staging.inyokaproject.org

29. Mai 2023

In der letzten Folge dieser Serie habe ich die Grundinstallation von Arch-Linux beschrieben. Anschliessend hatte man ein lauffähiges Betriebssystem mit der GNOME-Desktopumgebung. In dieser Folge geht es um Konfigurationsschritte, die das Aussehen und die Funktionalität des Systems betreffen. Ich hätte diese Folge auch "nach der Installation" nennen können.

Vermutlich ist euch aufgefallen, dass man nach dem Booten in Grub2 landet. Grub ist ein Bootloader, der sich darum kümmert, das Betriebssystem zu starten. Wer mehrere Distributionen auf seinem Rechner installiert hat, kann an dieser Stelle auswählen, welches davon gestartet wird. In meinem Beispiel gehe ich davon aus, dass man nur ein Betriebssystem auf dem PC haben möchte, weshalb das Warten und die Auswahl in Grub keinen Sinn ergibt. Bei der Installation wird zwingend Grub installiert. Zwar kann man ein Betriebssystem auch ohne Bootloader (EFI) oder mit einem anderen Bootloader starten, damit kenne ich mich aber zu wenig aus, um hier sachdienliche Hinweise zu geben.

Was wir wollen ist, dass Grub während des Bootvorgangs möglichst wenig nervt. Dazu öffnet ihr ein Terminal (Konsole) und gebt diesen Befehl ein, um die Grub-Konfigurationsdatei zu bearbeiten:

sudo nano /etc/default/grub

Dort seht ihr in der vierten Zeile:

GRUB_TIMEOUT=5

Das heisst, Grub wartet 5 Sekunden auf eure Auswahl des zu bootenden Betriebssystems. Ändert diesen Wert in 0, speichert mit Ctrl+o und verlasst den Editor mit Ctrl+x. Dann müsst ihr die geänderte Konfiguration wirksam machen, in dem ihr das hier eingebt:

sudo grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg

Danach könnt ihr neu booten und solltet von Grub nicht mehr viel zu sehen bekommen. Falls bei euch das Tastaturlayout nicht stimmt (hatte ich bei meiner ersten Installation) (merkt ihr im Terminal, wenn statt / das & kommt), öffnet ihr die GNOME-Systemeinstellungen (rechts oben), wählt den Menüpunkt Tastatur und fügt Deutsch hinzu.

Wer möchte, kann die Boot-Erfahrung mit Plymouth grafisch aufwerten. Die Einrichtung ist jedoch nicht ganz einfach, weshalb ich dafür auf diese Anleitung verweise. Aber Achtung, Plymouth macht das Booten nicht schneller, sondern nur schöner.

Vermutlich passt die Bildschirmauflösung nach der Installation nicht zu eurem Monitor. Um das zu ändern, macht ihr einen Rechtsklick auf den Desktop, wählt Anzeigeeinstellungen und ändert die Auflösung auf einen passenden Wert.

Das soll für heute reichen. Ihr habt nun eine Arch-Installation, die superschnell bootet und benutzbar ist. In der nächsten Folge behandle ich das Thema Paketverwaltung.


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Am 25. Mai 2023 hat das Mageia-Projekt eine zweite Beta für die neunte Hauptversion der Distribution freigegeben. Nachdem bereits im Februar eine erste Beta erschienen ist, nähert sich das Projekt so der neuen Version. Mit der neuen Vorabversion wurden laut den Entwicklern "hartnäckige Probleme" behoben, außerdem wurden die Pakete aktualisiert und die Sicherheit des Systems verbessert.

Mit Mageia 9 werden entsprechend der zweiten Beta unter anderem der Linux-Kernel 6.3.3, LibreOffice 7.5.2 und die wichtigsten Desktop-Umgebungen in aktuellen Versionen enthalten sein. So liefert die neue Beta-Version KDE Plasma in Version 5.27.4, Gnome 44 und weiterhin Xfce 4.18.1 sowie LXQt 1.3.0 aus.

Das Mageia-Projekt stellt für die Distribution sowohl 64-bit- als auch 32-bit-Abbilder zur Verfügung. Dabei können Nutzerinnen entweder auf klassische DVDs oder Netzwerk-Installer, aber auch Live-CDs zurückgreifen. Diese stehen mit Plasma, Gnome und Xfce bereit. Mit der neuen Beta-Veröffentlichung ruft das Projekt auch zum Testen des bisherigen Entwicklungsstandes auf.

Genauere Informationen zur neuen Vorabversion und den entsprechenden Downloadmöglichkeiten finden sich im Mageia-Blog unter http://blog.mageia.org/de/2023/05/25/die-veroeffentlichung-von-beta-2-bringt-mageia-9-naeher-an-die-realitaet/

Bild: Mageia Atelier Team, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons


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28. Mai 2023

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.11.2 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.11.2

Mit dem Update auf Thunderbird 102.11.2 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme in Zusammenhang mit POP3, die seit Thunderbird 102.11.1 aufgetreten sind. Außerdem wurde die Ausrollung der Schaltfläche, welche seit Thunderbird 102.11.1 für 10 Prozent der Windows-Nutzer einmalig angezeigt wird, um den Beta-Test von Thunderbird 115 zu bewerben, auf 30 Prozent erhöht.

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27. Mai 2023

Mozilla Hubs ist eine Plattform, um sich in virtuellen Räumen zu treffen. Nach dem Start der kostenpflichtigen Managed Hubs in ersten Ländern Ende des vergangenen Jahres gibt es ab sofort auch einen kostenlosen Plan, der zudem weltweit verfügbar ist.

Was ist Mozilla Hubs?

Mit dem Start von Mozilla Hubs im April 2018 ging eine Online-Plattform an den Start, welche es Nutzern ermöglicht, sich in sogenannten Räumen virtuell zu treffen. Das Besondere an Hubs: es spielt sich komplett im Web ab – keine geschlossene Plattform, keine Installation einer Anwendung, keine Abhängigkeit von einem bestimmten Gerät. Einfach eine URL teilen und miteinander treffen. Hubs funktioniert in jedem Browser, am Smartphone – und auch mit der VR-Brille, wo Hubs als virtuelle Plattform sein volles Potential entfaltet. Mozilla Hubs ist quasi eine Miniatur-Ausgabe eines Web-basierten „Metaverse“, aber Open Source und mit Fokus auf Datenschutz, vom Macher des Firefox-Browsers.

Mozilla Hubs 2022

Das sind Managed Hubs

Mit den im November 2022 gestarteten Managed Hubs erhält der Abonnent seine ganz eigene Hubs-Instanz mit vielen Anpassungsmöglichkeiten inklusive anpassbarer Startseite, eigener myhubs.net-Domain, einzigartigen Avataren und Theme-Paketen, Platz für bis zu 25 Gäste, die Möglichkeit, Videos, Bilder und Dokumente in die Räume hochzuladen, sowie 2 GB Speicherplatz für Assets wie Avatare und Szenen. Dieses Angebot kostet im Early Access 20 USD pro Monat. Voraussetzung ist derzeit außerdem ein Wohnsitz in Deutschland, den USA, Kanada oder Großbritannien.

Kostenloser Plan der Managed Hubs

Nun hat Mozilla einen kostenlosen Plan der Managed Hubs angekündigt, der ab sofort verfügbar ist. Auch hier kann die Umgebung über den Szenen-Editor Mozilla Spoke vollständig angepasst werden.

Mozilla Spoke
Mozilla Hubs Admin

Dafür ist die Anzahl der gleichzeitigen Gäste auf 10 limitiert und es stehen nur 500 MB Speicherplatz für Assets zur Verfügung. Außerdem muss auf eine eigene myhubs.net-Domain verzichtet werden. Die kostenlose Version steht überall auf der Welt und nicht nur in den vier oben genannten Ländern zur Verfügung.

Mozilla Managed Hubs Preise 2023

Noch mehr Optionen in der Zukunft

Für die Zukunft sind zusätzliche Pläne mit noch mehr Funktionalität und Kapazität geplant. Diejenigen, welche das Early Access-Angebot nutzen, sollen auch in Zukunft den aktuellen Preis bezahlen, auch wenn sich der Preis nach der Einführungsphase erhöhen wird.

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26. Mai 2023

Fr, 26. Mai 2023, Lioh Möller

Bei MicroOS handelt es sich um eine immutable Variante der Distribution, welche auf Container Workloads ausgelegt ist. Dabei kommen btrfs Snapshots und sogenannte Transactional Updates zum Einsatz. Die Standardvariante basiert dabei auf dem Rolling-Zweig openSUSE Tumbleweed. Darüber hinaus werden alternative Leap Micro Images angeboten, welche wiederum auf SUSE Linux Enterprise Micro basieren.

Wer nun nur noch Micro im Kopf hat, liegt nicht so falsch. Das haben sich wohl auch die Entwickler des ebenfalls auf Tumbleweed basierenden Desktop Spins MicroOS Desktop gedacht und denken jetzt laut über einen neuen Namen nach.

MicroOS Desktop wird standardmässig mit GNOME ausgeliefert, es besteht allerdings auch die Möglichkeit KDE Plasma zu nutzen. Dies wird aktuell als Alpha bezeichnet.

