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2025 Woche 44

1. November 2025

Ein E-Mail-Umzug von einem Server auf einen anderen gehört zu den Aufgaben, die oft unterschätzt werden. Wer schon einmal versucht hat, ein E-Mail-Konto auf einen neuen Mailserver zu übertragen, kennt die typischen Probleme: unterschiedliche IMAP-Server, abweichende Login-Methoden, große Postfächer oder das Risiko, E-Mails doppelt oder gar nicht zu übertragen.

Für eine saubere und zuverlässige E-Mail-Migration gibt es jedoch ein bewährtes Open-Source-Tool: imapsync. Mit imapsync lassen sich komplette IMAP-Konten effizient und sicher von einem Server auf einen anderen synchronisieren – ohne Datenverlust und mit minimaler Ausfallzeit. Ob beim Providerwechsel, beim Umzug auf einen eigenen Mailserver oder beim Zusammenführen mehrerer Postfächer: imapsync bietet eine stabile und flexible Lösung für jede Art von Mailserver-Migration.

In diesem Artikel zeige ich Schritt für Schritt, wie imapsync funktioniert, welche Parameter in der Praxis wichtig sind und wie du deinen E-Mail-Umzug stressfrei und automatisiert durchführen kannst.

Die Open Source Software Imapsync vorgestellt

So einem Umzug von einem E-Mail-Server zu einem anderen mit einem Terminal-Programm zu machen, klingt etwas verrückt. In Wirklichkeit ist das aber eine große Stärke, da imapsync während der Übertragung bereits wertvolle Statusmeldungen ausgibt und man die Statistik im Blick behält.

Theoretisch lässt sich das Programm via Eingabe verschiedener Flags bedienen. Für mich hat sich aber bewährt, dass man es mit einem einfachen Skript ausführt. In aller Regel zieht man ja kein einzelnes Postfach um, sondern mehrere E-Mail-Konten. Motivation könnte zum Beispiel eine Änderung der Domain oder der Wechsel des Hosters sein. Aber selbst bei Einzelkonten empfehle ich die Benutzung des Skripts, weil sich hier die Zugangsdaten übersichtlich verwalten lassen.

Was imapsync jetzt macht, ist ziemlich straight-forward: Es meldet sich auf dem ersten Host („alter Server“) an, checkt erstmal die Ordnerstruktur, zählt die E-Mails und verschafft sich so einen Überblick. Hat man bereits die Zugangsdaten für den zweiten Host („neuer Server“), tut er das gleiche dort. Danach überträgt die Software die E-Mails von Host 1 auf Host 2. Bereits übertragene Mails werden dabei berücksichtigt. Man kann den Umzug also mehrfach starten, es werden nur die noch nicht übertragenen Mails berücksichtigt.

Die Webseite von imapsync ist auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, worauf der Entwickler auch stolz ist. Wenn man aber genauer hinsieht, merkt man die gute Dokumentation. Es werden auch Spezialfälle wie Office 365 von Microsoft oder Gmail behandelt.

Die Statistik von imapsync gibt bereits einen guten Überblick, wie gut der Umzug geklappt hat

Installation von imapsync

Die Software gibt es für Windows, Mac und Linux. Die Installation unter Ubuntu ist für geübte Benutzer recht einfach, auch wenn die Software nicht in den Paketquellen vorkommt. Github sei Dank.

sudo apt-get installlibauthen-ntlm-perl libclass-load-perllibcrypt-openssl-rsa-perl libcrypt-ssleay-perllibdata-uniqid-perl libdigest-hmac-perl libdist-checkconflicts-perl libencode-imaputf7-perl libfile-copy-recursive-perl libfile-tail-perl libio-compress-perl libio-socket-inet6-perl libio-socket-ssl-perl libio-tee-perllibjson-webtoken-perl libmail-imapclient-perl libmodule-scandeps-perl libnet-dbus-perllibnet-dns-perl libnet-ssleay-perllibpar-packer-perllibproc-processtable-perl libreadonly-perllibregexp-common-perl libsys-meminfo-perl libterm-readkey-perllibtest-fatal-perllibtest-mock-guard-perl libtest-mockobject-perl libtest-pod-perllibtest-requires-perl libtest-simple-perl libunicode-string-perlliburi-perl libtest-nowarnings-perl libtest-deep-perl libtest-warn-perl make time cpanminus
wget -N https://raw.githubusercontent.com/imapsync/imapsync/master/imapsync
chmod +x imapsync
sudo cp imapsync /usr/bin/

