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2023 Woche 23

11. Juni 2023

Literaturverwaltungsprogramme gibt es viele. Freie BibTex Frontends, Papers, Endnote und viele mehr. In Deutschland ist der Markt allerdings stark zwischen Citavi und Zotero aufgeteilt. Die meisten Nutzer verwenden eines der beiden Programme. In Baden-Württemberg ist nun (nicht ganz freiwillig) eine wegweisende Entscheidung gefallen.

Citavi ist die eierlegende Wollmilchsau und war von Anfang an der Grund, warum ich mich viel mit Wine und virtuellen Maschinen beschäftigt habe. Ohne Citavi konnte und wollte ich nicht. 2021 wurde die Schweizer Entwicklungsfirma hinter Citavi aufgekauft. Literaturverwaltung ist längst nicht mehr die persönliche Angelegenheit des einzelnen Wissenschaftlers, sondern Teil des Forschungszyklus, dessen Werkzeuge Datenhändler, internationale (Bibliotheks-)Dienstleister und Verlage (die Grenzen sind fließend) unter ihre Kontrolle bringen wollen.

Ich bin dann auf Zotero umgestiegen. Das war kein Zuckerschlecken und bis heute muss ich im Literaturverzeichnis Daten bereinigen, weil der Export und Import eben nicht reibungslos funktioniert. Dieser Schritt steht vielen Studierenden und Hochschulangehörigen in Südwestdeutschland bevor.

Citavi verdankt seine Popularität in Deutschland vor allem den Campuslizenzen. Für Hochschulangehörige in Deutschland war die Nutzung fast immer kostenlos, bezahlt haben die Hochschulen oder Bibliotheken. Das war schon lange grenzwertig, da Citavi als Programm nur unter Windows lief und Nutzende von macOS und Linux außen vor blieben. Gerade an deutschen Universitäten ist die Mac-Dichte nicht zu unterschätzen. Citavi hat daher vor einiger Zeit Citavi Web auf den Markt gebracht, das als WebApp läuft und langfristig das native C#-Programm ablösen soll.

Die Vertragsverhandlungen über eine Landeslizenz für Baden-Württemberg für dieses Citavi Web sind krachend gescheitert (eine relativ ehrliche Aussage beim KIM Konstanz). Grund waren wohl die exorbitanten Preisvorstellungen der neuen Firma hinter Citavi. Seit dem 30.4.2023 haben Hochschulangehörige in Baden-Württemberg keinen Zugang mehr zu Citavi Web (es sei denn, sie zahlen selbst).

Die Lizenz für die Desktop-Version läuft noch bis Ende März 2024, die Bibliotheken bereiten sich bereits auf das Ende vor. Einführungskurse für Zotero werden inzwischen von den meisten Einrichtungen angeboten. Einige (leider nicht alle) Bibliotheken haben die Kurse für Citavi aus dem Programm genommen. Neueinsteiger werden so bereits behutsam in eine zukunftssichere Richtung geführt. Die Migrationshilfe für tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dürfte ein nicht zu unterschätzender Kraftakt werden.

Wenn nun andere Bundesländer dem Beispiel folgen, ist das eine wichtige Stärkung von Open-Source-Software im Wissenschaftskreislauf, und bei Citavi dürften sie bald das Licht ausmachen können. Ohne die Masse der deutschen Hochschulangehörigen wird es nicht mehr viele Nutzerinnen und Nutzer geben.

Der Weg von SUSE ist vorgezeichnet. Er führt zu einem unveränderlichen System. Die Community-Variante Leap kann ohne die SUSE Linux Enterprise-Basis nicht funktionieren. Sie muss mitgehen oder verschwinden. Im Moment sieht es nach letzterem aus.

OpenSUSE Leap kann nicht ohne SUSE Linux Enterprise existieren. Die komplette Basis stammt von dort, denn die Community steuert „nur“ die Desktopumgebungen und Endanwenderprogramme bei. Sie erweitert damit den Kern einer traditionell schmalen Enterprise-Distribution um all jene Komponenten, die Linux-Anwender in der Breite erwarten.

