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17. Januar 2024

Firefox 122 unterstützt die Authentifizierung auf Websites mittels sogenannter Passkeys und damit ohne Passwort.

Sogenannte Passkeys versprechen eine komfortable und zugleich sichere Anmeldung auf Websites und das ganz ohne Passwort. So kann die Authentifizierung zum Beispiel über den Fingerabdrucksensor, das Smartphone oder einen externen Sicherheitsschlüssel erfolgen. Einen guten und detaillierteren Überblick über das Konzept der Passkeys kann man sich hier verschaffen.

Mit Firefox 122 ergänzt auch Mozilla die Unterstützung von Passkeys in seinem Browser, welche von immer mehr Websites unterstützt werden. Firefox 122 erscheint am kommenden Dienstag, den 23. Januar 2024.

Passkey-Unterstützung in Firefox

Der Beitrag Firefox 122 unterstützt Authentifizierung über Passkeys erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

16. Januar 2024

Firefox Monitor ist ein kostenloser Dienst von Mozilla, welcher Nutzer überprüfen lässt, ob deren Benutzerkonten im Web in der Vergangenheit Teil eines bekannten Datendiebstahls waren. Am 6. Februar geht die neue Website inklusive auf Mozilla Monitor geändertem Namen sowie die Mozilla Monitor Plus genannte Premium-Version in den USA online.

Bereits im April 2023 hatte ich exklusiv darüber berichtet, dass Mozilla an einer Premium-Version von Firefox Monitor arbeitet. Einen Monat später folgten Informationen über das Haupt-Feature der geplanten Premium-Version, einen weiteren Monat später gab ich einen ersten Ausblick auf die neue Website. Schließlich berichtete ich im Oktober über die bevorstehende Umbenennung von Firefox Monitor zu Mozilla Monitor. Die Domain wurde bereits vor wenigen Wochen umgestellt.

Das ist Mozilla Monitor

Mozillas kostenfreier Dienst Mozilla Monitor zeigt nach Eingabe einer E-Mail-Adresse an, ob diese Teil eines bekannten Datendiebstahls in der Vergangenheit war. Neben dem Zeitpunkt des Diebstahls und dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens wird auch angegeben, welche Daten gestohlen worden sind, zum Beispiel E-Mail-Adressen, Benutzernamen oder Passwörter. Darüber hinaus nennt Mozilla Monitor allgemeine Tipps, welche man in Betracht ziehen sollte, wenn man von einem Datendiebstahl betroffen ist.

Neuer Name und Website ab dem 6. Februar 2024

Nach aktueller Planung wird Mozilla am 6. Februar 2024 auch das Branding offiziell auf Mozilla Monitor umstellen und mit der neuen Website online gehen. Die bisher verfügbare Funktionalität wird auch weiterhin kostenlos zur Verfügung stehen. Außerdem kann das neue Premium-Feature getestet werden, welches im folgenden Abschnitt beschrieben wird.

Mozilla Monitor Plus in den USA

In den USA wird Mozilla Monitor Plus an den Start gehen. Damit wird ein Dienst integriert, welcher persönliche Informationen von über 190 Personen-Suchmaschinen entfernt – einer laut Mozilla 240 Milliarden Dollar schweren Industrie, welche mit der Bildung von Profilen und dem Verkauf dieser Daten Profit generiert.

Auch Nutzer der kostenlosen Version von Mozilla Monitor können ihre Daten einmalig überprüfen lassen. Für Nutzer von Mozilla Monitor Plus erfolgt eine monatliche Überprüfung – immerhin könnten diese Seiten ja jederzeit wieder neue Informationen hinzufügen. Außerdem kann Mozilla Monitor Plus automatisch die Entfernung von diesen Seiten in die Wege leiten, während Nutzer der kostenlosen Version beim einmaligen Check zwar gesagt bekommen, wo ihre Daten zu finden sind, die Entfernung aber manuell bei den jeweiligen Websites beantragen müssen.

Da Mozilla hierfür auf die Dienste von OneRep setzt, welche ausschließlich in den USA aktiv sind, ist mit keiner zeitnahen Ausrollung in weiteren Ländern zu rechnen – sofern OneRep selbst keine Expansions-Pläne verfolgt. Sollte der Dienst in den USA gut angenommen werden, ist natürlich nicht auszuschließen, dass sich Mozilla mittelfristig nach vergleichbaren Lösungen auch für andere Länder umsehen wird.

Der Beitrag Mozilla Monitor: Neuer Name, Website und Premium-Launch am 6. Februar erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Ich habe die letzten Tage damit verbracht, eigene kleine Extensions für quarto zu schreiben und bei Github zu veröffentlichen. Vielleicht ist ja für den einen oder die andere eine passende Extension dabei…

Quarto Letter

Mit dieser Extension könnt ihr Briefe mittels Quarto erstellen. Vorlage dieser Extension war mein Blogeintrag vom 12.09.2022.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/quarto-letter

Quarto Invoice

Diese Extension beruht auf der quarto-letter-Vorlage (s.o.) und erzeugt Rechnungen.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/quarto-invoice

Publikationsliste

Diese Extension erzeugt eine Publikationsliste anhand einer BibTeX-Datei. Vorlage für diese Extension war mein Blogeintrag vom 19.04.2021.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/publicationlist

Quarto CV

Diese Extension ist eine Erweiterung der Publikationsliste. Hierbei wird ein hübsches Lebenslaufdokument erstellt, wobei die Möglichkeit besteht, eine (oder mehrere) Publikationslisten hinzuzufügen.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/quarto-cv

Quarto Timer

Mit dieser Extension lassen sich Countdown-Timer in Folien (oder HTML-Dokumenten) einbauen. Sie beruht auf meinem Blogpost vom 04.01.2024.

Ihr könnt den Timer einbinden über:

quarto add produnis/quarto-timer

HSNR revealjs

Dies ist meine Vorlage für revealjs-Folien im Design meiner Hochschule (HSNR). In dieser Extension ist der “Timer” bereits enthalten.

Ihr könnt die Vorlage benutzen über:

quarto use template produnis/hsnr-revealjs

Quarto cert

Diese Extension erstellt Teilnehmerzertifikate.

Ihr könnt die Vorlage benutzen über:

quarto use template produnis/quarto-cert

Quarto Cheatsheet

Mit dieser Extension könnt ihr “Cheatsheets” (Spickzettel) erstellen, zum Beispiel zur Prüfungsvorbereitung oder, um Tastenkombinationen oder git-Befehle zusammenzustellen.

Ihr könnt die Vorlage benutzen über:

quarto use template produnis/quarto-cheatsheet

Weblinks


Diskussion per Matrix unter https://matrix.to/#/#produnis-blog:tchncs.de

 

Ich habe die letzten Tage damit verbracht, eigene kleine Extensions für quarto zu schreiben und bei Github zu veröffentlichen. Vielleicht ist ja für den einen oder die andere eine passende Extension dabei…

Quarto Letter

Mit dieser Extension könnt ihr Briefe mittels Quarto erstellen. Vorlage dieser Extension war mein Blogeintrag vom 12.09.2022.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/quarto-letter

Quarto Invoice

Diese Extension beruht auf der quarto-letter-Vorlage (s.o.) und erzeugt Rechnungen.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/quarto-invoice

Publikationsliste

Diese Extension erzeugt eine Publikationsliste anhand einer BibTeX-Datei. Vorlage für diese Extension war mein Blogeintrag vom 19.04.2021.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/publicationlist

Quarto CV

Diese Extension ist eine Erweiterung der Publikationsliste. Hierbei wird ein hübsches Lebenslaufdokument erstellt, wobei die Möglichkeit besteht, eine (oder mehrere) Publikationslisten hinzuzufügen.

Um die Vorlage zu verwenden tippt ihr ins Terminal:

quarto use template produnis/quarto-cv

Quarto Timer

Mit dieser Extension lassen sich Countdown-Timer in Folien (oder HTML-Dokumenten) einbauen. Sie beruht auf meinem Blogpost vom 04.01.2024.

Ihr könnt den Timer einbinden über:

quarto add produnis/quarto-timer

HSNR revealjs

Dies ist meine Vorlage für revealjs-Folien im Design meiner Hochschule (HSNR). In dieser Extension ist der “Timer” bereits enthalten.

Ihr könnt die Vorlage benutzen über:

quarto use template produnis/hsnr-revealjs

Quarto cert

Diese Extension erstellt Teilnehmerzertifikate.

Ihr könnt die Vorlage benutzen über:

quarto use template produnis/quarto-cert

Quarto Cheatsheet

Mit dieser Extension könnt ihr “Cheatsheets” (Spickzettel) erstellen, zum Beispiel zur Prüfungsvorbereitung oder, um Tastenkombinationen oder git-Befehle zusammenzustellen.

Ihr könnt die Vorlage benutzen über:

quarto use template produnis/quarto-cheatsheet

Weblinks

15. Januar 2024

Parch Linux ist eine Open-Source, Arch-basierte Linux-Distribution, die versucht, hübsch, einfach zu bedienen, leicht, schnell und stabil zu sein. Ich habe die aus dem Iran stammende Distro kurz ausprobiert.

Die Distribution beschreibt sich selbst wie folgt:

Parch Linux ist eine auf Arch basierende Open-Source-Linux-Distribution mit dem Ziel, ein benutzerfreundliches und ästhetisch ansprechendes Computererlebnis zu bieten und gleichzeitig ein leichtgewichtiges, schnelles und stabiles Betriebssystem zu erhalten. Verwurzelt in der robusten Grundlage von Arch Linux, erbt Parch Linux dessen bekannte Stabilität und Leistung, um eine reibungslose und zuverlässige Benutzererfahrung zu gewährleisten.

Parch Linux zeichnet sich vor allem durch seinen benutzerzentrierten Ansatz aus, der sich sowohl an Anfänger als auch an erfahrene Linux-Benutzer wendet. Das intuitive grafische Installationsprogramm vereinfacht den Installationsprozess und macht ihn auch für Linux-Neulinge zugänglich. Darüber hinaus bietet Parch Linux eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an vorinstallierten Anwendungen, darunter wichtige Tools für Produktivität, Web-Browsing, Multimedia-Genuss und vieles mehr, sodass eine umfangreiche Konfiguration nach der Installation nicht erforderlich ist.

Um seine Attraktivität weiter zu steigern, bietet Parch Linux eine Auswahl an Desktop-Umgebungen, darunter GNOME, KDE Plasma, XFCE und Cinnamon, die es dem Benutzer ermöglichen, sein Computererlebnis nach seinen Vorlieben zu gestalten. Jede Desktop-Umgebung bietet einen einzigartigen visuellen Stil und eine Reihe von Funktionen, sodass die Benutzer diejenige auswählen können, die am besten zu ihren Bedürfnissen und Arbeitsabläufen passt.

Unter seinem benutzerfreundlichen Äusseren nutzt Parch Linux die Leistungsfähigkeit des Pacman-Paketmanagers von Arch Linux, der für seinen Umfang und seine Benutzerfreundlichkeit bekannt ist. Mit einem riesigen Repository an Softwarepaketen, die sofort verfügbar sind, können Benutzer die Fähigkeiten von Parch Linux mühelos erweitern, um ihren spezifischen Anforderungen gerecht zu werden.

Parch Linux schafft ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Benutzerfreundlichkeit, Ästhetik und Leistung und ist damit die ideale Wahl für alle, die ein nahtloses und angenehmes Linux-Erlebnis suchen, ohne dabei Kompromisse bei Stabilität oder Flexibilität einzugehen. Das persische Erbe, das sich in seinem Namen widerspiegelt, verleiht der Identität der Distribution einen Hauch von kulturellem Reichtum.

Hinter Parch Linux steht ein 16-köpfiges Team um den 18-jährigen Gründer Sohrab Behdani aus dem Iran. Ohne es geprüft zu haben, gehe ich davon aus, dass das Team überwiegend oder vollständig ebenfalls aus dem Iran stammt. Diese Herkunft möchte ich nicht werten, sondern zu eurer Information erwähnen.

