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20. Juli 2023

Mit Thunderbird 115.0.1 hat die MZLA Technologies Corporation das erste Update für seinen Open Source E-Mail-Client nach dem großen Upgrade auf Thunderbird 115 veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 115.0.1

Mit dem Update auf Thunderbird 115.0.1 hat die MZLA Technologies Corporation das erste Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht, nachdem vor etwas mehr als einer Woche Thunderbird 115 mit vielen Neuerungen veröffentlicht worden ist. Das Update bringt einige Korrekturen und kleinere Verbesserungen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

Updates von Thunderbird 102 und älter sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv. Nutzer älterer Versionen können sich Thunderbird 115.0.1 aber über die offizielle Website herunterladen und über die bestehende Version installieren.

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19. Juli 2023

Bei meinem zweiten Versuch, funktionierte einiges besser, als beim ersten Versuch.

Nachdem meine erste Berührung mit der GNU/Linux-Distribution NixOS am Montag kläglich gescheitert ist, versuche ich es erneut. Der erste Versuch schlug fehl, weil ich vergessen hatte, das Upgrade mit Root-Rechten durchzuführen. Die unproblematische Installation, die ich am Montag beschrieben habe, wiederhole ich jetzt nicht noch einmal. Stattdessen steige ich am Punkt des Versagens wieder ein: beim System-Upgrade.

Eelco Dolstra - NixCon 2018

Doch bevor ich damit beginne, ist hier ein kurzer historischer Ausflug: NixOS, bzw. der Nix-Paketmanager, wurde 2001 von Eelco Dolstra und Armijn Hemel an der Universität von Utrecht in den Niederlanden entwickelt. Der Name Nix geht auf das niederländische Wort für Nichts (niks) zurück.

Noch ein Tipp: falls ihr NixOS in einer virtuellen Maschine (z. B. GNOME-Boxes) ausprobieren möchtet, empfehle ich die native Auflösung eures Monitors/Display zu verwenden. Bei kleineren Skalierungen hatte ich das Problem, dass die Mausklicks nicht an der richtigen Stelle erfolgten. Ob das an NixOS, oder an GNOME-Boxes liegt, kann ich nicht sagen; jedoch habe ich diesen Effekt bei Distro-Tests bisher noch nicht gesehen.

Und los geht es:

NixOS genehmigt sich unmittelbar nach dem Start (mit dem GNOME-Desktop) 883 MiB RAM, was ein guter Wert ist. Auch die Startgeschwindigkeit ist hervorragend. Und so präsentiert es sich direkt nach dem Start:

Wie ihr seht, gibt es wenige vorinstallierte Anwendungen. Neben den üblichen GNOME-Apps fällt auf:

  • Zwei Terminals: xTerm und Konsole
  • Zwei Webbrowser: Firefox und GNOME-Web
  • E-Mail: Geary
  • Musik: Rhythmbox
  • Das NixOS-Manual
  • Kein Software-Center

Nun prüfe ich zuerst den Channel. Grob gesagt, kann man Channels mit den Repositories herkömmlicher Distributionen vergleichen. Es gibt die Stable und Unstable Channels, sowie die Large und Small Channels. Diese Namen sollten selbsterklärend sein; Stable/Unstable beschreiben die Stabilität der enthaltenen Pakete, während Large/Small den Umfang der enthaltenen Pakete zum Ausdruck bringen.

Um herauszufinden, mit welchem Channel man es zu tun hat, führt man diesen Befehl im Terminal aus:

sudo nix-channel --list | grep nixos
nixos https://nixos.org/channels/nixos-23.05

Ich nehme an, dass es sich dabei um den aktuellen Stable/Large Channel handelt; sicher bin ich mir aber nicht. Bei jeder Neuinstallation einer Distribution empfiehlt es sich, zuerst ein Upgrade durchzuführen, damit alle Pakete auf dem neusten Stand sind. Bei NixOS geht das so:

sudo nixos-rebuild switch --upgrade

Dann laufen ca. 1000 Zeilen durch euer Terminal, mit denen man als Nix-Neuling nix anfangen kann. Das ist man von anderen Distros so nicht gewöhnt. Selbst ein Upgrade im Terminal liefert in der Regel benutzergerechte Ausgaben, anstatt tausende Zeilen auszugeben. Zumindest ist die Dauer des Upgrades nicht schneller oder langsamer als bei anderen Systemen.

Nach dem Upgrade habe ich (testweise) einen Neustart durchgeführt: keine Probleme, das System lebt noch und der Startvorgang ist genauso schnell wie beim ersten Mal.

Wer sich ein bisschen in das NixOS-Manual eingelesen hat, erfährt, dass das System jede Paketversion in einem eigenen Verzeichnis unter /nix/store/ ablegt. Ja, ihr habt richtig gelesen: "für jede Version". Das ist nötig, um auf vorherige Releasestände zurückrollen zu können; führt aber auch dazu, dass euer Speichermedium schneller voll ist, als ihr "Richard Stallman" sagen könnt. Diese Behauptung entstammt nicht meinen eigenen Testergebnissen (wie auch?), sondern ist ein häufig geäusserter Kritikpunkt an NixOS: nix ohne dicke Festplatte.

Nun möchte ich ein neues Paket installieren, nämlich die Bildverwaltung gThumb. Dazu prüfe ich zuerst, ob es diese Anwendung überhaupt für NixOS gibt: https://search.nixos.org/packages

Ja, gibt es. Dort bekommt man eine Ahnung davon, dass es für die Paketinstallation unter NixOS nicht eine, sondern drei Möglichkeiten gibt: nix-env, NixOS Configuration und nix-shell. Dazu werde ich einen eigenen Artikel schreiben. Für heute begnüge ich mich mit der temporären Installation von gThumb in der nix-shell mit diesem Befehl:

nix-shell -p gthumb

Im Terminal sieht das so aus:

Nix lädt drei Pakete herunter und kopiert diese in das Nix-Store-Verzeichnis. Dann starte ich gThumb und es läuft. Aber nur, solange das Terminal geöffnet ist. Sobald ich diese Shell-Session beende, ist der Spuk vorbei und gThumb existiert nicht mehr. Hey, wie cool ist das denn?

Mehr von den Wunderdingen der Nix-Paketverwaltung lest ihr im nächsten Beitrag zu NixOS.

Quelle: https://nixos.org/manual/nixos/stable/

Bildnachweis: https://i.ytimg.com/vi/8M6yvJC00J4/maxresdefault.jpg


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18. Juli 2023

Bei Firefox Translations handelt es sich um eine Übersetzungsfunktion für Websites, welche im Gegensatz zu Übersetzern wie Google Translate lokal arbeitet, die eingegebenen Texte also nicht an einen fremden Server sendet. Mozilla arbeitet an einer nativen Integration für Firefox und bittet seine Nutzer um Feedback zur Qualität der Übersetzungen.

Was ist Firefox Translations?

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Bergamot-Projekts hatte Mozilla gemeinsam mit der University of Edinburgh (Schottland), der University of Tartu (Estland), der University of Sheffield (England) sowie der Charles University (Tschechien) zusammengearbeitet, um eine vollständig clientseitige Funktion zur maschinellen Übersetzung von Websites für den Browser zu entwickeln. Das bedeutet, dass die Übersetzung vollständig im Browser geschieht und keine zu übersetzenden Inhalte an einen Datenriesen wie Google oder Microsoft übermittelt werden müssen. Firefox Translations steht aktuell als Browser-Erweiterung für Firefox zur Verfügung.

In Zukunft wird die Übersetzungs-Funktion ein natives Firefox-Feature sein, für welches der Anwender nicht erst eine Erweiterung installieren muss. Vergangenen Monat hatte ich zuletzt über die Fortschritte der nativen Implementierung berichtet.

Native Integration von Firefox Translations testen

Um die native Integration von Firefox Translations zu testen, kann eine Nightly-Version von Firefox installiert werden. Dort ist Firefox Translations standardmäßig aktiviert. Nutzer, welche bereits die gleichnamige Erweiterung installiert haben, sollten diese zum Testen deaktivieren.

Mozilla bittet nun insbesondere Muttersprachler der derzeit angebotenen Sprachen um Feedback zu den Übersetzungen. Als Beispiele nennt Mozilla die Lieblings-Nachrichtenseite, Bankseite, Social Media-Seite, Film-Seite von der IMDb sowie Artikel auf Wikipedia.

Als Browsersprache sollte entweder Englisch oder die die eigene Sprache eingestellt sein, für die meisten Leser dieses Blogs also wahrscheinlich Deutsch. Bei Besuch einer Website in einer anderen Sprache kann diese dann über das Symbol in der Adressleiste übersetzt werden.

Firefox Translations

Mozilla ist an Feedback zu Übersetzungen in beide Richtungen interessiert: eine fremde in die eigene Sprache, aber auch umgekehrt aus einer anderen in die eigene Sprache.

Feedback zur Qualität der Übersetzungen

Für die Bewertung der Übersetzungsqualität sollen die Übersetzungen aus Firefox mit denen aus Google Chrome sowie denen aus Microsoft Edge verglichen und jeweils von 1 bis 10 bewertet werden. Neben der URL der übersetzten Seite sowie der Original- und Zielsprache wird eine Begründung für die Firefox-Bewertung angegeben. Außerdem gibt es Felder, um zu beschreiben, was gut und was nicht gut funktioniert hat. Ein optionales Feld lässt Platz für allgemeines Feedback.

Feedback zur Qualität der Übersetzungen an Mozilla senden

Übersetzungsfehler melden

Über ein anderes Formular können Übersetzungsfehler gemeldet werden. Neben der Original- und Zielsprache werden hier der ursprüngliche Satz sowie der übersetzte Satz angegeben. Neben einer Bewertung (fünf mögliche Optionen) kann eine bessere Übersetzung vorgeschlagen werden. Ein zusätzliches Feld erlaubt weitere hilfreiche Angaben.

Übersetzungsfehler an Mozilla melden

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Mit diesem einfachen Trick lässt sich die Grösse eines in VirtualBox laufenden Desktops automatisch an die Fenstergrösse anpassen.

VirtualBox ermöglicht grundsätzlich, die Grösse eines in einer VM laufenden Linux-Desktops automatisch an die Fenstergrösse anzupassen. Dazu ist allerdings etwas Vorarbeit nötig. Zunächst müssen dafür die VirtualBox Guest Additions installiert werden. Einige Distributionen bieten dazu Pakete an, wie beispielsweise Alpine Linux. Alternativ kann innerhalb von VirtualBox eine virtuelle CD mit Gasterweiterungen eingelegt und das auf der CD enthaltene Installationsprogramm gestartet werden.

Nach der Installation kann die VM heruntergefahren werden. In den Einstellungen der virtuellen Maschine können daraufhin im Bereich Anzeige einige Einstellungen vorgenommen werden.

Auf einem hochauflösenden Display (Beispiel 3000x2000px) muss der Grafikspeicher erhöht werden, da andernfalls die Skalierung nicht vollständig funktioniert. Empfohlen wird 128 MB, sofern die Hardware dies erlaubt. Zusätzlich kann Haken beim Punkt 3D-Beschleunigung aktivieren gesetzt werden.

Nach einem Neustart sollte sich der Desktop automatisch an die Fenstergrösse anpassen.


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Fedora Immutable Kinoite unter die Lupe genommen.

Fedora Kinoite ist ein "Immutable" System. Was bedeutet Immutable bei einer Distribution? Das /home Verzeichnis ist Variable. Genauso wie die Wahl und die Abwahl der Flatpaks. Hingegen ist / (Wurzelverzeichnis/Systemverzeichnis) isoliert und gehärtet. Es gibt ein sicheres Wiederherstellungsverfahren via Grub und in Discovery. Fedora verspricht 13 Monate Support pro Version. Jedes Update wird beim nächsten Reboot eingespielt. Updates, die den PC beschädigen könnten, werden verworfen. Im Grub und in Discovery kann man zwischen vorherigen "Release Points" wählen. Die Immutable Versionen sind "containerisiert". Fedora verspricht: Privatsphäre, Vertrauen und Open Source

Mein gewählter Installationsweg geht über zwei interne SSD´s hinweg mit einem DM-Crypt. Für Fedora ist das tatsächlich kein Problem, andere Distributionen mit deren Installern scheitern an solch einer Aufgabe. Während der Installation wird bei Erkennung die Netzwerkverbindung zur Auswahl gegeben.

