staging.inyokaproject.org

14. Juni 2023

Bei Firefox Translations handelt es sich um eine Übersetzungsfunktion für Websites, welche im Gegensatz zu Übersetzern wie Google Translate lokal arbeitet, die eingegebenen Texte also nicht an einen fremden Server sendet. Mozilla arbeitet an einer nativen Integration für Firefox. Diese hat nun Firefox Beta 115 erreicht.

Was ist Firefox Translations?

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Bergamot-Projekts hatte Mozilla gemeinsam mit der University of Edinburgh (Schottland), der University of Tartu (Estland), der University of Sheffield (England) sowie der Charles University (Tschechien) zusammengearbeitet, um eine vollständig clientseitige Funktion zur maschinellen Übersetzung von Websites für den Browser zu entwickeln. Das bedeutet, dass die Übersetzung vollständig im Browser geschieht und keine zu übersetzenden Inhalte an einen Datenriesen wie Google oder Microsoft übermittelt werden müssen. Firefox Translations steht aktuell als Browser-Erweiterung für Firefox zur Verfügung.

Download Firefox Translations

Native Integration in Firefox kann getestet werden

In Zukunft wird die Übersetzungs-Funktion ein natives Firefox-Feature sein, für welches der Anwender nicht erst eine Erweiterung installieren muss. Vor zwei Monaten hatte ich darüber berichtet, dass die lokale Übersetzungsfunktion in einer Nightly-Version von Firefox getestet werden kann, indem über about:config eine versteckte Option aktiviert wird.

Seitdem hat Mozilla größere Fortschritte bei der Implementierung gemacht. Mittlerweile ist die lokale Übersetzungsfunktion standardmäßig aktiviert und dies nicht nur in Nightly-Versionen, sondern auch in Firefox Beta 115. Die standardmäßige Aktivierung in Firefox Beta betrifft allerdings nur die erste Hälfte des Beta-Zyklus, gleiches wird für Firefox 116 gelten. Die Auslieferung in einer finalen Firefox-Version ist derzeit für Firefox 117 geplant. Firefox 117 wird nach aktueller Planung am 29. August 2023 erscheinen.

Neuerungen der letzten zwei Monate

Im Vergleich zu vor zwei Monaten hat sich nicht nur die Optik des Übersetzungs-Panels verändert. Das Übersetzungs-Panel beinhaltet jetzt auch die Optionen, um eine bestimmte Sprache immer zu übersetzen, eine bestimmte Sprache nie zu übersetzen sowie eine bestimmte Website nie zu übersetzen.

Firefox Translations in Firefox Beta 115

In den Firefox-Einstellungen wurde ein entsprechender Abschnitt ergänzt, über welchen die darüber getroffenen Ausnahmen verwaltet werden können.

Firefox Translations in Firefox Beta 115

Während des Übersetzungsvorgangs ist das Symbol in der Adressleiste animiert, um den Fortschritt anzuzeigen. Nach der Übersetzung wird nun die Sprache der Übersetzung angezeigt. Außerdem lässt sich nach der Übersetzung über das Übersetzungs-Panel jetzt nicht mehr nur wieder die originale Seite neu laden, es kann nun auch direkt die Sprache für eine weitere Übersetzung geändert werden.

Firefox Translations in Firefox Beta 115

Neben dem Übersetzuns-Symbol in der Adressleiste wurde auch ein Eintrag im Hauptmenü von Firefox ergänzt.

Firefox Translations in Firefox Beta 115

Zwar arbeitet die Übersetzungsfunktion selbst vollständig lokal, allerdings müssen entsprechende Sprachmodelle zunächst von einem Mozilla-Server heruntergeladen werden, damit Firefox Texte in andere Sprachen übersetzen kann. Eine Auslieferung aller Sprachmodelle direkt mit Firefox würde nicht besonders gut skalieren, insbesondere wenn in Zukunft noch viel mehr Sprachen unterstützt werden sollen.

Damit die Übersetzungsfunktion aber auch in Situationen genutzt werden kann, in denen kein oder nur schwacher Internetzugang besteht, lassen sich noch nicht vorhandene Sprachmodelle über die Firefox-Einstellungen jetzt bereits vorab herunterladen.

Firefox Translations in Firefox Beta 115

Dazu kommen Verbesserungen bei der Erkennung der Original-Sprache, Performance-Verbesserungen sowie weitere Optimierungen unter der Haube.

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13. Juni 2023

Mozilla hat Version 2.15 seiner VPN-Clients für das Mozilla VPN veröffentlicht. Dieser Artikel beschreibt die Neuerungen vom Mozilla VPN 2.15.

Mit dem Mozilla VPN bietet Mozilla in Zusammenarbeit mit Mullvad sein eigenes Virtual Private Network an und verspricht neben einer sehr einfachen Bedienung eine durch das moderne und schlanke WireGuard-Protokoll schnelle Performance, Sicherheit sowie Privatsphäre: Weder werden Nutzungsdaten geloggt noch mit einer externen Analysefirma zusammengearbeitet, um Nutzungsprofile zu erstellen.

Jetzt Mozilla VPN nutzen

Die Neuerungen vom Mozilla VPN 2.15

Auf dem Bildschirm zur Auswahl eines Servers zeigt das Mozilla VPN jetzt, basierend auf Kriterien wie der Entfernung zum Server-Standort sowie der aktuellen Latenz, einen Indikator für die erwartete Leistung an. Auf dieser Grundlage werden außerdem jetzt fünf Server-Standorte empfohlen.

Mozilla VPN 2.15

Der Bildschirm für die „App-Ausnahmen“ wurde verbessert, um die Auswahl zu erleichtern, welche Apps vom VPN-Schutz ausgeschlossen werden sollen. Außerdem zeigt das Mozilla VPN jetzt eine Woche vor Ablauf des Abonnements einen entsprechenden Hinweis an.

Dazu kommen wie immer diverse Fehlerbehebungen und Verbesserungen unter der Haube.

Tipp: Mozilla VPN aktuell mit 20 Prozent Rabatt

Ein Tipp für alle Interessierten: Mit dem Rabatt-Code VPN20 bekommt man das Mozilla VPN derzeit mit 20 Prozent Rabatt für das erste Jahr.

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Ich setze meine Folien für die Lehre mittels quarto. Als Ausgabeformat nehme ich revealjs. Das heisst, dass eine HTML-Datei erzeugt wird, die ich dann in der Lehre per Browser im Vollbildmodus abspiele.

Jetzt haben sich Studierende mit dem Problem gemeldet, dass ihr Smartphone oder Tablet nicht in der Lage sei, die bereitgestellten HTML-Dateien (also meinen Foliensatz) zu öffnen. Das hat mich kurz verwirrt, denn wenn Smartphones oder Tablets was können sollen, dann doch wohl Webseiten anzuzeigen…

Es stellt sich heraus, dass sie (teilweise) Recht haben.

Android

An meinem Android-Handy verwende ich den Firefox-Browser. Und siehe da, wenn ich auf eine lokale HTML-Datei klicke, dann habe ich nicht die Möglichkeit, die Datei mit Firefox zu öffnen. Die App Firefox wird mir (obwohl sie installiert ist) erst gar nicht als Option unter “öffnen mit” vorgeschlagen. Auch habe ich aus Firefox heraus nicht die Möglichkeit, eine lokale HTML-Datei zu öffnen. Eine Funktion “öffnen” gibt es scheinbar nicht, und wenn ich die Datei über die Firefox-Downloads-Liste anklicke, wird mir (obwohl ich den Klick in Firefox vornehme) abermals im aufpoppenden “öffnen mit”-Dialog Firefox nicht als mögliche App angezeigt.

Um das Problem zu umgehen musste ich den Chrome-Browser installieren. Ist dies geschehen, wird mir beim Klick auf eine heruntergeladene HTML-Datei die App “Chrome” unter der Option “öffnen mit” angezeigt. Wenn ich nun auf “Chrome” klicke, wird die HTML-Datei geöffnet, und meine Folien werden korrekt dargestellt.

iPhone / iPad

Ich selbst habe zwar kein iPad oder iPhone, aber mein Kollege Julian hat herausgefunden, dass es an Applegeräten “umgekehrt” ist. Hier wird der Firefox-Browser benötigt. Mittels Firefox kann man dann auf einen HTML-Link klicken (z.B. einen Link auf meine Folien), und dabei so lange gedrückt halten, bis ein Kontextmenü erscheint. Hier kann man “Datei herunterladen” wählen und die HTML-Datei lokal auf dem Gerät speichern. Über die Firefox-Downloads-Übersicht lassen sich dann auch die Dateien öffnen, und meine Folien werden wieder korrekt dargestellt.

tl;dr;

  • unter Android geht es (anscheinend) nur mittels Chrome-Browser
  • unter iOS geht es (anscheinend) nur mittels Firefox-Browser über die Firefox-Downloads-Liste

Weblinks




12. Juni 2023

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.12 ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.12

Mit dem Update auf Thunderbird 102.12 hat die MZLA Technologies Corporation ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Das Update bringt diverse Fehlerbehebungen und Verbesserungen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Auch wurden diverse Sicherheitslücken geschlossen.

