staging.inyokaproject.org

25. August 2021

Genau auf den Tag vor 30 Jahren erreichte in diesen Minuten die Welt eine Nachricht, die sie nachhaltig gestaltete: Linus Torvalds hat in der Usenet-Gruppe comp.os.minix seine Arbeit an einem Betriebssystem angekündigt, das später als Linux bekannt werden und große Teile der Computerindustrie, vor allem das Internet, dominieren sollte. Der Rest ist Geschichte.

Ich bin zwar erst seit 2010 dabei, aber doch überrascht, dass ein solches System wie Linux niemals einen „fertigen“ Status erreichen wird. Klar, neue Geräte und neue Treiber braucht es immer, aber selbst Kernkomponenten befinden sich in einem ständigen Wandel. Beispiel: Paketfilter. Während sich iptables gewissermaßen etabliert hat, gilt es schon längst als veraltet: nftables soll hier für die Ablösung sorgen. Aber auch hier steht mit eBPF ein weiterer potentieller Nachfolger bereits in den Startlöchern. All dies hat natürlich auch mit den stetig wechselnden Anforderungen zu tun, aber auch hier zeigt sich mit der Anpassungsfähigkeit der Vorteil von Open Source. Programmierer können stetig eigenmächtig neue Module entwickeln, die dann in den Hauptzweig aufgenommen werden können.

Und die größten Änderungen stehen erst noch an: so bereitet das Projekt Rust for Linux eine zweite Programmiersprache neben C für die Treiberentwicklung vor. Es bleibt also spannend.

Happy Birthday, Linux!

Mozilla hat vor zwei Wochen Firefox 91 veröffentlicht. Firefox 91 ist gleichzeitig die neue Basis für Firefox ESR, die Firefox-Version mit Langzeitunterstützung. Während Firefox 91 und Firefox ESR 91 grundsätzlich identisch sind, gibt es doch ein paar Unterschiede zwischen beiden Versionen. Auch sonst gibt es einiges Wissenswertes für System-Administratoren.

Mozilla hat am 10. August Firefox 91 und Firefox ESR 91 veröffentlicht. Nutzer von Firefox ESR 78 haben noch zwölf Wochen Zeit, ehe sie mit Erscheinen von Firefox 94 und Firefox ESR 91.3 am 2. November 2021 automatisch auf Firefox ESR 91 migriert werden. Wie schon Firefox ESR 78 unterscheidet sich auch Firefox ESR 91 in ein paar Aspekten von seinem Mainstream-Pendant, wobei die Unterschiede dieses Mal kleiner ausfallen als in den Jahren zuvor.

Download Mozilla Firefox ESR 91

Nur in Firefox ESR 91: Deaktivierbare Signaturpflicht für Add-ons

Zum Schutz seiner Nutzer hat Mozilla eine Signaturpflicht für Add-ons in Firefox eingeführt, welche seit Firefox 43 standardmäßig aktiviert ist. Diese kann nur in Nightly-Builds sowie in der Developer Edition von Firefox deaktiviert werden, nicht in Beta- oder finalen Versionen. Die ESR-Version von Firefox 91 erlaubt auch in der finalen Ausführung die Deaktivierung der Signaturpflicht.

Zur Deaktivierung muss der folgende Schalter über about:config auf false geschaltet werden:

xpinstall.signatures.required

Achtung: Es ist aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen, die Signaturpflicht für Erweiterungen zu deaktivieren. Wer seine Erweiterungen ausschließlich über addons.mozilla.org bezieht, findet außerdem in der Regel sowieso ausschließlich signierte Erweiterungen vor.

Nur in Firefox ESR 91: Zusätzliche Unternehmensrichtlinie

Seit Firefox 60 liefert Mozilla die Unterstütztung von Unternehmensrichtlinien aus. Damit ist es für Systemadministratoren möglich, Firefox für die Verteilung im Unternehmen vorzukonfigurieren, wofür bis einschließlich Firefox ESR 52 gerne der sogenannte CCK2 Wizard benutzt worden ist, der allerdings mit Firefox 57 und höher nicht kompatibel ist.

Die SearchEngines-Richtlinie zum Konfigurieren der Suchmaschinen funktioniert ausschließlich in Firefox ESR.

Folgende Unterschiede aus Firefox ESR 78 existieren nicht mehr

Folgende Unterschiede existierten noch zwischen Firefox 78 und Firefox ESR 78, aber nicht mehr zwischen Firefox 91 und Firefox ESR 91:

WebRender jetzt auch in Firefox ESR

Bei WebRender handelt sich um einen Renderer für Webseiten-Inhalte, welcher unter stärkerer Einbeziehung der Grafikkarte als bisher im Grunde wie eine Spiele-Engine arbeitet, aber für das Rendering von Web-Content optimiert ist und dadurch große Performance-Vorteile liefern soll.

Nachdem WebRender seit Firefox 91 für alle Desktop-Nutzer aktiv ist, sei es in Hardware- oder Software-Form, steht WebRender erstmals auch auch in Firefox ESR zur Verfügung. In Firefox ESR 78 war WebRender noch für alle Nutzer deaktiviert.

Alle Neuerungen zwischen Firefox ESR 78 und Firefox ESR 91

Natürlich gab es zwischen Firefox ESR 78 und Firefox ESR 91 auch wieder viele Neuerungen, darunter auch Neuerungen, welche für Unternehmen relevant sein könnten, wie beispielsweise neue Sicherheits- und Datenschutz-Verbesserungen oder die Möglichkeit, PDF-Formulare auszufüllen. Für einen Überblick über alle wichtigen Neuerungen zwischen Firefox ESR 78 und Firefox ESR 91 empfiehlt sich die Lektüre der Artikel über die Neuerungen der entsprechenden Major-Releases:

Sonstiges Wissenswertes für Unternehmens-Administratoren

Unternehmensrichtlinien

Firefox lässt sich mittels zahlreicher Unternehmensrichtlinien konfigurieren. Dabei gibt es verschiedene Wege: Plattformübergreifend auf Windows, Apple macOS sowie Linux über eine Datei policies.json, via GPO oder Intune auf Windows oder via .plist-Datei auf Apple macOS.

MSI-Installer für Windows

Um System-Administratoren im Unternehmen das Anpassen und Verteilen von Firefox einfacher zu machen, bietet Mozilla anpassbare MSI-Installer für Firefox ESR auf Windows 7 und höher an.

MSI-Installer erlauben die Anpassung über eine MST-Datei und können über die auf Windows üblichen Deployment-Tools wie Active Directory oder Microsoft System Center Configuration Manager verteilt werden. Mozilla hat eine Dokumentation zu den MSI-Installern veröffentlicht.

Download MSI-Installer von Firefox ESR 91

pkg-Installer für Apple macOS

Ähnlich zu den MSI-Installern für Windows gibt es pkg-Installer für Apple macOS.

Download pkg-Installer von Firefox ESR 91

Apple macOS 10.9 bis 10.11 werden nicht länger unterstützt

Firefox 78 war die letzte Version, welche das Apple-Betriebssystem macOS in den Versionen 10.9, 10.10 sowie 10.11 unterstützt hat. Nachdem entsprechende Nutzer der Mainstream-Version von Firefox bereits automatisch auf Firefox ESR 78 migriert worden waren, um zumindest noch ein Jahr lang Sicherheits-Updates zu erhalten, ist nun Schluss. Nutzer dieser veralteten Betriebssysteme erhalten kein Update auf Firefox ESR 91. Firefox ESR 91 lässt sich auf diesen macOS-Versionen nicht einmal mehr starten.

Firefox hat ein neues Design

Firefox ESR 91 sieht sichtbar anders aus als noch Firefox ESR 78. Grund dafür ist das von Mozilla neu eingeführte Proton-Design. Dieses wurde in einem gesonderten Artikel ausführlich vorgestellt.

Dedizierte Profile pro Installation abschalten

Lesezeichen, Chronik, Erweiterungen, Passwörter, Einstellungen – diese und noch weitere Dinge werden in einem sogenannten Profil gespeichert. Verschiedene Firefox-Installationen nutzen bisher standardmäßig immer das gleiche Profil.

Seit Firefox 67 nutzt der Mozilla-Browser dedizierte Profile pro Installation. Das heißt, dass wenn ein Nutzer mehrere Firefox-Installation hat, jede dieser Installationen ein eigenes Profil verwendet und damit standardmäßig nicht länger in allen Installationen automatisch die gleichen Lesezeichen, die gleiche Chronik etc. zur Verfügung stehen.

Gerade im Unternehmensumfeld kann dies unerwartet sein. Über eine Umgebungsvariable mit beliebigem Wert kann dieses Feature abgeschaltet werden:

MOZ_LEGACY_PROFILES

Wie Umgebungsvariablen angelegt werden, ist der Dokumentation des jeweiligen Betriebssystems zu entnehmen.