Im ersten Moment bootet ein Kernel 6.2.300-fc38. Gut gefällt mir ebenfalls, dass man automatische Updates aktivieren und das Intervall ein Stück weit selbst bestimmen kann. Wenn ein Update eingespielt wird, aber nicht 100 % im ersten Lauf kompatibel ist, wird der Rest des Systems erst einmal danach automatisch angepasst, um danach einen neuen Anlauf zu starten. Nach meinem ersten Update am 15.07.2023 bin ich nun auf der Kernel Version 6.3.12-200.fc38.

Die Nutzung von Plasma sieht erst einmal sehr vertraut aus. Direkt zum ersten Start des Systems begrüßt einen das KDE Maskottchen mit wertvollen Tipps und Kniffs. Mir ist direkt aufgefallen, dass in der Netzwerkumgebung Samba, ein Zeroconfig Browser und Google Drive standardmäßig vorinstalliert sind. Warum letzteres mit implementiert ist, ist mir ethisch unverständlich. Wahrscheinlich könnte man in den KDE Konten innerhalb der Systemeinstellung bei aktiviertem G.-Account jenes mit einbinden. In dieser Einstellung kann man noch Dienste wie Nextcloud, oder aber OwnCloud hinzufügen.

Wie jetzt bei vielen Systemen im Trend kommen diese etwas "reduzierter" heraus. Das bedeutet bei Fedora Kinoite auf die Officepakete verzichtet wurde. Auch auf einen vorinstallierten E-Mail-Client wird hierbei verzichtet. Somit hat der Nutzer die Wahl zwischen dem, was er mag und wirklich benötigt. Kinoite präsentiert sich mit Wayland und X11 als Display Manager. Standardmäßig verwendet das System Wayland, welcher auch sehr gut funktioniert.

In meinem Lenovo T530 ist eine Intel, sowie Nvidia Grafikkarte verbaut. Via Display Port auf HDMI habe ich einen zweiten Monitor angeschlossen. Im Bios gelang mir die Verwendung der beiden mit folgender Grafik Einstellung: Discrete Graphics/Optimus disabled.

Sonst möchte ich darauf hinweisen, dass die Distribution selbst nicht so Ressourcen hungrig ist, wie Anfangs von mir erwartet. Die CPU meines "Dinosauriers" hingt auch nicht hinterher. Obwohl die meiste Software von mir Flatpaks sind, ist der RAM Verbrauch angenehm niedrig. Die Anwendungen, wenn auch gleich beim Booten gestartet, werden direkt in den Hintergrund verlagert, um Ressourcen zu sparen (eine Art Hypernate).

Wer gerne seine Firewall nutzen mag, der sollte diese wie üblich aktivieren. Die vorinstallierte Firewall ist Firewalld. Diese ist eine dynamische Firewall. Dynamisch bedeutet in dem Fall, man definiert sein Profil mit Anwendungen, die benötigt werden und aktiviert die "Zone". Die Ports bleiben nur dann auf, wenn Sie benötigt werden.

Als vorinstallierter Browser ist Firefox für Euch da. Nach dem ersten Update glänzt dieser nun in Version 115-1.0 Fedora.

Zu guter Letzt verbleibt mir die Meinung, dass Immutable Distributionen sich ideal für Linux🍀 Einsteiger oder experimentierfreudige User eigenen, da diese mit etwas anlernen sich ihr System nie "zerstören" können.

Quellen:
https://fedoraproject.org/
https://docs.fedoraproject.org/en-US/fedora-kinoite/


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17. Juli 2023

Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit ist Slackware Linux am gestrigen 16. Juli 2023 30 Jahre alt geworden.

Mein erster Kontakt mit Slackware war eher indirekt. Im Jahre 1994 entdeckte ich über einen lokalen Computerclub die erste Version von S.u.S.E. Linux. An Laptops dachten damals noch die wenigsten und so haben wir unseren 486er-Tower-PC mitsamt Monitor zur Installationsparty geschleppt.

Ich erinnere mich noch an die vielen Floppies, die es zu wechseln galt. Geplant war ein ganzer Nachmittag und am frühen Abend waren wir zwar mit der Installation durch, doch die Cirrus-Grafikkarte wollte einfach kein Xorg darstellen.

Meine Bastler- und Entdecker:innen-Seele war allerdings aktiviert und so habe ich auch danach (bis heute) nicht aufgegeben und viele tolle Erfahrungen gemacht, liebe Menschen kennengelernt und verdiene neben meiner Kunst meinen Lebensunterhalt mit Freier Software.

S.u.S.E. wurde damals übrigens als 'das deutsche Slackware' vermarktet und so bin ich schnell auf das Original gekommen, dem ich bis heute treu geblieben bin. Viele würden Slackware wohl als Dinosaurier der Linux-Distributionen bezeichnen, doch schon als Kind habe ich gerne mit Dinos gespielt, aber eben auch mit Raketen. Und genau das ist Slackware bis heute für mich: eine Mischung aus gut durchdachtem Grundsystem, welches klar und nachvollziehbar ist, ergänzt durch tagesaktuelle Software. Dies natürlich nur, wenn man wie ich den Entwicklerzweig namens -current nutzt, der einer Rolling-Distribution sehr ähnelt.

Slackware hat mich motiviert, auch in schwierigen Situationen nicht aufzugeben, denn eine Lösung gibt es fast immer. Und falls nicht, ist man mit aller Wahrscheinlichkeit in der Community nicht alleine damit.

Heute schätze ich die Verlässlichkeit des Systems, ebenso wie die Flexibilität. Vor einiger Zeit habe ich daher begonnen, einen Kurs zu schreiben, der auch Einsteigern den Zugang zu Slackware ermöglichen soll. Ziel dabei ist es, Linux von Grund auf kennenzulernen. Dies bedeutet allerdings auch, dass beispielsweise nach einer Installation, zunächst noch die grafische Oberfläche aktiviert und eingerichtet werden muss. Denn sobald Slackware einmal installiert ist, landet man erst einmal in der Shell.

Auf diese Weise versuche ich Einsteigern die Angst vor der Kommandozeile zu nehmen, denn dabei handelt es sich immer noch um das mächtigste Werkzeug, welches einem Linux-Nutzer zur Verfügung steht.

Ich freue mich auch heute immer wieder, neue Gesichter in unserer Telegram-Gruppe zu sehen, in der wir natürlich mit Rat-und-Tag zur Seite stehen, falls doch etwas einmal nicht funktionieren sollte.

Erfahrungsgemäss eignet sich der Kurs auch hervorragend, um Lernende in Informatikberufen mit dem Freien Betriebssystem vertraut zu machen.

Es wäre toll, wenn auch in Zukunft interessierte Menschen den Kurs machen und sich so vielleicht auch treue neue Slackware-Nutzer finden. Denn Distro-Hopping war tatsächlich für mich nie ein Thema, wohl weil ich bei Slackware nichts vermisst habe.

Passend zum Anlass habe ich mich dann noch inspirieren lassen, eine ganz persönliche Interpretation des Original Slackware 14.0.2012 T-Shirt-Motivs zu gestalten:

Denn laut Maya-Kalender hätte nach einigen Interpretationen im Jahre 2012 die Welt untergehen sollen. Über 10 Jahre später sind wir noch da und auch Slackware gibt es noch. Ich bin dafür sehr dankbar und freue mich auf viele weitere spannende Jahre.

Current (pre-release) ChangeLog for x86_64

Sun Jul 16 20:35:56 UTC 2023
Hey folks! It's time to acknowledge another one of those milestones... 30 (!)
years since I made the post linked below announcing Slackware's first stable
release after months of beta testing. Thanks to all of our dedicated
contributors, loyal users, and those who have helped us to keep the lights on
here. It's really been a remarkable journey that I couldn't have anticipated
starting out back in 1993. Cheers! :-)
       https://www.slackware.com/announce/1.0.php

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Mozilla Hubs ist eine Plattform, um virtuelle Treffpunkte zu erstellen. Nun hat Mozilla den Start der Managed Hubs in 29 weiteren Ländern angekündigt. Neben dem kostenlosen Plan gibt es außerdem ein kostenpflichtiges Angebot, welches Mozilla deutlich im Preis reduziert hat.

Was ist Mozilla Hubs?

Mit dem Start von Mozilla Hubs im April 2018 ging eine Online-Plattform an den Start, welche es Nutzern ermöglicht, sich in sogenannten Räumen virtuell zu treffen. Das Besondere an Hubs: es spielt sich komplett im Web ab – keine geschlossene Plattform, keine Installation einer Anwendung, keine Abhängigkeit von einem bestimmten Gerät. Einfach eine URL teilen und miteinander treffen. Hubs funktioniert in jedem Browser, am Smartphone – und auch mit der VR-Brille, wo Hubs als virtuelle Plattform sein volles Potential entfaltet. Mozilla Hubs ist quasi eine Miniatur-Ausgabe eines Web-basierten „Metaverse“, aber Open Source und mit Fokus auf Datenschutz, vom Macher des Firefox-Browsers.

Mozilla Hubs 2022

Das sind Managed Hubs

Mit den im November 2022 gestarteten Managed Hubs erhält der Abonnent seine ganz eigene Hubs-Instanz mit unbegrenzt vielen und anpassbaren Räumen inklusive Zugriff auf den Szenen-Editor Mozilla Spoke. In der im Mai eingeführten kostenlosen Version gibt es Platz für bis zu 10 Gäste sowie 500 MB Speicherplatz für Assets wie Avatare und Szenen. Die kostenpflichtige Option bietet Platz für bis zu 20 Gäste und 2 GB Speicherplatz sowie eine eigene myhubs.net-Domain und die Möglichkeit, Logos und Farben anzupassen.

Deutliche Preisreduzierung und Start in 29 weiteren Ländern

Die gerade erst eingeführte kostenlose Version bleibt natürlich unverändert bestehen. Die kostenpflichtige Version, welche bisher zum Einführungspreis von 24 Euro pro Monat (inklusive Steuern) verfügbar war, wurde im Preis deutlich reduziert und kostet insgesamt jetzt nur noch 8,40 Euro pro Monat.

Während die kostenlose Version in jedem Land der Welt genutzt werden kann, erforderte die kostenpflichtige Option bisher einen Wohnsitz in Deutschland, den USA, Kanada oder Großbritannien. Ab sofort werden 29 weitere Länder unterstützt: Neben Österreich und der Schweiz sind dies Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malaysia, Malta, Neuseeland, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn sowie Zypern.

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Wie erwartet, präsentiert Clément Lefèbvres Distribution erneut eine solide und Mainstream-taugliche Lösung.

Es sieht so aus, als wäre heute der Distro-Testing-Tag. Nach meinem Fehlversuch mit NixOS, versuche ich es mit der neusten Version einer der beliebtesten GNU/Linux-Distribution: Linux Mint in der aktuellen Version 21.2 Victoria. Mir geht es hier nicht um die aktuelle Spezifikation (basiert auf Ubuntu 22.04 LTS, Kernel 5.15, usw.), sondern um die Erfahrung für Anwender und Anwenderinnen; insbesondere für Umsteiger und Einsteigerinnen, weil Linux Mint sich für eine solche Klientel rühmt.

Selbstverständlich teste ich Mint mit seiner Flagship-Umgebung Cinnamon. Das ISO-Image der aktuellen Version (Cinnamon) findet ihr hier. Die Installation vollzieht sich völlig problemlos und ist nach wenigen Minuten abgeschlossen. An dieser Stelle frage ich mich, warum es immer noch Leute gibt, die eine GNU/Linux-Installation als kompliziert erachten; tatsächlich gibt es kaum etwas Einfacheres, was man auf einem Computer machen kann.

Wie es sich für eine benutzerfreundliche Distribution gehört, werden Anwender:innen mit einer Willkommens-Anwendung begrüsst, die relevante Information für den Ersteinsatz bietet. Die darin angebotenen "Ersten Schritte" sind sinnvoll gewählt, könnten jedoch Einsteiger bereits überfordern:

Die Einstellung der Schreibtischfarben sollte jede:r bewältigen können. Ob man zweimal am Tag Snapshots erstellen möchte, können vermutlich nur die Wenigsten entscheiden. Ich persönlich finde diese Standardeinstellung etwas übertrieben, insbesondere bei einem LTS-System. Die Treiberverwaltung ist wiederum sehr einfach, was man von der Aktualisierungsverwaltung nicht sagen kann. Mit den darin angebotenen Optionen sind Anfänger:innen definitiv überfordert.