Die Installation ist nun fertig und systemweit verfügbar.

E-Mail-Postfach von einem Server zum anderen umziehen

Für den Umzug von einem Server zum anderen braucht man – wenig überraschend – jeweils die Zugangsdaten. Diese beinhalten IMAP-Server, Benutzername und Passwort. Das wars. Es empfiehlt sich, mit einem echten Host 1 zu starten, als Host 2 aber erstmal einen Testaccount zu verwenden.

Ich orientiere mich an den Empfehlungen des Programmierers und erstelle zunächst eine Datei mit den jeweiligen Zugangsdaten. Genau wie im Beispielskript verwende ich eine siebte, unnötige Spalte. Sie endet die Zeilen ordentlich ab, ohne dass man ein Problem mit den Zeilenumbruch zu erwarten hat.

Wir nennen die Datei file.txt. Jeweils die Einträge 1 bis 3 sind die Quelle, Spalten 4 bis 6 sind das Ziel.

host001_1;user001_1;password001_1;host002_1;user002_1;password002_1;;
host001_2;user001_2;password001_2;host002_2;user002_2;password002_2;;

Das Skript nennen wir mailumzug.sh und es enthält folgenden Inhalt.

echo Looping on accounts credentials found in file.txt
echo
line_counter=0
# Empty the error listing
> file_failures.txt
{ while IFS=';' read h1 u1 p1 h2 u2 p2 extra fake
    do 
        line_counter=`expr 1 + $line_counter` 
        { echo "$h1" | tr -d '\r' | egrep '^#|^ *$' ; } > /dev/null && continue # this skip commented lines in file.txt
        echo "==== Starting imapsync with --host1 $h1 --user1 $u1 --host2 $h2 --user2 $u2 $extra $@ ===="
        echo Got those values from file.txt presented inside brackets: [$h1] [$u1] [$h2] [$u2] [$extra] [$fake]
        if eval imapsync --host1 "$h1" --user1 "$u1" --password1 "$p1" \
                    --host2 "$h2" --user2 "$u2" --password2 "$p2" $extra "$@" 
        then
                echo "success sync for line $line_counter "
        else
                echo "$h1;$u1;$p1;$h2;$u2;$p2;$extra;" | tee -a file_failures.txt
        fi
        echo "==== Ended imapsync with --host1 $h1 --user1 $u1 --host2 $h2 --user2 $u2 $extra $@ ===="
        echo
    done
} < file.txt

Das Skript wird aufgerufen via

sh mailumzug.sh

Es wird während der Überführung ein ausführliches Log geführt, das man im Nachgang auch als Text-Datei erhält. Viel Spaß!

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31. Oktober 2025

Die Webseite des Ubuntu-Derivats Xubuntu wurde kürzlich manipuliert und lieferte Malware aus. Wer also in den vergangen drei Wochen etwas von der Webseite heruntergeladen hat, sollte nochmal nachschauen, was er sich denn konkret heruntergeladen hat. Nach jetziger Erkenntnis wurde wohl eine Windows-Malware (.exe) verbreitet, konkret ein sog. Crypto-Clipper, der nach dem Einnisten die Zwischenablage manipuliert, damit Kriminelle sich in Kryptowährungstranskationen als Empfänger eintragen.