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Im Herbst-Release wird Ubuntu die Erweiterung Tiling-Assistant standardmässig bereitstellen.

Die Tiling-Fähigkeiten eines GNOME-basierten Desktops beschränken sich darauf, zwei Fenster nebeneinander darzustellen, wenn man diese an den rechten bzw. linken Rand zieht. Mit einem Zug auf den oberen Rand wird ein Fenster maximiert. Zieht man es herunter, kehrt es auf die Normalgrösse zurück. Falls die Anwendungen es unterstützen, ich auch eine synchrone Änderung von zwei Fenstern möglich. Dazu zieht man an der Mittellinie zwischen zwei rechts und links gekachelten Fenster; sie verschieben sich dann gleichzeitig.

Im Herbst wird Ubuntu 23.10 die Erweiterung Tiling Assistant als Standard-Erweiterung in den Release aufnehmen. Diese Extension erweitert die Tiling-Fähigkeiten enorm. Wer es genau wissen möchte, kann das in diesem und diesem Beitrag nachlesen. Zu den Funktionen gehören:

  • Anordnung der Fenster über den Numerischen-Tastenblock
  • Indikation des aktiven Fensters, z. B. durch einen Rahmen
  • Vorschlag, mit welcher Anwendung der "Platz daneben" ausgefüllt werden soll
  • Unterstützung von Kachel-Gruppen
  • Einstellung der Lücken zwischen den gekachelten Fenstern
  • Dynamisches Tiling-Verhalten, bei dem die Kachelung vom aktuellen Zustand der Kacheln abhängt
  • Einstellung der Tastenbindungen

Solche Funktionen sind mit einem Text nur schwer zu beschreiben. Das probiert man am besten selbst aus.

Mir gefällt es, dass Ubuntu im Herbst diese Erweiterung standardmässig installieren wird. Vermutlich hat eine Mehrzahl der GNOME-Desktop Anwender:innen diese Erweiterung schon längst installiert.

Quelle: https://github.com/Leleat/Tiling-Assistant


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11. Juni 2023

Literaturverwaltungsprogramme gibt es viele. Freie BibTex Frontends, Papers, Endnote und viele mehr. In Deutschland ist der Markt allerdings stark zwischen Citavi und Zotero aufgeteilt. Die meisten Nutzer verwenden eines der beiden Programme. In Baden-Württemberg ist nun (nicht ganz freiwillig) eine wegweisende Entscheidung gefallen.

Citavi ist die eierlegende Wollmilchsau und war von Anfang an der Grund, warum ich mich viel mit Wine und virtuellen Maschinen beschäftigt habe. Ohne Citavi konnte und wollte ich nicht. 2021 wurde die Schweizer Entwicklungsfirma hinter Citavi aufgekauft. Literaturverwaltung ist längst nicht mehr die persönliche Angelegenheit des einzelnen Wissenschaftlers, sondern Teil des Forschungszyklus, dessen Werkzeuge Datenhändler, internationale (Bibliotheks-)Dienstleister und Verlage (die Grenzen sind fließend) unter ihre Kontrolle bringen wollen.

Ich bin dann auf Zotero umgestiegen. Das war kein Zuckerschlecken und bis heute muss ich im Literaturverzeichnis Daten bereinigen, weil der Export und Import eben nicht reibungslos funktioniert. Dieser Schritt steht vielen Studierenden und Hochschulangehörigen in Südwestdeutschland bevor.

Citavi verdankt seine Popularität in Deutschland vor allem den Campuslizenzen. Für Hochschulangehörige in Deutschland war die Nutzung fast immer kostenlos, bezahlt haben die Hochschulen oder Bibliotheken. Das war schon lange grenzwertig, da Citavi als Programm nur unter Windows lief und Nutzende von macOS und Linux außen vor blieben. Gerade an deutschen Universitäten ist die Mac-Dichte nicht zu unterschätzen. Citavi hat daher vor einiger Zeit Citavi Web auf den Markt gebracht, das als WebApp läuft und langfristig das native C#-Programm ablösen soll.

Die Vertragsverhandlungen über eine Landeslizenz für Baden-Württemberg für dieses Citavi Web sind krachend gescheitert (eine relativ ehrliche Aussage beim KIM Konstanz). Grund waren wohl die exorbitanten Preisvorstellungen der neuen Firma hinter Citavi. Seit dem 30.4.2023 haben Hochschulangehörige in Baden-Württemberg keinen Zugang mehr zu Citavi Web (es sei denn, sie zahlen selbst).

Die Lizenz für die Desktop-Version läuft noch bis Ende März 2024, die Bibliotheken bereiten sich bereits auf das Ende vor. Einführungskurse für Zotero werden inzwischen von den meisten Einrichtungen angeboten. Einige (leider nicht alle) Bibliotheken haben die Kurse für Citavi aus dem Programm genommen. Neueinsteiger werden so bereits behutsam in eine zukunftssichere Richtung geführt. Die Migrationshilfe für tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dürfte ein nicht zu unterschätzender Kraftakt werden.

Wenn nun andere Bundesländer dem Beispiel folgen, ist das eine wichtige Stärkung von Open-Source-Software im Wissenschaftskreislauf, und bei Citavi dürften sie bald das Licht ausmachen können. Ohne die Masse der deutschen Hochschulangehörigen wird es nicht mehr viele Nutzerinnen und Nutzer geben.

Der Weg von SUSE ist vorgezeichnet. Er führt zu einem unveränderlichen System. Die Community-Variante Leap kann ohne die SUSE Linux Enterprise-Basis nicht funktionieren. Sie muss mitgehen oder verschwinden. Im Moment sieht es nach letzterem aus.

OpenSUSE Leap kann nicht ohne SUSE Linux Enterprise existieren. Die komplette Basis stammt von dort, denn die Community steuert „nur“ die Desktopumgebungen und Endanwenderprogramme bei. Sie erweitert damit den Kern einer traditionell schmalen Enterprise-Distribution um all jene Komponenten, die Linux-Anwender in der Breite erwarten.

Leap hat traditionell einen Mangel an Entwicklern. Das hat man dem Produkt immer angemerkt. Viel Arbeit – auch im Bereich der Community – kommt von SUSE-Mitarbeitern. Die meisten aktiven Community-Mitglieder arbeiten mit und entwickeln für Tumbleweed. Das ist der Zweig, der ohne eine formale Anbindung an SUSE Linux Enterprise auskommt. Dies steht in einem gewissen Missverhältnis zu den Nutzungszahlen.

Am 2. Mai hat Richard Brown sich auf der Mailingliste erneut an die Community gewandt. Tenor: Wenn niemand bereit ist, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, wird openSUSE Leap mit dem Ende des klassischen Linux-Enterprise eingestellt. Das bedeutet, dass die für kommendes Jahr angekündigte Version 15.6 nochmal eine Gnadenfrist bedeutet, aber es könnte auch die letzte Version werden.

SUSE ALP Basis wird nicht alles enthalten, was die Community von einer Leap-Version erwartet. Sie wird sich sehr stark auf die Server-Implementierung konzentrieren. Wenn openSUSE Leap 16 ein Erfolg für die Community werden soll, muss insbesondere das Desktop-Ökosystem von der Community beigesteuert werden.

Man kann die Mail von Richard Brown durchaus so lesen, dass SUSE mit ALP auch den SUSE Linux Enterprise Desktop beerdigt, denn sonst würde Leap zumindest GNOME enthalten. Das passt zu der Ankündigung von Red Hat, seine Prioritäten im Desktopsegment zu überdenken. Der Linux-Desktop scheint in schwieriges Fahrwasser zu geraten.

Manche glauben, dass der Rückzug von Corporate Linux ein Segen wäre, weil die Community dann schon alles so regeln würde, wie es für die Anwender gut ist. In solchen Debatten tauchen dann immer wieder die antikapitalistischen Strömungen in der Open-Source-Community auf. Ich halte das für Wunschdenken. Linux wäre nie da, wo es heute ist, ohne die Beteiligung von Unternehmen. Alle Leuchtturmprojekte wurden von Firmen entwickelt oder sind mit massiver Firmenbeteiligung entstanden. Wer Open Source ohne nennenswerte Firmenbeteiligung und mit viel Stabilität sucht, sollte sich vielleicht einfach mal BSD anschauen.

Ein Rückzug der Firmen aus der Desktop-Entwicklung wäre ein Meilenstein und nicht zum Guten. Mal sehen, wohin die Reise geht. Sowohl beim Linux-Desktop als auch bei openSUSE Leap.

Vor wenigen Tagen hat openSUSE die aktuelle Ausgabe 15.5 seiner LTS-Variante Leap veröffentlich. Bei der Gelegenheit gab es auch einige Informationen über die Zukunft. Für den Anwender bedeutet das vor allem Planungssicherheit.