Ähnlich wie auch bei Fedora Silverblue erfolgt die Paketinstallation massgeblich mittels Flatpak.

Bezüglich des Namens wurde auf reddit aufgerufen, Vorschläge einzubringen.



Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass einer der Namen angenommen wird. So wird beispielsweise openSUSE Emerald, der Vorschlag mit den meisten Stimmen, bereits als Codename in der Version openSUSE 11.2 verwendet.

Quellen:

https://www.reddit.com/r/openSUSE/comments/13k9izp/opensuse_microos_will_be_renamed_soon_throw_in/
https://www.reddit.com/r/openSUSE/comments/13l7lhk/straw_poll_which_of_these_new_names_do_you_prefer/


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Fr, 26. Mai 2023, Ralf Hersel

Nach der Einleitung im ersten Artikel der Serie geht es jetzt um die Grundinstallation von Arch Linux. Bevor wir loslegen, gibt es ein paar Informationen zum Projekt:

Arch Linux ist eine AMD64-optimierte Linux-Distribution mit Rolling Releases, deren Entwicklerteam dem KISS-Prinzip („keep it simple, stupid“) folgt. Zugunsten der Einfachheit wird auf grafische Installations- und Konfigurationshilfen verzichtet. Aufgrund dieses Ansatzes ist Arch Linux als Distribution für fortgeschrittene Benutzer zu sehen.

Arch Linux wurde Anfang 2001 von Judd Vinet eingeführt. Am 1. Oktober 2007 gab Vinet seinen Rücktritt als Projektleiter bekannt, sein Nachfolger wurde Aaron Griffin. Arch Linux wird von einem ungefähr 25-köpfigen Kernteam und Helfern aus der wachsenden Community, sogenannten „Trusted Users“, weiterentwickelt. Sämtliche distributionsspezifische Entwicklungen werden unter der GPL veröffentlicht.

Als Erstes brauchen wir das aktuelle ISO-Image von Arch Linux. Dazu gehen wir auf die Projektseite und finden .. nichts. Auf der rechten Seite seht ihr unter Documentation den Eintrag Installation Guide. Darin gibt es im Kapitel 1.1 einen Link zur Download-Seite. Wenn ihr dort nach unten scrollt, kommt eine lange Liste mit Mirror-Servern. Geht zu eurem Land und wählt den erstbesten Server aus. Ich habe den Server von adfinis.com verwendet. Im Titelbild seht ihr, was euch erwartet.

Dort ladet ihr die Datei archlinux-2023.05.03-x86_64.iso herunter. Arch bringt jeden Monat frische Images heraus; falls ihr diesen Artikel später lest, kann es sein, dass die ISO-Datei ein neueres Datum trägt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch die Prüfsummendatei sha256sums.txt herunterladen, um zu prüfen, ob die ISO-Datei korrekt ist. Im Download-Verzeichnis könnt ihr dazu diesen Befehl ausführen:

sha256sum archlinux-2023.05.03-x86_64.iso 

Die Ausgabe könnt ihr mit dem Inhalt der Datei sha256sums.txt vergleichen; die Prüfsumme sollte dieselbe sein, ansonsten ist mit der ISO-Datei etwas nicht in Ordnung.

Für die ersten Gehversuche mit Arch empfehle ich die Installation in einer virtuellen Maschine durchzuführen, ausser, ihr habt einen dedizierten Rechner zur Verfügung, den ihr nur für solche Spielereien einsetzt. Dann müsst ihr die ISO-Datei auf einen USB-Stick brennen, was ich hier nicht beschreibe. Für diesen Artikel habe ich GNOME-Boxes als virtuelle Maschine verwendet. Ihr könnt aber auch VirtualBox oder eine andere VM eurer Wahl nehmen.

In GNOME-Boxes klickt ihr oben links auf das Plus-Zeichen. Daraufhin erkennt die VM, dass sich im Download-Verzeichnis die Arch-ISO befindet und bietet euch diese für die Installation an. Falls das nicht so ist, müsst ihr die ISO-Datei von Hand auswählen. Die Einstellungen für die VM könnt ihr so belassen, wie sie vorgeschlagen werden:

Dann klickt ihr auf Anlegen und werdet vom Arch-Boot-Splash begrüsst. Dort macht ihr gar nichts, sondern wartet ab, bis die Installation beginnt. Es rattern dann ein paar hundert Terminalausgaben durch, bis ihr schliesslich im Login landet:

Arch Linux bietet weder ein Live-System noch einen grafischen Installer an, wie man das von anderen Distributionen gewöhnt ist. Bislang galt Arch als schwierig zu installierende Distribution, was heute nicht mehr der Fall ist, weil es den CLI-Installer archinstall gibt. Und genau diesen startet ihr jetzt, indem ihr archinstall eintippt und mit Return startet. Der Installer begrüsst euch so:

Wichtig ist, dass ihr jeden der Konfigurationspunkte durchgeht und eine Auswahl trefft. Mit der Returntaste springt ihr in die Auswahl zu einem Punkt hinein, navigiert mit Cursor-hoch/runter und bestätigt die Auswahl mit der Returntaste; mit Cursor-hoch/runter navigiert ihr von Zeile zu Zeile. Die meisten dieser Optionen sind selbsterklärend, weshalb ich hier nur die schwierigen erkläre:

  • Archinstall language: selbsterklärend, falls ihr hier German wählt, wechselt der Arch-Installer zu Deutsch. Ich verwende hier weiterhin die englischen Begriffe, wie ihr sie im Screenshot seht.
  • Keyboard layout: die Liste ist lang, man kann mit / suchen, z. B. nach de oder ch
  • Mirror region: wählt euer Land aus
  • Local language: de_DE.UTF-8 oder de_CH.UTF-8
  • Local encoding: könnt ihr auf utf-8 belassen
  • Drive(s): Achtung, der Installer ist nicht abgestürzt. Es dauert eine Weile, bis eine Auswahl erscheint. Dort sollte nur die virtuelle Festplatte erscheinen. Wählt diese aus.
  • Disk layout: die erste Option wählen 'Alle Laufwerke löschen ...' und dann ext4 auswählen.
  • Disk encryption: Back wählen
  • Bootloader: hier gibt es nichts auszuwählen, es wird Grub verwendet
  • Swap: so lassen, wie es ist
  • Hostname: gebt einen Namen ein oder lasst es so, wie es ist
  • Root password: hier gibt es einen kleinen Fehler(?) im Installer-Skript. Nach der Eingabe des Passworts passiert nichts. Das kann man umgehen, indem man das Passwort eingibt, Return drückt und dann Ctrl+j drückt. Dann wird man zur Bestätigung des Passworts aufgefordert. Also erneut das Passwort eingeben, Return drücken und Ctrl+j drücken. Hinweis: bei einer zweiten Installation trat dieses Problem bei mir nicht mehr auf. Ihr seht ja, ob es bei euch auch ohne Ctrl+j funktioniert.
  • User account: dort erzeugt ihr ein neues Benutzerkonto, vergebt den Namen und das Passwort für das Konto. Beim Passwort gilt das gleiche, wie beim Root-Passwort (Ctrl+j). Danach müsst ihr entscheiden, ob der Benutzer Root-Rechte (superuser) erhalten soll.
  • Profile: hier wählt ihr die Desktop-Umgebung aus. Wählt die erste Option Desktop aus. Dann könnt ihr zwischen 14 Desktops auswählen. In meinem Test habe ich Gnome gewählt. Danach könnt ihr aus sieben Grafikkartentreibern wählen. Entsprechend meiner Grafikkarte habe ich Intel ausgewählt.
  • Audio: pipewire wählen
  • Kernels: so lassen, wie es ist
  • Additional packages: nichts machen
  • Network configuration: NetworkManager auswählen, falls man GNOME oder KDE als Desktop gewählt hat.
  • Timezone: die eigene Zeitzone auswählen
  • Automatic time sync: so lassen, wie es ist
  • Optional repositories: nichts auswählen

Das war es. Jetzt könnt ihr Installieren auswählen, worauf die gewählten Einstellungen im JSON-Format angezeigt werden. Wenn ihr mit Return bestätigt, startet die Installation. Das dauert ein paar Minuten. Danach hat man die Möglichkeit, weitere Änderungen an der Installation vorzunehmen. Das machen wir nicht und wählen nein.

Dann landet ihr wieder auf dem Terminal-Prompt. An dieser Stelle würde ich rebooten, indem ihr reboot eingebt. Vermutlich landet ihr dann im GNOME-Login, was mich wundert, weil GDM (der GNOME Display Manager) eigentlich von Hand installiert werden muss. Wie dem auch sei, fahrt Arch herunter und startet auch die virtuelle Maschine neu. Dann ruft ihr GNOME-Boxes erneut auf und klickt auf eure Arch-VM. Falls die Installation funktioniert hat, seht ihr wieder das GNOME Login Fenster:

Nach der Anmeldung erstrahlt ein unveränderter GNOME 44 Desktop:

Arch Linux mit GNOME als Desktop-Umgebung startet in der virtuellen Maschine in ca. 5 Sekunden. Der RAM-Verbrauch direkt nach dem Starten liegt bei etwa 1 GB. Das ist viel und ist auf den GNOME-Desktop zurückzuführen. Ihr habt nun eine voll funktionsfähige Arch Installation ein eurer virtuellen Maschine vorliegen.