Die Malware wurde zwar somit über die offiziellen Wege verteilt, aber ließ sich für den geübten Nutzer noch unterscheiden. Schlimmer wäre es gewesen, wenn eine manipulierte ISO-Datei verteilt worden wäre.

Aber was schützt uns überhaupt davor? Diese Frage ist tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten, wenn wir davon ausgehen müssen, dass Angreifer Zugang zur Homepage der Distribution erhalten.

Denn effektiv fällt die Checksum bzw. der Hash, sei sie MD5, SHA1, SHA256, SHA512, als Kriterium raus. Sie wird immerhin über den gleichen Weg übermittelt wie der Download selber und kann somit mitmanipuliert werden. Checksums eignen sich allenfalls zur Überprüfung, ob der Download vollständig ist. Damit erfüllen wir das Sicherheitsziel Integrität, aber nicht Authentizität.

Die richtige Antwort lautet natürlich Signatur, meist in Form einer GPG-Signatur, und birgt gleichzeitig eine neue Frage in sich: woher weiß ich denn, welchen Schlüssel bzw. Key das „echte“ Xubuntu-Team hat? Und damit drehen wir uns eigentlich wieder im Kreis, weil die Antwort in der Mehrzahl der Fälle wiederum auf eine Webseite hinausläuft, von der man sich den Key heruntergeladen hat.

An sich ist das aber ein altes Problem, für das es verschiedene dezentrale (Teil-)Lösungsvarianten gibt:

  • TOFU, also Trust-on-first-Usage, importiert einfach den erstbesten verfügbaren Schlüssel, weil hier davon ausgegangen wird, dass eine Manipulation später erst auftritt, wenn man den Schlüssel schon importiert hat
  • WoT, also Web of Trust, geht von transitiven Vertrauensankern aus, dass "wenn ich A vertraue und A B vertraut, ich auch B vertraue"

Jedes der Modelle hat Vor- und Nachteile und steht einer zentralisierten Struktur gegenüber: wir vertrauen einer CA und die sorgt schon davor, die Spreu vom Weizen zu trennen. Da landen wir bei EV-Zertifikaten oder Secure Boot.

Gibt es auf die Problematik eine allgemeine, zufriedenstellende Antwort? Wahrscheinlich nicht, wir mittelfristig keiner Distributionsseite mehr vertrauen können.

Im Falle von Ubuntu haben wir vereinfachende Bedingungen: Während die Webseite in Eigenregie durch das Xubuntu-Team läuft, wird für die ISOs die Infrastruktur von Ubuntu mitgenutzt, siehe releases.ubuntu.com oder cdimage.ubuntu.com. Darüber hinaus gibt es bei Ubuntu weitere Vertrauensanker, so hält z. B. Ubuntuusers auch eine Linksammlung vor.

Es zeigt aber, wie tiefgreifend Supply-Chain-Attacks ansetzen können. Das Beispiel warnt ähnlich wie bei der xz-Lücke, dass theoretische Angriffsszenarien mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit Realität werden. Und es wird auch hier wieder das schwächste Glied in der Kette angegriffen - nicht die (auch personell) gut bestückte Ubuntu-Infrastruktur selber mit der ISO-Datei, sondern die Webseite der Schwerdistribution, die dem Copyright zufolge ihre letzte große Überarbeitung in 2012 erfahren hat.

30. Oktober 2025

Vor circa 3 Wochen habe ich einen Artikel über meinen Umstieg vom Onlinebanking-Programm Moneyplex auf Banking4 veröffentlicht. Kurz darauf habe ich mir eine Lizenz für Banking4 gekauft. Und als ich heute die Kontobewegungen abrufen wollte, hat Banking4 den Kartenleser für die Signaturkarte nicht mehr erkannt. Ganz toll…

Schuld daran ist aber nicht Banking4, sondern ein Update von pcsclite ist die Ursache des Problems. Ab Version 2.4.0 wird pcscd nicht mehr als root ausgeführt, sondern mit dem Benutzer pcscd. An sich eine gute Sache, da es die Sicherheit erhöht, aber scheinbar auch Probleme machen kann.

