robots-txt/ai.robots.txt auf dieser Internetseite. Ob es wirklich etwas nützt? Schwer zu sagen, aber darum geht es jetzt auch nicht, da das Projekt nur als Beispiel dient.

Bisher habe ich beispielsweise die Datei robots.txt immer manuell aktualisiert. Also den Inhalt von https://github.com/ai-robots-txt/ai.robots.txt/blob/main/robots.txt kopiert und in die robots.txt Datei von fryboyter.de eingefügt. Alles in allem kein großer Aufwand. Ich habe mich aber irgendwann trotzdem gefragt, ob man diesen Vorgang mit https://gohugo.io Hugo nicht automatisieren kann. Kann man. Und zwar mit resources.GetRemote. Das Ganze könnte wie folgt aussehen.

{{ $url := "https://raw.githubusercontent.com/ai-robots-txt/ai.robots.txt/refs/heads/main/robots.txt" -}}
{{ with try (resources.GetRemote $url) -}}
  {{ with .Err }}
    {{ errorf "%s" . }}
  {{ else with .Value }}
    {{- .Content -}}
  {{ else }}
    {{ errorf "Unable to get remote resource %q" $url }}
  {{ end }}
{{- end }}

Wenn man diesen Code in die Datei robots.txt seines Projekts einträgt, wird bei jedem Erzeugen der Internetseite der Inhalt von https://raw.githubusercontent.com/ai-robots-txt/ai.robots.txt/refs/heads/main/robots.txt an entsprechender Stelle eingefügt. Somit erhält man immer die aktuellen Einträge. Was ziemlich praktisch ist. Oder auch nicht.

Denn man sollte es sich aber genau überlegen, ob man Inhalt Dritter einfach so importiert, ohne ihn vorher zu prüfen. Weil Dritte auch Fehler machen. Oder weil es einfach Arschlöcher sind, die schädlichen Code verteilen wollen.

26. November 2025

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 14.0 ein Update für die Android-Version seines E-Mail-Clients veröffentlicht.

Download Thunderbird für Android

E-Mail-Konten können im Menü jetzt über ein Dropdown gewechselt werden. Ansonsten bringt Thunderbird 14.0 eine Reihe von Fehlerkorrekturen und Detail-Verbesserungen unter der Haube, welche sich in den offiziellen Release Notes nachlesen lassen.

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25. November 2025

Mozilla hat Firefox 145.0.2 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 145.0.2

Mit dem Update auf Firefox 145.0.2 behebt Mozilla Probleme, welche vor allem eine Nutzung der chinesischen Suchmaschine Baidu erschwerten. Außerdem wurde eine Webkompatibilitäts-Intervention ausgeliefert, damit auch Firefox-Nutzer Rennen auf Formula1 TV streamen können.

Darüber hinaus gab es eine Korrektur für die Windows UI Automation Barrierefreiheits-Schnittstelle, eine Telemetrie-Korrektur für die Erkennung von Enterprise-Installationen sowie aktualisierte Übersetzungen für eine neue Backup-Funktion, welche bald ausgerollt werden soll.

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24. November 2025

Mit Common Voice stellt Mozilla den weltweit größten öffentlichen Datensatz menschlicher Stimmen bereit – kostenlos und für jeden nutzbar. Mozilla hat Version 23 seines Datensatzes veröffentlicht. Mit 149 neuen Sprachen werden jetzt mehr als doppelt so viele Sprachen unterstützt. Außerdem gibt es ab sofort zusätzliche Datensätze für spontane Sprache.

Der Markt für Spracherkennung wird von den ganz großen Namen kommerzieller Anbieter dominiert: Amazon, Apple, Google, Microsoft. Darum hat Mozilla im Jahr 2017 das Projekt Common Voice gestartet. Mit Common Voice bietet Mozilla eine kostenlose Alternative an, zu der jeder beitragen kann und die jedem zur Verfügung steht. Damit möchte Mozilla Innovation und Wettbewerb in der Sprachtechnologie auf Basis von Maschinenlernen fördern.

149 zusätzliche Sprachen

Mozilla Common Voice war bereits der vielfältigste mehrsprachige Sprachkorpus der Welt. Der nun veröffentlichte Datensatz Common Voice 23 bringt sage und schreibe Unterstützung für 149 neue Sprachen. Damit wurde die Anzahl mehr als verdoppelt. Common Voice unterstützt jetzt 286 Sprachen.

Insgesamt bringt die neue Version 2.105 Stunden zusätzliche Sprachdaten, was zu einer neuen Gesamtzahl von 35.921 Stunden führt. Der deutschsprachige Datensatz ist von 1.476 Stunden auf 1.484 Stunden gewachsen. In Summe waren 20.355 Menschen am deutschsprachigen Datensatz beteiligt.

Spontane Sprache

Parallel zu den bestehenden Datensätzen für geschriebene Sprache, bei denen vordefinierte Sätze vorgelesen werden, baut Mozilla mittlerweile auch Datensätze für sogenannte spontane Sprache auf, um die Stimme auf natürlichere Weise einzubringen. Dabei werden Fragen in eigenen Worten beantwortet und anschließend transkribiert.

Common Voice 23 bringt die ersten Datensätze hierfür und beinhaltet 357 Stunden spontaner Sprache, verteilt auf 51 Sprachen. Speziell der deutschsprachige Datensatz beinhaltet 48 Clips mit einer Gesamtlänge von einer Stunde, beigetragen von zwei Personen.

Zum Download der Mozilla Common Voice Datensätze
Zu Mozilla Common Voice beitragen

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