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2023 Woche 21

28. Mai 2023

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.11.2 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.11.2

Mit dem Update auf Thunderbird 102.11.2 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme in Zusammenhang mit POP3, die seit Thunderbird 102.11.1 aufgetreten sind. Außerdem wurde die Ausrollung der Schaltfläche, welche seit Thunderbird 102.11.1 für 10 Prozent der Windows-Nutzer einmalig angezeigt wird, um den Beta-Test von Thunderbird 115 zu bewerben, auf 30 Prozent erhöht.

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27. Mai 2023

Mozilla Hubs ist eine Plattform, um sich in virtuellen Räumen zu treffen. Nach dem Start der kostenpflichtigen Managed Hubs in ersten Ländern Ende des vergangenen Jahres gibt es ab sofort auch einen kostenlosen Plan, der zudem weltweit verfügbar ist.

Was ist Mozilla Hubs?

Mit dem Start von Mozilla Hubs im April 2018 ging eine Online-Plattform an den Start, welche es Nutzern ermöglicht, sich in sogenannten Räumen virtuell zu treffen. Das Besondere an Hubs: es spielt sich komplett im Web ab – keine geschlossene Plattform, keine Installation einer Anwendung, keine Abhängigkeit von einem bestimmten Gerät. Einfach eine URL teilen und miteinander treffen. Hubs funktioniert in jedem Browser, am Smartphone – und auch mit der VR-Brille, wo Hubs als virtuelle Plattform sein volles Potential entfaltet. Mozilla Hubs ist quasi eine Miniatur-Ausgabe eines Web-basierten „Metaverse“, aber Open Source und mit Fokus auf Datenschutz, vom Macher des Firefox-Browsers.

Mozilla Hubs 2022

Das sind Managed Hubs

Mit den im November 2022 gestarteten Managed Hubs erhält der Abonnent seine ganz eigene Hubs-Instanz mit vielen Anpassungsmöglichkeiten inklusive anpassbarer Startseite, eigener myhubs.net-Domain, einzigartigen Avataren und Theme-Paketen, Platz für bis zu 25 Gäste, die Möglichkeit, Videos, Bilder und Dokumente in die Räume hochzuladen, sowie 2 GB Speicherplatz für Assets wie Avatare und Szenen. Dieses Angebot kostet im Early Access 20 USD pro Monat. Voraussetzung ist derzeit außerdem ein Wohnsitz in Deutschland, den USA, Kanada oder Großbritannien.

Kostenloser Plan der Managed Hubs

Nun hat Mozilla einen kostenlosen Plan der Managed Hubs angekündigt, der ab sofort verfügbar ist. Auch hier kann die Umgebung über den Szenen-Editor Mozilla Spoke vollständig angepasst werden.

Mozilla Spoke
Mozilla Hubs Admin

Dafür ist die Anzahl der gleichzeitigen Gäste auf 10 limitiert und es stehen nur 500 MB Speicherplatz für Assets zur Verfügung. Außerdem muss auf eine eigene myhubs.net-Domain verzichtet werden. Die kostenlose Version steht überall auf der Welt und nicht nur in den vier oben genannten Ländern zur Verfügung.

Mozilla Managed Hubs Preise 2023

Noch mehr Optionen in der Zukunft

Für die Zukunft sind zusätzliche Pläne mit noch mehr Funktionalität und Kapazität geplant. Diejenigen, welche das Early Access-Angebot nutzen, sollen auch in Zukunft den aktuellen Preis bezahlen, auch wenn sich der Preis nach der Einführungsphase erhöhen wird.

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26. Mai 2023

Fr, 26. Mai 2023, Lioh Möller

Bei MicroOS handelt es sich um eine immutable Variante der Distribution, welche auf Container Workloads ausgelegt ist. Dabei kommen btrfs Snapshots und sogenannte Transactional Updates zum Einsatz. Die Standardvariante basiert dabei auf dem Rolling-Zweig openSUSE Tumbleweed. Darüber hinaus werden alternative Leap Micro Images angeboten, welche wiederum auf SUSE Linux Enterprise Micro basieren.

Wer nun nur noch Micro im Kopf hat, liegt nicht so falsch. Das haben sich wohl auch die Entwickler des ebenfalls auf Tumbleweed basierenden Desktop Spins MicroOS Desktop gedacht und denken jetzt laut über einen neuen Namen nach.

MicroOS Desktop wird standardmässig mit GNOME ausgeliefert, es besteht allerdings auch die Möglichkeit KDE Plasma zu nutzen. Dies wird aktuell als Alpha bezeichnet.

Ähnlich wie auch bei Fedora Silverblue erfolgt die Paketinstallation massgeblich mittels Flatpak.

Bezüglich des Namens wurde auf reddit aufgerufen, Vorschläge einzubringen.



Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass einer der Namen angenommen wird. So wird beispielsweise openSUSE Emerald, der Vorschlag mit den meisten Stimmen, bereits als Codename in der Version openSUSE 11.2 verwendet.