Der Kartenleser ist in meinem Fall über /dev/bus/usb/001/006 ansprechbar. Der Befehl ls -l /dev/bus/usb/001/006 zeigt an, dass der Benutzer als auch die Gruppe root ist.

ls -l /dev/bus/usb/001/006
crw-rw-r-- 1 root root 189, 5 30. Okt 19:35 /dev/bus/usb/001/006

Und genau das ist, aus genannten Gründen, das Problem.

Ich habe dann herausgefunden, dass in Version 1.70 des Pakets ccid udev-Regeln vorhanden sind, die den richtigen Benutzer bzw. die richtige Gruppe zuteilen sollen. Das Paket war bereits installiert, aber es hat trotzdem nicht funktioniert.

Ich habe mir daher unter /etc/udev/rules/ die Datei 50-localusb.rules mit folgendem Inhalt erstellt.

SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idVendor}=="XXX", ATTRS{idProduct}=="YYY", GROUP="pcscd", MODE="0666"

Anstelle der XXX muss man die Vendor-ID und anstelle der YYY die Produkt-ID des Kartenlesers eintragen. Diese kann man mit dem Befehl lsusb herausfinden. Bei der Ausgabe des betreffenden Geräts wird nach “ID” die erste Zeichenfolge die Vendor-ID und nach dem Doppelpunkt wird die Produkt-ID angezeigt.

Und siehe da, nach einem Neustart hat Banking4 wieder den Kartenleser erkannt und ich konnte die Kontobewegungen abrufen.

28. Oktober 2025

Mozilla hat Firefox 144.0.2 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion. Auch eine Sicherheitslücke wurde behoben.

Download Mozilla Firefox 144.0.2

Mozilla hat Firefox 144.0.2 für Windows, macOS und Linux veröffentlicht. Firefox 144.0.1 wurde für diese Plattformen übersprungen, da diese Versionsnummer einem Android-Update vorbehalten war.

Mit dem Update auf Firefox 144.0.2 behebt Mozilla eine Sicherheitslücke.

Mehrere Verbesserungen wurden vorgenommen, um die Kompatibilität mit Apple macOS zu verbessern, darunter ein Problem, bei dem die Emoji-Auswahl-Tastenkombination sowie der Menüeintrag nach dem Wechsel zwischen Apps nicht mehr funktionierten. Auch das Ziehen von Bildern in Anwendungen von Drittanbietern wie „Vorschau“ konnte fehlschlagen. Nach dem Update auf macOS 26 konnte es außerdem zum einem Aufhängen des Browsers kommen, wenn Lesezeichenordner Schleifen oder wiederholte Verweise auf sich selbst enthielten, und ein Performance-Problem bei der Video-Wiedergabe unter hoher Systemlast nach dem neuesten macOS-Update wurde behoben.

Ein möglicher Absturz bei Systemstart unter Window, der unter anderem durch die Sicherheits-Software von Avast ausgelöst worden ist, wurde behoben.

Die Liste der verfügbaren Sprachen in den Einstellungen konnte mehr Sprachen enthalten, als heruntergeladen wurden oder derzeit unterstützt werden.

Die Tastatur-Bedienung der Suchmaschinen in der Adressleiste wurde verbessert.

Ein Problem wurde behoben, von dem Microsoft OneDrive betroffen war und bei dem kuratierte Fotosammlungen auf der Seite „Für Sie“ nicht geladen werden konnten.

Das Öffnen neuer Fenster hat unter bestimmten Umständen nicht mehr korrekt funktioniert.

Für manche Nutzer mit aktivierter Telemetrie wurden die Telemetrie-Daten nicht mehr übertragen.

Der Einstellungs-Button für die Seitenleiste war nicht mehr an den unteren Fensterrand fixiert.

Dazu kommen noch Korrekturen für mehrere weitere potenzielle Absturzursachen.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 144.0.2 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.