In der nächsten Folge dieser Serie kümmern wir uns um die Optimierung der Boot-Erfahrung.


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Fr, 26. Mai 2023, Lioh Möller

Netbooks waren vor einiger Zeit gross in Mode. Geräte wie der Eee PC von Asus verkauften sich wie geschnitten Brot. Waren sie doch günstig und doch vergleichsweise leistungsstark. Zumeist ausgestattet mit einem Atom Prozessor, waren diese in den letzten Generationen bereits 64bit-fähig.

Wer noch einen Mini-Laptop dieser Klasse oder ein vergleichbares älteres Notebook sein Eigen nennt, wird sich über das Projekt SpaceFun freuen.

Dabei handelt es sich um eine leichtgewichtige Distribution auf Basis von Debian GNU/Linux. Die exakte Bezeichnung wäre allerdings Blend, denn es handelt sich um eine in der Konfiguration und Ausstattung angepasste Live-CD, welche ausschliesslich auf die Repositories des Mutterprojektes zugreift.

Interessierte Nutzer erhalten dafür ein Rolling-System auf Basis des Entwicklerzweiges namens Sid. Einmal installiert, kann es fortlaufend aktualisiert werden. Über ein entsprechendes Applet erfolgt eine Benachrichtigung, welche auch direkt eine Installation der Updates erlaubt.

Alternativ wird eine Stable-Variante auf Basis von Debian Bookworm angeboten.

Als Desktopumgebung der Wahl, kommt LXDE zum Einsatz. Trotz der eher traditionellen Benutzerführung wird eine aktuelle Softwareauswahl mitgeliefert, wobei der Focus auf ressourcensparenden Anwendungen liegt. So kommt zum Beispiel statt des sonst üblicherweise enthaltenen Firefox Browsers Falkon zum Einsatz. Der ehemals als QupZilla bezeichnete Browser hat seit einiger Zeit ein neues Zuhause unter dem Dach des KDE Projektes gefunden. Der Bereich der Internetanwendungen wird ergänzt durch den Mailclient Thunderbird, welcher auch eine Kalenderfunktion bietet, sowie Messenger für Telegram, IRC, XMPP und das Matrix-Protokoll. Natürlich darf auch ein FTP- und ein Bittorrent-Client nicht fehlen.

Zur Wiedergabe von Multimedia-Inhalten eignet sich je nach Hardwareausstattung VLC oder der leichtgewichtigere Videoplayer mpv. Die Musiksammlung lässt sich mit Audacious durchhören und mittels Shotwell lassen sich die Ferienfotos verwalten.

Trotz des Focus auf Leichtgewichtigkeit, wird LibreOffice mitgeliefert, da diese über den gewünschten Funktionsumfang verfügt. Wer ablenkungsfrei schreiben möchte, greift hingegen zu FocusWriter. Den Einstieg in LaTeX erleichtert der WYSIWYM (what you see is what you mean) Editor LyX.

SpaceFun soll, wie der Name suggeriert, in erster Linie Spass bei Verwendung eines Computers bereiten. Fand doch ein bekannter Blogger kürzlich in einer gross angelegten Umfrage heraus, dass Nutzer von macOS glücklicher seien als Linux-Anwender.

Dem möchte das Projekt entgegentreten und so sorgen Klassiker der Linux-Spielewelt wie Frozen-Bubble, SuperTux, Hex-a-hop oder Ri-Li für kurzweilige Stunden.

Wer immer schon einmal Klavierspielen lernen möchte, für den eignet sich Piano Booster.

Abgerundet wird die ausgewogene Softwareauswahl durch die Grafikbearbeitung GIMP, das DTP-Programm Scribus und das Vektor-Zeichenprogramm Inkscape.

Wer SpaceFun ausprobieren möchte, lädt sich das Live-Medium herunter und überträgt diese auf einen USB-Stick. Einmal davon gestartet, liegt der Desktop in englischer Sprache vor. Am unteren Bildschirmrand lässt sich durch einen Klick auf das Flaggen-Symbol die Tastaturbelegung umschalten. Das installierte System enthält dann die Sprache der Wahl.

Vor einer Installation sollte eine Internetverbindung aufgebaut werden, da das Installationsprogramm Calamares Teilkomponenten nachlädt.

Aktuell stehen ISOs für Geräte mit x86_64 Prozessor zur Verfügung, wobei 1 GB RAM und eine Festplatte von 40 GB vorausgesetzt werden.

Für den Austausch mit der Community steht eine Telegram-Gruppe zur Verfügung.

Quelle: https://www.spacefun.ch


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Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.11.1 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.11.1

Mit dem Update auf Thunderbird 102.11.1 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Außerdem wird einmalig für 10 Prozent der Windows-Nutzer eine Schaltfläche angezeigt, um den Beta-Test für Thunderbird 115 zu bewerben.

Der Beitrag Thunderbird 102.11.1 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

25. Mai 2023

Do, 25. Mai 2023, Ralf Hersel

Wir schreiben gerne über Distributionen, weil sie die Vielfalt und Mächtigkeit der Freien Software Welt widerspiegeln. In unseren Chat-Kanälen belegen angeregte Diskussion über die 'richtige' Distro immer die oberen Ränge. Es macht Spass, neue GNU/Linux-Distributionen auszuprobieren und sich mit anderen über das Für und Wider auszutauschen. Unter den Anwender:innen, die sich Distro-Hopping als Hobby ausgesucht haben, gibt es Wellenbewegungen: mal ist es das tollste und neuste Derivat, mal geht es zurück zu den Wurzeln.

Bei mir zeigt der Trend seit Jahren in Richtung der puren Distributionen. Meine Linux Anfänge gehen auf das Jahr 1995 zurück, als ich Patrick Volkerdings Slackware Adaption mit dem Namen S.u.S.E. Linux ausprobierte. Viele Jahre später habe ich Windows XP verlassen und durch Ubuntu 6.10 'Edgy Eft' ersetzt. Danach bin ich dem 'Circle of Friends' viele Jahre treu geblieben, bis zum LTS Release 20.04 'Focal Fossa'. Dann wurden mir die Alleingänge von Canonical zu viel. Nach einigem Distro-Hopping landete ich vor zwei Jahr bei Manjaro (GNOME), welches ich auch heute noch auf allen Rechnern verwende und sehr zufrieden damit bin.

Doch wer ein echter Nerd ist, den treibt es weiter auf der Suche nach der optimalen Lösung für das persönliche Betriebssystem. Mich interessieren die originären Distributionen: Slackware, Debian, Arch, Red Hat (Fedora) und Enoch (Gentoo). Die originären Einmann-Distros und die Ausgestorbenen (SLS, Solus, usw.) lasse ich ausser Acht.

Neben den Distributionen muss eine Desktop-Umgebung ausgewählt werden. Da gibt es nicht so viele Originale: KDE Plasma, GNOME, Xfce, LXQt, LXDE, Cinnamon, Budgie, Deepin. Da fällt mir die Entscheidung einfach: GNOME. Das ist eine subjektive Auswahl; ich halte den GNOME-Desktop für eine benutzerfreundliche Oberfläche, die gut aussieht und auch von Einsteigern bedient werden kann. Wer KDE Plasma bevorzugt, kann der Serie auch mit diesem Desktop folgen.

In dieser Serie über Arch-Linux sind folgende Artikel erschienen:

  1. Einleitung: das ist dieser Artikel
  2. Installation
  3. Konfiguration
  4. Paketverwaltung

Für die Serie 'Arch für alle' gehe ich davon aus, dass ein aktueller Computer zur Verfügung steht, er mindestens eine i5-CPU (oder AMD-Äquivalent) und 16 GB RAM im Gehäuse hat. Für die Grafik sollte eine onboard-GPU ausreichend sein. In den weiteren Folgen der Serie, werde ich ohne ein Arch-Spezialist zu sein, die Installation, Konfiguration, das Paketmanagement und die Anpassung an persönliche Vorlieben beschreiben. Die Tatsache, dass ich wenig Ahnung von Arch-Linux habe, solltet ihr positiv bewerten, falls ihr auch keine Ahnung davon habt. Die Arch-Gurus können meine Beschreibung gerne mit Kommentaren aufwerten. Sinnvolle Kommentare werde ich nachträglich in die Artikel aufnehmen.

In der nächsten Folge der Serie geht es um die Grundinstallation von Arch-Linux mit einem GNOME-Desktop.


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Mit der bevorstehenden Veröffentlichung von Thunderbird 115 bekommt der Open Source E-Mail-Client nicht nur neue Funktionen und ein neues Design, auch das Logo von Thunderbird wird erneuert. Anders als bei früheren Logo-Anpassungen von Thunderbird (oder auch Firefox) fallen die Logo-Änderungen dieses Mal sehr viel größer aus.

Das Thunderbird-Projekt hat offiziell das neue Logo für seinen Open Source E-Mail-Client vorgestellt.