Quellen:

https://www.reddit.com/r/openSUSE/comments/13k9izp/opensuse_microos_will_be_renamed_soon_throw_in/
https://www.reddit.com/r/openSUSE/comments/13l7lhk/straw_poll_which_of_these_new_names_do_you_prefer/


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Fr, 26. Mai 2023, Ralf Hersel

Nach der Einleitung im ersten Artikel der Serie geht es jetzt um die Grundinstallation von Arch Linux. Bevor wir loslegen, gibt es ein paar Informationen zum Projekt:

Arch Linux ist eine AMD64-optimierte Linux-Distribution mit Rolling Releases, deren Entwicklerteam dem KISS-Prinzip („keep it simple, stupid“) folgt. Zugunsten der Einfachheit wird auf grafische Installations- und Konfigurationshilfen verzichtet. Aufgrund dieses Ansatzes ist Arch Linux als Distribution für fortgeschrittene Benutzer zu sehen.

Arch Linux wurde Anfang 2001 von Judd Vinet eingeführt. Am 1. Oktober 2007 gab Vinet seinen Rücktritt als Projektleiter bekannt, sein Nachfolger wurde Aaron Griffin. Arch Linux wird von einem ungefähr 25-köpfigen Kernteam und Helfern aus der wachsenden Community, sogenannten „Trusted Users“, weiterentwickelt. Sämtliche distributionsspezifische Entwicklungen werden unter der GPL veröffentlicht.

Als Erstes brauchen wir das aktuelle ISO-Image von Arch Linux. Dazu gehen wir auf die Projektseite und finden .. nichts. Auf der rechten Seite seht ihr unter Documentation den Eintrag Installation Guide. Darin gibt es im Kapitel 1.1 einen Link zur Download-Seite. Wenn ihr dort nach unten scrollt, kommt eine lange Liste mit Mirror-Servern. Geht zu eurem Land und wählt den erstbesten Server aus. Ich habe den Server von adfinis.com verwendet. Im Titelbild seht ihr, was euch erwartet.

Dort ladet ihr die Datei archlinux-2023.05.03-x86_64.iso herunter. Arch bringt jeden Monat frische Images heraus; falls ihr diesen Artikel später lest, kann es sein, dass die ISO-Datei ein neueres Datum trägt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch die Prüfsummendatei sha256sums.txt herunterladen, um zu prüfen, ob die ISO-Datei korrekt ist. Im Download-Verzeichnis könnt ihr dazu diesen Befehl ausführen:

sha256sum archlinux-2023.05.03-x86_64.iso 

Die Ausgabe könnt ihr mit dem Inhalt der Datei sha256sums.txt vergleichen; die Prüfsumme sollte dieselbe sein, ansonsten ist mit der ISO-Datei etwas nicht in Ordnung.

Für die ersten Gehversuche mit Arch empfehle ich die Installation in einer virtuellen Maschine durchzuführen, ausser, ihr habt einen dedizierten Rechner zur Verfügung, den ihr nur für solche Spielereien einsetzt. Dann müsst ihr die ISO-Datei auf einen USB-Stick brennen, was ich hier nicht beschreibe. Für diesen Artikel habe ich GNOME-Boxes als virtuelle Maschine verwendet. Ihr könnt aber auch VirtualBox oder eine andere VM eurer Wahl nehmen.

In GNOME-Boxes klickt ihr oben links auf das Plus-Zeichen. Daraufhin erkennt die VM, dass sich im Download-Verzeichnis die Arch-ISO befindet und bietet euch diese für die Installation an. Falls das nicht so ist, müsst ihr die ISO-Datei von Hand auswählen. Die Einstellungen für die VM könnt ihr so belassen, wie sie vorgeschlagen werden:

Dann klickt ihr auf Anlegen und werdet vom Arch-Boot-Splash begrüsst. Dort macht ihr gar nichts, sondern wartet ab, bis die Installation beginnt. Es rattern dann ein paar hundert Terminalausgaben durch, bis ihr schliesslich im Login landet:

Arch Linux bietet weder ein Live-System noch einen grafischen Installer an, wie man das von anderen Distributionen gewöhnt ist. Bislang galt Arch als schwierig zu installierende Distribution, was heute nicht mehr der Fall ist, weil es den CLI-Installer archinstall gibt. Und genau diesen startet ihr jetzt, indem ihr archinstall eintippt und mit Return startet. Der Installer begrüsst euch so:

Wichtig ist, dass ihr jeden der Konfigurationspunkte durchgeht und eine Auswahl trefft. Mit der Returntaste springt ihr in die Auswahl zu einem Punkt hinein, navigiert mit Cursor-hoch/runter und bestätigt die Auswahl mit der Returntaste; mit Cursor-hoch/runter navigiert ihr von Zeile zu Zeile. Die meisten dieser Optionen sind selbsterklärend, weshalb ich hier nur die schwierigen erkläre:

  • Archinstall language: selbsterklärend, falls ihr hier German wählt, wechselt der Arch-Installer zu Deutsch. Ich verwende hier weiterhin die englischen Begriffe, wie ihr sie im Screenshot seht.
  • Keyboard layout: die Liste ist lang, man kann mit / suchen, z. B. nach de oder ch
  • Mirror region: wählt euer Land aus
  • Local language: de_DE.UTF-8 oder de_CH.UTF-8
  • Local encoding: könnt ihr auf utf-8 belassen
  • Drive(s): Achtung, der Installer ist nicht abgestürzt. Es dauert eine Weile, bis eine Auswahl erscheint. Dort sollte nur die virtuelle Festplatte erscheinen. Wählt diese aus.
  • Disk layout: die erste Option wählen 'Alle Laufwerke löschen ...' und dann ext4 auswählen.
  • Disk encryption: Back wählen
  • Bootloader: hier gibt es nichts auszuwählen, es wird Grub verwendet
  • Swap: so lassen, wie es ist
  • Hostname: gebt einen Namen ein oder lasst es so, wie es ist
  • Root password: hier gibt es einen kleinen Fehler(?) im Installer-Skript. Nach der Eingabe des Passworts passiert nichts. Das kann man umgehen, indem man das Passwort eingibt, Return drückt und dann Ctrl+j drückt. Dann wird man zur Bestätigung des Passworts aufgefordert. Also erneut das Passwort eingeben, Return drücken und Ctrl+j drücken. Hinweis: bei einer zweiten Installation trat dieses Problem bei mir nicht mehr auf. Ihr seht ja, ob es bei euch auch ohne Ctrl+j funktioniert.
  • User account: dort erzeugt ihr ein neues Benutzerkonto, vergebt den Namen und das Passwort für das Konto. Beim Passwort gilt das gleiche, wie beim Root-Passwort (Ctrl+j). Danach müsst ihr entscheiden, ob der Benutzer Root-Rechte (superuser) erhalten soll.
  • Profile: hier wählt ihr die Desktop-Umgebung aus. Wählt die erste Option Desktop aus. Dann könnt ihr zwischen 14 Desktops auswählen. In meinem Test habe ich Gnome gewählt. Danach könnt ihr aus sieben Grafikkartentreibern wählen. Entsprechend meiner Grafikkarte habe ich Intel ausgewählt.
  • Audio: pipewire wählen
  • Kernels: so lassen, wie es ist
  • Additional packages: nichts machen
  • Network configuration: NetworkManager auswählen, falls man GNOME oder KDE als Desktop gewählt hat.
  • Timezone: die eigene Zeitzone auswählen
  • Automatic time sync: so lassen, wie es ist
  • Optional repositories: nichts auswählen

Das war es. Jetzt könnt ihr Installieren auswählen, worauf die gewählten Einstellungen im JSON-Format angezeigt werden. Wenn ihr mit Return bestätigt, startet die Installation. Das dauert ein paar Minuten. Danach hat man die Möglichkeit, weitere Änderungen an der Installation vorzunehmen. Das machen wir nicht und wählen nein.

Dann landet ihr wieder auf dem Terminal-Prompt. An dieser Stelle würde ich rebooten, indem ihr reboot eingebt. Vermutlich landet ihr dann im GNOME-Login, was mich wundert, weil GDM (der GNOME Display Manager) eigentlich von Hand installiert werden muss. Wie dem auch sei, fahrt Arch herunter und startet auch die virtuelle Maschine neu. Dann ruft ihr GNOME-Boxes erneut auf und klickt auf eure Arch-VM. Falls die Installation funktioniert hat, seht ihr wieder das GNOME Login Fenster:

Nach der Anmeldung erstrahlt ein unveränderter GNOME 44 Desktop:

Arch Linux mit GNOME als Desktop-Umgebung startet in der virtuellen Maschine in ca. 5 Sekunden. Der RAM-Verbrauch direkt nach dem Starten liegt bei etwa 1 GB. Das ist viel und ist auf den GNOME-Desktop zurückzuführen. Ihr habt nun eine voll funktionsfähige Arch Installation ein eurer virtuellen Maschine vorliegen.

In der nächsten Folge dieser Serie kümmern wir uns um die Optimierung der Boot-Erfahrung.


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Fr, 26. Mai 2023, Lioh Möller

Netbooks waren vor einiger Zeit gross in Mode. Geräte wie der Eee PC von Asus verkauften sich wie geschnitten Brot. Waren sie doch günstig und doch vergleichsweise leistungsstark. Zumeist ausgestattet mit einem Atom Prozessor, waren diese in den letzten Generationen bereits 64bit-fähig.

Wer noch einen Mini-Laptop dieser Klasse oder ein vergleichbares älteres Notebook sein Eigen nennt, wird sich über das Projekt SpaceFun freuen.

Dabei handelt es sich um eine leichtgewichtige Distribution auf Basis von Debian GNU/Linux. Die exakte Bezeichnung wäre allerdings Blend, denn es handelt sich um eine in der Konfiguration und Ausstattung angepasste Live-CD, welche ausschliesslich auf die Repositories des Mutterprojektes zugreift.

Interessierte Nutzer erhalten dafür ein Rolling-System auf Basis des Entwicklerzweiges namens Sid. Einmal installiert, kann es fortlaufend aktualisiert werden. Über ein entsprechendes Applet erfolgt eine Benachrichtigung, welche auch direkt eine Installation der Updates erlaubt.

Alternativ wird eine Stable-Variante auf Basis von Debian Bookworm angeboten.

Als Desktopumgebung der Wahl, kommt LXDE zum Einsatz. Trotz der eher traditionellen Benutzerführung wird eine aktuelle Softwareauswahl mitgeliefert, wobei der Focus auf ressourcensparenden Anwendungen liegt. So kommt zum Beispiel statt des sonst üblicherweise enthaltenen Firefox Browsers Falkon zum Einsatz. Der ehemals als QupZilla bezeichnete Browser hat seit einiger Zeit ein neues Zuhause unter dem Dach des KDE Projektes gefunden. Der Bereich der Internetanwendungen wird ergänzt durch den Mailclient Thunderbird, welcher auch eine Kalenderfunktion bietet, sowie Messenger für Telegram, IRC, XMPP und das Matrix-Protokoll. Natürlich darf auch ein FTP- und ein Bittorrent-Client nicht fehlen.