Parch gibt es in den Geschmacksrichtungen GNOME, KDE-Plasma, Xfce und Cinnamon. Diese Auswahl gefällt mir; nicht zu viele Desktop-Umgebungen, aber sehr populäre. Für einen Schnelltest habe ich das Xfce-ISO-Image von der Projektseite heruntergeladen und in der virtuellen Maschine GNOME-Boxes ausprobiert. Nach dem Booten präsentiert sich Parch so:

Nach einem Klick auf Install Parch legt das Installationsprogramm Calamares los. Als Dateisystem wird ext4 ohne Swap ausgewählt. Alternativ gibt es btrfs, f2fs, jfs, reiser und xfs zur Auswahl. Calamares wurde ein wenig umgestaltet und richtet sich auch an Einsteiger:innen. Der Installationsprozess ist der kürzeste und einfachste, den ich je bei einer Arch-basierten Distribution gesehen habe. Nach Abschluss der Installation und einem Reboot präsentiert sich Parch mit der Xfce-Oberfläche so:

Was auffällt ist:

  • Als Standard wurde das dunkle Theme Nordic-bluish mit einer blauen Accent-Farbe gewählt.
  • Die Anzahl vorinstallierter Anwendungen hält sich Grenzen; so ist keine Office-Suite vorinstalliert.
  • Das Xfce-Panel wurde an den linken Rand gesetzt (was Platz spart) und schön konfiguriert ist.
  • Die vorinstallierten Anwendungen sind spartanisch, wenn nicht gar etwas erratisch:
    • Webbrowser: Firefox
    • Office: nichts, nicht einmal ein E-Mail-Programm oder ein Taschenrechner
    • Xfce-Standard-App: Thunar (Dateien), Ristretto (Bilder), Parole (Filme), Mousepad (Editor), usw.
  • Anwendungsmenü: Whisker
  • Passwort-Manager: KeePassXC
  • und weitere Werkzeuge

Für meinen Geschmack hat das Parch-Team sehr viel richtig gemacht. Selbst Xfce sieht schön aus und wurde sinnvoll konfiguriert. Die Software-Auswahl orientiert sich überwiegend an den Standard-Anwendungen des Xfce-Desktops, was gut und richtig ist. Dass kein E-Mail-Programm und keine Office-Suite installiert ist, kann ich auch nachvollziehen. Aber warum gibt es keinen Taschenrechner? Die grösste Chance hat das Parch-Team jedoch beim Paketmanagement vergeben. Wer den Anspruch hat, eine Arch-basierte Distro zu bauen, die Anfängern gerecht wird, sollte eine umfassende Softwareverwaltung mitinstallieren. Weder Einsteiger:innen noch Fortgeschrittene wollen pacman verwenden. Dabei steht mit pamac eine überzeugende Lösung bereit, insbesondere wenn es um die Integration anderer Paketformate geht (Flatpak, Snap).

Was mir fehlt:

  • Plymouth für ein ansprechendes Starterlebnis
  • Pamac für eine zeitgemässe Softwareverwaltung (gerne mit Flatpak-Unterstützung)
  • Vorinstallierte Anwendungen, die sich mehr an den Grundbedürfnissen der Nutzer:innen orientieren.

Fazit

Parch Linux ist eine weitere Arch-basierte Distribution, die diese Ziele für ihre Nutzergruppe verfolgt: hübsch, einfach, leicht, schnell und stabil. Nach meiner Meinung hat das Parch-Team diese Ziele erreicht. Es fehlt jedoch ein Ziel, nämlich "zielgruppengerecht". Damit meine ich die Auswahl der vorinstallierten Anwendungen (das geht noch besser) und das Fehlen einer "zielgruppengerechten" Paketverwaltung, und das ist nicht pacman. Persönlich sehe ich in Parch Linux viel Potenzial; das Team aus dem Iran hat sich Mühe gegeben, eine Einsteiger-freundliche Distro zu bauen. Falls mich heute ein Einsteiger oder eine Einsteigerin nach einer Empfehlung für eine rollende Distribution fragen würde, wäre Parch Linux unter den Favoriten.

Quelle: https://parchlinux.com/


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Das Jahr 2024 ist nun schon zwei Wochen alt. Dennoch möchte ich noch einen Blick zurückwerfen und mich erinnern, wie das Jahr 2023 für meinen Blog verlaufen ist.

In 2023 wurden auf My-IT-Brain insgesamt 45 Artikel veröffentlicht. Dies sind 16 mehr als in 2022 und 14 mehr als in 2021. Jeden Monat sind mindestens zwei Artikel veröffentlicht worden.

Die Themen waren dabei wieder bunt gemischt. Allein Artikel über die Red Hat Enterprise Linux (RHEL) System Roles zogen sich wie ein roter Faden durch den Blog. Welche Artikel haben denn euch am besten gefallen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Ich hoffe, es war für jeden von euch etwas Interessantes mit dabei und ihr folgt diesem Blog auch in 2024. Ihr könnt mir auch gerne Anregungen in die Kommentare schreiben, welche Themen ihr hier gerne behandelt sehen wollt. Vielleicht greife ich ja einige davon auf.

Und nun aber auf in ein spannendes Jahr 2024!

10. Januar 2024

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 115.6.1 ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 115.6.1

Mit dem Update auf Thunderbird 115.6.1 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Eine Authentifizierung über OAuth2 wird jetzt auch für comcast.net understützt. Außerdem wurden mehrere Probleme behoben, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

Der Beitrag Thunderbird 115.6.1 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

9. Januar 2024

Mozilla hat Firefox 121.0.1 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 121.0.1

Mit dem Update auf Firefox 121.0.1 behebt Mozilla ein Problem, welches verursachte, dass ein USB-Sicherheitsschlüssel von anderen Anwendungen nicht mehr verwendet werden konnte, nachdem dieser zuvor während einer Firefox-Sitzung verwendet wurde.

Ein Problem, bei dem bei Websites mit spaltenbasierten Layouts unter bestimmten Umständen nicht mit der Website interagiert werden konnte, wurde behoben.

Ein Video mit abgerundeten Ecken, welches über einem anderen Video lag, hatte keine abgerundeten Ecken mehr angezeigt.

Ein unerwarteter Zeilenumbruch in einigen CJK-Kontexten (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch) wurde behoben, der durch Änderungen bei der Behandlung von ideographischen Leerzeichen verursacht wurde.

Behoben wurde außerdem eine mögliche Absturzursache bei Programmstart im „Headless“-Modus sowie eine mögliche Absturzursache des Default Browser Agent Hintergrund-Tasks unter Windows und eine mögliche Absturzursache, welche beim Debugging auftreten konnte.

Auf der Standard-Startseite von Firefox kann Mozilla gesponserte Verknüpfungen jetzt auch auf anderen Positionen anzeigen.

Für Nutzer englischsprachiger Sprachversionen experimentiert Mozilla für Nutzer, die derzeit nicht mit einem Mozilla-Konto in Firefox angemeldet sind, damit, bei Klick auf die Schaltfläche mit dem Avatar die Synchronisation, Firefox Monitor, Firefox Relay sowie das Mozilla VPN in einem Menü darzustellen, statt direkt die Login-Seite für das Mozilla-Konto zu öffnen.

Mozilla-Konto Button

Außerdem gab es noch einen Fix für die Fakespot-Integration, mit der Mozilla in den USA experimentiert.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 121.0.1 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

  1. Experiment: Pixel Tablet als Notebook-Ersatz
  2. Google Pixel Tablet als Notebook-Ersatz: Die Hardware
  3. Google Pixel Tablet als Notebook-Ersatz: Erste Erfahrungen

In meinem persönlichen Jahresrückblick hatte ich bereits über die Überlegungen berichtet, mein Notebook zugunsten eines Pixel Tablet zu ersetzen. Ich bin selbst noch nicht ganz davon überzeugt, aber möchte es gerne mal ausprobieren.

Die Überlegung basiert auf zwei komplementären Beobachtungen:

  1. Ich habe beruflich mindestens einmal im Jahr mit größeren Gruppen von Studierenden zu tun. Dabei stelle ich seit einiger Zeit fest, dass immer weniger klassische Laptops verwendet werden und immer mehr mit Tablets kommen. Manche Leute reagieren darauf mit einer mürrischen „Junge-Leute-haben-keine-Ahnung“-Attitüde. Ich selbst hinterfrage durch solche Erfahrungen immer wieder mein eigenes Nutzungsverhalten. Brauche ich wirklich ein Notebook oder bin ich es nur gewohnt?
  2. Ich habe mir einen All-in-One-PC für zu Hause gekauft. Mein Notebook liegt so viel ungenutzt herum, dass vor kurzem sogar der komplette Akku leer war, ohne dass ich es gemerkt habe. Das hat zwei Nebeneffekte. Erstens sinkt mein Anspruch an das mobile Gerät, weil ich vieles nur noch auf meinem großen PC erledige und die Daten auch nicht mehr synchronisiere. Zweitens entsteht ein gewisses Missverhältnis zwischen dem Pflegeaufwand einer Linux-Installation und dem Nutzen. Hier werden wieder einige mit den Augen rollen, aber keine Linux-Installation ist so wartungsarm wie mein GrapheneOS auf dem Smartphone.

Das finanzielle Risiko dieses Experiments war für mich tragbar, da wir uns sowieso ein Tablet für den Urlaub etc. anschaffen wollten. Schließlich nehme ich mein Notebook nicht mit in den Urlaub, um Touren zu planen. Mit dem Smartphone wird uns das schnell zu „fummelig“. Wenn das Experiment also scheitert und ich weiterhin ein vollwertiges Notebook brauche, dann wird das Google Pixel Tablet nur noch für solche Dinge zum Einsatz kommen. Ohne dieses Experiment hätte ich mir aber wahrscheinlich ein günstigeres iPad aus dem Vorjahr gekauft.

Das Pixel Tablet hat eher durchwachsene Bewertungen erhalten (z.B. Test bei Golem), aber es ist leider für mich das einzige in Frage kommende Tablet. Apples iPads sind immer noch das Maß der Dinge, aber integrieren sich halt überhaupt nicht in mein Geräte-Ökosystem. Alternativen gibt es nur mit Android. Der Mobile-Zug bei Linux ist meiner Ansicht nach abgefahren. Die Herstellerversionen von Android würde ich aber niemals nutzen, weil mir da zu viele Daten an Google und den Gerätehersteller abfließen. LineageOS halte ich hinsichtlich der Sicherheit für eine fragwürdige Alternative und der Support für die Hardware ist ein reines Glücksspiel. Das einzige für mich in Frage kommende Aftermarket-System ist GrapheneOS und das unterstützt halt nur Pixel-Geräte.

Bei der Zusammenstellung schielt man schon neidisch auf die Apple-Kundschaft. Die bekommen ein iPad Pro gleich mit Folio Keyboard mitgeliefert. Will man das Pixel Tablet vergleichbar nutzen, muss man sich die einzelnen Komponenten zusammensuchen. Das ist zwar etwas günstiger als die Apple-Lösung, aber für echte Budgetpreise darf man auch nicht zum Pixel greifen, sondern muss sich ein Huawei oder ähnliches suchen, das man dann mit seinen Daten bezahlt. Ich benutze diesen Blog nicht als Werbeplattform, daher verzichte ich auf meine persönlichen Empfehlungen für ein Cover und eine kleine Tastatur. Diese Defizite haben Golem zu der Einschätzung veranlasst, dass das Pixel eher als Sofa-Tablet konzipiert ist. Man muss es aber nicht so benutzen.

Die Installation von GrapheneOS ist sehr gut beschrieben und verläuft völlig reibungslos. Die Unterstützung des Pixel Tablet entspricht derjenigen von Google. Das betrifft meines Erachtens nach zwei wesentliche Modifikationen. Es gibt ein Dock am unteren Bildschirmrand und der Launcher als Startmenü-Ersatz, wenn man vom unteren Bildschirmrand hinein wischt.

Da ich GrapheneOS auf meinem Smartphone benutze, waren mir die Reichweiten und Grenzen von F-Droid natürlich bewusst. Auf meinem mobilen Begleiter brauche ich nicht viel. Browser, Mail, Kalender, ein paar Synology Apps und die Möglichkeit Office-Dateien anzuzeigen und ggf. zu bearbeiten. Das ist im Prinzip alles.

