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2026 Woche 01

4. Januar 2026

Es ist der erste Sonntag im Monat (und des Jahres 2026) und damit Digital Independence Day (di.day). Um kurz zu erklären worum es geht, zitiere ich von der vorstehend verlinkten Seite:

Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Superreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.

…

Alternativlos erscheinen die Angebote von Big Tech nur durch ihre übergroße Sichtbarkeit. Dabei gibt es zu Social-Media-Plattformen, Online-Einkauf oder Videostreaming eine Vielzahl gesellschaftsschonender Alternativen.

Freie Software und Open Source Software bieten jede Menge Alternativen zu den zentralen Diensten kommerzieller Anbieter. Doch nicht jede/r kann oder möchte diese Dienste selbst hosten. Für diese Menschen möchte ich in diesem Beitrag drei tolle Projekte aus Deutschland vorstellen, welche eine Vielzahl von Diensten (kostenlos) für euch zur Nutzung bereitstellen.

adminForge – Self-hosted Open Source Services & Linux Admin Tutorials

Unter der URL https://www.adminforge.de stellt Stefan Giebel (Stand 2025-12-27) auf 19 Servern insgesamt 72 verschiedene Dienste bereit. Und zwar nach eigenen Angaben frei, ohne Tracking, ohne Logging und ohne Werbung. Die verfügbaren Dienste gliedern sich in die Themenbereiche:

  • Netzwerk & Verwaltung
  • Online-Dienste
  • Soziales & Kommunikation
  • Alternative Frontends
  • Büro & Produktivität
  • Datenaustausch
  • Sicherheit & Datenschutz
  • Bildung & Referenz
  • Nachrichten & Lesezeichen
  • Push-Benachrichtigungen
  • Fernarbeit

Eine aktuelle Übersicht aller Dienste findet ihr unter der URL: https://adminforge.de/#services

Ich selbst nutze in 2026 die folgenden Dienste von adminForge:

Stefan bietet diese Dienste kostenlos an. Er freut sich, wenn wir seine Arbeit mit einer Spende unterstützen, was ich gerne tue.

Anoxinon e.V. – für ein gemeinschaftliches Internet

Anoxinon e.V. ist ein Verein, der sich der Förderung von Datenschutz und freier Software durch Bereitstellen von Informationen und alternativen Internetdiensten verschrieben hat. Aktuell stellt der Verein 5 Dienste bereit.

MIt https://social.anoxinon.de/@Tronde bin ich auf der Mastodon-Instanz des Vereins zuhause.

Der Verein finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und ggf. Zuschüsse.

tchncs.de

Seit ca. 2012 betreibt Milan unter tchncs.de Webdienste für die Öffentlichkeit. Das Angebot ist werbefrei und trägt sich durch freiwillige Spenden seiner NutzerInnen.

Am 01.01.2026 habe ich 21 Dienste gezählt, die sich auf die folgenden Kategorien verteilen:

  • Social
  • Collaboration
  • Chat
  • Blog
  • Development
  • Gaming

Aktuell nutze ich keinen der angebotenen Dienste aktiv. Gelegentlich arbeite ich in einem dort gehosteten Cryptpad mit.

Ich finde das großartig und bitte um eure Unterstützung

Privatpersonen und ein Verein stellen hier datensparsame Dienste kostenlos zur Nutzung bereit. Die Dienste, welche ich selbst aus diesem Angebot nutze, empfinde ich als stabil und zuverlässig.

Dafür, dass ich selbst keinen Betriebsaufwand habe, bin ich gerne bereit, diese Projekte durch unregelmäßige Spenden zu unterstützen.

Getreu dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ könnt auch ihr den „Digital Independence Day“ und die drei hier vorgestellten Projekte unterstützen, z.B. indem ihr diesen Beitrag in euren Netzwerken teilt. Damit helft ihr, den Bekanntheitsgrad und potenziell die Anzahl der Spenden zu steigern.

1. Januar 2026

Auf meinem Notebook verwalte ich die Netzwerkverbindungen mit NetworkManager. Gestern wurde mir angezeigt, dass die WLAN-Verbindung eingeschränkt funktioniert. Aber es hat alles funktioniert. Ein Bug?

Nicht wirklich. Einige Distributionen die NetworkManager anbieten, führen Pings auf eine bestimmte Internetadresse aus um die Internetverbindung zu testen. Verwendet werden hierfür beispielsweise die Adressen http://nmcheck.gnome.org/check_network_status.txt und http://static.redhat.com/test/rhel-networkmanager.txt. Oder in meinem Fall http://ping.archlinux.org/nm-check.txt.

Und genau diese Adresse war gestern nicht erreichbar. Somit war die Verbindung gestern für NetworkManager eingeschränkt, obwohl sie es nicht war. Dieser Test ist also nur dann aussagekräftig, wenn die angepingte Internetseite funktioniert.