Downgrade-Schutz abschalten

Ein anderes Feature seit Firefox 67 ist ein Downgrade-Schutz. Firefox verhindert, dass der Browser mit einem Profil gestartet wird, welches bereits mit einer neueren Firefox-Version genutzt worden ist. Auch dieses Feature kann über eine Umgebungsvariable mit beliebigem Wert abgeschaltet werden:

MOZ_ALLOW_DOWNGRADE

Alternativ dazu kann Firefox mit dem folgenden Kommandozeilen-Argument gestartet werden:

--allow-downgrade

Dokumentation für System-Administratoren

Hier gibt es spezielle Hilfe-Seiten für die Administration von Firefox im Unternehmen.

Der Beitrag Alles Wissenswerte zu Firefox ESR 91 inklusive Unterschiede zu Firefox 91 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Heute vor exakt 30 Jahren stellte Linus Torvalds sein, inzwischen, legendär gewordenes Posting in die Minix-Newsgroup:

From:	    torvalds@klaava.Helsinki.FI (Linus Benedict Torvalds)
Newsgroups: comp.os.minix
Subject:    What would you like to see most in minix?
Date:	    25 Aug 91 20:57:08 GMT


Hello everybody out there using minix -

I'm doing a (free) operating system (just a hobby, won't be big and
professional like gnu) for 386(486) AT clones.  This has been brewing
since april, and is starting to get ready.  I'd like any feedback on
things people like/dislike in minix, as my OS resembles it somewhat
(same physical layout of the file-system (due to practical reasons)
among other things).

I've currently ported bash(1.08) and gcc(1.40), and things seem to work.
This implies that I'll get something practical within a few months, and
I'd like to know what features most people would want.  Any suggestions
are welcome, but I won't promise I'll implement them :-)

              Linus (torvalds@kruuna.helsinki.fi)

PS.  Yes - it's free of any minix code, and it has a multi-threaded fs.
It is NOT protable (uses 386 task switching etc), and it probably never
will support anything other than AT-harddisks, as that's all I have :-(.

Der Rest der Entwicklung ist in Zwischenzeit ein Teil der modernen Geschichte:

  • Linux ist das größte Softwareprojekt der Geschichte und eines der größten Gemeinschaftsprojekte der Menschheitsgeschichte überhaupt (Wenn man Linux als Basis für die diversen Distributionen nimmt).
  • Auf nahezu allem, was Einsen und Nullen ausführen kann, ist Linux portiert worden.
  • Linux hat den roten Planeten erobert.

Die Liste ließe sich noch endlos fortführen. Für mich hat Linux einen besonderen Stellenwert in meinem Leben:

Ich benutze Linux seit fast über 25 Jahren (Seit Anfang 1994). Linux hat mich also mehr als mein halbes Leben begleitet und nicht nur meine berufliche Karriere beeinflusst:

Es mag sehr nerdig erscheinen, aber meine Frau und ich haben unserem Sohn bewusst zu Ehren von Linus Torvalds, Linus Benedict genannt.

Aus diesem Grund nochmals:

Happy Birthday Linux!

Der Titel dieses Beitrags hat erst mal gar keinen Sinn, aber es soll um die sprichwörtliche Tante, die ewig versprochenen Web-Apps und damit letztlich um die Zielgruppen und Tauglichkeit von Linux gehen. Spoiler vorab: Linux ist nicht tauglich für diese Zielgruppe.

In einem Artikel zu den von mir empfohlenen Betriebssystemen gab es ein paar Kommentare zu den typischen Anwendern, für die Linux eben doch geeignet ist. Keine Kritik, solche Kommentare finden sich auch unter Heise-Artikeln und bei Golem. Sie kommen so oder so ähnlich eigentlich immer, wenn man Linux eine Abfuhr für irgendwas erteilt. Deshalb möchte ich sie hier gerne mal abräumen.

Tante Erna oder die Erfindung eines Strohmanns

Tante Erna ist ein Synonym für einen Nutzer oder eine Nutzerin, die in vielerlei Gestalt durch die Diskussionsforen geistert. Tante Erna mag ihren PC nicht. Wenn es nach ihr ging, hätte sie gar keinen- und sie nutzt ihn deshalb ganz, ganz wenig. Deshalb hat Tante Erna auch keine Ansprüche: Surfen, Brief schreiben, Fotos gucken. Das Problem ist: Tante Erna gibt es nicht!

Tante Erna ist ein Strohmann bzw. eigentlich eine Strohfrau. Ein Strohmann-Argument ist die Zurückweisung eines unterstellten Arguments. Tante Erna ist eine erfundene Zielgruppe von Linux-Nutzern, die zwanghaft zeigen wollen, dass Linux auch etwas für nicht so versierte oder interessierte Nutzer wäre. Und weil sie nicht existiert, nicht in Nutzerstudien empirisch nachgewiesen wurde und nur eine Wunschvorstellung ist, macht sie uns solche Probleme.

Natürlich gibt es Anwender mit eher geringen Bedürfnissen an den Rechner. Surfen, Mailen und ein Brief schreiben eben. Nur hier hört es nie auf. Jeder dieser Anwender hat ein kleines Spezialproblem, das er eben auch mit dem Rechner macht. Und die Möglichkeiten hier sind vielfältig. Beispiele gefällig?

  • Dieses eine Programm von Samsung, mit dem man sein Smartphone mit Dateien bespielt. Geht natürlich auch irgendwie anders, aber Tante Erna mag dieses Programm so, weil sie es kennt.
  • Dieses kleine Programm mit dem sie ihre alten Videokassetten digitalisieren kann.
  • Mit einem Scanner wurde so ein Bildprogramm mit erworben, mit dem man durch 2 Klicks alte Fotos aufhübschen kann.
  • Dieses Programm mit dem man so schöne Fotoalben machen kann und dann bei örtlichen Filiale der Drogeriekette oder des Discounters abholen kann.
  • Dann kommt ja auch noch jedes Jahr die Steuererklärung und dafür gibt es dieses kleine Helferlein, das so viel Zeit spart.
  • Und dann verwaltet sie noch diesen Verein und da gibt es dieses Vereinsprogramm.

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Tante Erna nutzt ihren PC eben doch für ein paar Sachen und die sind nicht immer von der Stange. Tante Erna gibt es also eigentlich nicht. Vielleicht ist der übliche Wald-und-Wiesen-Programmierer sogar viel eher Tante Erna, weil dessen Tools gibt es immer für jedes Betriebssystem und auch noch gut dokumentiert.

Und wenn es Tante Erna gäbe, dann säße sie auf dem Sofa an ihrem iPad, das sie bei einer Aktion vor 3 Jahren preiswert erworben hat. Warum sich für das bisschen Gedöns an einen PC setzen? Tante Erna hat ja nicht mal einen Schreibtisch in ihrem Haus.

Web-Apps kommt jetzt dann doch bald bestimmt gestern sofort bestimmt

Aber Programme sind eh kein Thema mehr. Denn es kommen doch die Web-Apps. Wie lange wird das eigentlich schon erzählt? 10 Jahre? 15 Jahre?

Natürlich erledigen wir heute mehr im Browser, vermutlich ließe sich damit sogar noch das ein oder andere mehr erledigen. Programme brauchen wir trotzdem. Gerade im letzten Jahr haben wir das wieder erlebt. Zoom, Teams, WebEx, irgendwelche Kollaborationslösungen – vieles geht im Internet und meistens gibt es einen Client, der halt doch noch ein bisschen stabiler ist. Leider selten bei Linux, weil die Clients dort schlechter gewartet, schlechter getestet und oft funktional beschnitten sind.

Und da sind wir noch gar nicht bei solchen Sachen wie Steam angekommen. Was wohl passiert, wenn die keine Lust mehr haben Geld zu verbrennen für ihre Alternative zur Windows-Plattform, die nur 1% der Kunden nutzen? Oder mit LibreOffice, wenn Collabora die Puste ausgeht, weil alle – inklusive der Firmen – einfach nur billig abgreifen und niemand einen kostenpflichtigen Vertrag abschließen mag. Machen wir dann auch alles als Web-App?

Aber Web-Apps kommen bestimmt. Morgen! Die Frage ist nur, braucht es dann überhaupt noch Linux? Geht doch bestimmt mit Chrome OS auch? Vor allem ohne diese nervigen Probleme.

Linux für wirklich normale Nutzer – Vergesst es!