Im täglichen Betrieb merkt man aber leider, dass Google mit Android bisher keinen Fokus auf Tablets gelegt hat. Obwohl es seit einigen Jahren die beliebten Tablets von Samsung gibt, sind viele Apps schlecht an das große Format angepasst. Einige starten sogar in einem kleineren Format, andere nutzen den Platz schlecht aus.

Zur Veranschaulichung zwei exemplarische Apps. Zuerst die in GrapheneOS integrierte App zur Dateiverwaltung:

Hier erscheint die in der Smartphone-Variante nur per Wischgeste einblendbare Sidebar dauerhaft im größeren Format und die App kann im Tablet-Format sinnvoll genutzt werden. Weniger Funktionen als z.B. in der Dateiverwaltung von GNOME werden dem Nutzer auch nicht geboten.

Ein negatives Beispiel ist K9Mail:

Das Bild zeigt einen Screenshot von K9-Mail in der Tablet-Ansicht

Es wird lediglich die Nachrichtenliste eingeblendet. Es wäre genug Platz um gleichzeitig die Ordnerliste und/oder die E-Mail-Vorschau zu zeigen, aber dies wird von der App nicht unterstützt.


Edit: K9Mail kann doch auch die Nachrichtenvorschau anzeigen. Mehr in den Kommentaren.

Der Artikel Experiment: Pixel Tablet als Notebook-Ersatz erschien zuerst auf Curius

Ein Vortrag von Lorna Mitchell auf dem emf2022 Kongress über die aktuelle Landschaft der der Opensource Datenbanken. Eine rassante und guter Einblick was es alles gibt und welche Funktionalitäten die einzelnen Datenbanken besonders macht.

Every year we collect more data than before, and the tools we use to manage that data are evolving to accommodate our changing needs – but it can be difficult to keep up with all the innovations! This session will give you a tour of what’s happening in open source databases, from someone who lives the adventures of open source data in her day job. You will travel from the well-trodden paths of relational databases, through the leafy glades of time series, to the landmarks of search and document databases. This session is recommended for people with an interest in software who want to learn air jordan 4 thunder 2023 about the overall trends, license changes, rising stars, and which database technologies are here to stay.

Video https://media.ccc.de/v/emf2022-325-landscape-of-open-source-databases

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7. Januar 2024

Mit mozilla.social betreibt Mozilla seine eigene Instanz des dezentralen sozialen Netzwerks Mastodon. Noch befindet sich diese in einem geschlossenen Betatest, sodass sich noch nicht jeder dort anmelden kann. Dieser Artikel beschreibt meine ersten Eindrücke nach drei Wochen Nutzung und geht auch auf ein paar Unterschiede zu anderen Mastodon-Instanzen ein.

Was ist Mastodon?

Mastodon ist eine Microblogging-Plattform oder auch soziales Netzwerk, welches vor allem mit X, ehemals Twitter, verglichen werden kann, oder auch dem neuen Threads von Meta. Der große Vorteil von Mastodon ist seine dezentrale Natur: Das Netzwerk gehört keinem einzelnen Unternehmen. Stattdessen kann jeder seine eigene Instanz mit eigenen Moderationsregeln und eigener Oberfläche betreiben. Die dafür verwendete Software ist Open Source und frei verfügbar.

Was ist mozilla.social?

Mit mozilla.social betreibt auch Mozilla eine Mastodon-Instanz. Dabei setzt Mozilla auf die offizielle Mastodon-Software in einer Version, welche Mozilla an die eigenen Bedürfnisse angepasst hat. Als Oberfläche verwendet Mozilla nicht die Standard-Oberfläche von Mastodon, sondern Elk in einer ebenfalls an die eigenen Bedürfnisse angepassten Version.

Derzeit befindet sich mozilla.social noch in einem geschlossenen Betatest. Das bedeutet, dass sich noch nicht jeder frei registrieren kann. Man kann sich aber auf eine Warteliste setzen lassen und ist dann hoffentlich bei der nächsten Runde neuer Nutzer dabei.

Ich bin seit dem 15. Dezember 2023 auf mozilla.social und im Folgenden beschreibe ich meine ersten Eindrücke und beobachteten Besonderheiten.

Erste Eindrücke und Besonderheiten von mozilla.social

Anmeldung mittels Mozilla-Konto

Praktisch ist, dass man für die Anmeldung bei mozilla.social keine zusätzlichen Anmeldedaten benötigt, wenn man bereits ein Mozilla-Konto hat. Dieses könnte man bereits aus einigen Gründen haben: für die Synchronisation von Firefox-Daten, für Pocket, das Mozilla VPN, Firefox Relay, Firefox Montitor, MDN Plus oder in Zukunft auch die Synchronisation in Thunderbird. In das Mozilla-Konto wiederum kann man sich entweder klassisch mittels E-Mail-Adresse oder auch via Google- oder Apple-Konto anmelden.

Die Oberfläche

Als ich neu in der Welt von Mastodon war, war mein erster Gedanke, wie altbacken Mastodon doch aussieht. Die Standard-Oberfläche erfüllt ihren Zweck, hat mich als langjährigen Twitter-Nutzer optisch aber nicht angesprochen. Erfreulicherweise nutzt Mozilla nicht die Standard-Oberfläche, sondern Elk. Das Elk-Projekt gibt sich selbst noch den Alpha-Status und schreibt, noch nicht bereit für eine größere Verbreitung zu sein. Aber Mozilla ist offensichtlich bereits genug überzeugt, um auf eine angepasste Version von Elk zu setzen. Ohne dabei etwas komplett anderes zu sein, erinnert Elk stärker an X / Twitter und wirkt dadurch nicht nur vertrauter, sondern auch moderner.

mozilla.social Web

Wie auch die originale Oberfläche bieten Elk und damit auch mozilla.social wahlweise ein helles oder ein dunkles Farbschema an. Im Allgemeinen empfinde ich helle Farben als freundlicher und weniger anstrengend. In diesem Sinne begrüße ich auch, dass anders als bei der originalen Oberfläche das helle und nicht das dunkle Farbschema Standard für nicht angemeldete Nutzer ist. Elk bietet im Gegensatz zur originalen Oberfläche aber auch für Gäste die Möglichkeit an, das Farbschema per Button-Klick zu ändern.

mozilla.social Web mozilla.social Web

Und ein Zen-Modus blendet große Teile der Oberfläche ganz aus, sodass man sich rein auf das Lesen der Inhalte fokussieren kann.

mozilla.social Web

Artikel-Empfehlungen ersetzen aktuelle Mastodon-Trends

Normalerweise zeigt Mastodon auf einer Seite Beiträge aus dem gesamten Netzwerk an, welche am jeweiligen Tag an Bedeutung gewinnen. Neben Aktualität ist die Anzahl der sogenannten „Boosts“ sowie Favoriten relevant. Mozilla hat diese Seite gestrichen und zeigt stattdessen eine Seite mit Artikel-Empfehlungen über Mozillas hauseigenen Dienst Pocket an.

mozilla.social Web

Können Nutzer bald weitere Nutzer einladen?

Auf mozilla.social gibt es einen Reiter für Einladungen. Hier erscheint derzeit nur ein Platzhalter-Text, der darauf hinweist, dass man „in ein paar Tagen“ wieder vorbeischauen soll und es dann Einladungs-Codes gibt, die man mit seinen Freunden teilen kann. Die Zeitangabe sollte man nicht wörtlich verstehen, denn der Text steht dort bereits von Anfang an.

mozilla.social Web

Einladungs-Codes für Mastodon sind kein neues Konzept von Mozilla. Aber weder Mastodon im Original noch Elk sehen Einladungen als Teil der Hauptnavigation vor. Deswegen kann man wohl davon ausgehen, dass Mozilla vor einer generellen Öffnung für alle Nutzer zumindest bald die Möglichkeit aktivieren wird, dass bestehende Nutzer weitere Nutzer zu mozilla.social einladen.

Moderations-Richtlinien

Mit dem Start der damals noch ausschließlich internen Betaphase im Mai 2023 hatte Mozilla auch seine Pläne bezüglich der Inhaltsmoderation angekündigt:

Sie werden einen großen Unterschied in unserem Ansatz der Inhaltsmoderation im Vergleich zu anderen großen Social-Media-Plattformen feststellen. Wir bauen keine weitere selbsterklärte „neutrale“ Plattform. Wir glauben, dass viel zu oft „Neutralität“ als Vorwand verwendet wird, um Verhaltensweisen und Inhalte zu ermöglichen, die darauf abzielen, diejenigen aus Gemeinschaften zu belästigen und zu schädigen, die schon immer Schikanen und Gewalt ausgesetzt waren. Unser Plan zur Moderation von Inhalten basiert auf den Zielen und Werten, die in unserem Mozilla-Manifest zum Ausdruck kommen – Menschenwürde, Inklusion, Sicherheit, individuelle Meinungsäußerung und Zusammenarbeit. Wir verstehen, dass die individuelle Meinungsäußerung, besonders in den USA, oft als absolutes Recht um jeden Preis gesehen wird. Selbst wenn dieser Preis die Schädigung anderer ist. Wir schließen uns dieser Ansicht nicht an. Das wollen wir klarstellen. Wir bauen eine großartige Sandbox, in der wir alle spielen können, aber es gibt auch Regeln, wie wir miteinander umgehen. Es steht Ihnen völlig frei, woanders hinzugehen, wenn Ihnen diese nicht gefallen.

Inwieweit diese Moderations-Richtlinien bereits Anwendung finden und sich in der Praxis tatsächlich von anderen Instanzen unterscheiden, ist für mich nicht zu beurteilen.

Mozillas eigene Anpassungen

Wie bereits beschrieben nutzt Mozilla weder Mastodon noch Elk in der jeweiligen Original-Version, sondern passt diese an. Dies kann neben den bereits genannten Dingen optische Details wie ein anderes Standard-Avatar bedeuten, aber auch bedeutsamere Anpassungen wie ein sofortiges Löschen hochgeladener Medien, wenn ein Beitrag gelöscht wird, was im Original-Mastodon erst zeitversetzt geschieht, oder eine Opt-Out-Einstellung für die Erhebung technischer Daten. Dies sind nur wenige Beispiele für Anpassungen, welche Mozilla auf Grundlage der jeweils aktuellen Versionen von Mastodon und Elk umsetzt.

Ersteindruck von Mastodon-App Mozilla Social für Android

Mittlerweile gibt es auch eine erste Vorschauversion der Mastodon-App Mozilla Social für Android. Diese kann auch von Mastodon-Nutzern verwendet werden, welche nicht auf mozilla.social, sondern auf einer anderen Mastodon-Instanz sind. Ich habe vor wenigen Tagen einen Ersteindruck-Artikel über Mozilla Social für Android veröffentlicht.

In eigener Sache: Dieser Blog auf Mastodon

Auch dieser Blog ist auf Mastodon vertreten. Wer mir folgen möchte, findet mich unter dem Namen @s_hentzschel@mozilla.social.

Der Beitrag Ein Ersteindruck von Mozillas Mastodon-Instanz mozilla.social erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Ein Buffer (Puffer) ist der im Arbeitsspeicher befindliche Text einer Datei.
└- Ein Fenster (Window) ist ein Ausschnitt (Viewport) aus einem Buffer.
└— Eine Tab-Seite (Tab) ist eine Sammlung von Fenstern.

Hilfe :help tab-page
Kommando: <none>

Öffnen

  • tabnew <NAME> Neues Tab (Buffer)
  • tabf <NAME> Find – sucht im aktuellen Verzeichnis nach einer Datei. Tabulator Completion funktioniert
  • tab <VIM BEFEHL> öffnet ein neues Tab und führt einen Vim Befehl aus z.B. :tab help tab-pages

Mit einem neuen Tab kann auch gleich eine bestehende Datei geladen werden, indem mit dem Befehl der Dateiname mitgegeben wird.