Als erfahrener GNU/Linux-Anwender gefällt mir diese Auswahl an ersten Schritten selbstverständlich gut. Bei einer Windows-Umsteigerin erzeugen diese Möglichkeiten vermutlich schon Stirnrunzeln. Systemeinstellungen, Firewall? Versteht mich nicht falsch; Linux Mint macht das vorbildlich, und ich wüsste nicht, wie man es besser gestalten könnte. Ich vergebe hier die volle Punktzahl, befürchte jedoch, dass die Generation der Handy-Wischer auch damit überfordert ist.

Egal, weiter geht es. Erfreulicherweise sind in Linux Mint mehr als die notwendigen Anwendungen vorinstalliert. Selbst ein Neofetch ist vorhanden. Kritiker werden das als "bloated" bemängeln, aber man kann es nicht allen recht machen. Gerade bei einer Einsteiger-Distro, halte ich mehr vorinstallierte Anwendung besser als weniger.

Nach dem Neustart kam die erste Enttäuschung. Ich hatte der virtuellen Maschine (Boxes) 2 GB RAM und 20 GB Disk gegeben; anscheinend war das zu wenig. Linux Mint meldete 0 Byte verbleibender Speicherplatz und das Menü war nicht mehr vorhanden. Also löschen und neu installieren des 2.5 GB ISO-Images, dieses Mal mit 4 GB RAM und 40 GB Massenspeicher.

Die Neuerungen in Mint 21.2 lassen sich schnell zusammenfassen:

  • Tap-to-Click standardmässig auf dem Anmeldebildschirm aktiviert
  • Verbesserte Tastaturnavigation im Passwortfeld des Anmeldebildschirms
  • Überarbeitete Benutzeroberfläche für den Software-Manager und die vorgestellten Anwendungen, darunter Flatpaks
  • Neu gestaltete Pix-Anwendung auf Basis von gThumb 3.12.2
  • Neue zweifarbige Ordnersymbole
  • Volle Unterstützung für HEIF- und AVIF-Bilddateien im gesamten Betriebssystem
  • Xreader kann jetzt eine Vorschau von Adobe Illustrator-Dokumenten anzeigen
  • Neue Hintergrundbilder

So präsentiert sich Mint nach dem initialen Update und dem Umschalten auf das dunkle Thema:

Das Startmenü des Cinnamon-Desktops lässt sich mit der SUPER-Taste öffnen (was nicht selbstverständlich ist) und lässt kaum Wünsche offen. In der linken Leiste gibt es konfigurierbare Schnellstarter für Anwendungen. Darunter befinden sich die Schaltflächen für 'Bildschirm sperren', 'Abmelden' und 'Ausschalten'. Das oben angeordnete Suchfeld erlaubt das Auffinden von Anwendungen und Dateien; Systemkommandos, Berechnungen, Aufgaben, Personen oder Termine verwenden nicht unterstützt. Die vorinstallierten Anwendungen halte ich für ausreichend, aber nicht übertrieben. Diese wichtigen Anwendungen hat das Mint-Team ausgewählt:

  • Firefox (115.0.2): keine Plugins, keine Sprachanpassung
  • LibreOffice (7.3.7.2): dunkles Theme wird übernommen (auch nicht selbstverständlich)
  • Pix (ein gThumb-Fork): keine Ahnung, warum man gThumb forken muss
  • Drawing (ein einfacher Bild-Editor): Gimp ist nicht vorinstalliert
  • Thunderbird (102.13)
  • Nemo: guter Dateimanager; ein Fork von Nautilus (GNOME-Files)
  • Celluloid: Video-Player
  • Rhythmobox: Audio-Player und Musikverwaltung
  • Synaptic: als zusätzliche Paketverwaltung
  • Xed: einfacher Texteditor

Das sind natürlich nicht alle vorinstallierten Anwendungen, sondern nur die wichtigsten.

Die Systemeinstellungen von Linux Mint Victoria halte ich für inakzeptabel, bzw. völlig veraltet. Öffnet man die Einstellungen, empfangen einen 34 Einzelanwendungen, die grob in die Kategorien: Erscheinungsbild, Einstellungen, Geräte und Systemverwaltung unterteilt sind. Ich frage mich, ob das von Windows oder Xfce kopiert wurde.

Ich hatte nach einer Information über das verwendete Display-Protokoll gesucht. In diesem Einstellungs-Chaos habe ich nichts dazu gefunden. Dieser Terminalbefehl brachte die Antwort:

echo $XDG_SESSION_TYPE
x11

Na prost Mahlzeit!

Einzelne dieser vielen Einstellungen sind gut gelöst, wie z. B. die Theme-Auswahl. Dort kann man zwischen hellem, dunklem und einem gemischten Theme wählen, welches nur dann ein dunkles Design anwendet, wenn es aus Kontrastgründen (Video, Fotos) angebracht ist. Auch die Auswahl der Akzentfarbe ist reichhaltig; eventuell etwas zu viel des Guten.

Nun komme ich zum wohl wichtigsten Aspekt einer GNU/Linux-Distribution, der Anwendungs- und Paketverwaltung. Linux Mint unterscheidet dazwischen, was kein Problem ist. Möchte man neue Software installieren, ruft man die Anwendungsverwaltung auf, die als Schnellstarter im Menü hinterlegt ist.

Dort findet ihr einen aufgeräumten App-Store vor, der DEB- und Flatpak-Pakete anbietet. Snaps gibt es hier nicht und können auch nicht über die Einstellung eingeschaltet werden. Das Mint-Team hat sich hier klar gegen den Alleingang von Canonical entschieden. Auch die Detailinformationen zu einzelnen Paketen sind ausführlich und hinreichend. Das gefällt mir. Ob mir die Trennung zwischen Paket-Updates und dem Store gefällt, weiss ich nicht genau. Tatsache ist, dass Linux Mint für die Paketaktualisierung eine andere Anwendung verwendet, nämlich die Aktualisierungsverwaltung, wie man sie seit Jahren von Linux Mint kennt. Dort gibt es viele Optionen, mit denen die Update-Häufigkeit und Automatisierung gesteuert werden kann.

Wer von Linux Mint 21.1 auf Linux Mint 21.2 upgraden möchte, sollte sich noch ein paar Tage gedulden. Dann installiert man zunächst alle Updates auf die aktuelle Version, öffnet dann den Update-Manager, geht in das Menü Bearbeiten und wählt die Option "Upgrade auf Linux Mint 21.2 'Victoria'".

Fazit

Linux Mint 21.2 "Victoria" in der Cinnamon-Edition ist eine Distribution, die vom Erscheinungsbild, der vorinstallierten Anwendungen und der Benutzungsfreundlichkeit für jedermann und jede Frau geeignet ist. Dass sie auf Ubuntu 22.04 LTS basiert, ist kein Problem, da man solche Anwendungen, bei denen es auf Aktualität ankommt, durch Flatpaks ersetzen kann. Was mir nicht gefällt ist x11 anstatt Wayland, die zerklüfteten Systemeinstellungen und die Tatsache, dass Linux Mint eine Distribution in zweiter Ableitung ist (Debian → Ubuntu → Linux Mint). Für meinen Geschmack sind die Abhängigkeiten und zu schliessenden Kompromisse zu gross. Dennoch, wer erstmals mit Linux in Berührung gerät, ist mit der aktuellen Version von Linux Mint gut beraten.

Quelle: https://linuxmint.com/


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Ich habe es geahnt, dass ich zu jung oder alt für NixOS bin. Ein dokumentiertes Scheitern.

Am Freitag habe ich den Podcast Linux Matters gehört, in dem Martin Wimpress (Wimpy) seinen NixOS-Flake vorgestellt hat. Beim Ausprobieren bin ich nicht über Schritt Null hinweg gekommen, da ich es nicht einmal geschafft habe, die ISO-Datei zu erzeugen. Um diese Blamage zu vollenden, habe ich die aktuelle Originalversion von NixOS 23.05 heruntergeladen und mich an einer Installation versucht.

Im Dezember 2021 gab es bei uns schon einmal einen Artikel, der die Installation von NixOS beschrieben hat. In der Rückschau beurteile ich diese Anleitung als ziemlich kompliziert. Deshalb versuche ich es zwei Jahre später noch einmal.

Nach dem Download der ISO-Datei habe ich die Distribution in GNOME-Boxes gestartet.

Dort meldet sich der NixOS-Installer (ich vermute, es ist Calamares):

Im Gegensatz zu vielen anderen Installationsprogrammen, wird hier ein sicheres Passwort verlangt, bevor man in der Installation fortschreiten kann. Danach gilt es, zwischen den Desktop-Umgebungen: GNOME, Plasma, Xfce, Pantheon, Cinnamon, MATE, Enlightment, LXQt, Budgie oder keinem Desktop auszuwählen. Ich habe (wie immer GNOME) gewählt. Der weitere Installationsverlauf ist unspektakulär; als Massenspeicher-Format wird ext4 standardmässig verwendet.

Während die Installation andauert, möchte ich die Besonderheiten von NixOS, bzw. des Paketmanagers Nix,  hervorheben:

Reproduzierbar: Nix baut Pakete isoliert voneinander. Dies stellt sicher, dass sie reproduzierbar sind und keine nicht deklarierten Abhängigkeiten haben. Wenn also ein Paket auf einem Rechner funktioniert, wird es auch auf einem anderen funktionieren.

Deklarativ: Nix macht es trivial, Entwicklungs- und Build-Umgebungen für Ihre Projekte gemeinsam zu nutzen, unabhängig davon, welche Programmiersprachen und Tools du verwendest.

Zuverlässig: Nix stellt sicher, dass die Installation oder Aktualisierung eines Pakets keine anderen Pakete beschädigt. Es erlaubt dir, zu früheren Versionen zurückzukehren, und stellt sicher, dass kein Paket während eines Upgrades in einem inkonsistenten Zustand ist.

Im Vergleich zu anderen Installation von GNU/Linux-Distributionen dauert der NixOS-Install relativ lange, ca. 5 Minuten. Nach dem obligatorischen Neustart präsentiert sich NixOS mit dem GNOME-Desktop in einer Vanilla-Konfiguration. Die Eingabe von 'neofetch' im Terminal enttäuscht. Ich bin es gewohnt, dass die Shell ein Installationsangebot für fehlende Anwendungen bietet. Nicht so bei NixOS:

Als einzige Besonderheit findet sich unter den vorinstallierten Anwendungen ein Link auf das NixOS-Handbuch:

Da ich weiss, dass NixOS ganz anderes funktioniert als die üblichen GNU/Linux-Distributionen, lese ich dieses Handbuch. Als Erstes lerne ich, dass man NixOS mit diesem Befehl upgraded:

nixos-rebuild switch --upgrade

Nun gut; ich probiere es aus und es funktioniert nicht:

Als Nächstes versuche ich ein Paket (Thunderbird) zu installieren, und zwar mit diesem Befehl:

environment.systemPackages = [ pkgs.thunderbird ];
nixos-rebuild switch

Auch dieser Versuch scheitert:

An dieser Stelle gebe ich meinen Versuch mit NixOS auf. Ich muss noch viel lernen, wenn ich das Konzept und die Bedienung von dieser speziellen Distribution verstehen möchte. Vielleicht gibt es in unserer Community einen Autor oder eine Autorin, die den Umgang mit NixOS für Normalsterbliche vermitteln kann.

Quelle: https://nixos.org/


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16. Juli 2023

Mit Common Voice stellt Mozilla den weltweit größten öffentlichen Datensatz menschlicher Stimmen bereit – kostenlos und für jeden nutzbar. Mozilla hat Version 14.0 seines Datensatzes veröffentlicht.