Leap hat traditionell einen Mangel an Entwicklern. Das hat man dem Produkt immer angemerkt. Viel Arbeit – auch im Bereich der Community – kommt von SUSE-Mitarbeitern. Die meisten aktiven Community-Mitglieder arbeiten mit und entwickeln für Tumbleweed. Das ist der Zweig, der ohne eine formale Anbindung an SUSE Linux Enterprise auskommt. Dies steht in einem gewissen Missverhältnis zu den Nutzungszahlen.

Am 2. Mai hat Richard Brown sich auf der Mailingliste erneut an die Community gewandt. Tenor: Wenn niemand bereit ist, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, wird openSUSE Leap mit dem Ende des klassischen Linux-Enterprise eingestellt. Das bedeutet, dass die für kommendes Jahr angekündigte Version 15.6 nochmal eine Gnadenfrist bedeutet, aber es könnte auch die letzte Version werden.

SUSE ALP Basis wird nicht alles enthalten, was die Community von einer Leap-Version erwartet. Sie wird sich sehr stark auf die Server-Implementierung konzentrieren. Wenn openSUSE Leap 16 ein Erfolg für die Community werden soll, muss insbesondere das Desktop-Ökosystem von der Community beigesteuert werden.

Man kann die Mail von Richard Brown durchaus so lesen, dass SUSE mit ALP auch den SUSE Linux Enterprise Desktop beerdigt, denn sonst würde Leap zumindest GNOME enthalten. Das passt zu der Ankündigung von Red Hat, seine Prioritäten im Desktopsegment zu überdenken. Der Linux-Desktop scheint in schwieriges Fahrwasser zu geraten.

Manche glauben, dass der Rückzug von Corporate Linux ein Segen wäre, weil die Community dann schon alles so regeln würde, wie es für die Anwender gut ist. In solchen Debatten tauchen dann immer wieder die antikapitalistischen Strömungen in der Open-Source-Community auf. Ich halte das für Wunschdenken. Linux wäre nie da, wo es heute ist, ohne die Beteiligung von Unternehmen. Alle Leuchtturmprojekte wurden von Firmen entwickelt oder sind mit massiver Firmenbeteiligung entstanden. Wer Open Source ohne nennenswerte Firmenbeteiligung und mit viel Stabilität sucht, sollte sich vielleicht einfach mal BSD anschauen.

Ein Rückzug der Firmen aus der Desktop-Entwicklung wäre ein Meilenstein und nicht zum Guten. Mal sehen, wohin die Reise geht. Sowohl beim Linux-Desktop als auch bei openSUSE Leap.

Vor wenigen Tagen hat openSUSE die aktuelle Ausgabe 15.5 seiner LTS-Variante Leap veröffentlich. Bei der Gelegenheit gab es auch einige Informationen über die Zukunft. Für den Anwender bedeutet das vor allem Planungssicherheit.

Ich bin inzwischen total auf dem Immutable-Zug. Die nächste spannende SUSE-Veröffentlichung ist für mich ALP. Wer das Konzept testen möchte, sollte sich MicroOS bzw. nun benannt als openSUSE Aeon (GNOME) und openSUSE Kalpa (KDE Plasma) anschauen. OpenSUSE entwickelt das nicht alleine, sondern folgt der Entwicklungsrichtung von der Mutterfirma SUSE Linux.

Die meisten Anwender setzen aber noch auf klassische Systeme und wenn man den openSUSE-eigenen Statistiken trauen darf, dann bedeutet das bei openSUSE tatsächlich auch immer noch eher Leap als Tumbleweed. Ich finde solche Statistiken immer total hilfreich, weil viele in der Linux-Community gerne mit gefühlten Wahrheiten argumentieren, die in einer stark diversifizierten Community vor allem aus engen Blasen stammen.