Mehrere Dateien können als Tabs direkt bei Aufruf von vim mit dem Parameter -p geladen werden

vim -p Datei1 Datei2 Datei3 Datei4

Standardmäßig können 10 Dateien gleichzeitig geladen werden. Dieses Maximum kann verkleinert oder erweitert werden mit der Direktive :set tabpagemax=<NUMMER> oder in der vimrc mit set tabpagemax=<NUMMER>

Schließen

  • tabclose Schliesst das Tab. Mit einem ! Ausrufezeichen, wenn Änderungen nicht gespeichert werden sollen
  • :q
  • Strg+w q funktioniert nur, wenn nichts geändert wurde
  • tabonly Schliesse alle anderen Tabs außer dem aktuellen Tab

Navigation

  • Strg+BildRunter / Strg+BildHoch Tab wechseln rechts/links. Tipp: 2+Strg+BildRunter
  • gt / :tabn zum nächsten Tab rechts wechseln (next). Tipp: 5gt springt 5 Tabs nach rechts
  • gT / :tabp zum vorherigen Tag links wechseln (previous)
  • :tabs zeigt eine Übersicht aller Tabs

Reihenfolge

  • :tabm / :tabmove verschiebt das aktuelle Tab ganz nach rechts
  • :tabm <NUMMER> verschiebt das aktuelle Tab aun die Postion von NUMMER. Fängt bei 0 an !

Weitere Infos

  • :set showtabline=<NUMMER> 0 = Tabline ausblenden, 1 = automatisch, 2 = immer einblenden
  • :tabdo Einen Befehl für alle offenen Tabs ausführen. Zum Beispiel :tabdo %s/foo/bar/g

Weitere hyperblog Artikel zum Thema

vim

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6. Januar 2024

Die Firefox-Erweiterung Lightbeam veranschaulicht Drittanbieter-Verbindungen von Websites, indem diese durch einen Graphen visualisiert werden.

Während wir Websites besuchen, passieren im Hintergrund Dinge, von denen man als Nutzer nichts mitbekommt. So werden vor allem Ressourcen von anderen Domains geladen, welche wiederum unter Umständen Daten von wieder anderen Domains laden. Und so entsteht sehr schnell ein großes Netz an Verbindungen. Die Firefox-Erweiterung Lightbeam visualisiert genau das und hilft so zwar nicht direkt beim Reduzieren des Trackings durch Websites, aber macht das Ganze anschaulich und schärft so das Bewusstsein.

Firefox-Erweiterung Lightbeam

Download der Browser-Erweiterung Lightbeam für Mozilla Firefox

Sowohl die Idee als auch der Name klingen vertraut? Das hat einen Grund. Ursprünglich wurde die Erweiterung im Februar 2012 von Mozilla unter dem Namen Collusion veröffentlicht. Im Oktober 2013 folgte eine Umbenennung in Lightbeam. Nach einer Neuentwicklung als WebExtension mit reduziertem Funktionsumfang im Rahmen eines Outreachy-Projekts im Herbst 2017 hat Mozilla die Erweiterung Lightbeam im Oktober 2019 schließlich offiziell eingestellt und auch den Download von seiner Erweiterungs-Plattform entfernt. Zwar wurde die Erweiterung dann durch jene Entwicklerin privat neu bereitgestellt, welche bereits in die Neuentwicklung als WebExtension involviert war, aber auch das hatte im Jahr 2022 ein Ende und die Erweiterung verschwand erneut von Mozillas Erweiterungsplattform. Noch im selben Jahr entstand ein neuer Fork von Christoph Klassen, der auch heute noch besteht.

Sein Hauptziel ist nach eigenen Angaben, dafür zu sorgen, dass die Erweiterung verfügbar bleibt. Das heißt, der Fokus liegt auf dem Anpassen der Erweiterung, falls Änderungen seitens Mozilla dies notwendig machen, dem Aktualisieren verwendeter Bibliotheken etc. Die Entwicklung neuer Funktionen ist ausdrücklich kein Ziel. Mit dem Fusion-Modus gibt es allerdings tatsächlich eine neue Funktion, welche die ursprüngliche Lightbeam-Version von Mozilla nicht hatte. Dabei werden verschiedene Drittanbieter-Domains zu einem gemeinsamen Knoten „fusioniert“. Welche Domains fusioniert werden sollen, lässt sich in den Einstellungen der Erweiterung konfigurieren.

Firefox-Erweiterung Lightbeam

Die Erweiterung ist sowohl mit Firefox für Windows, macOS und Linux kompatibel als auch mit Firefox für Android.

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5. Januar 2024

Mozilla hat eine erste Vorschauversion von Mozilla Social für Android veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine App für die Nutzung des dezentralen sozialen Netzwerks Mastodon. Diese unterstützt natürlich nicht nur Mozillas eigene Mastodon-Instanz, sondern kann von Nutzern aller Mastodon-Instanzen genutzt werden.

Download Mozilla Social Nightly für Android

Mozilla hat heute die erste Nightly-Version von Mozilla Social für Android veröffentlicht. Bislang steht die Version nur über GitHub zur Verfügung und aktualisiert daher auch nicht automatisch auf neuere Versionen. Bald soll Mozilla Social aber auch im Google Play Store und dann mit automatischen Updates zur Verfügung stehen. Auch Mozilla Social für Apple iOS befindet sich in Entwicklung, dort ist die Entwicklung aber noch nicht so weit vorangeschritten.

Download Mastodon-App Mozilla Social Nightly für Android

Erste Eindrücke von Mozilla Social für Android

Zunächst eine Anmerkung, die für das Erwartungshaltungsmanagement wichtig ist: Die Veröffentlichung von Mozilla Social als Nightly-Version bedeutet, dass wir hier von einer frühen Vorschau sprechen. Es handelt sich um kein finales Produkt. Noch nicht alles sieht hübsch aus, ein paar wichtige Funktionen fehlen noch. Darauf werde ich später noch etwas mehr eingehen.

Der erste Start

Bereits der Startbildschirm weist einen darauf hin, dass es sich noch um eine „Beta“-Version handelt, wobei es wohl auch nicht falsch wäre, noch von einer „Alpha“-Version zu sprechen, auf Grund noch fehlender Funktionen und weil es ja auch eine Nightly-Version ist.

Die große Schaltfläche führt einen zum Login für Mozillas Mastodon-Instanz. Das Praktische hierbei: Man kann sich mit seinem bestehenden Mozilla-Konto anmelden, was wahlweise über die Eingabe der E-Mail-Adresse, via Google oder via Apple funktioniert. Allerdings befindet sich Mozillas Mastodon-Instanz derzeit noch in einem geschlossenen Beta-Test. Hier kann also noch nicht jeder teilnehmen. Ich habe bereits Zugang und habe meine ersten Eindrücke von Mozillas Mastodon-Instanz, welche sich in ein paar Punkten von anderen Mastodon-Instanzen unterscheidet, in einem eigenen Artikel beschrieben.

Der Link unter der großen Schaltfläche führt zur Eingabe eines anderen Mastodon-Servers. Nach Eingabe des Servers landet man auf der entsprechenden Login-Seite. Mozilla Social kann also für jede Mastodon-Instanz genutzt werden, nicht nur für die von Mozilla.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Ein Rundgang durch die App

Nach dem Login ist das erste, was man sieht, der persönliche Feed. Also die Nachrichten von den Nutzern, denen man folgt. An der Stelle gibt es keinen Algorithmus, der einem potenziell interessante Nachrichten wildfremder Nutzer oder bezahlte Beiträge vorschlägt. Beiträge anderer Nutzer der gleichen Instanz sieht man, wenn man vom Reiter „For You“ zum Reiter „Local“ wechselt, und im Reiter „Federated“ gibt es dann auch Beiträge von Nutzern anderer Instanzen. Diese Information ist in erster Linie für diejenigen, welche beispielsweise von X, ehemals Twitter, kommen. Bestehende Mastodon-Nutzer kennen das Konzept.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Rechts oben geht es zur Suche. Die Ergebnisse sind aufgeteilt auf die Reiter „Top“, „Accounts“, „Posts“ sowie „Hashtags“. Aus den Ergebnissen heraus kann direkt einem Profil oder einem Hashtag gefolgt oder mit Beiträgen interagiert werden.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Der zweite Tab ist eine Besonderheit von Mozilla Social. Darüber gibt es Inhaltsempfehlungen. Aber nicht etwa von Mastodon-Nutzern, sondern von Mozillas hauseigenem Dienst Pocket, wie man sie auch von der Firefox-Startseite kennt. Die Artikel sind sogar schon auf Deutsch, obwohl der Rest der App noch auf Englisch ist.

Die Artikel können direkt in der App gelesen oder auch mit anderen Apps geteilt werden. Man findet hier auch noch Schaltflächen zum Teilen sowie Setzen als Lesezeichen innerhalb von Mastodon, diese Schaltflächen sind aber noch ohne Funktion.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Der mittlere Tab führt dann zum Verfassen eines eigenen Beitrags. Neben dem eigentlichen Textinhalt sowie dem Sichtbarkeitsstatus können hier auch Fotos oder Videos hochgeladen, eine Umfrage angehängt und eine Content-Warnung konfiguriert werden.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Der vierte Tab ist derzeit nur ein Platzhalter. Hier sollen in Zukunft die Lesezeichen erscheinen. Der fünfte Tab ist schließlich das eigene Profil. Hierüber gelangt man zu den eigenen Beiträgen, Medien, Beiträgen, die man mit „Gefällt mir“ markiert hat, sowie Personen, die einem folgen und denen man selbst folgt. Das eigene Profil kann bearbeitet werden und es geht in die Einstellungen.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Die Einstellungen beinhalten einen Link zum Verwalten des Accounts, was einen de facto zur entsprechenden Webansicht des Mastodon-Servers bringt, sowie zum Logout. Auch blockierte und stumm geschaltete Nutzer können bereits verwaltet werden. In den Datenschutz-Einstellungen kann Telemetrie aktiviert werden. Standardmäßig ist diese ausgeschaltet. Schließlich gibt es noch einen Info-Bildschirm.

Mozilla Social für Android: Erste Vorschauversion

Noch fehlende Funktionen

Während also schon einige Dinge da sind, gibt es auch noch ein paar Funktionen, die zu diesem Zeitpunkt noch fehlen. Das aus meiner Sicht Wichtigste zuerst: Benachrichtigungen. Noch gibt es keine Benachrichtigungen über neue Follower oder Beiträge, die von anderen Nutzern geteilt werden oder die anderen gefallen. Lesezeichen wurden bereits angesprochen. Auch befindet sich die komplette App noch ausschließlich in englischer Sprache und ist nicht ins Deutsche übersetzt. Ebenfalls gibt es noch keine Möglichkeit, mehrere Profile innerhalb der App zu verwalten und im Vergleich zur offiziellen Mastodon-App fehlt auch noch die eine oder andere Einstellung.

Fazit

Mozilla Social macht bereits einen sehr guten Ersteindruck, wenn man den frühen Entwicklungsstand berücksichtigt, und könnte eine interessante Alternative zur offiziellen Mastodon-App werden. Gleichzeitig wird natürlich schnell klar, dass zu diesem Zeitpunkt noch ein paar Dinge fehlen, die dafür zwingend notwendig sind. Auch optisch verträgt die eine oder andere Stelle noch ein bisschen Feinschliff. Aber es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen noch einiges passieren wird.

Ich persönlich könnte sogar tatsächlich schon den vollständigen Wechsel zu Mozilla Social beim aktuellen Stand der Dinge in Betracht ziehen, wenn die Benachrichtigungen implementiert wären. Denn diese Funktion ist für mich wesentlich, auf alles andere kann ich warten.

Wenn es um die Frage geht, wieso Nutzer überhaupt zu Mozilla Social anstelle der offiziellen Mastodon-App greifen sollten, wird es spannend zu sehen sein, was sich Mozilla einfallen lässt, um nicht nur Feature-Gleichheit herzustellen, sondern sich abzuheben. Die Content-Empfehlungen von Pocket sind ein Anfang, den andere Mastodon-Apps nicht bieten. Und vielleicht hat Mozilla ja noch weitere Einfälle.