Thunderbird-Logo 2023

Während das Thunderbird-Logo, welches sich aktuell in seiner dritten Version befindet, schon ein paar Modernisierungen erfahren hat, waren die Schritte doch immer vergleichsweise gering. Auch wenn man sich die Logo-Entwicklung von Firefox über die Jahre ansieht, war dies immer mehr eine Evolution anstelle einer Revolution. Mit dem neuen Thunderbird-Logo, für welches sich erneut Jon Hicks, der Designer des originalen Thunderbird-Logos, verantwortlich zeigt, geht das Projekt einen mutigen Schritt, denn der Unterschied zum aktuellen Logo ist doch sehr groß. Andererseits passt das neue Thunderbird-Logo optisch besser zum aktuellen Firefox-Logo.

Der Beitrag Thunderbird bekommt ein neues Logo erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

24. Mai 2023

Mi, 24. Mai 2023, Ralf Hersel

Rhino Linux ist eine Distribution, die auf Ubuntu basiert und als einziger Abkömmling dieser Familie den Rolling Release Ansatz verfolgt. Der selbst entwickelte Paketmanager rhino-pkg ermöglicht das Suchen, Installieren, Entfernen und Aktualisieren von Paketen aus verschiedenen Quellen, wie native DEB-Repos, Pacstall, Flathub, AppImages und Snap Store. Am 17. Mai haben die Entwickler die fünfte Beta der kommenden stabilen Version von Rhino bereitgestellt. Als Besonderheit ist darin der Unicorn-Desktop enthalten.

Rhino Linux 2023.1-beta5 behebt kleinere Probleme aus den vorherigen Versionen und ist die erste Beta mit dem neuen Unicorn Desktop. Dieser wurde entwickelt, um den Benutzern eine optisch ansprechende und leichtgewichtige Oberfläche zu bieten. Er basiert auf der neuesten Xfce 4.18-Umgebung und wurde mit Blick auf die Benutzererfahrung entwickelt. Eines der Hauptmerkmale des Unicorn-Desktops ist der integrierte Ulauncher, ein leichtgewichtiger und hochgradig anpassbarer Anwendungsstarter für Linux, der in Python geschrieben wurde.

Überdies wurde das App Grid von Rhino, Lightpad genannt, der Xfce-Desktop-Umgebung hinzugefügt. Damit werden sich GNOME-Benutzer wie zu Hause fühlen. Es ist ein einfacher, aber leistungsstarker Wayland-kompatibler Anwendungsstarter, der visuell ansprechend in den Unicorn-Desktop integriert ist. Zusätzlich gibt es den Xfdashboard-basierten Desktop Switcher, der eine Übersicht der geöffneten Anwendungen und Zugang zu den Arbeitsflächen schafft. Die drei Steuerelemente sind zuoberst im Plank-basierten Dock auf der linken Seite angebracht und im lila Systemthema gestaltet.

Rhino eignet sich für Anwender:innen, die einen schnellen und leichtgewichtigen Desktop (Xfce) schätzen, aber dennoch ein modernes GNOME-Feeling mit gutem Theming haben möchten. Ein weiterer Vorteil der Distribution ist die Unterstützung der vielen Paketquellen. Zwar gibt es keinen grafischen Paketmanager, aber rhino-pkg macht im Terminal einen guten Eindruck und ist so einfach wie apt zu bedienen. Insbesondere wegen des Rolling Release Modells, halte ich Rhino Linux für eine Distribution, die eine Lücke gut ausfüllt.

Weitere Details über den Unicorn-Desktop finden sich auf der Website des Projekts:

Quelle: https://rhinolinux.org/index.html


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23. Mai 2023

Di, 23. Mai 2023, Lioh Möller

Wer sich gerne mit Retro-Computer beschäftigt, wird wahrscheinlich schon über unsere Serie zum Thema RISC OS gestolpert sein. In einer kurzen Geschichtsstunde beschreibe ich die Entwicklung der ARM-Architektur sowie des Betriebssystems RISC OS (Achtung: entgegen dem Namen hat es nichts mit der RISC-V lautenden Prozessorarchitektur zu tun!).

Mit einem Emulator lässt sich RISC OS auch auf einem Linux-Computer nutzen und in einem Tutorial beschreibe ich die ersten Schritte zum Umgang mit dem Betriebssystem.

Ich empfehle einen Blick darauf zu werfen, denn es unterscheidet sich sehr von dem, was ihr sonst so kennt.

Neben den aussergewöhnlichen Bedienkonzepten, gibt es für RISC OS eine grosse Anzahl von Softwareperlen zu entdecken. Die meisten Anwendungen sind liebevoll gestaltet und machen viel Spass. Dazu zählt auch Archimedes Pyrotechnic, ein Feuerwerksemulator.

Der Entwickler Rocketeer hat in seiner Diskettenkiste gekramt und die aus den 90er Jahren stammende Applikation neu zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um einen realistischen Simulator mit schier unbegrenzten Möglichkeiten. Die erstellten Feuerwerke werden mit realistischen Klängen untermalt.


Natürlich entspricht die Grafikausgabe dem Stand der damaligen Technik, beeindruckend ist sie aber dennoch.


Wer ein Feuerwerk-Nerd ist (oder werden möchte), sollte unbedingt den Emulator anfeuern und Archimedes Pyrotechnic ausprobieren. Im stardot.org.uk Forum ist ein ausführliches README verlinkt, dass die Funktionsweise im Detail beschreibt.

Quelle: https://stardot.org.uk/forums/viewtopic.php?f=70&t=26903


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Di, 23. Mai 2023, Lioh Möller

Im ersten und zweiten Teil dieser Serie habe ich bereits beschrieben, dass ich auf der Suche nach einer möglichst vollwertigen Linux Distribution für meinen Eee PC war. Im Verlauf der Zeit konnte ich verschiedene Lösungen ausprobieren, für mich war allerdings klar, dass ein annähernd vollwertiger Desktop zum Einsatz kommen sollte. Ich habe bereits viel Erfahrungen mit Windowmanagern gemacht und selbst lange IceWM genutzt. Die von mir erstellten Themes sind immer noch ganz oben in der Topliste auf Box-Look.org

Allerdings habe ich auch den Komfort von Desktopumgebungen kennengelernt. Zum Beispiel geniesse ich es sehr, nicht für jede kleine Änderung eine Konfigurationsdatei anpassen zu müssen.

Meine Suche nach der passenden Distro und dem für mich gut funktionierenden Desktop, hat mich letztendlich zu Debian GNU/Linux mit LXDE geführt. Da ich trotz der altertümlich anmutenden Desktop-Paradigmen gerne neue Software verwende, entschied ich mich für den unstable Zweig Sid.

Das System läuft auf dem Netbook erstaunlich gut und es steht eine Vielzahl an Software zur Verfügung. Ich konnte bereits einige schlanke Anwendungen ausmachen, wie beispielsweise den Falkon Browser oder Balsa als Mailprogramm.

Da ich Office Anwendungen nur dann nutze, wenn ich es wirklich muss, entschied ich mich für Abiword und Gnumeric, wobei letzteres wohl neben dem initialen Start zum Funktionstest eher ein Schattendasein fristen wird. Ich habe grössten Respekt vor Menschen, die quasi alles in einer Tabellenkalkulation machen. Mir ist diese Fähigkeit leider nicht gegeben.

Als Matrix Client kommt Quaternion zum Einsatz und Telegram habe ich ebenfalls installiert (ja ich weiss, ich kann es nicht lassen; die Sticker, es sind die Sticker).


Wenn ich das Netbook mit in die Ferien nehme, spiele ich gerne auch mal ein wenig, und so habe ich mir eine schöne Sammlung zusammengestellt. VLC habe ich zwar installiert, aber man merkt, dass bei grösseren Dateien die Ausgabe ruckelig wird. mpv hingegen spielt anstandslos.

Auch einiges an Lernsoftware konnte ich entdecken, wie beispielsweise GNU Solfege, einer Hörtrainings-Anwendung. Piano Booster macht auch unheimlich Spass, wahrscheinlich sogar noch mehr, wenn man ein USB-MIDI-Keyboard anschliesst.

Meine geliebten Zeichen- und Malprogramme Gimp und Inkscape dürfen natürlich auch nicht fehlen und sie funktionieren auch auf der älteren Hardware noch erstaunlich gut.

Ich bin immer noch auf der Suche nach weiteren guten und schlanken Apps. Was könnt ihr empfehlen?

Gerne möchte ich das fertige System auch anderen Menschen anbieten (a.k.a. meiner Mutter) und habe mich daher in die Erstellung einer angepassten Distribution eingelesen. Mit Live-Build stehen unter Debian tolle Werkzeuge dazu bereit. Allerdings wollte ich gerne ein installierbares Live-Medium bauen, da man es auch vorher ausprobieren können soll. Zu Zeiten von easys GNU/Linux gab es das noch nicht wirklich. Kurz nach dem letzten Release der Distribution kam Canonical dann mit den ersten installierbaren Live-CDs um die Ecke.

Standesgemäss habe ich mich dabei für Calamares entschieden, das von der Funktionalität alles bietet, was man braucht.