Ich bin inzwischen total auf dem Immutable-Zug. Die nächste spannende SUSE-Veröffentlichung ist für mich ALP. Wer das Konzept testen möchte, sollte sich MicroOS bzw. nun benannt als openSUSE Aeon (GNOME) und openSUSE Kalpa (KDE Plasma) anschauen. OpenSUSE entwickelt das nicht alleine, sondern folgt der Entwicklungsrichtung von der Mutterfirma SUSE Linux.

Die meisten Anwender setzen aber noch auf klassische Systeme und wenn man den openSUSE-eigenen Statistiken trauen darf, dann bedeutet das bei openSUSE tatsächlich auch immer noch eher Leap als Tumbleweed. Ich finde solche Statistiken immer total hilfreich, weil viele in der Linux-Community gerne mit gefühlten Wahrheiten argumentieren, die in einer stark diversifizierten Community vor allem aus engen Blasen stammen.

Leap 15.5 ist – wie erwartet – ein total langweiliges Release. Nachdem mit openSUSE Leap 15.4 noch ein paar Versionsstände angefasst wurden, war aber klar, dass 15.5 wieder ein Wartungsupdate wird. OpenSUSE hatte dazu vor längerer Zeit mal das Tik-tok-Prinzip veröffentlicht. Zusammengefasst: KDE-Benutzer bekommen mit Plasma 5.27 einen aktuelleren Desktop. Das war es dann auch schon.

SUSE bzw. openSUSE hat aber in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie an ihre Anwender denkt und lange Übergangsfristen einräumt. So wurde für 2024 die Version 15.6 angekündigt. Damit haben Anwender mit bestehenden Installationen genügend Zeit, sich auf den Umstieg auf (open)SUSE ALP vorzubereiten und SUSE wiederum gewinnt Zeit und muss nicht – wie ursprünglich geplant – im Herbst eine halbwegs stabile Version veröffentlichen. Denn momentan sieht es nicht gut für das Projekt aus.

10. Juni 2023

Zwei Jahre nach dem letzten Release erscheint wieder eine neue Version des Linux-Urgesteins. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Wochenendartikel gibt es auf GNU/Linux.ch bekanntermaßen selten, doch bei wichtigen Ereignissen machen wir hin und wieder eine Ausnahme. Ein neues Release vom Debian-Projekt zählt auf jeden Fall immer dazu. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Debian 12 mit dem Codenamen "Bookworm", welches heute frisch das Licht der Welt erblickt hat!

Knapp 22 Monate nach Debian 11 "Bullseye" (wir berichteten) wurde heute das neue Release des Debian-Projekts veröffentlicht. Wie immer ist ein Debian-Release in großem Maße mit einer Aktualisierung der immensen Paketbasis verbunden - so auch dieses Mal. Laut dem offiziellen Changelog wurden 67 % aller Pakete aktualisiert, ganze 11'089 neue Pakete kamen dazu. Trotz Entfernung einer signifikanten Zahl veralteter und nicht mehr unterstützter Programme und Bibliotheken enthält Bookworm über 64'419 Pakete und damit ganze 4'868 mehr als Bullseye.

Ein Überblick über die wichtigsten dieser Updates:

  • LibreOffice 7.4 (stand heute die vorletzte, vom Herausgeber empfohlene Version)
  • GIMP 2.10.34 (neuste Version)
  • Inkscape 1.2.2 (neuste Version)
  • NGINX 1.22 (vorletzte stabile Version)
  • PostgreSQL 15 (neuste Version)
  • MariaDB 10.11 (vorletzte stabile Version)
  • yt-dlp 2023.03 (ersetzt youtube-dl)

Beliebte Programmiersprachen sind in ihrer (meist) aktuellsten Version verfügbar, so z. B. Python 3.11, PHP 8.2, OpenJDK 17, Rust 1.63 und Go 1.19, was sicherlich den ein oder anderen Entwickler erfreuen wird.

Auch die verfügbaren Desktop-Umgebungen wurden aktualisiert. Folgende stehen zur Verfügung:

  • GNOME 43
  • KDE Plasma 5.27
  • LXDE 11
  • LXQt 1.2.0
  • MATE 1.26
  • Xfce 4.18
  • Cinnamon 5.6.8

Von vielen ist damit die aktuellste Version verfügbar - ungewohnt und erfreulich für ein Debian-Release!

Der Linux-Kernel ist wie üblich in seiner aktuellsten LTS-Version 6.1 vertreten.

Eine wichtige Änderung, zu der sich das Debian-Projekt im letzten Jahr entschieden hat, ist die standardmäßige Bereitstellung unfreier Firmware-Blobs in den Installations-Abbildern. Obwohl dieser Schritt in Bezug auf die Philosophie des Debian-Projekts als ein Schritt weg von der Software-Freiheit oft kritisch gesehen wird, senkt er die Einstiegshürde für unerfahrene Endanwender.

Um dies umzusetzen, wurde ein neuer Bereich non-free-firmware in den Paketquellen eingerichtet, welcher nun die nicht-freie Firmware enthält. Andere nicht-freie Pakete verbleiben im Bereich non-free.

Das Artwork für Debian 12 nennt sich "Emerald" und stammt, wie schon bei der letzten Version, von der französischen Designerin Juliette Taka, welche nach 8 "Jessie", 9 "Stretch" und 11 "Bullseye" inzwischen schon ihr viertes Debian-Release mit ihrer Kunst ansprechend macht.

Insgesamt lässt die neue Veröffentlichung aus dem Hause Debian Raum sowohl für Jubel als auch für Kritik.

Während die aktualisierte Software in Verbindung mit Debians üblicher Stabilität und Verlässlichkeit den Debian-Fanboy in mir mal wieder zum Vorschein bringt, sehe ich den Umgang mit unfreier Firmware auch nicht unkritisch.

Dennoch bleibt die Distribution auch in dieser neuen Ausführung für mich ein Muss, überall dort, wo ein reibungsloser Betrieb sichergestellt werden muss.

Das neue Debian 12 steht auf der Homepage des Projekts demnächst wie üblich als Live-Image, DVD und Netinstall-CD zur Verfügung. Des Weiteren sind Abbilder für den Betrieb in der Cloud sowie als Docker-Image zur Verfügung.

Allen aktuellen Debian-Nutzern, Begeisterten und Unentschlossenen empfehle ich sich das deutschsprachige Changelog durchzulesen. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Release könnt ihr in unserem Installationsbericht zur ersten RC-Version nachlesen.

Was sind eure Gedanken zu dieser Veröffentlichung? Wie beurteilt ihr die Richtung, in die sich das Projekt bewegt? Nutzt ihr Debian, oder werdet ihr der Distribution nach diesem Release noch eine Chance geben? Diskutiert mit uns!

Das GNU/Linux.ch Team wünscht allen Leserinnen und Lesern noch ein schönes Wochenende, und viel Spaß mit dem neuen Debian!

Quellen:

P. S: Das nächste Release wird "Trixie" heißen :)


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Wie einige meiner Leser schon wissen, produziere ich einen Podcast und berichte, wenn es thematisch passt, von einigen Episoden auf diesem Blog. In dieser Woche erschien Episode 23, in der es um Open-Source-Software und Open-Source-KI ging.

Auslöser war die Diskussion rund um die Ankündigung von Red Hat, zukünftig nicht mehr LibreOffice direkt zu paketieren. Diesbezüglich empfehlenswert ist der teils kontroverse Kommentar von Gerrit in seinem Blog.

Kontrovers bleibt das Thema Open Source auch weiterhin. Sollte man Open Source allen proprietären Produkten vorziehen, auch wenn die Software schlechter ist? Wie sehr hat man überhaupt noch die Kontrolle über sein eigenes System?

Auf der anderen Seite entwickelt sich Open-Source-KI deutlich positiver und es stehen immer mehr freie Modelle zur Verfügung, die es mit den Platzhirschen aufnehmen können. Insbesondere für die Wissenschaft bietet das eine wichtige Grundlage, weil offene Daten mehr Innovation ermöglichen, wenn Wissenschaftler Freiheiten haben, Dinge auszuprobieren.

All diese Themen und Fragen diskutieren wir in der knapp 90-minütigen Episode. Viel Spaß beim Hören!

Bei Linux war bisher alles eins. Vom Kernel über die Firmware bis zum Tetrisspiel wurde alles über die Paketverwaltung installiert, aktualisiert und bei Bedarf wieder entfernt. Deshalb sprach man auch nicht gerne vom Betriebssystem Linux, sondern von der Distribution. Mit den neuen unveränderlichen Systemen stehen nun spannende Diskussionen an.

Natürlich hat es schon früher Versuche gegeben, zu definieren, was zur Grundausstattung gehört. Die verschiedenen Distributionen haben hier unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Manche haben sich eher schlank präsentiert, andere haben nach einer Standardinstallation die eierlegende Wollmilchsau ausgeliefert.