Wenn du dich ein bisschen für die Geräte interessierst, die du nutzt, kannst du alles machen. Ist alles kein Hexenwerk. Ich kenne Leute, die flashen alternative Betriebssysteme auf irgendwelche chinesische Spielekonsolen, weil sie damit irgendwas machen können. Die gleichen Leute bekommen einen Nervenzusammenbruch bei einem Office-Update. Weil sie das eben exakt gar nicht interessiert. Warum sollte es sie auch? Der wirklich normale Nutzer interessiert sich überhaupt nicht für sein Betriebssystem. Weil das Teil zu dem Ding auf dem Schreibtisch aka Küchentisch steht und den Geruch von Arbeit ausstrahlt.

Ich hab in den letzten Jahren ein paar Leute mit Linux ausgestattet. Weil sie es wollten oder weil es wirklich perfekt auf ihre Bedürfnisse gepasst hat. Diese Leute arbeiten heute noch mit Linux und werden hoffentlich auch in 5 Jahren noch mit Linux arbeiten.

Die Betonung liegt auf „mit Linux arbeiten“. Denn sie administrieren ihre Systeme nicht. Sie würden auch ihr Windows nicht administrieren oder ihr macOS. Bei den beiden wäre es auch nicht nötig. Windows hält so lange wie die Hardware und bei macOS klickt man alle 1-2 Jahre mal auf Upgrade und wenn es ein Problem gibt, was selten vorkommt, dann geht man in den nächsten Apple Store oder zu einem autorisierten Partner und dort lösen freundliche Mitarbeiter das Problem.

Linux ist nicht so pflegeleicht. Spätestens hier bekommen sicher einige Schluckauf, aber es ist so. Ich beobachte diese Anwender schon so viele Jahre und sie machen objektiv nichts falsch, aber es gibt objektiv immer mal wieder Probleme. Nicht jede Woche oder jeden Monat, aber mehrfach im Jahr. Irgendein Fehler beim Kernelupdate, irgendein Treiber, der plötzlich geändert wurde, ein Prozess, der beim Herunterfahren Probleme macht, ein X-Server, der nicht richtig startet. Ja natürlich mit Distribution XY und Desktopumgebung Z wäre das nicht passiert.

Selbst wenn diese Anwender ihre Fehler googlen (ja ja Linux-Fehler sind so aussagekräftig), dann landen sie in tollen Foren oder bei Stackexchange, wo 50% Leute mit Umgangsformen zwischen Hochhausghetto und Kellerkind ihnen erklären, was für Idioten sie sind und sie erst mal lernen sollen, ordentliche Frage zu formulieren und warum sie das Handbuch nicht gelesen haben. Warum auch nicht, sie machen es ja ehrenamtlich, da kann man seine Meinung sagen. Und das Tolle an Linux und seinen vielen Alternativen ist doch, der Nutzer hat die Wahl. Also hat er einfach nur die falsche Wahl getroffen. Der Nutzer ist nämlich immer Schuld.

Warum schreibe ich das alles? Mich hat vor ein paar Tagen ein langjähriger Apple-Nutzer gefragt, ob ich ihm zu Linux raten würde, er bräuchte ja gar nicht viel und noch mal Apple? Na ja der Kommerz, die Attitüde, die Cloud-Sachen – aber zu viel Arbeit möchte er in sein Gerät nicht stecken. Soll halt laufen. Mindestens 6-8 Jahre. So wie das MacBook, das nun langsam Richtung Aussonderung geht. Nett, dass er an Linux denkt. 20 Jahre Marketing zeigen halt doch Wirkung. Eigentlich kennt jeder Linux irgendwie. Nutzt nur kaum jemand bewusst und schon gar nicht am Desktop. Der Apple-Nutzer auch nicht, denn meine Antwort war: Nein, lass mal. Kauf dir doch ein neues MacBook Air. Damit hast du Ruhe.

Ich arbeite trotzdem gerne mit meinem Linux. Ich interessiere mich ja auch für solche Themen und Linux kann man weiter ausreizen und individueller konfigurieren als konkurrierende Systeme. Aber über 5% kommen wir nicht mehr. Aber lasst uns unbedingt weiter über Tante Erna und die Unfähigkeit der Nutzer reden. Ansonsten hätten wir ja nichts mehr zu tun und müssten uns eingestehen, dass die Luft raus ist. Und was da alles für Themen aufkommen könnten, wenn wir mal darüber nachdenken was passiert, wenn Canonical und Red Hat den Stecker ziehen. Wäre ja schade um die gute Laune. Also lieber Tante Erna ein Linux verpassen. Oder zumindest so tun als ob es ginge.

Der Artikel Tante Erna, Web-Apps und garantiert kein Linux – Eine Polemik erschien zuerst auf [Mer]Curius

24. August 2021

Mozilla hat Firefox 91.0.2 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 91.0.2

Mit dem Update auf Firefox 91.0.2 behebt Mozilla ein Problem, welches dafür sorgen konnte, dass Nutzer, welche das Hauptpasswort aktiviert haben, dieses wiederholt eingeben mussten.

Eine Neuerung von Firefox 91 auf macOS war die automatische Aktivierung der Funktion, die Website-Farben durch vom Benutzer festlegbare Farben zu überschreiben, wenn die System-Option zur Erhöhrung der Kontraste aktiviert ist. Dies hatte zur Folge, dass es zu Darstellungsproblemen auf Websites kommen konnte, was für die betroffenen Nutzer unerwartet kam. Darum wurde diese Änderung wieder rückgängig gemacht.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 91.0.2 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Di, 24. August 2021, Lioh Möller

Am heutigen Dienstag, den 24. August startet die diesjährige Debian-Konfernez DebConf21. Wie bereits im letzten Jahr findet auch dieses Mal die Veranstaltung online statt.

Das Vortragsprogramm ist vielfältig und spiegelt die Diversität der Community wider. Technische Themen wie das Aufsetzen eines OpenStack Clusters mithilfe des eigens dafür entwickelten Tools OCI (OpenStack Cluster Installer) werden ebenso behandelt wie der 30. Geburtstag von Linux mit einer Retrospektive der wichtigsten Ereignisse.

In einem Workshop haben Teilnehmer am Mittwoch die Möglichkeit die Paketierung für Debian an konkreten Beispielen zu erlernen und das Wissen direkt am eigenen Computer nachzustellen.

Am Donnerstag spricht Norbert Preining über den Stand von KDE Plasma in Debian.

Den Abschluss findet die Veranstaltung am Samstagabend unter anderem mit einem Vortrag über Debian auf arm64 Laptops wie dem PineBook und PineBook Pro.

Teilnehmer haben die Möglichkeit sich über das OFTC IRC-Netzwerk im Kanal #debconf sowie in den raumspezifischen Kanälen #dc21-talks-1 und #dc21-talks-2 über das aktuelle Geschehen auszutauschen.

https://debconf21.debconf.org

Di, 24. August 2021, Lioh Möller

Die Entwickler hinter der Linux-Distribution im Windows-Design arbeiten an einer neuen Version die Windows 11 zum Verwechseln ähnlich sieht.

Bereits zuvor haben wir über Windowsfx berichtet und über den Sinn und Zweck eines Windows-Nachbaus nachgedacht.

Nichtsdestotrotz erfreut sich die Distribution grosser Beliebtheit und ist in der Zwischenzeit auch für den RaspberryPi verfügbar.

Erste Fotos des kommenden Designs wurden nun veröffentlicht und geben einen Einblick in die Entwicklung.

Bereits im Verlaufe der nächsten Woche soll die neue Version veröffentlicht werden.

https://windowsfx.org

23. August 2021

Mo, 23. August 2021, Lioh Möller

Die aus Argentinien stammende Distribution Auxtral GNU/Linux basiert auf Debian 11 Bullseye und steht wahlweise mit Cinnamon 4.8 oder Xfce 4.16 zur Verfügung.

Das System richtet sich primär an Einsteiger und bewegt sich damit in einem ähnlichen Segment wie beispielsweise LinuxMint. Der interessierte Anwender wählt dabei zunächst zwischen einer Cinnamon oder Xfce-basierten Live-CD aus, welche sich mithilfe von Calamares installieren lässt.

Bereits während des Startvorgangs kann die gewünschte Sprache über ein Menü ausgewählt werden:

Die Softwareauswahl entspricht grösstenteils dem, was auf vielen aktuellen Linux-Distributionen vorzufinden ist.

Eine Ausnahme stellt jedoch die Wahl von Brave als Standardbrowser dar. Auch SM-Player zur Wiedergabe von Multimediainhalten kann als eher ungewöhnlich betrachtet werden. Natürlich lässt sich die jeweils bevorzugte Software über den integrierten Paketmanager nachinstallieren.

Update Benachrichtigungen erfolgen über das pk-update-icon, einem kleinen Helferlein, welches im Systembereich der Taskleiste zu finden ist.

Grundsätzlich bietet Auxtral ein recht standardisiertes Debian System, was sich bis auf die alternative Softwareauswahl und ein angepasstes Design nicht wesentlich vom Original unterscheidet.