Zur Wiedergabe von Multimedia-Inhalten eignet sich je nach Hardwareausstattung VLC oder der leichtgewichtigere Videoplayer mpv. Die Musiksammlung lässt sich mit Audacious durchhören und mittels Shotwell lassen sich die Ferienfotos verwalten.

Trotz des Focus auf Leichtgewichtigkeit, wird LibreOffice mitgeliefert, da diese über den gewünschten Funktionsumfang verfügt. Wer ablenkungsfrei schreiben möchte, greift hingegen zu FocusWriter. Den Einstieg in LaTeX erleichtert der WYSIWYM (what you see is what you mean) Editor LyX.

SpaceFun soll, wie der Name suggeriert, in erster Linie Spass bei Verwendung eines Computers bereiten. Fand doch ein bekannter Blogger kürzlich in einer gross angelegten Umfrage heraus, dass Nutzer von macOS glücklicher seien als Linux-Anwender.

Dem möchte das Projekt entgegentreten und so sorgen Klassiker der Linux-Spielewelt wie Frozen-Bubble, SuperTux, Hex-a-hop oder Ri-Li für kurzweilige Stunden.

Wer immer schon einmal Klavierspielen lernen möchte, für den eignet sich Piano Booster.

Abgerundet wird die ausgewogene Softwareauswahl durch die Grafikbearbeitung GIMP, das DTP-Programm Scribus und das Vektor-Zeichenprogramm Inkscape.

Wer SpaceFun ausprobieren möchte, lädt sich das Live-Medium herunter und überträgt diese auf einen USB-Stick. Einmal davon gestartet, liegt der Desktop in englischer Sprache vor. Am unteren Bildschirmrand lässt sich durch einen Klick auf das Flaggen-Symbol die Tastaturbelegung umschalten. Das installierte System enthält dann die Sprache der Wahl.

Vor einer Installation sollte eine Internetverbindung aufgebaut werden, da das Installationsprogramm Calamares Teilkomponenten nachlädt.

Aktuell stehen ISOs für Geräte mit x86_64 Prozessor zur Verfügung, wobei 1 GB RAM und eine Festplatte von 40 GB vorausgesetzt werden.

Für den Austausch mit der Community steht eine Telegram-Gruppe zur Verfügung.

Quelle: https://www.spacefun.ch


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25. Mai 2023

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.11.1 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.11.1

Mit dem Update auf Thunderbird 102.11.1 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Außerdem wird einmalig für 10 Prozent der Windows-Nutzer eine Schaltfläche angezeigt, um den Beta-Test für Thunderbird 115 zu bewerben.

Der Beitrag Thunderbird 102.11.1 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Do, 25. Mai 2023, Ralf Hersel

Wir schreiben gerne über Distributionen, weil sie die Vielfalt und Mächtigkeit der Freien Software Welt widerspiegeln. In unseren Chat-Kanälen belegen angeregte Diskussion über die 'richtige' Distro immer die oberen Ränge. Es macht Spass, neue GNU/Linux-Distributionen auszuprobieren und sich mit anderen über das Für und Wider auszutauschen. Unter den Anwender:innen, die sich Distro-Hopping als Hobby ausgesucht haben, gibt es Wellenbewegungen: mal ist es das tollste und neuste Derivat, mal geht es zurück zu den Wurzeln.

Bei mir zeigt der Trend seit Jahren in Richtung der puren Distributionen. Meine Linux Anfänge gehen auf das Jahr 1995 zurück, als ich Patrick Volkerdings Slackware Adaption mit dem Namen S.u.S.E. Linux ausprobierte. Viele Jahre später habe ich Windows XP verlassen und durch Ubuntu 6.10 'Edgy Eft' ersetzt. Danach bin ich dem 'Circle of Friends' viele Jahre treu geblieben, bis zum LTS Release 20.04 'Focal Fossa'. Dann wurden mir die Alleingänge von Canonical zu viel. Nach einigem Distro-Hopping landete ich vor zwei Jahr bei Manjaro (GNOME), welches ich auch heute noch auf allen Rechnern verwende und sehr zufrieden damit bin.

Doch wer ein echter Nerd ist, den treibt es weiter auf der Suche nach der optimalen Lösung für das persönliche Betriebssystem. Mich interessieren die originären Distributionen: Slackware, Debian, Arch, Red Hat (Fedora) und Enoch (Gentoo). Die originären Einmann-Distros und die Ausgestorbenen (SLS, Solus, usw.) lasse ich ausser Acht.

Neben den Distributionen muss eine Desktop-Umgebung ausgewählt werden. Da gibt es nicht so viele Originale: KDE Plasma, GNOME, Xfce, LXQt, LXDE, Cinnamon, Budgie, Deepin. Da fällt mir die Entscheidung einfach: GNOME. Das ist eine subjektive Auswahl; ich halte den GNOME-Desktop für eine benutzerfreundliche Oberfläche, die gut aussieht und auch von Einsteigern bedient werden kann. Wer KDE Plasma bevorzugt, kann der Serie auch mit diesem Desktop folgen.