Für die Anwender war das im Zweifelsfall nicht so wichtig. Sie konnten alles nach Belieben nachinstallieren oder entfernen (und im Zweifelsfall sogar ihr System demolieren). Linux war und ist eben im Zweifelsfall mehr ein Baukasten als ein konsistentes Betriebssystem, vergleichbar mit Windows oder macOS.

Dies ändert sich nun mit den neuen unveränderbaren Distributionen. Hier definiert der Distributor ein unveränderbares Basissystem, das der Anwender genau so verwenden muss, wie es ausgeliefert wird. Die Wahlfreiheit des Anwenders beschränkt sich auf Flatpaks und andere Container (und natürlich bleibt immer die Option, die Distribution zu wechseln).

Aufgabe des Distributors ist es nun, eine konsistente Zusammenstellung zu liefern. Derzeit gibt es dies nur für Desktop und IoT, in Zukunft wäre dies auch für Smartphones denkbar.

Insbesondere für den Desktop ist dies ein spannendes Thema. Die Frage, welche Programme zur Basis gehören und welche in die weite Welt der Flatpacks entlassen werden können, ist keineswegs trivial zu beantworten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Projekte GNOME und KDE in erster Linie als Entwicklergemeinschaften verstehen, die ganz unterschiedliche Projekte unter ihrem Dach vereinen.

Muss ein Basis-Image einen Mailclient oder einen PDF-Reader enthalten? Braucht es 2023 noch die standardmäßige Unterstützung von Audio-CDs oder gar Disketten? Diese Frage kann nicht mehr an den Endanwender delegiert werden, sondern die Distributoren müssen entscheiden und in letzter Konsequenz sogar bestimmte Nutzergruppen vor die Tür setzen.

Wie fluide diese Entwicklung ist, lässt sich beim Vorreiter Fedora beobachten. Aktuell werden z.B. bei Fedora Kinoite noch häufig Pakete hinzugefügt und entfernt. Die Hintergründe lassen sich meistens in der Diskussion auf Pagure finden.

Die Diskussion ist für die Linux-Gemeinde ungewohnt. Ich finde sie aber sehr spannend, weil zum ersten Mal definiert werden muss, was wirklich das Basis-Betriebssystem ist, was zum Desktop gehört und was außerhalb der Distribution, z.B. bei Flathub, angesiedelt ist.

Perspektivisch könnte dies auch eine Chance für die Distributionen bedeuten. In den letzten Jahren gab es bei den Distributionen eine starke Tendenz zur allgemeinen Nivellierung. Marke, Internetauftritt und Community waren oft die wichtigsten Unterscheidungskriterien; Standardinstallation und Softwarepool unterschieden sich hingegen kaum. Die aktuelle Entwicklung könnte dem Konzept der Distribution wieder eine neue Daseinsberechtigung geben.

6. Juni 2023

Mozilla hat Firefox 114 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Neue Einstellungsoberfläche für DNS over HTTPS (DoH)

DNS over HTTPS, kurz: DoH, soll die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer verbessern. Standardmäßig aktiviert ist dieses Feature derzeit nur für Nutzer in den USA. Über die Einstellungen kann allerdings jeder DoH aktivieren.

Die Einstellungen für DoH sind nicht länger hinter einer Schaltfläche in den Verbindungs-Einstellungen versteckt. Stattdessen gibt es dafür jetzt einen großen Abschnitt im Reiter „Datenschutz & Sicherheit“ in den Firefox-Einstellungen. Die neuen Einstellungen bieten verschiedene Optionen mit ausführliche Erklärungen. Außerdem lassen sich darüber jetzt auch Ausnahmen verwalten.

DNS over HTTPS Einstellungen in Firefox 114

Erweiterungen im Erweiterungs-Menü sortieren

Mit Firefox 109 wurde ein neues Erweiterungs-Menü links vom Hauptmenü eingeführt. Seit Firefox 113 lässt sich die Schaltfläche an eine beliebige Stelle innerhalb der Navigations-Symbolleiste verschieben. Und ab Firefox 114 ist es möglich, die Reihenfolge der Erweiterungen innerhalb des Erweiterungs-Menüs beliebig anzupassen. Dafür gibt es entsprechende Einträge beim jeweiligen Zahnrad-Menü.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen von Firefox 114

Im Lesezeichen-Menü, welches optional zur Symbolleiste hinzugefügt werden kann, wurde ein Eintrag ergänzt, um die Lesezeichen zu durchsuchen. Ebenso wurde ein Eintrag zum Suchen im Chronik-Bereich des Hauptmenüs ergänzt.

Das Hilfe-Menü beinhaltet einen neuen Eintrag „Zu einem neuen Gerät wechseln“, welches auf ein Support-Dokument weiterleitet, in welchem erklärt wird, wie man seine Firefox-Daten sichert und auf ein anderes Gerät überträgt.

Der Import aus anderen Browsern unterstützt nun auch gespeicherte Formulardaten aus auf Chromium basierenden Browsern.

Die CPU-Auslastung von Antivirus-Software unter Windows, während Firefox ausgeführt wird, wurde reduziert.

Im Bild-im-Bild-Modus für Videos werden jetzt auch Untertitel für Videos von ted.com unterstützt. Außerdem kann im Bild-im-Bild-Modus ab sofort die Taste „f“ verwendet werden, um in den Vollbildmodus und wieder zurück zu wechseln.

Die Theme-Unterstützung der „Seite durchsuchen“-Leiste wurde verbessert.

Empfehlungen auf der Firefox-Startseite von Mozillas Pocket-Dienst gibt es ab sofort auch in den Ländern Frankreich, Italien sowie Spanien.

Der Barrierefreiheits-Inspektor der Entwicklerwerkzeuge wurde dahingehend verbessert, dass dieser nun alle ARIA-Rollen besser erkennt.

Wird über about:config der Schalter network.http.http2.send-buffer-size auf 0 gesetzt, verbessert dies die Upload-Geschwindigkeit von Firefox signfikant. Ab Firefox 115 wird dies standardmäßig der Fall sein.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 114 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 114 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Verbesserungen der Webplattform

Mac-Benutzer können jetzt Videos von ihren Kameras in allen unterstützten nativen Auflösungen aufnehmen und sind nicht mehr auf eine maximale Auflösung von 1280 × 720 px beschränkt.

Benutzer von macOS, Linux und Windows 7 können jetzt FIDO2 / WebAuthn Authentifikatoren über USB verwenden.

Firefox 114 bringt Unterstützung für die WebTransport-API, von welcher insbesondere Live-Streaming und Spiele profitieren können.

DedicatedWorkers sowie SharedWorkers unterstützen jetzt das Laden von ECMAScript-Modulen.

Firefox unterstützt nun die CSS Level 4 supports()-Syntax für @import-Regeln. Die CSS calc()-Funktion unterstützt jetzt außerdem die infinity- sowie NaN-Konstanten. Verbesserungen gab es auch für die :lang()-Pseudoklasse. Außerdem wird die nicht die standardisierte Eigenschaft -webkit-text-security aus Kompatibilitätsgründen nun unterstützt.

Weitere Neuerungen für Entwickler von Websites und Browser-Erweiterungen lassen sich in den MDN Web Docs nachlesen.

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Mit diesem Linux-Container kann man eine Vielzahl von Anwendungen starten.

Na ja, "Distro" ist etwas übertrieben. Conty ist ein einfach zu verwendender, komprimierter, unprivilegierter Linux-Container, der aus einer einzigen ausführbaren Datei besteht. Er ist so einfach und benutzerfreundlich wie möglich gestaltet und läuft in fast allen GNU/Linux-Distributionen. Man kann ihn verwenden, um beliebige Anwendungen, einschliesslich Spiele (Vulkan und OpenGL), auszuführen.

Im Screenshot seht ihr das Terminal einer normalen Linux-Installation in einer virtuellen Maschine. Darin habe ich mit dem Befehl conty.sh steam die Anwendung Steam gestartet. In der Linux-Installation ist kein Steam vorhanden. Conty enthält gut 900 Pakete, darunter Wine, Steam, Lutrix, PlayOnLinux, Bottles, OBS Studio und Firefox.

Conty besteht aus einer einzigen ausführbaren Datei, die man überallhin mitnehmen kann und basiert auf Arch-Linux. Durch die Vielzahl an enthaltenen Paketen kann man fast alles ausführen. Alle Anwendungen, die man mit Conty startet, lesen und speichern ihre Konfigurationen im HOME-Verzeichnis. Da es sich nur um einen Container handelt, gibt es praktisch keinen Performance-Overhead, sodass alle Anwendungen mit voller Geschwindigkeit laufen. Conty unterstützt Xorg, Wayland und XWayland.