Wer schnell einen Debian-basierten Desktop mit Cinnamon oder Xfce aufsetzen möchte, kann durchaus einen Blick auf das Projekt werfen.

22. August 2021

Es gibt nicht für Auswahl, aber zumindest ein paar Wahlmöglichkeiten hat jeder Anwender für den Desktop/Notebook-Bereich und das Smartphone. Doch was empfiehlt man hier eigentlich für Privatanwender?

Die meisten IT-affinen Menschen werden das kennen: Leute aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis kommen auf euch zu und möchten Kaufentscheidungen. Bei mir kommt natürlich noch die Reichweite des Blogs hinzu. Aber was empfehle ich in solchen Situationen eigentlich?

Mein Empfehlungssystem ist eigentlich ziemlich statisch und seit Jahren gleich. Unabhängig von irgendwelchen Hypes oder Shitstorms. Man sieht daran auch, wie wenig sich in den letzten 5-10 Jahren wirklich getan hat und wie statisch der Markt ist.

Desktop bzw. Notebook

Am Desktop bzw. für Notebooks gibt es im wesentlichen drei Systeme: Linux, macOS und Windows. Alternativen wie verschiedene BSD-Systeme oder Chrome OS sind Spezialsachen, die ich hier nicht berücksichtige. Wer eines von beidem nutzen möchte, weiß das schon, ohne sich Rat zu holen. Linux ist dabei lediglich ein System, weil die Frage, welche Distribution oder Desktopumgebung infrage kommt, erst ansteht, wenn die Entscheidung für Linux getroffen wurde.

Eine Empfehlung erfolgt bei mir immer auf Basis einer kurzen Auswertung der Anwenderbedürfnisse. Nur beinharte Ideologen würden behaupten, dass alle Systeme für alle geeignet sind.

Dazu sind zwei wesentliche Punkte zu berücksichtigen:

  1. Interoperabilität: Nicht jeder Privatnutzer arbeitet nur für sich selbst mit dem Gerät. Manche müssen Dateien austauschen oder arbeiten sogar mit ihren Privatgeräten in Firmennetzen (Corona macht es möglich). Vor allem bei Letzteren ist ein reibungsloser Dateiaustausch wichtig. Interoperabilität auf einem grundlegenden Niveau funktioniert oft, nahtlose Zusammenarbeit meist nur bei identischen Programmen.
  2. Unverzichtbare Programme: Es gibt für die meisten Anwender unverzichtbare Programme. Sei es, weil sie nicht verzichten wollen oder objektiv nicht verzichten können.

Ausgehend von den Ergebnissen dieser zwei Fragen kann man dann die Betriebssysteme in der folgenden Reihenfolge durchgehen:

  1. Linux
  2. macOS
  3. Windows

Linux scheidet leider meistens sehr schnell aus. Da hilft aus auch nichts, sich selbst und den anderen etwas vorzumachen, weil man am Ende sonst nur Enttäuschung verursacht.

Hier haben sich aber die Probleme verschoben. Früher war es die Hardware, die nicht lief oder irgendwelche spezielle Peripherie. Dank vielfältiger Systeme mit Desktop, Tablet und Smartphone kleben die meisten Anwender auch nicht mehr so an irgendwelchen speziellen Programmen, sondern haben gelernt zu abstrahieren zwischen abstraktem Anwendungsfall und konkretem Programm (E-Mail ungleich Outlook).

Sobald man Interoperabilität auf einem akzeptablen Niveau braucht, ist Linux aber meistens raus. Das scheitert dann meistens schon bei Microsoft Office, weil man irgendwelche Dokumente im Austausch nicht reibungslos bearbeiten kann. Ein weiterer Knackpunkt ist gerne RDP. Das geht zwar schon irgendwie mit Linux, aber selten wirklich gut.

Fällt Linux raus, verweise ich gerne auch macOS. Das Betriebssystem von Apple bietet eben eine solide Unix-Basis, gute Sicherheit und die meisten der gewünschten Programme. Bei der Interoperabilität bringt macOS in der Regel einen Quantensprung gegenüber Linux. Die jüngsten fragwürdigen Entscheidungen von Apple ändern daran vorerst nichts. Man kann Linux ja nicht besser zaubern, als es ist.

Windows ist in dieser Liste wirklich die letzte denkbare Wahl, wenn es an irgendwelchen Programmen scheitert, die man häufig braucht (was gegen eine VM spricht) und die es nicht für Linux oder macOS gibt. Das sind dann oft irgendwelche Spezialsachen und kommt maximal in 1 von 10 Fällen vor.

Smartphone

Bei Smartphones ist die Empfehlung wesentlich leichter. Früher gab es da so viele Möglichkeiten. BlackBerry OS, Symbian, Windows Mobile, MeeGo, Mobian und wie sie nicht alle hießen. Inzwischen gibt es nur noch zwei Systeme: Android und iOS. Mancher möchte jetzt hier noch Linux in seinen zig Inkarnationen einwerfen, aber bevor diese Systeme auch nur ansatzweise einsatzbereit (geschweige denn massentauglich) werden, haben wir wohl eher den Formfaktor Smartphone überwunden.

Bei Smartphones ist die Frage daher leicht. Gibt es umfassendes technisches Know-how, extreme Leidensfähigkeit und beschränkte Bedürfnisse proprietäre Apps zu nutzen, dann kommt ein Custom ROM infrage. Für alle anderen lautet die Empfehlung: iPhone.

Nicht weil das iPhone so unfassbar toll ist, weil iOS so ein super System ist oder Apple so eine tolle Firmenpolitik verfolgt, sondern weil Google es geschafft hat, mit Android das denkbar schlechteste System auf Linux-Basis zu kreieren, das man sich vorstellen kann.

Prognose

Diesen Artikel hätte ich so vor 5 Jahren geschrieben und vermutlich werde ich ihn in 5 Jahren noch genau so schreiben. Die Innovationskraft im Bereich der Consumer-Geräte und Consumer-Systeme hat enorm nachgelassen. Das gilt ebenso für die Aufholfähigkeit von Linux. Wirklich Bewegung dürfte da erst mit dem Aufkommen neuer Geräteklassen aufkommen.

Der Artikel Welches Betriebssystem ich für Desktop und Smartphone empfehle erschien zuerst auf [Mer]Curius

21. August 2021

Ab und an möchte ich einfach meinen Desktop einfach auf den Fernseher streamen, z.B. weil ich einen Film bei einem Anbieter miete, für den es kein Kodi PlugIn gibt. Nach langem erfolglosen Probieren habe ich endlich einen Weg gefunden, der für mich bisher zuverlässig funktioniert.

Ich nutze dafür das Programm wf-recorder mit folgendem Aufruf:

wf-recorder -a --muxer="mpegts" -f "udp://192.168.178.55:8080"

192.198.178.55 ist dabei die IP meines Raspberry Pi mit Kodi. Auf dem Raspberry Pi habe ich eine Datei Receive-udp.strm mit diesem Inhalt:

#EXTINF:0,UDP Stream
udp://127.0.0.1:8080

Ich muss nun einfach im Kodi interface diese Datei öffnen und mein Desktop wird zu Kodi gestreamt.

Es kann passieren, dass kein audio übertragen wird. In diesem Fall kann man statt der Option -a direkt das pulseaudio interface angeben, z.B. so:

wf-recorder --audio="alsa_output.usb-Sennheiser_Communications_Sennheiser_USB_headset-00.analog-stereo.monitor" --muxer="mpegts" -f "udp://192.168.178.55:8080"

Die verfügbaren Quellen findet man mit pactl list sources|grep Name.

Ab und an möchte ich einfach meinen Desktop einfach auf den Fernseher streamen, z.B. weil ich einen Film bei einem Anbieter miete, für den es kein Kodi PlugIn gibt. Nach langem erfolglosen Probieren habe ich endlich einen Weg gefunden, der für mich bisher zuverlässig funktioniert.

Ich nutze dafür das Programm wf-recorder mit folgendem Aufruf:

wf-recorder -a --muxer="mpegts" -f "udp://192.168.178.55:8080"

192.198.178.55 ist dabei die IP meines Raspberry Pi mit Kodi. Auf dem Raspberry Pi habe ich eine Datei Receive-udp.strm mit diesem Inhalt:

#EXTINF:0,UDP Stream
udp://127.0.0.1:8080

Ich muss nun einfach im Kodi interface diese Datei öffnen und mein Desktop wird zu Kodi gestreamt.

Es kann passieren, dass kein audio übertragen wird. In diesem Fall kann man statt der Option -a direkt das pulseaudio interface angeben, z.B. so:

wf-recorder --audio="alsa_output.usb-Sennheiser_Communications_Sennheiser_USB_headset-00.analog-stereo.monitor" --muxer="mpegts" -f "udp://192.168.178.55:8080"

Die verfügbaren Quellen findet man mit pactl list sources|grep Name.