Der Markt für Spracherkennung wird von den ganz großen Namen kommerzieller Anbieter dominiert: Amazon, Apple, Google, Microsoft. Darum hat Mozilla im Jahr 2017 das Projekt Common Voice gestartet. Mit Common Voice bietet Mozilla eine kostenlose Alternative an, zu der jeder beitragen kann und die jedem zur Verfügung steht. Damit möchte Mozilla Innovation und Wettbewerb in der Sprachtechnologie auf Basis von Maschinenlernen fördern.

Mit dem vor kurzem veröffentlichten Common Voice Corpus 14.0 wächst der deutschsprachige Datensatz von 1.340 auf 1.376 Stunden an. Insgesamt deckt Mozilla Common Voice mit der neuen Version jetzt 112 Sprachen mit insgesamt 28.118 aufgenommenen Stunden ab, was Mozilla Common Voice zum vielfältigsten mehrsprachigen Sprachkorpus der Welt macht.

Zum Download der Mozilla Common Voice Datensätze

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15. Juli 2023

Innerhalb von Fedora wird derzeit die Implementierung einer Telemetriedatenerfassung auf Basis der EndlessOS-Technik diskutiert. Fedora würde hier einen Weg beschreiten, den Ubuntu schon länger geht. Bei Telemetrie ist der Aufschrei oft groß, aber es ist durchaus sinnvoll und nachvollziehbar, dass Projekte wissen wollen, wie ihre Software genutzt wird. Vorausgesetzt, es wird richtig gemacht.

Die Initiative geht vom Red Hat Display Systems Team aus. Das Team ist einer breiteren Öffentlichkeit seit der Ankündigung der Einstellung der Unterstützung von LibreOffice bekannt.

Basis soll das System EndlessOS-Metrics sein. Vieles ist noch unklar und hängt auch von der konkreten Ausgestaltung durch die Fedora-Community ab. Denn Red Hat hat zwar großen Einfluss auf Fedora, kann aber nicht einfach mit seinen Wünschen durchregieren. Neben der Hauptdiskussion wurden verschiedene „Breakout Topics“ identifiziert, um die Diskussion besser zu kanalisieren. Zum Beispiel zu Opt-in/Opt-out oder welche Daten genau gesammelt werden sollen.

Denn was genau gemessen werden soll, ist noch nicht klar. Einige Ideen wurden jedoch bereits formuliert. Das Team möchte wissen, ob Fedora so positioniert ist, wie Red Hat es möchte. Also ob es Entwickler anspricht und welche IDEs sie benutzen. Darüber hinaus möchte man aber auch die Desktopnutzung und Hardwaredaten evaluieren. Das hat durchaus Auswirkungen auf die Entwicklung, wie ein Beispiel verdeutlichen soll. Wenn kaum noch ein Benutzer eine klassische Festplatte verwendet, muss die Bootzeit auf Festplatten nicht mehr berücksichtigt werden.

Seitens des Red Hat Display Systems Teams gibt es eine Präferenz für eine Opt-Out Methode, aber beim initialen Setup sollte es die Möglichkeit geben, die Telemetrie abzuschalten, bevor Daten übertragen werden. Etwas anderes dürfte auch die DSGVO in Europa nicht zulassen. Das System soll komplett Open Source sein und somit auch die Möglichkeit bieten, einen eigenen Server einzubinden.

Fedora will damit einen Schritt gehen, den die beiden großen Desktop-Umgebungen und andere Linux-Distributionen bereits getan haben. Meiner Meinung nach ist das weder illegitim noch unsinnig. Ohne Datenerhebung entwickeln sich Projekte ins Blaue hinein und lautstarke Minderheiten können mit ihren Forderungen allzu oft die Richtung von Projekten bestimmen. Selbst die Präferenz für Opt-out ist nachvollziehbar, da Debian mit PopCon zeigt, dass Opt-in nur zu geringer Nutzung führt und im schlimmsten Fall die Daten verfälscht, weil nur Power-User zustimmen.

Ein Blick in das Linux-Umfeld zeigt, warum die Datenerhebung interessant und wichtig sein kann. Die Informationen aus der Ubuntu-Umfrage lieferten z.B. interessante Erkenntnisse über die Hardware. Die meisten Nutzer nutzten weder High-End- noch Low-End-Hardware, sondern bewegten sich im Mittelfeld. Ausufernde HiDPI-Diskussionen waren daher ebenso ein Minderheitenproblem wie irgendwelche RAM-Diskussionen unterhalb von 1GB. Die openSUSE-Metriken wiederum zeigen deutlich, dass openSUSE Tumbleweed zwar bei den Entwicklern und in den Kommentarspalten vorne liegt, die Mehrheit aber immer noch Leap nutzt.

Für eine abschließende Beurteilung bleibt natürlich abzuwarten, wie genau die Fedora-Telemetrie umgesetzt wird.

14. Juli 2023

Die Entscheidung von Red Hat führt bei den direkten Konkurrenten und Klonen zu Neustrukturierungen. Bisher scheint der Plan von Red Hat aufzugehen.

Direkt von Red Hat abhängig sind bisher Oracle, AlmaLinux und Rocky. Indirekt betroffen ist SUSE als einziger anderer großer Enterprise-Distributor. Von allen liegen inzwischen Stellungnahmen vor.

Maßlos war mal wieder die Äußerung von Oracle. Die Tatsache, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Auslöser für das Manöver von Red Hat sind, war anscheinend kein Anlass für Demut. Oracle gibt sich als Unterstützer der Linux-Entwicklung und behauptet, mehr Offenheit bieten zu wollen als Red Hat/IBM. Wie sie die Binärkompatibilität aufrechterhalten wollen, ohne direkt auf RHEL-Quellen zurückzugreifen, schreiben sie nicht – das bleibt abzuwarten. Ich prognostiziere: Da wird nicht viel kommen. Wenn sie wirklich diesen Entwicklungsaufwand reinstecken würden, wäre Oracle Linux nicht mehr lukrativ und Oracle macht nichts, was sich nicht rechnet.

Rocky glaubt ein Schlupfloch gefunden zu haben. Sie möchten die von Red Hat angebotenen UBI Container Images verwenden. Alternativ erwägen sie, kommerzielle Cloud-Instanzen von Red Hat zu verwenden. Ich prognostiziere: Das wird nicht lange halten, Red Hat wird diese Schlupflöcher schließen. Allein schon deshalb, weil Oracle sicher genau beobachten wird, was die anderen Clones so treiben.

AlmaLinux hat sich einige Tage lange sortiert, aber vermutlich gestern das seriöseste Ergebnis präsentiert. Die Binärkompatibilität kann gegen den Widerstand von Red Hat nicht aufrechterhalten werden. Stattdessen wird ABI-Kompatibilität angestrebt, was letztlich nichts anderes bedeutet, als sich in die Riege der anderen Distributionen einzureihen. Unternehmen können sich nun nicht mehr 100%ig darauf verlassen, dass zertifizierte Programme auch unter AlmaLinux laufen und müssen wie bei jeder anderen Distribution Testaufwand betreiben – oder gleich einen Supportvertrag mit Red Hat abschließen. Also genau das, was Red Hat anstrebt.

Etwas unklar ist die Fork-Ankündigung von SUSE. Das Projekt soll SLE nicht ablösen. Es bleibt unklar, was die mittelfristige Alternative sein soll oder ob SUSE hier nur einen sanften Übergang zu SLE ermöglichen will.

Insgesamt herrscht große Ratlosigkeit. Gegen den Willen von Red Hat kann die Binärkompatibilität nicht aufrechterhalten werden. Die meisten Experten sind sich auch einig, dass sich Red Hat im legalen Bereich bewegt. Eine Rückkehr zum Status quo ante wird es nicht geben. Red Hat hat sich in der Vergangenheit nicht nur massiv Upstream in die Entwicklung eingebracht, sondern sein Produkt auch auf dem Silbertablett zur Nachnutzung präsentiert. Das verlangt keine Lizenz und ist nun vorbei.

Ab sofort gibt es auf soeren-hentzschel.at die weltweit einzige kostenlos zugängliche Datenbank dieses Umfangs mit Informationen über Investitionen und Übernahmen anderer Unternehmen durch Mozilla.

Mozillas Investitionen nehmen zu

Mozilla hat in den letzten Jahren immer wieder mal in andere Unternehmen investiert. Mit Ende des vergangenen Jahres hat Mozilla seine Investitionen deutlich verstärkt und seit dem auch mehrere Unternehmen vollständig übernommen. Weitere Investitionen in der Zukunft sind zu erwarten, nicht zuletzt durch Mozilla Ventures, einem neu gegründeten und zunächst mit 35 Millionen USD ausgestatteten Risikokapitalfonds für Startups, sowie dem ebenfalls neu gegründeten und zunächst mit 30 Millionen USD ausgestatteten Mozilla.ai.

Wo findet man bisher Informationen?

Es ist schwierig, den Überblick darüber zu behalten, in welche Unternehmen Mozilla nun schon investiert hat oder welche Unternehmen übernommen worden sind. Zwar hat Mozilla Ventures seit kurzem eine neue Website samt Portfolio. Allerdings beinhaltet dieses tatsächlich nur die Investitionen von Mozilla Ventures, nicht die Investitionen und Übernahmen anderer Teile der Organisation, wie der Mozilla Corporation.

Für Unternehmens-Informationen wie Investments gibt es spezialisierte Websites wie beispielsweise Crunchbase, welche aber ebenfalls alle nicht vollständig und vor allem kostenpflichtig sind.

Investitions-Datenbank auf soeren-hentzschel.at

Aus diesem Grund habe ich eine Datenbank entwickelt und nach intensiver Recherche befüllt, welche Informationen über Mozillas Investitionen und Akquisitionen beinhaltet. Diese ist so vollständig wie keine andere Datenbank weltweit und kostenlos für jeden zugänglich. Sobald Mozilla eine weitere Investition tätigt oder ein Unternehmen übernimmt, wird dieses zeitnah in die Datenbank übernommen.

Übersicht über Investitionen und Akquisitionen von Mozilla

Die Datenbank steht sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache zur Verfügung. Neben dem Zeitpunkt, dem mit der Website verlinkten Namen des Unternehmens sowie der Unterscheidung zwischen Investition und Akquisition listet die Datenbank immer auch die Branche oder das Produkt auf, sowie weitere Details, falls bekannt. Dies kann beispielsweise die Investitionssumme meinen, die Finanzierungsrunde, in deren Rahmen Mozilla die Investition getätigt hat (Pre-Seed, Seed, Series A, Series B, Series C) oder ob Mozilla der Hauptinvestor der jeweiligen Finanzierungsrunde war. Außerdem gibt es immer auch einen Link auf den Blog, in welchem mehr über das jeweilige Unternehmen zu lesen ist, sofern ich darüber berichtet habe – was auf sämtliche Investitionen und Übernahmen in den Jahren 2022 und 2023 sowie ausgewählte ältere zutrifft.

Mozilla: Investitionen und Akquisitionen

Wichtig: Sogenannte Grant-Investitionen, also Investitionen, für welche Mozilla keine Anteile erhalten hat, werden in dieser Datenbank bewusst nicht aufgeführt. Beispielsweise hatte Mozilla in der Vergangenheit über Initiativen wie MOSS („Mozilla Open Source Support“) zahlreiche Open Source-Projekte finanziell unterstützt.

Die Arbeit an der kostenlosen Datenbank unterstützen

Auf der Website befindet sich ein Link, über welchen es möglich ist, mich auf Fehler aufmerksam zu machen oder mir Informationen mitzuteilen. Außerdem gibt es dort Links, um die Seite via E-Mail, Twitter, Facebook oder WhatsApp mit anderen zu teilen. Und natürlich würde ich mich auch über eine kleine Spende freuen, welche es mir erlaubt, Specials wie eben diese Investment-Datenbank oder auch die einzigartige Übersicht über Mozillas Einnahmen, Ausgaben und Vermögen seit 2005 bis in die Gegenwart kostenlos bereitzustellen.

Jetzt spenden und die ehrenamtliche Arbeit unterstützen

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13. Juli 2023

Mit Blue Fever, einer App und Community für mentale Gesundheit, hat Mozilla Ventures sein Investment-Portfolio weiter ausgebaut.