In dieser Serie über Arch-Linux sind folgende Artikel erschienen:

  1. Einleitung: das ist dieser Artikel
  2. Installation
  3. Konfiguration
  4. Paketverwaltung

Für die Serie 'Arch für alle' gehe ich davon aus, dass ein aktueller Computer zur Verfügung steht, er mindestens eine i5-CPU (oder AMD-Äquivalent) und 16 GB RAM im Gehäuse hat. Für die Grafik sollte eine onboard-GPU ausreichend sein. In den weiteren Folgen der Serie, werde ich ohne ein Arch-Spezialist zu sein, die Installation, Konfiguration, das Paketmanagement und die Anpassung an persönliche Vorlieben beschreiben. Die Tatsache, dass ich wenig Ahnung von Arch-Linux habe, solltet ihr positiv bewerten, falls ihr auch keine Ahnung davon habt. Die Arch-Gurus können meine Beschreibung gerne mit Kommentaren aufwerten. Sinnvolle Kommentare werde ich nachträglich in die Artikel aufnehmen.

In der nächsten Folge der Serie geht es um die Grundinstallation von Arch-Linux mit einem GNOME-Desktop.


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24. Mai 2023

Mit der bevorstehenden Veröffentlichung von Thunderbird 115 bekommt der Open Source E-Mail-Client nicht nur neue Funktionen und ein neues Design, auch das Logo von Thunderbird wird erneuert. Anders als bei früheren Logo-Anpassungen von Thunderbird (oder auch Firefox) fallen die Logo-Änderungen dieses Mal sehr viel größer aus.

Das Thunderbird-Projekt hat offiziell das neue Logo für seinen Open Source E-Mail-Client vorgestellt.

Thunderbird-Logo 2023

Während das Thunderbird-Logo, welches sich aktuell in seiner dritten Version befindet, schon ein paar Modernisierungen erfahren hat, waren die Schritte doch immer vergleichsweise gering. Auch wenn man sich die Logo-Entwicklung von Firefox über die Jahre ansieht, war dies immer mehr eine Evolution anstelle einer Revolution. Mit dem neuen Thunderbird-Logo, für welches sich erneut Jon Hicks, der Designer des originalen Thunderbird-Logos, verantwortlich zeigt, geht das Projekt einen mutigen Schritt, denn der Unterschied zum aktuellen Logo ist doch sehr groß. Andererseits passt das neue Thunderbird-Logo optisch besser zum aktuellen Firefox-Logo.

Der Beitrag Thunderbird bekommt ein neues Logo erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mi, 24. Mai 2023, Ralf Hersel

Rhino Linux ist eine Distribution, die auf Ubuntu basiert und als einziger Abkömmling dieser Familie den Rolling Release Ansatz verfolgt. Der selbst entwickelte Paketmanager rhino-pkg ermöglicht das Suchen, Installieren, Entfernen und Aktualisieren von Paketen aus verschiedenen Quellen, wie native DEB-Repos, Pacstall, Flathub, AppImages und Snap Store. Am 17. Mai haben die Entwickler die fünfte Beta der kommenden stabilen Version von Rhino bereitgestellt. Als Besonderheit ist darin der Unicorn-Desktop enthalten.

Rhino Linux 2023.1-beta5 behebt kleinere Probleme aus den vorherigen Versionen und ist die erste Beta mit dem neuen Unicorn Desktop. Dieser wurde entwickelt, um den Benutzern eine optisch ansprechende und leichtgewichtige Oberfläche zu bieten. Er basiert auf der neuesten Xfce 4.18-Umgebung und wurde mit Blick auf die Benutzererfahrung entwickelt. Eines der Hauptmerkmale des Unicorn-Desktops ist der integrierte Ulauncher, ein leichtgewichtiger und hochgradig anpassbarer Anwendungsstarter für Linux, der in Python geschrieben wurde.

Überdies wurde das App Grid von Rhino, Lightpad genannt, der Xfce-Desktop-Umgebung hinzugefügt. Damit werden sich GNOME-Benutzer wie zu Hause fühlen. Es ist ein einfacher, aber leistungsstarker Wayland-kompatibler Anwendungsstarter, der visuell ansprechend in den Unicorn-Desktop integriert ist. Zusätzlich gibt es den Xfdashboard-basierten Desktop Switcher, der eine Übersicht der geöffneten Anwendungen und Zugang zu den Arbeitsflächen schafft. Die drei Steuerelemente sind zuoberst im Plank-basierten Dock auf der linken Seite angebracht und im lila Systemthema gestaltet.

Rhino eignet sich für Anwender:innen, die einen schnellen und leichtgewichtigen Desktop (Xfce) schätzen, aber dennoch ein modernes GNOME-Feeling mit gutem Theming haben möchten. Ein weiterer Vorteil der Distribution ist die Unterstützung der vielen Paketquellen. Zwar gibt es keinen grafischen Paketmanager, aber rhino-pkg macht im Terminal einen guten Eindruck und ist so einfach wie apt zu bedienen. Insbesondere wegen des Rolling Release Modells, halte ich Rhino Linux für eine Distribution, die eine Lücke gut ausfüllt.