Um den Linux-Container zu verwenden, lädt man diese Datei herunter, macht sie ausführbar und startet sie in einem Terminal mit der Anwendung als Parameter, die man laufen lassen möchte (siehe Titelbild). Viele weitere Informationen und Anwendungsbeispiele zu Conty findet ihr auf der Projektseite:

Quelle: https://github.com/Kron4ek/Conty


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5. Juni 2023

Um die Zukunft des Minix Betriebssystems ist es nicht gut bestellt.



Die Entwicklung von MINIX 3 scheint bereits seit einiger Zeit nicht mehr voranzuschreiten. Die letzte Änderung im MINIX 3 Git-Repository ist auf den 14. November 2018 datiert.

Eine mögliche Erklärung ist, dass Andrew S. Tanenbaum 2014 seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten hat und seine Tätigkeit an der VU Universität damit endete. Dort hat er lange Zeit zusammen mit einem Team von Doktoranden an MINIX 3 gearbeitet.

Es wurden bereits einige konstruktive Vorschläge angebracht, um die Situation zu verbessern, bisher konnte jedoch noch keine nachhaltige Lösung gefunden werden.

Im Gegensatz zu Linux handelt es sich bei Minix um ein Betriebssystem mit Mikrokernel-Architektur. Dabei übernimmt der Betriebssystemkern nur essenzielle Aufgaben wie die Speicher- und Prozessverwaltung sowie Grundfunktionen zur Synchronisation und Kommunikation. Weitere Prozesse und Gerätetreiber laufen als separate user-mode Prozesse.

Auf einem monolithischen System kann ein Fehler in einem Treiber leicht zum Absturz des gesamten Kernels führen. Dies ist bei Minix 3 weit weniger wahrscheinlich.

Möglicherweise hat diese Architektur auch Intel motiviert, Teile des Minix 3 Codes als Basis für die hauseigene Implementierung der Intel Management Engine zu nutzen.

Leider wurden die Änderungen und Weiterentwicklungen am Quellcode seitens Intel bis anhin nicht veröffentlicht, was anhand der BSD-Lizenz grundsätzlich möglich ist.

Der Entwickler und Blogger Thom Holwerda fordert nun, dass der Hardwarehersteller einen Beitrag zur Weiterführung des Betriebssystems leistet, um den Fortbestand des Betriebssystems zu sichern.

Falls er damit Erfolg hat, könnte dies neuen Schwung in die Entwicklung des Freien Betriebssystems bringen.

Quelle: https://www.osnews.com/story/136174/minix-is-dead/

Screenshot: https://blog.minix3.org/2007/01/10/equinox-desktop-available/ mit Equinox-Desktop-Environment


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4. Juni 2023

Mit dieser Woche geht auch der Monat Mai zu Ende. Wirft man einen Blick in die LLM-Timeline, so fällt auf, dass der Monat im Wesentlichen durch die Open-Source-Modelle dominiert wurde. Die Highlights sind hier StarCoder als Code-LLM, RedPajama-INCITE für normale Gespräche und Falcon, ein LLM, das LLaMA den Rang abgelaufen hat.

Falcon ab sofort unter der unmodifizierten Apache 2.0

Falcon von der TII hat in dieser Woche auch wieder Schlagzeilen gemacht. Es dominiert nicht nur weiterhin das Open LLM Leaderboard, sondern steht nun unter der unmodifizierten Apache-2.0-Lizenz, wie bereits Thomas Wolf auch berichtete.

Interessant ist diese Nachricht, weil damit erstmals ein sehr leistungsfähiges LLM unter einer Lizenz steht, die weitestgehend auch kommerziellen Betrieb zulässt. Die Apache-2.0-Lizenz ist ein wichtiger Grundbaustein der Open-Source-Software-Community und ist in vielen Projekten verbreitet, z. B. natürlich den Apache-Projekten, aber auch Kubernetes oder Swift.

In meinen Augen ist es ungewohnt, eine Lizenz für Source Code für ein Modell zu nutzen. Das ist so ein wenig wie Source Code unter eine Creative-Commons-Lizenz zu stellen: es geht, aber war vielleicht nicht die Intention der Initiatoren. Ob speziell angepasste Lizenzen sinnvoller für die Belange von KI-Modellen sind, wird sich über die Zeit zeigen. Die Lizenzierung unter der Apache-2.0-Lizenz bringt allerdings eine gewisse Sicherheit mit sich, da diese Lizenz und ihre Verwendungsweise schon lange erprobt sind.

Der Schachzug der Autoren ist clever: da dieses leistungsstarke Modell nun unter einer offenen Lizenz steht, ist anzunehmen, dass viele Forscher dieses als Grundlage nehmen. Somit macht sich im besten Fall das TII einen Namen in der LLM-Community, ähnlich, wie es Meta in der ersten Jahreshälfte vorgeführt hat.

Direct Preference Optimization: Konkurrenz für RLHF?

Die Entwicklung der LLMs geht ungebremst weiter. Und so gibt es nicht nur neue Modelle, sondern auch neue Methodiken, um bessere Modelle zu erreichen. Ein wesentlicher Baustein, der ChatGPT ermöglicht hat, war InstructGPT mit Reinforcement Learning from Human Feedback, kurz RLHF. Hier bewertet ein Mensch die Ausgaben eines Modells und erstellt ein Ranking. Dieses Ranking kann zum weiteren Training herangezogen werden. Das resultierende Modell wird dadurch präsizer und bei den Antworten besser an den menschlichen Bedürfnissen ausgerichtet.

Rafailov, Sharma, Mitchell et al., allesamt Forscher der Stanford University, haben sich nun damit beschäftigt, ob man einen Zwischenschritt in dem Verfahren entfernen kann. Sie berichten nun, dass dies mit Erfolg möglich ist. Das dafür verwendete Verfahren nennen sie Direct Preference Optimization und beschreiben es in ihrem Preprint.

NVIDIA weitet Marktkapitalisierung auf über 1 Billion USD aus

Zum Abschluss des Wochenrückblicks möchten wir auch einmal kurz auf wirtschaftliche Themen schauen. Der GPU-Hersteller NVIDIA hat in dieser Woche eine Marktkapitalisierung von über 1 Billion USD (engl. 1 trillion USD) erreicht. Auch wenn man sich in Anbetracht von Inflation über diese scheinbar willkürliche Zielmarke streiten kann, zeigt es doch, dass NVIDIA als Unternehmen ähnlich hoch bewertet wird wie Apple (einer der bedeutendsten Hersteller mobiler Konsumentengeräte), Microsoft (Hersteller und Betreiber eines der größten Software-Ökosysteme der Welt) oder Alphabet (Betreiber einer Vielzahl bedeutender Internetdienste).

An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Somit kann beziffert werden, welchen Wert (institutionelle) Anleger einem GPU-Hersteller beimessen. Der Erfolg von NVIDIA im AI-Geschäft geht in meinen Augen auf die CUDA-Schnittstelle und die immer leistungsfähigeren Systeme zurück. Einen generischen Zugriff auf die Grafikeinheiten zu geben, aus dem KI-Forscher die Eignung für das Training neuronaler Netze erkennen konnten. Das könnte einer der cleversten Schachzüge des Chipherstellers NVIDIA gewesen sein. Und solange Alternativen, ggfs. mit RISC-V auch aus dem Open-Source-Bereich, nicht mithalten können, wird NVIDIA auch in meinen Augen eine wichtige Rolle behalten.

Aus dem heutigen Wochenrückblick lässt sich eines erkennen: wenn man offen der Community Werkzeuge an die Hand gibt, wird sich irgendwer auf der Welt finden, der überrascht ist, für was sich dieses Werkzeug einsetzen lässt. Seine Ergebnisse werden dann vielleicht die ganze Welt überraschen. Genauso wie das AlexNet GPUs in der KI populär gemacht hat, werden auch LLaMA und Falcon neue interessante Innovationen hervorbringen. Seien wir gespannt, was auch die nächste Woche wieder bringt!

Mit Volnoti lassen sich Desktop-Benachrichtigungen beim Wechsel der Lautstärke anzeigen lassen.

Desktopumgebungen wie LXDE oder i3 bieten keine on-screen Benachrichtigungen bei einer Änderung der Lautstärke über die Funktionstasten, welche heute auf fast allen Tastaturen vorhanden sind.

Abhilfe schafft ein kleines Programm namens Volnoti.



Zur Installation aus dem Quelltext müssen zunächst einige Abhängigkeiten installiert werden. Auf einem Debian-basierten System erfolgt dies mit folgendem Befehl:

sudo apt install libgtk2.0-dev libdbus-glib-1-dev

Daraufhin kann das Repository gecloned werden:

git clone https://github.com/davidbrazdil/volnoti.git

Der letzte funktionierende Commit liegt schon eine Weile zurück und kann wie folgt ausgecheckt werden:

cd volnoti
git checkout 958415b

Das Übersetzen des Quelltextes und die Installation erfolgt mit folgenden Befehlen:

autoreconf --force --install
autoupdate --force

./configure --prefix=/usr
make
sudo make install

Die Anwendung besteht aus zwei Komponenten: Einem Daemon namens volnoti welcher im Hintergrund auf Signale lauscht und der Anwendung volnoti-show zum Anzeigen der Desktopbenachrichtigungen.