Leap 15.5 ist – wie erwartet – ein total langweiliges Release. Nachdem mit openSUSE Leap 15.4 noch ein paar Versionsstände angefasst wurden, war aber klar, dass 15.5 wieder ein Wartungsupdate wird. OpenSUSE hatte dazu vor längerer Zeit mal das Tik-tok-Prinzip veröffentlicht. Zusammengefasst: KDE-Benutzer bekommen mit Plasma 5.27 einen aktuelleren Desktop. Das war es dann auch schon.

SUSE bzw. openSUSE hat aber in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie an ihre Anwender denkt und lange Übergangsfristen einräumt. So wurde für 2024 die Version 15.6 angekündigt. Damit haben Anwender mit bestehenden Installationen genügend Zeit, sich auf den Umstieg auf (open)SUSE ALP vorzubereiten und SUSE wiederum gewinnt Zeit und muss nicht – wie ursprünglich geplant – im Herbst eine halbwegs stabile Version veröffentlichen. Denn momentan sieht es nicht gut für das Projekt aus.

10. Juni 2023

Zwei Jahre nach dem letzten Release erscheint wieder eine neue Version des Linux-Urgesteins. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Wochenendartikel gibt es auf GNU/Linux.ch bekanntermaßen selten, doch bei wichtigen Ereignissen machen wir hin und wieder eine Ausnahme. Ein neues Release vom Debian-Projekt zählt auf jeden Fall immer dazu. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Debian 12 mit dem Codenamen "Bookworm", welches heute frisch das Licht der Welt erblickt hat!

Knapp 22 Monate nach Debian 11 "Bullseye" (wir berichteten) wurde heute das neue Release des Debian-Projekts veröffentlicht. Wie immer ist ein Debian-Release in großem Maße mit einer Aktualisierung der immensen Paketbasis verbunden - so auch dieses Mal. Laut dem offiziellen Changelog wurden 67 % aller Pakete aktualisiert, ganze 11'089 neue Pakete kamen dazu. Trotz Entfernung einer signifikanten Zahl veralteter und nicht mehr unterstützter Programme und Bibliotheken enthält Bookworm über 64'419 Pakete und damit ganze 4'868 mehr als Bullseye.

Ein Überblick über die wichtigsten dieser Updates:

  • LibreOffice 7.4 (stand heute die vorletzte, vom Herausgeber empfohlene Version)
  • GIMP 2.10.34 (neuste Version)
  • Inkscape 1.2.2 (neuste Version)
  • NGINX 1.22 (vorletzte stabile Version)
  • PostgreSQL 15 (neuste Version)
  • MariaDB 10.11 (vorletzte stabile Version)
  • yt-dlp 2023.03 (ersetzt youtube-dl)

Beliebte Programmiersprachen sind in ihrer (meist) aktuellsten Version verfügbar, so z. B. Python 3.11, PHP 8.2, OpenJDK 17, Rust 1.63 und Go 1.19, was sicherlich den ein oder anderen Entwickler erfreuen wird.

Auch die verfügbaren Desktop-Umgebungen wurden aktualisiert. Folgende stehen zur Verfügung:

  • GNOME 43
  • KDE Plasma 5.27
  • LXDE 11
  • LXQt 1.2.0
  • MATE 1.26
  • Xfce 4.18
  • Cinnamon 5.6.8

Von vielen ist damit die aktuellste Version verfügbar - ungewohnt und erfreulich für ein Debian-Release!

Der Linux-Kernel ist wie üblich in seiner aktuellsten LTS-Version 6.1 vertreten.

Eine wichtige Änderung, zu der sich das Debian-Projekt im letzten Jahr entschieden hat, ist die standardmäßige Bereitstellung unfreier Firmware-Blobs in den Installations-Abbildern. Obwohl dieser Schritt in Bezug auf die Philosophie des Debian-Projekts als ein Schritt weg von der Software-Freiheit oft kritisch gesehen wird, senkt er die Einstiegshürde für unerfahrene Endanwender.