Das Ergebnis werde ich euch noch im Laufe dieser Woche vorstellen. Aufmerksame Leser und Hörerinnen unseres Podcasts wissen bereits mehr.


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Wenn es um proprietäre und freie Software (im öffentlichen Dienst) geht, wird gerne ein Schwarz-Weiß-Bild gezeichnet. Dort der böse proprietäre Monopolist, der immer die Preise erhöht, hier die bessere und günstigere freie Software. Die Realität ist aber nicht schwarz-weiß, sondern grau.

Denn wenn Regierungen die Förderung von Open Source oder gar ein striktes Open Source-Mandat in ihr Programm schreiben und durchzusetzen versuchen, stoßen sie auf komplexere Realitäten, als es die einseitige Verengung auf Microsoft vs. Linux vermuten lässt. Ein Beispiel:

Eine Behörde setzt seit vielen Jahren auf eine proprietäre Software. Diese funktioniert anerkanntermaßen recht gut und wird von einem kleinen Softwarehaus in Deutschland ständig weiterentwickelt. Die Software ist eine eierlegende Wollmilchsau. Das Lizenzmodell ist die früher durchaus übliche Kombination aus Lizenzerwerb und Servicevertrag. Durchaus keine billige Kombination, die Marge der Firma ist nicht bekannt. Die Software läuft auf Servern in den Behörden. Beim lokalen Betrieb sind einige Varianten möglich, aber man kann die Leitplanken der Firma nicht durchbrechen. Bei Problemen steht der Service der Firma zur Verfügung. Die Software unterstützt die einschlägigen Standards und offenen Schnittstellen, ist aber ansonsten natürlich nicht offen. Sollte die Firma eines Tages nicht mehr existieren, stünde die Behörde ziemlich im Regen, aber dank offener Schnittstellen könnten die Daten jederzeit exportiert werden. Natürlich mit den üblichen Reibungsverlusten einer Migration.

Für den gleichen Zweck gibt es eine Freie-Software-Suite. Diese ist historisch gewachsen und die Qualität auch entsprechend. Es gibt bessere und schlechtere Module und viele Behörden nutzen nur einige Module und verwenden für den Rest andere Software, die sich anbinden lässt. Aber das weiß man natürlich nur, weil man in den Code schauen kann. Die Entwicklung findet über einen Verein statt, in dem die Mitgliedschaft quasi Pflicht ist. Damit verbunden sind Mitgliedsbeiträge und eine verpflichtende finanzielle Beteiligung an der Weiterentwicklung. Das ist natürlich keine rechtliche Verpflichtung, aber ohne diese ist man in gewisser Weise von der Community und den Dienstleistern abgeschnitten. Da es sich um freie Software handelt, sind den Anpassungen kaum Grenzen gesetzt. Je mehr Anpassungen, desto höher natürlich der Wartungsaufwand. Aber auch der Basisbetrieb ist nicht trivial. Dies führt in vielen Verwaltungen, die diese Software einsetzen, zu einem massiven Einsatz von Dienstleistern für die Ersteinrichtung und größere Updates. Aus diesem Grund haben sich einige Dienstleistungsunternehmen auf Serviceangebote für diese Software spezialisiert. Teilweise haben diese noch Beratungsleistungen im Portfolio und helfen bei der Evaluierung und Ausschreibung der Dienstleistung auf die sie sich dann selbst bewerben. Ohne diese Dienstleister wären die Behörden nicht in der Lage, die Software langfristig zu betreiben.

Die Kosten für beide Systeme sind in etwa gleich. Im Einzelfall kann die eine oder andere Lösung günstiger sein. Bei der einen Software sind es Lizenzen und Wartungsvertrag, bei der anderen Dienstleister, Mitgliedsbeiträge und Weiterentwicklung. Hinzu kommen der Betrieb der Server in den Verwaltungen und deren Wartung durch Systemadministratoren. Eine Migration ist natürlich immer mit spezifischen Migrationskosten verbunden.

Eine Migration zwischen beiden Systemen ist in beide Richtungen möglich, aber extrem aufwändig und beeinträchtigt die tägliche Arbeit und die Gestaltungsmöglichkeiten der Behörde während der Migrationsphase.

Dies ist ein reales Beispiel. Ich behaupte, dass die meisten proprietären Lösungen in Behörden in diese Kategorie fallen und keine Microsoft-Apple-Google-Produkte sind. Solche Beispiele habe ich im Kopf, wenn ich über proprietäre Lösungen und Open-Source-Software im öffentlichen Dienst schreibe.

Ist es hier sinnvoll, von einem System auf das andere umzusteigen, nur weil eine Koalition sich freie Software in den Koalitionsvertrag geschrieben hat? Was hat der Kunde, der Bürger davon?

Die Realität ist eben grau.

Ungefähr einmal im Jahr sind die Lizenzkosten von Microsoft in gewissen Kreisen ein Thema. Über 200 Millionen zahlt der Bund mittlerweile für seine IT. Wow! Klickzahlen-Garant! Leider auch immer wieder ein Ereignis, bei dem die Community tief blicken lässt.

Es gab eine Zeit, da wollte man überzeugen. Man wollte gleichwertige Produkte präsentieren, Alternativen aufzeigen, bessere Wege gehen. Davon ist man längst abgekommen. Denn das würde eine argumentative Anerkennung der Realität bedeuten, zu der sich viele in der Linux-Gemeinde offenbar nicht mehr durchringen können. Stattdessen bringt man andauernd das Geld-Argument. Mal populistisch, mal in Form von „Public Money, public Code“.

Das ist in gewisser Weise logisch. Denn ohne eine gemeinsame Faktenbasis ist eine Diskussion nur schwer möglich. Liebevoll gepflegte und durch ständige Wiederholung tief verankerte Narrative in der Open-Source-Community haben längst einen Fundus an alternativen Wahrheiten entstehen lassen. Gespickt mit den üblichen Methoden des Populismus und Verschwörungsglaubens, die auch sonst in vielen gesellschaftlichen Bereichen anschlussfähig sind. Manche werden das jetzt wieder übertrieben finden, aber ich glaube, es sind die gleichen Muster.

In bester AfD-Manier wird davon geschwafelt, dass die Regierung den Willen des Vokes missachtet – wir sind das Volk, natürlich bei auch bei ~5% Marktanteil für Linux. Es hätte doch alles anders kommen können, wenn LiMux nicht durch fiese Sabotage zerstört worden wäre. Es gibt gar keine objektiven Gründe, die für Microsoft-Produkte sprechen könnten, Open Source ist bereits perfekt und deshalb können nur dunkle Mächte den Siegeszug verhindern. Diese dummen Bürokraten schieben doch sowieso nur Word-Fenster durch die Gegend. Billiger wäre Open-Source in jedem Fall auch. Ist ja alles kostenlos. Natürlich kann die Bundes-IT mit Schwäbisch Hall vergleichen werden. Und Schleswig-Holstein erst. Dataport! Der Einsatz von Microsoft ist übrigens illegal. Schon gewusst. Sagt sogar… wer eigentlich?

Es ist schon beeindruckend, wie manche Journalisten und Kommentatoren Jahr für Jahr die gleichen Inhalte schreiben. Frei nach dem Motto: Verschone mich mit Fakten, ich habe mir meine Meinung schon gebildet.

Die Untiefen des Vergaberechts, Besoldungstabellen, Anforderungen, föderale Zuständigkeiten, Bundes- und Landesbehörden, Dienstleistungsverträge und Zertifizierungen – um nur einige Schlagworte zu nennen – sind scheinbar zu viel Inhalt. Da schreibt man lieber jedes Jahr den gleichen Text.

Die Meldung über 209 Millionen Lizenzkosten für Microsoft-Produkte ist kein Offenbarungseid für den Bund, die Meldungen und Kommentare darunter sind ein Offenbarungseid für die diskursive Anschlussfähigkeit von Teilen der Open-Source-Community.

Im Grunde genommen hat sich nichts geändert. Wer sich für das Thema interessiert, dem seien die drei folgenden Artikel empfohlen, in denen ich mich damit etwas ausführlicher beschäftigt habe:

22. Mai 2023

Mo, 22. Mai 2023, Lioh Möller

Vor kurzem kam ich in die Verlegenheit, Windows auf einem Laptop zu installieren. Grund dafür war, dass der Trackpoint auf einem Lenovo Thinkpad T470s nicht funktionierte. Wer die Laptops von Lenovo kennt, wird die Vorzüge eines Trackpoints im Vergleich zu einem Touchpad möglicherweise auch schätzen. Es handelt sich dabei um einen kleinen roten Knubbel in der Mitte der Tastatur und zwei (im besten Falle) Hardwaretasten darunter. Damit lässt sich der Mauszeiger sehr präzise steuern. Ältere Modelle wie das X60 verfügten sogar nur über einen Trackpoint und kein Touchpad.

Seit einiger Zeit machen diese Trackpoints bei unterschiedlichen Thinkpad-Modellen unter Linux jedoch immer wieder Schwierigkeiten, so auch der in dem meinem Modell verbaute.