Weitere Details über den Unicorn-Desktop finden sich auf der Website des Projekts:

Quelle: https://rhinolinux.org/index.html


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23. Mai 2023

Di, 23. Mai 2023, Lioh Möller

Wer sich gerne mit Retro-Computer beschäftigt, wird wahrscheinlich schon über unsere Serie zum Thema RISC OS gestolpert sein. In einer kurzen Geschichtsstunde beschreibe ich die Entwicklung der ARM-Architektur sowie des Betriebssystems RISC OS (Achtung: entgegen dem Namen hat es nichts mit der RISC-V lautenden Prozessorarchitektur zu tun!).

Mit einem Emulator lässt sich RISC OS auch auf einem Linux-Computer nutzen und in einem Tutorial beschreibe ich die ersten Schritte zum Umgang mit dem Betriebssystem.

Ich empfehle einen Blick darauf zu werfen, denn es unterscheidet sich sehr von dem, was ihr sonst so kennt.

Neben den aussergewöhnlichen Bedienkonzepten, gibt es für RISC OS eine grosse Anzahl von Softwareperlen zu entdecken. Die meisten Anwendungen sind liebevoll gestaltet und machen viel Spass. Dazu zählt auch Archimedes Pyrotechnic, ein Feuerwerksemulator.

Der Entwickler Rocketeer hat in seiner Diskettenkiste gekramt und die aus den 90er Jahren stammende Applikation neu zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um einen realistischen Simulator mit schier unbegrenzten Möglichkeiten. Die erstellten Feuerwerke werden mit realistischen Klängen untermalt.


Natürlich entspricht die Grafikausgabe dem Stand der damaligen Technik, beeindruckend ist sie aber dennoch.


Wer ein Feuerwerk-Nerd ist (oder werden möchte), sollte unbedingt den Emulator anfeuern und Archimedes Pyrotechnic ausprobieren. Im stardot.org.uk Forum ist ein ausführliches README verlinkt, dass die Funktionsweise im Detail beschreibt.

Quelle: https://stardot.org.uk/forums/viewtopic.php?f=70&t=26903


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Di, 23. Mai 2023, Lioh Möller

Im ersten und zweiten Teil dieser Serie habe ich bereits beschrieben, dass ich auf der Suche nach einer möglichst vollwertigen Linux Distribution für meinen Eee PC war. Im Verlauf der Zeit konnte ich verschiedene Lösungen ausprobieren, für mich war allerdings klar, dass ein annähernd vollwertiger Desktop zum Einsatz kommen sollte. Ich habe bereits viel Erfahrungen mit Windowmanagern gemacht und selbst lange IceWM genutzt. Die von mir erstellten Themes sind immer noch ganz oben in der Topliste auf Box-Look.org

Allerdings habe ich auch den Komfort von Desktopumgebungen kennengelernt. Zum Beispiel geniesse ich es sehr, nicht für jede kleine Änderung eine Konfigurationsdatei anpassen zu müssen.

Meine Suche nach der passenden Distro und dem für mich gut funktionierenden Desktop, hat mich letztendlich zu Debian GNU/Linux mit LXDE geführt. Da ich trotz der altertümlich anmutenden Desktop-Paradigmen gerne neue Software verwende, entschied ich mich für den unstable Zweig Sid.

Das System läuft auf dem Netbook erstaunlich gut und es steht eine Vielzahl an Software zur Verfügung. Ich konnte bereits einige schlanke Anwendungen ausmachen, wie beispielsweise den Falkon Browser oder Balsa als Mailprogramm.

Da ich Office Anwendungen nur dann nutze, wenn ich es wirklich muss, entschied ich mich für Abiword und Gnumeric, wobei letzteres wohl neben dem initialen Start zum Funktionstest eher ein Schattendasein fristen wird. Ich habe grössten Respekt vor Menschen, die quasi alles in einer Tabellenkalkulation machen. Mir ist diese Fähigkeit leider nicht gegeben.

Als Matrix Client kommt Quaternion zum Einsatz und Telegram habe ich ebenfalls installiert (ja ich weiss, ich kann es nicht lassen; die Sticker, es sind die Sticker).


Wenn ich das Netbook mit in die Ferien nehme, spiele ich gerne auch mal ein wenig, und so habe ich mir eine schöne Sammlung zusammengestellt. VLC habe ich zwar installiert, aber man merkt, dass bei grösseren Dateien die Ausgabe ruckelig wird. mpv hingegen spielt anstandslos.

Auch einiges an Lernsoftware konnte ich entdecken, wie beispielsweise GNU Solfege, einer Hörtrainings-Anwendung. Piano Booster macht auch unheimlich Spass, wahrscheinlich sogar noch mehr, wenn man ein USB-MIDI-Keyboard anschliesst.

Meine geliebten Zeichen- und Malprogramme Gimp und Inkscape dürfen natürlich auch nicht fehlen und sie funktionieren auch auf der älteren Hardware noch erstaunlich gut.

Ich bin immer noch auf der Suche nach weiteren guten und schlanken Apps. Was könnt ihr empfehlen?

Gerne möchte ich das fertige System auch anderen Menschen anbieten (a.k.a. meiner Mutter) und habe mich daher in die Erstellung einer angepassten Distribution eingelesen. Mit Live-Build stehen unter Debian tolle Werkzeuge dazu bereit. Allerdings wollte ich gerne ein installierbares Live-Medium bauen, da man es auch vorher ausprobieren können soll. Zu Zeiten von easys GNU/Linux gab es das noch nicht wirklich. Kurz nach dem letzten Release der Distribution kam Canonical dann mit den ersten installierbaren Live-CDs um die Ecke.