Um dies umzusetzen, wurde ein neuer Bereich non-free-firmware in den Paketquellen eingerichtet, welcher nun die nicht-freie Firmware enthält. Andere nicht-freie Pakete verbleiben im Bereich non-free.

Das Artwork für Debian 12 nennt sich "Emerald" und stammt, wie schon bei der letzten Version, von der französischen Designerin Juliette Taka, welche nach 8 "Jessie", 9 "Stretch" und 11 "Bullseye" inzwischen schon ihr viertes Debian-Release mit ihrer Kunst ansprechend macht.

Insgesamt lässt die neue Veröffentlichung aus dem Hause Debian Raum sowohl für Jubel als auch für Kritik.

Während die aktualisierte Software in Verbindung mit Debians üblicher Stabilität und Verlässlichkeit den Debian-Fanboy in mir mal wieder zum Vorschein bringt, sehe ich den Umgang mit unfreier Firmware auch nicht unkritisch.

Dennoch bleibt die Distribution auch in dieser neuen Ausführung für mich ein Muss, überall dort, wo ein reibungsloser Betrieb sichergestellt werden muss.

Das neue Debian 12 steht auf der Homepage des Projekts demnächst wie üblich als Live-Image, DVD und Netinstall-CD zur Verfügung. Des Weiteren sind Abbilder für den Betrieb in der Cloud sowie als Docker-Image zur Verfügung.

Allen aktuellen Debian-Nutzern, Begeisterten und Unentschlossenen empfehle ich sich das deutschsprachige Changelog durchzulesen. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Release könnt ihr in unserem Installationsbericht zur ersten RC-Version nachlesen.

Was sind eure Gedanken zu dieser Veröffentlichung? Wie beurteilt ihr die Richtung, in die sich das Projekt bewegt? Nutzt ihr Debian, oder werdet ihr der Distribution nach diesem Release noch eine Chance geben? Diskutiert mit uns!

Das GNU/Linux.ch Team wünscht allen Leserinnen und Lesern noch ein schönes Wochenende, und viel Spaß mit dem neuen Debian!

Quellen:

P. S: Das nächste Release wird "Trixie" heißen :)


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Wie einige meiner Leser schon wissen, produziere ich einen Podcast und berichte, wenn es thematisch passt, von einigen Episoden auf diesem Blog. In dieser Woche erschien Episode 23, in der es um Open-Source-Software und Open-Source-KI ging.

Auslöser war die Diskussion rund um die Ankündigung von Red Hat, zukünftig nicht mehr LibreOffice direkt zu paketieren. Diesbezüglich empfehlenswert ist der teils kontroverse Kommentar von Gerrit in seinem Blog.

Kontrovers bleibt das Thema Open Source auch weiterhin. Sollte man Open Source allen proprietären Produkten vorziehen, auch wenn die Software schlechter ist? Wie sehr hat man überhaupt noch die Kontrolle über sein eigenes System?

Auf der anderen Seite entwickelt sich Open-Source-KI deutlich positiver und es stehen immer mehr freie Modelle zur Verfügung, die es mit den Platzhirschen aufnehmen können. Insbesondere für die Wissenschaft bietet das eine wichtige Grundlage, weil offene Daten mehr Innovation ermöglichen, wenn Wissenschaftler Freiheiten haben, Dinge auszuprobieren.

All diese Themen und Fragen diskutieren wir in der knapp 90-minütigen Episode. Viel Spaß beim Hören!

Bei Linux war bisher alles eins. Vom Kernel über die Firmware bis zum Tetrisspiel wurde alles über die Paketverwaltung installiert, aktualisiert und bei Bedarf wieder entfernt. Deshalb sprach man auch nicht gerne vom Betriebssystem Linux, sondern von der Distribution. Mit den neuen unveränderlichen Systemen stehen nun spannende Diskussionen an.