Das ist Mozilla Ventures

Mozilla Ventures ist ein anfänglich mit 35 Millionen USD ausgestatteter Risikokapitalfonds, über welchen Mozilla in Startups investiert, welche das Internet und die Tech-Industrie in eine bessere Richtung bringen. Das bisherige Portfolio umfasst Block Party, heylogin, Array Insights, Webacy, Lelapa AI, Themis AI, Lockr, Rodeo sowie Fiddler.

Mozilla Ventures investiert in Blue Fever

Das zehnte Unternehmen, in welches Mozilla Ventures investiert hat, ist Blue Fever. Dabei handelt es sich um eine (englischsprachige) App und Community für mentale Gesundheit, welche primär junge Menschen anspricht.

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Chris Titus Tech bewertet in diesem Tier List Video GNU/Linux-Distributionen ganz speziell. Es gibt sogar den Devil-Tier.

Manche kratzen sich verlegen am Kopf, weil sie nicht wissen, was Tier Listen sind. Nun, wenn ihr in den Zoo geht, schreibt ihr euch vorher eine Liste der Tiere auf, die ihr sehen möchtet; oder etwa nicht? Bullshit, eine 'tier list' ist eine Kategorisierung von Elementen nach dem Geschmack einer bestimmten Person. In der FLOSS-Blase sind das oft GNU/Linux-Distributionen, wobei die Tiers (also die Schichten, oder Einordnungsstufen) ganz im Ermessen der Erstellerin der Liste stehen.

Im Titelbild seht ihr eine Tier-List von Chris Titus Tech, in der 40 GNU/Linux-Distribution in sieben Kategorien eingeordnet werden. Tier-Listen werden in der Regel in Videos vorgestellt, damit der Autor die Gründe nennen kann, warum eine bestimmte Distro in einer der Kategorien landet. Dabei wird ein Spannungsbogen gespannt, weil sich die endgültige Tier-Liste im Laufe des Videos entwickelt. Typisch ist auch, dass Symbole für die Einordnung verwendet werden

Manche von euch haben schon viele dieser Tier-List-Videos gesehen. Das Besondere an diesem Video ist die Menge der Distributionen und die Auswahl der Kategorien (Tiers). Hervorzuheben sind die Kategorie 'Devil', mit der Chris auf das aktuelle Geschehen rund um die Red Hat Affäre eingeht und Canonical wegen Snaps only abstraft. Zudem wirft er sehr viele Distros in die Kategorie 'Pointless' (nutzlos), was vielen Anwender:innen sauer aufstossen wird.

Die Kategorie 'Devil' kann man als temporären Spass im Sommerloch deuten. Hintergründiger ist jedoch die Kategorie 'Pointless', weil damit die Grundsatzfrage nach der Distributionsvielfalt angesprochen wird. Chris argumentiert so (paraphrasiert):

Forks, Kopien und Distros, die nur eine eigene Auswahl an Anwendungen hinzufügen, welche man selbst in Debian oder Arch hinzufügen kann. Talentierte Entwickler sollten die Upstream-Distros unterstützten, statt ihre Kraft in ein Derivat mit minimalen Unterschieden zu stecken.

Dieser Ansicht möchte ich energisch widersprechen. Vielleicht gibt es einige wenige Distributionen, die keinen Mehrwert zum Distro-Universum hinzufügen, doch die meisten, die Chris in den 'Pointless' Tier gezogen hat, bieten eben doch Alleinstellungsmerkmale, die von manchen Anwender:innen geschätzt werden. Seien es auch nur kleinere Anpassungen, die den grossen Unterschied machen. Als Beispiel möchte ich Manjaro nennen (ja, auch weil ich selbst Manjaro-User bin). Seine Argumente, warum Manjaro 'pointless' ist, sind:

  • Anfänger installieren AUR-Pakete und zerstören damit ihre Installation. Mein Gegenargument: AUR ist im Paketmanager von Manjaro nicht aktiviert. Wer AUR einschaltet, sollte wissen, welche Konsequenzen das hat. Ich verwende AUR-Pakete sporadisch, und habe mir damit in den letzten Jahren noch nie das System zerschossen.
  • Pacman -Syu hat bei Chris 2019 das System lahmgelegt. Mein Gegenargument: wo steht geschrieben, dass man Manjaro mit 'pacman -Syu' updaten soll? Ausserdem gibt er selbst zu, dass er die Release Notes nicht gelesen hat.
  • Dann sagt er, wenn man eine solche Expertise benötigt, um ein Update einer Distribution machen zu können, sollte man doch besser das Original Arch Linux verwenden. Mein Gegenargument: Arch und Manjaro sind völlig unterschiedliche Distributionen. Das fängt schon beim Release-Modell und den Repositories an. Manjaro ist nicht 'rolling', sondern 'curated rolling'. Manjaro verwendet eigene Repositories, die zwar auf den Arch-Repos aufbauen, Änderungen aber eine Weile zum Testen zurückhalten. Ausserdem ist Manjaro in Bezug auf die Benutzungsfreundlichkeit in vielen Teilen auf Anwender:innen mit einer durchschnittlichen Erfahrung ausgelegt, während sich Arch Linux immer noch an Profis richtet.

Bei den weiteren Distributionen, die Chris als 'nutzlos' bewertet, könnte ich genauso viele Gegenargumente anbringen, die die Existenz dieser Distros rechtfertigen.

Fazit

Die Welt der GNU/Linux-Distributionen lebt von ihrer Vielfalt und grenzt sich damit von monolithischen Betriebssystemen wie MS Windows und Apples macOS ab. Das ist einerseits ein Alleinstellungsmerkmal und eine Stärke, andererseits erschwert es den Einstieg für Umsteiger und Anfängerinnen. Es gehört zum Reiz von GNU/Linux-Distributionen, sich in den unendlichen Weiten seinen Lieblingsplaneten auszusuchen, wobei einem die Community hilfreich zur Seite steht.

Daher ordne ich das Tier-List-Video von Chris Titus Tech in die Kategorie 'pointless' ein.

Hinweis: Eigentlich wollte ich in diesem Artikel auch noch über das "Making of Tier Lists" schreiben. Das kommt dann in einem eigenen Beitrag.

Quelle: https://invidious.tiekoetter.com/watch?v=KyADkmRVe0U


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12. Juli 2023

Linux Hintergrundbilder gesucht

Für die SpaceFun Community Variante namens TuxWiz, bei der ebenfalls IceWM als Windowmanager zum Einsatz kommt, war ich auf der Suche nach schönen klassischen Linux Hintergrundbildern.

Früher haben wir diese gesammelt und waren froh um jeden neuen Fund, den wir natürlich gerne mit Freunden geteilt haben. Leider sind viele der Wallpaper mittlerweile aus dem Internet verschwunden und ich musste tief graben, bis ich die schönsten Perlen wieder erwischt habe. Das Ergebnis teile ich natürlich gerne.

Dennoch fehlen natürlich noch viele Kunstwerke und daher mein Aufruf an euch: falls ihr fleissig gewesen seid und über die Zeit Linux Wallpaper gesammelt habt, teilt diese bitte. Meine alte Sammlung ist wohl einer Datenmigration zum Opfer gefallen. Ihr könnt mir die Bilder gerne auf Mastodon oder natürlich per Mail schicken. Mir geht es dabei wirklich um die Klassiker. Die Wallpaper sollten sich auf Linux oder den Tux oder das GNU beziehen und nicht spezifisch für eine Distro sein. Wenn mehrere Distros auf dem Bild zu sehen sind, ist das natürlich etwas anderes.

Ich bin gespannt auf eure Schätze.


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Die MZLA Technologies Corporation hat Thunderbird 115 „Supernova“ veröffentlicht. Die neue Version des Open Source E-Mail-Clients bringt wieder viele Neuerungen, inklusive neuem Logo und Design.

Neue Version zum Download verfügbar, Update später

Thunderbird 115 steht ab sofort zum Download bereit. Automatische Updates von Thunderbird 102 sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv. Bestehende Nutzer werden mit einem der kommenden Updates die neue Version erhalten.

Während das Thunderbird-Logo schon ein paar Modernisierungen erfahren hatte, waren die Schritte doch immer vergleichsweise gering. Auch wenn man sich die Logo-Entwicklung von Firefox über die Jahre ansieht, war dies immer mehr eine Evolution anstelle einer Revolution. Mit dem neuen Thunderbird-Logo, für welches sich erneut Jon Hicks, der Designer des originalen Thunderbird-Logos, verantwortlich zeigte, geht das Projekt einen mutigen Schritt, denn der Unterschied zum aktuellen Logo ist doch sehr groß. Andererseits passt das neue Thunderbird-Logo optisch besser zum aktuellen Firefox-Logo.

Modernere Optik für Thunderbird

Was direkt nach dem neuen Logo natürlich als erstes auffällt, ist das überarbeitete Design von Thunderbird selbst. Hier heißt es tatsächlich mehr Evolution als Revolution – und das ist auch gut so. Bestehende Nutzer werden sich sofort zurecht finden, weil das meiste noch da ist, wo es vorher auch war. Gleichzeitig wirkt Thunderbird moderner und vor allem aufgeräumter.

Den größten visuellen Unterschied stellt die neue Symbolleiste dar, welche sich jetzt ganz oben befindet und neben dem globalen Suchfeld Fläche für die optionalen Schaltflächen bietet. Die Schaltflächen zum Empfangen sowie Schreiben neuer Nachrichten befinden sich standardmäßig jetzt in der Seitenleiste links, können an der Stelle aber auch entfernt und wieder durch Schaltflächen in der Symbolleiste ersetzt werden.

Thunderbird 115 „Supernova“

Auch das Design des Kalenders wurde aufgefrischt und erscheint moderner.

Thunderbird 115 „Supernova“

Neues Hauptmenü

Das Hauptmenü wurde neu organisiert und optisch aufgefrischt. Während dieses jetzt grundsätzlich schlanker aussieht, wurden die Optionen zur Anpassung der Dichte sowie der Schriftgröße auf die erste Ebene geholt, womit diese grundlegenden optischen Anpassungen einfacher zugänglich sind als vorher.

Thunderbird 115 „Supernova“

Neuer Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche

Auch der Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche wurde erneuert, wo nun alle Bereiche (E-Mail, Adressbuch, Kalender, Aufgaben, Chat, Einstellungen) gemeinsam angepasst werden können. Dabei gibt es einmal die Kategorie Schaltflächen, die spezifisch für einen Bereich sind, sowie die Kategorie Schaltflächen, welche überall zur Verfügung stehen.

Thunderbird 115 „Supernova“

Neue Optionen zur Anpassung

Die Ordneransicht hat neue Optionen zur Anpassung erhalten. So lassen sich nun auch die Anzahl der Nachrichten in den Ordnern sowie die Ordnergröße anzeigen.

Für die Auflistung der Nachrichten gibt es neben der bisherigen Tabellenansicht, welche jede E-Mail in einer einzigen Zeile darstellt, jetzt auch eine Kartenansicht.

Thunderbird 115 „Supernova“

Sortierbare Ordnermodi und Schlagwörter in Seitenleiste

Die verschiedenen Ordnermodi in der Seitenleiste können jetzt beliebig in der Reihenfolge angepasst werden. Außerdem ist eine Anzeige aller Schlagwörter in der Seitenleiste möglich.

Große Teile unter der Haube neu entwickelt

Fast noch größer als diese sichtbaren Änderungen sind die Änderungen, welche unter der Haube erfolgten: Bei der Symbolleiste, der Ordneransicht sowie der Nachrichtenliste handelt es sich um komplette Neuentwicklungen nach modernen Webstandards. Dies wird vor allem auch der zukünftigen Weiterentwicklung von Thunderbird zu Gute kommen.

Letzte Version für Windows 7/8, macOS 10.12/10.13/10.14

Bereits am 14. Januar 2020 hatte Microsoft die Unterstützung seines Betriebssystems Windows 7 offiziell eingestellt, die Einstellung der Unterstützung von Windows 8.1 folgte am 10. Januar 2023. Seitens Apple gibt es keine offiziellen Daten für Support-Enden, das letzte Update für macOS 10.14 erschien allerdings im Juli 2021. Dies ist für Nutzer insofern relevant, als dass es für diese Betriebssysteme keine Sicherheits-Updates mehr gibt. Nutzer sollten daher unbedingt auf ein aktuelles Betriebssystem umsteigen, falls noch nicht geschehen.

