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2026 Woche 15

11. April 2026

Ich habe letztes Jahr bereits beschrieben, wie man Medal of Honor: Allied Assault unter Debian installieren (und spielen 😉) kann. Da mittlerweile Return to Castle Wolfenstein vom Index genommen (pdf) genommen wurde, möchte ich auch für dieses Spiel die Installation beschreiben. Diese Anleitung bezieht sich auf Debian Trixie.

Spieldaten

Iortcw ist zwar frei, die Grafiken und Sounds von RtCW sind es aber nicht. Um Return to Castle Wolfenstein spielen zu können, benötigt man also die Daten des Originalspiels. Ich habe das Spiel während eines Auslandsaufenthalts bei GOG gekauft. In Deutschland wird das Spiel leider (noch?) nicht vertrieben obwohl es nicht mehr auf dem Index ist, weil noch eine USK Alterseinstufung fehlt.

Debianquellen bearbeiten

Da man die unfreien Spieldaten benötigt, kann RtCW nicht über Debian main bereitgestellt werden, sondern befindet sich in contrib. Darum muss man sicher stellen, dass die contrib-Quellen eingebunden sind.

Wenn man das bisherige Format mit /etc/apt/sources.list nutzt, muss man sicherstellen, dass contrib enthalten ist. Die entsprechende Zeile sieht dann z.B. so aus:

deb https://deb.debian.org/debian trixie main contrib non-free-firmware

Nutzt man schon das neue deb822-Format kann man in die entsprechende Datei, z.B. /etc/apt/sources.list.d/debian.sources, bei Components: contrib hinzufügen. Das sieht dann z.B. so aus:

# Modernized from /etc/apt/sources.list
Types: deb
URIs: https://deb.debian.org/debian/
Suites: trixie
Components: main contrib non-free-firmware non-free
Signed-By: /usr/share/keyrings/debian-archive-keyring.gpg

Benötigte Pakete installieren

Nachdem man die Debianquellen bearbeitet hat, aktualisiert man die Quellen:

# apt update

Anschließend kann man die benötigten Pakete installieren:

# apt install game-data-packager rtcw lgogdownloader

Spieldaten paketieren

Die im vorigen Schritt installierten Pakete game-data-packager und lgogdownloader werden nun genutzt um die Spieldaten herunterzuladen.

Hat man lgogdownloader bisher noch nicht genutzt, muss man sich erst anmelden:

$ lgogdownloader --login

Danach werden Benutzername und Passwort abgefragt und man wird eingeloggt. Danach kann mit dem game-data-packager fortgefahren werden:

$ mkdir -p ~/Games/rtcw
$ cd ~/Games/rtcw
$ game-data-packager rtcw

Spieldaten installieren

Nachdem nun die Spieldaten paketiert sind, können diese installiert werden:

# apt install /home//Games/rtcw/rtcw*.deb

Der Platzhalter ist natürlich durch den entsprechenden Benutzer zu ersetzen.

Spielen

Nun kann man Return to Castle Wolfenstein spielen und in Erinnerungen schwelgen, oder diese Spiele auch zum ersten Mal genießen. Fröhliches Nazi-Ballern. 😀

10. April 2026

Meine letzten Debian-Installationen hatte ich per Live install images durchgeführt. Darüber gibt es nichts besonderes zu berichten.
Ich hatte während der Installation als Systemsprache Deutsch ausgewählt. Nach der Installation begrüßte mich mein Xfce in englischer Sprache.
Ich legte die Datei /etc/default/locale an.
sudo nano /etc/default/locale
Ich fügte folgendes ein:

LANG=de_DE.UTF-8
LANGUAGE=de_DE:en
LC_ALL=de_DE.UTF-8

Nach einem Neustart des Systems, sprach mein Debian Xfce Desktop mit mir deutsch.

8. April 2026

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 149.0.2 ein Sicherheits-Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 149.0.2

Mit Thunderbird 149.0.2 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit parallel zu Firefox 149.0.2 eine Reihe von Sicherheitslücken in der Mozilla-Plattform.

Der Beitrag Sicherheits-Update Thunderbird 149.0.2 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Die Alterskontrolle im Internet wird hauptsächlich gesellschaftlich diskutiert. Dabei geraten die Verpflichtungen für freie Betriebssysteme leicht in Vergessenheit.