Wer diesen Test deaktivieren will, kann beispielsweise unter /etc/NetworkManager/conf.d/ die Datei 20-connectivity.conf mit folgendem Inhalt anlegen.

[connectivity]
enabled=false

Wer eine andere Adresse nutzen möchte, kann die gleiche Datei mit folgendem Inhalt anlegen (anstelle von xxx trägt man die gewünschte Adresse ein).

[connectivity]
uri=xxx

31. Dezember 2025

Im Blog thematisiere ich oft Open-Source-Software, aber in der Wissenschaft gibt es ein kleines Geschwisterchen namens Open Access, das ebenso interessant ist. Open Access bedeutet, dass wissenschaftliche Publikationen online frei lesbar sind - idealerweise zusätzlich mit klaren Nachnutzungsrechten wie CC-Lizenzen. Dabei geht es darum, dass der Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten oft durch Bezahlschranken der Verlage eingeschränkt wird. Warum die Rolle der Verlage überhaupt so zustande gekommen ist, hat historische Gründe und ist langjähriger Bestandteil von Diskussionen. Auch hier handelt es sich um ein Geschäftsmodell, das in der analogen Welt seine Berechtigung hatte, sich mit zunehmender Digitalisierung aber immer stärker rechtfertigen - oder gar neu erfinden - muss.

In den vergangenen Jahren nimmt allerdings auch Kritik an den Bezahlschranken zu, zumal viele Forscher, die auf diese Zugänge angewiesen sind, an staatlichen Forschungseinrichtungen arbeiten, die somit sowohl den Zugang zu Forschungsergebnissen als auch die Forschung selbst mit Steuergeld bezahlen müssen. Die oftmals unentgeltliche Tätigkeit für das Peer-Review bleibt hier ganz außen vor. Einige Regierungen und Forschungsförderer haben daher Open-Access-Strategien ins Leben gerufen, die vermehrt Druck auf die Akteure machen. Gerrit hat hierzu auch noch einmal einen kleinen Exkurs geschrieben.

In der Informatik und speziell der IT-Sicherheit haben wir das Glück, vergleichweise wenige Bezahlschranken anzutreffen. Als Beispiel pflegt USENIX traditionell Open Access und viele Papers sind auch auf arXiv in ihren Preprints verfügbar. Generell gibt es auch hier nicht die klassischen Verlage, sondern eher Fachgesellschaften, die mit ihren Bibliotheken und Proceedings der Konferenzen andere Teile querfinanzieren.

Ab dem 1. Januar 2026 werden alle bei der ACM bisher und zukünftig veröffentlichten Publikationen frei zugänglich sein.

Diese Umstellung ist das Ergebnis eines Prozesses, der 2020 angeschoben wurde und seinen ersten Meilenstein im April 2022 hatte, als 50 Jahre Archivinhalte öffentlich verfügbar wurden. Jetzt sind somit alle Inhalte dran.

Die Kosten werden dabei über Publikationsgebühren (APCs) abgedeckt, die typischerweise über Autor bzw. Institution laufen - es sei denn, die Einrichtung ist Teil des ACM-Open-Programms mit einer Pauschalbezahlung. Dieses Programm befreit einerseits von diesen Einzelgebühren und schaltet Komfortfunktionen in der Online-Bibliothek frei.

Wie nun diese Form von Open Access forschungspolitisch aufgenommen wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Jetzt können wir erstmal auch außerhalb von Universitätsbibliotheken den Zugang zu Papers wie The UNIX time-sharing system, Go To Statement Considered Harmful, A method for obtaining digital signatures and public-key cryptosystems oder auch Reflections on trusting trust genießen. In "Reflections on trusting trust" hatte übrigens Ken Thompson schon 1984 Supply-Chain-Attacken vorweggenommen.

In diesem Jahr hat Mozilla seinen Browser Firefox mit Tab-Gruppen sowie vertikalen Tabs um zwei neue Tab-Funktionen erweitert, welche sich von vielen Nutzern gewünscht worden sind. Weitere Verbesserungen der Tabs sind in Vorbereitung: Für den Desktop kommen geteilte Tabs sowie Notizen für Tabs. Firefox für Android bekommt Tab-Gruppen.

Die Möglichkeit, Tabs in Gruppen zu organisieren, war das meistgewünschte Feature der Firefox-Community. Vertikale Tabs als Alternative zur horizontalen Tableiste standen auf Platz 3. Beide Features hat Mozilla in diesem Jahr ausgeliefert. An zwei weiteren Tab-Funktionen für den Desktop arbeitet Mozilla bereits, welche Nutzer einer Nightly-Version von Firefox auch schon testen können.