In eigener Sache: Dieser Blog auf Mastodon

Auch dieser Blog ist auf Mastodon vertreten. Wer mir folgen möchte, findet mich unter dem Namen @s_hentzschel@mozilla.social.

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Ein Buffer (Puffer) ist der im Arbeitsspeicher befindliche Text einer Datei.
└- Ein Fenster (Window) ist ein Ausschnitt (Viewport) aus einem Buffer.
└— Eine Tab-Seite (Tab) ist eine Sammlung von Fenstern.

Hilfe :help windows
Kommando :wincmd Strg+w

Die aktuelle Ansicht in mehrere Fenster aufteilen.

Detailliertere Informationen und weitere alternative Befehle sind in der Hilfe zu finden

Teilen & Neu

  • Strg+w s / :sp / :split Fenster horizontal teilen (gleicher Inhalt/Buffer)
  • Strg+w v / :vs / :vsplit Fenster vertikal teilen (gleicher Inhalt/Buffer)
  • Strg+w n / :new Fenster horizontal teilen und neues Dokument (leerer Buffer) erstellen
  • :vne / :vnew Fenster vertikal teilen und neues Dokument (leerer Buffer) erstellen

Schliessen

  • Strg+w q / :q Fenster schließen.
  • Strg+w o / :on / :only schließt alle anderen Fenster, ausser das aktuelle Fenster
  • Es gibt noch viele weitere Parameter zum Fenster schließen

Navigation

  • Strg+w Pfeiltasten Zwischen den Fenstern wechseln. Es gehen auch die Vim Cursor
  • Strg+w p Zum letzten Fenster zurück wechseln
  • Strg+w r / Strg+w R Fenster durchrotieren runter/rechts und hoch/links

Größe

  • Strg+w = Alle Fenster gleich groß machen
  • Strg+w - Das aktuelle Fenster um 1 vertikal kleiner machen. Strg+w 5 - um 5 kleiner machen
  • Strg+w + Das aktuelle Fenster um 1 vertikal größer machen
  • Strg+w _ Das aktuelle Fenster vertikal maximieren. Alle anderen Fenster so klein wie möglich machen
  • Strg+w | Das aktuelle Fenster horizontal maximieren
  • Eine Vollbildanzeige kann mit der Kombination von Strg+w _ und/oder Strg+w | erreicht werden
  • Strg+w < Das aktuelle Fenster um 1 horizontal kleiner machen. Strg+w 7 < um 7 kleiner machen
  • Strg+w > Das aktuelle Fenster um 1 horizontal größer machen
  • In einer grafischen Oberfläche lassen sich die Fenster am Rahmen mit der Maus kleiner und größer machen

Weitere hyperblog Artikel zum Thema

vim

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Luc Lenôtre stellt Maestro vor, einen Unix-ähnlichen Kernel und ein Betriebssystem, das von Grund auf in Rust geschrieben wurde. Maestro soll leichtgewichtig und kompatibel genug mit Linux sein, um im Alltag genutzt werden zu können.

Es gibt sie noch, die Wunderkinder. Wie den 13-jährigen Willis Gibson, der am 21. Dezember als erster Mensch Tetris zu Ende gespielt hat, und das nach fast 40 Jahren. Oder Luc Lenêtre, der Student, der mal eben alleine einen UNIX-ähnlichen Kernel in Rust schreibt. Er ist Student an der Schule 42 in Paris. Über sich selbst und seine Motive schreibt er:

Ich bin ein französischer Softwareentwickler. Ich habe mit dem Programmieren begonnen, als ich 10 Jahre alt war und liebe osdev, Systemprogrammierung, Rust und Mathematik. Derzeit schreibe ich mein eigenes Unix-ähnliches Betriebssystem von Grund auf mit der Sprache Rust, nur zum Spaß 🙃.

Falls euch "nur zum Spass" bekannt vorkommt, dann schaut mal hierhin.

In seinem Blog schreibt Lenêtre:

"Der erste Commit des Kernels datiert auf den 22. Dezember 2018, um 3:18 Uhr morgens (die beste Zeit, um Code zu schreiben). Es begann als Schulprojekt. Ursprünglich wurde es in der Sprache C implementiert, und zwar für etwa anderthalb Jahre, bis die Codebasis zu schwer sauber zu halten war. In diesem Moment beschloss ich, zu Rust zu wechseln (mein erstes Projekt in dieser Sprache), was mehrere Vorteile mit sich brachte:

  • Das Projekt von vorne beginnen und dabei die Lehren aus früheren Fehlern ziehen.
  • Etwas innovativer zu sein als nur einen Linux-ähnlichen Kernel in C zu schreiben.
  • Die Sicherheit der Sprache Rust nutzen, um einige Schwierigkeiten der Kernelprogrammierung zu überwinden. Die Verwendung des Typisierungssystems von Rust ermöglicht es, einen Teil der Verantwortung für die Speichersicherheit vom Programmierer auf den Compiler zu verlagern.

Bei der Kernel-Entwicklung ist das Debugging aus mehreren Gründen sehr schwierig:

  • Dokumentation ist oft schwer zu finden, und BIOS-Implementierungen können fehlerhaft sein (häufiger, als man denkt).
  • Beim Booten hat der Kernel vollen Zugriff auf den Speicher und kann dort schreiben, wo er es nicht sollte (z. B. seinen eigenen Code).
  • Die Fehlersuche bei Speicherlecks ist nicht einfach. Tools wie valgrind können nicht verwendet werden.
  • gdb kann mit QEMU und VMWare verwendet werden, aber der Kernel kann sich anders verhalten, wenn er auf einem anderen Emulator oder einer anderen virtuellen Maschine läuft. Außerdem kann es sein, dass diese Emulatoren gdb nicht unterstützen (Beispiel VirtualBox).
  • Einige Funktionen in der Unterstützung für gdb in QEMU oder VMWare fehlen (z.B. Record und Replay) und gdb kann manchmal sogar abstürzen.

All diese Probleme sind Gründe für die Verwendung einer speichersicheren Sprache, um sie so weit wie möglich zu vermeiden. Alles in allem ermöglichte die Verwendung von Rust im Kernel die Implementierung zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen. Und ich glaube, dass dies bis heute die beste Entscheidung ist, die ich für dieses Projekt getroffen habe."

Die folgenden Funktionen sind derzeit in Maestro implementiert:

  • Terminal mit VGA-Textmodus und PS/2-Tastatur (mit Vorwärtskompatibilität zu USB, die von der Firmware des Motherboards verwaltet wird)
    • Teilweise Unterstützung von ANSI-Escape-Codes
  • Speicherzuweisung/virtueller Speicher
    • Buddy-Allokator
    • Interner Speicherallokator, der Ähnlichkeiten mit der Implementierung von dlmalloc aufweist und auf dem Buddy-Allokator aufbaut
  • Prozesse und Scheduler (round-robin)
    • POSIX-Signale
  • Aufzählung von PCI-Geräten
  • Dateien:
    • Mountpoints
    • IDE/PATA-Treiber
    • Dateisystem (vorerst nur ext2)
    • Festplattenpartitionen (MBR und GPT)
    • Virtuelle Dateisysteme (/tmp und /proc)
    • initramfs
  • Zeit/Uhr (RTC)
  • Linux-Systemaufrufe (etwa 30% sind derzeit implementiert)
  • Kernel-Module
  • ELF-Programme

Wo steht das Einmann-Projekt zurzeit?

Maestro ist ein monolithischer Kernel, der im Moment nur die x86-Architektur (in 32 Bit) unterstützt. Momentan sind 135 von 437 Linux-Systemaufrufen (etwa 31 %) mehr oder weniger implementiert. Das Projekt hat 48 800 Codezeilen in 615 Dateien (alle Repositories zusammen, gezählt mit dem Befehl cloc). Neben dem Kernel besteht das Betriebssystem derzeit aus den folgenden Komponenten:

  • Solfège: ein Boot-System und ein Daemon-Manager (ähnlich wie systemd, aber weniger aufwendig)
  • maestro-utils: Befehle für Systemdienstprogramme
  • blimp: ein Paketmanager

Bislang wurde die folgende Software von Drittanbietern getestet und funktioniert auf dem Betriebssystem:

  • musl (C-Standardbibliothek)
  • bash
  • Einige GNU coreutils Befehle wie ls, cat, mkdir, rm, rmdir, uname, whoami, etc...
  • neofetch (eine gepatchte Version, da das Original neofetch Maestro nicht kennt)

Selbst ausprobieren

Da sich das Projekt in einer sehr frühen Phase befindet, dürft ihr bezüglich Funktionalität und Stabilität nicht vier erwarten. Hier ist ein ISO-Image und hier die Anleitung zum selbst kompilieren. Ich habe versucht, das Image in GNOME-Boxes zu starten, bin aber nicht über den Startbildschirm hinausgekommen, was so aussah:

Nach Press ENTER passierte nichts mehr. Vielleicht habt ihr mehr Glück.

Quellen:
https://blog.lenot.re/
https://github.com/llenotre/maestro


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Gentoo vollzieht den Wandel: Binäre Pfade im Quellcode-Dschungel! Am 29. Dezember 2023 sorgte Gentoo Linux für Aufsehen, als verkündet wurde, dass der altbewährte Paketmanager Portage nicht mehr nur auf Quellcode setzt, sondern nun auch mit binären Paketen jongliert. Ein Schritt, der die Flexibilität steigert, da beide Welten nun harmonisch koexistieren können.

Warum diese Kursänderung? Um auf älteren Hardware-Plattformen effizienter zu agieren und für mehr Anwenderfreundlichkeit zu sorgen. Und hier kommt das Highlight: Ab sofort könnt ihr euch binäre Pakete direkt schnappen und sie ohne Umwege installieren. Aber: Für die meisten Architekturen beschränkt sich das auf das Grundsystem und wöchentliche Updates. Aber es bleibt festzuhalten: Bei amd64 und arm64 steht ein imposantes Paketarchiv von über 20 Gigabyte bereit – von LibreOffice über KDE Plasma bis zu Gnome und Docker. 

Die "Gory Details"

Die Ankündigung bietet detaillierte Anleitungen zur Integration von Binärpaketen in eine bestehende Gentoo-Installation. Die Einrichtung erfordert die Erstellung einer Konfigurationsdatei in /etc/portage/binrepos.conf/. Für neue Stages ist bereits eine passende gentoobinhost.conf vorhanden. Die Installation erfolgt über "emerge -uDNavg @world".

Für AMD64-Pakete werden Kompilierungseinstellungen wie CFLAGS="-march=x86-64 -mtune=generic -O2 -pipe" verwendet. Die verfügbaren Use-Flag-Einstellungen entsprechen den Profilen amd64/17.1/nomultilib, amd64/17.1/desktop/plasma/systemd und amd64/17.1/desktop/gnome/systemd.

Arm64-Pakete verwenden CFLAGS="-O2 -pipe" und haben entsprechende Use-Flag-Einstellungen für Profile wie arm64/17.0 (openrc), arm64/17.0/desktop/plasma/systemd und arm64/17.0/desktop/gnome/systemd.

Die Q&A klärt Unklarheiten zur Signatur von Paketen und betont, dass Benutzer selbst kompilieren können, wenn sie spezifische Optimierungen wünschen. Bei langsamen Downloads wird empfohlen, lokale Mirror zu nutzen, wobei die kryptografische Signatur standesgemäße Sicherheit bietet.

Es wird erläutert, wie man mit Fehlern bei der Signaturverifikation umgeht und dass Benutzer, die ihre eigenen Binärpakete erstellen, einen Signaturschlüssel einrichten müssen. Es gibt auch Hinweise zur Behebung von Problemen, zur Nutzung auf einem "merged-usr"-System und man klärt auf, dass die Binärpakete nur mit bestimmten Profilversionen kompatibel sind.

Quelle:

https://www.gentoo.org/news/2023/12/29/Gentoo-binary.html


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MX Linux 23.1 RPi Respin ist gerade erschienen. Neben Ubuntu gibt es damit das zweite "große" Desktop-System, das auf einem Raspberry Pi läuft. Und nach einigen Test-Tagen muss ich sagen: Die Entwickler haben hervorragende Arbeit geleistet.