Mithilfe von modprobe psmouse proto=bare konnte ich die dazu zu bewegen zu reagieren, der Trackpoint jedoch machte weiterhin keinen Mucks.

Um sicherzugehen, dass es sich nicht um einen Hardwaredefekt handelt, sollte also Windows mit den offiziellen Treibern auf das Gerät gespielt werden. Leider ist die Erstellung eines bootfähigen USB-Sticks unter Linux nicht trivial. Glücklicherweise bin ich auf des Projekt WoeUSB gestossen.

Unter Ubuntu steht ein PPA zur einfachen Installation bereit, welches sich wie folgt aktivieren lässt

sudo add-apt-repository ppa:tomtomtom/woeusb
sudo apt update

Die Software inklusive eines kleinen grafischen Frontends lässt sich daraufhin mit dem Paketmanager einspielen:

sudo apt install woeusb woeusb-frontend-wxgtk

Nach dem Start präsentiert sich die Oberfläche aufgeräumt und man kann lediglich das ISO Abbild oder DVD-Laufwerk, das Dateisystem und das Zielgerät auswählen.

Nach einigen Minuten war das Image bereits übertragen und ich konnte Windows auf dem Gerät installieren.

Quelle: https://github.com/WoeUSB/WoeUSB

Spoiler Alert: auch unter Windows funktionierte der Trackpoint nicht.


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21. Mai 2023

Es geistern mehrere Lösungen rum, die netdata mit basic auth und nginx abzusichern.

Es geht aber auch mit einer reinen Apache Lösung, die auch in der Doku von netdata beschrieben ist.

Hier meine Gedächtnisstütze.

ich verwende ISPconfig, entsprechend sind hier die notwendigen Einträge bei der Website in der Config.

Apache Direktiven:

  RewriteEngine on
  RewriteRule ^/\.well-known/carddav /nextcloud/remote.php/dav [R=301,L]
  RewriteRule ^/\.well-known/caldav /nextcloud/remote.php/dav [R=301,L]
  RewriteRule ^/\.well-known/webfinger /nextcloud/index.php/.well-known/webfinger [R=301,L]
  RewriteRule ^/\.well-known/nodeinfo /nextcloud/index.php/.well-known/nodeinfo [R=301,L]

    
      Header always set Strict-Transport-Security "max-age=15552000; includeSubDomains"
    

    
        Require all granted
    

    # Local Netdata server accessed with '/netdata/', at localhost:19999
    ProxyPass "/netdata/" "http://localhost:19999/" connectiontimeout=5 timeout=30 keepalive=on
    #ProxyPass "/netdata/" "unix:/var/run/netdata/netdata.sock|http://localhost:19999/" connectiontimeout=5 timeout=30 keepalive=on


If
    ProxyPassReverse "/" "http://localhost:19999/"
    # if the user did not give the trailing /, add it
    # for HTTP (if the virtualhost is HTTP, use this)
    RewriteRule ^/netdata$ http://%{HTTP_HOST}/netdata/ [L,R=301]
    # for HTTPS (if the virtualhost is HTTPS, use this)
    #RewriteRule ^/netdata$ https://%{HTTP_HOST}/netdata/ [L,R=301]
    # add a  section
    
        AuthType Basic
        AuthName "Protected site"
        AuthUserFile /etc/apache2/.htpasswd
        Require valid-user
        Order deny,allow
        Allow from all
    


Damit ist Let's Encrypt frei Haus, da die Hauptdomain bereits ssl enabled ist.

Jetzt nicht vergessen, mit

htpasswd -c /etc/apache2/.htpasswd monitoruser

einen user für die "basic auth" anzulegen.

und dann kann in   /etc/netdata/netdata.conf bind auf localhost gestellt werden.

... und die vorhandende Firewall Freischaltung für Port 19999 kann dann auch gleich raus. Denn die Kommunikation damit findet nur jetzt nur lokal statt.

20. Mai 2023

Es gibt ja viele verschiedene Tools, mit denen man Diagramme erstellen kann. Zuletzt setzte ich vor allem auf draw.io.

Praktisch an drawio finde ich, dass das grafische Tool recht einfach zu bedienen ist und damit beziehe ich mich vor allem darauf, wie gut die gleichen Abstände zwischen den Elementen eines Diagramms abbildbar sind.

Viel lieber hätte ich allerdings ein Tool, womit ich die Diagramme als Code definieren kann. Hierzu bin ich neulich auf mermaid.js gestoßen.

Mermaid.js hat diverse Diagrammtypen, die verwendet werden können. Darunter Flowcharts, Gantt Charts oder Pie Chart. Persönlich finde ich Git Graph nützlich, Mindmaps, sowie Timeline. Die ganze Liste findet sich in der Dokumentation.

Besonders praktisch ist es vor allem, wenn man sich die Integrationen anschaut und genau dabei bin ich auch auf Mermaid gestoßen: Durch die Ablage der Dateien in GitLab oder auch GitHub, wird es direkt im Browser angezeigt. Das beinhaltet auch die Nutzung und Darstellung in Issues.

Beispiel-Code für die Darstellung von GitLab Flow:

%%{init: { 'logLevel': 'debug', 'theme': 'base', 'gitGraph': {'showBranches': true, 'showCommitLabel':true,'mainBranchName': 'production'}} }%%
gitGraph
    commit
    commit
    branch main
    commit
    commit
    branch feature/foobar
    commit
    commit
    checkout main
    merge feature/foobar
    checkout production
    merge main

Der Output:

GitLab-Flow

Damit man aber nicht mühselig die Dokumentation lesen muss, existiert auch noch ein Editor im Browser unter mermaid.live. Dort kann man dann auch viel einfacher die Diagramme erstellen und dort hin rüberkopieren, wo man diese braucht.

Vielleicht hilft es ja der ein oder anderen Person!

19. Mai 2023

Mozilla hat weitere Investitionen in junge Unternehmen über seinen Risikokapitalfonds Mozilla Ventures bekannt gegeben.

Das ist Mozilla Ventures

Mozilla Ventures ist ein anfänglich mit 35 Millionen USD ausgestatteter Risikokapitalfonds, über welchen Mozilla in Startups investiert, welche das Internet und die Tech-Industrie in eine bessere Richtung bringen. Neben heylogin, einem Passwort-Manager aus Deutschland, waren bereits zwei weitere Investitionen bekannt. Secure AI Labs entwickelt Sicherheits- und KI-Technologie zum Schutz von Patientendaten. Block Party entwickelt eine App, welche es Menschen ermöglicht, die regelmäßig belästigt werden, sich sicher an öffentlichen Konversationen in sozialen Medien zu beteiligen.

Mozilla Ventures investiert in Rodeo

Nun hat Mozilla die Investition in weitere Unternehmen via Mozilla Ventures bekannt gegeben. Der Schwerpunkt der Ankündigung dreht sich um die Investition in Rodeo. Dabei handelt es sich um eine App aus Großbritannien, welche das sogenannte Gigwork-Ökosystem für die Beschäftigten transparenter machen soll. Unter Gigwork versteht man das Arbeitskonzept, bei dem man kleine, zeitlich befristete Aufträge, sogenannte „Gigs“, erhält, welche über eine Onlineplattform vermittelt werden. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Lieferdienste. So soll Rodeo beispielsweise bereits von über 10.000 Lieferfahrern von Deliveroo, Uber Eats und Just Eat genutzt werden. Der Sektor wächst rasant, weltweit soll es über eine Milliarde „Gigworker“ geben.

Rodeo hilft den Beschäftigten, auf ihre Daten zuzugreifen und sie zu kontrollieren, und bietet wichtige Einblicke, wie z. B. den Verdienst im Laufe der Zeit und die Lohnsätze auf verschiedenen Gig-Plattformen. Die App ermöglicht es außerdem, mit anderen Gigworkern zu chatten und wertvolle Erfahrungen und Tipps auszutauschen.

Weitere Investitionen in KI-Unternehmen

Neben den bereits oben erwähnten Startups erwähnt Mozilla am Ende der Ankündigung noch zwei weitere Unternehmen, in welche Mozilla Ventures investiert hat, von denen dies bislang noch nicht bekannt war: Lelapa AI sowie Themis AI.

Lelapa AI beschreibt sich selbst als ein auf Afrika ausgerichtetes Forschungs- und Produktlabor für Künstliche Intelligenz, das sich auf die Weisheit ressourceneffizienter Technologie stützt. Themis AI ermöglicht nach eigenen Angaben vertrauenswürdige KI in Hochrisikoszenarien, bei seltenen Ereignissen und überall dort, wo Ungleichgewichte und Verzerrungen in den Trainingsdaten gefunden werden können, durch eine Technologie, die von hochrangigen MIT-Alumni und Professoren entwickelt wurde.

Dabei handelt es sich um die nächsten Investitionen in den Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), nachdem im März mit Mozilla.ai die Gründung eines weiteren neuen Tochterunternehmens von Mozilla bekannt gegeben worden war, welches mit einem Anfangs-Budget von 30 Millionen USD ausgestattet wurde und worüber ein vertrauenswürdiges, unabhängiges sowie quelloffenes KI-Ökosystem aufgebaut werden soll. Anfang dieses Monats wurde dann die Übernahme von Fakespot angekündigt, einem KI-Unternehmen, welches vor gefälschten Bewertungen beim Online-Shopping schützen möchte.