Standesgemäss habe ich mich dabei für Calamares entschieden, das von der Funktionalität alles bietet, was man braucht.

Das Ergebnis werde ich euch noch im Laufe dieser Woche vorstellen. Aufmerksame Leser und Hörerinnen unseres Podcasts wissen bereits mehr.


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Wenn es um proprietäre und freie Software (im öffentlichen Dienst) geht, wird gerne ein Schwarz-Weiß-Bild gezeichnet. Dort der böse proprietäre Monopolist, der immer die Preise erhöht, hier die bessere und günstigere freie Software. Die Realität ist aber nicht schwarz-weiß, sondern grau.

Denn wenn Regierungen die Förderung von Open Source oder gar ein striktes Open Source-Mandat in ihr Programm schreiben und durchzusetzen versuchen, stoßen sie auf komplexere Realitäten, als es die einseitige Verengung auf Microsoft vs. Linux vermuten lässt. Ein Beispiel:

Eine Behörde setzt seit vielen Jahren auf eine proprietäre Software. Diese funktioniert anerkanntermaßen recht gut und wird von einem kleinen Softwarehaus in Deutschland ständig weiterentwickelt. Die Software ist eine eierlegende Wollmilchsau. Das Lizenzmodell ist die früher durchaus übliche Kombination aus Lizenzerwerb und Servicevertrag. Durchaus keine billige Kombination, die Marge der Firma ist nicht bekannt. Die Software läuft auf Servern in den Behörden. Beim lokalen Betrieb sind einige Varianten möglich, aber man kann die Leitplanken der Firma nicht durchbrechen. Bei Problemen steht der Service der Firma zur Verfügung. Die Software unterstützt die einschlägigen Standards und offenen Schnittstellen, ist aber ansonsten natürlich nicht offen. Sollte die Firma eines Tages nicht mehr existieren, stünde die Behörde ziemlich im Regen, aber dank offener Schnittstellen könnten die Daten jederzeit exportiert werden. Natürlich mit den üblichen Reibungsverlusten einer Migration.

Für den gleichen Zweck gibt es eine Freie-Software-Suite. Diese ist historisch gewachsen und die Qualität auch entsprechend. Es gibt bessere und schlechtere Module und viele Behörden nutzen nur einige Module und verwenden für den Rest andere Software, die sich anbinden lässt. Aber das weiß man natürlich nur, weil man in den Code schauen kann. Die Entwicklung findet über einen Verein statt, in dem die Mitgliedschaft quasi Pflicht ist. Damit verbunden sind Mitgliedsbeiträge und eine verpflichtende finanzielle Beteiligung an der Weiterentwicklung. Das ist natürlich keine rechtliche Verpflichtung, aber ohne diese ist man in gewisser Weise von der Community und den Dienstleistern abgeschnitten. Da es sich um freie Software handelt, sind den Anpassungen kaum Grenzen gesetzt. Je mehr Anpassungen, desto höher natürlich der Wartungsaufwand. Aber auch der Basisbetrieb ist nicht trivial. Dies führt in vielen Verwaltungen, die diese Software einsetzen, zu einem massiven Einsatz von Dienstleistern für die Ersteinrichtung und größere Updates. Aus diesem Grund haben sich einige Dienstleistungsunternehmen auf Serviceangebote für diese Software spezialisiert. Teilweise haben diese noch Beratungsleistungen im Portfolio und helfen bei der Evaluierung und Ausschreibung der Dienstleistung auf die sie sich dann selbst bewerben. Ohne diese Dienstleister wären die Behörden nicht in der Lage, die Software langfristig zu betreiben.

Die Kosten für beide Systeme sind in etwa gleich. Im Einzelfall kann die eine oder andere Lösung günstiger sein. Bei der einen Software sind es Lizenzen und Wartungsvertrag, bei der anderen Dienstleister, Mitgliedsbeiträge und Weiterentwicklung. Hinzu kommen der Betrieb der Server in den Verwaltungen und deren Wartung durch Systemadministratoren. Eine Migration ist natürlich immer mit spezifischen Migrationskosten verbunden.

Eine Migration zwischen beiden Systemen ist in beide Richtungen möglich, aber extrem aufwändig und beeinträchtigt die tägliche Arbeit und die Gestaltungsmöglichkeiten der Behörde während der Migrationsphase.

Dies ist ein reales Beispiel. Ich behaupte, dass die meisten proprietären Lösungen in Behörden in diese Kategorie fallen und keine Microsoft-Apple-Google-Produkte sind. Solche Beispiele habe ich im Kopf, wenn ich über proprietäre Lösungen und Open-Source-Software im öffentlichen Dienst schreibe.

Ist es hier sinnvoll, von einem System auf das andere umzusteigen, nur weil eine Koalition sich freie Software in den Koalitionsvertrag geschrieben hat? Was hat der Kunde, der Bürger davon?

Die Realität ist eben grau.

Ungefähr einmal im Jahr sind die Lizenzkosten von Microsoft in gewissen Kreisen ein Thema. Über 200 Millionen zahlt der Bund mittlerweile für seine IT. Wow! Klickzahlen-Garant! Leider auch immer wieder ein Ereignis, bei dem die Community tief blicken lässt.