Heute gibt es keine Podcast-Folge.

Die Alterskontrolle im Internet ist ein heiss diskutiertes Thema. Dabei geht es darum, einen altersgerechten Zugang zu Internet-Diensten und -Inhalten zu gewährleisten. Diese Kontrolle wird gerne mit dem Zugang zu Rauschmitteln im realen Leben verglichen. Kinder sollen keinen Alkohol oder Tabakwaren erwerben können, weil sie selbst diese Schutzfunktionen nicht erbringen können. Aufgrund der Freiheitsrechte werden Erwachsene von dieser Schutzfunktion ausgenommen. Wie ihr seht, geht es bei diesem Aspekt der Alterskontrolle, um gesellschaftliche Fragen.

Bereits am 12. März 2026 hat sich unser CORE-Mitglied Lucas Peters diesem Aspekt in einem Artikel gewidmet. Er beleuchtet kritisch, wie eine Alterskontrolle durchgeführt werden könnte: Personalausweis, Kontrolle anderer Dokumente, KI, Bankkonto oder Videoprüfung. Dabei geht es um die Zugangskontrolle zu potenziell schädlichen Inhalten, nicht nur für Minderjährige, sondern für alle. Was in seinem Artikel nicht erwähnt wird, weil es nicht seine Absicht war, darüber zu schreiben, ist die andere Seite.

Die andere Seite sind die Anbieter, vor deren Diensten, Algorithmen und Inhalten die Bevölkerung geschützt werden soll. Wie wäre es, wenn es nichts gäbe, vor dem man schützen muss? Ohne darauf weiter einzugehen, empfehle ich die Folge 550 von Logbuch Netzpolitik (ab Minute 8:32), in der sich der Diplom-Psychologe Linus Neumann über Social Media Sucht und Altersbegrenzung in gewohnt eloquenter Weise auslässt.

Doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen.

Alterskontrolle im Betriebssystem

In mehreren Staaten werden Gesetze vorbereitet, um die Alterskontrolle in Betriebssystemen verpflichtend zu implementieren. Ein neues Gesetz, das am 1. Januar 2027 im US-Staat Kalifornien in Kraft treten soll, verlangt von allen Betriebssystemanbietern, dass sie bei der Kontoeinrichtung das Alter des Nutzers abfragen. Ähnliche Gesetze liegen in den US-Staaten Colorado und New York vor. Auch in Brasilien und weiteren Ländern sind solche Gesetze in Vorbereitung.

Dabei werden freie Betriebssysteme (Linux, BSD) nicht ausgeschlossen. Bei der Installation, bzw. beim Einrichten des Benutzerkontos, soll das Alter der Nutzerin abgefragt werden. Über einen Systemdienst muss diese Altersangabe an Anwendungen durchgereicht werden, die diese Information verlangen.

Beispiel:

  • Bei der Installation von z. B. Linux Mint wird beim Anlegen des Benutzerkontos das Alter abgefragt. Wie das valide geschehen soll, ist eine Frage, die Lucas im oben erwähnten Artikel behandelt hat. Mit einer Freitext-Eingabe ist das nicht getan: "Ich heisse Methusalem und wurde am 1. Januar 1768 geboren".
  • Diese Information wird im systemd userdb JSON object gespeichert.
  • Nun kann LibreOffice (oder eine andere Anwendung) bei der Installation systemd nach dem Alter fragen und entscheiden, ob die Anwendung für dieses Alter geeignet ist.

An diesem Beispiel seht ihr, wie unsinnig das ist.

Apropos systemd: Karsten Stadermann schreibt auf kalika.de:

Mit der Einführung erweiterter Benutzerattribute hat das systemd-Entwicklerteam um Lennart Poettering eine Infrastruktur geschaffen, die prinzipiell in der Lage ist, sensible personenbezogene Daten zu speichern und zu verarbeiten – darunter auch Altersinformationen. Diese Erweiterung wurde ursprünglich als Unterstützung für kindersichere Systeme und elterliche Kontrollmechanismen beworben, findet jedoch zunehmend Anwendung in völlig anderen Kontexten.