MX Linux nimmt im Ranking von DistroWatch seit langer Zeit den ersten Platz ein, gefolgt von Linux Mint und den anderen bekannten Namen.

Das Ranking bezieht sich zwar nur auf das Interesse an einer bestimmten Distro und sagt nichts über die Zahl der tatsächlich genutzten Installationen aus. Aber man wird MX Linux sicher zu den sehr beliebten und ausgereiften Systemen zählen dürfen. Durch die recht genügsame Xfce-Umgebung ist MX Linux zudem recht gut geeignet für schwächere oder ältere Computer.

Im Begrüßungstext für neue Anwender heißt es daher:

MX-23 RPi Respin vereint Debian 12 (Bookworm), Raspberry Pi OS und die Flaggschiff-Xfce-Version von MX Linux. Es wurde auf Pi 4, Pi 400, Pi 5 sowie Orange Pi 5 entwickelt und getestet.

Besonderheiten der Version für den Raspberry Pi

  • Als Standardbrowser wird Chromium statt Firefox während der Erst-Installation eingerichtet (Firefox lässt sich aber problemlos nachrüsten). Chromium startet auf dem Raspberry Pi in der Regel etwas schneller.
  • Die Benutzereinrichtung erfolgt beim Start.
  • Auf ein Live-System wurde verzichtet (bei den MX-Tools fehlt auch das Snapshot-Werkzeug).
  • Die Anzahl der vorinstallierten Anwendungen ist geringer, kann aber nach eigenen Wünschen später ergänzt werden.

Der Desktop verlinkt ein kurzes Erklär-Video zur Einführung in die Raspberry Pi-Version und eine Wiki-Seite mit kurzen Tipps für Einsteiger. Weiterhin finden sich in den Menüs eine Reihe von Programmen, die man vom Raspberry Pi OS her kennt:

  • Raspberry Pi - Konfiguration
  • Raspberry Pi - Dokumentation
  • Raspberry Pi - Imager
  • SD Card Copier usw.

Wie schlägt sich diese Version nun im Vergleich zum hauseigenen Raspberry Pi OS?

Bereits für den 4-er gab es nach kurzer Zeit ARM-kompatible Versionen von Ubuntu bis zu Manjaro. Die "funktionierten" auf den kleinen Pi-Geräten zwar auch einigermaßen, waren aber speicherhungriger und träger als das Pi-OS. Ich habe damals fünf oder sechs ausprobiert - und bin immer wieder zurück zu Raspberry Pi OS. Das System ist zwar optisch kein Hingucker und funktional eher an Basics orientiert - aber von LibreOffice bis hin zu Docker-Anwendungen läuft ja alles, was man im Alltag so benötigt. Und die Bookworm-64-Variante für den 5-er ist nun wirklich derart flott geworden, dass ich ausgesprochen zufrieden mit ihr bin.

Daher war ich vor der Installation von MX Linux skeptisch.

Meine Testumgebung:

  • Raspberry Pi 5 mit 8 GB
  • Raspberry Pi Originalgehäuse mit "Lüfter im Deckel"
  • Raspberry Pi USB-C Netzteil (bis 27 W)

Der Start von MX Linux geschieht zügig, im Arbeitsspeicher belegt es 775 MB.

WLAN wird sofort gefunden, Bluetooth läuft, Bildschirmanzeigen tadellos. Netzwerk-Drucker und -Scanner werden auf Anhieb gefunden. Die Anwendungen aus der MX-Toolbox funktionieren ebenfalls - von der Nutzerverwaltung bis zur Samba-Konfiguration.

Programmaufrufe, Webseiten, Installation von neuen Programmen usw. - alles läuft ausgesprochen flott. Einen Unterschied zum OS von Raspberry Pi konnte ich nicht wahrnehmen. Was YouTube oder Streaming-Dienste betrifft, so haben beide Systeme das gleiche Problem: In hohen Auflösungen laufen die Videos nicht rund, aber etwas niedriger eingestellt ist dann auch dieser Bereich einigermaßen okay. Videokonferenzen z.B. mit Jitsi laufen hingegen recht gut. Ein großer Pluspunkt ist die übersichtliche Darstellung der verschiedenen Paketquellen. Von der Empfehlungsrubrik für Einsteiger bis zu Flatpaks wird ein großer Kosmos von Möglichkeiten eröffnet.

Neugierig war ich auf das Lüfter-Management - hier hatte wohl die Ubuntu-Ausgabe für den Raspberry Pi Probleme (der Lüfter lief ununterbrochen). Aber auch hier war alles in Ordnung: Während der Alltagsnutzung, z.B. bei der Nutzung von Office-Anwendungen, blieb es meist im 55 bis 58-Grad-Bereich. Unter Belastung, zwei Videos gleichzeitig plus zwei unterschiedliche Browser plus 10 Browser-Tabs, wurde der Lüfter zwar eingeschaltet, war aber kaum zu hören. Höher als 68 Grad kam ich bei dieser Belastung nicht, danach ging es innerhalb von Sekunden wieder auf unter 60 Grad.

Ich werde das System noch einige Tage testen. Wenn es sich bei allen Anforderungen als stabil erweist, steige ich zumindest auf dem 5-er auf MX Linux um. Aber auch auf einem 4-er oder 400-er sollte sich ein Test von MX Linux lohnen.

Quellen:
https://mxlinux.org/blog/mx-23-1-raspberry-pi-os-respin/
https://mxlinux.org/wiki/rpi-tips/
https://distrowatch.com/dwres.php?resource=popularity)


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4. Januar 2024

Manchmal möchte ich mein Auditorium über eine Aussage, eine Theorie oder einen anderen Gedanken nachdenken lassen. Deshalb habe ich mir für meine Folien einen kleinen Timer in Javascript gebaut, der eine gewünschte Anzahl an Minuten oder Sekunden herunterzählt.

Javascript

Ich erstelle die Datei timer.js und gebe ihr folgenden Inhalt:

// inspired by Mateusz Rybczonec

const FULL_DASH_ARRAY = 283;
const WARNING_THRESHOLD = 10;
const ALERT_THRESHOLD = 5;

const COLOR_CODES = {
  info: {
    color: "green"
  },
  warning: {
    color: "orange",
    threshold: WARNING_THRESHOLD
  },
  alert: {
    color: "red",
    threshold: ALERT_THRESHOLD
  }
};

// Funktion zur Initialisierung des Timers in einem Container
function initializeTimer(containerId, timeLimit) {
  let timePassed = 0;
  let timeLeft = timeLimit;
  let timerInterval = null;
  let remainingPathColor = COLOR_CODES.info.color;

  // Dynamisches Erstellen des Timer-HTML-Inhalts für jeden Container
  document.getElementById(containerId).innerHTML = `
    <div class="base-timer">
      <svg class="base-timer__svg" viewBox="0 0 100 100" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg">
        <g class="base-timer__circle">
          <circle class="base-timer__path-elapsed" cx="50" cy="50" r="45"></circle>
          <path
            id="${containerId}-path-remaining"
            stroke-dasharray="283"
            class="base-timer__path-remaining ${remainingPathColor}"
            d="
              M 50, 50
              m -45, 0
              a 45,45 0 1,0 90,0
              a 45,45 0 1,0 -90,0
            "
          ></path>
        </g>
      </svg>
      <span id="${containerId}-label" class="base-timer__label">${formatTime(
        timeLeft
      )}</span>
    </div>
  `;

  startTimer();

  // Startet den Timer für einen bestimmten Container
  function startTimer() {
    timerInterval = setInterval(() => {
      timePassed = timePassed += 1;
      timeLeft = timeLimit - timePassed;
      document.getElementById(`${containerId}-label`).innerHTML = formatTime(
        timeLeft
      );
      setCircleDasharray();
  

    setRemainingPathColor(timeLeft);

      if (timeLeft === 0) {
        onTimesUp();
      }
    }, 1000);
  }

  // Funktion, die aufgerufen wird, wenn der Timer abgelaufen ist
  function onTimesUp() {
    clearInterval(timerInterval);
  }

  // Funktion zur Formatierung der verbleibenden Zeit
  function formatTime(time) {
    const minutes = Math.floor(time / 60);
    let seconds = time % 60;

    if (seconds < 10) {
      seconds = `0${seconds}`;
    }

    return `${minutes}:${seconds}`;
  }

  // Funktion zur Festlegung der Farbe des verbleibenden Pfades basierend auf der verbleibenden Zeit
  function setRemainingPathColor(timeLeft) {
    const { alert, warning, info } = COLOR_CODES;
    const pathId = `${containerId}-path-remaining`;

    if (timeLeft <= alert.threshold) {
      document.getElementById(pathId).classList.remove(warning.color);
      document.getElementById(pathId).classList.add(alert.color);
    } else if (timeLeft <= warning.threshold) {
      document.getElementById(pathId).classList.remove(info.color);
      document.getElementById(pathId).classList.add(warning.color);
    }
  }

  // Funktion zur Berechnung des Anteils der verstrichenen Zeit
  function calculateTimeFraction() {
    const rawTimeFraction = timeLeft / timeLimit;
    return rawTimeFraction - (1 / timeLimit) * (1 - rawTimeFraction);
  }

  // Funktion zur Festlegung der Strichlänge des verbleibenden Pfades basierend auf dem Anteil der verstrichenen Zeit
  function setCircleDasharray() {
    const circleDasharray = `${(
      calculateTimeFraction() * FULL_DASH_ARRAY
    ).toFixed(0)} 283`;
    document
      .getElementById(`${containerId}-path-remaining`)
      .setAttribute("stroke-dasharray", circleDasharray);
  }
}

quarto Dokument

Innerhalb des quarto-Dokuments kann ein Timer wie folgt eingebunden werden:

<div id="UNIQUE-ID"></div>
<script src="timer.js"></script>
<script>
    document.addEventListener("DOMContentLoaded", function () {
        initializeTimer("UNIQUE-ID", SECONDS); 
    });
</script>

…wobei UNIQUE-ID an beiden Stellen durch eine eindeutige ID und SECONDS durch die gewünschte Anzahl an Sekunden ersetzt werden müssen.

Ein Beispiel für einen 4minütigen Timer könnte so aussehen:

Please think about this for 4 minutes.
<div id="4minWaiting"></div>
<script src="timer.js"></script>
<script>
    document.addEventListener("DOMContentLoaded", function () {
        initializeTimer("4minWaiting", 240); 
    });
</script>

Es können beliebig viele Timer verwendet werden, solange immer eine eindeutige UNIQUE-ID verwendet wird.

Countdown-Timer im Einsatz

Quarto-Extension

Mittlerweile gibt es eine eigene kleine Extension, über die der Timer the quarto way installiert werden kann:

$ quarto add produnis/quarto-timer

Viel Spass damit!

Weblinks




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Manchmal möchte ich mein Auditorium über eine Aussage, eine Theorie oder einen anderen Gedanken nachdenken lassen. Deshalb habe ich mir für meine Folien einen kleinen Timer in Javascript gebaut, der eine gewünschte Anzahl an Minuten oder Sekunden herunterzählt.