Noch mehr Investitionen von Mozilla

Von Mozilla bisher selbst noch nirgends kommuniziert ist die bereits im Februar über Mozilla Ventures erfolgte Investition in Webacy, einer Krypto-Wallet-Sicherheitsschicht, sowie eine Investition im April in Lockr, den Entwickler eines E-Mail-Verwaltungssystems für die Organisation und den Schutz elektronischer Post.

Mozilla investiert derzeit aber nicht nur über Mozilla Ventures und mozilla.ai. Unabhängig von diesen neuen Organisationen hat Mozilla im März bekannt gegeben, Hauptinvestor der Mastodon-App Mammoth zu sein. Bereits im Dezember wurde bekannt, dass Mozilla sowohl Active Replica, welche maßgeschneiderte Lösungen für virtuelle Räume und Ereignisse für Mozilla Hubs anbieten, vollständig übernommen hat, als auch Pulse, ein Unternehmen für maschinelles Lernen.

Der Beitrag Mozilla Ventures gibt weitere Investitionen bekannt erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Fr, 19. Mai 2023, Lioh Möller

Heute geht es weiter mit dem 2. Teil zum Thema Distrobau. In Teil 1 habe ich bereits die Ausgangslage erklärt. Es ging darum, eine gut funktionierende Distribution für mein altes Netbook zu finden. Das Gerät verfügt über einen 64-Bit Atom Prozessor und 2 GB RAM.

Die Displayauflösung beträgt 1024x600. Zunächst habe ich versucht, Distributionen zu finden, die darauf lauffähig sind. Meine Wahl fiel als Erstes auf ein BusyBox-basierendes System. In die engere Wahl kam 4MLinux. Dabei handelt es sich eine leichtgewichtige Distribution mit guter Software-Vorauswahl. Als Windowmanager kommt JWM zum Einsatz. Die Lösung läuft flüssig und zuverlässig. Mich hat lediglich gestört, dass man dauerhaft mit Root-Rechten arbeitet und dass es keinen Paketmanager gibt. Aktualisierungen sind zwar möglich, dabei wird aber das gesamte Grundsystem ausgetauscht und einige persönliche Anpassungen gehen verloren.

Da mir BusyBox sehr gut gefiel, habe ich mir Alpine Linux näher angeschaut. Tatsächlich lief die Distribution weniger schnell als erhofft und eine Installation gestaltet sich insbesondere dann als sehr aufwendig, wenn man nicht auf ein vorgefertigtes Desktop-Profil zurückgreift. Aktuell stehen Setups für GNOME, Plasma und Xfce zur Verfügung. Bei der Nutzung von Alpine ist mir sehr schnell aufgefallen, dass der Browser Firefox eher ungeeignet ist für diese Geräteklasse, also mussten auch hier Alternativen her. Dabei bin ich auf Falkon gestossen, den ich schon unter dem Namen QupZilla kannte. Mit kleineren Anpassungen lässt sich der Browser sehr gut nutzen und stellt alle von mir besuchten Webseiten sauber dar.

Ich hatte ja, wie im ersten Teil beschrieben, die Broadcom WLAN-Karte durch ein Modell mit Atheros Chipsatz getauscht und so konnte ich mir Trisquel GNU/Linux ebenfalls ansehen. Ich habe mich für die Trisquel Mini mit LXDE Desktop entschieden, und dieser gefiel mir grundsätzlich sehr gut. An Trisquel gefiel mir allerdings die vergleichsweise alte Softwareauswahl nicht. In diesem Zusammenhang habe ich mich an Kanotix erinnert und siehe da, das Projekt ist zwar nicht mehr wirklich aktiv, es stellt aber eine Variante für Eee PCs bereit. Auch diese kommt mit dem LXDE Desktop daher, wird allerdings nur als 32-Bit Version angeboten.

Die Vorkonfiguration ist sehr ausgewogen und bis auf ein paar Kleinigkeiten, wie der nicht vollständig konfigurierte Keyring Support lief es sehr gut. Die Softwareauswahl ist standardmässig eher klein und so musste ich einiges nachinstallieren.

Alternativ ist mir Q4OS bekannt, diese Distribution haben wir lange Zeit bei Faircomputer eingesetzt, einem Projekt, bei dem wir alte Laptops aufbereitet haben und an Schüler:innen verschenkt haben.

Zusammenfassend kann man sagen: Ich mochte die Softwareauswahl von 4MLinux und den LXDE Desktop. Ich benötige dennoch ein möglichst aktuelles System und da ich Debian GNU/Linux mag, kam für mich der Entwicklerzweig Sid infrage. Ich wünsche mir ein System, dass eine gute Auswahl an Software mitbringt und zum Entdecken einlädt. Diese sollte auch auf Hardware wie meinem Netbook lauffähig sein. Doch dazu im nächsten Teil mehr.

Bildquelle: https://michaelminn.com/linux/eeepc/

PS: Wer unseren Podcast von dieser Woche gehört hat, weiss möglicherweise schon mehr ;)


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18. Mai 2023

Diese Nachricht ist insbesondere für alle Testing-Nutzer von Bedeutung: Arch Linux wird die Repositories umstellen, die für den Bezug der Testing-Pakete erforderlich sind.

Hintergrund ist die Migration von SVN auf Git in der Infrastruktur von Arch Linux. Dazu werden von Freitag, dem 19. Mai 2023 bis Sonntag, dem 21. Mai 2023 die Repositories eingefroren - das Arch Linux Packaging Team wird in der Zeit keine neuen Pakete bereitstellen können. Durch die Umstellung werden der SVN-Zugriff sowie der svn2git-Mirror obsolet.

Nach der Umstellung werden die Testing- und Staging-Repositories aufgespaltet und das Community-Repository aufgelöst:

  • [testing] wird aufgeteilt in [core-testing] und [extra-testing]
  • [staging] wird aufgeteilt in [core-staging] und [extra-staging]
  • [community] wird in [extra] überführt

Nutzer von Arch Linux müssen auf die Änderungen folgendermaßen ab Montag, dem 22. Mai 2023 reagieren:

  • (Optional) für alle Nutzer: in der /etc/pacman.conf kann der [community]-Abschnitt entfernt werden.
  • Für Testing-Nutzer: in der /etc/pacman.conf müssen der Abschnitt für [testing] entfernt und zwei neue für [core-testing] und [extra-testing] hinzugefügt werden. Das gleiche muss, wenn eingesetzt, für das Staging-Repository unternommen werden.

Wer als Nutzer von Arch Linux keine Testing-Repositories einsetzt, muss kurzfristig auch nichts unternehmen, da das Extra-Repository nun auch alle Pakete des Community-Repositories führt. In einer Übergangsphase werden die drei nun aufgelösten Repositories (community, testing, staging) leer ausgeliefert. Mittelfristig sollten diese Repositories aber aus der /etc/pacman.conf entfernt werden, um Fehler zu vermeiden, wenn die Bereitstellung endet.

Weitere Inforamtionen zur Umstellung sind in der Mitteilung von Arch Linux vom 15. Mai 2023 zu finden.

16. Mai 2023

Mozilla hat seine Entwickler-Dokumentation MDN Web Docs um eine sogenannte Baseline-Bewertung für Webkompatibilität ergänzt.

Für sehr viele Webentwickler stellen die MDN Web Docs eine wichtige Anlaufstelle dar, wenn es um die Dokumentation von Webtechnologie geht.

Die Webplattform entwickelt sich in einem rasanten Tempo weiter. Dies macht es für Entwickler mitunter schwer, mit all den Entwicklungen Schritt zu halten. Auch fehlt es an einer gemeinsamen Sprache, um über Funktionen zu sprechen, welche für die allgemeine Nutzung im Web verfügbar sind. Aus diesem Grund wurde Baseline eingeführt.

Statt sich durch Kompatibilitätstabellen zu lesen, welche es in den MDN Web Docs auch weiterhin geben wird, erscheint direkt am Anfang der Dokumentation eines Web-Features nun eine Baseline-Bewertung, welche entweder grün oder gelb ist. Grün bedeutet, dass diese Funktion in den zwei letzten Major-Releases von Firefox, Chrome, Edge und Safari unterstützt wird. Gelb bedeutet, dass das Feature noch nicht in der Baseline ist, hier also Vorsicht bei der Verwendung geboten ist. Die Baseline-Bewertung ist bereits auf einigen Seiten der Dokumentation zu finden. Im Laufe der kommenden Monate sollen alle Web-Features eine Baseline-Bewertung erhalten.