Die technische Realisierung erfolgt über erweiterte JSON-basierte Benutzereinträge, die über das varlink-Protokoll abgefragt werden können. Dies ermöglicht es Anwendungen, Altersinformationen systemweit abzufragen, ohne selbst entsprechende Daten speichern zu müssen. Kritiker warnen jedoch, dass genau diese Zentralisierung ein massives Risiko darstellt: Ein einzelner Angriffspunkt für sensible Daten, der potenziell das gesamte System kompromittieren kann.

Das ist vollkommen übertrieben. Systemd hat lediglich ein weiteres Attribut in die userdb eingefügt, das Alter. Tippt doch mal userdbctl --output=friendly in euer Terminal. Auch ohne euer Alter offenbart die userdb einen perfekten Fingerabdruck. Das Alter macht den Braten nicht fett. Die entscheidende Frage ist, wie und von wem diese Daten genutzt werden können und dürfen.

Was sagen die Distributionen?

Die Datenlage zu dieser Frage ist schwach, da sie bei vielen Projekten zurzeit diskutiert wird. Bisher kann man ein paar Umfaller und einige Standhafte nennen.

Die Zugeneigten:

  • Ubuntu
  • ElementaryOS
  • Fedora
  • Pop!OS

Die Ablehner:

  • Omarchy Linux
  • Adenix GNU/Linux
  • MidnightBSD
  • Artix Linux
  • ZorinOS
  • GrapheneOS

Die Unentschlossenen:

  • Linux Mint
  • Arch Linux
  • NixOS
  • Debian

Eigentlich könnt ihr diese Liste gleich wieder vergessen, weil sich alle Projekte in einer Findungsphase befinden. Es ist viel zu früh, um dazu ein abschliessendes Bild zu präsentieren.

Fazit

Die gesellschaftlichen Aspekte der Alterskontrolle sollte man von den technischen Implikationen trennen. Zurzeit sind die Linux-Distributionen in einer Findungsphase. Es hängt viel von den jeweiligen Jurisdiktionen (Gerichtsbarkeiten) der Distro-Projekte ab. Jede Linux-Distribution hat ihre Jurisdiktion; daraus kann man nicht fliehen.

  • Man kann den lokalen Gesetzen entsprechen.
  • Man kann die Gesetze ignorieren und damit ein Verbot im Land riskieren. Ob das umsetzbar ist, ist eine andere Frage.
  • Man kann die Alterskontrolle intelligent, bzw. dumm (je nach Ansicht) implementieren, um die Nutzer:innen zu schützen.
  • Man kann kreative Auswege finden.

Sicher ist, dass niemand seinen Ausweis vor die Kamera des Linux-Notebooks halten wird.

Titelbild: https://de.wikipedia.org/wiki/Personalausweis_(Deutschland)#/media/Datei:Personalausweis_(2024).png (modifiziert)

Quellen:

Lucas: https://gnulinux.ch/alterskontrolle-im-netz-wie-das

LNP: https://logbuch-netzpolitik.de/lnp550-wes-brot-ich-ess-des-lied-ich-sing

Linus Neumann: https://de.wikipedia.org/wiki/Linus_Neumann

Kalifornien: https://leginfo.legislature.ca.gov/faces/billNavClient.xhtml?bill_id=202520260AB1043

Colorado: https://leg.colorado.gov/bill_files/110990/download

New York: https://www.nysenate.gov/legislation/bills/2025/S8102/amendment/A

Brasilien: https://eurocloud.org/news/article/the-digital-eca-brazils-new-age-verification-framework-and-enforcement-timeline/

Systemd: https://www.kalika.de/posts/systemd-age-verification-linux-kontroverse-2026/

Userdb: https://man.archlinux.org/man/core/systemd/systemd-userdbd.8.en

Pro/Con-Distros: https://itsfoss.com/news/distros-response-age-verification-laws/


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7. April 2026

Mozilla hat Firefox 149.0.2 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion. Außerdem wurden zahlreiche Sicherheitslücken geschlossen.

Download Mozilla Firefox 149.0.2

Mozilla hat Firefox 149.0.2 für Windows, macOS und Linux veröffentlicht. Firefox 149.0.1 wurde für die genannten Plattformen übersprungen, da diese Versionsnummer einem Android-Update vorbehalten war.

Mit Firefox 149.0.2 behebt Mozilla zahlreiche Sicherheitslücken. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update daher für alle Nutzer empfohlen.