Javascript

Ich erstelle die Datei timer.js und gebe ihr folgenden Inhalt:

// inspired by Mateusz Rybczonec

const FULL_DASH_ARRAY = 283;
const WARNING_THRESHOLD = 10;
const ALERT_THRESHOLD = 5;

const COLOR_CODES = {
  info: {
    color: "green"
  },
  warning: {
    color: "orange",
    threshold: WARNING_THRESHOLD
  },
  alert: {
    color: "red",
    threshold: ALERT_THRESHOLD
  }
};

// Funktion zur Initialisierung des Timers in einem Container
function initializeTimer(containerId, timeLimit) {
  let timePassed = 0;
  let timeLeft = timeLimit;
  let timerInterval = null;
  let remainingPathColor = COLOR_CODES.info.color;

  // Dynamisches Erstellen des Timer-HTML-Inhalts für jeden Container
  document.getElementById(containerId).innerHTML = `
    <div class="base-timer">
      <svg class="base-timer__svg" viewBox="0 0 100 100" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg">
        <g class="base-timer__circle">
          <circle class="base-timer__path-elapsed" cx="50" cy="50" r="45"></circle>
          <path
            id="${containerId}-path-remaining"
            stroke-dasharray="283"
            class="base-timer__path-remaining ${remainingPathColor}"
            d="
              M 50, 50
              m -45, 0
              a 45,45 0 1,0 90,0
              a 45,45 0 1,0 -90,0
            "
          ></path>
        </g>
      </svg>
      <span id="${containerId}-label" class="base-timer__label">${formatTime(
        timeLeft
      )}</span>
    </div>
  `;

  startTimer();

  // Startet den Timer für einen bestimmten Container
  function startTimer() {
    timerInterval = setInterval(() => {
      timePassed = timePassed += 1;
      timeLeft = timeLimit - timePassed;
      document.getElementById(`${containerId}-label`).innerHTML = formatTime(
        timeLeft
      );
      setCircleDasharray();
  

    setRemainingPathColor(timeLeft);

      if (timeLeft === 0) {
        onTimesUp();
      }
    }, 1000);
  }

  // Funktion, die aufgerufen wird, wenn der Timer abgelaufen ist
  function onTimesUp() {
    clearInterval(timerInterval);
  }

  // Funktion zur Formatierung der verbleibenden Zeit
  function formatTime(time) {
    const minutes = Math.floor(time / 60);
    let seconds = time % 60;

    if (seconds < 10) {
      seconds = `0${seconds}`;
    }

    return `${minutes}:${seconds}`;
  }

  // Funktion zur Festlegung der Farbe des verbleibenden Pfades basierend auf der verbleibenden Zeit
  function setRemainingPathColor(timeLeft) {
    const { alert, warning, info } = COLOR_CODES;
    const pathId = `${containerId}-path-remaining`;

    if (timeLeft <= alert.threshold) {
      document.getElementById(pathId).classList.remove(warning.color);
      document.getElementById(pathId).classList.add(alert.color);
    } else if (timeLeft <= warning.threshold) {
      document.getElementById(pathId).classList.remove(info.color);
      document.getElementById(pathId).classList.add(warning.color);
    }
  }

  // Funktion zur Berechnung des Anteils der verstrichenen Zeit
  function calculateTimeFraction() {
    const rawTimeFraction = timeLeft / timeLimit;
    return rawTimeFraction - (1 / timeLimit) * (1 - rawTimeFraction);
  }

  // Funktion zur Festlegung der Strichlänge des verbleibenden Pfades basierend auf dem Anteil der verstrichenen Zeit
  function setCircleDasharray() {
    const circleDasharray = `${(
      calculateTimeFraction() * FULL_DASH_ARRAY
    ).toFixed(0)} 283`;
    document
      .getElementById(`${containerId}-path-remaining`)
      .setAttribute("stroke-dasharray", circleDasharray);
  }
}

quarto Dokument

Innerhalb des quarto-Dokuments kann ein Timer wie folgt eingebunden werden:

<div id="UNIQUE-ID"></div>
<script src="timer.js"></script>
<script>
    document.addEventListener("DOMContentLoaded", function () {
        initializeTimer("UNIQUE-ID", SECONDS); 
    });
</script>

…wobei UNIQUE-ID an beiden Stellen durch eine eindeutige ID und SECONDS durch die gewünschte Anzahl an Sekunden ersetzt werden müssen.

Ein Beispiel für einen 4minütigen Timer könnte so aussehen:

Please think about this for 4 minutes.
<div id="4minWaiting"></div>
<script src="timer.js"></script>
<script>
    document.addEventListener("DOMContentLoaded", function () {
        initializeTimer("4minWaiting", 240); 
    });
</script>

Es können beliebig viele Timer verwendet werden, solange immer eine eindeutige UNIQUE-ID verwendet wird.

Countdown-Timer im Einsatz

Quarto-Extension

Mittlerweile gibt es eine eigene kleine Extension, über die der Timer the quarto way installiert werden kann:

$ quarto add produnis/quarto-timer

Viel Spass damit!

Weblinks




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3. Januar 2024

Mit quarto können über revealjs schöne HTML-Folien erstellt werden.

Über die YAML-Parameter

format: 
  revealjs: 
    embed-resources: true

wird eine HTML-Datei erzeugt, die alle benötigten Daten (z.B Medien- oder Scriptdateien) enthält. Der Vorteil liegt auf der Hand: eine solche HTML-Datei läuft auch offline, und ich muss mich nicht um weitere Ressourcen kümmern. Auf Konferenzen beispielsweise läuft eine solche HTML-Datei direkt auf (fast) jedem Gerät.

Möchte man in den Folien lokale Schriftdateien (Fonts) verwenden, so können auch diese in 3 Schritten in die HTML-Datei integriert werden.

Schritt 1: Font-Dateien in resources-Liste

In diesem Beispiel möchte ich die Schrift Vollkorn als Hauptschrift und Roboto Mono als Monotype verwenden. Von der Webseite habe ich die woff2-Dateien heruntergeladen, und innerhalb meines Quartoprojektes in den Unterordner “fonts” gespeichert. Um sicherzustellen, dass diese Dateien auch exportiert werden, gebe ich sie im YAML-Header expliziet unter resources an:

format: 
  revealjs: 
    embed-resources: true
    resources:
      - fonts/Roboto-Mono-regular.woff2
      - fonts/Vollkorn-Bold.woff2
      - fonts/Vollkorn-BoldItalic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Italic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Regular.woff2

Schritt 2: SCSS-Datei

Damit die Datei später erkannt wird, müssen wir sie mittels einer SCSS-Datei quarto bekannt machen. Es bietet sich dabei an, für jede lokale Schrift, die verwendet werden soll, eine eigene SCSS-Datei anzulegen.

Monospace

Für Roboto Mono ist dies schnell erledigt. Ich nenne die Datei fontrobotomono.scss und gebe ihr folgenden Inhalt:

/*-- scss:defaults --*/
$font-family-monospace: "Roboto Mono" !default;

@font-face {
  font-family: 'Roboto Mono';
  src: url('../../../../../fonts/Roboto-Mono-regular.woff2') format('woff2');
  font-weight: normal;
  font-style: normal;
}

Beachten Sie den relativen Pfad zu der woff2-Datei. Quarto benötigt 5x ../, um sich später im richtigen Verzeichnis mit den Schriften wiederzufinden.

Sans Serif

Für die Vollkorn-Fonts erzeuge ich die Datei fontvollkorn.scss mit folgendem Inhalt:

/*-- scss:defaults --*/
$font-family-sans-serif: "Vollkorn" !default;

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-Regular.woff2') format('woff2');
  font-weight: normal; // Black
  font-style: normal;
}

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-Italic.woff2') format('woff2');
  font-weight: normal; // Black
  font-style: italic;
}

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-Bold.woff2') format('woff2');
  font-weight: bold;
  font-style: normal;
}

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-BoldItalic.woff2') format('woff2');
  font-weight: bold;
  font-style: italic;
}

Beachten Sie auch hier den relativen Pfad zu den woff2-Dateien. Quarto benötigt 5x ../, um sich später im richtigen Verzeichnis mit den Schriften wiederzufinden.

Schritt 3: SCSS-Datei einbinden

Nun können wir im YAML-Header die SCSS-Dateien über den theme-Parameter einbinden, und somit die Hauptschrift auf Vollkorn, und Monospace auf Roboto Mono umzustellen.

format: 
  revealjs: 
    embed-resources: true
    resources:
      - fonts/Roboto-Mono-regular.woff2
      - fonts/Vollkorn-Bold.woff2
      - fonts/Vollkorn-BoldItalic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Italic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Regular.woff2
    theme: [default, fontvollkorn.scss, fontrobotomono.scss]

Und schon ist die Hauptschrift in Vollkorn, und Monospace ist Roboto Mono, und die Fontdateien sind in der HTML-Datei enthalten.

Weblinks




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Mit quarto können über revealjs schöne HTML-Folien erstellt werden.

Über die YAML-Parameter

format: 
  revealjs: 
    embed-resources: true

wird eine HTML-Datei erzeugt, die alle benötigten Daten (z.B Medien- oder Scriptdateien) enthält. Der Vorteil liegt auf der Hand: eine solche HTML-Datei läuft auch offline, und ich muss mich nicht um weitere Ressourcen kümmern. Auf Konferenzen beispielsweise läuft eine solche HTML-Datei direkt auf (fast) jedem Gerät.

Möchte man in den Folien lokale Schriftdateien (Fonts) verwenden, so können auch diese in 3 Schritten in die HTML-Datei integriert werden.

Schritt 1: Font-Dateien in resources-Liste

In diesem Beispiel möchte ich die Schrift Vollkorn als Hauptschrift und Roboto Mono als Monotype verwenden. Von der Webseite habe ich die woff2-Dateien heruntergeladen, und innerhalb meines Quartoprojektes in den Unterordner “fonts” gespeichert. Um sicherzustellen, dass diese Dateien auch exportiert werden, gebe ich sie im YAML-Header expliziet unter resources an:

format: 
  revealjs: 
    embed-resources: true
    resources:
      - fonts/Roboto-Mono-regular.woff2
      - fonts/Vollkorn-Bold.woff2
      - fonts/Vollkorn-BoldItalic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Italic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Regular.woff2

Schritt 2: SCSS-Datei

Damit die Datei später erkannt wird, müssen wir sie mittels einer SCSS-Datei quarto bekannt machen. Es bietet sich dabei an, für jede lokale Schrift, die verwendet werden soll, eine eigene SCSS-Datei anzulegen.

Monospace

Für Roboto Mono ist dies schnell erledigt. Ich nenne die Datei fontrobotomono.scss und gebe ihr folgenden Inhalt:

/*-- scss:defaults --*/
$font-family-monospace: "Roboto Mono" !default;

@font-face {
  font-family: 'Roboto Mono';
  src: url('../../../../../fonts/Roboto-Mono-regular.woff2') format('woff2');
  font-weight: normal;
  font-style: normal;
}

Beachten Sie den relativen Pfad zu der woff2-Datei. Quarto benötigt 5x ../, um sich später im richtigen Verzeichnis mit den Schriften wiederzufinden.

Sans Serif

Für die Vollkorn-Fonts erzeuge ich die Datei fontvollkorn.scss mit folgendem Inhalt:

/*-- scss:defaults --*/
$font-family-sans-serif: "Vollkorn" !default;

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-Regular.woff2') format('woff2');
  font-weight: normal; // Black
  font-style: normal;
}

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-Italic.woff2') format('woff2');
  font-weight: normal; // Black
  font-style: italic;
}

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-Bold.woff2') format('woff2');
  font-weight: bold;
  font-style: normal;
}

@font-face {
  font-family: 'Vollkorn';
  src: url('../../../../../fonts/Vollkorn-BoldItalic.woff2') format('woff2');
  font-weight: bold;
  font-style: italic;
}

Beachten Sie auch hier den relativen Pfad zu den woff2-Dateien. Quarto benötigt 5x ../, um sich später im richtigen Verzeichnis mit den Schriften wiederzufinden.

Schritt 3: SCSS-Datei einbinden

Nun können wir im YAML-Header die SCSS-Dateien über den theme-Parameter einbinden, und somit die Hauptschrift auf Vollkorn, und Monospace auf Roboto Mono umzustellen.

format: 
  revealjs: 
    embed-resources: true
    resources:
      - fonts/Roboto-Mono-regular.woff2
      - fonts/Vollkorn-Bold.woff2
      - fonts/Vollkorn-BoldItalic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Italic.woff2
      - fonts/Vollkorn-Regular.woff2
    theme: [default, fontvollkorn.scss, fontrobotomono.scss]

Und schon ist die Hauptschrift in Vollkorn, und Monospace ist Roboto Mono, und die Fontdateien sind in der HTML-Datei enthalten.

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2. Januar 2024

Mit dem AI Guide stellt Mozilla ein kollobaratives Nachschlagewerk zum Thema Künstliche Intelligenz bereit, welches Entwicklern den Einstieg in die KI-Branche erleichtern soll.