20. August 2021

Fr, 20. August 2021, Lioh Möller

Die alternative Desktopumgebung Cutefish wurde in Version 0.4 veröffentlicht.

CutefishOS Ubuntu v0.4 bietet eine einfache Möglichkeit den aktuellen Entwicklungsstand zu testen.

Neu enthält die Distribution einen eigenen Paketmanager zur Aktualisierung von Cutefish mit dem Namen tap. Der Aufruf erfolgt als unprivilegierter Benutzer ohne sudo. Darüber lässt sich die Desktopumgebung im Rolling-Release-Modell fortlaufend aktualisieren.

Die aktuelle Version von CutefishOS Ubuntu enthält darüber hinaus ein alternatives Einstellungszentrum zur erweiterten Systemkonfiguration.

Der Calamares-Installer wurde überarbeitet und aktiviert nun zRam automatisch während der Installation.

PipeWire ist standardmässig aktiv und lässt sich ebenfalls über das Einstellungszentrum konfigurieren.

Im Rahmen der Aktualisierung der Desktopumgebung wurde der Dateimanager weiter verbessert und bietet nun einen 'Öffnen mit ...' Dialog. Darüber hinaus wurde eine grundlegende Thumbnail Funktionalität für Bilder integriert.

Zur Statusleiste wurden Elemente für die Multimediasteuerung hinzugefügt und die Schriftdarstellung des Desktops wurde verbessert.

Weitere Informationen sowie Downloadmöglichkeiten finden sich auf der Homepage des Projektes.

Alternativ können Freunde der Manjaro Distribution einen aktuellen Build mit CutefishOS v0.4 herunterladen und testen. Dabei ist zu beachten, dass die ISO dort als multipart ZIP Archiv angeboten wird und alle Teile zum Entpacken benötigt werden. Ein Download via Torrent ist ebenfalls möglich.

18. August 2021

Mi, 18. August 2021, Niklas

Das quelloffene Betriebssystem Haiku wird heute 20 Jahre alt. Am 18. August 2001, genau um 15:47 Uhr hat Marcus Overhagen den ersten richtigen Eintrag in der Mailingliste des OpenBeOS Projekts erstellt und das Projekt, das sich knapp drei Jahre später in Haiku umbenennen sollte, damit sozusagen gestartet. Das war noch am selben Tag, an dem Be an Palm verkauft wurde.

Der Betreff der ersten Nachricht lautete schlicht und einfach "Ok, let's start". Bereits in dieser waren einige Vorstellungen zu lesen, was Haiku später können sollte. Und einiges davon wurde auch umgesetzt. Das komplette Archiv der Haiku/OpenBeOS Mailingliste ist noch vorhanden und kann bei FreeLists nachgelesen werden.

Man wollte Binärkompatibilität zwischen verschiedenen Versionen des Systems. Wir warten zwar nach 20 Jahren noch immer auf Release 1, aber zwischen den Beta-Versionen und Nightly ist diese Anforderung erfüllt. Ausserdem wollte man eine Kompatibilitätsschicht für original BeOS Programme. Diese ist in der 32 Bit Version auch vorhanden. 64 Bit Systeme haben damals kaum eine Rolle gespielt, BeOS konnte es nicht und in Haiku kam die Unterstützung erst später, sodass wir hier leider auf eine Kompatibilität zu BeOS Software verzichten müssen.

Des Weiteren sollte das Binärformat unabhängig vom Compiler sein, sodass Änderungen in GCC nicht die Kompatibilität zerstören können. Heute ist Haiku trotzdem noch nicht unabhängig von einem bestimmten. GCC ist weiterhin ist der standardmässig genutzte Compiler. Es ist theoretisch möglich, das System mit Clang zu kompilieren, aber dazu wären Anpassungen nötig. Ausserdem ist die Kompatibilität zu BeOS nur mit der alten GCC Version 2 gegeben.

Auch das Konzept des Kernel-Aufbaus sollte von BeOS übernommen werden. Statt eines einzigen grossen Kernels gab es hier verschiedene unabhängige Module, die alle beim Bootprozess gestartet wurden. Genau das ist heute bei Haiku der Fall und hat zum Beispiel den Vorteil, dass einzelne Module im Bootloader Menü abgewählt werden können, um fehlerhafte Treiber gar nicht erst zu starten.

Zu Beginn des Projekts stellte man sich noch die Frage nach einer passenden Lizenz. Man scheint damals zuerst an eine GPL Lizenz gedacht zu haben, wie sie zum Beispiel auch von Linux genutzt wird. Wichtige Fragen dabei waren, ob man closed-source Treiber mit einem GPL Kernel vereinbaren kann und ob GPL Treiber mit einem nicht-GPL Kernel vereinbar sind. Heute steht Haiku unter der MIT-Lizenz, was unter anderem auch daran liegen könnte, dass die GPL nicht besonders gut mit closed-source Software kompatibel ist.

Während Haiku heute das einzige verbliebene Projekt ist, das BeOS nachbaut, gab es im Jahr 2001 noch sehr viele. Das wurde noch am selben Tag von Peter Mogensen in der Mailingliste zu Bedenken gegeben. Auch war unklar, wie es mit dem richtigen BeOS weitergehen sollte, denn schliesslich hätte Palm das System erfolgreich weiterentwickeln können.

Im Haiku Team hatte man damals offensichtlich die richtige Einschätzung für die Zukunft von BeOS und die Notwendigkeit eines quelloffenen Nachbaus. Aus diesem Grund haben wir heute eine grossartige Alternative zu Linux und *BSD, die ein wichtiges Stück Computergeschichte am Leben erhält und inzwischen auch ein ganz hervorragendes Betriebssystem für die alltäglichen Aufgaben darstellt.

Alles Gute zum Geburtstag, Haiku! Wir sehen gespannt auf die nächsten 20 Jahre - eine lange Zeit in einer sich schnell wandelnden Digitalwelt. Werden wir am 18. August 2041 schon Haiku R1 haben? Oder schon eine viel neuere Version? Werden die Versionen für RISC-V und ARM fertig sein? Werde ich vielleicht sogar ein Haiku Mobile Handy nutzen? Es gibt viel, was in dieser Zeitspanne passieren kann.

Mehr über die Geschichte von Haiku erfahrt ihr übrigens auch in Teil 1 meiner Artikelserie zu dem Betriebssystem.

Quellen:

Mi, 18. August 2021, Marco

Rund zweieinhalb Jahre nach der letzten Hauptversion und einige Monate nach der Veröffentlichung der Beta-Version von Zorin OS 16 wurde dieses gestern freigegeben. Zorin OS basiert auf Ubuntu und hat sich zum Ziel gesetzt Linux-Neulingen ein möglichst einfaches Betriebssystem zu bieten. Die Version 16 kommt mit zahlreichen Neuerungen, welche sowohl das Aussehen, die Performanz als auch weitere Elemente betreffen.

Die Version 16 von Zorin OS basiert auf Ubuntu 20.04.3 LTS. Folgende Änderungen sind sicherlich nennenswert:

  • In dieser Version wurde das Standardtheme erneuert und optimiert. Ausserdem finden sich innerhalb des Systems mehrere Animationen, welche die Benutzererfahrung weiter verbessern soll. Des Weiteren wurden neue Desktophintergründe veröffentlicht. Diesbezüglich ist auch neu, dass sich das Hintergrundbild standardmässig an die Tageszeit anpasst.
  • Das Team hinter Zorin OS hat sich bei diesem Release stark um die Performance gekümmert. So sollen Anwendungen schneller starten, Animationen flüssiger und Ladezeiten kürzer sein.
  • Beim ersten Login wird die Benutzerin neu mit einer Tour begrüsst. In der Einführungstour können wichtige Einstellungen möglichst einfach konfiguriert werden. Zu diesen Einstellungen gehören beispielsweise die Anpassung des Desktops, das Verbinden mit Onlinekonten etc.
  • Die neuste Version bietet eine bessere Unterstützung für Notebooks respektive deren Touchpad.
  • Ab der Version 16 wurde im grafischen Softwarestore als weitere Quelle für Anwendungen Flathub hinzugefügt und standardmässig aktiviert. Ausserdem wurde der Softwarestore weiter verbessert, sodass es einfacher ist, Anwendungen von den unterschiedlichen Quellen zu finden. Wenn eine Anwendung von mehreren Quellen verfügbar ist, so besteht eine einfache Möglichkeit, die Quelle zu ändern.
  • Die Taskleiste ist nun informativer und für sich selber passend konfigurierbar. Um die Taskleiste anzupassen, genügt ein Rechtsklick auf ebendiese.