Natürlich hat es schon früher Versuche gegeben, zu definieren, was zur Grundausstattung gehört. Die verschiedenen Distributionen haben hier unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Manche haben sich eher schlank präsentiert, andere haben nach einer Standardinstallation die eierlegende Wollmilchsau ausgeliefert.

Für die Anwender war das im Zweifelsfall nicht so wichtig. Sie konnten alles nach Belieben nachinstallieren oder entfernen (und im Zweifelsfall sogar ihr System demolieren). Linux war und ist eben im Zweifelsfall mehr ein Baukasten als ein konsistentes Betriebssystem, vergleichbar mit Windows oder macOS.

Dies ändert sich nun mit den neuen unveränderbaren Distributionen. Hier definiert der Distributor ein unveränderbares Basissystem, das der Anwender genau so verwenden muss, wie es ausgeliefert wird. Die Wahlfreiheit des Anwenders beschränkt sich auf Flatpaks und andere Container (und natürlich bleibt immer die Option, die Distribution zu wechseln).

Aufgabe des Distributors ist es nun, eine konsistente Zusammenstellung zu liefern. Derzeit gibt es dies nur für Desktop und IoT, in Zukunft wäre dies auch für Smartphones denkbar.

Insbesondere für den Desktop ist dies ein spannendes Thema. Die Frage, welche Programme zur Basis gehören und welche in die weite Welt der Flatpacks entlassen werden können, ist keineswegs trivial zu beantworten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Projekte GNOME und KDE in erster Linie als Entwicklergemeinschaften verstehen, die ganz unterschiedliche Projekte unter ihrem Dach vereinen.

Muss ein Basis-Image einen Mailclient oder einen PDF-Reader enthalten? Braucht es 2023 noch die standardmäßige Unterstützung von Audio-CDs oder gar Disketten? Diese Frage kann nicht mehr an den Endanwender delegiert werden, sondern die Distributoren müssen entscheiden und in letzter Konsequenz sogar bestimmte Nutzergruppen vor die Tür setzen.

Wie fluide diese Entwicklung ist, lässt sich beim Vorreiter Fedora beobachten. Aktuell werden z.B. bei Fedora Kinoite noch häufig Pakete hinzugefügt und entfernt. Die Hintergründe lassen sich meistens in der Diskussion auf Pagure finden.

Die Diskussion ist für die Linux-Gemeinde ungewohnt. Ich finde sie aber sehr spannend, weil zum ersten Mal definiert werden muss, was wirklich das Basis-Betriebssystem ist, was zum Desktop gehört und was außerhalb der Distribution, z.B. bei Flathub, angesiedelt ist.

Perspektivisch könnte dies auch eine Chance für die Distributionen bedeuten. In den letzten Jahren gab es bei den Distributionen eine starke Tendenz zur allgemeinen Nivellierung. Marke, Internetauftritt und Community waren oft die wichtigsten Unterscheidungskriterien; Standardinstallation und Softwarepool unterschieden sich hingegen kaum. Die aktuelle Entwicklung könnte dem Konzept der Distribution wieder eine neue Daseinsberechtigung geben.

6. Juni 2023

Mozilla hat Firefox 114 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Neue Einstellungsoberfläche für DNS over HTTPS (DoH)

DNS over HTTPS, kurz: DoH, soll die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer verbessern. Standardmäßig aktiviert ist dieses Feature derzeit nur für Nutzer in den USA. Über die Einstellungen kann allerdings jeder DoH aktivieren.

Die Einstellungen für DoH sind nicht länger hinter einer Schaltfläche in den Verbindungs-Einstellungen versteckt. Stattdessen gibt es dafür jetzt einen großen Abschnitt im Reiter „Datenschutz & Sicherheit“ in den Firefox-Einstellungen. Die neuen Einstellungen bieten verschiedene Optionen mit ausführliche Erklärungen. Außerdem lassen sich darüber jetzt auch Ausnahmen verwalten.