Bereits im November hatte Mozilla eine erste Version vom Mozilla AI Guide angekündigt. Im Rahmen der Innovation Week im Dezember hat das Mozilla Innovation Team eine aktualisierte Fassung veröffentlicht.

Beim AI Guide handelt es sich um ein Nachschlagewerk mit Fokus auf Entwicklern, welches Grundlagen über Künstliche Intelligenz (KI), Sprachmodelle und mehr erklärt. Dabei ist die Community explizit eingeladen, Beiträge beizusteuern, um den Guide zu erweitern.

Mozilla AI Guide

Der Beitrag Mozilla AI Guide: Nachschlagewerk zum Thema KI erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

1. Januar 2024

Mit MemoryCache hat das Mozilla Innovation Team ein weiteres KI-Experiment vorgestellt. Dieses soll aus vom Benutzer bereitgestellten Daten wie besuchten Websites lernen.

Im Rahmen der Innovation Week im Dezember hat das Mozilla Innovation Team mehrere Projekte aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz vorgestellt, darunter mit Solo einen KI-basierten Website-Builder und mit llamafile eine revolutionäre Möglichkeit, einen LLM-Chatbot in einer einzigen Datei auszuliefern, welche auf verschiedenen Betriebssystemen einfach gestartet werden kann und im Gegensatz zu ChatGPT & Co. lokal auf dem Computer läuft. Ein weiteres Projekt ist MemoryCache.

Die Idee von MemoryCache ist es, einen lokalen KI-Assistenten bereitzustellen, welcher nicht etwa aus großen Modellen, sondern aus vom Anwender selbst bereitgestellten und kategorisierbaren Informationen lernt und dann beispielsweise bei der Recherche oder beim Brainstorming hilft, scheinbar nicht zusammenhängende Themen miteinander zu verbinden und so neue Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen. So können zum Beispiel besuchte Websites gespeichert werden, aber auch Dateien, die manuell hinzugefügt werden. Der große Datenschutz-Vorteil, wie auch schon bei llamafile: Alles findet lokal auf dem eigenen Computer statt, es werden keine Daten an irgendeinen Dritten weitergeleitet.

Das folgende Bild zeigt ein Mockup einer möglichen zukünftigen Oberfläche:

Mozilla MemoryCache Mockup

MemoryCache befindet sich noch in einem früheren experimentellen Status. Dementsprechend kompliziert ist die Ausführung zu diesem Zeitpunkt noch. Neben einem lokalen Setup einer älteren Version von PrivateGPT sowie einem konfigurierten Symlink auf dem System wird derzeit noch eine Firefox-Erweiterung sowie ein angepasster Firefox-Build benötigt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das idealerweise einfacher funktionieren.

Der Beitrag MemoryCache: Lokaler KI-Assistent erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

31. Dezember 2023

Es ist der 31.12.2023 und somit wird es wieder Zeit für den traditionellen Jahresrückblick. Dieses Jahr dominierten zwei Buchstaben: KI. Die Veröffentlichung von ChatGPT erfolgte zwar kurz vor 2023, in diesem Jahr wurden allerdings die Auswirkungen sichtbar. Ich muss sagen, dass es lange kein Werkzeug gab, an dem ich so viel Experimentierfreude erleben konnte.

Dabei ist die Mensch-Maschine-Schnittstelle besonders spannend. Die natürlichsprachliche Interaktion verbessert nicht nur die Zugänglichkeit, sondern erhöht auch die Interoperabilität: Das Werkzeug kann nicht nur die Aufgabe verstehen, sondern die Ergebnisse in der gewünschten Form darstellen. Schreibe ich eine Software, erfüllt sie nur einen Zweck. ChatGPT kann besonders einfach an neue Aufgabenbereiche angepasst werden. Man muss nicht einmal im klassischen Sinne "programmieren". Somit wird die Arbeit mit dem Computer auf eine ganz neue Stufe gehoben.

Auf die technische Ebene möchte ich heute gar nicht direkt eingehen, das haben wir das Jahr schon im Detail in diesem Blog ergründet. Diskussionen über Technik und Innovationen stellen nur eine Augenblickaufnahme dar. Im Rückblick auf eine größere Zeitepisode wie ein mindestens Jahr werden allerdings gesellschaftliche Entwicklungen deutlich. Und hier gab es einiges zu beobachten.

KI für die Massen

ChatGPT hat eine große Nutzerbasis erreicht, die zumindest ein Mal das Werkzeug ausprobiert hat. Im deutschsprachigen Raum, der sonst sich so "datenschutzorientiert" und innovationskritisch gibt, ist das schon bemerkenswert. Diskussionen über Datenschutz waren zweitrangig, die Menschen waren von der Innovation durch das Werkzeug fasziniert. Natürlich kam über das Jahr die Erkenntnis, dass in der aktuellen Form die Technologie je nach Branche noch nicht weit genug ausgereift ist, trotzdem wollte jeder einmal schauen, was es damit auf sich hat und ob es den Alltag erleichtern kann.

Und doch hat OpenAIs Werkzeug in meinen Augen ein wenig den Blick verengt: Durch das schnelle Wachstum wurde ChatGPT zum Sinnbild von "KI" und hat Ängste geschürt. Denn einerseits will jeder, dass KI ihm das Leben einfacher macht, jedoch nicht, dass andere mit KI ihm seine Lebenssituation verschlechtern bzw. ihn zu einem Umdenken zwingen. Ein Zeitungsredakteur möchte gerne KI für die Verbesserung seiner Texte einsetzen, fürchtet jedoch um seine Jobzukunft, wenn andere ihn durch automatische Generierung ganzer Zeitungsbeiträge drohen, überflüssig zu machen.

Dieser Umstand hat die Diskussion rund um den europäischen AI Act noch einmal deutlich angeheizt. An Large Language Models wurden auf einmal hohe Anforderungen gestellt, um subjektiven Ängsten entgegenzutreten. Dann war man sich aufgrund der Innovationsgeschwindigkeit auf einmal nicht sicher, ob es jetzt schon Zeit für eine starre Regulierung ist. Und schlussendlich zeichnet sich eine politische Entwicklung ab, jetzt lieber irgendeinen Kompromiss als später eine gut ausgearbeitete Fassung präsentieren zu können. Wie der AI Act kommt, werden wir dann im nächsten Jahr sehen.

Das alles war aber nicht das, was dieses Jahr in meinen Augen besonders gemacht hat. Es ist etwas anderes: die neue Rolle von Open Source.

Neue Hürden für Technologie?

Anfang des Jahres sah es so aus, als setzt eine besondere Kommerzialisierung in der Technikwelt ein: die Kommerzialisierung von Basistechnologie. Über die verschiedenen Jahre haben wir gesehen, dass es für verschiedene Produkte in der IT proprietäre und freie Lösungen gibt. Zwar sind erstere gerne technologisch mitunter überlegen, da die Profitorientierung Anreize setzt, für bestimmte Anwendungszwecke besonders passende Lösungen zu entwickeln. Kostet eine Software Geld, kann der Hersteller Programmierer anstellen, die auch die Features entwickeln, die man ungern freiwillig programmiert. Auf diese Weise entstehen runde Produkte für einen Anwendungszweck.

Freie bzw. zumindest quelloffene Software ermöglicht zumindest aber der Öffentlichkeit, einen Blick in die Funktionsweise zu werfen, um zu sehen, wie etwas funktioniert. Das ist die Grundlage, um Technologie zu verbessern.

In der Welt des maschinellen Lernens entstand allerdings durch die benötigte Compute Power eine hohe Eintrittshürde. Es sah so aus, als wären die Large Language Models nur noch großen Konzernen bzw. gut finanzierten Start-ups vorbehalten, die sich die Trainingspower leisten können. Während die Vorgängersysteme wie GPT-2 noch öffentlich zugänglich waren, wurden gerade Systeme wie GPT-3 und GPT-4, bei denen das Produkt endlich richtig nutzbar wurde, zurückgehalten.

Im Laufe des Frühlings habe ich allerdings vermutet, dass freie Modelle die proprietären outperformen können, weil die öffentliche Zugänglichkeit die Chance eröffnet, dass Experten weltweit mit ihren eigenen Erfahrungen, Eindrücken und ihrem Domänenwissen eine Technologie entwickeln können, die verschlossenen Produkten überlegen ist.

Überraschend war, dass es gerade das AI-Team von Facebook war, das den Stein mit LLaMA ins Rollen gebracht hat. Es folgten zahlreiche weitere Abkömmlinge, Weiterentwicklungen oder gänzliche Alternativansätze, die eines gemein hatten: ihr Kern mit den Gewichten war zugänglich.

Wie es aussieht, könnte die Dominanz proprietärer Systeme gebrochen werden, sodass auch die Möglichkeit gewahrt bleibt, einen wissenschaftlichen Diskurs zu führen. Technische Berichte proprietärer Modelle sind zwar nett, aber die Forschungsarbeiten, in denen reproduzierbare Fortschritte aufgezeigt werden, bringen uns tatsächlich eher voran.

Um die rasante Entwicklung im Frühling, als scheinbar jedes KI-Team großer Konzerne und Forschungseinrichtungen alle in der Schublade angesammelten LLM-Projekte zu veröffentlichen versuchte, im Auge zu behalten, habe ich die LLM-Timeline entwickelt. Sie wurde vor einigen Tagen wieder aktualisiert und zeigt besonders, wie sehr LLaMA als eines der ersten praktisch verwertbaren Modelle mit offenen Gewichten die Entwicklung beeinflusst hat.

Ein weiteres Projekt, das ich in der Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Kiel realisiert habe, war der Podcast KI & Kultur, der generative Modelle aus der Perspektive Kulturschaffender beleuchtet hat.

Was bleibt

Das Jahr hat den 70 Jahre alten Begriff der KI wieder mal in die Massen gebracht. Dabei wird ChatGPT dem Begriff eigentlich gar nicht gerecht, weil es streng genommen relativ dumm ist. Insbesondere beschränkt es die Zustandsfähigkeit nur auf eine Prompt und lernt nicht, während es denkt. Training und Inferenz sind entkoppelt.

Und trotzdem ist es diese natürlichsprachliche Schnittstelle, die es so faszinierend macht. Allerdings ist auch diese Erkenntnis nicht neu und wurde schon vor 55 Jahren mit ELIZA diskutiert.

Erfreulich ist es, dass "Open Source" nicht mehr nur bei Software, sondern in neuen Technologien Anwendung findet. Der Gedanke, dass Technologie zugänglich sein muss, kann so erhalten werden. Und dass es hilft, wenn Wissenschaftler auf der ganzen Welt mit ihrem Wissen beitragen können, sehen wir weiterhin auch in dieser Thematik.

LLMs ermöglichen es, dass wir uns endlich wieder der Mensch-Maschine-Schnittstelle widmen können, die Technologie nutzbar macht. Menschen wollen, dass Technik das Leben einfacher macht. Die bisher begrenzte Rechenleistung hat uns zu Hilfsmitteln wie Displays, Touchscreens oder Tastaturen gezwungen. In den nächsten Jahren können wir schauen, wie wir das überwinden können, um endlich nutzbare Computer zu erhalten, die wirklich was bringen.

Und so ist es schon fast ironisch, dass die naheliegendste Technologie, die in den 2010er-Jahre euphorisch gefeiert wurde, von den LLMs noch wenig profitiert hat: Sprachassistenten. Sie sind überwiegend noch genau so begrenzt und unflexibel wie früher. Hier gibt es einiges zu tun.

Frohes Neues

Abschließend möchte ich meinen Lesern des Blogs und Zuhörern des Podcasts Risikozone sowie KI & Kultur danken, dass ihr den Blog lest, den Podcast hört und regelmäßig Feedback gebt. Ich wünsche euch einen guten Rutsch in das neue Jahr 2024.

Im nächsten Jahr werden wir wieder gemeinsam neue Technologien ergründen und die aktuellen Nachrichten diskutieren. Es wird auch mehr um Grundlagen und Visualisierungen gehen, hierauf freue ich mich schon besonders!

Viel Glück, Gesundheit und Erfolg!