Neben den oben vorgestellten Änderungen gibt es noch weitere wichtige Neuigkeiten. So können neu Dateien mit einem Stern markiert werden, damit diese im Dateimanager schneller gefunden werden können. Ausserdem wurde die Unterstützung des Fingerabdruck-Lesers weiter verbessert und für eine einfachere Verwaltung von Fotos eine neue Foto-Anwendung eingeführt. Sämtliche Änderungen können den Blogbeitrag von Zorin OS entnommen werden

Diese Hauptversion erhält bis zum April 2025 sowohl Sicherheits- als auch Softwareupdates. Für Personen, die wissen wollen, wie die neuste Version von Zorin OS aussieht, sind im Blogbeitrag einige Bilder und Videos verlinkt. Die Installationsdatei kann von der offiziellen Webseite heruntergeladen werden.

Quelle: https://blog.zorin.com/2021/08/17/2021-08-17-zorin-os-16-is-released/

Mi, 18. August 2021, Marco

Seit dem Release von Manjaro Ornara (wir berichteten) sind nun gut fünf Monate vergangen und nun erscheint die Version 21.1.0 der Linuxdistribution. Das Entwicklerteam hat die neue Version auf den Namen "Pahvo" getauft. Bei diesem Release wurde das Installationswerkzeug Calamares aktualisiert. Ausserdem setzt das Projekt neu auf den Linux-Kernel der Version 5.13, welcher zusätzliche Treiber bietet. Für ältere Hardware steht ein minimales ISO zur Verfügung, welches die LTS-Version 5.4 des Linux-Kernels verwendet.

Der Installer Calamares bietet neu eine Option an, das Dateisystem für eine automatische Partitionierung zu definieren. Ausserdem wurde die Unterstützung für das Dateisystem btrfs verbessert und Snapshots brauchen nun weniger Speicherplatz. Die Gnome-Edition von Manjaro kommt mit einem etwas angepassten Gnome 40. Für Personen, welche das vertikale Gnome-Layout (vor Version 40) bevorzugen, stellt das Team ein Manjaro Legacy Layout bereit. Ausserdem kommt der Browser Firefox neu standardmässig mit dem Gnome-Styletheme. Diese Umstellung kann mit dem gnome-layout-switcher allerdings leicht wieder auf das bisherige Aussehen umgestellt werden.

Die Plasma-Version kommt mit Plasma 5.22, Frameworks 5.85 und Applications (Gear) 21.08. Ausserdem wurde das Standardtheme angepasst, sodass es näher am Upstream Breeze-Theme ist. Neben den vorgestellten Aktualisierungen arbeitet das Projekt intensiv an der Unterstützung für Wayland. Dieser Schritt wird vorallem darin begründet, dass durch die Wayland-Unterstützung Fehler behoben und Features implementiert werden können, welche mit X11 nicht möglich wären. Die XFCE-Edition von Manjaro Linux kommt mit Xfce 4.16. In dieser Version wurde zusätzlich der Einstellungsmanager so verbessert, dass es eine Such- und Filtermöglichkeit gibt. Ausserdem wurde Thunar - ein Dateimanager - aktualisiert und bietet einige neue Features.

Manjaro Linux 21.1.0 "Pahvo" kann von der offiziellen Webseite ab sofort heruntergeladen und danach installiert werden. Wer Manjaro Linux bereits installiert hat, kann mit dem Befehl pacman -Syu das System aktualisieren.

Quelle: https://forum.manjaro.org/t/manjaro-21-1-0-pahvo-released/78663

Mi, 18. August 2021, Ralf Hersel

Bald ist es soweit, Millionen von Firmen und Anwederinnen stehen vor der Wahl auf Microsoft Windows 11 zu wechseln, oder doch lieber in die freie Welt zu wechseln. Microsoft belegt den Windows-10-Nachfolger mit sehr hohen Hardwareanforderungen, die hier nachgesehen werden können. Wer es wirklich wissen will, kann nun mit dem Werkzeug WhyNotWin11 testen, ob die vorhandene Hardware tatsächlich den hohen Anforderungen entspricht.

Kurz nach Veröffentlichung der Windows-11-Vorabversion und dessen Hardwareanforderungen erschien mit WhyNotWin11 ein Open-Source-Programm, das die Hardwareanforderungen von Windows 11 deutlich transparenter überprüft. Mittlerweile ist das Programm auch als deutschsprachige Version erhältlich und entsprechend einfach nutzbar.

Vielleicht sind die Ergebnisse dieses Werkzeuges auf eurer aktuellen Hardware Anlass genug, um über eine Neuausrichtung in Sachen Betriebssystem nachzudenken. Die Distributionen aus der GNU/Linux-Welt bieten heute eine riesige Vielfalt an Desktop-Umgebungen für jeden Geschmack an. Es kann exakt wie Microsoft Windows aussehen, oder doch lieber so wie MacOS. Alle Freigeister bewegen sich nicht auf den eingetretenen Pfaden der Alt-Betriebssysteme von Microsoft und Apple, sondern bilden sich ihre eigene Meinung und wählen die Oberfläche und die Funktionen, die ihren persönlichen Wünschen am besten entsprechen. Willkommen in der freien Welt.

Quelle: https://github.com/rcmaehl/WhyNotWin11

17. August 2021

Mozilla hat Firefox 91.0.1 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion, darunter auch eine Sicherheitslücke.

Download Mozilla Firefox 91.0.1

Mit dem Update auf Firefox 91.0.1 behebt Mozilla eine Sicherheitslücke in Zusammenhang mit dem HTTP/3-Protokoll, deren Gefahrenpotential Mozilla als hoch einstuft.

Abhängig von installierten Schriften und bestimmten Zeichen im Seitentitel konnte es zu einer fehlerhaften Darstellung von Tabs kommen, die viel zu groß dargestellt worden sind. Dies wurde ebenso behoben wie ein Fehler, der dafür sorgen konnte, dass die Funktion „Zum Tab wechseln“ in nicht privaten Fenstern Tabs aus privaten Fenstern anzeigte, und umgekehrt.

Darüber hinaus wurden noch zwei mögliche Absturzursachen behoben.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Sicherheits-Update Firefox 91.0.1 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mozilla hat Firefox 91 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Verbessertes Löschen von Cookies

Mit Firefox 91 verbessert Mozilla das Löschen von Cookies in Zusammenhang mit dem „vollständigen Cookie-Schutz“, welcher bei Verwendung des strengen Schutzes vor Aktivitätenverfolgung aktiv ist.

Bisher war es so, dass wenn man Firefox die Cookies für Domain A hat löschen lassen, dies ausschließlich die Cookies von Domain A betroffen hat, aber nicht die Cookies von Domain B, welche möglicherweise Inhalte auf Domain A eingebettet hatte. Nun werden auch die Cross-Site-Cookies gelöscht, welche durch Domain B durch Einbettung auf Domain A gesetzt worden sind. Mozilla beschreibt diese Neuerung ausführlich in seinem Sicherheits-Blog (engl.).

Firefox 91

Standardmäßiges HTTPS in privaten Fenstern

In privaten Fenstern versucht Firefox nun standardmäßig eine verschlüsselte Verbindung über HTTPS aufzubauen, wenn man eine Domain mit http:// oder ohne Protokoll-Angabe in die Adressleiste eingibt, ebenso wenn man auf einen Link anklickt, der nur http:// und nicht https:// als Protokoll verwendet. Erst wenn dies fehlschlägt, versucht es Firefox über das unverschlüsselte HTTP-Protokoll. Mozilla beschreibt diese Neuerung ausführlich in seinem Sicherheits-Blog (engl.).

Firefox 91

Windows SSO für Microsoft-, Geschäfts- und Schulkonten

Die Funktion Windows SSO (Single Sign-on) erlaubt es, sich bei seinen Microsoft-, Geschäfts- und Schulkonten anzumelden, indem die Zugangsdaten des Betriebssystems (Windows 10 und höher) verwendet werden. Dazu muss in den Firefox-Einstellungen die entsprechende Option aktiviert werden. Mozilla beschreibt diese Neuerung ausführlich in seiner Wissensdatenbank.

Firefox 91

Vereinfachter Ausdruck von Webseiten

Mozilla hat die bereits aus früheren Versionen bekannte Funktion, Websites vereinfacht darzustellen, in den neuen Drucken-Dialog integriert. Dieser entfernt störende Elemente auf Webseiten, was nicht nur die Lesbarkeit verbessert, sondern auch Papier und Tinte spart. Diese Funktion steht ausschließlich auf Seiten zur Verfügung, auf denen auch die Leseansicht zur Verfügung steht. Mozilla beschreibt diese Neuerung ausführlich in seiner Wissensdatenbank.