Es gab eine Zeit, da wollte man überzeugen. Man wollte gleichwertige Produkte präsentieren, Alternativen aufzeigen, bessere Wege gehen. Davon ist man längst abgekommen. Denn das würde eine argumentative Anerkennung der Realität bedeuten, zu der sich viele in der Linux-Gemeinde offenbar nicht mehr durchringen können. Stattdessen bringt man andauernd das Geld-Argument. Mal populistisch, mal in Form von „Public Money, public Code“.

Das ist in gewisser Weise logisch. Denn ohne eine gemeinsame Faktenbasis ist eine Diskussion nur schwer möglich. Liebevoll gepflegte und durch ständige Wiederholung tief verankerte Narrative in der Open-Source-Community haben längst einen Fundus an alternativen Wahrheiten entstehen lassen. Gespickt mit den üblichen Methoden des Populismus und Verschwörungsglaubens, die auch sonst in vielen gesellschaftlichen Bereichen anschlussfähig sind. Manche werden das jetzt wieder übertrieben finden, aber ich glaube, es sind die gleichen Muster.

In bester AfD-Manier wird davon geschwafelt, dass die Regierung den Willen des Vokes missachtet – wir sind das Volk, natürlich bei auch bei ~5% Marktanteil für Linux. Es hätte doch alles anders kommen können, wenn LiMux nicht durch fiese Sabotage zerstört worden wäre. Es gibt gar keine objektiven Gründe, die für Microsoft-Produkte sprechen könnten, Open Source ist bereits perfekt und deshalb können nur dunkle Mächte den Siegeszug verhindern. Diese dummen Bürokraten schieben doch sowieso nur Word-Fenster durch die Gegend. Billiger wäre Open-Source in jedem Fall auch. Ist ja alles kostenlos. Natürlich kann die Bundes-IT mit Schwäbisch Hall vergleichen werden. Und Schleswig-Holstein erst. Dataport! Der Einsatz von Microsoft ist übrigens illegal. Schon gewusst. Sagt sogar… wer eigentlich?

Es ist schon beeindruckend, wie manche Journalisten und Kommentatoren Jahr für Jahr die gleichen Inhalte schreiben. Frei nach dem Motto: Verschone mich mit Fakten, ich habe mir meine Meinung schon gebildet.

Die Untiefen des Vergaberechts, Besoldungstabellen, Anforderungen, föderale Zuständigkeiten, Bundes- und Landesbehörden, Dienstleistungsverträge und Zertifizierungen – um nur einige Schlagworte zu nennen – sind scheinbar zu viel Inhalt. Da schreibt man lieber jedes Jahr den gleichen Text.

Die Meldung über 209 Millionen Lizenzkosten für Microsoft-Produkte ist kein Offenbarungseid für den Bund, die Meldungen und Kommentare darunter sind ein Offenbarungseid für die diskursive Anschlussfähigkeit von Teilen der Open-Source-Community.

Im Grunde genommen hat sich nichts geändert. Wer sich für das Thema interessiert, dem seien die drei folgenden Artikel empfohlen, in denen ich mich damit etwas ausführlicher beschäftigt habe:

22. Mai 2023

GNU/Linux.ch 22. Mai 2023 08:30

WoeUSB

Mo, 22. Mai 2023, Lioh Möller

Vor kurzem kam ich in die Verlegenheit, Windows auf einem Laptop zu installieren. Grund dafür war, dass der Trackpoint auf einem Lenovo Thinkpad T470s nicht funktionierte. Wer die Laptops von Lenovo kennt, wird die Vorzüge eines Trackpoints im Vergleich zu einem Touchpad möglicherweise auch schätzen. Es handelt sich dabei um einen kleinen roten Knubbel in der Mitte der Tastatur und zwei (im besten Falle) Hardwaretasten darunter. Damit lässt sich der Mauszeiger sehr präzise steuern. Ältere Modelle wie das X60 verfügten sogar nur über einen Trackpoint und kein Touchpad.

Seit einiger Zeit machen diese Trackpoints bei unterschiedlichen Thinkpad-Modellen unter Linux jedoch immer wieder Schwierigkeiten, so auch der in dem meinem Modell verbaute.

Mithilfe von modprobe psmouse proto=bare konnte ich die dazu zu bewegen zu reagieren, der Trackpoint jedoch machte weiterhin keinen Mucks.

Um sicherzugehen, dass es sich nicht um einen Hardwaredefekt handelt, sollte also Windows mit den offiziellen Treibern auf das Gerät gespielt werden. Leider ist die Erstellung eines bootfähigen USB-Sticks unter Linux nicht trivial. Glücklicherweise bin ich auf des Projekt WoeUSB gestossen.

Unter Ubuntu steht ein PPA zur einfachen Installation bereit, welches sich wie folgt aktivieren lässt

sudo add-apt-repository ppa:tomtomtom/woeusb
sudo apt update

Die Software inklusive eines kleinen grafischen Frontends lässt sich daraufhin mit dem Paketmanager einspielen:

sudo apt install woeusb woeusb-frontend-wxgtk

Nach dem Start präsentiert sich die Oberfläche aufgeräumt und man kann lediglich das ISO Abbild oder DVD-Laufwerk, das Dateisystem und das Zielgerät auswählen.

Nach einigen Minuten war das Image bereits übertragen und ich konnte Windows auf dem Gerät installieren.

Quelle: https://github.com/WoeUSB/WoeUSB

Spoiler Alert: auch unter Windows funktionierte der Trackpoint nicht.


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