Thunderbird 115 ist das letzte große Update für diese veralteten Betriebssyssteme. Entsprechende Nutzer werden zwar genauso wie alle anderen noch Bugfix- und Sicherheits-Updates bis Herbst 2024 erhalten, danach ist aber Schluss. Bereits Thunderbird Beta 116 startet auf entsprechenden Systemen nicht mehr.

Sonstige Neuerungen von Thunderbird 115

Neue Ordner werden jetzt automatisch zu virtuellen übergeordneten Ordnern und gespeicherten Suchen hinzugefügt.

Das Kontextmenü von Ordnern besitzt nun Optionen zum Kopieren und Verschieben.

Die Authentifizierung über OAuth2 wird jetzt für Fastmail unterstützt.

Thunderbird 115 bringt noch sehr viel mehr Neuerungen, Verbesserungen der Barrierefreiheit und Fehlerkorrekturen, die hier alle zu nennen den Rahmen des Artikels sprengen würden. Die Release Notes (engl.) bieten einen umfassenden Überblick über die zahlreichen kleinen Neuerungen.

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Nach zwei Jahren erscheint die eigenständige Distribution mit einer neuen Version. Wer ein schnelles und schlankes System sucht, kann damit glücklich werden.

Mit grosser Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass Joshua Strobl und sein Team nach langer Zeit ein Update der Solus Distribution zustande gebracht hat. Im Februar hatten wir die Distro bereits abgeschrieben, zumal Distrowatch Solus im April auf inaktiv gesetzt hatte. Umso mehr freut es uns, dass am Samstag die Version 4.4 von Solus für die Desktop-Umgebungen Budgie, KDE Plasma, MATE und GNOME erschienen ist.

In einem Kurztest werfe ich einen Blick auf Solus mit ihrem Flagship-Desktop Budgie. Nach dem Download der ISO-Datei starte ich die neue Version in GNOME-Boxes. Ich weise darauf hin, dass Solus eine eigenständige Distribution ist, die weder auf Debian, Arch, Fedora, OpenSUSE oder sonst einer Basis-Distro aufbaut.

Der erste Eindruck von Solus (mit dem Budgie-Desktop) ist ausgezeichnet. Der Live-Boot startet zügig. Auch der Installationsprozess ist unauffällig und problemlos.

Solus 4.4 ist die Nachfolgeversion von 4.3, die vor zwei Jahren erschienen ist. Die neue Version verbessert die Kernanwendungen und das Angebot an Desktop-Umgebungen erheblich. Unabhängig davon, ob man sich für Budgie, GNOME, MATE oder KDE Plasma entscheidet, wird jede Edition mit Standardanwendungen wie Firefox 114.0.1, LibreOffice 7.5.3.2 und Thunderbird 102.12.0 ausgeliefert.

Die Budgie-Edition (10.7.2) von Solus 4.4 macht den Nemo-Dateimanager nun zur Standardwahl anstelle von Nautilus. Diese Änderung wurde durch Änderungen in Nautilus veranlasst, die von dem beabsichtigten Look and Feel der Desktop-Umgebung abwichen. Zusätzlich führt die Budgie-Edition Fehlerkorrekturen, Leistungsverbesserungen und eine verbesserte Benutzererfahrung durch einen neuen Energiedialog für die Sitzungsverwaltung, Dual-GPU-Unterstützung im Budgie-Menü und eine verbesserte Budgie-Screenshot-Anwendung ein.

In der GNOME-Version kommt der 43.5er Desktop zum Einsatz. Der dunkle Modus ist nun die Standardeinstellung, und es wurden Änderungen am Shell-Thema vorgenommen. Zu den bemerkenswerten Verbesserungen gehören ein aktualisiertes Design der Systemoberfläche, ein neu gestaltetes Systemstatusmenü und eine verbesserte Anwendung für Bildschirmfotos. Tracker, zuständig für die Datei-Indizierung, wurde ebenfalls verbessert, um die Startzeiten zu verkürzen und den Speicherverbrauch zu reduzieren.

Für die Plasma-Variante wird Solus 4.4 mit Plasma Desktop 5.27.5, KDE Frameworks 5.106.0 und KDE Gear 23.04.2 ausgeliefert. Diese Version führt neue Anpassungsoptionen, Gestenunterstützung für Touchpads und Touchscreens, Unterstützung für schwebende Panels und verbesserte Fensterkachelfunktionen ein. Die Systemwidgets wurden verbessert, und die Wayland-Sitzung ist jetzt sofort verfügbar.

Die MATE-Edition wird mit der neuesten Version der MATE 1.27-Serie ausgeliefert; das Solus-Team hat jedoch angekündigt, die MATE-Edition einzustellen. Da die Wayland-Strategie des Projekts und der allgemeine Entwicklungsfortschritt hinter den Anforderungen der modernen Desktop-Landschaft zurückbleiben, wird Solus 4.4 die letzte Version sein, die eine MATE-Edition-ISO enthält. Gleichwohl versichert Solus, dass bestehende MATE-Installationen weiterhin unterstützt werden, und plant aktiv einen nahtlosen Upgrade-Pfad zu Xfce.

In einem Blogeintrag verrät das Solus-Team auch etwas über die nächste Version Solus 5. Darin sind grössere Änderungen zu erwarten, da Solus dann auf Serpent OS basieren soll, hinter dem der ehemalige Gründer des Solus-Projekts, Ikey Doherty steckt.

Bei meinem Kurztest sind mir folgende Sachen aufgefallen:

  • Solus startet mit dem Budgie-Desktop zügig und verhält sich sehr responsiv.
  • Obwohl als Standard ein dunkles Thema eingestellt ist, gilt dies nur für manche Anwendungen. Die meisten verwenden ein helles Thema.
  • Das Icon-Set für LibreOffice ist kaum erkennbar:

  • Die Speicherauslastung direkt nach dem Start ist mit 554 MiB niedrig:

  • Auch die Anzahl von 727 installierten Paketen deutet auf ein schlankes System hin. Dieser Eindruck bestätigt sich auch nach einem Blick in das Anwendungsmenü. Dort finden sich die nötigsten Anwendungen und kaum Ballast.
  • Das Software-Center ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Dort findet man neben den Paketen aus dem Solus-Repository auch eine Auswahl an Drittanbieter-Paketen, wie z. B. Spotify, Teamviewer, Google Chrome, PyCharme, Skype und Slack.

Fazit

Es ist zu begrüssen, dass das Solus-Team nach zwei Jahren wieder eine neue Version ihrer eigenständigen Distribution anbietet. Solus 4.4 "Harmony" mit dem Budgie-Desktop eignet sich für Anwender:innen, die ein schnelles, schlankes und eigenständiges System suchen. Spannend wird es bei der nächsten Version, die auf eine ganz neue Basis aufgesetzt wird.

Quelle: https://getsol.us/2023/07/08/solus-4-4-released/


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11. Juli 2023

Ich weiß ziemlich genau, wann ich Shaarli entdeckt habe. Es wurde etwas stiefmütterlich behandelt, aber ich habe es immer mal wieder benutzt, um zufällige Funde zu speichern.

Links: Shaarli                     Rechts: Heimdall

Aber was ist Shaarli überhaupt? Das habe ich in meinem privaten Wiki erklärt und einen Vergleich zu Heimdall gezogen.

Die Suche in Shaarli ist schon sehr komfortabel. Auf dem Screenshot könnt ihr sehen, was die Suche nach "Tomaten" findet. Die rote Ecke links bedeutet, dass der Link privat ist, da ich als Admin angemeldet war, ist der mit aufgeführt.

Das Taggen habe ich allerdings sehr selten gemacht. Das habe ich nun für die vorhandenen Links nachgeholt.

Jetzt habe ich mein Shaarli für alle verfügbar gemacht.

Ps: Ein für mich ganz wichtiges Feature ist nur als Plugin verfügbar und kann via https://github.com/trailjeep/shaarli-urlextern nachinstalliert werden. Das öffnen der Links in einem neuen Tab! Seit 13.07.2023 im Shaarli enabled.

Mozilla hat Firefox 115.0.2 veröffentlicht. Neben anderen Korrekturen behebt Firefox 115.0.2 unter anderem eine Sicherheitslücke, einen durch Malware ausgelösten sowie einen durch Sicherheits-Software ausgelösten Programmabsturz.

Download Mozilla Firefox 115.0.2

Mit dem Update auf Firefox 115.0.2 behebt Mozilla eine Sicherheitslücke. Außerdem wurde ein möglicher Absturz direkt bei Programmstart behoben, welcher durch Malware ausgelöst worden ist. Ein weiterer Absturz wurde behoben, welcher durch die Sicherheits-Software Samsung Document Security Solution (NASCA) ausgelöst wurde.

Darüber hinaus wurden noch zwei weitere potentielle Absturzursachen behoben, darunter ein Absturz, welcher ausschließlich Nutzer des veralteten Betriebssystems Windows 7 betroffen hat.

Behoben wurde auch ein schon länger existierendes Problem mit der Anzeige des Cursors in Textfeldern auf manchen Websites, ein mögliches Problem mit der Wiedergabe von MP3-Audio sowie ein Darstellungsfehler bei Verwendung des patternTransform-Attributs in SVG-Grafiken. Außerdem wurde die nicht zentrierte Darstellung der Zoom-Stufe behoben, wenn die Zoom-Buttons in der Tableiste angezeigt worden sind.

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Nach dem RHEL-Source-Code-Desaster legt Fedora nach und Oracle möchte IBM Kunden abwerben.

Es sieht so aus, als hätte Red Hat/IBM zurzeit keinen guten Lauf. Zuerst das Desaster mit den RHEL-Quellen, und jetzt wird für Fedora 40 Opt-out Telemetrie geplant. Wer seinen Ruf in der Community nachhaltig schädigen möchte, der lässt einem Desaster das nächste folgen. Das ist der Moment, in dem sich Larry Ellison die Hände reibt, wenn er Aufwind sieht.

Über die Geschichte mit den Red Hat-Quellen habe ich bereits vor einer Woche geschrieben. Während Canonical und SUSE noch an den Sektkorken drehen, präsentiert IBM den nächsten Downer und Oracle stellt den Kaviar kalt. Alma-Linux hält immer noch die Füsse still; wohingegen Rocky schon längst in den Boxring gestiegen ist und nach alternativen Quellen sucht.

Doch kümmern wir uns um den 'double down' von IBM:

In einem überraschenden Vorschlag, der viele Diskussionen ausgelöst hat, hat das Fedora-Projekt seine Absicht bekannt gegeben, ein Telemetrie-Tool in die kommende Fedora 40 Workstation-Edition aufzunehmen, die Ende April nächsten Jahres erscheinen soll. Das Red Hat Display Systems Team (das den Desktop entwickelt) schlägt vor, eine begrenzte Datenerfassung von anonymen Nutzungsmetriken der Fedora Workstation zu ermöglichen.

Die Initianten des Vorschlags sind der Meinung, dass es wichtig ist, dass die Fedora-Gemeinschaft die letzte Kontrolle über die Sammlung von Metriken hat. Die Kontrolle der Gemeinschaft ist notwendig, um das Vertrauen der Benutzer zu erhalten. Wenn dieser Änderungsvorschlag angenommen wird, dann brauchen wir neue Richtlinien und Verfahren, um die Kontrolle der Gemeinschaft über die Metriksammlung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Fedora-Benutzer darauf vertrauen können, dass unsere Metriksammlung ihre Privatsphäre nicht verletzt.

Telemetrie, eine Technologie, die üblicherweise mit Datenerfassung und Nutzungsanalyse in Verbindung gebracht wird, ist seit langem ein Streitpunkt in der Tech-Welt aufgrund von Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Zustimmung der Benutzer. Ihr erinnert euch bestimmt daran, als Canonical die Telemetrie bei Ubuntu eingeführt hat, was zu einem grossen Aufschrei in der Community führte. Das Problem ist, dass "Telemetrie" und "Open Source" nicht im selben Satz vorkommen können. Aber das gilt nicht für Red Hat.

Fedora will bei der Datenerfassung auf Azafea, das Endless OS Metrics System, setzen. Natürlich wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keine persönlichen Daten gesammelt werden, sondern nur Informationen darüber, wie das Betriebssystem genutzt wird. Eine andere Frage ist, ob sich eine Linux-Benutzer:in dadurch wohler fühlen wird.