Zum automatischen Start des Deamons unter LXDE kann folgende Zeile zur Datei ~/.config/lxsession/LXDE/autostart hinzugefügt werden:

@volnoti

Zum Aufruf von volnoti-show beim Drücken der Lautstärketasten kann xbindkeys verwendet werden, welches sich wie folgt installieren lässt:

sudo apt install xbindkeys

Die Konfiguration erfolgt in der Datei ~/.xbindkeysrc

# Increase volume
"amixer set Master 5%+ && volnoti-show $(amixer get Master | grep -Po "[0-9]+(?=%)" | tail -1)"
   XF86AudioRaiseVolume

# Decrease volume
"amixer set Master 5%- && volnoti-show $(amixer get Master | grep -Po "[0-9]+(?=%)" | tail -1)"
   XF86AudioLowerVolume

# Toggle volume
"amixer set Master toggle; if amixer get Master | grep -Fq "[off]"; then volnoti-show -m; else volnoti-show $(amixer get Master | grep -Po "[0-9]+(?=%)" | tail -1); fi"
   XF86AudioMute

Nach einer erneuten Anmeldung an der Desktopoberfläche sollten nun Benachrichtigungen bei einer Änderung der Lautstärke angezeigt werden.


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3. Juni 2023

Das Red Hat Display Systems Team – also das Team, das sich um den Desktop kümmert – hat angekündigt, die Paketierung von LibreOffice für zukünftige RHEL-Versionen und für Fedora einzustellen. Das ist in mehrfacher Hinsicht spannend.

Die Versionen RHEL 7, 8 und 9 werden selbstverständlich weiterhin unterstützt. Zukünftige Versionen werden jedoch kein LibreOffice mehr enthalten. Das Team hatte LibreOffice auch für Fedora paketiert und stellt dies ebenfalls ein. Hier sind die Releasezyklen kürzer und die Maßnahme greift daher schneller. Die Community könnte allerdings noch bei Fedora einspringen.

Der Grund ist einfach. Den kompletten Softwarestack von LibreOffice zu paketieren ist eine Menge Arbeit. Gleichzeitig gibt es ein offizielles Flatpak von LibreOffice auf Flathub. Die Entwickler wollen ihre Kapazitäten in Zukunft lieber in andere wichtige Projekte stecken (Wayland, HDR, etc.), anstatt Arbeitszeit in redundante Aktivitäten zu investieren.

Lektionen aus der Red Hat Entscheidung

Die Nachricht enthält mindestens drei spannende Lektionen.

1. Der Umbruch ist jetzt

Flatpak gibt es seit Jahren, unveränderliche Systeme schon länger (jetzt kommt auch Canonical). Beides hat nicht unbedingt etwas miteinander zu tun, aber beide Entwicklungen befruchten sich gegenseitig. Wer hier nicht aufspringt, könnte bald abgehängt werden. Das ist vergleichbar mit dem Trend zu Wayland, der einen Kahlschlag unter den Windowsmanagern und kleineren Desktopumgebungen auslösen könnte.

Nun schwenkt mit Red Hat ein ganz wichtiger Player um und stellt den Support für das Legacy-Paketmanagement im Bereich wartungsintensiver Endbenutzersoftware ein.

Das System, mit dem Software unter Linux verteilt wird, ist seit langem durch eine kolossale Ressourcenverschwendung gekennzeichnet. Dieselbe Software hunderte Male für verschiedene Distributionen und deren Versionen zu paketieren ist unglaublich ineffizient. So etwas kann nur in einem ehrenamtlichen Umfeld entstehen, in dem Arbeit keinen bezifferbaren Wert hat.

Die Befürworter der alten Technologie argumentieren dagegen immer, dass die Freiwilligen, die das eine tun, nicht unbedingt das andere tun würden. Das Beispiel des Red Hat Teams beweist das Gegenteil.

Alles andere, was an Gründen kursiert, ist vor allem FUD. Doppelte Bibliotheken mit Sicherheitslücken (Automatisierung, was ist das?), Speicherplatz (klar, eine 64 GB HDD mit ext2 Dateisystem stößt ohne Deduplizierung an ihre Grenzen), UNIX-Prinzipien (in alle Ewigkeit, Amen!), das Loblied auf die Alternativen, die ja angeblich nichts kosten und vermeintlich Open Source ausmachen, aber in Wahrheit nur der Entwicklung im Weg stehen.

Die Ängstlichen werden sich nun um Debian und Konsorten scharen. Zitternd, weil die Wahrheiten, die sie vor 20 Jahren verinnerlicht haben, zu erodieren beginnen. Der Linux-Desktop spaltet sich in zwei große Bereiche. Progressive Distributionen (mit Fokus auf das Enterprise-Umfeld), die sich weiterentwickeln (aktueller Stand RHEL/Fedora, SUSE, Ubuntu) und Legacy-Distributionen. Mal sehen, wie lange hier die Kompatibilität aufrechterhalten werden kann und wer die Nase vorn hat. Das wird spannend!

2. LibreOffice ist überflüssig

LibreOffice scheint nicht wichtig zu sein. Zumindest aus der Sicht eines Enterprise-Distributors wie Red Hat. Jedenfalls nicht wichtig genug, um noch Arbeit in die Paketierung zu stecken. Oder wenigstens unwichtig genug, um genau an LibreOffice dieses überfällige Exempel zu statuieren.

LibreOffice ist schon länger in der Krise. Die Community weigert sich, das zu diskutieren, jede Debatte wird sofort erstickt, weil man ja unbedingt die Fahne gegenüber Microsoft Office hochhalten möchte. LibreOffice ist ein typisches Beispiel für die Folgen einer Monopolstellung, die es im Open-Source-Bereich innehatte. Mangels Konkurrenz scheute man schwierige Schritte. Die Software ist uralt, voller Fehler, wenig performant, gemessen an den vorhandenen Entwicklerkapazitäten kommt man außerdem kaum voran und die Kompatibilität zum Marktführer Microsoft Office ist bei nahezu allen Konkurrenten besser. Gleichzeitig lässt die Community der TDF als Hauptentwickler kaum Luft zum Atmen.

Den Sprung auf mobile Plattformen hat LibreOffice nie geschafft und mit dem Aufkommen freier Alternativen wie OnlyOffice gibt es nun auch bedrohliche Konkurrenz im Open-Source-Bereich. Bei LibreOffice hat man sich stattdessen lieber weiter an OpenOffice abgearbeitet. Verletzungen der Vergangenheit statt Zukunft waren hier die Devise. Das kommt leider viel zu oft in der Open-Source-Community vor. Alleine wie viele bei SUSE an den Microsoft-Novell-Deal denken. Egal, andere Geschichte. Dokumente werden zunehmend in der Cloud bearbeitet und die freie Standardlösung ist hier Nextcloud + OnlyOffice und nicht LibreOffice. Am klassischen Office-Desktop dominiert sowieso noch Microsoft. Der Zug ist abgefahren.

Die Kunden von Red Hat scheinen keinen Premium-Support für LibreOffice zu wünschen. Wer die Software noch benötigt, nutzt das Flatpak. Alle anderen arbeiten sowieso mit Webapps. Im besten Fall OnlyOffice, im schlechtesten Google Docs.

3. Red Hat zieht sich zurück

Nach der Übernahme von Red Hat durch IBM im Jahr 2018 hatte ich bereits geschrieben, dass dies für den Linux-Desktop gefährlich werden könnte, da Red Hat einer der wenigen Treiber der Linux-Entwicklung ist. Es gibt zwar immer ein großes Brimborium um die Community und die Freiwilligen, aber die Kernprojekte – Kernel, zentrale Infrastruktur, Desktop, zentrale Softwarekomponenten wie Office oder Browser – werden von einigen wenigen Firmen bzw. von diesen bezahlten Entwicklern vorangetrieben.

IBM spart, bei Red Hat fallen viele Stellen weg. Betroffen unter anderem der Community Manager für Fedora. Lennart Poettering ist bereits zu Microsoft gewechselt. Nun also die Fokussierung im Desktop-Bereich. Das ist eine Entwicklung, die kritisch für den Linux-Desktop werden kann – unabhängig davon, ob man LibreOffice nun wichtig findet oder nicht.

Zusammengefasst

Die kommenden Jahre werden richtig spannend. Der Linux-Desktop verändert sich so sehr, wie seit dem Aufkommen von Ubuntu nicht.