Geteilte Tabs

Geteilte Tabs beschreiben die Möglichkeit, zwei Tabs gleichzeitig nebeneinander darzustellen. Eine geteilte Ansicht kann ganz einfach über das Kontextmenü eines Tabs erstellt werden. In der zweiten Fensterhälfte steht dann eine Liste aller bereits geöffneten Tabs zur Verfügung. Ansonsten ist natürlich auch eine direkte Eingabe über die Adressleiste oder das Öffnen eines Lesezeichens möglich – ganz gleich, wie man sonst auch Websites öffnet. Oder man wählt direkt zwei Tabs aus und wählt dann den entsprechenden Kontextmenü-Eintrag. Die Breite der jeweiligen Teilfenster kann beliebig verändert werden.

Geteilte Tabs in Firefox

Das Feature ist in der Nightly-Version von Firefox bereits aktiviert. Die dazugehörige Option in about:config heißt browser.tabs.splitView.enabled. Natürlich ist zu bedenken, dass die Implementierung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist.

Tab-Notizen

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, Notizen zu Tabs zu hinterlegen. Auch dies erfolgt über das Kontextmenü eines Tabs. Anschließend zeigt ein zusätzliches Symbol im Tab an, dass es eine Notiz für diesen Tab gibt. Diese wird angezeigt, wenn man mit der Maus über den Tab fährt.

Tab-Notizen in Firefox Tab-Notizen in Firefox

Auch dieses Feature ist in der Nightly-Version von Firefox bereits aktiviert. Die dazugehörige Option in about:config heißt browser.tabs.notes.enabled. Hier ist genauso zu bedenken, dass die Implementierung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist.

Tab-Gruppen für Android

Die anfangs erwähnten Tab-Gruppen wird es in Zukunft auch in Firefox für Android geben. Hier gibt es allerdings noch nichts zu testen, die Arbeiten daran werden mit dem neuen Jahr starten.

Der Beitrag Firefox: Geteilte Tabs und Tab-Notizen kommen für den Desktop, Tab-Gruppen für Android erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

29. Dezember 2025

Vor ein paar Tagen hatte ich den Umzug auf Uberspace 8 angekündigt. Diese ist aktuell abgeschlossen.

Dass es mehrere Tage gedauert hat, lag nicht daran, dass ich zu blöd war. Also nicht nur. Es hat mehrere Domains und Dienste betroffen. Und andere Dinge, wie Weihnachten, waren einfach wichtiger. Daher habe ich die Umstellung auf mehrere Tage verteilt.

Was fryboyter.de betrifft, sollte alles wie gewohnt funktionieren. Nur die Kommentarfunktion habe ich, aufgrund der bisherigen Erfahrungen, komplett entfernt. Wer mir etwas mitteilen will, kann dies weiterhin per E-Mail oder Mastodon machen.

Da sich Uberspace 8 aktuell noch in der Beta-Phase befindet, können demnächst noch Änderungen nötig sein, welche ich möglichst zeitnah durchführen werde. Also meist am Wochenende.

Mit Common Voice stellt Mozilla den weltweit größten öffentlichen Datensatz menschlicher Stimmen bereit – kostenlos und für jeden nutzbar. Mozilla hat Version 24 seines Datensatzes veröffentlicht.

Der Markt für Spracherkennung wird von den ganz großen Namen kommerzieller Anbieter dominiert: Amazon, Apple, Google, Microsoft. Darum hat Mozilla im Jahr 2017 das Projekt Common Voice gestartet. Mit Common Voice bietet Mozilla eine kostenlose Alternative an, zu der jeder beitragen kann und die jedem zur Verfügung steht. Damit möchte Mozilla Innovation und Wettbewerb in der Sprachtechnologie auf Basis von Maschinenlernen fördern.

Mozilla Common Voice 24

Der nun veröffentlichte Datensatz Common Voice Scripted Speech 24 beinhaltet für die deutsche Sprache 1.483 Stunden an Daten und ist 34,53 GB groß. In Summe waren 20.413 Menschen am deutschsprachigen Datensatz beteiligt. Der Datensatz Common Voice Spontaneous Speech 2 für spontane Sprache kommt für Deutsch auf zwei Stunden an Daten und ist 21,96 MB groß, beigetragen von 17 Personen.

Insgesamt deckt Mozilla Common Voice mit der neuen Version, die wieder Unterstützung für drei neue Sprachen bringt, 289 Sprachen mit insgesamt 38.932 aufgenommenen Stunden ab, was Mozilla Common Voice zum vielfältigsten mehrsprachigen Sprachkorpus der Welt macht. Die Anzahl der unterstützten Sprachen für spontane Sprache ist von 58 auf 62 Sprachen gewachsen.

Zum Download der Mozilla Common Voice Datensätze
Zu Mozilla Common Voice beitragen

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