DNS over HTTPS Einstellungen in Firefox 114

Erweiterungen im Erweiterungs-Menü sortieren

Mit Firefox 109 wurde ein neues Erweiterungs-Menü links vom Hauptmenü eingeführt. Seit Firefox 113 lässt sich die Schaltfläche an eine beliebige Stelle innerhalb der Navigations-Symbolleiste verschieben. Und ab Firefox 114 ist es möglich, die Reihenfolge der Erweiterungen innerhalb des Erweiterungs-Menüs beliebig anzupassen. Dafür gibt es entsprechende Einträge beim jeweiligen Zahnrad-Menü.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen von Firefox 114

Im Lesezeichen-Menü, welches optional zur Symbolleiste hinzugefügt werden kann, wurde ein Eintrag ergänzt, um die Lesezeichen zu durchsuchen. Ebenso wurde ein Eintrag zum Suchen im Chronik-Bereich des Hauptmenüs ergänzt.

Das Hilfe-Menü beinhaltet einen neuen Eintrag „Zu einem neuen Gerät wechseln“, welches auf ein Support-Dokument weiterleitet, in welchem erklärt wird, wie man seine Firefox-Daten sichert und auf ein anderes Gerät überträgt.

Der Import aus anderen Browsern unterstützt nun auch gespeicherte Formulardaten aus auf Chromium basierenden Browsern.

Die CPU-Auslastung von Antivirus-Software unter Windows, während Firefox ausgeführt wird, wurde reduziert.

Im Bild-im-Bild-Modus für Videos werden jetzt auch Untertitel für Videos von ted.com unterstützt. Außerdem kann im Bild-im-Bild-Modus ab sofort die Taste „f“ verwendet werden, um in den Vollbildmodus und wieder zurück zu wechseln.

Die Theme-Unterstützung der „Seite durchsuchen“-Leiste wurde verbessert.

Empfehlungen auf der Firefox-Startseite von Mozillas Pocket-Dienst gibt es ab sofort auch in den Ländern Frankreich, Italien sowie Spanien.

Der Barrierefreiheits-Inspektor der Entwicklerwerkzeuge wurde dahingehend verbessert, dass dieser nun alle ARIA-Rollen besser erkennt.

Wird über about:config der Schalter network.http.http2.send-buffer-size auf 0 gesetzt, verbessert dies die Upload-Geschwindigkeit von Firefox signfikant. Ab Firefox 115 wird dies standardmäßig der Fall sein.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 114 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 114 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Verbesserungen der Webplattform

Mac-Benutzer können jetzt Videos von ihren Kameras in allen unterstützten nativen Auflösungen aufnehmen und sind nicht mehr auf eine maximale Auflösung von 1280 × 720 px beschränkt.

Benutzer von macOS, Linux und Windows 7 können jetzt FIDO2 / WebAuthn Authentifikatoren über USB verwenden.

Firefox 114 bringt Unterstützung für die WebTransport-API, von welcher insbesondere Live-Streaming und Spiele profitieren können.

DedicatedWorkers sowie SharedWorkers unterstützen jetzt das Laden von ECMAScript-Modulen.

Firefox unterstützt nun die CSS Level 4 supports()-Syntax für @import-Regeln. Die CSS calc()-Funktion unterstützt jetzt außerdem die infinity- sowie NaN-Konstanten. Verbesserungen gab es auch für die :lang()-Pseudoklasse. Außerdem wird die nicht die standardisierte Eigenschaft -webkit-text-security aus Kompatibilitätsgründen nun unterstützt.

Weitere Neuerungen für Entwickler von Websites und Browser-Erweiterungen lassen sich in den MDN Web Docs nachlesen.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 114 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mit diesem Linux-Container kann man eine Vielzahl von Anwendungen starten.