Es wird jetzt wieder Leute geben, die mir Schwarzmalerei oder einen generellen Hass auf Linux vorwerfen. Dazu empfehle ich die Lektüre des letzten Blogeintrags von Jorge Castro. Die Veränderungen bei den großen Distributionen finden nicht im luftleeren Raum statt. Dahinter steckt eine intime Kenntnis der Kundenbedürfnisse und die Fähigkeit zur betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Beides fehlt vielen Open-Source-Projekten. Die meisten normalen Anwender machen die Entwicklung mit ihrer jeweiligen Hausdistribution einfach mit. Diejenigen, die jetzt davon reden, dass die Massen zu Debian und Gentoo wechseln, sollten sich kritisch fragen, wie eng ihre eigene Blase ist. Ich prophezeie die gleiche „Massenwanderung“ wie damals zu Devuan.

2. Juni 2023

Der Entwickler Matthias Clasen hat mitgeteilt, dass zukünftige Red Hat Versionen die Freie Office-Suite LibreOffice nicht mehr enthalten sollen.

Diese Entscheidung betrifft auch das Engagement von Red Hat im Bereich der LibreOffice-Paketierung für Fedora. Die entstehende Lücke soll durch Flatpak-Pakete geschlossen werden.


Das Display Systems-Team von Red Hat, hat in der Vergangenheit primär an Verbesserungen von Wayland und der HDR-Unterstützung gearbeitet. Daraus resultierte jedoch, dass sich das Team weniger auf die Pflege von Desktop-Anwendungen konzentrieren konnte.

Clasen betonte jedoch, dass LibreOffice in RHEL 7, 8 und 9 weiterhin mit den notwendigen Sicherheitskorrekturen für die Lebensdauer dieser Versionen versorgt werden soll. Das Team werde auch an Upstream-Verbesserungen für LibreOffice arbeiten, damit diese dann in der Flatpak zur Verfügung stünden.

Weitere Details finden sich auf der Fedora-Entwicklungsliste.


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1. Juni 2023

Mit Fiddler hat Mozilla Ventures seine nächste Investition in ein KI-Unternehmen bekannt gegeben.

Das ist Mozilla Ventures

Mozilla Ventures ist ein anfänglich mit 35 Millionen USD ausgestatteter Risikokapitalfonds, über welchen Mozilla in Startups investiert, welche das Internet und die Tech-Industrie in eine bessere Richtung bringen. In den letzten Monaten wurden bereits einige Investitionen bekannt, darunter heylogin, Secure AI Labs, Block Party, Webacy, Lockr, Rodeo, Lelapa AI und Themis AI.

Einige der zuvor genannten Startups beschäftigen sich mit Themen der sogenannten Künstlichen Intelligenz (KI). Dazu kommt mit Mozilla.ai die Gründung eines neuen Tochterunternehmens von Mozilla, worüber ein vertrauenswürdiges, unabhängiges sowie quelloffenes KI-Ökosystem aufgebaut werden soll. Mit Fakespot wurde außerdem ein weiteres KI-Unternehmen vollständig übernommen.

Mozilla Ventures investiert in KI-Unternehmen Fiddler

Nun hat Mozilla Ventures die nächste Investition in ein KI-Unternehmen bekannt gegeben. Die Fiddler AI Observability Platform soll Unternehmen mehr Einblick in ihre prädiktiven und generativen KI-Modelle geben. Die Plattform von Fiddler soll demnach Stakeholdern verstehen helfen, warum Vorhersagen gemacht werden und welche Verbesserungen für bessere Ergebnisse notwendig sind – und so letztlich vertrauenswürdigere KI-Systeme schaffen.

Noch mehr Investitionen von Mozilla

Mozilla investiert derzeit aber nicht nur über Mozilla Ventures und mozilla.ai. Unabhängig von diesen neuen Organisationen hat Mozilla im März bekannt gegeben, Hauptinvestor der Mastodon-App Mammoth zu sein. Bereits im Dezember wurde bekannt, dass Mozilla sowohl Active Replica, welche maßgeschneiderte Lösungen für virtuelle Räume und Ereignisse für Mozilla Hubs anbieten, vollständig übernommen hat, als auch Pulse, ein Unternehmen für maschinelles Lernen.

Der Beitrag Mozilla Ventures investiert in KI-Unternehmen Fiddler erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Wer eine GTK-basierte Desktopumgebung nutzt, dem ist möglicherweise bereits aufgefallen, dass Qt6 Applikationen nicht in einem einheitlichen Erscheinungsbild dargestellt werden. Für Qt5 ist eine mögliche Lösung die Nutzung des qt5-style-plugin-gtk2 Paketes. Mit dessen Hilfe wird veranlasst, dass das Aussehen von Qt5 Applikationen auf die konfigurierte GTK Theme adaptiert werden.



Eine ähnliche Möglichkeit stellt auch der Entwickler trialuser02 mit Qt6Gtk2 zur Verfügung.

Zur Installation auf einem Debian-basierten System müssen zunächst die benötigten Abhängigkeiten installiert werden:

sudo apt install libgtk2.0-dev qmake6 qt6-base-dev qt6-base-private-dev

Daraufhin kann das Repository des Projektes gecloned werden:

git clone https://github.com/trialuser02/qt6gtk2.git

Die Übersetzung des Quelltextes erfolgt in mehreren Schritten:

cd qt6gtk2
qmake6
make
sudo make install

Nach der Installation muss folgende Umgebungsvariable gesetzt werden. Dies kann beispielsweise in einer Datei /etc/X11/Xsession.d/02qt-gtk2 erfolgen.

export QT_QPA_PLATFORMTHEME=gtk2

Nach einer erneuten Anmeldung werden auch Qt6 Applikationen einheitlich dargestellt.

Quelle: https://github.com/trialuser02/qt6gtk2


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Der Entwickler Daniel Micay war bis Mitte 2018 im Projekt CopperheadOS aktiv. Nach einer öffentlich ausgetragenen Schlammschlacht mit dem Geschäftsführer James Donaldson schied er allerdings aus und entschied sich, mit GrapheneOS ein eigenes Projekt zu starten.

Dabei handelt es sich ebenfalls um ein auf Sicherheit ausgelegtes Android-Custom-ROM. Auch bei uns ist ein entsprechender Erfahrungsbericht zu finden.

Sicherheitslösungen stehen oftmals im Fokus der Öffentlichkeit und erfahrungsgemäss herrscht in der GrapheneOS Community ein eher rauer Umgangston. Dies führte jedoch so weit, dass sich Daniel Micay bedroht gefühlt hat und er sich resultierend daraus nun von seiner Verantwortlichkeit im Projekt zurückzieht.

Seiner Einschätzung nach sollte GrapheneOS auch weiterhin gut betreut sein, sodass Anwender keine spürbaren Änderungen befürchten müssen.

Quelle: https://nitter.net/DanielMicay/status/1662212227561308160


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31. Mai 2023

Mozilla hat offiziell die bevorstehende Einstellung der Unterstützung veralteter Betriebssysteme seitens Firefox angekündigt. Dies betrifft Windows 7, Windows 8, macOS 10.12, macOS 10.13 sowie macOS 10.14.

Bereits am 14. Januar 2020 hatte Microsoft die Unterstützung seines Betriebssystems Windows 7 offiziell eingestellt, die Einstellung der Unterstützung von Windows 8.1 folgte am 10. Januar 2023. Seitens Apple gibt es keine offiziellen Daten für Support-Enden, das letzte Update für macOS 10.14 erschien allerdings im Juli 2021. Dies ist für Nutzer insofern relevant, als dass es für diese Betriebssysteme keine Sicherheits-Updates mehr gibt. Nutzer sollten daher unbedingt auf ein aktuelles Betriebssystem umsteigen, falls noch nicht geschehen.

Nun ist offiziell, dass Firefox 115 die letzte Firefox-Version sein wird, welche Windows 7, Windows 8, macOS 10.12, macOS 10.13 sowie macOS 10.14 unterstützen wird. Entsprechende Nutzer werden mit Erscheinen von Firefox 115 im Juli automatisch auf Firefox ESR migriert werden, die Firefox-Version mit Langzeit-Unterstützung. Das bedeutet, dass diese Nutzer über Firefox ESR 115 noch bis Juli 2024 mit Sicherheits-Updates für Firefox versorgt werden. Danach ist endgültig Schluss und es wird auch keine Sicherheits-Updates für Firefox mehr geben.

Firefox 116 und höher wird auf Windows 7, Windows 8, macOS 10.12, macOS 10.13 und macOS 10.14 gar nicht mehr gestartet werden können. Neue Systemvoraussetzung ab Firefox 116 ist damit Windows 10 oder höher respektive macOS 10.15 oder höher.

Der Beitrag Firefox: Einstellung der Unterstützung von Windows 7, Windows 8, macOS 10.12, macOS 10.13 und macOS 10.14 angekündigt erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Schenkt man dem Canonical Mitarbeiter Oliver Grawert Glauben, so soll es mit der LTS Version Ubuntu 24.04 auch eine immutable Variante für den Desktop geben. Damit gäbe es neben der klassischen Version, mit Debian-Paketen und Snap-Paketen, auch eine unveränderbare Variante von Ubuntu, die ausschliesslich Snap-Pakete unterstützt. Es bleibt dann den Anwender:innen überlassen, für welche Version sie sich entscheiden.