Das Update bringt Unterstützung für zwei neue Unternehmensrichtlinien. Eine neue Richtlinie dient zum Aktivieren und Deaktivieren von KI-Funktionen in Firefox, die andere Richtlinie zum Deaktivieren der kostenlosen VPN-Integration in Firefox. Beide neuen Richtlinien werden von der neuesten Version des Enterprise Policy Generators bereits unterstützt. Behoben wurde der Fehler, dass die Unternehmensrichtlinie zum Setzen der Startseite nicht mehr direkt nach dem Starten von Firefox funktionierte.

Mit der Neugestaltung der Fehlerseiten in Firefox 149 hatten manche Fehlerseiten nicht länger den spezifischen Fehlercode angezeigt. Dies wurde korrigiert.

Die Option, Tabs über den Reiter „Offene Tabs” des Bildschirms „Firefox View” an ein anderes Gerät zu senden, funktionierte nicht mehr.

Mögliche Darstellungsprobleme nach der Wiedergabe von Videos wurden behoben.

SVG-Favicons wurden in in der Sidebar für synchronisierte Tabs nicht länger dargestellt.

Unter Linux konnte es unter bestimmten Umständen vorkommen, dass die Firefox-Oberfläche nicht mehr auf Klicks reagierte.

Darüber hinaus wurden mehrere Webkompatibilitäts-Probleme behoben.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 149.0.2 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

6. April 2026

Die Distribution CachyOS ist einfach zu installieren und läuft sehr schnell. Bei der Paketverwaltung gibt es Licht und Schatten. Hier lest ihr, wie es besser geht.



Wer hier regelmässig mitliest, weiss, dass ich CachyOS auf einem alten i5-Notebook zu Testzwecken installiert habe. Mit dieser Arch-basierten Distribution haben wir uns bereits in mehreren Artikeln beschäftigt. Dafür gab es mehrere Gründe:

  • Interesse am Distro-Hopping
  • Eine Alternative für Manjaro finden (falls das überhaupt nötig ist)
  • Wie gut eignen sich Arch-basierte Distros für Einsteiger und Fortschrittene?
  • Ist CachyOS sauschnell? Ja, ist es!

Mein besonderes Interesse galt der Paketverwaltung bei den Arch-Ablegern, weil ich das bisher als Manko empfunden habe. Was nützt mir ein optimierter Kernel und auf Leistung kompilierte Pakete, wenn die Paketverwaltung ein Krampf ist? Ich möchte betonen, dass es mir nicht um die Arch-Profis geht, die alle Pacman-Befehle im Schlaf aufsagen können, sondern um die durchschnittlichen Anwender:innen.

Wie ihr hier nachlesen könnt, ist die Installation von CachyOS dank des Calamares-Installers sehr einfach. Generell gilt das für alle Arch-Derivate, also auch für EndeavourOS, Manjaro und für Arch selbst, dank des neuen Arch-Installers 4.0. CachyOS überzeugt nicht nur mit seiner einfachen Installation und der Geschwindigkeit, sondern auch durch die Welcome-Anwendung, die eine gute Einführung in die Distribution und ihre Systemwerkzeuge bietet.

Womit CachyOS, EndearvourOS und Arch Linux gar nicht überzeugen, ist das Paketmanagement. Was heisst das:

  • Unterstützung von verschiedenen Paketformaten in einer Anwendung
  • Präsentation der verfügbaren Anwendungen
  • Installation und Deinstallation von Anwendungen
  • Information über Updates
  • Durchführen der Updates

Die oben genannten Distributionen bieten ein halbgares Sammelsurium von verschiedenen Werkzeugen, die dem heutigen Anspruch an eine Paketverwaltung nicht gerecht werden. Bei CachyOS gibt es eine Update-Benachrichtigung, die mir grundsätzlich gut gefällt:

Diese Benachrichtigung ist standardmässig aktiviert in der Welcome-App "CachyOS Hello" und dort unter "Apps/Tweaks" bei "Cachy Update aktivieren". Dahinter steckt die Datei "arch-update-tray.desktop" im Ordner "~/.config/autostart". Leider fehlt bei CachyOS die Liebe zur Desktop-Umgebung. Wie ihr seht, habe ich mich bei der Installation für den GNOME-Desktop entschieden. Wie ihr vielleicht wisst, unterdrückt GNOME Systray-Icons, weshalb ihr zwar eine Benachrichtigung über anstehende Updates erhaltet, aber nichts damit machen könnt. Die Benachrichtigung erscheint und ist gleich wieder weg.