MDN Baseline
Bild: Baseline-Bewertung in den MDN Web Docs

Google, welche Baseline ebenfalls als Teil von web.dev nutzen werden, hat darüber hinaus angekündigt, dass es neben dieser sich ständig bewegenden Baseline-Bewertung auch hilfreich sein kann, über ein bestimmtes Featureset zu einem bestimmten Zeitpunkt sprechen zu können, weswegen auch ein jährliches Baseline-Set veröffentlicht werden wird. So soll im Laufe des Jahres die Baseline 2024 angekündigt werden, damit Entwickler dies für die Umsetzung ihrer Projekte als Ziel anvisieren können.

web.dev Baseline
Bild: Baseline-Bewertung auf web.dev von Google

Der Beitrag MDN führt Baseline-Bewertung für Webkompatibilität ein erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Di, 16. Mai 2023, Lioh Möller

Eigentlich wollte ich gar keine Distro bauen. Meine letzten Erfahrungen in diesem Bereich liegen doch schon eine Weile zurück. Die älteren Semester unter euch erinnern sich vielleicht noch an easys GNU/Linux. Die letzte Veröffentlichung der Slackware basierten Distribution mit dem eigens dafür entwickelten grafischen Installer auf Qt-Basis liegt schon eine Weile zurück (29.09.2008). Herunterladen können Retro-Fans die ISOs danke des ArchiveOS Projektes immer noch und kürzlich habe ich getestet, ob diese noch in VirtualBox laufen würden: siehe da, es läuft immer noch.


Meine Erfahrungen aus dieser Zeit rieten mir, solch ein Projekt nicht nochmals zu starten. Wir hatten zwar ein kleines Team von 4 Entwicklern, dennoch bedeutet solch ein Projekt viel Arbeit, insbesondere wenn man selbst Software beisteuert. Neben dem Installationsprogramm gehörte unter anderem ein Partitionierungswerkzeug ähnlich wie GParted und eine grafische Paketverwaltung, beide ebenfalls auf Qt-Basis, zum Umfang.

Auch die Community zu pflegen, bedeutet Zeitaufwand. Da wir sehr treue Nutzer hatten, wollten wir diese natürlich nicht enttäuschen.

Als Resultat daraus ist letztendlich der LinuxKurs entstanden, in dem wir interessierten das Original Slackware von Grunde auf näher bringen. Dafür halt keine eigene Distro mehr.

Nun kam es aber doch anders. Der Grund dafür ist, dass ich ein altes Asus Eee PC Netbook (Typ 1015PW) wieder zum Fliegen bekommen wollte. Ich liebe alte Hardware, insbesondere dann, wenn sich sonst nicht mehr viele Menschen dafür interessieren.



Der verbaute Intel Atom N570 Prozessor ist bereits 64Bit-fähig, denn 32Bit Hardware tue selbst ich mir nicht mehr an ;)

Das Gerät ist mit einem 2 GB Riegel RAM befüttert. Ein weiterer Slot existiert nicht. Grössere Riegel werden ebenfalls nicht unterstützt.

Die verbaute Broadcom WLAN Karte ist ausserdem dafür bekannt, unter Linux nur schlecht und ausserdem nur mit unfreien Treibern zu laufen. Dafür stehen mit der 320 GB HDD genug Blöcke für Daten zur Verfügung.

Da es mir darauf nicht so sehr ankommt wie auf Geschwindigkeit, musste die HDD einer kleineren SSD weichen, die es heute bereits für CHF 14 für 128 GB zu kaufen gibt. Ergänzt habe ich die Investition mit einem Atheros Mini-PCI WLAN-Adapter, der ohne Binary Blobs auskommt.

Die Aufrüstung der Hardware stellt bei den Plastebombern eine besondere Herausforderung dar. Wer besseres gewöhnt ist, wie beispielsweise von Thinkpads, dem stellen sich dabei die Nackenhaare auf. Alles Plastikclips, die vorsichtig gelöst werden müssen, damit sie nicht abbrechen.

Mir ist es mit viel Geduld dann doch gelungen und das Gerät startete wieder.

Netbooks wie dieses haben oftmals ein gering auflösendes Display, wie auch dieses mit 1024 x 600 Pixeln. Da darf die Desktopumgebung nicht allzu viel Platz einnehmen, um noch einigermassen sinnvoll etwas damit anfangen zu können.

Da ich gerne Linux auf dem Netbook nutzen möchte, ging es als nächste zur Distrowahl. Doch dazu mehr im nächsten Teil.


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15. Mai 2023

Mo, 15. Mai 2023, Lioh Möller

Im Mai Update hat der Hard- und Softwarehersteller System76 eine Vielzahl an Neuerungen bekannt gegeben. Diese betreffen einerseits den hauseigenen Scheduler, der Hardwareressourcen vorrangig Anwendungen, welche im Vordergrund laufen, zur Verfügung stellt. Dies macht sich beispielsweise bei Spielen bemerkbar, welche andernfalls bei im Hintergrund laufenden Applikationen weniger performant spielbar wären.


Die vorliegende Version 2.0 des Schedulers ermöglicht eine detaillierte Parametrisierung. Die Pipewire Integration sorgt dafür, dass eine Audio-Ausgabe als realtime Prozess möglich ist. Dies sorgt dafür, dass weniger Wiedergabeunterbrüche entstehen, sofern die Applikation, welche Audio ausgibt, im Hintergrund läuft.

Auch der Scheduler Prozess selbst wurde optimiert und verbraucht nun 75 % weniger Ressourcen unter anderem durch die Vermeidung von UTF-8-String-Prüfungen, sofern dies nicht erforderlich ist.

Die neu entwickelte Rust-basierte Desktopoberfläche, welche in kommenden Versionen der pop!_os Distribution zum Einsatz kommen soll, wurde weiter entwickelt. So unterstützt das Panel jetzt Applets über die sich die Funktionalität erweitern lässt. Dazu gehören Applets wie ein Arbeitsflächen-Wechsler, ein Batteriestands-Monitor, eine WLAN- Bluetooth-Verwaltung, oder eine Mediensteuerung. In Zukunft soll die Anzahl der Applets deutlich wachsen und beispielsweise ein Clipboard-Manager, Klebezettel, ein Wetter-Applet und vieles mehr hinzukommen.

Panels selbst können an die eigenen Vorstellungen angepasst werden und so kann man beispielsweise die Positionierung festlegen, die Grösse ändern oder die Deckkraft einstellen. Auch sogenannte Floating Panels, wie sie beispielsweise bei aktuellen KDE Plasma Versionen bereits möglich sind, lassen sich konfigurieren.

Die neue entwickelte Systemeinstellungsverwaltung erfuhr bereits grössere Änderungen. Für den kommenden Monat ist die Entwicklung der Eingabeeinstellungen sowie einer Möglichkeit Hintergrundbilder zu definieren geplant.



Wie auch die Applets sind die Systemeinstellungen modular aufgebaut und lassen sich über eine API ansteuern.

Die 10-bit Farbunterstützung, welche zum cosmic-comp, dem COSMIC compositor hinzugefügt wurde, ermöglicht eine bessere Farbwiedergabe und ist eine wesentliche Voraussetzung für eine geplante HDR-Unterstützung.

Weitere Informationen finden sich im Blog-Post des Monats Mai.


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GNU/Linux.ch 15. Mai 2023 11:55

Multipass

Mo, 15. Mai 2023, Lioh Möller

Bei Multipass handelt es sich um eine von Canonical entwickelte Lösung zum leichtgewichtigen Betrieb virtueller Maschienen, vornehmlich mit Ubuntu.

Dabei setzt die Lösung im Hintergrund unter Linux auf KVM. Multipass ist allerdings auch für Microsoft Windows und macOS verfügbar und setzt dabei auf Hyper-V respektive HyperKit. Unter Windows und macOS kann alternativ auch VirtualBox als Backend genutzt werden.



Im Folgenden wird die Einrichtung unter Ubuntu beschrieben.

Zunächst muss das multipass Snap Paket installiert werden:

sudo snap install multipass

Mithilfe von multipass find lassen sich verfügbare VM Images anzeigen:


Herunterladen und starten lässt sich ein Image wie folgt:

multipass launch 22.04

Hinweis: sofern auf dem gleichen System bereits eine VirtualBox VM läuft, muss diese möglicherweise zuvor beendet werden.

Mithilfe von multipass list können alle laufenden Instanzen angezeigt werden.

multipass info gefolgt vom Namen der Instanz, welcher zufällig vergeben wird, können weitere Informationen eingeblendet werden:


Um eine Shell in einer laufenden Instanz zu öffnen, kann multipass shell gefolgt vom Instanznamen genutzt werden.

Innerhalb der VM stehen alle vom Betriebssystem her bekannten Befehle zur Verfügung.

Mittels multipass stop oder multipass start kann eine Instanz beendet oder gestartet werden. multipass delete löscht diese wieder, dabei gehen alle darin enthaltenen Informationen verloren.

Anhand von Parametern lässt sich der Ausbau einer VM beeinflussen:

multipass launch 22.04 --name ubuntu-test --memory 2G --disk 10G --cpus 2

multipass -h gibt Hilfe zu den nutzbaren Parametern.

Damit stellt die Lösung eine einfach und schnelle Möglichkeit zur Erstellung von virtuellen Maschinen, insbesondere unter Ubuntu dar. Diese lassen sich beispielsweise zur Entwicklung von Software oder für Systemtests nutzen. Multipass bezeichnet sich selbst explizit als Software für den Arbeitsplatz-Computer.

Quelle: https://multipass.run/


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