Doch Red Hat argumentiert weiter:

Eines der Hauptziele der Metriksammlung ist es, zu analysieren, ob Red Hat sein Ziel erreicht, Fedora Workstation zur führenden Entwicklerplattform für die Entwicklung von Cloud-Software zu machen. Dementsprechend wollen wir z.B. wissen, welche IDEs bei unseren Benutzern am beliebtesten sind und welche Laufzeiten zur Erstellung von Containern mit Toolbx verwendet werden.

Metriken können auch dazu verwendet werden, Entscheidungen über die Gestaltung der Benutzeroberfläche zu treffen. Zum Beispiel wollen wir die Klickrate der empfohlenen Software-Banner in GNOME Software erfassen, um zu beurteilen, welche Banner für die Benutzer tatsächlich nützlich sind. Wir wollen auch wissen, wie häufig die Panels in gnome-control-center besucht werden, um festzustellen, welche Panels konsolidiert oder entfernt werden könnten.

Fedora plant, eine neue Einstellung zum Sammeln von Metriken auf der Datenschutzseite der Ersteinrichtung und im GNOME-Kontrollzentrum hinzuzufügen. Es wird versprochen, dass keine Daten ohne das Wissen und die Zustimmung des Benutzers automatisch an Fedora gesendet werden. Ob das als Opt-out oder Opt-in implementiert werden wird, erschliesst sich mir noch nicht. Da Fedora sich also auf eine datengesteuerte Zukunft ausrichtet, stellt sich die Frage, ob dieser Schritt die Benutzererfahrung verbessern oder die langjährigen Prinzipien der Offenheit und Benutzerkontrolle, für die das Fedora-Projekt bekannt ist, aushöhlen wird. Es ist noch nicht klar, ob der Vorschlag des Fedora Engineering Steering Committees tatsächlich so umgesetzt wird.

Doch wartet, es kommt noch besser, sobald Oracle in den Ring steigt. In einer Pressemitteilung äusserten sich Edward Screven (Chief Corporate Architect) und Wim Coekaerts (Leiter der Oracle Linux-Entwicklung) gestern unter dem Titel:

Linux offen und frei halten - wir können es uns nicht leisten, es nicht zu tun.

Ich habe mir überlegt, die Pressemitteilung zusammenzufassen, damit ihr nicht so viel lesen müsst. Schlussendlich habe ich mich dafür entschieden, den Text als Übersetzung hier im Wortlaut wiederzugeben, damit ihr euch nicht durch das Englische quälen müsst. Damit habe ich zwar keine journalistische Schöpfungshöhe bewiesen, sondern lasse dem Original den Vorrang vor meiner Interpretation. Hier ist der vollständige Text der Oracle-Pressemitteilung:

"Oracle ist seit 25 Jahren Teil der Linux-Gemeinschaft. Unser Ziel ist in all diesen Jahren dasselbe geblieben: Wir wollen Linux zum besten Server-Betriebssystem für alle machen, das für alle frei verfügbar ist und denjenigen, die es brauchen, hochwertigen und kostengünstigen Support bietet.

Unser Linux-Entwicklungsteam leistet wichtige Beiträge zum Kernel, den Dateisystemen und den Tools. Wir geben diese Arbeit an die Mainline weiter, sodass jede Linux-Distribution sie enthalten kann. Wir sind stolz darauf, dass diese Beiträge mit ein Grund dafür sind, dass Linux heute so leistungsfähig ist und nicht nur Oracle-Kunden, sondern allen Benutzern zugutekommt.

Im Jahr 2006 brachten wir das heutige Oracle Linux auf den Markt, eine RHEL-kompatible Distribution und ein Support-Angebot, das weit verbreitet ist und die technischen Systeme von Oracle sowie unsere Cloud-Infrastruktur unterstützt. Wir haben uns für die RHEL-Kompatibilität entschieden, weil wir die Linux-Community nicht fragmentieren wollten. Unser Bestreben, kompatibel zu bleiben, war enorm erfolgreich. In all den Jahren seit der Markteinführung wurden fast keine Kompatibilitätsfehler gemeldet. Kunden und ISVs können von RHEL zu Oracle Linux wechseln, ohne ihre Anwendungen ändern zu müssen, und wir zertifizieren Oracle-Softwareprodukte für RHEL, obwohl sie nur für Oracle Linux entwickelt und getestet wurden und niemals für RHEL.

Obwohl Oracle und IBM kompatible Linux-Distributionen anbieten, haben wir sehr unterschiedliche Vorstellungen von unserer Verantwortung als Open-Source-Verantwortliche und vom Betrieb unter der GPLv2. Oracle hat die Binärdateien und den Quellcode von Oracle Linux immer für alle frei zugänglich gemacht. Wir haben keine Subskriptionsvereinbarungen, die in die Rechte eines Abonnenten zur Weitergabe von Oracle Linux eingreifen. Andererseits ist in den IBM-Abonnementverträgen festgelegt, dass Sie gegen die GPLv2 verstossen, wenn Sie diese Abonnementdienste nutzen, um Ihre GPLv2-Rechte auszuüben. Und seit dem 21. Juni veröffentlicht IBM den Quellcode von RHEL nicht mehr.

Warum hat IBM diese Änderung vorgenommen? Nun, wenn Sie den IBM-Blog lesen, in dem IBM versucht, seine Beweggründe zu erklären, läuft es auf Folgendes hinaus:

"Bei Red Hat verbringen Tausende von Menschen ihre Zeit damit, Code zu schreiben, um neue Funktionen zu ermöglichen, Fehler zu beheben, verschiedene Pakete zu integrieren und diese Arbeit dann für eine lange Zeit zu unterstützen ... Wir müssen die Leute dafür bezahlen, diese Arbeit zu machen."

Interessant. IBM will den Quellcode von RHEL nicht weiter veröffentlichen, weil es seine Ingenieure bezahlen muss? Das erscheint seltsam, wenn man bedenkt, dass Red Hat als erfolgreiches, unabhängiges Open-Source-Unternehmen den RHEL-Quellcode öffentlich zugänglich gemacht und seine Ingenieure viele Jahre lang bezahlt hat, bevor IBM Red Hat 2019 für 34 Milliarden Dollar übernommen hat.

In dem Blog wird auch CentOS erwähnt. Es ist keine Überraschung, dass CentOS für den Autor bei dem Versuch, die Zurückhaltung des RHEL-Quellcodes zu rechtfertigen, an erster Stelle stand. CentOS war eine sehr beliebte, freie, mit RHEL kompatible Distribution. Im Dezember 2020 wurde es von IBM als freie Alternative zu RHEL praktisch abgeschafft. Zwei neue Alternativen zu RHEL sind anstelle von CentOS entstanden: AlmaLinux und Rocky Linux. Durch die Zurückhaltung des RHEL-Quellcodes hat IBM sie nun direkt angegriffen.

Und vielleicht ist das die eigentliche Antwort auf die Frage nach dem Warum: Konkurrenten ausschalten. Weniger Konkurrenten bedeuten mehr Umsatzmöglichkeiten für IBM.

Was Oracle betrifft, so werden wir unser Ziel für Linux weiterhin so transparent und offen verfolgen, wie wir es immer getan haben, und dabei die Fragmentierung minimieren. Wir werden unsere Softwareprodukte weiterhin auf Oracle Linux entwickeln und testen. Oracle Linux wird weiterhin RHEL-kompatibel sein, soweit wir es möglich machen können. In der Vergangenheit war der Zugang von Oracle zu den veröffentlichten RHEL-Quellen wichtig für die Aufrechterhaltung dieser Kompatibilität. Aus praktischer Sicht gehen wir davon aus, dass Oracle Linux bis zur Version 9.2 so kompatibel bleiben wird wie bisher, aber danach kann die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kompatibilitätsproblem auftritt, grösser sein. Sollte ein Kunde oder ISV von einer Inkompatibilität betroffen sein, wird Oracle daran arbeiten, das Problem zu beheben.

Wir möchten Linux-Entwicklern, Linux-Kunden und Linux-Distributoren gegenüber betonen, dass Oracle sich für die Freiheit von Linux einsetzt. Oracle gibt folgendes Versprechen: Solange Oracle Linux vertreibt, wird Oracle die Binärdateien und den Quellcode für diese Distribution öffentlich und frei verfügbar machen. Darüber hinaus begrüsst Oracle Downstream-Distributionen jeder Art, ob Community oder kommerziell. Wir freuen uns, mit Distributoren zusammenzuarbeiten, um diesen Prozess zu vereinfachen, gemeinsam an den Inhalten von Oracle Linux zu arbeiten und sicherzustellen, dass Oracle-Softwareprodukte für Ihre Distribution zertifiziert sind.

Übrigens, wenn Sie ein Linux-Entwickler sind, der mit dem Vorgehen von IBM nicht einverstanden ist, und Sie genauso wie wir an die Freiheit von Linux glauben, stellen wir Sie gerne ein.

Eine Anmerkung für ISVs: Das Vorgehen von IBM ist nicht in Ihrem Interesse. Indem sie CentOS als RHEL-Alternative abschafft und AlmaLinux und Rocky Linux angreift, eliminiert IBM eine Möglichkeit für Ihre Kunden, Geld zu sparen und Ihnen einen grösseren Teil ihres Geldbeutels zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie Ihr Produkt noch nicht auf Oracle Linux unterstützen, zeigen wir Ihnen gerne, wie einfach das ist. Geben Sie Ihren Kunden mehr Auswahl.

Abschliessend möchte ich IBM noch einen Vorschlag machen. Sie sagen, dass Sie nicht all diese RHEL-Entwickler bezahlen wollen? Hier ist eine Möglichkeit, wie Sie Geld sparen können: Ziehen Sie einfach von uns ab. Werden Sie ein nachgelagerter Distributor von Oracle Linux. Wir nehmen Ihnen die Last gerne ab."

Ich hoffe, ihr konntet den Zynismus aus dieser Pressemitteilung herausdestillieren. Seien wir gespannt, wie sich der Wettstreit der Giganten weiter entwickelt.

Quellen:

https://lists.fedoraproject.org/archives/list/devel@lists.fedoraproject.org/thread/55H3DT5CCL73HLMQJ6DK63KCAHZWO7SX/

https://www.oracle.com/news/announcement/blog/keep-linux-open-and-free-2023-07-10/

Bildquelle: https://www.charterworld.com/news/wp-content/uploads/2012/04/Team-ORACLE-Racing.jpg


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Wer zur Verwendung von MS Windows im Büro gezwungen wird, kann sich mit einer GNU/Linux-Distribution in einer virtuellen Maschine eine professionelle Arbeitsumgebung schaffen.

Es gibt viele (sehr viele) Anwender:innen, die noch nie im Leben eine GNU/Linux-Distribution gesehen haben. Für solche Leute ist es wichtig zu sehen, wie einfach es ist, die freien Alternativen zu entdecken. Dafür fallen mir mehrere Möglichkeiten ein:

  1. Frage den Nerd in deinem Bekanntenkreis.
  2. Probiere eine GNU/Linux-Distribution im Webbrowser aus.
  3. Installiere eine virtuelle Maschine zum Testen einer Linux-Distro.
  4. Boote von einem USB-Stick.

Die vier Optionen habe ich nach Schwierigkeitsgrad sortiert. Eine Bekannte oder einen Verwandten fragen, ist bestimmt der einfachste Weg, um eine Alternative zum vorinstallierten Windows auf dem Medienmarkt-Notebook zu sehen. Der zweite Weg ist die beste Lösung, falls man kein Kellerkind im Bekanntschaftskreis findet. Die virtuelle Maschine als Testplatz, ist mein Vorschlag, den ich in diesem Artikel beschreiben möchte. Wie man eine ISO-Datei auf einen USB-Stick brennt und von diesem bootet, lasse ich ausser Acht.

Bevor ich zum Ausprobieren einer GNU/Linux-Distro in einer virtuellen Maschine unter Windows komme, möchte ich dennoch auf Linux im Browser zurückkommen. Im Mai habe ich in diesem Beitrag das Angebot von DistroSea beschrieben. Dort gibt es aktuell 39 unterschiedliche Distributionen zum Ausprobieren im Webbrowser. Als Beispiel zeige ich die letzte Distro in der Liste: ZorinOS.