Na ja, "Distro" ist etwas übertrieben. Conty ist ein einfach zu verwendender, komprimierter, unprivilegierter Linux-Container, der aus einer einzigen ausführbaren Datei besteht. Er ist so einfach und benutzerfreundlich wie möglich gestaltet und läuft in fast allen GNU/Linux-Distributionen. Man kann ihn verwenden, um beliebige Anwendungen, einschliesslich Spiele (Vulkan und OpenGL), auszuführen.

Im Screenshot seht ihr das Terminal einer normalen Linux-Installation in einer virtuellen Maschine. Darin habe ich mit dem Befehl conty.sh steam die Anwendung Steam gestartet. In der Linux-Installation ist kein Steam vorhanden. Conty enthält gut 900 Pakete, darunter Wine, Steam, Lutrix, PlayOnLinux, Bottles, OBS Studio und Firefox.

Conty besteht aus einer einzigen ausführbaren Datei, die man überallhin mitnehmen kann und basiert auf Arch-Linux. Durch die Vielzahl an enthaltenen Paketen kann man fast alles ausführen. Alle Anwendungen, die man mit Conty startet, lesen und speichern ihre Konfigurationen im HOME-Verzeichnis. Da es sich nur um einen Container handelt, gibt es praktisch keinen Performance-Overhead, sodass alle Anwendungen mit voller Geschwindigkeit laufen. Conty unterstützt Xorg, Wayland und XWayland.

Um den Linux-Container zu verwenden, lädt man diese Datei herunter, macht sie ausführbar und startet sie in einem Terminal mit der Anwendung als Parameter, die man laufen lassen möchte (siehe Titelbild). Viele weitere Informationen und Anwendungsbeispiele zu Conty findet ihr auf der Projektseite:

Quelle: https://github.com/Kron4ek/Conty


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5. Juni 2023

Um die Zukunft des Minix Betriebssystems ist es nicht gut bestellt.



Die Entwicklung von MINIX 3 scheint bereits seit einiger Zeit nicht mehr voranzuschreiten. Die letzte Änderung im MINIX 3 Git-Repository ist auf den 14. November 2018 datiert.

Eine mögliche Erklärung ist, dass Andrew S. Tanenbaum 2014 seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten hat und seine Tätigkeit an der VU Universität damit endete. Dort hat er lange Zeit zusammen mit einem Team von Doktoranden an MINIX 3 gearbeitet.

Es wurden bereits einige konstruktive Vorschläge angebracht, um die Situation zu verbessern, bisher konnte jedoch noch keine nachhaltige Lösung gefunden werden.

Im Gegensatz zu Linux handelt es sich bei Minix um ein Betriebssystem mit Mikrokernel-Architektur. Dabei übernimmt der Betriebssystemkern nur essenzielle Aufgaben wie die Speicher- und Prozessverwaltung sowie Grundfunktionen zur Synchronisation und Kommunikation. Weitere Prozesse und Gerätetreiber laufen als separate user-mode Prozesse.

Auf einem monolithischen System kann ein Fehler in einem Treiber leicht zum Absturz des gesamten Kernels führen. Dies ist bei Minix 3 weit weniger wahrscheinlich.

Möglicherweise hat diese Architektur auch Intel motiviert, Teile des Minix 3 Codes als Basis für die hauseigene Implementierung der Intel Management Engine zu nutzen.

Leider wurden die Änderungen und Weiterentwicklungen am Quellcode seitens Intel bis anhin nicht veröffentlicht, was anhand der BSD-Lizenz grundsätzlich möglich ist.

Der Entwickler und Blogger Thom Holwerda fordert nun, dass der Hardwarehersteller einen Beitrag zur Weiterführung des Betriebssystems leistet, um den Fortbestand des Betriebssystems zu sichern.

Falls er damit Erfolg hat, könnte dies neuen Schwung in die Entwicklung des Freien Betriebssystems bringen.

Quelle: https://www.osnews.com/story/136174/minix-is-dead/

Screenshot: https://blog.minix3.org/2007/01/10/equinox-desktop-available/ mit Equinox-Desktop-Environment


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