Firefox 91

Verbesserte Generierung von Passwörtern

Firefox besitzt die Möglichkeit, Passwörter für Websites zu generieren. Während dies für die meisten Websites gut funktioniert, kann es durchaus sein, dass Firefox für eine Website ein Passwort generiert, welches dort überhaupt nicht genutzt werden kann, weil die Website bestimmte Passwort-Regeln hat, welche der Passwort-Generierung von Firefox nicht bekannt sind.

Apple hat Regeln für über 200 Websites erstellt und als Open Source veröffentlicht. Mozilla hat die Regeln inklusive Apples Regel-Parser in Firefox 91 integiert, so dass Firefox nun die Passwort-Regeln bestimmter Websites, darunter auch mehrere deutsche Seiten wie posteo.de, für die Passwort-Generierung berücksichtigt.

Vollständiger Dark Mode für macOS

Bei Verwendung des Dark Modes von macOS erschien auch Firefox bereits dunkel – allerdings nicht vollständig. Beispielsweise war das Bibliotheksfenster nach wie vor hell. Eine teilweise Unterstützung für einen vollständigen Dark Mode unter macOS wurde bereits mit Firefox 89 eingeführt, damals allerdings noch standardmäßig deaktiviert. Mit Firefox 91 wurde dieser finalisiert und standardmäßig aktiviert.

WebRender für alle Nutzer

Der Grafik-Renderer WebRender ist jetzt für alle Firefox-Nutzer aktiviert, entweder mit Hardware-Unterstützung oder in Form von Software-WebRender. Mit Firefox 93 wird die Option zur Deaktivierung von WebRender wegfallen, womit der Weg frei wird, alte Code-Pfade zu entfernen, die nicht länger benutzt werden.

Verbesserungen der Webplattform und Entwicklerwerkzeuge

Firefox unterstützt jetzt standardmäßig die Visual Viewport API und Intl.DateTimeFormat wurde um weitere unterstützte Formate erweitert. Die Gamepad-API wurde in mehreren Aspekten besser an die Spezifikation angepasst und funktioniert ab sofort nur noch in einem sicheren Kontext, was vereinfacht so viel bedeutet wie nur noch über HTTPS und nicht länger über unverschlüsseltes HTTP.

Die CSS-Eigenschaft tab-size wird jetzt auch ohne -moz-Präfix unterstützt.

Eine Übersicht über alle Verbesserungen der Webplattform wie neue unterstützte Webstandards gibt es wie immer auf hacks.mozilla.org und in den MDN web docs.

Geschlossene Sicherheitslücken

Natürlich hat Mozilla auch in Firefox 91 wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 91 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Sonstige Neuerungen in Firefox 91

Firefox reagiert jetzt zwischen zehn und 20 Prozent schneller auf die meisten Nutzer-Interaktionen auf Websites.

Die Funktion „Zum Tab wechseln“ steht jetzt auch in privaten Fenstern zur Verfügung. Das Pocket-Icon in der Symbolleiste hatte nicht immer korrekt den Status wiedergegeben, ob eine Seite zu Pocket hinzugefügt worden ist oder nicht.

Der SmartBlock-Mechanismus, welcher Scripts bekannter Tracking-Dienste durch eine Art Ersatz-Script ersetzt, welches sicherstellt, dass die Website-Kompatibilität nicht beeinträchtigt wird, wurde um ein Ersatz-Script für den Google-Werbeanbieter Doubleclick ergänzt.

Firefox-Erweiterungen sind in privaten Fenstern standardmäßig deaktiviert, können bei Bedarf aber vom Benutzer für private Fenster aktiviert werden. Die Option extensions.allowPrivateBrowsingByDefault in about:config, um Erweiterungen standardmäßig in privaten Fenstern zu erlauben, wird nicht länger unterstützt.

Auf macOS wechselt Firefox ab sofort automatisch in den Hochkontrast-Modus, wenn die macOS-Option zum Erhöhen des Kontrastes aktiviert ist.

Mit Firefox 89 gab es ein neues Design für Mozillas Browser. Die Vorschaubilder in der Add-ons-Verwaltung zeigten allerdings noch das alte Design und wurden mit Firefox 91 an das neue Design angepasst.

Die mit Firefox für Windows und Linux gebündelte Twemoji-Font wurde aktualisiert, um die neuesten Unicode-Emojis zu unterstützen.

Wie immer kamen auch in Firefox 91 Fehlerbehebungen und sonstige Verbesserungen unter der Haube dazu. Auch die Unterstützung von Unternehmensrichtlinien wurde weiter ausgebaut.

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Di, 17. August 2021, Ralf Hersel

Das Debian-Projekt hat vorgestern die Verfügbarkeit von "Debian Edu 11" (auch bekannt als Skolelinux) als komplette Linux-Lösung für Schulen angekündigt. Basierend auf dem am Samstag veröffentlichten Debian GNU/Linux 11 "Bullseye" bietet Debian Edu 11 eine sofort einsatzbereite Umgebung für die Konfiguration eines kompletten und voll funktionsfähigen Schulnetzwerks.


Neue Funktionen in Debian Edu 11 beinhalten Unterstützung für LTSP (Linux Terminal Server Project) Diskless-Workstations und Thin-Clients, die die X2Go-Technologie unterstützen, iPXE-Netzwerk-Boot-Unterstützung für LTSP-Konformität, Unterstützung für grafische iPXE-Installationen, sowie einen eigenständigen Samba-"Server" mit SMB2/SMB3-Unterstützung.


Darüber hinaus führt diese Version ein neues Tool zur Einrichtung von freeRADIUS mit Unterstützung für die Methoden EAP-TTLS/PAP und PEAP-MSCHAPV2 ein, verbessert das Tool zur Konfiguration eines neuen Systems mit einem "Minimal"-Profil als dediziertes Gateway und macht DuckDuckGo zum Standard-Suchanbieter für die Webbrowser Firefox ESR und Chromium.

"Die Lehrer selbst oder ihr technischer Support können eine komplette Mehrbenutzer-Multimaschinen-Lernumgebung innerhalb weniger Tage einrichten. Debian Edu wird mit hunderten von vorinstallierten Anwendungen geliefert, und man kann jederzeit weitere Pakete von Debian hinzufügen", sagte das Debian-Projekt.

Natürlich verwendet Debian Edu 11 alle GNU/Linux-Technologien, die in der Debian Bullseye-Serie enthalten sind, wie die Linux 5.10 LTS-Kernel-Serie, den GCC 10.2 System-Compiler, die GNU C Library 2.31-Implementierung der C-Standardbibliothek, den LLVM 11.0.1-Compiler und viele andere.

Debian Edu 11 wird nicht mit einer vorinstallierten Desktop-Umgebung ausgeliefert, obwohl frühere Veröffentlichungen ein dediziertes Xfce-Image anboten. Stattdessen hat man nun die Freihat aus der Vielzahl von angebotenen Desktop-Umgebungen zu wählen; dazu gehören KDE Plasma, GNOME, Xfce, LXQt, LXDE, Cinnamon und MATE.

Die Desktop-Umgebungen enthalten mehr als 70 bildungsorientierte Software-Pakete; weitere können aus den Debian-Archiven installiert werden. Debian Edu 11 "Bullseye"" ist als Netzwerk-Installations-CD-Image, sowie als BD-Images für 64-Bit- und 32-Bit-Systeme ab sofort auf der offiziellen Website zum Download verfügbar.

Quelle: https://9to5linux.com/debian-edu-11-bullseye-released-as-a-complete-linux-solution-for-schools

16. August 2021

Mo, 16. August 2021, Ralf Hersel

Heute ist der 28. Jahrestag von Debian. Das gesamte GNU/Linux.ch-Team wünscht dem Debian-Team alles Gute und sagt "Herzlichen Dank" an die vielen Mitwirkenden, Entwickler und Benutzer, die dieses Projekt unterstützt haben und weiterhin unterstützen werden.

Debian wurde im August 1993 von Ian Murdock ins Leben gerufen und wird seitdem aktiv weiterentwickelt. Heute hat das Projekt über 1.000 offizielle Entwickler. Es ist eine der ältesten, einflussreichsten und am weitesten verbreiteten GNU/Linux-Distributionen.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Debian

https://bits.debian.org/2021/08/debianday-2021.html

Kürzlich ist endlich elementary 6 erschienen. Die beliebte Distribution wechselt damit auf die Ubuntu 20.04 Basis und führt einige neue Programme ein. Die Qualität ist aber wieder einmal durchwachsen.

Elementary OS ist eine wichtige Distribution. Das sieht man schon an den zahlreichen Meldungen zur neuen Version, die auch über die engeren Linux-Medien hinausreichten. So beispielsweise in Caschys Blog oder t3n. Auch wenn jetzt manche jaulen mögen, aber die meisten der zig hundert Linux-Distributionen interessiert niemand außer ihren Entwicklern und gehypte Neulinge wie beispielsweise MX Linux sind ein Sturm im Wasserglas und jagen nur den vor ihnen gehypten Distributionen Anwender ab.