Nachdem man Zorin OS ausgewählt hat, muss man sich für eine Variante der Distribution entscheiden. Ich habe Core64 gewählt. Nach dieser Wahl wird man in eine Warteschlange eingereiht. Nach kurzer Zeit kann man die Distro im Webbrowser starten. Im Installationsprogramm wählt man 'Deutsch' und 'Try Zorin OS' aus, worauf Zorin OS im Live-Modus losläuft:

Nun kann man sich einen ersten Eindruck dieser Distribution verschaffen. Das kann jedoch nicht mehr als ein erster Eindruck sein, weil eine temporär gestreamte Distro in einem Webbrowser meilenweit von der wahren Erfahrung entfernt ist. Trotzdem ist das Angebot von DistroSea eine tolle Sache für Interessierte.

Der Auslöser für diesen Artikel war eine Anfrage meiner Tochter:

Wie kann ich ChatGPT ohne Registrierung verwenden?

Sie verwendet privat Manjaro, ist aber im Büro durch MS Windows eingeschränkt. Es gibt diverse Seiten, die eine Anfrage an GPT 3.5 erlauben, z. B. diese https://chatgpt.ch/. Erwartungsgemäss tummeln sich viele Anfrager:innen auf solchen Seiten, weshalb man sich über die Ergebnisse nicht wundern sollte:

Hier geht es aber nicht um KI-Chatbots, sondern um den Einsatz einer GNU/Linux-Distribution im Alltag, als professionellen Wingman neben MS Windows. So schwer mir diese Empfehlung über die Lippen geht, desto weniger Alternativen gibt es, möchte man eine virtuelle Maschine unter MS Windows ausführen. Wenn ich eine Firma überhaupt nicht mag, dann ist es Oracle mit ihrem Chef Larry Ellison. Wie dem auch sei, es gibt die Oracle VM VirtualBox, welche sich die "weltweit beliebteste plattformübergreifenden Open Source-Virtualisierungs-Software" nennt. Windows-Anwender:innen können sich die Software unter dieser Adresse herunterladen. Oder doch nicht? Wenn ich mir die URL anschaue, verfalle ich schon in Schnappatmung, ob der Tracker, die dahinterstecken. Windows-Anwender:innen verwenden die erste Option, den 64 Bit Windows Installer.

Nachdem ihr das Ding in euer Windows habt eindringen lassen, könnt ihr es starten, was dann so aussieht:

Im Screenshot sind bereits zwei Distros installiert: Manjaro und EndeavourOS. Bei euch ist das linke Panel noch leer. Ihr klickt auf das blaue Neu-Icon. Dort erwartet euch dieser Dialog:

Vorher solltet ihr eine ISO-Datei einer GNU/Linux-Distribution herunterladen. Dabei spielt es keine Rolle, welche ISO-Datei ihr verwendet. Um meiner Tochter entgegenzukommen, nehme ich Manjaro als Beispiel. Die ISO-Datei findet ihr hier. Danach solltet ihr auf das Icon Ändern klicken, um einige Einstellungen anzupassen:

  • Hauptspeicher auf 4096 MB
  • Prozessoren auf 2
  • Virtuelle Festplatte auf 40 GB
  • Den Regler für den Grafikspeicher ganz nach rechts ziehen

Danach könnt ihr die virtuelle Maschine mit dem grünen Pfeil starten und die normale Boot-Prozedur durchlaufen. Normalerweise startet die Distribution jetzt im Live-Modus, weshalb eine richtige Installation nun vonnöten ist. Nachdem die Distro ordentlich installiert ist, habt ihr eine vollständige Distribution für den Parallelbetrieb zur Verfügung. Wann immer ihr ein professionelles Betriebssystem neben MS Windows starten möchtet, könnt ihr in der virtuellen Maschine die GNU/Linux-Distro eurer Wahl (auch mehrere) starten und die volle Freiheit geniessen.

Um auf die 'Piccata Milanese' zurückzukommen: Falls ihr Manjaro als Distro gewählt und im Paketmanager 'Pamac' AUR aktiviert habt, könnt ihr tgpt installieren und euch im Terminal das Rezept ausgeben lassen:

Guten Appetit!

Warnung: Generative Pretrained Transformer (z. B. ChatGPT) sind gefährliche Werkzeuge, die überzeugende Antworten auf Fragen liefern, aber keineswegs auf Fakten basieren oder der Realität entsprechen müssen. Wir raten ausdrücklich von deren Verwendung ab. Stattdessen empfehlen wir den Einsatz des eigenen Verstandes.


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8. Juli 2023

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.13 ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Außerdem steht das Veröffentlichungsdatum für Thunderbird 115 fest.

Neuerungen von Thunderbird 102.13

Mit dem Update auf Thunderbird 102.13 hat die MZLA Technologies Corporation ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Das Update bringt diverse Fehlerbehebungen und Verbesserungen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Auch wurden diverse Sicherheitslücken geschlossen.

Thunderbird 115 erscheint kommende Woche

Das große Update auf Thunderbird 115, welches unter anderem das neue „Supernova“-Design sowie ein neues Logo bringen wird, wurde nicht zeitgleich mit Firefox 115 veröffentlicht. Dessen Veröffentlichung ist für kommenden Montag, den 10. Juli 2023 geplant. Die wichtigsten Neuerungen von Thunderbird 115 werden dann natürlich ausführlich auf diesem Blog vorgestellt werden.

Der Beitrag Thunderbird 102.13 veröffentlicht, Thunderbird 115 erscheint kommende Woche erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

6. Juli 2023

Mozilla hat Firefox 115 veröffentlicht. Firefox 115 ist gleichzeitig die neue Basis für Firefox ESR, die Firefox-Version mit Langzeitunterstützung. Während Firefox 115 und Firefox ESR 115 grundsätzlich identisch sind, gibt es doch ein paar Unterschiede zwischen beiden Versionen. Auch sonst gibt es einiges Wissenswertes für System-Administratoren.

Mozilla hat Firefox 115 und Firefox ESR 115 veröffentlicht. Nutzer von Firefox ESR 102 haben noch zwölf Wochen Zeit, ehe sie mit Erscheinen von Firefox 118 und Firefox ESR 115.3 am 26. September 2023 automatisch auf Firefox ESR 115 migriert werden. Wie schon Firefox ESR 102 unterscheidet sich auch Firefox ESR 115 in ein paar wenigen Details von seinem Mainstream-Pendant.

Download Mozilla Firefox ESR 115

Nur in Firefox ESR 115: Deaktivierbare Signaturpflicht für Add-ons

Zum Schutz seiner Nutzer hat Mozilla eine Signaturpflicht für Add-ons in Firefox eingeführt, welche seit Firefox 43 standardmäßig aktiviert ist. Diese kann nur in Nightly-Builds sowie in der Developer Edition von Firefox deaktiviert werden, nicht in Beta- oder finalen Versionen. Die ESR-Version von Firefox 115 erlaubt auch in der finalen Ausführung die Deaktivierung der Signaturpflicht.

Zur Deaktivierung muss der folgende Schalter über about:config auf false geschaltet werden:

xpinstall.signatures.required

Achtung: Es ist aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen, die Signaturpflicht für Erweiterungen zu deaktivieren. Wer seine Erweiterungen ausschließlich über addons.mozilla.org bezieht, findet außerdem in der Regel sowieso ausschließlich signierte Erweiterungen vor.

Nur in Firefox ESR 115: Zusätzliche Unternehmensrichtlinie

Seit Firefox 60 liefert Mozilla die Unterstütztung von Unternehmensrichtlinien aus. Damit ist es für Systemadministratoren möglich, Firefox für die Verteilung im Unternehmen vorzukonfigurieren, wofür bis einschließlich Firefox ESR 52 gerne der sogenannte CCK2 Wizard benutzt worden ist, der allerdings mit Firefox 57 und höher nicht kompatibel ist.

Die SearchEngines-Richtlinie zum Konfigurieren der Suchmaschinen funktioniert ausschließlich in Firefox ESR.

Alle Neuerungen zwischen Firefox ESR 102 und Firefox ESR 115

Natürlich gab es zwischen Firefox ESR 102 und Firefox ESR 115 auch wieder zahlreiche Neuerungen, darunter auch Neuerungen, welche für Unternehmen relevant sein könnten, wie beispielsweise neue Sicherheits- und Datenschutz-Verbesserungen. Für einen Überblick über alle wichtigen Neuerungen zwischen Firefox ESR 102 und Firefox ESR 115 empfiehlt sich die Lektüre der Artikel über die Neuerungen der entsprechenden Major-Releases:

Sonstiges Wissenswertes für Unternehmens-Administratoren

Unternehmensrichtlinien

Firefox lässt sich mittels zahlreicher Unternehmensrichtlinien konfigurieren. Dabei gibt es verschiedene Wege: Plattformübergreifend auf Windows, Apple macOS sowie Linux über eine Datei policies.json, via GPO oder Intune auf Windows oder via .plist-Datei auf Apple macOS.

MSI-Installer für Windows

Um System-Administratoren im Unternehmen das Anpassen und Verteilen von Firefox einfacher zu machen, bietet Mozilla anpassbare MSI-Installer für Firefox ESR auf Windows an.

MSI-Installer erlauben die Anpassung über eine MST-Datei und können über die auf Windows üblichen Deployment-Tools wie Active Directory oder Microsoft System Center Configuration Manager verteilt werden. Mozilla hat eine Dokumentation zu den MSI-Installern veröffentlicht.

Download MSI-Installer von Firefox ESR 115

pkg-Installer für Apple macOS

Ähnlich zu den MSI-Installern für Windows gibt es pkg-Installer für Apple macOS.

Download pkg-Installer von Firefox ESR 115

Nutzer von Windows 7/8, macOS 10.12/10.13/10.14 werden auf Firefox ESR 115 migriert

Nutzer der Mainstream-Version von Firefox auf Windows 7 und Windows 8 sowie Apple macOS 10.12 bis 10.14 werden mit Erscheinen von Firefox ESR 115.1 automatisch auf Firefox ESR 115 migriert und erhalten daher mit Firefox 115 das letzte Update, welches neue Funktionen und die Unterstützung für weitere Webstandards bringt. Nach einem weiteren Jahr Sicherheits-Updates durch Firefox ESR 115 ist für entsprechende Nutzer danach Schluss. Bereits Firefox 116 lässt sich auf diesen Systemen nicht einmal mehr starten.

Dedizierte Profile pro Installation abschalten

Lesezeichen, Chronik, Erweiterungen, Passwörter, Einstellungen – diese und noch weitere Dinge werden in einem sogenannten Profil gespeichert. Verschiedene Firefox-Installationen nutzen bisher standardmäßig immer das gleiche Profil.

Seit Firefox 67 nutzt der Mozilla-Browser dedizierte Profile pro Installation. Das heißt, dass wenn ein Nutzer mehrere Firefox-Installationen hat, jede dieser Installationen ein eigenes Profil verwendet und damit standardmäßig nicht länger in allen Installationen automatisch die gleichen Lesezeichen, die gleiche Chronik etc. zur Verfügung stehen.

Gerade im Unternehmensumfeld kann dies unerwartet sein. Über eine Umgebungsvariable mit beliebigem Wert kann dieses Feature abgeschaltet werden:

MOZ_LEGACY_PROFILES

Wie Umgebungsvariablen angelegt werden, ist der Dokumentation des jeweiligen Betriebssystems zu entnehmen.

Downgrade-Schutz abschalten

Ein anderes Feature seit Firefox 67 ist ein Downgrade-Schutz. Firefox verhindert, dass der Browser mit einem Profil gestartet wird, welches bereits mit einer neueren Firefox-Version genutzt worden ist. Auch dieses Feature kann über eine Umgebungsvariable mit beliebigem Wert abgeschaltet werden:

MOZ_ALLOW_DOWNGRADE

Alternativ dazu kann Firefox mit dem folgenden Kommandozeilen-Argument gestartet werden:

--allow-downgrade

Dokumentation für System-Administratoren

Hier gibt es spezielle Hilfe-Seiten für die Administration von Firefox im Unternehmen.

Der Beitrag Alles Wissenswerte zu Firefox ESR 115 inklusive Unterschiede zu Firefox 115 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.