Mit Ubuntu Core gibt es bereits eine immutable Variante, die jedoch für IoT und Embedded Systeme gedacht ist und sich nicht für den Desktop eignet. Der neue Ubuntu-Core-Desktop wird eventuell im April 2024 erscheinen.

Unveränderliche Desktop-Distributionen liegen derzeit im Trend. Sie bieten Vorteile gegenüber traditionellen Ansätzen, darunter bessere Sicherheit und Zuverlässigkeit durch ein schreibgeschütztes Dateisystem, transaktionale Updates und einfaches Rollback von Änderungen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis Canonical auch auf diesen Zug aufspringen würde.

Quelle: https://www.reddit.com/r/linux/comments/13w3ca1/allsnap_ubuntu_desktop_coming_next_year/


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30. Mai 2023

In der Einleitung im ersten Artikel, der Installation im zweiten Beitrag und der Konfiguration im dritten Teil, geht es heute um die Paketverwaltung bei Arch-Linux. Die Installation der Distribution hat uns zwei Paketmanager beschert, den Arch-eigenen pacman und GNOME-Software als Bestandteil der GNOME-Desktopumgebung. Man mag sich über zwei Anwendungen für die Software-Installation freuen, tatsächlich sehe ich das als Nachteil. Du möchtest lieber eine Anwendung haben, die sich um sämtliche Pakete auf dem System kümmert. Ansonsten sind Doppelspurigkeit und Inkonsistenzen vorprogrammiert.

Obwohl pacman ein sehr guter und schneller Paketmanager ist, kümmert sich die CLI-Anwendung nur um native Arch-Pakete entsprechend der bereitgestellten (konfigurierten) Repositories. Von Paketformaten wie deb, flatpak, snap oder Paketen aus dem AUR (Arch-User-Repository) hat pacman keine Ahnung. Um zu sehen, wie pacman vom Installer konfiguriert wurde, lohnt sich ein Blick in seine Konfigurationsdatei: sudo nano /etc/pacman.conf. Darin findet ihr zwei interessante Einträge:

#ParallelDownloads = 5

Hier lohnt es sich, den # am Anfang zu entfernen, um parallele Download von Pakete einzuschalten. Damit erhöht sich die Geschwindigkeit von Installationen und Updates massiv.

Um zu erfahren, welche Repositories verwendet werden, scrollt ihr nach unten bis zum Abschnitt REPOSITORIES. Dort seht ihr, dass [core] und [extra] eingeschaltet sind, während die [test-repos] sowie [multilib] ausgeschaltet sind. Diese Einstellung könnt ihr so belassen. Wer sich näher über die Bedeutung informieren möchte, kann es hier nachlesen. Nun empfehle ich einen Blick in die Datei /etc/pacman.d/mirrorlist zu werfen. Falls ihr ausschliesslich Server aus eurem Land seht, habt ihr bei der Installation alles richtig gemacht. Wobei sich das nicht so pauschal sagen lässt. Es kann sein, dass ausländische Server besser für euch geeignet sind. Um das herauszufinden, kann man folgendes machen:

Aktualisiert die Arch-Pakete mit (wundert euch nicht über den seltsamen Befehl, dazu komme ich später):

sudo pacman -Syu

Installiert das Paket reflector:

sudo pacman -S reflector

Dieses Programm sucht nach den schnellsten Mirror-Servern in den angegebenen Ländern. So wird es ausgeführt:

sudo reflector --country 'Germany,Switzerland,Austria' --latest 5 --age 2 --fastest 5 --protocol https --sort rate --save /etc/pacman.d/mirrorlist
oder
sudo reflector --country '' --latest 5 --age 2 --fastest 5 --protocol https --sort rate --save /etc/pacman.d/mirrorlist

Falls ihr den Country-Eintrag leer lasst, werden die weltweit schnellsten Server verwendet.

Das Standard-Repository von Arch enthält Tausende von Paketen. Das Arch User Repository (AUR) enthält viele weitere Anwendungen, die von Benutzern eingereicht wurden. Das stellt zwar ein gewisses Risiko dar, ist in manchen Fällen aber unabdingbar, wie wir gleich sehen werden. Um Pakete aus dem AUR installieren zu können, wird ein AUR-Helper wie yay, paru oder picaur benötigt. Yay wird so installiert:

sudo pacman -S --needed git base-devel
git clone https://aur.archlinux.org/yay.git
cd yay
makepkg -si

Jetzt könnt ihr mit yay -S [Paketname] auch Anwendungen aus dem AUR installieren.

An dieser Stelle möchte ich einen Witz einschieben, der meine Meinung zu dieser Folge der Artikel-Serie wiedergibt:

Wenn ihr einen gesunden Smoothie mixen wollte, nehmt ihr eine Handvoll Brokoli, ein paar Baslikumblätter und etwas Wirsing. Das püriert ihr mit einem Mixer und füllt die Mischung mit Ziegenmilch auf. Zum Schluss garniert ihr euren Smoothie mit geriebenen Mandeln. Dann schüttet ihr die Brühe in die Toilette und macht euch ein Bier auf.

Die Bedienung von pacman (und auch yay) ist etwas kryptisch. Statt der intuitiven Kommandos install, remove, update usw., wie man sie von anderen Paketmanagern (apt, pamac) kennt, verwendet Arch seltsame Parameter. Hier ist eine Übersetzungshilfe:

Install:                     sudo pacman -S Paketname
Remove:                      sudo pacman -R Paketname
Update:                      sudo pacman -Syu
List all installed packages: pacman -Q
Search a installed package:  pacman -Q 'Paketname'

Neben pacman und yay hat uns die Installation von GNOME auch die Anwendung GNOME Software beschert.

GNOME Software ist so konfiguriert, dass damit nur Flatpaks von flathub.org verwaltet werden können. Falls man native Arch-Pakete, AUR-Pakete und Flatpaks verwenden möchte, hat man es mit zwei Situationen zu tun. Pamac und yay informieren nicht über ausstehende Aktualisierungen. Ich kann mich täuschen, habe jedoch bei meinen Arch-Installationen bisher noch keine Notifikationen gesehen. GNOME Software wird euch über Flatpak-Updates informieren. Man kann mit dieser Situation leben; optimal ist sie aber nicht.

Und jetzt kommt der Moment, in dem einem die Idee kommt, den Smoothie in den Ausguss zu schütten. Wie wäre es mit einer Paketverwaltung, die sich um alle Formate kümmert? Bühne frei für pamac, die Manjaro-Paketverwaltung. Und genau an dieser Stelle höre ich die Leserschaft raunen:

Dann kann ich mir ja gleich Manjaro installieren. Wozu soll ich diese Klimmzüge in Arch-Linux machen?

Ja und nein. Zwar bietet Manjaro mit pamac eine Paketverwaltung, die alles kann und auch sehr bequem und schnell ist, aber der Release-Zyklus und die Repositories sind ganz andere. Arch ist ein echtes Rolling-Linux, während Manjaro 'nur' semi-rolling ist. Man bezeichnet das auch als kuratiertes Rolling Release Modell. Im Gegensatz zu Arch, werden bei Manjaro die Pakete nicht direkt ausgespielt, sondern landen zuerst in den Unstable-, Testing-, Stable-Zweigen der Repositories. Diese sind nicht identisch mit den Arch-Repos!

Wer pamac in Arch-Linux als alleinige Paketverwaltung verwenden möchte, kann das machen. Dazu installiert man über yay das pamac-Paket. Aber Achtung, es ist ein Installations- und Build-Marathon:

yay -S pamac

Nach diesem harmlosen Befehl bricht die Installationshölle über euch herein, weshalb ich den exakten Ablauf hier nicht dokumentieren möchte. Achtet bitte genau auf die Auswahlen, die ihr trefft, sonst habt ihr ganz schnell Snap mit im Boot. Nach der ewig langen Installation präsentiert sich pamac benutzer- und einstellungsfreundlich:

Damit endet diese Serie über Arch-Linux. Ihr konntet die Grundlagen lesen, die Installation durchführen, das System konfigurieren und das Paketmanagement kennenlernen. Mit dem Arch-Installer ist Arch nicht viel schwieriger in Betrieb zu nehmen als andere GNU/Linux-Distributionen. Es gibt zwar ein wenig mehr zu tun als bei den Einsteiger-Distros, dafür bekommt man eine echte rollende Distribution, die sehr schnell läuft. Ausserdem bietet Arch einen Anreiz, sich etwas tiefer mit einem Linux-System zu beschäftigen. Wem das zu aufwändig ist, aber dennoch ein Arch-basiertes System verwenden möchte, kann Manjaro, EndeavourOS oder Garuda ausprobieren. Falls euch das zu einfach war, verweise ich auf Slackware und Gentoo.


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