Die neue Ausgabe von elementary OS 6 kommt spät. Ubuntu 20.04 ist wie die Versionsnummer schon sagt von 2020 und fast 1,5 Jahre draußen. Die Zeichen weisen unübersehbar bereits auf die kommende LTS 22.04. Viele Basisversionen sind somit alt und vor allem die universe-Bestandteile rotten seit 18 Monaten mehr oder minder ungepflegt vor sich hin. Andererseits liefert elementary OS einen eigenen Desktop und viele eigene Programme aus und ist dadurch ein bisschen unabhängig von Ubuntu.

Neue Installationsroutine und Probleme an der Basis

Elementary OS bietet wie bereits gewohnt keinen Upgrade-Pfad. Anwender begegnen deshalb schnell einer Neuerung: Der Installationsroutine. Zuletzt nutzte elementary OS den bewährten Ubuntu-Installer ubquity. Der war nicht perfekt und Canonical arbeitet selbst an einem Nachfolger, aber er war besser als das was elementary jetzt ausliefert.

Anstelle wenigstens auf Calamares zu setzen (das auch nicht frei von Problemen ist) musste was Eigenes her. Allerdings nicht komplett, denn man kooperiert hier mit Pop_OS! Das funktioniert mehr schlecht als recht. Wer etwas anderes als die Standard-Partitionierung will, bekommt GParted angezeigt. Damit ein übliches Partitionslayout aus UEFI, Boot-Partition und LUKS-Container für Root und Home-Partition zu erzeugen hat mich ehrlich gesagt überfordert. Vielleicht hätte ich dafür noch 3 Stunden Handbuch lesen sollen, aber wozu, wenn jede Distribution (sogar Fedora mit dem UX-Monster Anaconda) das besser kann?

Die Installation mit dem vorgefertigen Schema läuft ansonsten problemlos durch. Hier kann man bei Bedarf auch eine Verschlüsselung wählen.

Es gibt aber viele Folgefehler, weil Pop_OS! mit systemd-boot arbeitet und elementary OS mit GRUB. Nicht berücksichtigte GRUB-Einstellungen, fehlerhafte Kernel-Erkennung. Die Liste der Bugs, die bei anderen Distributionen Release Critial wären, ist lang.

Zusätzlich schleppt man natürlich alle Probleme der Ubuntu 20.04 Basis mit. Die wenigsten sind hier Release Critial, aber die Liste wird nach gut 18 Monaten seit der Veröffentlichung von 20.04 auch nicht kürzer.

Alles mit Flatpaks – Oder doch nicht?

Um die alte Basis auszugleichen, setzt elementary OS 6 voll auf Flatpaks. Diese Entwicklung stand schon länger fest. Flatpaks werden dabei aus einer eigenen Quelle installiert und nicht von beispielsweise Flathub. Wie so oft ergab sich bei genauerem Hinsehen aber eine Diskrepanz zwischen vollmundigen Ankündigungen und der Realität. Eine Abfrage ergab aber, dass man nicht konsequent auf Flatpaks setzt.

Damit hat man das gleiche Durcheinander wie Ubuntu mit den halbherzig eingeführten Snaps. Genau wie bei Ubuntu ist zudem absolut nicht zu erkennen, warum nun ausgerechnet diese Programme als Flatpaks ausgeliefert werden und andere nicht. Snaps werden von elementary OS übrigens nicht offiziell unterstützt, was bei der Ubuntu-Basis irgendwie widersinnig ist.

Im App Center als einziger grafischer Möglichkeit zur Installation von Anwendungen berücksichtigt man allerdings nur die speziell für elementary kuratierten Flatpaks. Anwendungen aus den Paketquellen von Ubuntu werden nicht angezeigt. Dadurch herrscht dort gähnende Leere, weil viele Entwickler im elementary-Umfeld in den letzten Jahren wieder abgewandert sind und viele für elementary OS 5 verfügbare Apps nicht portiert sind und vermutlich auch niemals werden. Flathub möchte man nicht standardmäßig einbinden, um den eigenen Store zu stärken.

Allein gelassen mit dem Problem sind letztlich dann die Anwender.

Pantheon – Viel Bekanntes

Bei der Pantheon Shell und den Kernprogrammen hat sich im Vergleich zu elementary OS 5.1 wenig getan. Ein paar Designänderungen und ein Dunkelmodus, aber ansonsten kaum Neuerungen. Das betrifft auch die Dateiverwaltung, die Fotoverwaltung und andere Kernanwendungen.

Neu sind die Anwendungen für Mail und Aufgaben. Die Kalender-Anwendung gab es schon früher. Hier eifert man gewohnt dem großen Vorbild macOS nach. Die Aufgaben-App ist tatsächlich gelungen und hätte großes Potenzial, sich in meinen Workflow einzufügen.

Die Mail App ist hingegen funktional arg beschnitten und verschluckt sich an meinem Postfach mit zig tausend E-Mails. Das hatte ich allerdings auch nicht anders erwartet, hier muss man auf leistungsstärkere Programme wie Thunderbird oder Evolution ausweichen. Letzteres dann leider – wegen der alten Basis – in einer alten und nicht zuverlässig unterstützten Version.

Das elementary-Team hat sich hier leider mal wieder an seinen eigenen Ambitionen verhoben. Eine Distribution, einen neuen Installer, einen Desktop und die zugehörigen Programme zu entwickeln und zu pflegen, führt bei einem so kleinen Entwicklerteam zu massiven Qualitätsproblemen.

Zusammengefasst

Ich mag elementary, ich schätze den Anspruch, einen konsistenten Desktop zu entwickeln und die Vision. Ich sehe Pantheon in vielen Fragen als das bessere GNOME an. Die neue Version ist aber ein Rohrkrepierer. Sie kommt zu spät, der Wechsel auf 22.04 kündigt sich schon an. Mit vielen Baustellen hat sich das Team verhoben und wie so oft wirken viele Anwendungen unausgereift. Die halbgare Flatpak-Migration macht das Ergebnis nicht besser.

Das Echo auf Kanälen wie Reddit ist angesichts der vielen Probleme und unzureichenden Umsetzung von Lösungen verheerend. Elementary ist gerade auf dem besten Weg sich selbst ins Aus zu schießen.

Ich persönlich setze daher eher auf jene Initiativen, die Pantheon und die Apps in andere Distributionen tragen. Fedora ist da schon recht weit, ebenso Arch und bei openSUSE gab es jüngst auch wieder Fortschritte.

Pantheon ist toll, elementary OS als Distribution leider weniger.

Der Artikel elementary OS 6 – Zu spät und zu viele Probleme erschien zuerst auf [Mer]Curius

Mo, 16. August 2021, Lioh Möller

Laut eigenen Angaben des Slackware Entwicklers Patrick Volkerding hatte er bisher in diesem Jahr noch keine Gelegenheit Fischen zu gehen. Das mag unter anderem mit der hohen Aktivität im Projekt kurz vor dem nächsten Release zu tun zu haben.

Nun wurde mit einem kurzen Hinweis im Changelog des Projektes der erste Release Kandidat der kommenden Version 15.0 angekündigt.

GCC wurde in diesem Zuge auf Version 11.2.0 aktualisiert. Ein Mass-Rebuild ist in diesem Zusammenhang nicht geplant, da bisher keine Schwierigkeiten festgestellt werden konnten.

Interessierte haben die Möglichkeit den Stand beispielsweise mit einer Slackware -current Live-DVD zu testen.

Mo, 16. August 2021, Lioh Möller

Die Linux Gaming Plattform Boiling Steam hat Ergebnisse einer im April durchgeführten Umfrage veröffentlicht, in der ca. 2'000 Teilnehmer zur eingesetzten Linux-Distribution befragt wurden.

Es handelt sich um eine nicht-repräsentative Umfrage, welche lediglich die bevorzugten Distributionen in der Gaming-Szene abbildet.

Dabei führen Arch Linux und dessen Abkömmlinge wie Manjaro oder EndeavourOS klar mit über 45%. Auch Ubuntu basierte Distributionen sind weiterhin beliebt und Pop!_OS nimmt deutlich an Beliebtheit zu.

Die Teilnehmenden sind weiterhin zur Loyalität zur eingesetzten Distribution befragt. Auch hier scheinen die Nutzer von Arch Linux am treuesten zu sein, gefolgt von Debian und Ubuntu.

Die gesamten Ergebnisse sind auf der Boiling Steam Webseite einsehbar.

Bildquelle: Boiling Steam

15. August 2021