Um das zurechtzurücken, sind zwei Aktionen notwendig, auf die man nicht ohne mittlere Kenntnisse kommt:

  1. Den richtigen Erweiterungs-Manager installieren (den blauen, nicht den grünen)
  2. Die Erweiterung AppIndicator and KStatusNotifierItem Support installieren

Danach erscheint das Icon für den Cachy-Updater im Systray. Dort werden anstehende Updates aufgeführt, die man mit "Nach Updates suchen" aktualisieren kann. Mit einem Klick auf "Cachy-Update ausführen" rennt ein Skript im Terminal los:

Der Cachy-Updater kümmert sich nur um die nativen Pakete aus den Cachy-Repositories, welche auf den Arch-Repositories aufbauen. Wer zusätzlich Flatpaks, Snaps oder AppImages verwendet, darf hier nichts erwarten. Und nein, ich möchte jetzt nicht diskutieren, ob zusätzliche Paketformate sinnvoll sind.

In der vergangenen Woche habe ich Shelly als Paketmanager für CachyOS vorgeschlagen. Was zunächst gut aussah, möchte ich jetzt nicht mehr empfehlen. Der Grund dafür liegt nicht in der Funktionalität, sondern in einem Darstellungsfehler, den ich erst seit heute bemerke:

Das Shelly-Fenster lässt sich (horizontal) nicht skalieren, weshalb es rechts und links über den Desktop hinausragt. Generell verhält sich die Shelly-Anwendung bockig, wenn es um die Fenstergrösse geht. Daher: "sudo pacman -R shelly", um Shelly zu entfernen.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Wie ihr wisst, halte ich Manjaros Pamac für den besten Paketmanager für Arch-basierte Distributionen, wenn es um die Erfüllung der ganz oben genannten Kriterien geht. Bisher dachte ich, dass die Installation von Pamac unter Arch-Derivaten nur über das AUR-Paket möglich ist, was ich nie verstanden habe. Ich vermeide AUR-Pakete so gut wie möglich, sind sie doch ein Hauptgrund für Probleme, die man bei Arch haben kann. Ein AUR-Paket ist nicht besser als eine Windows-EXE, die man von irgendwo herunterlädt und installiert.

CachyOS verwendet nicht die originalen Arch-Repositories, sondern pflegt eigene Kopien mit rekompilierten und zusätzlichen Paketen, ähnlich wie bei Manjaro. Zu meiner Überraschung ist Pamac in den Cachy-Repos enthalten, weshalb man es ganz einfach mit "sudo pacman -S pamac" installieren kann.

Wie gut das funktioniert, kann ich noch nicht sagen. Nach einem Neustart meldet der Cachy-Updater sogleich ein neues Paket, während Pamac noch nichts davon weiss. Ich werde die Sache weiterhin beobachten. Wie gut ein Paketmanager funktioniert, kann man erst nach ein paar Wochen sagen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Fazit

CachyOS ist einfach zu installieren, ist sehr schnell und hat Defizite bei der benutzerfreundlichen Paketverwaltung. Der Cachy-Updater funktioniert grundsätzlich gut, falls man ihn an die Desktop-Umgebung angepasst hat, damit er überhaupt läuft. Als vollständige Paketverwaltung lässt sich Pamac nativ (ohne AUR) installieren. Ob und wie gut dieses Zusammenspiel im täglichen Einsatz funktioniert, wird sich zeigen. Ich bin zuversichtlich.

Doch was sich auch zeigt, ist, dass eine technisch tolle Distribution, noch lange keine benutzerfreundliche Distribution ist.

Titelbild: Eigener Screenshot und https://cachyos.org/_astro/logo.DuMERIP6_1ySvN2.svg

Quellen: im Text


GNU/Linux.ch ist ein Community-Projekt. Bei uns kannst du nicht nur mitlesen, sondern auch selbst aktiv werden. Wir freuen uns, wenn du mit uns über die Artikel in unseren Chat-Gruppen oder im Fediverse diskutierst. Auch du selbst kannst Autor werden. Reiche uns deinen Artikelvorschlag über das Formular auf unserer Webseite ein.